Nr. 2 der nachhaltigen UN-Entwicklungsziele: Kein Hunger

SDG – drei Buchstaben, die unser aller Zukunft ab sofort prägen. Und zwar zum einen, indem wir das, was sich dahinter verbirgt, künftig gezielt und aktiv umsetzen. Zum anderen, weil ihre Botschaft uns überhaupt erst eine wirkliche Zukunftsperspektive schafft. Denn diese Buchstaben stehen für Sustainable Development Goals, also nachhaltige Entwicklungsziele der UN, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Diese ehrgeizige Welt-Agenda gilt für jeden Menschen überall auf dieser Welt – Staatsoberhäupter und Politiker, Arbeitgeber und Arbeitnehmer! 

Nr. 2: KEIN HUNGER

Ein Kind verhungert. Was für uns unvorstellbar scheint, passiert auf diesem Planeten tatsächlich alle zehn Sekunden! Obwohl Nahrung als Menschenrecht gilt und obwohl es – noch – genug Nahrung für alle gibt, sind weit über 800 Millionen Menschen von Hunger und zwei Milliarden von Mangelernährung betroffen. Das erklärte Ziel bis 2030 lautet: Kein Mensch soll mehr Hunger leiden.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Hunger geht vor allem mit Armut Hand in Hand. Und während Regierungen und Konzerne Strategien nach ihren eigenen Interessen ausrichten, wird die Kluft zwischen Arm und Reich größer. Darüber hinaus zerstören Kriege und bewaffnete Konflikte die landwirtschaftliche Infrastruktur. Nicht zuletzt beeinträchtigen Wetterextreme Ernten und Widerstandskraft der Bevölkerung. Eine Situation, die nicht zuletzt auf Ressourcenverschwendung und Klimawandel zurückzuführen ist! Und hier wird besonders deutlich, dass Konsequenzen oft jene am stärksten belasten, die gar nicht zu den Hauptverursachern gehören.

Die Zeit zu handeln ist jetzt: Gemeinsam lässt sich viel erreichen, wenn sich jeder einzelne seine Verantwortung bewusst macht. Unternehmen, Bildungseinrichtungen sowie alle Privathaushalte können Lebensmittelverschwendung gezielt vermeiden – durch Resteverwertung, durchdachte Lagerung, Lebensmittelspenden und Aufklärungsarbeit. So wird ja beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum oft als Verfallsdatum missinterpretiert…

Es steht jedem frei, sich aktiv zu engagieren und Geld oder Lebensmittel zu spenden. So ist der Bundesverband Deutsche Tafel e. V. dank dem Engagement seiner über 60.000 ehrenamtlichen Helfer mit bald 1.000 Tafeln in ganz Deutschland vertreten. Internationale Initiativen wie die Welthungerhilfe setzen sich seit Generationen dafür ein, den Hunger in der Welt zu beenden. Mehr Informationen finden sich beispielsweise unter www.tafel.de oder www.welthungerhilfe.de.


Die Evangelische Bank: DIE Nachhaltigkeitsbank

Die Evangelische Bank eG ist ein genossenschaftlich organisiertes, nachhaltiges Kreditinstitut. Als moderner Finanzdienstleister bietet sie Spezial-Know-how und umfassende Finanzlösungen für den kirchlich-diakonischen und sozialen Bereich. Mit einer Bilanzsumme von 7,7 Mrd. Euro ist die Evangelische Bank eG die größte Kirchenbank und zählt zu den zehn größten Genossenschaftsinstituten in Deutschland. Die Evangelische Bank ist als nachhaltig führende Kirchenbank Deutschlands Finanzpartner der Kirchen, Diakonie, Caritas, Freien Wohlfahrtspflege und der Sozialwirtschaft sowie aller privaten Kunden mit christlicher Werteorientierung. Rund 440 Mitarbeiter betreuen bundesweit etwa 19.000 institutionelle Kunden und ca. 72.000 private Kunden an 13 Standorten.

Erneuter Tankerangriff befeuert geopolitische Risiken

Nitesh Shah, Director, Research WisdomTree, mit einem aktuellen Kommentar zum erneuten Angriff auf einen iransichen Öltanker vor der Küste Saudi-Arabiens.

Die geopolitischen Risiken dauern unvermindert an. Obwohl der Ölmarkt die Preise nicht wiederspiegelt, werden wir ständig daran erinnert, dass die Risiken bleiben. Heute Morgen wurde ein iranischer Tanker, der vor der Küste Saudi-Arabiens im Roten Meer unterwegs war, von zwei Raketen getroffen. Niemand hat sich bislang zu diesem Angriff bekannt Der Ölpreis (Brent) stieg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung um bescheidene zwei Prozent.

