Unsicherheit über globale Wirtschaftsentwicklung bremst Aktienmärkte

Seit einigen Wochen beschäftigen sich die Investoren mit der zentralen Frage, ob die globale Wirtschaft und damit auch die Finanzmärkte in eine Rezession trudeln oder ob der starke Abverkauf zu Beginn des Jahres ein Signal dafür ist, jetzt das Aktienengagement wieder auszubauen. Allerdings haben die Risikoaktiva trotz der jüngsten Kurserholung bisher noch nicht bewiesen, dass die Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen, nicht nur ein Strohfeuer war. Hinzu kommt weiterhin die Unsicherheit der Marktteilnehmer darüber, welche Tendenz die globale wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Monaten einschlagen wird.

„Auch wenn sich die Aktienkurse zuletzt wieder erholt haben, sehen wir die Zeit noch nicht gekommen, wieder stärker in die Aktienmärkte einzusteigen“, sagt das Team von Man FRM in ihrer aktuellen Monatsstudie1. „Die aktuellen Wirtschaftsdaten reflektieren bei weitem noch nicht die herrschende Erwartungshaltung an die Entwicklung des globalen Wirtschaftswachstums. Gerade wenn wir uns die wichtigen Märkte USA und Europa genauer ansehen, scheint die US-Wirtschaft – verglichen mit Europa – in einem besseren Zustand zu sein. Einige Indizes haben mit einer ausgesprochen guten Erholung überrascht und auch die Stabilisierung der Ölpreise führte zu einer steigenden Nachfrage. Das Problem sind die sehr hohe Beschäftigungsrate und eine steigende Inflation. Seit Januar erhöhten sich die privaten Konsumausgaben monatlich um 0,3 Prozent und ließen die jährliche Kerninflationsrate auf 1,7 Prozent steigen. Sie liegt damit bereits höher, als die von der US-Notenbank (Fed) zum Ende des laufenden Jahres prognostizierte Kerninflationsrate. Da wundert es nicht, dass die Fed sukzessive den Leitzins anheben muss, obgleich sie doch gewillt ist, für einen Bullenmarkt zu sorgen. Wenig ermutigend ist deshalb, dass die Finanzmärkte bereits über die erste Zinserhöhung stolperten. In Europa konzentriert sich indes alles auf einen möglichen Brexit sowie auf die Auswirkungen der jüngsten Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Leitzins auf 0,00 Prozent zu senken. Wir gehen davon aus, dass die geldpolitischen Entscheidungsträger negative Zinsen nicht als die schlechteste Option ansehen, um dem Problem der ausbleibenden Inflation Herr zu werden.“

Lichtblick für den HFRX Global Hedge Fund Index
Mitte des Monats Februar erholten sich die globalen Finanzmärkte nach anfänglich starken Verlusten. Das führte dazu, dass der HFRX Global Hedge Fund Index den Februar nur mit einem leichten Minus von -0,32 Prozent abschloss (17. Februar 2016: -1,11 Prozent). Auf Jahressicht liegt der HFRX Global Hedge Fund Index derzeit bei -3,08 Prozent.

Managed Futures mit durchwachsener Performance im Februar
Im Februar erzielten die Managed-Futures-Strategien in erster Linie Gewinne durch Short-Positionen in Erdöl und Erdgas. Weitere positive Treiber waren Short-Positionen in japanische Aktien. Short- Positionen in asiatische Aktien (ohne Japan) hatten zu Beginn des Monats einen guten Start, verzeichneten allerdings ab Mitte des Monats Verluste, bedingt durch das Scheitern der chinesischen Zentralbank, den Abwärtstrend an den heimischen Finanzmärkten zu durchbrechen.

