Die Herausforderung der Wassereffizienz

von Marc-Olivier Buffle, Senior Product Specialist, und Cédric Lecamp, Senior Investment Manager, beide Pictet AM.

In einer Zeit knapper Ressourcen und eines gestiegenen Umweltbewusstseins sollten Unternehmen mehr tun als nur ihre CO2-Bilanz verbessern. Es ist genauso wichtig, dass sie ihren Wasserverbrauch einschränken.

Langsam aber sicher wird der Welt klar, dass sie die Umwelt für künftige Generationen schützen muss. Die Senkung der Kohlenstoffemissionen ist ein Schritt in die richtige Richtung – und hierfür werden Unternehmen zunehmend zur Verantwortung gezogen, sei es durch Regulierungsbehörden, Verbraucher oder Aktionäre. Aber das ist nicht der einzige Schritt, den wir unternehmen müssen. Die Wassereffizienz ist ein weiteres entscheidendes Thema im Kampf für Nachhaltigkeit.

Abb. 1 Wasser wird knapp

Globale erneuerbare Süsswasserressourcen pro Kopf (Kubikmeter)


Quelle: Our World In Data, Weltbank

Die Messung und der Vergleich der Wassernutzung in den verschiedenen Branchen hat oberste Priorität. Ein Ausgangspunkt ist das Konzept der planetaren Belastungsgrenzen, a das Schwellenwerte für die neun schädlichsten Umweltphänomene festlegt, die unseren Planeten gefährden, von Klimawandel und Süsswasserverbrauch bis hin zu Verlust der Biodiversität und Landnutzung.

Dem Modell zufolge, das vom Stockholm Resilience Center entwickelt wurde, können wir nachhaltig bis zu 4.000 Milliarden Kubikmeter Süsswasser pro Jahr verbrauchen – das entspricht laut bestimmten Schätzungen im Grossen und Ganzen der aktuellen Nutzung. Bis 2030 soll aber der globale Wasserbedarf auf 6.900 Milliarden Kubikmeter ansteigen, das übersteigt bei Weitem das zugängliche und gesicherte Angebot.1

Rund ein Fünftel des Wasserverbrauchs geht auf die Industrie zurück, das heisst, Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle bei den Bemühungen, die Nutzung und Aufbereitung dieser wertvollen Ressource zu überdenken. Damit die Welt die nachhaltigen Grenzen nicht überschreitet, dürfen die Unternehmen Studien zufolge nicht mehr als 52.915 Kubikmeter Wasser pro erwirtschafteter 1 Mio. US-Dollar Umsatz verbrauchen.2

Unternehmen, die ihren Verbrauch auf diese Weise beschränken, werden mit Kosteneinsparungen und einer geringeren Anfälligkeit für Wasserschocks belohnt. Ausserdem dürften sie in der Gunst der zunehmend umweltbewussten Verbraucher und Regulierungsbehörden steigen.

Gerechter Vergleich

Beim Engagement zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen spielen Investoren eine entscheidende Rolle: Zum einen geben sie Unternehmen einen Impuls, in Wassereffizienz zu investieren, zum anderen suchen sie sich gezielt Unternehmen aus, die in dieser Hinsicht besonders innovativ und fortschrittlich sind.

Ceres, eine Forschungsgruppe und Interessenvertretung für Nachhaltigkeitsthemen, hat ein Toolkit entwickelt, um Investoren zu helfen, Wasserrisiken zu verstehen und in den Prozess der Portfolioallokation einzubeziehen. Dabei sind die verschiedenen Branchen entsprechend ihrer Anfälligkeit gegenüber wasserbezogenen Bedrohungen gekennzeichnet. Die in Boston ansässige Gruppe empfiehlt auch, dass Investoren durch Ausübung ihrer Rechte als Anleger gezielt Einfluss auf das Wasserrisiko der Unternehmen nehmen.

Die Vereinten Nationen haben die Initiative „CEO Water Mandate“ ins Leben gerufen und fördern über ihre Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) den universellen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen. Grosse Unternehmen wie Coca Cola, Nestlé, Unilever und Siemens beteiligen sich an diesen Initiativen. Investoren haben es in der Hand, die Unternehmen, in die sie investieren, dazu zu bewegen, diesem Beispiel zu folgen.

Die UN konzentriert sich auf eine Kennzahl, die sie Wassernutzungseffizienz (WUE) nennt und die die Bruttowertschöpfung pro Einheit Wasser, die von einem Land, einer Branche oder einem Unternehmen verbraucht wird, berechnet.

Damit die WUE-Werte aber für fundierte Entscheidungen herangezogen werden können, müssen sie vergleichbar sein und ein den tatsächlichen Verhältnissen eines Unternehmens entsprechendes Bild vermitteln. Momentan ist dies augenscheinlich noch nicht der Fall. Die WUE liegen weit auseinander, selbst bei Unternehmen desselben Teilsektors, und somit erst recht auf Branchenebene.

Nehmen wir als Beispiel das Brauereigewerbe. Insgesamt produziert die Branche rund 1,9 Milliarden Hektoliter Bier im Jahr3 und verbraucht dabei – vom Pflanzenanbau bis zum Konsum – mindestens sechzigmal soviel Wasser.4 Dennoch gibt es innerhalb der Branche grosse Unterschiede beim Wasserverbrauch von Brauerei zu Brauerei. Eine internationale Brauerei zum Beispiel gibt einen WUE-Wert von 1.850 US-$ Bruttowertschöpfung pro verbrauchtem Kubikmeter Wasser an, während ihr Mitbewerber nur 270 US-$ schafft.

Die Brauerei mit dem besseren Wert ist auf ihrem Weg zu höherer Wassereffizienz ganz offensichtlich weiter vorangekommen, aber das Problem ist, dass ein gerechter Vergleich momentan kaum möglich ist, weil die Berechnungen mitunter stark voneinander abweichen.

Abb. 2 Von Anfang bis Ende

Globaler durchschnittlicher Wasserverbrauch bei der Herstellung eines T-Shirts und Produktphasen


Quelle: UNESCO-IHE Institute for Water Education, Pictet Asset Management.

Damit die Daten aussagekräftig sind, müssen die Unternehmen ihren Wasserverbrauch in der gesamten Produktionskette berücksichtigen – das ist bei vielen noch nicht der Fall. Ein typischer Bekleidungseinzelhändler beispielsweise verbraucht relativ wenig Wasser. Dabei wird aber ausser Acht gelassen, dass die Baumwolle, aus denen die Kleidungsstücke bestehen, sehr wasserintensiv in der Produktion ist. Wird das Unternehmen losgelöst von seiner Lieferkette und der Produktnutzung betrachtet, wird die Rolle unterschätzt, die das Unternehmen in Sachen globaler Wassereffizienz spielen kann (in diesem Fall die Sensibilisierung seiner Lieferanten), aber auch, wie stark es im Fall von extremem Wasserstress beeinträchtigt sein kann.

Was die Problematik noch komplizierter macht, ist, dass Wasser ein lokales Problem ist – grosse Reserven in dem einen Land können nicht effizient in ein anderes Land transportiert werden, in dem gerade Dürre herrscht. Der Standort eines Unternehmens kann daher die Wahrscheinlichkeit stark beeinflussen, ob es einem Wasserrisiko ausgesetzt ist und inwieweit es der Wassereffizienz eine Priorität einräumt.

Investoren können dazu beitragen, dass Standards festgelegt werden und die Eigenverantwortung gefördert wird. Dies ist in unser aller Interesse – Unternehmen, die sich nicht mit Wassereffizienz auseinandersetzen, riskieren nicht nur Wasserengpässe, sondern laufen auch Gefahr, neue gesetzliche Vorschriften nicht mehr zu erfüllen und dem zunehmenden Umweltbewusstsein der Verbraucher nicht gerecht zu werden. So wie der CO2-Fussabdruck heute immer mehr beim Portfolioaufbau berücksichtigt wird, kann auch der Wasserverbrauch in Zukunft eine wichtige Eingabegrösse sein.

Kreislaufansatz

Wassereffizienz bedeutet nicht nur, weniger zu verbrauchen, sondern auch, mehr wiederzuverwenden. Einige der weltweit führenden Industrien verfolgen bereits einen Ansatz für eine Kreislaufwirtschaft – und betrachten Abwasser als Ressource und nicht als etwas zum Entsorgen. Da unsere Gesellschaft – von Politikern bis hin zu Verbrauchern – immer stärker sensibilisiert ist für ökologische Herausforderungen, werden Unternehmen, die nachweislich einen Kreislaufansatz verfolgen, positiver wahrgenommen und ihr Reputationsrisiko ist geringer.

Einige Branchen verbrauchen natürlich mehr Wasser als andere und haben daher mehr Möglichkeiten, Wandel zu bewirken und davon zu profitieren. Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie fallen einem als erstes ein. In einigen Regionen ist zudem aufgrund der lokalen Wasserbedingungen der Impuls für Veränderungen grösser als in anderen. Das Problem ist jedoch ein sehr breites – jeder verbraucht Wasser und in einer zunehmend voneinander abhängigen und miteinander vernetzten Welt sind fast alle grossen Unternehmen an irgendeiner Stelle ihres Betriebs dem Risiko einer Wasserknappheit ausgesetzt. Investoren mit tieferem Einblick in Wassernutzung und -effizienz sind daher gut ausgestellt, um verborgene Risiken und Chancen zu erkennen.

Gutes Umweltmanagement ist eine nützliche Metapher für ein solide geführtes Unternehmen. Das gilt für Kohlenstoffemissionen ebenso wie für die Wassereffizienz.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf am.pictet.

1) 2030 Water Resources Group, "Charting Our Water Future"
2) "Towards defining an environmental investment universe within planetary boundaries", C. Butz et al, 2018
3) Barth Report Hops 2018-9
4) "Water Futures", WWF, SABMiller, GTZ, 2010

Thematische Aktien: Bausteine eines diversifizierten Portfolios

Anleger können unabhängig von ihrem Ansatz für den Portfolioaufbau einen Teil ihres Vermögens in thematische Aktien investieren, so Stephen Freedman, Senior Produktspezialist im Thematic Equities Team von Pictet Asset Management.

Übersicht

Aktienanleger haben die Investmentwelt traditionell in Länder oder Regionen unterteilt. Der Vorteil dieser Klassifizierung ist, dass sie einfach ist. Aber ganz so einfach, wie es scheint, ist es doch nicht. Anleger könnten zum Beispiel versucht sein zu glauben, dass der FTSE-100 die britische Wirtschaft abbildet. In Wirklichkeit aber erzielen die Bestandteile des Index deutlich mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

Diese Anomalien erklären, warum bei der Allokation von Kapital heute verstärkt auch andere Dimensionen berücksichtigt werden. Thematische Aktien bieten Anlegern die Möglichkeit, am Wachstum in Bereichen der Wirtschaft zu partizipieren, die sich der traditionellen Klassifikation entziehen. Investmentthemen wie Robotik und saubere Energie sprengen die Grenzen von Branchen, Ländern und Regionen. Ausserdem sind sie als Portfoliobausteine greifbarer.

In diesem Kommentar erläutern wir, wie Anleger thematische Aktien zum Bestandteil ihrer Portfolios machen können. 

Dazu schauen wir uns drei Ansätze an:

  • Thematische Aktien als Satelliten-Investment in einem "Core-Satellite-Konzept"
  • Thematische Aktien als ein Instrument, um einer globalen Aktienallokation oder einem „Carve-out“ gerecht zu werden
  • Thematisch diversifizierte globale Aktienportfolios

Thematische Aktien in einem "Core-Satellite-Portfolio"

Für Anleger, die ohne grossen Aufwand thematisch investieren möchten, bietet sich die "Core-Satellite-Strategie" an.

Bei diesem Ansatz wird das Portfolio zweigeteilt: Der "Core-Teil“ beinhaltet traditionelle Anlagen wie Aktien und Anleihen. Er strebt die Erzielung der Marktrendite („Beta“) an.

Im Gegensatz dazu investieren die „Satelliten“, die zwar kleiner sind, aber bis zu einem Viertel des Gesamtkapitals eines Portfolios ausmachen können, in unkonventionelle Anlagen. Allokationen in Satelliten erfolgen entweder langfristig – mindestens drei Jahre – oder für kürzere Zeiträume im Rahmen einer taktischen Anlagestrategie. In jedem Fall besteht das Anlageziel entweder darin, zusätzliche Alpha-Quellen zu erschliessen (d. h. eine Rendite, die über derjenigen des Marktes liegt oder unabhängig von der Marktrendite ist) oder das Risiko zu diversifizieren.

Abb. 1: Thematische Aktien in einem "Core-Satellite-Portfolio"


Nur zur Veranschaulichung. Quelle: Pictet Asset Management

Thematische Aktien sind aus mehreren Gründen ein effizientes Satelliten-Investment. Zunächst einmal werden Themenaktien von Unternehmen ausgegeben, die keinen bedeutsamen Platz in grossen Indizes wie dem MSCI World einnehmen. Das Universum thematischer Investments enthält einen grösseren Anteil an spezialisierten Unternehmen mit relativ geringer Kapitalisierung und Schwellenländeraktien. Hinzu kommt, dass das Angebot thematischer Investments breit gefächert ist – es gibt fast genauso viele Themenaktien wie in traditionellen globalen Aktienindizes vertretene Unternehmen.

Um die Effizienz von thematischen Aktien als Satelliten-Investments zu veranschaulichen, haben wir eine Analyse mithilfe einer Portfoliooptimierung durchgeführt. Dabei werden Kennzahlen wie Rendite, Volatilität und Korrelation von Anlagen herangezogen, um festzustellen, mit welcher Kombination von Wertpapieren sich das optimale Portfolio zusammenstellen lässt. Das optimale Portfolio für eine bestimmte erwartete Rendite ist dasjenige mit der niedrigsten erwarteten Volatilität.

Portfoliooptimierung: Thematische Aktien in einem ausgewogenen Portfolio

Konkret analysiert unsere Studie den Effekt einer Integration thematischer Aktien in ein diversifiziertes Portfolio – dessen Anlagen sich in unterschiedlichen Prozentsätzen auf Aktien und Anleihen verteilen (jeweils dargestellt durch den MSCI ACWI Index und den BofA Merrill Lynch Global Government Bond Index).

Unser Ziel ist es, die optimale Grösse der Allokation in Themenaktien zu bestimmen.

Eine detaillierte Beschreibung der Methodik – die auf einer Stichprobe monatlicher Beobachtungen zu den thematischen Portfolios von Pictet Asset Management und den erwarteten Renditen für die globalen Aktien- und Anleihenindizes beruht – finden Sie im Anhang.

Die Stichprobenanalyse thematischer Einzelstrategien wird aus verschiedenen Gründen herangezogen.

Erstens wird davon ausgegangen, dass der Anleger nicht in der Lage ist, im Voraus die thematische Strategie mit der besten Performance auszuwählen. Zweitens bildet die Methode die typische Investmententscheidung bzw. eine Allokation in eine Einzelthemen- statt in eine Mehrthemenstrategie nach.

Drittens geht bei Heranziehung eines Einzelthemen-Portfolios die Methode davon aus, dass es keine Verbesserungen des Risiko-Rendite-Verhältnisses gibt, die sich sonst aus einer diversifizierten Mehrthemenstrategie ergäben.

Die Analyse zeigt, dass ein optimales "Core-Satellite-Portfolio" abhängig vom Renditeziel eines Anlegers 20% seines Gesamtkapitals thematischen Aktien zuweisen würde (Abb. 2).

Abb. 2: Simulation A – Allokation in thematische Aktien in einem gemischten Anleihen-Aktien-Portfolio

Allokation in thematische Aktien, %, in gemischtem Anleihen-Aktien-Portfolio gemäss Renditeziel*

* Ergebnisse basieren auf einer Portfolioptimierung, wie im Anhang erläutert. Historische Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.2008–31.08.2019; prognostizierte Renditen für den MSCI World Index und den BofAML Government Bond Index beziehen sich auf den Zeitraum 31.03.2019–31.03.2024.
Alle Renditen sind in US-Dollar angegeben. 

Um die Validität dieser Beobachtungen zu überprüfen, haben wir eine zweite Studie mit anderen Variablen durchgeführt.

Diese Analyse, die ebenfalls im Anhang beschrieben ist, basiert auf einer Portfoliosimulation anhand historischer Daten der vergangenen zehn Jahre. In diesem Fall verteilt sich das Vermögen des Basisportfolios wie folgt: 60% globale Aktien und 40% globale Anleihen; es werden dieselben Indizes wie bei der ersten Studie herangezogen. Die Daten zu den thematischen Aktien werden aus denselben Quellen und mit derselben Methodik bezogen.

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass sich das optimale Portfolio aus einer Kernallokation zusammensetzt, deren Anlagen sich gleichmässig auf die verschiedenen Anleihen verteilen, ergänzt um eine Allokation von 18% in thematische Aktien. Die Volatilität ist bei diesem Kern-Satelliten-Portfolio genauso hoch wie bei einem Aktien-Anleihen-Portfolio im Verhältnis 60/40, aber die Rendite ist höher. Die positive Renditedifferenz beträgt 0,2 Prozentpunkte pro Jahr (gebührenbereinigt).

Abb. 3: Simulation B – Thematische Allokation in einem Portfolio mit einem Mix aus Aktien und Anleihen

Rendite und Volatilität, % annualisiert, von 60/40-Portfolio und diversifiziertem Portfolio mit thematischer Aktienallokation

* Ergebnisse einer Portfolioptimierung, wie im Anhang beschrieben. Die Studie vergleicht Rendite und Volatilität eines ausgewogenen 60/40 Aktien-Anleihen-Portfolios mit denen eines 50/50 Aktien-Anleihen-Portfolios mit zusätzlich 18% Allokation in thematischen Aktien.

Thematische Aktien als Carve-out

Auch wenn der "Core-Satellite-Ansatz" recht beliebt ist, nehmen die meisten professionellen und privaten Anleger ihre Kapitalallokation nach Regionen vor. Bei dieser Strategie wird das Investmentuniversum in grosse regionale Blöcke wie Nordamerika, Westeuropa und Asien-Pazifik-Raum unterteilt.

Abb. 4: Thematische Aktien in einem Portfolio, dessen Kapital nach Regionen zugeteilt wird


Nur zur Veranschaulichung. Quelle: Pictet Asset Management

Auf den ersten Blick scheinen thematische Aktien in einem solchen Portfolio nicht gerade gut aufgehoben zu sein. Thematische Anlagestrategien sind meist von Natur aus global, überschreiten regionale Grenzen.

Dennoch spricht vieles dafür, eine Allokation in „anderen globalen Aktien“ neben grösseren regionalen Allokationen aufzubauen (Abb. 3).