Bereits vor weniger als einem Monat wurden saudische Ölförderanlagen von Houthi-Rebellen aus dem Jemen angegriffen, was weitgehend – seitens Saudi Arabien, USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich – dem Iran angelastet wurde. In der Folge verschwanden 5,7 Millionen Barrel Öl vom Markt und der Preis fiel um 20 Prozent. Allerdings gab er schnell wieder nach, als Saudi-Arabien bis Ende September die Produktion wieder auf das Niveau vor dem Vorfall brachte.

Die heutigen Attacken dürften die globale Ölversorgung kaum beeinträchtigt haben. Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Es ist offensichtlich, dass die Vorkommnisse in der Region keine Einzelfälle sind. Im Laufe der Monate Mai und Juni gab es bereits mehrere Angriffe auf Schiffe, die sich in und um die Seestraße von Hormus bewegten. Wir glauben, dass die Spannungen in der Region nicht nachlassen. Daher sollte eine höhere geopolitische Prämie bei Öl eingepreist werden. Der Ölpreis ist im vergangenen Monat gesunken, da die Nachfrageprognosen zurückgenommen wurden. Allerdings verblassen kleinere Nachfrageveränderungen im Vergleich zum Risiko großer Angebotseinbrüche, wenn die Eskalation der Spannungen in der Region andauern.

Palladiumpreise erreichen neuen Höchststand

40 Prozent des weltweit gehandelten Metalls stammen aus Südafrika. Wegen der dort gerade laufenden Tarifverhandlungen ist das Streikrisiko erhöht und demzufolge die Versorgung mit diesem Metall gefährdet. Dazu Nitesh Shah, Director, Research und Rohstoffexperte bei WisdomTree, mit einem aktuellen Kommentar.

"Der Preis für Palladium erreichte diese Woche ein neues Hoch und lag am Montag, den 30. September, bei 1685 US-Dollar/Unze. Seit sieben Jahren besteht bei Palladium ein Versorgungsdefizit, und auch in diesem Jahr wird für das Metall ein Defizit prognostiziert (Quelle: Metal Focus). Die Nachfrage nach dem Metall, das zur Verringerung der Umweltverschmutzung in Katalysatoren von Autos verwendet wird, ist in den letzten Jahren gestiegen und wird diesen Trend wahrscheinlich fortsetzen, da die Umweltstandards weltweit verschärft werden. Da fast 40 Prozent des Palladiums aus südafrikanischen Minen stammen, stellt dies ein erhebliches Risiko für die globale Versorgung dar. Die oberirdischen Palladiumbestände könnten auf 12,9 Mio. Unzen sinken und damit nur 14,4 Monate der Nachfrage decken (Quelle: Metal Focus).

"Überraschend ist, dass die spekulative Positionierung in Palladium-Futures nicht erhöht ist. Im Gegensatz zu anderen Edelmetallen, deren Positionierung in den letzten Monaten stark zugenommen hat, sieht die Positionierung von Palladium zahm aus. Dies deutet darauf hin, dass die jüngsten Kursgewinne mehr von der Angebotsknappheit und weniger von der Nachfrage der Anleger getrieben wurden."

Wendepunkt bei den Schwellenländeraktien erreicht?

von Aneeka Gupta, Associate Director, Research, WisdomTree.

Schwellenländeraktien notieren auf dem niedrigsten Niveau im Vergleich zu US-Technologiewerten seit 2000. Das wirft die Frage auf, ob jetzt ein Wendepunkt bei Schwellenländer-Aktien erreicht sein könnte. Als die Titel zuletzt auf einem so niedrigen Niveau wie jetzt gehandelt wurden, folgte eine acht Jahre lang währende kraftvolle Erholung. Die Zusammensetzung der Schwellenländersektoren hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und ist ausgereifter, sie beinhalten nun größere Finanz- und Technologieaktien und einen geringeren Anteil von Materialien und Rohstoffaktien.

Quelle: WisdomTree, Bloomberg vom 13. September 2019. 
Wichtiger Hinweis: Emerging Markets-Aktien werden durch den MSCI Emerging Market Index und US-Technologie-Aktien durch den Nasdaq 100 Index erfasst. Die Linie in der obigen Grafik stellt den MSCI Emerging Markets Index geteilt durch den Nasdaq 100 Index dar. Der MSCI Emerging Markets Index besteht aus 26 Entwicklungsländern, darunter Argentinien, Brasilien, Chile, China, Kolumbien, Tschechien, Ägypten, Griechenland, Ungarn, Indien, Indonesien, Korea, Malaysia, Mexiko, Pakistan, Peru, Philippinen, Polen, Katar, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Taiwan, Thailand, Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. 
Die historische Performance ist kein Indikator für die zukünftige Performance und alle Investitionen können an Wert verlieren.