Moderates Minus durch frühzeitige Risikoreduktion
US-Equity-Long-Short-Manager hatten im Februar schwer mit der starken Marktvolatilität zu kämpfen. Der S&P 500 verzeichnete zur Monatsmitte ein Minus von -6,1 Prozent, konnte den Monat aber schließlich moderat mit -0,4 Prozent beenden. Europäische Equity-Long-Short-Manager sahen sich einem ähnlich schwierigen Umfeld ausgesetzt. Der sich seit Januar fortsetzende Ausverkauf an den Märkten führte zu einem deutlichen Verlust des Euro Stoxx 50 von zunächst -12 Prozent. Der Euro Stoxx 50 beendete den Februar letztlich bei -3,3 Prozent. Einige Equity-Long-Short-Manager reagierten bereits zu Beginn des Monats mit einer deutlichen Risikoreduktion, um stärkere Verluste im Monatsverlauf zu vermeiden.

Merger-Arbitrage-Strategien trotzen volatilem Markt
Die Ausweitung der Spreads hatte zur Folge, dass die Event-Driven-Strategien den Februar mit einer negativen Performance beendeten – das Gros der Verluste konnte jedoch in der zweiten Monatshälfte wieder ausgeglichen werden. Indes war der Februar für Merger-Arbitrage-Strategien abermals ein guter Monat – aktuell liegen sie auf Jahressicht im positiven Bereich. Spreads auf Deals waren sehr volatil. Viele wurden im Monatsverlauf enger, bedingt durch sehr hohe Bieteraktivität, ausstehende Genehmigungen seitens der Aufsichtsbehörden sowie Transaktionen, die kurz vor dem Closing standen. Das Transaktionsvolumen lag im Februar mit 430 Milliarden US-Dollar deutlich über dem Vormonat (Januar 2016: 220 Milliarden US-Dollar).

1FRM Early View – February 2016, vom 2. März 2016

Man on the Month: Japanische Notenbank könnte zum entscheidenden Impulsgeber werden

Seit Jahresbeginn scheinen sich die Finanzmärkte nicht für eine klare Richtung entscheiden zu können. Daran ändert auch die umfangreiche Liquidität, die die Notenbanken zur Verfügung stellen, bislang nichts. Aus Sicht von Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM, könnte jedoch die japanische Notenbank mittelfristig zum entscheidenden Impulsgeber werden. „Möglicherweise verfehlt Japan trotz des immensen monetären Stimulus des vergangenen Jahres das erwartete Inflationsziel von zwei Prozent. Dann stehen die Chancen gut, dass die japanische Notenbank ein weiteres Mal versuchen wird, die Wirtschaft mit einer Geldspritze anzukurbeln. Es ist davon auszugehen, dass der Euro in der Folge aufwerten würde. Wenn dann auch noch die Inflation in Europa weiter nahe dem Nullpunkt bleibt, dürfte sich die Europäische Zentralbank veranlasst sehen, ebenfalls unorthodoxe geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Ich gehe davon aus, dass auf ein derartiges Szenario wiederum die Märkte positiv reagieren werden.“

Kurzfristig dürfte die laufende Berichtssaison eine Rolle für die Aktienmärkte spielen. Denn Investoren werden wohl in Anbetracht der derzeit herrschenden Unsicherheit einen noch intensiveren Blick auf die Fundamentaldaten werfen. Das könnte zu einer generellen Veränderung der Risikowahrnehmung führen und eine stärkere Nachfrage nach defensiveren Werten erzeugen.

Besonders Equity Long-Short Manager hatten einige Schwierigkeiten im April

Insgesamt wies der HFRX Global Hedge Fund Index am Ende des Monats ein Minus von 0,73 Prozent auf. Dazu trugen hauptsächlich Equity Long-Short Manager bei. Dabei schlossen in Europa viele Fonds im Minus ab, während in den USA hauptsächlich jene betroffen waren, die auf Technologiewerte und auf Growth-Titel setzten. US-Manager, die in Value-Aktien investierten, zeigten eine gute Performance. Trotz des schwierigen Monats schlagen weiterhin zahlreiche Manager auf Jahressicht die Aktienindizes.