Bei regionalen Investments geht es darum, das Kapital auf Anlagen zu verteilen, die sich nicht im Gleichschritt entwickeln, aber dieser Ansatz hat auch seine Tücken. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich immer wieder gezeigt, dass sich die regionalen Aktienmärkte synchron entwickeln können, vor allem in Zeiten hoher Volatilität. Daher kann die Integration einer differenzierten globalen Anlageklasse wie thematischen Aktien helfen, Risiko- und Renditequellen zu diversifizieren.

Einige thematische Aktienstrategien sind als Ergänzung regionaler oder länderbasierter Portfolios besser geeignet als andere. Am besten funktionieren Strategien, die in mehrere Anlagethemen gleichzeitig investieren und somit breiter diversifiziert sind; sie können daher einen grösseren Teil einer globalen Aktienallokation ausmachen.

Im folgenden Kapitel erfahren Sie, wie Sie thematische Aktien als Instrument der Portfoliodiversifizierung einsetzen können.


Methodik der Portfoliooptimierung

Die Ergebnisse in Abb. 2 resultieren aus folgender Vorgehensweise: Zunächst erstellen wir 100 zufällige thematische Rendite-Zeitreihen. Mit anderen Worten: Für jede monatliche Beobachtung im Überprüfungszeitraum ziehen wir die historische Rendite einer zufällig ausgewählten thematischen Aktienstrategie aus der Palette von Pictet Asset Management aus. Dieser Prozess setzt keine besonderen Fähigkeiten bei der Strategieauswahl voraus. Folgende Strategien wurden in die Studie einbezogen: Water, Security, Health, Biotech, Premium Brands, Clean Energy, Digital, Timber, Nutrition, Robotics, SmartCity, Global Environmental Opportunities und Global Thematic Opportunities.
Die Renditen der thematischen Strategien sind in US-Dollar angegeben, gebührenbereinigt und beziehen sich auf die Anteilsklasse P. Die Angaben basieren auf den von Bloomberg bezogenen Fondsdaten. Wir nutzen historische Daten für den Zeitraum 31.12.2008–31.08.2019. Wir erstellen dann mithilfe der historischen Renditen für den MSCI ACWI Index und den BofAML Global Government Bond Index eine Kovarianz-Matrix für jeden der 100 Simulationsläufe.
Für die Renditeschätzungen der nächsten fünf Jahre für globale Aktien und globale Staatsanleihen stützen wir uns auf das selbstentwickelte Prognosemodell der Pictet Asset Management Strategy Unit, dessen Methodik im Folgenden beschrieben ist.
Auf Grundlage der zufallsgestützten Kovarianz-Matrizen und Renditeschätzungen werden dann 100 Effizienzkurven („Efficient frontiers“) erstellt, die Auskunft über die optimale Verteilung auf die drei Anlageklassen geben. Die genannten und in Abb. 2 dargestellten thematischen Aktienallokationen stellen das 33. Percentil der Allokation in thematische Aktien für das jeweilige Renditeziel dar. Bei zwei Drittel der Simulationen ist die empfohlene Allokation grösser als die in der Abbildung dargestellte.
Eine detailliertere Beschreibung der Portfoliooptimierung nach dem Mean-Variance-Ansatz finden Sie hier: http://www.columbia.edu/~mh2078/FoundationsFE/MeanVariance-CAPM.pdf
Die Ergebnisse in Abb. 3 basieren auf einer Simulation, bei der wir ebenfalls historische Daten für den Zeitraum 31.12.2008–31.08.2019 verwendet haben. Wir berechnen das ex-post Risiko- und Renditeverhalten eines ausgewogenen Aktien-Anleihen-Portfolios, bei dem 60% auf Aktien verteilt werden, die im MSCI ACWI Index vertreten sind, und 40% auf Anleihen, die im BofA Merrill Lynch Global Government Bond Index vertreten sind. Die Renditen sind in US-Dollar angegeben. Für die Berechnung der historischen Renditen und Volatilität des thematischen Aktienuniversums gehen wir genauso vor wie bei der Portfoliooptimierung oben.
Wir haben anschliessend 500 Simulationen durchgeführt, bei denen ein 50/50 Anleihen-Aktien-Portfolio durch ein thematisches Satelliten-Investment ergänzt wurde, um dasselbe durchschnittliche Risiko zu erreichen wie beim 60/40 Portfolio. Die Volatilität der thematischen Aktienallokation lag bei den 500 Simulationsläufen im Durchschnitt bei 18% und war damit genauso hoch war wie beim 60/40 Portfolio, aber mit einer höheren Rendite.

Über den Autor

Stephen Freedman kam 2019 zu Pictet Asset Management als Senior Produktspezialist im Thematic Equities team. Bevor er zu Pictet kam, war Stephen bei der UBS Wealth Management tätig, wo er zuletzt als Leiter für nachhaltige Investitionslösungen für den amerikanischen Raum zuständig war, mit Sitz in New York. Davor war er in verschiedenen Funktionen der Investmentstrategie tätig, darunter als Leiter der thematischen Anlagestrategie und als Leiter der taktischen Asset Allokation. Er startete seine Karriere 1998 als Volkswirt und Analyst für öffentliche Ordnung bei der UBS in Zürich. Seit 2019 hält er Vorlesungen in Umweltfinanzierung an der Universität in New York. Stephen erwarb einen Doktortitel sowie einen Master in Volkswirtschaft an der Universität St. Gallen. Er ist CFA Charterholder und wurde von der Global Association of Risk Professionals mit dem Titel FRM ausgezeichnet.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Eine Klasse für sich: Anleihenmärkte in asiatischen Schwellenländern

Warum sich Anleger, die eine stabile und attraktive Renditequelle in einem diversifizierten Anleihenportfolio suchen, in asiatischen Schwellenländern umschauen sollten, erklärt Raymond Sagayam, Chief Investment Officer für Fixed Income bei Pictet Asset Management.

Asiatische Anleihen

Nutze jede gute Krise.

Wenn es eine Region auf der Welt gibt, die diesem Ratschlag gefolgt ist, dann ist es Asien.

Zwei Jahrzehnte nach dem Währungscrash in der Region florieren die asiatischen Volkswirtschaften und profitieren von den institutionellen, regulatorischen und Kapitalmarktreformen, die deren internationale Wettbewerbsfähigkeit beflügelt haben.

Die asiatischen Schwellenländer sind mittlerweile die am schnellsten wachsende Region der Welt, mit einem Wirtschaftswachstum von etwas mehr als 6% pro Jahr1. Dank dieser starken Fundamentaldaten gewinnen die asiatischen Anleihenmärkte immer mehr an Tiefe und Vielfalt und werden zum Magnet für eine wachsende Zahl in- und ausländischer Anleger.

Die Anleihen aus dieser Region überzeugen durch attraktive Renditen und niedrige Volatilität und bieten sich als strategisches Engagement für Anleger an, die ordentliche Erträge und Diversifizierung anstreben.

Überblick: Asien hat viel zu bieten

Anleger können aus vier Unteranlageklassen im Universum asiatischer Anleihen wählen: Staatsanleihen, die auf Lokalwährung oder US-Dollar lauten, Unternehmensanleihen und chinesische Onshore-Anleihen, die auf Renminbi (RMB) lauten (siehe Abbildung).

Asiatische Anleihen im Überblick


* Verfallsrendite ** S&P-Ratings 

Quelle: JP Morgan, ChinaBond. Rendite, Duration und durchschnittliches Rating von chinesischen Anleihen in Lokalwährung sind durch Durchschnittswerte für das Pictet-Chinese Local Currency Debt-Portfolio dargestellt. Daten vom 30.06.2018.

  • Asiatische Staatsanleihen in Lokalwährung: Diese Instrumente sind anfälliger für Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Bedingungen im Land. Dieser Markt eignet sich für Anleger, die am langfristigen Wachstum asiatischer Volkswirtschaften sowie am langfristigen Aufwertungspotenzial asiatischer Währungen partizipieren möchten. Es ist auch möglich, dass sich Staatsanleihen in Lokalwährung mit der Zeit zu einer defensiven Anlageklasse entwickeln, wie bei US-Staatsanleihen oder japanischen Staatsanleihen geschehen.
  • Asiatische USD-Staatsanleihen: Dieses auf US-Dollar lautende Universum bietet Anlegern die Möglichkeit, von den starken wirtschaftlichen Fundamentaldaten in Asien zu profitieren, ohne einem Währungsrisiko ausgesetzt zu sein. Anleger, die in diese Art von Anleihen investieren, dürften von der wahrscheinlichen Verbesserung des Bonitätsprofils der Emittenten profitieren, was langfristig die Hauptquelle für Kapitalwachstum sein wird.
  • Asiatische USD-Unternehmensanleihen: Diese Anlageklasse setzt sich aus Instrumenten mit hohem Rating zusammen; fast 70% der Emittenten sind mit BBB und höher bewertet. Beim breiteren Markt für Schwellenländeranleihen sind es nur 54%. Die meisten Emittenten sind dank grosser Liquiditätspolster und niedriger Verschuldung im Vergleich zu anderen Regionen wesentlich besser aufgestellt, ihren Schuldendienst zu leisten und ihre Schulden zurückzuzahlen. Der Verschuldungsgrad (gemessen am Verhältnis Nettoverschuldung-EBITDA) asiatischer Unternehmen liegt bei rund 1,7 – in den Schwellenländern dagegen bei 2,1 und in den USA bei 2,8. Hinzu kommt, dass sich asiatische Unternehmensanleihen zu einer immer ergiebigeren Quelle von Investmentgelegenheiten entwickeln, weil lokale Unternehmen statt auf kurzfristige Bankkredite verstärkt Möglichkeiten der längerfristigen Fremdfinanzierung nutzen.
  • Chinesische Onshore-Anleihen: Auf RMB lautende Anleihen sind bereits der drittgrösste Anleihenmarkt der Welt – der immer weiter wächst. Grund hierfür sind die attraktiven Renditen und das Engagement in einer Währung mit starkem Aufwertungspotenzial. Bisher waren chinesische Onshore-Anleihen von den grossen Schwellenländer- und globalen Anleihenindizes ausgeschlossen, aber das dürfte sich bald ändern. Die Massnahmen Pekings zur Liberalisierung des Kapitalmarkts dürften die Aufnahme in die wichtigen weltweiten Anleihenindizes erleichtern – dadurch könnten 286 Mrd. USD in die Anlageklasse fliessen. Wir gehen ausserdem davon aus, dass sich der RMB in den kommenden Jahren zu einer bedeutenden internationalen Währung entwickeln wird. Damit dürfte die Nachfrage nach chinesischen Anlagen im Ausland rasant wachsen und der Wert der Währung langfristig Auftrieb erhalten.

Alle vier Instrumente erzielen in der Regel höhere volatilitätsbereinigte Renditen als viele ihrer Pendants in Schwellen- und Industrieländern (siehe Abbildung).

Lohnendes Risiko-Rendite-Profil 


Alle Indizes auf Basis der Gesamtrendite und in US-Dollar. Quelle: ChinaBond, JP Morgan, Bloomberg. Basierend auf monatlichen Daten vom 30.09.2015–30.06.2018.

Regionale Bindung der asiatischen Anleger ist Stabilitätsanker

Asiatische Anleihen haben bewiesen, dass sie Marktstürme besser abwettern können als Schwellenländeranleihen. Chinesische, auf RMB lautende Anleihen zum Beispiel haben sich bei allen grossen Verkaufswellen in Schwellenländern in den letzten 10 Jahren überdurchschnittlich entwickelt (siehe Abbildung).

Asien kann sich behaupten

Anlagerendite bei grossen Verkaufswellen

Es wurden folgende Zeiträume zugrunde gelegt: Weltweite Finanzkrise (01.08.2008–31.10.2008) EU-Staatsschuldenkrise (15.08.2011–30.11.2011) Drosselungsangst (08.05.2013–31.12.2013) Türkei-Argentinien-Krise (31.07.2018–31.08.2018). Alle Indizes auf Basis der Gesamtrendite und in US-Dollar. Quelle: JP Morgan, ChinaBond, Bloomberg 

Asiatische Anleihen entwickeln sich zudem recht selten im Gleichschritt mit Mainstream-Anlageklassen wie Industrieländeranleihen und -aktien sowie Rohstoffen (siehe Abbildung). 

Es lebe die Unabhängigkeit

Korrelation mit anderen Anlageklassen

* Beides gemischte Benchmarks. 1 = perfekte positive Korrelation, -1 = perfekte negative Korrelation. Quelle: JP Morgan, ChinaBond, Bloomberg, HSBC. Basierend auf monatlichen Daten vom 31.10.2008–30.06.2018. 

Dafür gibt es mehrere Gründe. Der asiatische Anleihenmarkt ist zum Beispiel nicht besonders anfällig für Veränderungen beim Rohstoffpreis, der mitunter extrem schwanken kann.

Das gilt insbesondere für asiatische Unternehmensanleihen, die nicht so stark in Öl, Gas, Metall und Bergbau investiert sind wie die Anleihenmärkte anderer Regionen2.

Asien setzt auf lokal

Was besonders ins Gewicht fällt: Der asiatische Anleihenmarkt hat eine grosse und stabile inländische Anlegerbasis. Bei dieser Gruppe vorwiegend institutioneller Anleger ist in der Regel der Anlagehorizont länger und die Toleranz gegenüber Währungsschwankungen grösser. Das trägt dazu bei, dass sich die Gesamtvolatilität der Anlageklasse verringert.

In China machen ausländische Anleger nur 2% des auf RMB denominierten Anleihenmarkts aus. Hinzu kommt, dass auf dem asiatischen Kreditmarkt mehr als 70% der Neuemissionen von Anlegern aus der Region gehalten werden (siehe Abbildung).

Lokales Interesse

Verteilung der Neuemissionen asiatischer Unternehmensanleihen, nach Regionen

Quelle: BondRader, JP Morgan, Daten vom 31.08.2018

Zahlen der Asiatischen Entwicklungsbank belegen, dass asiatische Anleger im Durchschnitt mehr als 80% ihrer Portfolios entweder an ihren Heimat- oder regionalen Anleihenmarkt halten3.

Weitere Daten zeigen, dass sich intraregionale Anlagen in Anleihen in den 15 Jahren bis 2016 fast verneunfacht haben4.

Diese regionale Orientierung, auch gerne als „Asian bid“ bezeichnet, dürfte sich weiter verstärken, da Zentralbanken in Asien – wo sich die grössten Devisenreservenbestände der Welt befinden – versuchen, mehrere Billionen Dollar an angespartem Kapital wieder direkt in die Region zurückzuführen.

Die asiatischen Währungshüter haben ein grosses Interesse daran, dass sich die Anleihenmärkte der Region weiterentwickeln, damit die zu starke Abhängigkeit von kurzfristigen Bankkrediten abnimmt und die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems durch Projekte wie die „Asiatische Anleihenmarkt-Initiative“ gestärkt wird5.

Der asiatische Anleihenmarkt dürfte sich also zu einer liquiden Mainstream-Anlageklasse entwickeln, die internationale Anleger nutzen können, um ihre bestehenden Schwellenländer- oder globalen Anleihenportfolios zu diversifizieren.


1) Nach Prognosen des IWF werden asiatische Volkswirtschaften 2018 und 2019 mit einer Rate von mindestens 6,5% wachsen.
2) Quelle: JP Morgan, JPM CE MBI Broad Index, Daten vom 31.07.2018
3) Bezug auf acht asiatische Märkte (Hongkong, Indonesien, Korea, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand). Ohne Indien, wo die Allokation in Heimatmärkte bei fast 100% liegt. Quelle: Asiatische Entwicklungsbank, Stand 30.04.2012.
4) Quelle: IWF/Institute for International Monetary Affairs, Daten vom 03.02.2018
5) Die „Asiatische Anleihenmarkt-Initiative“ ist ein Projekt, das im Dezember 2002 von der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) und der Volksrepublik China, Japan und der Republik Korea (zusammen ASEAN+3) ins Leben gerufen wurde, um die Finanzstabilität zu erhöhen und die Anfälligkeit der Region gegenüber einer plötzlichen Umkehr der Kapitalflüsse zu mindern.

Im folgenden Kapitel erfahren Sie mehr zu den robusten Fundamentaldaten der Region und warum der asiatische Anleihenmarkt auf lange Sicht mit noch grösseren Zuflüssen rechnen kann.


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Über den Autor

Raymond Sagayam kam 2010 zu Pictet Asset Management und ist Chief Investment Officer für Fixed Income.
Bevor er zu Pictet kam, war Raymond Sagayam Geschäftsführer bei Swiss Re Asset Management, wo er sich als Leiter für Dollar- und Euro-Anlagen um Kredit Relative-Value-Strategien kümmerte. Davor arbeitete er für Bank Brussels Lambert (ING) im Handel mit US-Unternehmensanleihen. Er hat mit Unternehmensanleihen aus allen wichtigen Regionen gehandelt und begann seine berufliche Laufbahn 1997 bei ING Barings im Bereich Schwellenländer.
Raymond Sagayam hat einen BSc in Wirtschaft der London School of Economics & Political Science (LSE) und einen Master („Contemporary Theology in the Catholic Tradition“) des Heythrop College der University of London. Zudem ist er Chartered Financial Analyst (CFA).

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Innovation für eine gesündere Welt

Von Big Data bis hin zu Smart Beds – Technologie revolutioniert unsere Gesundheit und eröffnet attraktive Investmentgelegenheiten, zeigt Lydia Haueter, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management.

Technologie formt unsere Welt neu. Gesundheit ist da keine Ausnahme. Der Druck, neue Arzneimittel und sonstige Gesundheitsprodukte zu entwickeln, wird immer grösser, weil die Weltbevölkerung altert und zunehmend gesundheitsbewusst ist.

Dadurch erschliesst sich ein ganz neues Universum von Investmentchancen. Prognosen zufolge dürfte sich zum Beispiel das Gewicht des Gesundheits-IT-Sektors in den kommenden fünf Jahren bis 2024 auf über 390 Mrd. US-$ verdoppeln.

Was noch viel schneller wächst, ist das Volumen der generierten gesundheitsbezogenen Daten.

ABB. 1 Länger leben

Durchschnittliche weltweite Lebenserwartung bei Geburt, gesamt (in Jahren)

Quelle: Weltbank DataBank. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 1960–2018.

Da die Genomsequenzierung heute nicht mehr die Welt kostet, werden mittlerweile ganze Populationen sequenziert, um krankheitsassoziierte Gene zu finden. Die grössten Player in der Gesundheits-IT sind aber Krankenversicherungen wie United Health.1 Für sie sind Daten der Schlüssel für Kostenkontrolle und höheren Nutzen für die Versicherten. Durch die Identifizierung von Hochrisikogruppen und prophylaktische ärztliche Check-ups lassen sich Kosten einsparen und Leben retten.