Die Schwellenländer werden stark durch das Wechselspiel der zwischen Trump, China und US-Notenbank (Fed) gebildeten Troika beeinflusst. Im ersten Quartal 2019 funktionierte dies für Schwellenländer gut, da die Fed einen Zinssenkungszyklus einleitete und die Frist für Zollschranken bis zum 31. März verlängert wurde. Seitdem haben die Schwellenländer jedoch eine Achterbahnfahrt hinter sich, denn die Handelskriege zwischen den USA und China eskalierten zuletzt und es ergaben sich zudem spezifische Risiken in Argentinien und der Türkei. Dennoch wurden die Ertragsergebnisse bei Schwellenländern im zweiten Quartal von Konsenseffekten bei 72 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI EM Index dominiert – 43 Prozent der Marktkapitalisierung schlug zuvor den Konsens verglichen mit nunmehr 28 Prozent, dies markiert eine Erholung gegenüber dem Vorquartal. Interessanterweise wurde die deutliche Verbesserung vor allem vom IT-Sektor getragen, angeführt von Korea und Taiwan.

Den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds zufolge wird das Wachstum der Schwellenländer dieses Jahr voraussichtlich bei 4,1 Prozent liegen und im kommenden Jahr auf 4,7 Prozent steigen. Es wird erwartet, dass sich das BIP-Wachstum der entwickelten Märkte von 1,9 Prozent in diesem Jahr auf nur 1,7 Prozent im Jahr 2020 weiter verlangsamt. Der Großteil des globalen Wachstums, das voraussichtlich von 3,2 Prozent in diesem Jahr auf 3,5 Prozent im nächsten Jahr steigen wird, könnte aus den Schwellenländern kommen. Einer der Hauptgründe, warum die Wachstumsraten der Schwellenländer zögern, liegt an den Wachstumsstimuli in China. Die aktuellen Bewertungen spiegeln eine hohe Unsicherheit unter den Schwellenländer-Investoren wider. Wir glauben, dass die niedrigen Bewertungen bei Schwellenländer-Aktien angesichts der positiven Ertragsdaten, der günstigen Wachstumsaussichten und der jüngsten Deeskalation der Handelskriege zwischen den USA und China einen aussichtsreichen Einstiegspunkt darstellen könnten.

Nach den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds wird das Wachstum voraussichtlich in den Schwellenländer 4,1 Prozent betragen.

Kurseinbrüche der Cannabisindustrie – Einstiegschance oder Fluchtursache

von Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Im August setzte sich, den fünften Monat in Folge, die Talfahrt der Cannabisindustrie an den Börsen fort. Allein im vergangenen Monat verlor der globale Cannabis Index über 10% seiner Kapitalisierung. Wo liegen hierfür die Ursachen und welche Entwicklung lässt sich ableiten? Erlaubt die gegenwärtige Situation nun eine ideale Investition in eine Zukunftsindustrie oder sollte nach einem nahezu halbjährigen Abwärtstrend die Anlage überdacht werden?

Die globalen Player der Hanf-Industrie sitzen in Nordamerika, hier kommen die Kapitalanlagen größtenteils an:

Kanada hat Cannabis ganzheitlich legalisiert, hier gibt es einheitliche Regularien für den Binnenhandel und Export. Hier klemmte es im Detail, die wirtschaftliche Umsetzung nach der politischen Legalisierung musste erst funktional werden. Die Abgabe der Blüten, der Verkauf von cannabishaltigen Getränken und Lebensmitteln, vieles wurde konzipiert und auf den Weg gebracht.

In den USA gelten andere Gesetze. Cannabis ist auf Bundesebene der USA illegal, wenn auch nicht plausibel, gilt es noch immer als hochgefährliches Betäubungsmittel der Stufe 1. In 33 Bundesstaaten ist die medizinische Anwendung legal, in 11 Bundesstaaten ist auch der erwachsenen Konsum als Genussmittel staatlich kontrolliert und legal. In den USA wirken somit gegenwärtig die größten Hindernisse für reales Wachstum. 