Managed Futures lagen leicht im Plus. Wesentliche positive Faktoren waren hier Erdgas und Agrarrohstoffe sowie Zinsen, während gerade die Aktienmärkte wenig zur Performance beitragen konnten.

Commodities Manager hatten einen wechselhaften Monat. Gut schnitten diejenigen ab, die auf das Thema Energie setzen, während es bei Managern mit dem Schwerpunkt Basismetalle aufgrund der wirtschaftlichen Daten aus China nicht ganz so gut lief.

Auch Credit Manager waren leicht positiv. Hier profitierten besonders die Long-Short Manager von Wertzuwächsen einzelner Positionen. Nicht zuletzt die Konstellation Fannie Mae und Freddie Mac, die schon seit Monaten für eine gute Performance sorgt, erfreut sich bei vielen Managern weiterhin großer Beliebtheit. 

Man on the Month: Schwieriger Monat für fast alle Hedgefonds-Strategien

Die hohe Liquidität wird trotz zunehmender geopolitischer Spannungen auf absehbare Zeit der wesentliche Treiber des Geschehens an den Finanzmärkten bleiben. „Die Märkte haben im März die Krise in der Ukraine ohne nennenswerten Ausverkauf überstanden“, sagt Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM. „Es ist gut möglich, dass Risiko-Assets in der nahen Zukunft sogar noch an Wert gewinnen und neue Höchststände erreichen. Wir glauben, dass die reichlich vorhandene Liquidität die Märkte trotz der bestehenden Ungewissheit weiter antreibt. Daher gehe ich davon aus, dass die Risiken zunehmen.“

Dabei hatten die Märkte im März neben der Krim-Krise noch weitere Negativnachrichten zu verdauen. So verstärkte sich im Monatsverlauf die Skepsis über das künftige Wachstum in China. Dazu trug die Ankündigung des Landes bei, stärkere Schwankungen des Yuan zuzulassen. Experten sehen darin die Absicht, künftig wirtschaftliche Reformen stärker voranzutreiben – auch wenn dies zunächst auf Kosten des Wirtschaftswachstums gehen sollte. Zudem verunsicherten die Äußerungen von Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Federal Reserve, zur Monatsmitte die Märkte. Diese wurden als Andeutung interpretiert, dass Zinserhöhungen eher zügiger als langsamer auf die Tagesordnung rücken könnten.

Schwieriger Monat für fast alle Hedgefonds-Strategien

Trotz der zum Teil erreichten Aktienhöchststände zum Monatsende und der relativen Stabilität der Märkte taten sich Hedgefonds im März schwer. Die meisten Strategien wiesen eine schwache Performance aus. Grund hierfür waren weniger Yellens Äußerungen zu möglichen Zinsanstiegen in der Zukunft, sondern vielmehr ihr Zusammentreffen mit zahlreichen anderen Faktoren. So sorgte der Einbruch der Aktienmärkte zur Monatsmitte für eine V-förmige Entwicklung, die sich oftmals kontraproduktiv auf die Renditen von Hedgefonds auswirkt. Hinzu kamen in vielen Bereichen Trendumkehrungen. Darüber hinaus zeigten sich Korrelationen zwischen üblicherweise nicht korrelierten Strategien wie etwa dem Rohstoff-Handel und chinesischer Intermarket Arbitrage.

In der Folge wiesen Managed Futures eine negative Performance aus, die aus der Entwicklung verschiedener Anlageklassen resultierte. Den größten negativen Einfluss hatten dabei Aktien, die gerade in den ersten drei März-Wochen für Verluste sorgten. Insgesamt scheint es momentan so, als ob sich kaum länger anhaltende Trends an den Märkten herausbilden.

Auch Equity-Long-Short-Manager taten sich im vergangen Monat schwer. Insbesondere in Europa gab es Negativfaktoren, die zusätzlich dafür sorgten, dass die Manager zum Teil schwächer als die Aktienindizes abschnitten. Viele Fonds sahen sich beispielsweise einem so genannten Short Squeeze in kleinkapitalisierten italienischen Aktien ausgesetzt. Darüber hinaus fand eine Rotation statt: Investoren verkauften Small Caps und wendeten sich eher Large Caps zu. Dies wirkte sich für einige Fonds, die angesichts der zuletzt höheren Renditen bei Small Caps bewusst auf dieses Segment gesetzt hatten, negativ aus.