Ein weiterer Bereich, in dem Daten helfen können, ist die Prävention unerwünschter Arzneimittelwirkungen – die vierthäufigste Todesursache in den USA und Kanada nach Herzerkrankungen, Krebs und Schlaganfall.2 Software-Algorithmen wie die von Tabula Rasa HealthCare, einem Unternehmen aus New Jersey, können helfen vorherzusagen, wie Patienten auf Arzneimittel reagieren und wie sich gleichzeitig eingenommene Medikamente gegenseitig beeinflussen. Ärzte können die Informationen dann nutzen, um die Dosierung so anzupassen, dass Nebenwirkungen minimiert werden, oder von vornherein andere Medikamente zu verschreiben.

Solche Technologie wird mit dem Altern der Bevölkerung umso wichtiger. Prognosen der UN zufolge wird bis 2050 ein Viertel der Bevölkerung in Europa und Nordamerika mindestens 65 Jahre alt sein. Und genau das ist die Altersgruppe, die am meisten Medikamente einnimmt: Daten von CDC zufolge nehmen 40 Prozent dieser Gruppe in den USA und 50 Prozent im Vereinigten Königreich mehr als fünf Arzneimittel ein.3

Macht der Verbraucher

Die Rolle von Technologie im Gesundheitswesen beschränkt sich nicht auf ärztliche Versorgung. Innovative Unternehmen reagieren auf die wachsende Nachfrage nach Hilfsmitteln, mit denen die Menschen ein gesünderes Leben führen können – diese Nachfrage dürfte mit zunehmenden Wohlstand der Gesellschaften steigen.

ABB. 2 Höhere Ausgaben

US-Gesundheitsausgaben pro Kopf (aktuell in US-$)

Quelle: Weltbank DataBank. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 2000–2016.

Unternehmen wie Sleep Number, ein Hersteller intelligenter Schlafsysteme, stösst genau in diesen wachsenden Markt vor. Schlafmangel hängt mit körperlichen und seelischen Problemen zusammen und viele Menschen bekommen nicht genug Schlaf – mit der Folge, dass ihre Leistungsfähigkeit darunter leidet.4

Die Betten von Sleep Number sind mit dem Smartphone des Nutzers vernetzt und mit Funktionen wie einer automatischen Anpassung bei Veränderung der Liegeposition oder dem Wärmen der Füsse als Einschlafhilfe ausgestattet. Es gibt sogar eine Funktion gegen Schnarchen, die den Oberkörper in eine höhere Lage bringt, damit die Atemwege frei bleiben.

Sauberes Wasser, saubere Luft und hochwertige, nährstoffreiche Ernährung sind für ein gesundes Leben genauso wichtig. Die Sorge über globale Probleme wie Umweltverschmutzung und Fettleibigkeit nimmt zu und die Verbraucher werden zunehmend wählerisch und kaufen lieber Produkte mit klaren Vorteilen für Gesundheit und Umwelt.

Gesundheit ist das oberste Anliegen der Gesellschaft. Mit unterschiedlichen Lebenssituationen sind unterschiedliche gesundheitliche Herausforderungen verbunden. Einige davon werden durch unser Gesundheitssystem abgedeckt, um andere wiederum muss sich der Einzelne selbst kümmern.

Wenn wir Gesundheit nicht nur aus medizinischer Perspektive, sondern ganzheitlich betrachten, können wir echte Wachstumstrends bei diesem faszinierenden Thema aufspüren.

DIE PICTET-HEALTH STRATEGIE

Mächtige Megatrends

Wir sind überzeugt, dass Wachstum im Gesundheitssektor durch mächtige globale Megatrends angetrieben wird. Technologische Entwicklungen wie Big Data, künstliche Intelligenz und vernetzte Geräte sind die eine Sache. Die andere ist die alternde Bevölkerung. Die Verbraucher sind zunehmend informierter, setzen sich intensiv mit Gesundheit auseinander und legen Wert auf einen individualisierten Ansatz.

Ganzheitliche Herangehensweise

Gesundheit ist weit mehr als nur Medizin. Die Pictet-Health Strategie konzentriert sich auf Unternehmen aus dem gesamten Spektrum, vom Erhalt der Gesundheit über deren Wiederherstellung bis hin zur Finanzierung.

Gezieltes und diversifiziertes Portfolio

Wir investieren nur in Unternehmen, deren Beitrag zur Gesundheit belegbar und wissenschaftlich fundiert ist. Unser Portfolio ist global diversifiziert und bietet eine geringe Korrelation zu traditionellen Aktienanlagen.


1) United Health, Tabula Rasa HealthCare und Sleep Number befinden sich im Pictet-Health Portfolio.
2) Pharmacology: principles and practice, M. Hacker et al, 2009
3) Medication usage change in older people (65+) in England over 20 years: findings from CFAS I and CFAS II, Lu Gao et al, 2017
4) Waking up to the health benefits of sleep, University of Oxford, Royal Society for Public Health 

Erfahren sie mehr über thematisches Investieren:

Über die Autorin

Lydia Haueter kam 2016 zu Pictet Asset Management und ist Investment Managerin im Thematic Equities Team. Ihre Laufbahn begann Lydia Haueter 2011 bei Bellevue Asset Management als Analystin für Biotech-Aktien; dort wurde sie dann Investment Managerin (Small-Mid Cap Biotech). Lydia Haueter hat einen Master of Science in Systembiologie von der ETH Zürich und ein Diplom als Chartered Financial Analyst (CFA).

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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e-mail: fbohmer@pictet.com

Eurozone: ein Plan für eine freundlichere Zukunft

Das neue Massnahmenpaket der Eurozone zur Konjunkturbelebung könnte der Wirtschaft den grössten geld- und fiskalpolitischen Schub seit 2008 geben. Ausserdem ist es ein Zeichen dafür, dass sich die Region auf eine solidere Basis stellt, erklären Sabrina Khanniche, Senior Economist, und Steve Donzé, Senior Macro Strategist, beide Pictet Asset Management.

Langsam zeichnen sich die Konturen eines neuen Plans zur Belebung des Wachstums in der Eurozone ab, nur wenige Tage, nachdem Ursula von der Leyen ihr Amt als Präsidentin der Europäischen Kommission angetreten und Christine Lagarde ihre Rolle als EZB-Chefin übernommen hat.

Dieser Plan verspricht die stärksten koordinierten Impulse seit der Finanzkrise 2008.

Ausgehend von dem Haushaltsentwurf 2020, welcher der Europäischen Kommission vorgelegt wurde, rechnen wir damit, dass die Eurozone die grosszügigsten Steuersenkungen seit 2010 vornehmen wird, ein fiskalpolitischer Impuls in einer Grössenordnung von 0,3% des BIP.

Der Grossteil des Impulses wird von Deutschland ausgehen, dessen produktionslastige Wirtschaft kurz vor der Rezession steht. Der fiskalpolitische Kurs Deutschlands, konjunkturzyklusbereinigt und bereinigt um bestimmte Einmaleffekte, wird im nächsten Jahr von -0,7% in 2018 auf expansive 0,8% steigen.

Aber selbst das wird wohl nicht ausreichen. Auf Deutschland entfällt rund ein Drittel des BIP der Eurozone und unseren Analysen zufolge wird der Ausgabenplan für 2020 dem Land höchstens 0,4 Prozentpunkte Wachstum bescheren (siehe Abbildung).

FISKALPOLITISCHER IMPULS FÜR DEUTSCHLAND


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv und Bloomberg, Daten vom 08.11.2019

Es ist daher keine grosse Überraschung, dass der deutsche Gesetzgeber versucht, seine langgehegte Politik des ausgeglichenen Haushalts zu lockern.

Kanzlerin Angela Merkel sagte im Oktober, dass sich die Deutschen nicht an der Schwarzen Null festbeissen sollten und dass Investitionen in die Zukunft ebenfalls Priorität haben. Finanzminister Olaf Scholz schlug zudem vor, dass die Regierung 50 Mrd. Euro zusätzlich ausgeben sollte.

Auch der IWF drängt Deutschland zu öffentlichen Investitionen. In diesem Sinne erklärte auch die neugewählte Kommissionspräsidentin, dass sie einen Plan für nachhaltige Investitionen vorlegen werde, durch den Mittel in Höhe von 1 Bio. Euro für die nächsten zehn Jahre bereitgestellt werden sollen.1

Berlin kann auch Sozialversicherungsbeiträge senken oder Anreize zum Kauf langlebiger Güter bieten – das würde den Einkommen der privaten Haushalte sofort einen Impuls geben und die Konsumausgaben stärken.

Damit fiskalpolitische Impulse jedoch Wirkung zeigen, muss auch die Zentralbank ihren Beitrag leisten. Höhere Staatsausgaben können nämlich einen kontraproduktiven Effekt haben und zu einem Anstieg der Fremdkapitalkosten führen.

Die EZB ist bereits dabei, die Geldmenge im Finanzsystem zu erhöhen, um die Zinssätze niedrig zu halten.

Das neue Massnahmenpaket, das im September vorgestellt wurde, sieht Anleihenkäufe von 20 Mrd. Euro pro Monat vor. Falls sich an diesem Umfang bis zum selbst auferlegten Ende des Programms nichts ändert, dürfte die Zentralbank in den kommenden beiden Jahren eine halbe Billion Euro ins System pumpen.2  Dadurch würde sich die Liquidität auf ihren höchsten Stand seit 2014 erhöhen und über dem 12-Jahres-Durchschnitt liegen.3

Die EZB könnte auch ihr bestehendes Kreditprogramm „Targeted Longer Term Refinancing Operations“ (TLTROs) wieder auflegen. Im Extremfall könnte sie die Bedingungen dieses Programms drastisch lockern, indem sie z. B. angeschlagenen Banken eine unbefristete Kreditlinie gewährt. Sie könnte aber auch auf eine Steuerung der Zinskurve wie in Japan zurückgreifen.

Die neue EZB-Chefin Lagarde muss aber vielleicht gar nicht so weit gehen. Sollten sich aber die globalen Konjunkturbedingungen verschlechtern, haben die EZB und die Regierungen der Mitgliedstaaten noch einiges in ihrer Trickkiste, um das Wachstum zu beleben.

Aus diesen Gründen – wie auch in unserem Secular Outlook dargelegt – wird in der Eurozone in den kommenden Jahren das Fundament für eine freundlichere Zukunft gelegt.

Erfahren Sie mehr zu den Perspektiven Europas.


1) https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/political-guidelines-next-commission_en.pdf
2) Die EZB beschränkt das Volumen ihrer möglichen Staatsanleihenkäufe je Mitgliedstaat auf 33% der insgesamt in Umlauf befindlichen Anleihen.
3) Summe der von den Notenbanken neu zur Verfügung gestellten Liquidität und der von Banken und Nichtbanken neu zur Verfügung gestellten privaten Liquidität, in Prozent des nominalen BIP

Über die Autoren

Sabrina Khanniche ist seit 2011 als Ökonomin im Fixed Income-Team bei Pictet Asset Management beschäftigt. Vor Pictet war sie vier Jahre als Finanzingenieurin bei Groupama Asset Management tätig und in dieser Funktion für die Analyse und Modellierung von Hedgefondsrisiken zuständig. In dieser Rolle veröffentlichte und präsentierte sie ihre Arbeiten auf internationalen Fachkonferenzen. Frau Khanniche hat an der Universität Paris West Nanterre La Défense einen Masterabschluss und einen Doktortitel erworben.

Steve Donzé kam 2007 zu Pictet Asset Management. Er ist Senior Makro-Stratege im Team International Multi Asset und beitragendes Mitglied des Strategie-Teams von Pictet Asset Management. Steve Donzé erwarb einen MA am Graduate Institute of International and Development Studies (IHEID) und einen PhD an der London School of Economics.

Über Pictet Asset Management

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Einschätzungen zur Asset-Allocation: Es klart ein wenig auf

Die Zentralbanken öffnen erneut die Geldschleusen und wirken damit den Sorgen über Wachstum und Unternehmensgewinnen entgegen. Die Aussichten für Schwellenländeranlagen verbessern sich daher, erklärt das Strategy Unit von Pictet Asset Management.

Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank treten erneut auf das geldpolitische Gaspedal. Die USA und China halten sich mit ihren Kampfansagen im Handelsstreit zurück. Und unser Konjunkturfrühindikator lässt erste positive Anzeichen erkennen.

Hinter China allerdings stehen nach wie vor Fragezeichen und in Deutschland ist die Lage weiterhin sehr angespannt. Insgesamt scheint es aber, dass sich die globale konjunkturelle Grosswetterlage aufhellt. Wir haben daher beschlossen, unsere Aktienallokation von untergewichtet auf neutral zu erhöhen, einhergehend mit einer Reduzierung unserer Liquiditätsposition.

MONATSÜBERSICHT: ASSET-ALLOCATION

November 2019

Quelle: Pictet Asset Management

Unseren Konjunkturzyklusindikatoren zufolge liegen die globalen Wachstumsaussichten weiter unter dem Potenzial, aber unser Frühindikator deutet auf eine gewisse konjunkturelle Verbesserung in den kommenden Monaten hin. Dies ist zum Grossteil auf zunehmend positive Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Industrie in den USA sowie das erstaunlich robuste Konsumverhalten der Amerikaner zurückzuführen. Wenn die handelspolitischen Gespräche zwischen China und den USA in einen Kompromiss münden – und sei er auch noch so zaghaft –, dürfte sich das Geschäftsklima deutlich verbessern.

Eine Entspannung im Handelsstreit wäre vor allem für China von Vorteil. Auch wenn die Frühindikatoren des Landes auf eine Verbesserung hindeuten, wird die Wirtschaft weiterhin durch den Rückgang privater Investitionen, die schwachen Konsumausgaben und den massiven Abbau der Bestände infolge der Afrikanischen Schweinepest belastet. Deutschland, das vermutlich in einer Rezession steckt, wartet aufgrund seiner Abhängigkeit von Fertigung und Exporten ebenfalls sehnsüchtig auf gute Nachrichten von der Handelsfront.

ABB. 1. RICHTUNGSWEISEND

Globaler Konjunkturfrühindikator, 3M/3M annualisiert

Quelle: Pictet Asset Management. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.01.2017 bis 30.09.2019.

Die globalen Liquiditätsbedingungen sind für die risikoreicheren Anlageklassen neutral. Die US-Notenbank scheint erpicht darauf zu sein, ihre quantitative Straffung mit Eingriffen am Repo-Markt wieder zurückzufahren. Offiziell ist das zwar keine quantitative Lockerung, aber der Effekt ist der gleiche. Gleichzeitig hat die Fed dreimal ihre Leitzinsen gesenkt.

Auf dieser Seite des Atlantiks legt die EZB ihr eigenes Lockerungsprogramm auf – ein Abschiedsgeschenk ihres scheidenden Präsidenten Mario Draghi. Hinzu kommt die starke private Kreditvergabe in der Eurozone. Einige Schwellenländer haben ebenfalls mit Zinssenkungen begonnen.

China hat noch nicht nachgezogen. Das Land kümmert sich weiter vorrangig um die Bekämpfung von Schattenbanken, während die steigende Inflation – infolge der verheerenden Schweinepest – den Handlungsspielraum der Zentralbank einschränkt. Ein Handelsabkommen könnte jedoch etwas mehr Flexibilität bringen.

Unsere Bewertungsindikatoren haben sich im vergangenen Monat nicht wesentlich verändert, trotz der Rally bei Risikoanlagen und des Ausverkaufs am Anleihenmarkt. Aktien sind im Allgemeinen angemessen bewertet, wobei innerhalb der Anlageklasse die USA weiterhin sehr teuer sind und das Vereinigte Königreich sehr günstig. Staatsanleihen sind teuer – und Unternehmensanleihen extrem teuer.

Die markttechnischen Indikatoren haben sich gegenüber dem Vormonat ebenfalls kaum verändert – leicht positiv für Anleihen und Aktien sowie unter Berücksichtigung saisonaler Effekte weitgehend neutral für beide Märkte. Bei Staatsanleihen aus der Schweiz und Japan kehren sich die Trendsignale ins Negative.

Erfahren Sie mehr darüber, warum wir Schwellländeraktien und den Finanzsektor übergewichten und warum wir Schwellenländeranleihen in Lokalwährung bevorzugen.


Die vollständige Markteinschätzung und Asset Allocation - November 2019 finden Sie hier. Pictet Asset Management hebt Schwellenländer und Finanzen auf übergewichtet an und stuft zyklische Konsumgüter auf untergewichtet herab. Pictet Asset Management favorisiert Schwellenländeranleihen in Lokalwährung aufgrund des sich bessernden Konjunkturausblicks und attraktiver Wechselkurse.

Über das Pictet Strategy Unit

Die PSU (Pictet Strategy Unit) ist eine firmeneigene Investmentgruppe, die unseren Investmentteams und Kunden Empfehlungen für die Allokation von Aktien, Anleihen, liquide Mittel und Rohstoffe ausarbeitet.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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An alternative approach to investing in Japan Inc

Japan is an especially rich hunting ground for equity investors looking to achieve long-term capital growth with a market neutral approach, explains Teruhiko Nishimura, Head of Total Return Japanese Equities at Pictet Asset Management.

For Japan, August 2, 2018 was a momentous occasion.

That was the day when the country’s stock market overtook China’s to become the world’s second biggest, regaining the title it lost four years earlier.

Valued at just over USD6 trillion, Japan’s stock market is undoubtedly one of the most liquid in the world. However, ironically, it is also among the most inefficient: share prices can deviate markedly from fair value.

FIG. 1 MIND THE GAP

Analyst estimates and company guidance for Nintendo's FY2019-2020 operating profit in JPY bln

Source: Bloomberg, Pictet Asset Management, data as of 30.10.2019

Why these discrepancies? It’s partly to do with information scarcity. Compared with its peers, the Japanese stock market is under-researched – about 42 per cent of companies listed in the TOPIX index have no sell-side analyst coverage whatsoever.

This compares with about 1 per cent for the equivalent index in the US, the S&P 1500.1 But even those companies which do have broker coverage experience a wide dispersion in analyst estimates - there is often a significant gap between company guidance and what counts for consensus market forecasts.

Take the case of gaming and entertainment giant Nintendo. Among 21 analysts who cover the firm, there’s a 40 per cent gap between the highest and lowest estimates for the operating profit for fiscal year ending March 2020 (see FIG. 1).

The company's own guidance, in line with the most conservative estimate, stands 15 per cent below the consensus forecast. And Nintendo is not an isolated example – the experience is the same for many other Japanese companies, which can lead to wild swings in share prices during earnings results seasons.