Die Finanzwirtschaft hat keine klaren Befugnisse zur Kooperation mit der Cannabisindustrie. Eine Bank, die mit Cannabisproduzenten oder Verkäufern Geschäfte betreibt, gefährdet ihr Vermögen und die Lizenzen. Inhaber von Cannabisunternehmen fällt es schwer Konten zu eröffnen, Versicherungen abzuschließen oder Rentenpläne für ihre Arbeitnehmer zu gestalten. Für die Unternehmen gilt kein Konkursschutz des Bundes. Sie dürfen weitergehend mit den Erlösen des Geschäftes keine Überweisung über Bundesgrenzen hinweg tätigen. Ein Teil Ihrer Geschäftstätigkeiten und Zahlungen müssen die Cannabis-Unternehmer der USA auch 2019 noch in bar abwickeln. Paradox, denn allein in Kalifornien ist der dynamische, legale Markt mit einem Cannabisumsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar die am schnellsten wachsende Quelle für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

Das „SAFE“-Bankengesetz (Secure and Fair Enforcement), woran der Kongress gegenwärtig arbeitet, löst diese Thematik. Führende Demokraten, aber auch Republikaner, sprechen sich weitergehend für eine bundesweite Legalisierung von Medical Cannabis aus, auch das würde die partizipierende Finanzindustrie klarer strukturieren. Zudem bemühen sich die Größen der Pharma- und Lebensmittelindustrie um die Milliardenerlöse aus der CBD-Industrie. Der nicht berauschende Wirkstoff eignet sich als Medizin und auch als Nahrungsergänzungsmittel und stellt bemerkenswerte Umsätze in Aussicht. Vor der FDA (Food and Drug Assoication) der USA kämpfen nun die Lobbys auch hier um ihr Revier.

Einige weitere, kleinere und größere Hindernisse, wie beispielsweise der aktuelle Lizenzentzug des Unternehmens CannTrust, hat die globale Cannabisindustrie noch zu bewältigen. Das ändert jedoch nichts an der wegweisenden Funktion als Medizin, als nachhaltiger Bio-Rohstoff oder als gewinnbringendes Genussmittel.

So schätzt die ws-hc, unter der Berücksichtigung des Einsatzes von Wagniskapital, die aktuelle Marktbewertung als gesund ein und sieht den Zeitpunkt somit als interessante Einstiegsmöglichkeit in die Hanfindustrie an.


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 13 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Augmented Reality hebt Trading und Datenanalyse auf neue Dimensionen

von Dmitry Parilov, Managing Director of Data Solutions and Products bei dxFeed.

Klingt nach Science-Fiction, ist es aber nicht: Der Broker erklärt dem Investor, wie sich bestimmte Kursbewegungen auf dessen Portfolio auswirken und welche Entscheidungen zur Auswahl stehen. So weit, so gewöhnlich. Doch während der Börsenmakler in Frankfurt an seinem Schreibtisch sitzt, ist der Geschäftspartner unterwegs in Hongkong. Das Gespräch findet in einem virtuellen Konferenzraum statt, beide Geschäftspartner nutzen Augmented Reality (AR)-Headsets oder –Brillen. Dreidimensionale Darstellungen von Charts, Grafiken, Kurven und anderen Daten ordnen sich frei schwebend im virtuellen Raum an und lassen sich per Gesten interaktiv bedienen.

Sehen Sie in folgendem Video, wie die nahe Zukunft des Tradings aussehen kann


BU: Trading mit Augmented Reality: Frei schwebende Charts Im virtuellen Raum per Gesten bedienen. Videoquelle: Devexperts. Das Video auf YouTube: https://youtu.be/_CtQrMby1sU 

Die Unterstützung von Trading- und Datenanalyseplattformen durch Augmented Reality stellt Händlern und Investoren eine hoch entwickelte Finanztechnologie bereit, die ihnen die Überwachung und Visualisierung der Finanzmärkte mit einer enormen Informationstiefe ermöglicht. Neuartige oder verbesserte Darstellungen dynamischer Daten durch Heatmaps oder zweidimensionale Bilder, die auf Knopfdruck oder Geste in 3D-Formen übergehen, ermöglichen eine holografische Visualisierung und bieten vollkommen neue Einblicke. So lassen sich beispielsweise Geschäftschancen und hochaktuelle Entwicklungen auf einer intuitiven Oberfläche deutlicher hervorheben, was es Tradern ermöglicht, schneller zu agieren. Dank AR/MR-Technologiesind Nutzer nicht mehr auf die Größe ihres Computer-, Handy- oder Tablet-Displays beschränkt, sondern profitieren von einer echten 360-Grad-Ansicht und nahezu unbegrenzten Anwendungsmöglichkeiten.