Für Emerging-Markets-Manager bleibt das Umfeld schwierig. Manche von ihnen wiesen im März Verluste im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Allerdings gab es in diesem Bereich durchaus auch erfolgreiche Manager – beispielsweise jene, die sich im Zusammenhang mit der Krim-Krise gut positioniert oder rechtzeitig auf die Erholung der Peripherieländer in der Eurozone gesetzt hatten.

Man on the Month - Störfaktoren lassen die Märkte vorerst kalt

Im Februar mussten die Märkte zahlreiche politische und makroökonomische Störfaktoren verdauen – aus dem Tritt sind sie dennoch nicht gekommen. „Es ist die massive Liquiditätsschöpfung der wesentlichen Notenbanken, die die Märkte weiter treibt“, sagt Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM. „Wertüberlegungen oder die Nachrichtenlage spielen momentan eine weniger wichtige Rolle. Positive Entwicklungen werden hingegen als Bestätigung der allgemeinen Zuversicht interpretiert. Die daraus resultierenden Rallys sind jedoch deutlich weniger stabil. Vor allem aber verschärfen sich die Probleme, sollte der Geldhahn in Zukunft abgedreht werden. Dieses Spiel kann noch eine Weile weiterlaufen – wir werden jedoch zunehmend wachsamer.“ 

Tatsächlich setzten Investoren im Februar stärker auf risikoreiche Anlageklassen – obwohl es zuhauf negative Nachrichten gab. So fielen beispielsweise in den USA mehrere Wirtschaftsindikatoren wie der ISM Manufacturing Report oder die Arbeitslosenzahlen schlechter als erwartet aus. In Italien wechselte binnen kurzer Zeit erneut die Staatsspitze und in der Türkei wurden neue Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung laut. Zugleich wachsen die Zweifel an der Solidität der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas weiter. Das sicherlich einschneidendste Ereignis jedoch war die Besetzung der ukrainischen Schwarzmeer-Insel Krim durch Russland – sie hat eine schwerwiegende politische Krise weit über die Region hinaus ausgelöst.

Trotzdem schloss der S&P 500 Index den Februar mit einem Plus von 4,3 Prozent ab und erreichte damit ein Rekordhoch. Auch der deutsche Dax konnte vier Prozent zulegen und notierte zum Monatsende nur 51 Zähler unter seinem historischen Höchststand. 

Zuwächse bei fast allen Hedgefonds-Strategien 

Hedgefonds lieferten in diesem Umfeld im vergangenen Monat unabhängig von der jeweiligen Strategie fast durchgängig positive Zahlen. Der HFRX Global Hedge Fund Index legte im Februar um 1,59 Prozent zu. Am stärksten schnitten Equity-Long-Short-Manager ab, die von einer hohen Streuung einzelner Werte sowie dem hohen Nachrichtenfluss im Zusammenhang mit neuen Geschäftszahlen profitierten. Insgesamt lässt sich für die Long- Short-Fonds im Aktienbereich festhalten, dass sie sowohl im Januar als auch im Februar zulegen konnten – und das, obwohl sich die Märkte im Januar abwärts entwickelten und im Februar deutlich stiegen. 

Schwierigkeiten im Equity-Long-Short-Bereich hatten im Februar nur japanische Manager. Ihre Performance lag deutlich im Minus. Sie litten darunter, dass sich die Aktien von Nebenwerten im relativen Vergleich zu Blue Chips nicht wie im Vormonat auch besser entwickelten. Zum anderen hatten viele Fonds Finanztitel in ihren Portfolios übergewichtet und mussten hier Verluste hinnehmen. Credit-Long-Short-Manager schnitten trotz der veränderten Entwicklung an den Märkten ebenfalls sowohl im Januar als auch im Februar positiv ab. Hierzu trugen unter anderem Long-Positionen bei Vorzugsaktien der beiden US-Finanzkonzerne Freddie Mac und Fannie Mae bei.