Another distinguishing feature of Japan’s stock market is its investor base. Its deep liquidity and low transaction costs have made it popular with foreign investors, who make up on average at least half of daily trading volume.2

That has a significant bearing on market dynamics. During episodes of stress, such as an emerging market crisis or a China-driven sell-off, this group of investors tends to liquidate their Japanese assets, regardless of corporate fundamentals, and use the money to cover losses elsewhere.

Conversely, during rallies foreign investors tend to chase the market higher, often reacting to specific corporate events or domestic developments (see FIG. 2). As such, their presence tends to expose the market to swings in global investor sentiment, which can lead to higher volatility.

FIG. 2 GAIJIN INFLUENCE

TOPIX moves (%) and net purchase by foreigners on a 12-week moving average basis in JPY bln

Source: Bloomberg , data covering period 15.06.2001 and 11.10.2019

At the same time, the market is host to another distinctive block of investors whose trading activities do not always pay regard to corporate fundamentals.

These include the Bank of Japan and the Government Pension Investment Fund, which together are the biggest shareholders in well over 400 companies on the Tokyo Stock Exchange’s first section, nearly one quarter of all issues. What is more, the BOJ now owns nearly 80 per cent of Japan’s exchange-traded fund market, having bought almost JPY29 trillion of the product since 2013.3

It is because of these idiosyncrasies that the Japanese stock market lends itself especially well to alternative investment approaches.

Market neutral for Japan

We believe investors looking to improve the diversification of their current allocation should consider an equity market neutral approach focused on Japan.

This distinctive investment style combines long and short equity positions and seeks to produce returns almost exclusively from “alpha” – or the security-specific return generated by a skilled investor manager.

At the same time, it aims to limit “beta” exposure, or risks stemming from overall market movements. It seeks to generate superior risk-adjusted returns in all market phases, without relying on the overall direction of the equity market.

Our market neutral portfolio, or PTR-Akari, combines bottom-up stock selection with insight into Japan-specific, technical market factors. The strategy, which invests in liquid and mainly large cap stocks, aims to identify attractive investment opportunities while achieving a low correlation to the broader market.

The portfolio, managed by a team of experienced investment professionals based in Tokyo, is made up of individual “strategies” within the various sub-sectors.

Each strategy contains a combination of long and short positions designed to extract uncorrelated, company-specific sources of returns independent of market moves – we hold single or multiple long or short positions and hedge them against single stocks, or sometimes a customised basket.

Japan’s wide market breadth, as well as its low stock borrowing cost – the cheapest in Asia – mean that we can find optimal hedges within each industry sub-sector.

While targeting overall beta to be neutral,4 we also take steps to diversify our industry exposure. At the same time, we seek to identify and hedge other common systematic risks – they include moves in foreign exchange and interest rates as well as broader stock market shifts driven by style rotations. This fine-tuning helps ensure our portfolio's returns are not correlated with those of the market.

Japan's wide market breadth and its low stock borrowing cost mean that we can find optimal hedges within each industry sub-sector.

Global value chain analysis

To identify investment opportunities, we typically analyse Japanese companies from the perspective of their global value chains – the full range of activities involved in the production of a good or service.

For example, a smart phone may be designed in one country but assembled in another, using labour and materials from several suppliers from around the world. All of these sub-sectors make up a smart phone value chain.

This approach allows us to analyse companies beyond the traditional industry framework used by mainstream equity benchmarks and gives us a broader perspective, which helps to determine how competitive or profitable a particular Japanese firm is in the context of the global economy.

This also helps us to identify sources of return that cannot be replicated easily by exchange-traded funds.

We form our strategies by analysing relevant stocks within a certain value chain and anticipating domestic or global events which could trigger changes in their earnings outlook or financial positions.

For example, when we look at the electric appliances sector, we consider it through the value chains of technology, machinery and chemical goods. We see demand picking up for electric components after years of stagnation because industries such as automobile are using more electric parts to enable automation and data analysis. Similarly, the rollout of faster 5G networks is creating diverse investment opportunities across value chains.

Dynamic investment process for a diversified portfolio

Our investment process starts with screening around 2,200 Japanese companies for liquidity and market capitalisation.5

Among those which make the cut, we analyse corporate fundamentals from the perspective of global value chains, meeting company management in the process. We put a particular focus on market moves and forecast changes around the earnings season – a period when we tend to find rich trading opportunities given significant gaps in sell-side earnings estimates.

Here, our investigations go far below the surface. For example, we may gather intelligence from a diverse set of companies – including small-cap in which we do not invest – to validate a growth outlook of a certain firm we’re looking to invest into. This also helps us gauge the extent of the gap between various sell-side estimates and our own earnings forecasts.

This screening takes the potential investment candidates down to about 200-300. We then use our extensive industry experience in buy-side, sell-side and running proprietary trading books to choose optimal entry and exit points and maximise opportunities which the market presents.

In doing so, we take into account Japan-specific technical factors, including supply and demand of stocks, different trading patterns of domestic and foreign investors, seasonality and share buybacks.

FIG. 3 NO ATTACHMENT

Monthly correlation of various investment strategies

Source: Bloomberg, Pictet Asset Management. Calculated for the period 30.10.2016 – 30.09.2019 

We fine-tune the portfolio, taking into account factors such as size, liquidity and technical signals. At the same time, we seek to eliminate residual market risks.

Our final portfolio has around 150 positions across up to 80 strategies.

Japan is a market that is often overlooked but offers potentially rewarding opportunities. Our distinctive investment approach focusing on the world's third largest economy has proven to be resilient during times of market stress and should therefore appeal to investors who wish to diversify their existing global equity portfolios with returns that are uncorrelated with those of other asset classes.

FIG. 4 DOWNSIDE PROTECTION

Five worst months of the TOPIX vs Strategy, %*

Strategy’s relative performance since inception during worst five months for TOPIX.
Source: Bloomberg, Pictet Asset Management, data as of 30.09.2019


1) Source: Pictet Asset Management and Bloomberg as of 07.09.2018
2) Tokyo Stock Exchange’s first section trading volume data as of 18.10.2019. Source: Tokyo Stock Exchange
3) Source: Nikkei
4) We aim to limit the range of beta to be between -0.2 and +0.2. vs Topix Index
5) The initial universe includes companies listed on TOPIX, Nikkei, Tokyo Stock Exchange Mothers. Only the 500 or so stocks which either have market capitalisation of over USD1 billion or average daily trading volume of over USD10 million form our investable universe.

* For illustrative purposes only. The representative strategy performance is composed of actual gross returns for the Japanese Equities L/S segment within PTR-Diversified Alpha from 10.10.2016 to 30.09.2018 and actual gross returns for the PTR-Akari JPY fund from 01.10.2018, the first full month since the fund was launched, to present. During the period, the segregated segment followed the same investment approach as the PTR-Akari fund and was managed by the Akari investment team. The PTR-Diversified Alpha fund is a Luxembourg SICAV that invests primarily in market-neutral strategies managed by selected Pictet AM teams. These investment strategies have exposure to various financial assets (equities, bonds and other debt-related securities, financial derivatives) globally. Note: All performance data are shown in JPY, gross of fees and based on daily returns. Please note that a standalone vehicle will be subject to fees and expenses such as management, performance, administration, operational etc. that will result in lower net returns for your investment. Past performance is not a reliable guide to future performance. Performance data does not include the commissions and fees charged at the time of subscribing for or redeeming shares. The value of investments and the income from them may fluctuate and investors may not get back the full amount invested. The strategy is unconstrained by a benchmark. TOPIX is a reference index, provided for comparison purposes only. This reference index does not influence the portfolio construction process and the securities included in this index may differ from the strategy’s investment universe. Source: Pictet Asset Management, as of 30.09.2019.

More from Pictet AM’s Total Return Team

About the author

Teruhiko Nishimura joined Pictet Asset Management in 2016 as Head of Total Return Japanese Equities and co-manager of the Total Return Japanese Equities strategy.
Prior to joining Pictet, Teruhiko was Chief Investment Manager at Mizuho, responsible for an in-house hedge fund.
Teruhiko was the head of Asian capital goods team at Credit Suisse and covered Japanese and Korean equities before taking an MBA from INSEAD.
Teruhiko is currently working on a doctoral dissertation on management science at Kyoto University.

Über Pictet Asset Management

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Ärger mit den Anleihen

Patricia Schuetz, Senior-Kundenportfoliomanagerin im Fixed Income Team, und Thomas Hansen, Senior Investment Manager im Global Bonds Team, beide Pictet Asset Management, erklären, warum Anleiheanleger über eine Allokation in Absolute-Return-Strategien nachdenken sollten.

Renditekorrelation: Ausgewählte festverzinsliche Anlageklassen und ARFI-Strategie von Pictet AM

Man kann es gut verstehen, dass Anleiheanleger sich gerade ein wenig desorientiert fühlen. In den zehn Jahren nach dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts mussten sie sich von alten Überzeugungen verabschieden, die sie für unumstösslich hielten. Anleihen mit negativer Rendite zum Beispiel sind mittlerweile Realität.

Aufgrund konsequenter quantitativer Lockerung lag das Volumen der negativ rentierlichen Anleihen seit 2016 zu keinem Zeitpunkt unter 6 Bio. US-$. (Die Zahl ist vor kurzem sprunghaft auf 17 Bio. US-$ angestiegen).

Auch die Zeiten, in denen die Staatsanleihenmärkte als Oase der Ruhe galten, sind vorbei. An einem einzigen ereignisreichen Tag im Mai 2018 stieg die Rendite der 2-jährigen italienischen Staatsanleihe um sage und schreibe mehr als 150 Basispunkte, der schlimmste Ausverkauf seit über 25 Jahren. In den USA gab es im Oktober 2015 den „Flash Crash“, bei dem die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen binnen 12 Minuten um 160 Basispunkte schwankten. Die US-Notenbank warnt davor, dass es solche Episoden in Zukunft häufiger geben wird, da passives Investieren und algorithmischer Handel immer mehr an Bedeutung gewinnen.1

Für Anleiheanleger ist die Sache noch komplizierter. Auch die Definition dessen, was Diversifizierung eines Anleiheportfolios bedeutet, muss neu angelegt werden – weil die verschiedenen festverzinslichen Anlageklassen, aus denen sich der globale Anleihemarkt zusammensetzt2 , in den letzten Jahren näher zusammengerückt sind. Die Korrelation der Renditen von US-Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen war in den vergangenen drei Jahren höher als in den letzten zehn (Abb. 1).

Anleger können diese neue Realität natürlich einfach hinnehmen und sich damit abfinden, dass sie ein volatileres Portfolio besitzen.

Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Absolute-Return-Anleihestrategien (ARFI) nutzen. Diese Strategien sind von Anleihe-Benchmarks losgelöst und können beliebige moderne Risikomanagementmethoden anwenden – und damit Renditen erzielen, die vom Anleihemarkt unabhängig sind.

Aus diesen Gründen können sie als Puffer – und Ergänzung – für ein traditionelles Anleiheportfolio dienen.

IM GLEICHSCHRITT

Renditekorrelation im Vergleich zu US-Staatsanleihen: Investment-Grade, High-Yield und USD-Schwellenländeranleihen

Quelle: Bloomberg; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 30.06.2009–31.07.2019 und sind dem Bloomberg Barclays US Credit Index, Bloomberg Barclays US High Yield Index und Bloomberg Barclays US Dollar Aggregate Emerging Market Bond Index entnommen.

In der Regel streben ARFI-Fonds ein bestimmtes Renditeniveau über einen bestimmten Zeitraum an, ausgedrückt in einem Zuwachs in Prozentpunkten gegenüber einem Kreditzinssatz oder der Inflation.

Die Investmentmanager unserer ARFI-Strategien wenden zur Erreichung dieses Ziels einen vielschichtigen Ansatz für die Portfoliozusammenstellung an.

Zunächst einmal muss das Anlageuniversum breit abgestützt sein. Investments sollten aus einem möglichst weiten Spektrum an einfach handelbaren Anleihen, Währungen und Derivaten bestehen. Investments should be chosen from the widest possible range of easily-tradeable bonds, currencies and derivatives.

Zudem muss das Augenmerk stärker auf die strukturellen Trends, die die Anleiherenditen beeinflussen, und weniger auf zyklische und volatilere Faktoren wie Konjunkturwachstum und Inflation gerichtet werden.

Zu guter Letzt muss es bei jeder Investmentidee eine entsprechende Absicherung geben, um das bestmögliche Verhältnis von Risiko und voraussichtlicher Rendite zu gewährleisten.

Von den Benchmarks losgelöst

Anleiheanleger kombinieren beim Aufbau diversifizierter Portfolios häufig passive und aktive Long-only-Strategien.

Diese beiden Ansätze sind aber gar nicht so konträr, wie es auf den ersten Blick scheint. Bei beiden müssen die Anleger mit den Schwächen der nach Marktkapitalisierung gewichteten Benchmarks zurechtkommen.

In vielen Fällen gibt es kaum Unterschiede zwischen aktiv verwalteten Long-only-Portfolios und ihren passiven Pendants. Beide sind in mehr oder weniger gleichem Umfang den Verschiebungen am breiteren Markt ausgesetzt. Plötzliche Veränderungen der Zinserwartungen oder der Benchmark-Zusammensetzung belasten Indextracker und aktive Long-only-Portfolios gleichermassen.

Nehmen wir die Staatsschuldenkrise in Griechenland. Indexorientierte Anleger waren damals doppelt gestraft. Zum einen erlitten Anleiheanleger Verluste, bis griechische Wertpapiere aus den grossen Indizes der Eurozone flogen. Dann fuhren indexorientierte Anleger erneut Verluste ein, als sie die anschliessende Rally verpassten. Ein weiteres Beispiel für die Schwächen der Indexnachbildung ist Venezuela. Die zunehmende Präsenz des Landes in vielen Benchmarks im Vorfeld seiner Wirtschaftskrise traf Schwellenländeranleger schwer. Solche Probleme treten an den Märkten für Unternehmensanleihen noch häufiger auf.

Passive und Long-only-Anleihenfonds sind auch anfällig für das sogenannte asymmetrische Durationsrisiko. Die Duration ist eine Kennzahl, die Auskunft über den voraussichtlichen Kapitalverlust oder -gewinn eines Anleihenfonds bei einem Anstieg oder Rückgang der Zinssätze um 1% gibt. Je höher die Duration eines Portfolios ist, desto empfindlicher reagiert es auf Veränderungen der Zinssätze. In den Jahren seit 2008, die durch starke Zinssenkungen und quantitative Lockerung gekennzeichnet waren, hat sich eine „lange“ Duration ausgezahlt.

Da aber die Leitzinsen vermutlich nicht mehr so stark gesenkt werden wie in den letzten Jahren, hat die Duration einen geringeren positiven Effekt auf die Gesamtrendite eines Anleiheportfolios. Mit anderen Worten: Es gibt eine Asymmetrie in der künftigen Richtung der Zinssatzentwicklung. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinssätze stark sinken, ist niedriger als die Wahrscheinlichkeit, dass sie stabil bleiben oder steigen.

Jetzt wird auch klar, warum es sinnvoll ist, indexorientierte Anleiheportfolios mit solchen zu kombinieren, deren Renditen nicht dem Einfluss von Anleihe-Benchmarks unterliegen.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von ARFI-Strategien ist, dass sie auf mehrere Renditequellen setzen. Sie erwirtschaften Renditen aus Veränderungen der Zinssätze (Duration), der Kreditwürdigkeit von Emittenten (Bonitätsaufschlag) und Währungen. Investments werden aus einem möglichst breiten Spektrum an handelbaren Wertpapieren ausgewählt. Schwellenländeranleihen und -währungen, Investment-Grade- und Non-Investment-Grade-Anleihen und andere Schuldtitel wie Credit Default Swaps gehören alle zum Investmentmix.

Werden die Risiko- und Renditequellen auf diese Weise diversifiziert, lassen sich mit ARFI-Strategien in allen Phasen des Konjunktur- und Finanzzyklus Gewinne erzielen, d. h. mit ihrer Aufnahme in eine festverzinsliche Allokation lassen sich die volatilitätsbereinigten Renditen verbessern.

ABSOLUTE-RETURN: VOM MARKT LOSGELÖST


Quelle: eVestment Analytics, Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.05.2016–31.06.2019; Renditen der Pictet AM Absolute Return Fixed Income-Strategie in US-Dollar (ohne Absicherung), vor Gebühren. Die Renditen verringern sich um Managementgebühren und andere Aufwendungen.
*Daten zu den Renditen globaler Anleihen sind dem Bloomberg Barclays Global Aggregate Index in US-Dollar (ohne Absicherung) entnommen.

Erfahren Sie, auf welchen langfristigen Trends unser Portfolio aufgebaut ist.


1) Siehe „Inexplicable spikes still imperil Treasury market: Fed's Brainard“, Reuters, 3. Dezember 2018 https://uk.reuters.com/article/us-usa-fed-brainard/inexplicable-spikes-still-imperil-treasury-market-feds-brainard-idUKKBN1O21VP
2) Wie durch die globalen Anleiheindizes von Bloomberg Barclays repräsentiert

Über Patricia Schuetz

Patricia Schuetz kam 2014 als Senior-Kundenportfoliomanagerin zum Fixed Income Team von Pictet Asset Management.
Davor war sie vier Jahre Senior-Kundenportfoliomanagerin bei Invesco Asset Management, wo sie sich auf Global-Makro- und Kreditstrategien konzentrierte, einschliesslich Schwellenmärkten und Absolute-Return-Strategien. Davor arbeitete sie fünf Jahre als Account Managerin für PIMCO in London. Sie bringt über 25 Jahre Branchenerfahrung mit.
Patricia Schuetz hat einen MBA der Columbia University in New York, einen BS in Business Management und einen BA in Deutsch der Bradley University in Illinois. Sie ist auch Chartered Financial Analystin (CFA).

Über Thomas Hansen

Thomas Hansen kam 2011 zu Pictet Asset Management und ist Senior Investment Manager im Global Bonds Team. Vor seinem Eintritt bei Pictet war Thomas Hansen für die Bewertung von forderungsbesicherten europäischen Wertpapieren (ABS) bei Interactive Data verantwortlich. Zwischen 2006 und 2010 arbeitete er als Portfolioanalyst bei Western Asset Management mit Schwerpunkt auf ABS, gedeckten Anleihen, supranationalen Anleihen, Staats- und Agency-Anleihen. Im Jahr 2006 war er als Assistant Fund Manager bei Baltic Property Trust tätig. Seine Laufbahn begann er 2004 als Assistant Portfoliomanager bei Nykredit. Thomas Hansen hat einen Master in Finance & Business von der Universität Aarhus in Dänemark. Er hat einen MBA Abschluss von der London Business School. Er ist ausserdem Chartered Financial Analyst (CFA) und erwarb das Investment Management Certificate.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Hochzinsanleihen: Hier fließen weiterhin Erträge

Hochzinsanleihen gehören zu den wenigen Märkten, die noch einen positiven realen Ertrag bieten, erklärt Andrew Wilmont, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management.