Beim Tragen eines AR-Headsets oder einer AR-Brille werden hoch entwickelte holografische Darstellungen der Finanzdaten und -Feeds in das reale Gesichtsfeld des Nutzers eingeblendet. So können beispielsweise Investoren, die in neuen Märkten tätig werden möchten, auf exakte historische Daten zurückgreifen, indem sie die Tick-Market-Replay- und Backtesting-Funktion nutzen, um faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Finanzanalysten, die bestimmte Aktien an einer größeren Börse beobachten wollen, können entsprechende Informationen mit der vollen Datentiefe abrufen und auch visualisieren. Die vergangene Performance der letzten Monate oder Jahre kann ermittelt und in Form einer holografischen Datendarstellung umgehend an den Kunden weitergeleitet werden.

Mit Augmented Reality bekommt der Begriff „Mobiler Arbeitsplatz“ eine ganz neue Bedeutung, denn Kunden oder Finanzberater können in einem virtuellen Konferenzraum zur gleichen Zeit mit Personen vor Ort und (per Videokonferenz) mit Gesprächspartnern, die sich an einem beliebigen Standort auf der Welt befinden, sprechen. Aktionen in der AR-Finanzlandschaft können komplett vertraulich behandelt und vor neugierigen Augen geschützt werden. Oder sie lassen sich im „Zuschauermodus“ für Kollegen und Kunden auf externe Rechner spiegeln, die ebenfalls mit AR-Technologie arbeiten. So können sie gemeinsam die Finanzlandschaft analysieren und mit den Daten interagieren.

Die Technologie hinter der AR-Plattform

Zwar eignen sich sämtliche auf dem Markt erhältlichen AR-Headsets für Trading und Marktdatenanalyse, doch wartet die Finanzwelt auf neue Entwicklungen, die sich in puncto Design und Tragekomfort normalen Brillen annähern und so längere Tragezeiten ermöglichen.

Abhängig vom Gerätehersteller und der Situation können Nutzer Gesten- und Spracherkennung, Bluetooth-Mäuse oder einen Clicker einsetzen, um holografische Objekte zu bedienen. Mithilfe von Software-Editoren, mit denen sich dreidimensionale Orderbücher, Charts oder Volatilitätsflächen erstellen lassen, kann die Software auf jedes „Wearable“-Gerät überspielt werden. Eine der Kernfunktionen AR-gestützter Trading- und Marktdatenanalyse-Plattformen ist jedoch das Streaming von Finanzdaten aus den Kapitalmärkten.

Ergebnis ist ein leistungsstarkes Tool, das beliebige Daten-Feeds an eine AR-gestützte virtuelle Marktdatenstruktur anpassen kann. Die gesammelten und gespeicherten historischen Daten stammen von den wichtigsten Börsen der USA, Kanadas und Europas. Jede einzelne Kursänderung (Tickdaten) wird live gestreamt und kann über das AR-Headset exakt angezeigt und überprüft werden.

Welche Vorteile haben Trader und Analysten durch AR-Unterstützung?

Trading und Datenanalyse mit AR-Unterstützung bieten Finanzdienstleistern eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Höherer Darstellungs-Komfort: Drahtlose AR-Headsets bzw. AR-Brillen ersetzen mehrere, an einem festen Standort installierte Monitore; zudem entfallen die Größenbeschränkungen der Displays von Computern, Mobiltelefonen und Tablets.
  • Mobiles Arbeiten: Durch eine 360-Grad-Ansicht kann der Nutzer buchstäblich überall im Raum arbeiten.
  • Effiziente Zusammenarbeit: Kunden und Kollegen können per Videokonferenz von jedem beliebigen Standort der Welt aus in einem virtuellen Konferenzraum an Projekten mitarbeiten; „Point of View“-Funktionen ermöglichen die Überwachung und gemeinsame Analyse von Finanzdaten, was Missverständnisse vermeidet und den Entscheidungsprozess beschleunigt.
  • Höhere Produktivität: Die holografische Darstellung sorgt für eine verbesserte Marktdatenvisualisierung – ein entscheidender Vorteil für Trader, die auf der Grundlage von Daten wichtige Entscheidungen in kurzer Zeit treffen müssen.
  • Effektive Trainings: Mithilfe der AR/MR-Finanztechnologie können Studenten und Trading-Einsteiger anhand historischer Daten und der Market-Replay-Methode Muster erkennen und analysieren, um sich den Finanzmarkt auf einer tieferen Ebene zu erschließen.
  • Intuitivere Nutzeroberfläche: Die Anzeige, Analyse und Bearbeitung großer Mengen komplexer Daten wird vereinfacht.
  • Zugriff auf historische Marktdaten: Nutzer können zurückliebende Marktaktivitäten über die Tick-Market-Replay-Funktion nachvollziehen, Strategien mit der Backtesting-Funktion testen und gleichzeitig die aktuellen Marktbewegungen im Auge behalten.
  • Jederzeit besser informiert: Integrierte, in Echtzeit übertragene News-Feeds und Finanzinformationen mehrerer Anbieter werden in ein und derselben Textansicht zusammengefasst. Auch das Live-Streaming von News-Kanälen wird unterstützt.