Managed Futures mit positiver Performance 

Managed Futures konnten nach einem schwachen Start im Januar Boden gut machen und verzeichneten eine positive Wertentwicklung. Hier zahlte sich aus, dass die meisten Fonds trotz der Verluste im Vormonat ihre Aktienpositionen kaum reduziert hatten. In der Folge sorgten genau diese Positionen im Februar angesichts steigender Aktienkurse für kräftige Gewinne. 

Für Emerging-Markets-Manager bleibt das Umfeld herausfordernd. Einige große Fonds kündigten im Februar sogar ihre Schließung an. Dennoch gab es attraktive Gelegenheiten für Manager, sich zu positionieren. Am deutlichsten wurde dies im Zusammenhang mit der Entwicklung in der Ukraine, die bei einigen Häusern zu einer klaren Outperformance führte. Aktuell beobachten viele Emerging-Markets-Manager die Situation in China. Eine weitere Abwertung der Landeswährung wäre für viele asiatische Volkswirtschaften schlecht, könnte aber bei geschickter Positionierung zu Gewinnen für Manager führen.

MAN on Convertibles: Asien legt Schnellstart auf dem Wandler-Parkett hin

Nach einem für die weltweiten Wandelanleihemärkte renditestarken und erfolgreichen Jahr setzt sich der positive Trend 2014 bislang fort. „Konstantes Wirtschaftswachstum in den USA und attraktive Bewertungen in Europa sorgen für gute Stimmung an den Aktienmärkten und zusätzliche Chancen in dieser Anlageklasse“, erklärt Carsten Oppelt, Co-Head im Convertibles Team bei Man. „Davon profitieren auch asiatische Wandelanleihen.“ Dass die Nachfrage nach Wandlern aus der Region groß ist, belegen alleine die ersten Januarwochen, in denen es gleich zu mehreren interessanten Emissionen aus Thailand und China kam. Sie wurden jeweils sehr gut vom Markt aufgenommen und waren innerhalb von Stunden mehrfach überzeichnet. 

Unter den Emittenten war auch das 1979 gegründete Immobilienunternehmen China Overseas Land & Investment Ltd. (COLI) mit Firmensitz in Hong Kong, einer der großen Namen der Immobilienindustrie. COLI begab Anfang Januar ein Rückkaufangebot in Höhe von 680 Millionen US-Dollar für die im Mai dieses Jahres auslaufende Wandelanleihe, die bei Investoren aufgrund des halbstaatlichen Hintergrunds der Gesellschaft und ihrer damit hohen Asymmetrie als besonders beliebt gilt. Der Begriff der Asymmetrie einer Wandelanleihe beschreibt deren Eigenschaft als Kombination von Aktie und Anleihe, ein höheres Auf- als Abwärtspotenzial aufzuweisen. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen eine Neuemission über 750 Millionen US-Dollar im Austausch für die alte Anleihe an. Dieser Umtausch bedurfte der Zustimmung der alten Anleihegläubiger und wurde Ende Januar angenommen. Die neue Wandelanleihe von COLI beinhaltet nun ebenfalls einen Kupon von null Prozent, soll am Ende der Laufzeit 2021 jedoch mit 127,49 Prozent zurückbezahlt werden. Die Wandelprämie, d.h. die Differenz zwischen Wandelpreis und Marktpreis der Aktie, beträgt 50 Prozent. 

Mit dem Spritzgießmaschinenhersteller Haitian International Holdings Ltd. betrat im Januar ein Newcomer das internationale Wandler-Parkett. Das Unternehmen mit Sitz in China produziert Spritzgießmaschinen für Plastikprodukte aus den Bereichen Haushalt, Elektronik, Verpackung und Medizin. Die jüngst erfolgte 200 Millionen US-Dollar Neuemission von Haitian International hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wurde mit einem Kupon von zwei Prozent herausgegeben. Die Wandelprämie liegt bei 30 Prozent. 