Anleiheanlegern stehen harte Zeiten bevor. Der Fluch der negativen Renditen lastet nicht mehr nur auf Staatsanleihen, sondern zunehmend auch auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Aktuellen Zahlen zufolge sind weltweit Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 15 Bio. US-$ betroffen (siehe Abb. 1).

ABB. 1 FLUCH DER NEGATIVEN RENDITEN

Globale Anleihen mit negativen Renditen, Marktkapitalisierung in Mrd. US-$

Quelle: Refinitiv. Daten vom 31.01.2014 bis 25.09.2019, Bloomberg Barclays Global Aggregate Index

Gleichzeitig wird der öffentliche Schuldenberg immer grösser. Das ist aber nicht das einzige Problem.

Unternehmensanleihen sind generell immer schwerer zu kaufen und zu verkaufen. Das liegt daran, dass Banken, die als Marktintermediäre üblicherweise Anleihen im Wert von mehreren Milliarden Dollar bunkerten, bis sich ein Käufer fand, nicht mehr bereit oder imstande sind, solche Risiken in ihren Bilanzen zu tragen.

Dadurch erhöht sich das Potenzial von Marktvolatilität. Ebenso verhält es sich mit dem Wachstum passiver börsengehandelter Fonds (ETFs). In der ersten Jahreshälfte entfielen auf sie 65% der Zuflüsse in europäische Hochzinsanleihen, so Daten von JP Morgan zufolge. Diese Anlagevehikel kaufen in der Regel nur die liquidesten Anleihen, die von den am stärksten verschuldeten Unternehmen begeben werden.

Bei einem Markteinbruch könnte sich die Liquidität dieser Anleihen mehr als ein Fluch als ein Segen erweisen. Da sie in schwierigen Zeiten einfacher abgestossen werden können, könnten sie schwere Verluste erleiden. Bei einem Ausverkauf sind sie die ersten, die Verluste erleiden.

Auf den ersten Blick scheint das für Hochzinsanleihen ein Desaster zu sein. Das ist aber nicht ganz richtig. Die Fundamentaldaten von Non-Investment-Grade-Anleihen deuten darauf hin, dass sie einen Konjunkturabschwung gut abfedern können.

In ihrer Resilienz spiegelt sich zum Teil der Umstand wider, dass der Grossteil der Rendite im Hochzinsuniversum mit dem Kupon erzielt wird. Über einen Konjunkturzyklus gesehen – vom Wachstum bis zur Rezession – werden 110% der Gesamtrendite bei Hochzinsanleihen aus Erträgen erzielt, sodass ein im Durchschnitt kleiner Kapitalverlust problemlos kompensiert wird. Das bedeutet, dass die Anlagerenditen nicht von starkem Wirtschaftswachstum abhängen, sondern von der Fähigkeit der Unternehmen, ihren Zinsdienst zu leisten.

Eine stabile bzw. selbst eine leicht schrumpfende Wirtschaft dürfte ausreichen, um diese Rückzahlungen zu gewährleisten. Zwischen Mitte 2011 und Mitte 2016 zum Beispiel – einer Zeit, in der das Wirtschaftswachstum in der Eurozone konstant unter 2% lag und der Block den grössten Teil seiner Rezession erlebte – lagen die Renditen europäischer Hochzinsanleihen im Durchschnitt bei 7,8% p.a., gegenüber 5,1% bei Aktien1.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zusammensetzung des europäischen Hochzinsmarkts weniger zyklisch ist als die seines US-Pendants. Der grösste Sektor in den USA, auf den mehr als 15% des Markts entfallen, ist Energie. In Europa hingegen liegt Telekommunikation mit einem Anteil von 12% vorn.

Kreditwürdigkeit wird besser

Eines der Hauptrisiken am Hochzinsmarkt sind Ausfälle, und sowohl Standard & Poor's als auch Moody’s gehen für 2020 von einem Anstieg aus. Die Lage ist jedoch nicht ganz so düster, wie es auf den ersten Blick scheint.

Zunächst einmal scheinen zwar die Ausfallraten zu steigen, aber sie liegen weiterhin auf historischen Tiefständen und das dürfte auch so bleiben. Zudem ist das europäische Hochzinsuniversum heute kreditwürdiger als in der Vergangenheit – das durchschnittliche Rating liegt bei BB- und nur 5% der Anleihen sind mit CCC, dem niedrigsten Rating, bewertet.

Hinzu kommt, dass den Bewertungen das begrenzte Angebot zugute kommt: Der europäische Hochzinsmarkt ist in den letzten Jahren stark geschrumpft.

Wir befinden uns jetzt in einer späten Phase des Konjunkturzyklus und der Hochzinsmarkt bietet weiterhin attraktive Chancen und ist bei einer konservativen Verwaltung eine zunehmend lohnendere Quelle für Ertrag (siehe Abb. 2).

ABB. 2 LOHNENDE QUELLE FÜR ERTRAG

Europäische Unternehmensanleihen nach Rating, Yield-to-Worst, %

Basierend auf den Bloomberg Barclays Euro Aggregate Corporate Indizes.
Quelle: Bloomberg. Daten vom 29.06.2018 bis 28.06.2019.

ANSATZ VON PICTET AM FÜR EUROPÄISCHE HOCHZINSANLEIHEN

Risikokontrolle

Risikokontrolle ist das A und O. Kapitalerhalt und Vorhaltung von Liquidität stehen im Zentrum unseres Ansatzes. Wir konzentrieren uns daher auf Diversifizierung, was insbesondere bedeutet, dass wir nicht mehr als 5% einer bestehenden Emission erwerben, Anleiheemissionen meiden, die zu klein und daher nicht liquide genug sind, und Obergrenzen für Branchenallokationen festgelegt haben. Sowohl auf Ebene einzelner Anlagen als auch des Gesamtportfolios sind wir bestrebt, das richtige Verhältnis von Risiko und potenziellen Renditen zu finden, notfalls sichern wir die Investments auch ab.

Fachkompetenz

Unsere Analysten sind Branchenspezialisten und haben sowohl Investment-Grade- als auch Hochzins-Unternehmensanleihen im Auge. Sie machen sich somit ein Gesamtbild von der jeweiligen Branche und erkennen frühzeitig Chancen, die sich aus Rating-Migrationen ergeben, wie z. B bei der ewigen Anleihe von Vodafone, die im August auf High-Yield herabgestuft wurde.

Ertragschancen

Zur Maximierung der Ertragschancen nutzen wir Bottom-up-Analysen, um den Markt auf Preisanomalien zu durchforsten. Heute sind die Anleihen von zyklischen und nicht-zyklischen Unternehmen ähnlich bewertet, aber Unternehmen, deren Gewinne stark vom Konjunkturzyklus abhängen, werden bei einem Konjunkturabschwung volatiler sein als diejenigen, deren Waren und Dienstleistungen immer nachgefragt werden. Wir sind daher in nicht-zyklischen Werten wie Telekommunikation und Kabelanbietern übergewichtet. Hingegen waren wir im vergangenen Jahr sowohl in italienischen als auch britischen Unternehmensanleihen untergewichtet, weil wir der Auffassung waren, dass sich in den Bewertungen nicht die jeweiligen politischen Risiken dieser Länder widerspiegeln.


1) Basierend auf der Wertentwicklung des ICE BofAML Euro High Yield Constrained Price Index und des EuroSTOXX 50 Price Index zwischen dem 30.06.2011 und 30.09.2016.

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Über Andrew Wilmont

Andrew Wilmont ist seit 2018 bei Pictet Asset Management beschäftigt und Senior Investment Manager in unserem Developed Credit Markets Team, das sich auf europäische Hochzinsanleihen konzentriert. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er vier Jahre bei Neuberger Berman als Managing Director für den Bereich europäische Hochzinsanleihen verantwortlich. Zwischen 2005 und 2014 leitete er das European/Global High Yield Team bei Axa Investment Managers. Andrew Wilmont begann seine Laufbahn im High-Yield-Segment als Corporate Analyst bei der Saudi International Bank in London, als 1997 die ersten europäischen Hochzinsanleihen aufgelegt wurden. Er besitzt einen MSc in Business und einen LLM in Corporate Law der Vrije Universiteit, Amsterdam. Zudem ist er Chartered Financial Analyst (CFA).

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Ernährung: in die Zukunft der Lebensmittel investieren

Der Pictet-Nutrition legt in Unternehmen an, die Lösungen zur Verbesserung von Qualität und Nachhaltigkeit der künftigen weltweiten Nahrungsmittelversorgung entwickeln. Darunter fallen Innovationen zur Verbesserung der Produktivität in der Landwirtschaft, Steigerung der Effizienz beim Transport und der Verarbeitung von Lebensmitteln und zur Maximierung des Nährstoffgehalts der verzehrten Lebensmittel.

1. Landwirtschaft

Stetige Verbesserungen der Anbaumethoden, wie z.B. die effizientere Nutzung von Ackerflächen, werden in den kommenden Jahren eine wesentliche Rolle bei der Produktion der erforderlichen Menge und Qualität von Lebensmitteln spielen.

SMART FARMING

Die neue Technologie schafft „verbundene Landwirtschaftsbetriebe“ und trägt somit durch präzise Analysen, Überwachung und Erntemanagement zur Maximierung der Produktivität bei.

Quelle: Pictet Asset Management

Dies muss allerdings nicht zulasten der Nachhaltigkeit gehen. Der Boden ist beispielsweise eine wichtige Ressource für 95% der produzierten Lebensmittel. Heutzutage sind jedoch 33% der Böden geschädigt, was auch nicht leicht rückgängig zu machen ist: Die Bildung einer Schicht von 2 bis 3 cm fruchtbarem Mutterboden kann bis zu 1’000 Jahre dauern1

Dies stellt zwar eine grosse Herausforderung, aber auch eine Chance für Unternehmen dar, die Lösungen bieten, wie z.B. Werkzeuge zur Präzisionsüberwachung, die einen genauen Einsatz von Düngemitteln zur Korrektur von Ungleichgewichten im Boden ermöglichen. Zugleich erhöhen steigende Einkommen in den Schwellenländern die Nachfrage nach Nahrungsmitteln mit höherem Nährwert, wie z.B. tierischem Eiweiss, für deren Herstellung tendenziell deutlich mehr kritische Ressourcen benötigt werden.

Bessere Landmaschinen und Systeme zur Nahrungsmittelproduktion sind unerlässlich, und unsere Strategie unterstützt die laufenden technologischen Innovationen in diesen Bereichen. Die Investition in Unternehmen mit „Best Practice“-Anbaumethoden dürfte zu einer gesteigerten Effizienz, weniger Abfall und aufgrund der Skaleneffekte zu niedrigeren Kosten führen.

2. Verarbeitung und Vertrieb

Der Transport von hochwertigen Nahrungsmitteln dorthin, wo sie gebraucht werden, ist in einer Welt mit sich drastisch ändernden Ernährungsgewohnheiten entscheidend.

In den USA entfallen 50% der für die Nahrungsaufnahme aufgewendeten Zeit auf Snacks, was eine ausgewogene Ernährung erschwert.

Der gesamte Weg zum Verbraucher, vom Erzeuger über den Verkäufer, wird eine Rolle spielen. Und nirgendwo sind Veränderungen nötiger, als wenn es um höhere Effizienz bei der Abfallvermeidung geht.

Da die Lebensmittelverluste während der Ernte, Verarbeitung, des Transports und der Lagerung auftreten, bieten sich Unternehmen viele Gelegenheiten zur Effizienzsteigerung. Zu den Neuerungen zählen antimikrobielle Verpackungen, die zur Vermeidung von Transportschäden und zum Erhalt der Lebensmittelsicherheit beitragen, sowie innovative Sensoren auf der Verpackung, die mehr Klarheit in Bezug auf Verfallsdaten schaffen. Dadurch können die Unmengen der von Verbrauchern weggeworfenen Lebensmittel reduziert werden.

3. Lebensmittel

Die Fortschritte bei Produktivität in Landwirtschaft und Lebensmittelvertrieb stellten zu stark auf die Produktion von Kalorien ab und vernachlässigten die Qualität. Dies hat zum verstärkten Konsum verarbeiteter Lebensmittel geführt, mit unbeabsichtigten Auswirkungen – allen voran der übermässige Zuckerkonsum, der weithin als einer der Hauptgründe für die Zunahme der Zahl an Fettleibigkeit leidender Menschen gesehen wird.

Der Welthunger, schlechte Ernährung und Fettleibigkeit kosten die Welt Billionen von Dollar an Gesundheitsausgaben und verlorener Produktivität. Der Verlust von Nährstoffen ist nicht nur durch mehr Effizienz in den Lieferketten abzuwenden, sondern auch durch die Stärkung von Lebensmitteln mit Nährstoffen, Hebung des Kundenbewusstseins durch bessere Labels und selbst Modernisierung der Bestimmungen über Lebensmittelsicherheit. In Industrie- wie Schwellenländern hat der verstärkte Fokus auf Gesundheit eine Haltungsänderung bei Konsum und Regulierung im Sinne einer Verbesserung des Nährstoffgehalts von Lebensmitteln zur Folge. Dabei dürften Unternehmen, die mit der Entwicklung hochwertiger Lebensmittel – ob durch bessere Inhaltsstoffe, neue Formeln, Prüfverfahren, Qualitätskontrollen oder Zertifizierungen – an diesem Übergang beteiligt sind, von der weltweit zunehmenden Fokussierung auf Gesundheit, Gewinnung und Verarbeitung von Lebensmitteln profitieren.

Denkanstoss

Unsere Strategie Nutrition verfolgt einen durchweg positiven Ansatz und ist bestrebt, von Lösungen zu profitieren, nicht von Problemen – wir legen weder in Rohstoffen an noch spekulieren wir mit knappen Nahrungsmitteln. Wir konzentrieren uns vielmehr auf Unternehmen, die zur Sicherung der künftigen weltweiten Nahrungsmittelversorgung beitragen und daher eine nachhaltige, langfristige Gelegenheit für Anleger darstellen.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf am.pictet.

1) Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO)

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Food revolution starts on the plate

The food we eat today is killing both - people and the planet. Our diet needs to change radically to deliver healthier and more sustainable meals to the world's population, says Dr Sandro Demaio, Medical Doctor and global health expert At EAT Forum.


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Südafrikanische Wirtschaft unter Druck

Eine mögliche Herabstufung durch Moody's könnte die wirtschaftlichen Probleme Südafrikas verschlimmern, so Sabrina Khanniche, Senior Economist bei Pictet Asset Management.

Wie an der historischen Beziehung zwischen unserem eigenen Score für die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung1 und der Entwicklung des Agenturratings abzulesen ist (siehe Abb. 1 unten), besteht die Gefahr, dass Moody's Südafrika am 1. November auf Non-Investment-Grade herabstuft.

HERABSTUFUNG SÜDAFRIKAS DURCH MOODY'S NICHT UNWAHRSCHEINLICH

Abb.1 – Pictet AM Score für die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung1 im Vergleich zu Moody's (2018)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv, Bloomberg; September 2019.

Moody’s ist die einzige grosse Ratingagentur, die dem Land bislang ein Non-Investment-Grade erspart hat. Fitch Ratings und S&P Global haben die Kreditwürdigkeit des Landes im April 2017 auf „Ramschniveau“ herabgestuft, als Finanzminister Pravin Gordhan entlassen wurde. Vor diesem Hintergrund beobachten wir sehr genau die wachsende Verschuldung und die Finanzierungsprobleme, mit denen Südafrika zu kämpfen hat.

Verschuldung – Südafrikas Schwachstelle

Das Land weist eine schwache Schuldendynamik auf1, vor allem gegenüber vergleichbaren Ländern, wie unten abgebildet.

DIE SCHULDENDYNAMIK SÜDAFRIKAS STELLT SICH IM VERGLEICH ZU ANDEREN SCHWELLENLÄNDERN NICHT GUT DAR.

Abb. 2 – Pictet AM Score für die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung1 im Vergleich zu Ratings von Moody's (2018)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv, Bloomberg; September 2019.

Die Fähigkeit des Landes, seine Verschuldung durch Wirtschaftswachstum abzubauen, ist begrenzt, wie die stark negative Differenz zwischen Wachstumsrate und Zinssatz zeigt (Abb. 3a unten).

Auch die Schuldenfinanzierungsfähigkeit (d. h. die Finanzierungsfähigkeit des privaten Sektors) ist aufgrund des enttäuschenden Wirtschaftswachstums weiter schwach, was dem Staat geringere Einnahmen beschert. Unser Frühindikator für Wachstum deutet nicht auf eine Erholung hin, wie rechts zu sehen ist.

TRÜBES BILD: SCHULDENFINANZIERUNGSFÄHIGKEIT DES LANDES

Abb. 3a (links) – Nominales BIP-Wachstum abzüglich Zinszahlungen (2018) / Abb. 3b (rechts) Pictet AM Frühindikator für Wachstum

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv, Bloomberg; September 2019.

Staatseigene Betriebe sind weiteres Sorgenkind in der ohnehin schon angeschlagenen Wirtschaft...

Da die staatseigenen Betriebe Liquiditätsspritzen brauchen, dürfte sich die Lage verschlechtern. So kündigte die Regierung vor kurzem weitere Unterstützung für Eskom, den grössten Elektrizitätserzeuger2, in Höhe von 59 Mrd. ZAR (4 Mrd. US-$) bis Ende des Haushaltsjahres 2020/21 an. Dieser Betrag kommt zu den 230 Mrd. ZAR aus dem Rettungsfonds hinzu, die im diesjährigen Etat für die kommenden zehn Jahre eingeplant sind3.

Andere staatseigene Betriebe stehen auf der Kippe, wie z. B. South African Airways, South African Broadcasting Corporation und Denel4, und werden demnächst wohl auch finanzielle Unterstützung brauchen.

Bringt eine Herabstufung Südafrikas durch Moody's das Fass zum Überlaufen?

Eine Herabstufung durch Moody’s würde die ohnehin schon hohe aussenwirtschaftliche Verwundbarkeit Südafrikas weiter verschärfen, wie das Leistungsbilanzdefizit des Landes zeigt.