Um sich im Wettbewerb zu behaupten, setzen Banken, Investmentfonds, Hedgefonds, FX-Brokerhäuser, Eigenhändler und Börsen heute zunehmend auf die AR-Technologie. Die treibende Kraft hinter Trading und Datenanalyse via Augmented Reality sind derzeit jedoch Einzel-Trader, Investoren und Berater für Finanzinstitutionen auf der ganzen Welt. Für sie ist eine effiziente Zusammenarbeit via AR von großem Vorteil.


Über den Autor

Dmitry Parilov ist Managing Director of Data Solutions and Products bei dxFeed, ein Mitglied der VR/AR Association und Tochtergesellschaft von Devexperts. Dmitry begann seine berufliche Laufbahn vor mehr als zehn Jahren in der IT-Branche. Energie und Inspiration schöpft er aus der Leitung weltweiter Projekte für die renommiertesten, auf Telekommunikation und Finanzen spezialisierten Produkt- und Lösungsanbieter. Der erfahrene Manager hat seine Fähigkeiten als strategischer Leiter zahlreicher Tier 1-/Tier 2- und Pre-Sales-Projekte sowie beim Aufbau großer, dezentral arbeitender Teams und Niederlassungen mehrfach unter Beweis gestellt.
Er absolvierte seinen Master of Science in Mathematik an der Saint Petersburg State University und promovierte in mathematischer Analyse (Ph.D.) an dem Steklov Mathematical Institute of Russian Academy of Sciences.

Über dxFeed

dxFeed ist eine Tochtergesellschaft von Devexperts, dessen Fokus auf der Bereitstellung von Finanzmarktdaten und -dienstleistungen liegt. Das Unternehmen liefert weltweit Daten an Buy-Side- und Sell-Side-Institutionen der Finanzbranche, insbesondere an Trader, Datenanalysten, quantitative Analysten und Portfolio-Manager.
Aktuell versorgt dxFeed weltweit mehr als 6 Millionen Endnutzer über direkte und B2B2C-Beziehungen mit Daten. Die Informationen zu mehr als 1,7 Millionen Finanzinstrumenten (Aktien, Futures, Optionen, Indizes, FX, Derivate und Kryptowährungen) stammen aus verschiedenen Börsen Nordamerikas, Europas und anderer Regionen auf der ganzen Welt.
dxFeed hat seinen Hauptsitz in München und betreibt weitere Niederlassungen in New York, Chicago, Istanbul, Porto und Tokio. Mit seinem Portfolio cloudbasierter Datenlösungen stellt es On-Demand-, Echtzeit- und historische Marktdaten, Referenzdaten und Daten zu Kapitalmaßnahmen sowie Market-Replay-, Charting- und aggregierte Daten bereit. Über APIs und Oberflächen-Tools mit vielfältigem Funktionsspektrum liefert dxFeed zudem Lösungen für die Betrugserkennung und komplexe Berechnungen, Multi-Asset-Preiskalkulationstools, Markt-Scanner und -Alerts sowie Lösungen zur Indexautomatisierung und -wartung.
Mit der weltweit ersten AR/VR-Visualisierungslösung für Finanzdaten ist dxFeed Pionier auf diesem Gebiet. Darüber hinaus hat das Unternehmen eine Suite ausgereifter Datenanalyse-Tools und -Terminals entwickelt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dxfeed.com.

Ölpreisschock - Große geopolitische Erschütterungen könnten folgen

Vor dem Hintergrund der Krise am Golf kommentiert Nitesh Shah, Director Research beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree, den Ölpreisschock.

"Drohnenangriffe von Houthi-Rebellen am Wochenende auf die Anlagen des saudischen Staatskonzerns Aramco haben die Ölpreise in die Höhe getrieben. Der Ölpreis war in den letzten drei Monaten tendenziell gesunken. Seit heute Morgen jedoch, als die Preise um mehr als 20 Prozent stiegen, hat sich eine abrupte Veränderung vollzogen, die anfänglichen Gewinne lagen bei plus 10 Prozent zum Zeitpunkt des Schreibens. Erste Schätzungen des Schadens deuten auf eine Aussetzung von 5,7 Mio. Barrel Öl hin, was mehr als die Hälfte der saudi-arabischen Produktion bzw. fast 5 Prozent des weltweiten Angebots ausmacht. Der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman - der erst knapp eine Woche im Amt ist - sagte, dass durch den Angriff die Gasproduktion um 50 Prozent abgefallen sei.