Nachdem es um den thailändischen Wandelanleihemarkt in letzter Zeit eher ruhig geworden war, hauchte der Nahrungsmittelhersteller CP Foods Group mit seiner neu emittierten Umtauschanleihe dem Markt wieder neues Leben ein. Der 1921 gegründete multinationale Konzern gehört zu den drei größten Produzenten von Hühnerfleisch und Shrimps weltweit und konzentriert sich größtenteils auf die Agrar- und Nahrungsmittelindustrie. Die Anleihe ist wandelbar in Aktien des Tochterunternehmens CP All. Die fünfjährige Umtauschanleihe im Umfang von gut 290 Millionen US-Dollar und einem Kupon von 0,5 Prozent ist mit einer Wandelprämie von 30 Prozent ausgestattet.

Man on the Month: Liquidität wird 2014 ein bestimmender Faktor bleiben

Der November war keineswegs arm an Nachrichten. Zum einen senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins. Zum anderen meldeten zahlreiche Industrieländer bessere Makrozahlen. Beides verhalf den meisten Aktienmärkten zu einem weiteren Kurssprung. „Für den Rest des Jahres wie auch die ersten Monate 2014 erwarte ich keine dramatische Veränderung des Umfeldes. Die positiven Vorzeichen überwiegen. Die wichtigsten Zentralbanken werden ihre expansive Politik vorläufig weiterführen. Die üppige Liquidität und die langsame Normalisierung des Wachstums prägen das Marktgeschehen in den Industrieländern stärker als die Sorge vor der Drosselung der lockeren Geldpolitik, dem so genannten Tapering. Anders sieht es in den Emerging Markets aus“, so Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM.

„Grundsätzlich steht die Frage nach dem Auslaufen der monetären Lockerung aber weiterhin auf der Agenda und dürfte schon im Januar wieder am Horizont erscheinen“, so Hurschler. Zwar reagieren die Märkte weiterhin nervös auf alles, was die Tapering-Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mitbeeinflussen könnte. Anders als in der Vergangenheit fallen die Kursbewegungen jedoch geringer aus. Unklar ist weiter, ob die Märkte schon für ein Tapering bereit sind.

Schwellenländer stehen vor Herausforderungen

Hedgefonds-Manager reagierten jüngst skeptisch auf die stärkeren makroökonomischen Daten aus Europa. Auch Unternehmen dämpften zuletzt die Erwartungen fürs erste Quartal. Hinzu kommt, dass der Ausblick für Länder wie Griechenland, Italien, Spanien und sogar Frankreich nicht unbedingt für Freudenstürme sorgt. Sieht man sich dann noch die europäische Bankenlandschaft an, kann es gut sein, dass der Stresstest bei einigen Instituten einen deutlichen Finanzierungsbedarf ortet. „Europa und die USA driften hier langsam aber sicher auseinander. Der Alte Kontinent benötigt wahrscheinlich ein Mehr an Stimulus, während sich die Vereinigten Staaten darauf einstellen, weniger von der beliebten Medizin zu bekommen“, so Hurschler.

Die Schwellenländer wurden bereits in den vergangenen Monaten hart von der Aussicht auf das sich abzeichnende Tapering getroffen – und nicht alle haben sich seither erholt. Angesichts mehrheitlich schwacher Nachfrage könnte eine Serie von Zahlungsbilanz-Krisen bereits angeschlagener Schwellenländer leicht das Momentum der Industrieländer zum Erliegen bringen. „Zwar könnten die Märkte auch im kommenden Jahr von der Liquidität profitieren, aber jedem sollte bewusst sein, dass der Himmel nicht so wolkenlos ist, wie viele Kommentatoren und die derzeitigen Bewertungen glauben machen“, erklärt Hurschler weiter.