Der Finanzierungsbedarf ist weiterhin hoch und wird zunehmend durch Portfolioanlagen gedeckt (d. h. Anlagen durch Investmentfonds, die sich häufig an Mindestrating-Vorgaben halten müssen), die im Allgemeinen eine volatilere Finanzierungsquelle als ausländische Direktinvestitionen sind.

Abb. 4a (links) – Zahlungsbilanz / Abb. 4b (rechts) – Abweichung des südafrikanischen Rand (ZAR) vom Gleichgewicht


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv, Bloomberg; September 2019.

Wir sind auch überzeugt, dass eine Herabstufung auf Non-Investment-Grade Kapitalabflüsse auslösen würde. Dies wiederum könnte zu einer Abwertung der Währung führen, vor allem, weil nicht mehr viel fehlt und der südafrikanische Rand die am stärksten überbewertete Währung im Schwellenländeruniversum ist, wie Abb. 4b oben zeigt.

Die südafrikanische Wirtschaft ist angeschlagen und die Lage wird durch den wachsenden Bedarf an ausländischer Finanzierung immer schlimmer. So wie es aktuell aussieht, glauben wir nicht, dass das Land in der Lage ist, seine Schuldenlast zu reduzieren, vor allem nicht angesichts des mässigen Wirtschaftswachstums. Dies ist auch an der wachsenden Zahl staatseigener Betriebe abzulesen, denen finanziell unter die Arme gegriffen werden muss. Eine Herabstufung durch Moody’s auf Non-Investment-Grade am 1. November hätte sicherlich zur Folge, dass das Land seine Probleme dann nur noch schwerer in den Griff bekommt. Für einen Wandel sind tiefgreifende Massnahmen durch die Regierung Ramaphosa dringend nötig.

Die südafrikanische Wirtschaft ist angeschlagen und die Lage wird durch den wachsenden Bedarf an ausländischer Finanzierung immer schlimmer. Wir glauben nicht, dass das Land in der Lage ist, seine Schuldenlast zu reduzieren, vor allem nicht angesichts des mässigen Wirtschaftswachstums. Dies ist auch an der wachsenden Zahl staatseigener Betriebe abzulesen, denen finanziell unter die Arme gegriffen werden muss. Eine Herabstufung durch Moody’s auf Non-Investment-Grade am 1. November, die unausweichlich scheint, hätte sicherlich zur Folge, dass das Land seine Probleme dann nur noch schwerer in den Griff bekommt.


1) Unser selbst entwickelter Score für die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung versucht für Industrie- und Schwellenländer die potenzielle negative Verschiebung der öffentlichen Verschuldung zu identifizieren, bevor sie nicht mehr umkehrbar ist. Wichtige Kennzahlen, die Auskunft über die Bezahlbarkeit der Schulden, Finanzierungsfähigkeit und Umkehrbarkeit geben, fliessen in das Gesamtergebnis ein. Das Gesamtergebnis ist die Summe der Teilergebnisse „Cross Country“ und „Time Series“.
- Das Teilergebnis „Cross Country“ stellt die Positionierung eines Landes im Vergleich zu anderen Ländern dar (Gewichtung = 2/3).
- Das Teilergebnis „Time Series“ stellt die Positionierung eines Landes gegenüber seinem Trend dar (Gewichtung = 1/3).
Der Z-Gesamtscore gibt Auskunft darüber, wie ein Land im Vergleich zu den anderen Ländern und seiner eigenen Geschichte abschneidet. Ein positiver Score bedeutet eine positive Schuldendynamik; bei einem negativen Score ist das Gegenteil der Fall.
2) Eskom erzeugt rund 95% der Elektrizität in Südafrika und circa 45% der in Afrika genutzten Elektrizität. Quelle: http://www.eskom.co.za/OurCompany/CompanyInformation/Pages/Company_Information.aspx, 20.09.2019 
3) Quelle: Bloomberg, Umrechnungskurse vom 23.09.2019
4) Denel ist ein Unternehmen, das in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Luft- und Raumfahrt sowie verwandten Technologien tätig ist.

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Über Sabrina Khanniche

Sabrina Khanniche ist seit 2011 als Ökonomin im Fixed Income-Team bei Pictet Asset Management beschäftigt. Vor Pictet war sie vier Jahre als Finanzingenieurin bei Groupama Asset Management tätig und in dieser Funktion für die Analyse und Modellierung von Hedgefondsrisiken zuständig. In dieser Rolle veröffentlichte und präsentierte sie ihre Arbeiten auf internationalen Fachkonferenzen. Frau Khanniche hat an der Universität Paris West Nanterre La Défense einen Masterabschluss und einen Doktortitel erworben.

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Begrenzung der Volatilität bei Schwellenländeranleihen

Ein Absolute-Return-Ansatz bietet Anlegern die Möglichkeit, Alpha in Schwellenländern zu erzielen, ohne extremer Volatilität ausgesetzt zu sein, zeigen Ketan Gada, Senior Investment Manager, und Gareth Payne, Senior Client Portfolio Manager, beide Pictet Asset Management.

Ohne Frage, es spricht alles für Schwellenländeranlagen. Während die Industrieländer mit einer problematischen Bevölkerungsstruktur und einem niedrigen Produktivitätswachstum zu kämpfen haben, richten Anleger, die auf der Suche nach starkem wirtschaftlichem Potenzial sind, ihr Augenmerk zunehmend auf die Schwellenländer (siehe Abb. 1). Dass Schwellenländeranlagen in der Regel kaum mit den Industrieländern korrelieren, ist ein weiteres Plus1.

Das Problem ist, dass sich viele Anleger am Ende doch gegen ein solches Investment entscheiden. Warum? Schwellenländeranlagen werden trotz ihrer attraktiven Merkmale allzu oft durch Volatilität ausgebremst – ihre Währungen und Anleihen können mitunter starken Turbulenzen ausgesetzt sein.

Es gibt jetzt aber eine Lösung: Dank der Entstehung und Entwicklung von Schwellenländer-Derivatemärkten haben Anleger jetzt über einen Absolute-Return-Ansatz Zugang zu Schwellenländeranlagen.

Diese Strategie strebt eine positive Rendite unter allen Marktbedingungen an; dazu werden Long- und Short-Positionen eingesetzt und aus einem breiten Spektrum von Anlagen ausgewählt – nicht zuletzt in Schwellenländeranleihen und -währungen.

Alpha in Schwellenländern

Die Staatsanleihen- und Devisenmärkte in den Schwellenländern bieten sind eine besonders viele potenzielle Quellen für Überschussrenditen. Nicht nur, dass in der Anlageklasse die Dispersion sehr hoch ist, Schwellenländeranleihen sind in der Regel nicht auf dem Radar der Analysten, vor allem ausserhalb der grossen Staatsanleihenmärkte. Bei Industrieländeranleihen ist das Gegenteil der Fall – sie entwickeln sich mittlerweile weitgehend im Gleichschritt.

Gleichzeitig werden die Schwellenländer-Anleihenmärkte von Long-only-Anlegern beherrscht, die die breiteren Indizes sehr eng nachbilden.

Viele grosse institutionelle Anleger betrachten das Schwellenländeruniversum als homogen und investieren darin mit Index-Trackern.

Das kann aber kontraproduktiv sein. Diejenigen, die sich an nach Kapitalisierung gewichteten Benchmarks orientieren, laufen Gefahr, in Anlagen schlechterer Qualität zu investieren, weil sich in Schieflage geratene Staaten mehr Geld leihen.

Die Indexgewichtung der Türkei zum Beispiel ist grösser geworden, weil sie mehr Anleihen aufgenommen hat. Somit hielten indexnachbildende Anleger auf einmal noch grössere Positionen in dem Land, auch wenn dessen schlechte wirtschaftliche Fundamentaldaten eher nahelegten, dass sie weniger (oder überhaupt) keine türkischen Anleihen besitzen sollten.

Aktives Long-only-Management löst dieses Problem nicht zwangsläufig. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die meisten aktiven Strategien etablierte Indizes als Benchmarks nutzen und diese dann nachbilden, wenn auch weniger eng.

Ein weiterer Grund, warum sich Anleger das Potenzial von Schwellenländeranleihen entgehen lassen, ist, dass sie Angst vor starken und plötzlichen Preisschwankungen haben, für die der Markt bekannt ist. Viele untergewichten die Anlageklasse daher.

Diese Faktoren ergeben zusammen ein Umfeld, in dem clevere Anleger mit starker Analysekompetenz Alpha generieren können.

ABB. 1 NEUE CHANCEN

Schwellenländer-Staatsanleihen in Lokal- und Hartwährung (Mrd. US-$) und Schwellenländeranleihen gesamt in % der globalen Anleihen insgesamt

Quelle: Bank of America Merrill Lynch „Size and structure of Global Emerging Markets tradable debt“, 30.07.2019. Marktvolumen insgesamt: Bank for International Settlements und Pictet Asset Management. Daten vom 01.10.2018. 

Eine Möglichkeit, wie sich das Risiko von Kapitalverlusten begrenzen lässt und Anleger dennoch vom Potenzial der Schwellenländer profitieren können, besteht darin, absolute Renditen anzustreben. Absolute-Return-Strategien sind nicht an Benchmarks gebunden. Stattdessen streben sie die Erzielung positiver Renditen an, egal wie sich der breitere Markt entwickelt. Angestrebt werden Überschussrenditen aus Dispersion und nicht aus dem Versuch, Marktschwankungen zu timen.

Ein echtes Absolute-Return-Portfolio ist nicht an Beta oder die Marktrichtung gebunden. Dies erfordert die ständige und enge Überwachung von Positionen, um eine adäquate Diversifizierung sicherzustellen – Anlagen, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, weisen in einem angespannten Marktumfeld häufig eine hohe Korrelation auf. Absolute-Return darf nicht nur bedeuten, Rendite hinterherzujagen. Anleger zum Beispiel, die sich blindlings auf den hohen Renditeaufschlag Argentiniens stürzten, haben vermutlich die Warnsignale übersehen, die dazu führten, dass sich der Wert der Staatsanleihen des Landes aufgrund der politischen Risiken halbierte.

Um Renditen unabhängig von der Marktrichtung zu erzielen, setzen die Manager der Sirius-Strategie von Pictet Asset Management auf ein diszipliniertes Risikomanagement und einen sorgfältig konzipierten Portfolioaufbau. Dies setzt ein gründliches und weitreichendes Verständnis der Märkte voraus. Der Erfolg der Strategie hängt auch von der Möglichkeit ab, Short-Positionen einzugehen, der Bereitschaft, überzeugungsbasierte Allokationen vorzunehmen und gleichzeitig eine sinnvolle Positionsgrösse beizubehalten; und nicht zuletzt von der Entschlossenheit, nur in liquide Anlagen zu investieren. So können an allen Punkten im Marktzyklus attraktive risikobereinigte Renditen erwirtschaftet werden.

Indem eine Allokation in Schwellenländeranleihen durch ein Total-Return-Portfolio ergänzt wird, lässt sich die risikobereinigte Rendite des gesamten Investments verbessern.

Hätte man unsere Sirius Long/Short Schwellenländeranleihen-Strategie zum Beispiel gleich im ersten Quartal nach Auflegung in ein Portfolio integriert, das zu gleichen Teilen aus passiven Schwellenländeranleihen in Hart- und Lokalwährungen besteht, und ein gleichgewichtetes Portfolio aus den drei Segmenten zusammengestellt, wäre die annualisierte Volatilität gegen Ende des zweiten Quartals 2019 um ein Drittel geringer gewesen. Zudem wären die Renditen höher gewesen und die maximalen Markt-Drawdowns wären erheblich reduziert worden (siehe Abb. 2)2.

Vielfalt

Die Entwicklungen am breiten Markt täuschen oft darüber hinweg, wie vielfältig das Universum der Schwellenländer-Staatsanleihen ist – und es wird immer grösser. Dieses Wachstum vollzieht sich aber nicht auf Kosten der Qualität: Ein zunehmender Anteil von Schwellenländeranleihen wird in Lokalwährungen statt in US-Dollar angeboten, was deren langfristige Schuldenpositionen nachhaltiger macht. Hinzu kommt, dass ein immer grösserer Teil dieser Anleihen von inländischen Anlegern gekauft wird, die treuer sind als ausländische Anleiheinvestoren.

Da der Markt gereift ist, hat sich auch die Zahl der derivativen Instrumente erhöht. Unsere Sirius-Strategie wählt ihre Anlagen aus mehr als 70 Staatsanleihemärkten und zugehörigen liquiden Derivaten, Zinsswaps, Credit-Default-Swaps, Zinsfutures, Devisen und Optionen aus. Dadurch eröffnet sich eine Fülle von Möglichkeiten für Macro-Directional- und Relative-Value-Investments, angefangen beim Engagement in grosse Themen, die sich über einen Zeitraum von einem bis zwei Jahren entwickeln, bis hin zur Ausnutzung kurzfristiger Marktdispersion.

ABB. 2 SIRIUS IN EINEM BREITEREN PORTFOLIO

Kombination von Sirius mit einer Long-only-Allokation in Schwellenländeranleihen in Hart- und Lokalwährung.

Renditen und Standardabweichungen (% p.a.) stilisierter Portfolios – gleichgewichtete Indexstrategien (jeweils 50%) und Indexstrategien einschliesslich Sirius (jeweils 33,3%).
Quelle: Mercer LLC, Pictet Asset Management Market Intelligence. Daten vom 30.09.2016 bis 30.06.2019.

Ein Anleger wird sicherlich rigorose Filter brauchen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aufgrund der Wesensart der Anlageklasse muss eine Bottom-up-Länderanalyse durch das Prisma globaler makroökonomischer Faktoren erfolgen, von der G3-Geldpolitik bis hin zum Zustand des globalen Konjunkturzyklus, den Kapitalströmen und den geopolitischen Entwicklungen. Dann können unter Berücksichtigung der Entwicklung der Konjunkturdaten, der Form der Zinsstrukturkurven der Länder und deren Wertentwicklung in der Vergangenheit die Investment-Entscheidungen auf einen überschaubaren Pool an Anlagen eingegrenzt werden.

An dieser Stelle können einzelne Länder im Hinblick auf lang-, mittel- und kurzfristige Perspektiven beurteilt werden. Langfristig zum Beispiel sind Konjunkturtrends, Wirtschaftspolitik und politische Rahmenbedingungen relevant, während mittelfristig Erwartungen hinsichtlich Wachstum, Inflation, Geld- und Haushaltspolitik massgeblich sind. Kurzfristig spielen Ereignisrisiken, Marktpositionierung, Markttechnik und Volatilitätsausblick eine Rolle.

Bei richtiger Vorgehensweise kann daraus ein Portfolio entstehen, dessen Renditen nicht nur keine Korrelation zu den grossen Anlageklassen aufweisen, sondern auch nicht zu massgeblichen Schwellenländerindizes.

Ein solches Portfolio sollte einen gewissen Schutz vor Kapitalverlust bieten und gleichzeitig eine stetige positive Rendite mit mehr Alpha liefern, als dies üblicherweise bei stark gehandelten Anlagen der Fall ist. All dies bedeutet, dass sich durch Einbindung einer Absolute-Return-Strategie in ein traditionelles Anleiheportfolio die volatilitätsbereinigten Renditen verbessern lassen.


1) Korrelation zwischen dem Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index und den JP Morgan GBI-EM Global Diversified und EMBI Global Diversified Indizes mit jeweils 0,6 bzw. 0,53. Berechnungen von Pictet Asset Management. Quelle: Pictet Asset Management, 13.07.2016 bis 30.08.2019. Daten sind in US-Dollar angegeben.
2) Basierend auf Quartalsdaten für den Zeitraum 30.09.16 bis 30.06.19. Annualisierte Rendite und Standardabweichung eines gleichgewichteten Korbs von JP Morgan GBI-EMG und JP Morgan EMB-GD Indizes im Vergleich zur gleichgewichteten Strategie der zwei Indizes plus der Pictet Asset Management Sirius Strategy (jeweils ein Dritte), vor Gebühren. Analysen von Pictet Asset Management Market Intelligence zeigen einen Rückgang der jährlichen Standardabweichung von 7,8% auf 5,4%, während die annualisierten Renditen im gleichen Zeitraum von 4,4% auf 4,7% gestiegen sind. Basierend auf Daten von Mercer.

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Über Gareth Payne

Gareth Payne ist seit Februar 2019 als Senior Client Portfolio Manager bei Pictet Asset Management im Total Return Fixed Income Team beschäftigt. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Client Portfolio Manager für Credit & Convertibles bei Man GLG und in dieser Funktion für die alternativen und Long-only-Strategien verantwortlich. Davor war Gareth Payne bei Man in verschiedenen Geschäftsentwicklungsrollen in dessen Multi-Manager-Hedgefondssparte (FRM) tätig. Er begann seine Laufbahn 2007 bei Lehman Brothers in London. Gareth Payne hat einen Master-Abschluss und einen BA der University of Cambridge.

Über Ketan Gada

Ketan Gada ist seit 2016 als Senior Investment Manager im Total Return Emerging Markets Team bei Pictet Asset Management beschäftigt. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war Ketan Partner und Senior Portfolio Manager bei Quadra Capital Partners, wo er einen Emerging Markets Long/Short-Fonds verwaltete. Davor war er zehn Jahre bei Blackrock und Barclays Global Investors als Managing Director für Emerging Markets-Strategien im Hedgefonds Fixed Income Global Alpha tätig. Ketan Gada begann seine berufliche Laufbahn 1998 bei Cargill, wo er für die Steuerung des Schwellenländerrisikos für das Unternehmen verantwortlich war. Er hat einen Master of Business-Abschluss in Finanzwesen und strategischem Management von der University of Minnesota und einen BA in Finanzwesen von der University of St. Thomas.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Warum die Steuerung der Zinskurve Draghis letzter Coup sein sollte

Die Eurozone sollte einen radikalen geldpolitischen Kurs im japanischen Stil einschlagen, wenn sie eine Japanifizierung verhindern will, argumentiert Steve Donzé, Senior Macro Strategist bei Pictet Asset Management.

Mario Draghis letzter Coup?

Der Chef der Europäischen Zentralbank sollte genau hinschauen, was seine japanischen Kollegen tun.

Die Eurozone mit ihrer unterschiedlich schnell wachsenden Wirtschaft braucht nämlich genauso wie Japan eine radikale Politik zur Steuerung der Renditekurve im japanischen Stil. Das sollte sein letzter Coup sein, bevor er Ende Jahr seinen Hut nimmt.

Japan ist zum globalen Symbol für unorthodoxe Geldpolitik geworden. Seine Experimente mit Helikoptergeld in den 1930er-Jahren und jüngst mit quantitativer Lockerung und negativen Zinssätzen haben anderen Zentralbanken wichtige Erkenntnisse gebracht.