Die Ölproduktion wurde schwer getroffen. Aber noch größer sind die politischen Auswirkungen. Die Houthi-Rebellen im Jemen werden vom Iran unterstützt. Der Saudi-Jemen-Krieg (Houthi), der seit 2015 geführt wird, wird allgemein als Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran angesehen. Der Konflikt könnte sich nun in einen offenen Krieg mit dem Iran verwandeln. Der Iran rasselte vor allem mittels seiner Stellvertreter mit den Säbeln als es im Mai und Juni dieses Jahres auf Angriffe auf Schiffe rund um die für den Öltransport wichtigste Seestraße der Welt, die Straße von Hormuz, kam.

Das relative Fehlen von Nachrichten in den Schlagzeilen hatte den Markt zu der Annahme verleitet, dass es eine Deeskalation der Risiken in der Region gäbe. Erst letzte Woche fielen die Ölpreise an einem einzigen Tag um mehr als 2 Prozent, als Präsident Trump seinen nationalen Sicherheitsberater John Bolton entließ, der allgemein als Iran-Habicht angesehen wurde. Die Ereignisse der letzten Tage sind eindeutig kein Zeichen einer Deeskalation. Wir glauben, dass die geopolitische Prämie für Öl steigen wird, da das Risiko einer militärischen Intervention in der Region von Tag zu Tag wächst."

Medical Cannabis bereichert das Repertoire der Schulmedizin

Vor wenigen Jahren war medizinisches Cannabis noch stigmatisiert und kaum beachtet. Seitdem ist global einiges geschehen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. In Israel werden in Pflege- und Altenheimen Patienten mit Cannabis versorgt, das kanadische Gesundheitsamt gibt auf 263 Seiten Anwendungshinweise für Cannabis zur Therapie von vielseitigen Krankheiten und in den USA reduziert sich das Ausmaß der Opioid-Epidemie durch medizinisches Cannabis.

Cannabis gilt nun also in Teilen der Welt als legale Heilpflanze. Eine Heilpflanze ist eine Nutzpflanze, die zu Heilzwecken oder als Arzneipflanze zur Linderung von Krankheiten innerlich oder äußerlich verwendet wird. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Cannabis wird für das Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der GMP Richtlinien (Good Manufacturing Pratice) kultiviert. Unter der „Guten Herstellungspraxis“ versteht man einen Maßstab zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen, aber auch bei Kosmetika, Lebens- und Futtermitteln. 

Das somit qualitäts- und reinheitskontrollierte Medical Cannabis hat ein umfassendes Wirkspektrum, das gegenwärtig in hunderten klinischen Studien erfasst und lizensiert wird. Bereits lizensiert sind Medical Cannabis-Medikamente beispielsweise gegen Multiple Sklerose, Epilepsie und zur begleitenden Therapie in der Onkologie. Das pharmazeutische Potenzial von Cannabinoiden und Terpenen ist kaum zu begrenzen und lässt somit auf weitere wegweisende Lizensierungen schließen.

Das Endocannabinoid-System (ECS) wurde vor knapp 30 Jahren entdeckt und Studien, die sich mit seiner Funktion beschäftigen, befinden sich noch in den Kinderschuhen. Obwohl sich die Situation langsam bessert, hat das Jahrzehnte geltende Verbot der Cannabispflanze die klinische Forschung gravierend verlangsamt und behindert. Cannabis ist die einzige Quelle von Phytocannabinoiden, weshalb es ein verbotener Prozess war, das Material für die Studien zu beschaffen. Das ändert sich gegenwärtig, sodass auch hierdurch mit umfassenden Fortschritten zu rechnen ist.

Neben den Patienten, die Linderung ihrer Erkrankung erfahren dürfen, bietet diese Entwicklung maßgeblich eine Chance für Investoren. 


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 12 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Hohe Dividendenrenditen bei UK-Aktien – worauf Fixed-Income Investoren achten sollten

von Chris Gannatti, Head of Research Europa, WisdomTree.

Zeitenwende auf den Anleihenmärkten: Noch vor einem Jahr1 betrug die 10-jährige Rendite für US-Treasuries 2,85 Prozent und die 10-jährige Rendite bei deutschen Bundesanleihen 38 Basispunkte2. Mittlerweile liegen die Zahlen bei 1,51 Prozent bzw. minus 0,68 Prozent3. Während dies kurzfristig eine massive Risikoaversion der Anleger signalisiert, stellt sich die viel wichtigere Frage, was Investoren, die Erträge aus ihren Portfolios benötigen, nun tun können.