Hedgefonds können im November an ihre gute Performance vom Vormonat anknüpfen

Nach einem erfolgreichen Oktober entwickelten sich Hedgefonds auch im November über alle Strategien hinweg positiv. Der HFRX Global Hedge Fund Index legte um 0,55 Prozent zu. Nachdem diskretionäre Makro-Manager in den Monaten zuvor eine eher schwache Performance gezeigt hatten, verlief der November für sie sehr gut. Den Großteil der Gewinne konnten sie einfahren, indem sie auf steigende Aktien aus Industrieländern setzten. Dabei war Japan einer der wichtigsten Treiber ihrer Performance. Neben dem Kurssprung im Nikkei-Index trug auch die Abwertung des Yen maßgeblich zu den Gewinnen bei. Was die entwickelten Märkte angeht, so sind die meisten Makro-Manager weiterhin eher „bullish“ eingestellt. Da das Wirtschaftswachstum weiter voranschreitet, erwarten viele Manager, dass die Einschränkung der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen in den USA eher früher als später stattfinden könnte und haben sich dementsprechend positioniert.

Managed Futures waren wie bereits im Oktober stark und profitierten im November erneut davon, dass sie auf steigende Aktienkurse setzten. In den Währungsmärkten war hingegen der japanische Yen ein Performance-Treiber, da viele Manager hier richtigerweise auf fallende Kurse setzten. Emerging-Markets-Manager schnitten im November neutral ab.

Während aktienbasierte Strategien Schwierigkeiten hatten, konnten die Manager mit Positionen in Anleihen recht gute Ergebnisse erzielen. Es zeigt sich, dass das wirtschaftliche Umfeld für viele Schwellenländer weiter herausfordernd bleibt.

Equity-Long-Short ebenfalls auf der Gewinnerseite

Aktien-Long-Short-Manager konnten vor allem in der zweiten Hälfe des Novembers Gewinne verbuchen. Erfolgreiche Aktienselektion steuerte den Großteil der Performance bei. Auch bei Credit-Long-Short-Managern machten Einzelpositionen den Unterschied. Insbesondere die Ankündigungen von Fannie Mae und Freddie Mac bezüglich ihrer Verbindlichkeiten sorgten für eine positive Wertentwicklung. Event-Driven-Manager hatten mit geringer M&A-Aktivität zu kämpfen, lieferten aber trotzdem eine ordentliche Wertentwicklung ab. Da allerdings die Zahl interessanter Deals, die auf den Markt kommen, deutlich abgenommen hat, dürfte die Wertentwicklung für den Rest des Jahres ruhiger verlaufen.

Man on the Month: Hedgefonds-Manager trauen der Ruhe an den Märkten nicht

Die jüngsten wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen in den USA haben die weltweiten Märkte im Oktober weitgehend unbeeindruckt gelassen. Die extrem niedrige Volatilität und die hohe Bewertung von Aktien setzten sich bislang fort – dennoch scheinen Anleger misstrauisch zu sein. Insbesondere im Bereich Aktien-Long-Short haben viele Hedgefonds-Manager zum Ende des vergangenen Monats begonnen, vorsichtiger zu werden und ihr Netto- Engagement in Aktien reduziert. „Mit der Ausnahme von Japan ist die Aktienvolatilität fast schon außergewöhnlich tief. Außerdem notieren die Aktienmärkte nahe ihren Rekordständen. Es scheint, als hätten die Anleger alle Stolpersteine vergessen“, urteilt Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Einheit FRM. „Es bleibt abzuwarten, ob sich der derzeitige Positivtrend an den internationalen Aktienmärkten tatsächlich fortsetzt. Jedenfalls scheint es naheliegend, etwas Gewinne mitzunehmen“, so Hurschler weiter.