Dank seiner Politik der Steuerung der Renditekurve ist die Bank of Japan wieder einmal in den Fokus der Zentralbanken anderer Länder gerückt, weil die Währungshüter nach Möglichkeiten suchen, die Stützungsmassnahmen zurückzufahren, ohne das Wachstum zu gefährden.

Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir uns anschauen, wie und warum die japanische Geldpolitik funktioniert.

Im Rahmen der Steuerung der Renditekurve kauft die japanische Notenbank Anleihen mit dem konkreten Ziel, die kurzfristigen Zinssätze bei -0,1% und die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihe bei 0% zu halten.

Das Besondere an dieser Politik ist, dass sie sozusagen eine „getarnte“ Drosselung der quantitativen Lockerung ist. Die BoJ hat es geschafft, ihre jährlichen Anleihenkäufe um 60 Bio. JPY auf 20 Bio. zu reduzieren, ohne dass die Finanzmärkte dadurch beeinträchtigt werden.

So konnte verhindert werden, dass wie 2013 in den USA eine „Drosselungsangst“ ausgelöst wird – damals schnellten dort die Anleiherenditen in die Höhe, nachdem die US-Notenbank ihre Absicht zur Beendigung der quantitativen Lockerung bekanntgegeben hatte.

Eine weitere Errungenschaft der Steuerung der Renditekurve ist, dass Japan langsam aus den Schulden herauswächst, weil die Fremdkapitalkosten unter dem nominalen Wachstum gehalten werden. Das ist ein Hauptmerkmal des von Ray Dalio von Bridgewater als „schöner Schuldenabbau“ bezeichneten Entschuldungsprozesses.

Aus dieser Perspektive käme eine Steuerung der Renditekurve der Eurozone, oder zumindest Teilen davon, zugute. Das gilt insbesondere für Italien, dessen öffentliche Verschuldung in Höhe von 130% des BIP – die zweithöchste der Region nach Griechenland – kein Dauerzustand sein kann.

Die Zinszahlungen des Landes belaufen sich auf 4% des BIP, das ist viermal so viel wie in Deutschland und das Doppelte des OECD-Durchschnitts. Darüber hinaus liegt der Schuldendienst dort 0,9 Prozentpunkte über dem nominalen BIP-Wachstum (siehe Abbildung).

SCHÖN IST ANDERS

Nominale BIP-Rate Italiens im Vergleich zur Rendite der 10-jährigen Anleihe

* Fremdkapitalkosten unter dem nominalen Wirtschaftswachstum
Quelle: Refinitiv; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.1999–31.07.2019 

Eine weitere Parallele zu Japan: Die Peripherie der Eurozone hat Probleme, die private Kreditvergabe zu beleben. Wenn die EZB nicht die Gelddruckmaschine betreibt, könnte es mit der Konjunkturerholung in Südeuropa, wo immer weniger Kredite vergeben werden, bald vorbei sein.

Für eine Region, in der einige Länder eine geldpolitische Straffung brauchen und wieder andere eine Lockerung, könnte ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik im US-Stil grossen Schaden anrichten.

Eine europäische Steuerung der Renditekurve hingegen würde den südlichen Teil des Kontinents gezielt stützen.

Konkret könnte die EZB eine Obergrenze von beispielsweise 0,5% für die 10-jährige Anleihe der Eurozone einführen. Das wäre zwar eine drastische Anpassung, dürfte aber helfen, die Lücke zwischen den Fremdkapitalkosten Italiens und seiner nominalen BIP-Rate zu schliessen, damit das Land seine Schulden entsprechend seiner Wirtschaftsstärke reduzieren kann.

Die Steuerung der Renditekurve könnte auch Druck von den Banken in der Eurozone nehmen, die nicht nur grosse Mengen an Staatsanleihen besitzen, sondern auch Probleme haben, notleidende Kredite im Wert von 800 Mrd. Euro loszuwerden.

Mit dieser Politik würden zum Beispiel italienische Banken entlastet, die insgesamt 28% der Staatsanleihen des Landes halten und vor einem Riesenberg an faulen Krediten stehen.

Das soll aber nicht heissen, dass die Steuerung der Renditekurve einfach zu bewerkstelligen ist. Da der Schuldendienst wegfallen würde, könnten die Regierungen versucht sein, sich mehr Geld zu leihen. Um einer zügellosen Kapitalaufnahme und Ängsten der geldpolitischen Falken wie Deutschland entgegen zu wirken, könnte die EZB die Rendite-Obergrenze von vordefinierten Zielen für die Haushaltsdisziplin abhängig machen.

In der Theorie ist eine Zentralbank, die eine Steuerung der Renditekurve betreibt, verpflichtet, eine potenziell unbegrenzte Menge an Anleihen zu kaufen. In der Praxis aber – und das hat Japan gezeigt – dürften die Anleihenkäufe der EZB insgesamt nach und nach abnehmen, ohne explizites Drosselungsprogramm.

Die EZB müsste darauf vorbereitet sein, ihre Renditeziele genauso vehement zu verteidigen wie die japanische Notenbank, die seit Einführung ihres geldpolitischen Konzepts nur wenige Male auf „unbegrenzte Anleihe-Tender“ zurückgegriffen hat, damit die Zinssätze bei Ausverkäufen am Markt nicht steigen.

Das dürfte jedoch nicht allzu problematisch sein. Die EZB hat sich als flexibel und glaubwürdig erwiesen und ihre politische Unabhängigkeit ist durch einen streng geregelten institutionellen Rahmen gewährleistet.

Die Steuerung der Renditekurve könnte sich als praktische Lösung für das Dilemma erweisen, in dem Draghi steckt. Und sie könnte – und sollte – sein letzter Coup vor seinem Weggang sein.


Über Steve Donzés

Steve Donzés Schwerpunkt liegt auf Liquidität, der Lebensader der Märkte und der Wirtschaft. Als Senior Macro Strategist und Mitglied unserer Strategy Unit hat er leitende Verantwortung für Analysen und Prognosen der globalen Liquiditätsbedingungen. Neben seiner strategischen Arbeit ist Steve Donzé Co-Manager verschiedener Multi-Asset-Anlagestrategien und sitzt im Taktikausschuss des Pictet Pension Fund. Er beteiligt sich regelmässig an der öffentlichen Debatte über die Geldpolitik und äussert sich in der Financial Times und bei Reuters.
Bevor er 2007 zu Pictet Asset Management wechselte, hatte er Positionen bei der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Mission der Schweiz bei der UNO inne.
Steve Donzé besitzt einen Doktortitel der London School of Economics und einen Master-Abschluss des Graduate Institute of International Studies.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Bad omen: what the yield curve says about stocks

The inversion of the US yield curve strengthens the bear case for the economy and stock markets, argues Luca Paolini, Chief Strategist at Pictet Asset Management.

A US recession and flat equity markets. If history is any guide, that is what the inverted US yield curve is forecasting.

Yields on benchmark 10-year Treasury bonds have this month fallen below those on 2-year paper for the first time since 2008. That follows an inversion of another part of the curve earlier in the year. The trend isn’t limited to the US either – UK and Swiss curves are also inverted, while Japan is a whisker away (see chart).

TURNING NEGATIVE

Yield spread between 10-year and 2-year government bonds, ppts

Source: Refintiv. Data covering period 01.08.2018-14.08.2019.

According to our research, that means storm clouds are gathering both for the economy and for equity markets. That's because an inverted (or flattening) yield curve has historically proved a reliable predictor of recessions and bear markets in stocks. In the US, for instance, each of the last seven slumps has been preceded by an inversion of the curve.

A US recession typically occurs 1 year after the inversion of the yield curve between 10 and 2 year bonds. That’s because the yield curve has historically been very closely correlated with the output gap – the difference between an economy's current rate of growth and its long-term potential (see chart).

LESSONS FROM HISTORY

Yield spread between 10-year and 2-year Treasury bonds and US output gap, ppts

Source: Refinitiv. Data covering period 14.08.1986-14.08.2024.

If precedent holds, US economic growth is set to decelerate significantly – according to our analysis the curve implies an average real GDP growth of about 1 per cent over the next five years. That average, in turn, likely hides a period of economic contraction.

All of which is bad news for equity markets. Every bull market has started and ended with a US recovery and a US recession since 1950 – and we’ve had 10 recessions since then. This suggests that a major market peak is likely within the next 12 months.

Although the yield curve is just one of a number of variables we use in our asset class return forecast model, the negative spread between the 10-year and 2-year US bond yields indicates US equities could deliver as little as 2 per cent per year over the next five years in nominal terms. That's only marginally below the forecasts in our Secular Outlook and down from an annualised return of about 10 per cent during the previous five years. Factor in inflation, and real returns will be around zero.

In other words, the US yield curve is telling us that the S&P 500 in 5 years’ time will be around 3,000, almost unchanged from current levels. This doesn’t mean the market will flat-line over the whole period. Instead, there’s likely to be considerable volatility – another typical consequence of an inverted yield curve.

An inverted yield curve is consistent with the VIX index – a measure of expected volatility of US equities, based on options pricing – to rise around 30 per cent over the next two years.

What does this mean for investors? Strategically, this is the right time to reduce allocation to equities. Tactically, the market could offer a final “entry point” in this cycle, but the upside is limited in both time and size.


Über Luca Paolini

Als Chief Strategist ist Luca Paolini für die taktische und strategische Asset-Allocation verantwortlich. Er hat fast 20 Jahre Erfahrung als Stratege für Anlageklassen, Regionen und Sektorallokation. Luca Paolini gehört unserer Strategic Unit als Mitglied mit Stimmrecht an. Er teilt auch seine Investmenteinschätzungen in unserem Barometer, dem monatlichen Marktausblick, und dem Secular Outlook, unserer Fünfjahresprognose.
In seiner Funktion als Chefsprecher für die Märkte äussert er sich häufig in der Presse und ist regelmässig auf CNBC, Bloomberg Business und Reuters TV zu sehen.
Bevor er 2012 zu Pictet Asset Management wechselte, war er als Equity Strategist bei Credit Suisse und Investment Strategist bei Union Investment tätig. Er begann seine Laufbahn 2001 bei Allianz Dresdner Asset Management und war dort für die Asset-Allocation und Anlagestrategie verantwortlich.
Luca Paolini besitzt einen Master-Abschluss in International Economics & Management der SDA Bocconi School of Management und einen Laurea Magistrale in Politikwissenschaften der Universität Bologna.

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Monetary taps: not so wide open

In positioning for huge central bank stimulus, investors have put themselves in a tight spot, explains Steve Donzé, Senior Macro Strategist at Pictet Asset Management.

An opening of the monetary taps. This is what stock markets have come to expect whenever global growth stumbles.

But this time round, it would take a truly monumental effort for the world's major central banks to deliver the kind of monetary easing equity investors are hoping for.

According to our model, the S&P 500’s current valuation implies a monetary stimulus of as much as USD1.5 trillion over the coming 12 months, or 2.5 per cent of global GDP.1

If investors are right, this would represent a sharp reversal of the current trend. The amount of new liquidity provided by central banks has been contracting at a rate of 0.5 per cent in the past six months.

Yet there is a strong chance investors could be wrong – not least because the gap between the expected and current volume of liquidity provision as a proportion of GDP is at its widest in a decade.

EXPECTATION VS REALITY

Major 5 central bank policy liquidity flow, 6-month rolling, % of GDP

Source: Pictet Asset Management, Refinitiv

We think central banks will press on the monetary accelerator again – but with far less force than markets are discounting.

Supersized bond buying from the European Central Bank – likely to be announced in September – should add EUR600 billion of fresh stimulus. Yet even when we add to that another four interest rate cuts from the US Federal Reserve – a liquidity injection worth USD200 billion – and the Swiss National Bank’s currency intervention – euro zone bond buying worth CHF10 billion in the past four weeks – monetary authorities will struggle to meet the market’s lofty expectations.

Investors should, then, brace themselves for disappointment.


1) Our model on liquidity, along with business cycle, valuation and market technicals, forms the basis of our assessment of the global market environment which we use to build multi asset portfolios. Policy liquidity flow is calculated as central bank net liquidity injection over preceding 6 months, as % of nominal GDP, using current-USD GDP weights (US: 37.9%, China: 24.5%, EMU: 23.6%, Japan: 9.0%, UK: 5.0%). Implied liquidity calculated using regression of S&P 500 index against global policy liquidity stock. Sources: Pictet Asset Management, Refinitiv.

Über Steve Donzés

Steve Donzés Schwerpunkt liegt auf Liquidität, der Lebensader der Märkte und der Wirtschaft. Als Senior Macro Strategist und Mitglied unserer Strategy Unit hat er leitende Verantwortung für Analysen und Prognosen der globalen Liquiditätsbedingungen. Neben seiner strategischen Arbeit ist Steve Donzé Co-Manager verschiedener Multi-Asset-Anlagestrategien und sitzt im Taktikausschuss des Pictet Pension Fund. Er beteiligt sich regelmässig an der öffentlichen Debatte über die Geldpolitik und äussert sich in der Financial Times und bei Reuters.
Bevor er 2007 zu Pictet Asset Management wechselte, hatte er Positionen bei der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Mission der Schweiz bei der UNO inne.
Steve Donzé besitzt einen Doktortitel der London School of Economics und einen Master-Abschluss des Graduate Institute of International Studies.

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Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Gesucht: Ein Netz des 21. Jahrhunderts, das Energie für eine kohlenstofffreie Zukunft liefert

Erneuerbare Energie ist günstig geworden und im Überfluss vorhanden. Jetzt brauchen wir nur noch eine moderne Netzinfrastruktur, damit wir diese Energie besser nutzen können, erklärt das Clean Energy Advisory Board von Pictet Asset Management.

Indiana ist von allen US-Bundesstaaten der zweitgrößte Kohlekonsument. Und gehört gleichzeitig zu den 10 größten Produzenten in den USA. Warum also hat der Bundesstaat beschlossen, Kohle zu verbannen? Die Antwort ist einfach: die Kosten.

Indiana, das seit den 1830er Jahren Kohle abbaut, wendet sich jetzt von fossilen Brennstoffen ab und stellt auf Solar- und Windenergie um, weil sich dadurch – so der größte regionale Versorger – mehrere Milliarden US-Dollar für die Verbraucher einsparen lassen.

Indiana ist kein Einzelfall. Auch in anderen US-Bundesstaaten und anderen Ländern sind die Kosten für die Erzeugung erneuerbarer Energie stark gesunken, sodass Solar- und Windenergie den fossilen Brennstoffen bald den Rang ablaufen wird.1

Das sind gute Neuigkeiten für die Städte und Länder, die auf der einen Seite die für die Erderwärmung mitverantwortlichen Kohlenstoffemissionen senken müssen, auf der anderen Seite aber der explodierenden Nachfrage nach Strom im Zuge des rasanten Wachstums vernetzter Geräte, Fahrzeuge und Gebäude Rechnung tragen müssen.

Günstige und saubere Energie ist jedoch nutzlos, wenn sie nicht dort hingelangt, wo sie benötigt wird, und das Tag und Nacht, ohne Unterbrechung. An dieser Stelle kommt das Stromnetz ins Spiel.

Stromnetze stimmen die erzeugte Strommenge auf die Last bzw. die entnommene Menge ab. Die heutige Netzinfrastruktur ist allerdings durch extreme Wetterereignisse wie Hurrikans und Waldbrände stark angeschlagen und kann die Flut an erneuerbarer Energie gar nicht bewältigen.

Aufgrund der Unberechenbarkeit von Sonne oder Wind sind diese Energiequellen auch wenig geeignet für eine Energieversorgung in großem Stil.

Die Welt muss also eine moderne Übertragungsinfrastruktur entwickeln.

Um sich über mögliche Lösungen zu informieren, haben Mitglieder des Pictet-Clean Energy Advisory Board (AB) und das Investmentteam der Strategie vor kurzem das National Renewable Energy Laboratory (NREL) in Denver und das Electric Power Research Institute in Palo Alto besucht, zwei Einrichtungen, die für ihre wegweisende Forschung auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien bekannt sind.

Dort konnten sich unsere AB-Mitglieder selbst von den Fortschritten bei Technologie auf Basis von erneuerbarer Energie überzeugen und bekamen ganz neue Einblicke in den Infrastrukturbedarf, der aus der Verbreitung von Elektrofahrzeugen resultiert, sowie in die Herausforderungen und Chancen bei der Integration des wachsenden Anteils erneuerbarer Energie in das Stromnetz.

Aus alt mach neu

Das aktuelle Netz basiert auf einem Ein-Wege-System, bei dem Elektrizität von den Kraftwerken zu den privaten Haushalten und den Unternehmen fließt. Die Übertragung erfolgt sowohl über lange als auch kurze Strecken in Form von Wechselstrom.

Der Wechselstrom hat sich seit seiner Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts, als er siegreich aus dem Stromkrieg hervorging und zum Standard für Stromnetze in aller Welt wurde, kaum verändert.

Mithilfe eines Transformators kann die Spannung problemlos hoch- oder heruntergesetzt werden. Seine größte Schwäche ist jedoch, dass er auf seinem Weg Energie verliert. Bei einer gegebenen Spannung ist der Verlust bei einem Wechselstromsystem gut doppelt so hoch wie bei einem Gleichstromsystem, mit dem sich Energie günstiger und effizienter über sehr lange Strecken transportieren lässt.

Noch deutlicher werden die Nachteile von Wechselstrom beim Transport von erneuerbarer Energie, weil Energie aus Solar-, Wind- und Wasserkraft in der Regel weit weg vom Ort der Nutzung erzeugt wird.

Aus diesem Grund beläuft sich bei Wechselstromnetzen die Stromerzeugungskapazität aus erneuerbarer Energie auf gerade einmal 15% des gesamten Strommixes, so Schätzungen unserer AB-Mitglieder.

Eine Erhöhung dieses Anteils könnte das Netz destabilisieren und zu regelmäßigen Stromausfällen führen.

Anders sähe es mit Gleichstrom aus.

KRÄFTEMESSEN

Wie UHGÜ die Integration erneuerbarer Energie in das Netz beschleunigt

Quelle: Pictet Asset Management, Tepco, CEERT

In ihrer modernen Form ist die Ultra-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (UHGÜ) sogar noch leistungsstärker und ermöglicht die Übertragung von Spannungen bis 1.100 kV, beim herkömmlichen Gleichstrom sind es nur 1,5 kV.

UHGÜ kann auch nicht vernetzte Wechselstrom-Übertragungssysteme in verschiedenen Gebieten verbinden (siehe Abbildung). Das bedeutet, dass ein UHGÜ-basiertes Makronetz den Betreibern die Möglichkeit bietet, verschiedene Quellen sauberer Energie hunderte oder tausende Kilometer entfernt anzuzapfen und dann je nach Bedarf und Wetter zwischen den Quellen zu wechseln.