Insgesamt war der Oktober ein starker Monat für Aktien. Trotz der Spekulationen über ein mögliches Ende der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der US-Notenbank, der US-Schuldenbremse oder des zeitweiligen Government Shutdown verharrte die Volatilität auf tiefem Niveau und die Entwicklung der Kurse zeigte nach oben. Auch die Schwellenländer konnten ihren Erholungskurs weiter fortsetzen. Dabei bleibt der kurzfristige Ausblick für Emerging Markets insgesamt zwar positiv, trotzdem hat die Region aber weiterhin mit einer starken Abhängigkeit von Mittelzuflüssen aus den Industrienationen zu kämpfen. Mit Ausnahme von Großbritannien verlangsamte sich das europäische Wirtschaftswachstum weiter, während China erneut starke Wachstumsraten verzeichnen konnte. Trotz des allgemein stabilen Marktumfelds können Stressfaktoren wie etwa ein neuerlicher Rückgang des Wirtschaftswachstums in den europäischen Peripherieländern die Märkte jederzeit erneut unter Druck setzen.

Hedgefonds punkten mit guter Performance über alle Strategien hinweg

Für die Hedgefonds-Branche verlief der vergangene Monat ebenfalls sehr erfolgreich. Der HFRX Global Hedge Fund Index konnte aufgrund der insgesamt guten Performance aller Strategien um 1,2 Prozent zulegen. Erwartungsgemäß schnitten Equity-Long-Short-Manager sehr gut ab und profitierten nicht nur von der positiven Stimmung an den Aktienmärkten, sondern auch von ihrer Positionierung im Hinblick auf die Berichtssaison. Die besten Resultate lieferten Manager, die sich auf Europa fokussierten und von der dortigen wirtschaftlichen Erholung – vor allem in den Peripherieländern – profitierten. So verbuchten die griechischen, italienischen und spanischen Indizes jeweils ein Plus von 17,2 Prozent, 11,1 Prozent und 8,3 Prozent. Zwar konnten US-Manager den Monat ebenfalls positiv abschließen, sie hatten aber ein weniger freundliches Umfeld als ihre europäischen Pendants. Aufgrund schwächerer Wirtschaftsdaten reduzierten sie zum Monatsende ihr Aktienengagement und sind aktuell insgesamt betrachtet weniger „bullish“ eingestellt als in den vorangegangenen sechs Monaten.

Managed Futures profitierten von der guten Wertentwicklung der Aktienmärkte und gehörten damit zu den Strategien mit der besten Performance im Oktober. Demgegenüber waren ihre Positionen im Zinsbereich zu Beginn des Monats klein und trugen wenig zur Monatsperformance bei. Die Manager erhöhten diese angesichts des Abwärtstrends bei Zinsen jedoch im Verlauf des Oktobers in Erwartung eines besseren Umfeldes. Diese Positionierung könnte sich im Hinblick auf die steilere Zinskurve als profitabel erweisen.

Emerging-Markets-Manager erzielen weiter Gewinne

Der positive Trend setzte sich auch in den Emerging Markets fort, wo sich die Volkswirtschaften weiterhin auf Erholungskurs befinden. Die meisten Manager mit einer vorsichtigen Positionierung änderten diese zu Monatsbeginn auf offensiv und konnten so Gewinne einfahren. Solange eine Kehrtwende der lockeren Geldpolitik unwahrscheinlich erscheint, dürfte das gute Marktumfeld anhalten. Bei den Rohstoff-Managern waren es vor allem die Agrar-Spezialisten, die gut abschneiden konnten, während Energiehändler meist rote Zahlen schrieben.

Trotz einem eher moderaten M&A-Volumen legten Event-Driven-Manager erneut ein solides Monatsergebnis vor. Wie gewohnt nehmen diese Aktivitäten tendenziell ab, wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt. Lediglich der europäische Telekommunikationssektor scheint sich diesem Trend zu widersetzen. Zuletzt verkaufte beispielsweise das britische Mobilfunkunternehmen Vodafone seinen Anteil am amerikanischen US-Mobilfunker Verizon Wireless für satte 130 Milliarden US-Dollar.