Fast zehn Jahre, nachdem China als erstes Land der Welt UHGÜ einführte, wurde dort Anfang 2019 die längste und leistungsstärkste UHGÜ-Leitung der Welt in Betrieb genommen. Die Leitung hat eine Gesamtlänge von über 3.000 Kilometern – mehr als die Entfernung zwischen London und Moskau. Sie transportiert 66 Mrd. Kilowatt Strom pro Stunde aus dem entlegenen Nordwesten des Landes – wo in ausreichendem Masse Solar- und Windkraft vorhanden ist – zu dem dicht besiedelten Osten und versorgt 50 Millionen Haushalte mit Energie.

UHGÜ erfreut sich auch in anderen Ländern wachsender Beliebtheit: So plant Europa eine Modernisierung seiner Netzinfrastruktur, mit dem ehrgeizigen Ziel, selbst zu einer „Kupferplatte“ zu werden. Ein starkes innereuropäisches Übertragungsnetz würde die grenzüberschreitende Stromverteilung von Regionen mit viel Sonne oder Wind hin zu Gebieten mit viel Regen und Wolken erleichtern.

Deutschland zum Beispiel entwickelt eine UHGÜ-Trasse für den Transport erneuerbarer Energie vom windreichen Norden zu den verbrauchsintensiven Regionen im Süden.

Das als Südlink bezeichnete, 800 km lange Projekt trägt dazu bei, dass Deutschland sein nationales Ziel – die Gewinnung von 65% seiner Energie aus erneuerbaren Quellen bis spätestens 2030 (zurzeit sind es 38%) – erreicht.

Kritiker sagen, die hohen Investitionskosten für UHGÜ sind ein großes Hindernis für deren Akzeptanz.

Die langfristigen Vorteile könnten jedoch enorm sein. Nach Einschätzung unseres Wissenschaftlichen Beirats amortisieren sich Infrastrukturprojekte in Europa in der Regel nach drei bis fünf Jahren dank Einsparungen durch höhere Effizienz.

Die Netzinfrastrukturprojekte in Europa amortisieren sich in der Regel nach drei bis fünf Jahren dank Einsparungen durch höhere Effizienz.

Wind aus Wyoming

Die USA, der weltgrößte Energiekonsument, steigt ebenfalls auf Gleichstrom um.

Das 3 Mrd. US-$ schwere TransWest Express Project sieht die Installation einer UHGÜ-Übertragungsleitung für den Transport von Windkraft aus Wyoming über eine Strecke von mehr als 1.000 Kilometern nach Kalifornien vor. Dort ist man gierig nach sauberer Energie, weil damit die Ziele für die Kohlenstoffreduzierung erreicht werden sollen.

Das NREL schätzt, dass sich dadurch Einsparungen von 1 Mrd. US-$ für die Verbraucher in Kalifornien erzielen lassen.2

Untersuchungen des Earth System Research Laboratory haben ergeben, dass sich mithilfe solcher Stromnetze, die eine bessere Nutzung des enormen Windkraftpotenzials ermöglichen, die Kohlenstoffemissionen um 80% gegenüber den Ständen von 1990 senken lassen.3

Investition in eine saubere Welt

Dank neuer und innovativer Netztechnologien kann erneuerbare Energie schnell Fahrt aufnehmen. Damit brechen goldene Zeiten für Anleger an, die von dem langfristigen Wandel zu einer kohlenstoffarmen Welt profitieren dürften.

Das Pictet-Clean Energy Portfolio investiert in Unternehmen, die eine wichtige Rolle beim Umstieg auf saubere Energie spielen.

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Branche bietet eine Fülle an Investmentmöglichkeiten, da der Markt bis 2026 mit einer CAGR von fast 9% auf 16,3 Mrd. US-$ anwachsen dürfte.4

Technologien, die für das UHGÜ-System genutzt werden, dürften ebenfalls ein Wachstum erfahren. Nehmen wir zum Beispiel industrielle Halbleiter, die unverzichtbar für den Betrieb von Stromnetzen sind.

Silizium-Chips werden für die Umwandlung von Strom zwischen verschiedenen Wechsel- und Gleichspannungen und in verschiedenen Frequenzen benötigt, was wiederum hilft, Energieverlust zu minimieren und einen stabilen Stromfluss zu gewährleisten.

Die Nachfrage nach industriellen Halbleitern dürfte sich zwischen 2016 und 2022 auf 81 Mrd. US-$ verdoppeln, mit einem Wachstum von 10% pro Jahr.5


1) Die globalen gewichteten durchschnittlichen Stromgestehungskosten von Solar-PV-Großkraftwerken sind zwischen 2010 und 2017 von ca. 0,36 US-$ um 73 % auf 0,10 US-$ pro kWh gesunken. Quelle: International Renewable Energy Agency
2) https://www.nrel.gov/docs/fy14osti/61192.pdf
3) https://www.nature.com/articles/nclimate2921
4) Stratistics MRC, 8.3.2019
5) PWC

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Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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China bald an Bord?

Nach Jahren des Wartens dürfte es bald soweit sein, dass China in den vielbeachteten JP Morgan GBI-EM GD Index aufgenommen wird, erklärt Mary-Therese Barton, Head of Emerging Market Debt bei Pictet Asset Management.

Fast geschafft?

Wir gehen davon aus, dass chinesische Anleihen demnächst in den am häufigsten nachgebildeten und am meisten investierten Index für Schwellenländer-Staatsanleihen in Lokalwährung Einzug halten werden.

Im April wurde China bereits in den Bloomberg Barclays Global Aggregate Index und den Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Currency Bond Index aufgenommen, aber chinesische Anleihen sind weiterhin von dem stärker beachteten JP Morgan GBI-EM GD ausgeschlossen.

Bislang hat der JP Morgan GBI-EM GD Index Länder wie Indien und China aufgrund historischer Hürden, die ausländischen Anlegern den Zugang zu diesen Anleihemärkten erschwerten, ausgeschlossen. GD steht für „Global Diversified“ und dieser Index ist so konzipiert, dass er von Anlegern leicht nachgebildet werden kann. (Hinweis: In der JP Morgan GBI-EM Broad-Indexreihe für Schwellenländeranleihen in Lokalwährung sind Indien und China seit deren Einführung enthalten, aber nur sehr wenige aktive Anleger nutzen diese Index-Reihe.)

GEWICHTUNGEN IM JP MORGAN GBI-EM GLOBAL DIVERSIFIED NACH LAND (%)


Quelle: Pictet Asset Management/JP Morgan, Stand 30.06.2019

Angesichts der Größe des chinesischen Anleihemarkts spricht alles dafür, dass die Gewichtung im JP Morgan GBI-EM GD bei 7–10% liegen wird. 10% ist der zulässige Höchstwert für ein einzelnes Land in diesem Index, damit reiht sich China neben Polen, Mexiko, Indonesien und Brasilien ein (siehe oben).

Abgestufte Aufnahme

Falls und wenn JP Morgan die Aufnahme Chinas in den Index ankündigt, dürfte diese stufenweise erfolgen, beginnend mit 1% pro Monat bis zur Zielgewichtung. Dadurch wäre die Region Asien insgesamt ähnlich gewichtet wie Europa und hätte eine höhere Gewichtung als Lateinamerika.

GEWICHTUNGEN IM JP MORGAN GBI-EM GLOBAL DIVERSIFIED NACH REGION (%)


Quelle: Pictet Asset Management/JP Morgan, Stand 30.06.2019

Der Zugang zum chinesischen Markt für lokale Anleihen ist in den letzten Jahren erheblich einfacher geworden, insbesondere mit Bond Connect, das ausländischen Anlegern den direkten Zugang zu chinesischen Lokalanleihen direkt über die Börse Hongkong ermöglicht. Früher mussten ausländische Anleger einen langwierigen Prozess durchlaufen, der die Zuteilung einer QFII (Qualified Foreign Institutional Investor)-Quote durch die chinesische Devisenaufsichtsbehörde SAFE vorsah, außerdem musste eine lokale Clearingstelle mit internationaler Abwicklung gesucht werden.

Dieser Prozess war kompliziert und dauerte lange und die zugeteilten Quoten waren oft niedriger als von den Anlegern beantragt. Fast alle diese Hürden sind mittlerweile beseitigt, sodass chinesische Anleihen alle Voraussetzungen für eine Aufnahme in den JP Morgan GBI-EM GD Index erfüllen.

Welche Auswirkungen hat die Aufnahme?

Kurzfristig hat die Aufnahme Chinas in den Index keine nennenswerten Auswirkungen. Wir investieren schon seit Jahren über Zinssätze und die Währung in chinesische lokale Märkte. Unsere Asian Local Currency Debt-Strategien zum Beispiel nutzen den JP Morgan JADE Broad Index, in dem chinesische Onshore-Anleihen bereits 10% ausmachen. Viele unserer Fonds investieren bereits über Bond Connect in chinesische Onshore-Anleihen, wir waren damals Vorreiter.

Die Aufnahme in den Index wäre ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Internationalisierung der chinesischen Währung Renminbi. – Mary-Therese Barton

Was die Aufnahme Chinas in den Index mittel- bis langfristig bedeutet, darf jedoch nicht unterschätzt werden. Wie vor kurzem in einem unserer Artikel thematisiert, ist die fortschreitende Öffnung des chinesischen Onshore-Anleihemarkts eine ganz große Sache. Nach unserer Einschätzung wäre die Aufnahme in den JP Morgan GBI-EM GD Index ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Internationalisierung der chinesischen Währung Renminbi.


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Über die Autorin

Mary-Therese Barton kam 2004 zu Pictet Asset Management und leitet den Bereich Emerging Debt. Bevor sie ihre jetzige Position im Jahr 2018 antrat, war sie Senior Investment Managerin im Team. Mary-Therese fing als Analystin für Schwellenländeranleihen an. Bevor sie zu Pictet kam, war sie bei Dun & Bradstreet als Ökonomin für die Analyse europäischer Länder zuständig. Mary-Therese Barton erwarb am Balliol College der Universität Oxford einen BA (Hon) in Philosophie, Politik- und Wirtschaftswissenschaften. Sie hat außerdem einen MSc mit Auszeichnung in Finanzentwicklung vom Zentrum für Studien in Finanzmanagement, SOAS (School of Oriental and African Studies), Universität London. Zudem ist sie diplomierte Chartered Financial Analystin (CFA).

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A Secular Outlook - US Equities

High valuations, inverted US yield curve, wage inflation, fewer buybacks... A tough environment for US equities is, in a nutshell, what Luca Paolini is expecting for the next five years. Pictet Asset Management's Chief Strategist looks at what to expect for the US equity market over the next half decade.

You can download the full Secular Outlook for an in-depth analysis at am.pictet.

Further information on the Secular Outlook (in German) can be found here; and please find Luca Paolini's view on emerging markets here.

Wieder einmal für lange Zeit im tiefen Tal

Da uns die niedrigen Zinssätze erhalten bleiben werden, ist es für Anleiheanleger besonders wichtig, das richtige Verhältnis von Risiko und Rendite zu finden, erklärt Ella Hoxha, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management.

Wenn Ihnen jemand vor zwanzig Jahren eine 10-jährige Anleihe mit einer Rendite angeboten hätte, die kaum die Inflation deckt, hätten Sie sicher dankend abgelehnt. In dem heutigen Niedrigzinsumfeld hingegen würden Sie vielleicht doch ernsthaft über das Angebot nachdenken.

Als Österreich im vergangenen Monat seine 100-jährigen Anleihen verkaufte, übertraf die Nachfrage das Angebot um das Fünffache – das Papier wurde mit einer Rendite von gerade einmal 1,2% verkauft. Das klingt absurd, ist aber vielleicht gar nicht so überraschend, wenn man bedenkt, dass Anleihen im Gesamtwert von 13 Bio. US-$ weltweit unter null Prozent rentieren.

Daran dürfte sich so bald nichts ändern. Die jüngsten Äußerungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank lassen darauf schließen, dass die Zinssätze in den kommenden Monaten weiter sinken werden.

Anleger, die auf der Suche nach Ertrag sind, scheinen in der Klemme zu stecken: Entweder sie nehmen niedrigere Renditen in Kauf oder sie gehen mehr Risiko ein.

Die Entscheidung muss aber gar nicht so radikal schwarz-weiß sein – mit dem richtigen Ansatz können Anleger von einem ausgewogenen Verhältnis von Rendite und Risiko profitieren.

Bei der Pictet-Absolute Return Fixed Income Strategie hat jahrelang die Idee, dass die Zinssätze längere Zeit auf extrem niedrigem Niveau verharren, unser Denken bestimmt. 

Historisch betrachtet hat die hohe Staatsverschuldung Wirtschaftswachstum gebremst und die Inflation niedrig gehalten. Das wiederum hat zu niedrigen Anleiherenditen geführt (siehe Abbildung). Wir gehen davon aus, dass sich diese Trends fortsetzen, auch wenn kurzzeitige Änderungen der wirtschaftlichen Bedingungen gelegentlich eine härtere Gangart der Zentralbanken auslösen können (wie wir Anfang des Jahres sehen konnten).

NIEDRIGE INFLATION, NIEDRIGE RENDITEN

Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihe, %, und Kernteuerungsrate, % im Jahresvergleich

Quelle: Bloomberg. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.01.1962–28.06.2019.

Wir spüren Gelegenheiten in Bereichen auf, in denen andere sich nicht trauen zu investieren, gleichen das Risiko aber auf Portfolioebene mit Sicherungsgeschäften aus. 

Unpopuläre Anleihen

Am risikoreicheren Ende des Spektrums sehen wir Wertpotenzial bei US-Unternehmensanleihen mit BBB-Rating, der niedrigsten Investment-Grade-Stufe. Die Preise in diesem Segment sind unter Druck geraten und diese Anleihen werden jetzt mit einem attraktiven Aufschlag gehandelt. Viele der großen Emittenten dieser Kategorie, darunter einige etablierte Konzerne, müssen nach Fusionen und Übernahmen Schulden abbauen. Im Zuge dessen entwickeln sich ihre Anleihen zu interessanten Anlagegelegenheiten.

Unternehmensanleihen dürften auch von den Zinssenkungen der US-Notenbank und dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Schub profitieren.

NEGATIVE KORRELATION

Rollierende Korrelation über 5 Jahre: US-Unternehmensanleihen mit BBB-Rating gegenüber US-Staatsanleihen

Quelle: Bloomberg, Pictet Asset Management. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.2001–30.06.2019.

Diese Wertpapiere würden jedoch sehr empfindlich auf einen starken Abschwung oder eine Rezession reagieren. Das ist vielleicht nicht unser Basisszenario, aber unser Ansatz beruht auf der Gewichtung von Wahrscheinlichkeiten und Risiken. Unser Ziel ist es, alle möglichen Szenarien zu analysieren, die Gewinne für unsere Anleger bringen könnten, nicht nur bei Marktaufschwüngen, sondern auch bei -abschwüngen. Eine Long-Position in BBB-Anleihen an sich ist gemessen an diesem Ziel zu risikoreich, daher müssen wir einen kosteneffizienten Weg finden, um das Risiko zu senken und dennoch attraktive Renditen zu erzielen.

In diesem Fall bedeutet das, die Position abzusichern, indem in US-Staatsanleihen mit längerer Laufzeit – 10 bis 30 Jahre – investiert wird. In der Vergangenheit korrelierten die Renditen dieser Staatspapiere konsequent negativ mit denjenigen von BBB-Unternehmensanleihen, was für die Absicherung perfekt ist (siehe Abbildung). Wenn es der US-Wirtschaft schlecht geht, werden die US-Zinssätze noch weiter nach unten gehen als aktuell erwartet und dort lange Zeit verharren – davon profitieren Staatsanleihen mit längerer Laufzeit. Wir haben diese Position während des Ausverkaufs am Markt zu Jahresbeginn aufgenommen.

In ähnlicher Weise haben wir in Europa unsere Allokation in Investment-Grade-Unternehmensanleihen durch den Kauf länger laufender deutscher Bundesanleihen abgesichert – hier haben wir uns auf Emittenten aus der Immobilienbranche konzentriert.

Schwellenländer nicht unterschätzen

Die Chancen, ein ausgewogenes Verhältnis von Rendite und Volatilität zu erreichen, sind nicht auf die Industrieländer beschränkt. Auch in den Schwellenländern gibt es sie.

Schwellenländeranleihen reagieren in der Regel besonders empfindlich auf Veränderungen der US-Zinssätze. Daher dürften Zinssenkungen durch die US-Notenbank einer Anlageklasse zugutekommen, die bereits von der Transformation Chinas zu einer ausgewogeneren Wirtschaft profitiert.

Auf US-Dollar lautende Schwellenländeranleihen bieten daher die Möglichkeit, in den kommenden Jahren attraktive volatilitätsbereinigte Renditen zu erwirtschaften. Abgesehen von ihrem langfristigen Potenzial sind die Schwellenländer allerdings auch bekannt für kurzfristige Volatilitätsschübe. Wir sind überzeugt, dass wir dieses Risiko mit Short-Positionen in verschiedenen Schwellenländerwährungen gegenüber dem US-Dollar reduzieren können.

Es ist bekanntermaßen schwer vorherzusagen, welchen Weg Märkte, Volkswirtschaften und die Politik einschlagen werden. Und wir möchten nicht unsere Performance aufs Spiel setzen, nur weil die Konjunkturprognosen falsch sind. Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, langfristige Strukturtrends zu erkennen und in die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu investieren, während wir bei jeder Chance die Risiken abwägen und streuen. Jetzt, wo die Zinssätze am Tiefpunkt, Anleihen hingegen auf Rekordhoch sind, halten wir diesen Ansatz für sehr sinnvoll.


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Über die Autorin

Ella Hoxha gehört seit Dezember 2018 als Senior Investment Manager dem Global Bonds Team an und ihr Schwerpunkt liegt auf globalen Zinssätzen und Devisen. Sie ist von Wellington Management zu Pictet gewechselt, wo sie über sieben Jahre als Managing Director und Fixed Income Portfolio Manager tätig war und sich in dieser Funktion hauptsächlich mit Absolute-Return-Strategien für das Global Bonds Team beschäftigte. Davor war sie bei Invesco Asset Management beschäftigt, wo sie über acht Jahre als Senior Portfolio Manager dem Global Bonds Team angehörte und mehrere globale und regionale Portfolios verwaltete, darunter den Invesco European Bonds Fund. Ella Hoxha besitzt einen MSc in International Finance der University of Westminster und einen BA Hons in Business Finance der Oxford Brookes University. Darüber hinaus ist sie Chartered Financial Analyst (CFA).

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