Aktien des Vereinigten Königreichs generieren mit derzeit 5,25 Prozent4 die höchste Dividendenrendite der Aktienmärkte der entwickelten Länder. Daraus lassen sich zwei wichtige Aussagen über die aktiven britischen Fixed Income Investoren herleiten: Erstens haben sich die Briten an sehr hohe Dividendenrenditen gewöhnt, denn aus politischer Sicht bevorzugen britische Unternehmen die Auszahlung von Dividenden an ihre Aktionäre viel mehr als den Aktienrückkauf. Zum Zweiten könnten auch Investoren außerhalb Großbritanniens zur Deckung ihres Fixed Income Bedarfs an britischen Aktien Gefallen finden - vorausgesetzt, sie sind in der Lage, eine Vorhersage zum Brexit zu treffen.

Britische Investoren brauchen mehr Diversifikation

Der Blick allein auf das Vereinigte Königreich ist in Bezug auf das Generieren von Dividendenerträgen vielleicht nicht die beste Investmentstrategie, schließlich gehört der Aktienmarkt des Landes mit nur 97 Werten im MSCI UK Index per 31. Juli 2019 im Gegensatz zu 1.554 Werten im MSCI World ex-UK Index5 nicht zu den größten Märkten.

Unterschiede in der Gewichtung der Sektoren berücksichtigen

Die meisten Investoren erkennen den massiven Einfluss, den neue Technologien auf die heutige Gesellschaft haben. Demzufolge richten sich beispielsweise Aktienindizes in den USA und in China immer stärker auf diesen Sektor aus. Mit 17,5 Prozent im IT Sektor weist der MSCI World ex-UK-Index das größte Einzelsektor-Exposure auf (Abb 1). Im Vereinigten Königreich macht dieser Sektor nur etwa 1 Prozent6 aus.

Auf dem britischen Aktienmarkt dagegen ist der Energiesektor mit etwa 17,4 Prozent einer der größten Sektoren. Wir wissen, wie stark Unternehmen von den Preisschwankungen bestimmter Rohstoffe wie Öl beeinflusst werden können. Der MSCI World ex-UK Index weist in diesem Bereich eine Gewichtung von nur 4,75 Prozent auf.

Wir sind der Ansicht, dass Investoren die besonderen Risiken der Informationstechnologie und Energie durch die Kombination von regionalen Aktienertragsstrategien besser ausgleichen könnten.

Ein weiterer Vorteil der Diversifikation ergibt sich aus der Betrachtung des Dividendenwachstums. Im vergangenen Jahr steigerten britische Aktien ihre Dividenden um über 11 Prozent, nicht-britische Aktien dagegen nur um 6,8 Prozent. In den letzten 10 Jahren stiegen die Dividenden britischer Aktien pro Jahr allerdings nur um 4,7 Prozent, nicht-britische Aktien um 6,4 Prozent7. Da wir nicht wissen, woher das zukünftige Wachstum kommen könnte, ist die regionale Diversifikation des Portfolios umso wichtiger.

Rendite ist nicht alles

Bei der Konstruktion von Aktienertragsstrategien gilt die "Renditegewichtung" als unverzichtbar auf dem Weg, die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Das größte Exposure stellen daher Unternehmen mit der höchsten individuellen Dividendenrendite dar. Die Gewichtung nach Dividendenrendite ohne Rücksicht auf Erträge, Schulden oder Auszahlungsquoten ist selten, da die meisten Manager die Risiken erkennen und auf unterschiedliche Weisen zu mindern versuchen. Betrachtet man nur den renditegewichteten FTSE UK Dividend+ Index, so ergibt sich am Ende ein Exposure von 28,3 Prozent bei Finanzwerten und 10,6 Prozent bei Versorgungsunternehmen - ganz anders als der MSCI UK Index, der lediglich 19,8 Prozent Finanztitel bzw. 2,9 Prozent Versorger beinhaltet.

Niemand weiß, wie lange die globalen Zinssätze noch auf dem niedrigen Niveau verharren. Sicher ist jedoch, dass Investoren angesichts der alternden Bevölkerung immer mehr feste Erträge erwirtschaften müssen. Wenn ein Portfolio Ertrag generieren soll, sind britische Aktien ein unerlässlicher Bestandteil einer diversifizierten, nicht nur auf Rendite konzentrierten Strategie.


1) 27 August 2018
2) Quelle: Bloomberg, Daten per 27. August 2018.
3) Quelle: Bloomberg, Daten per 27. August 2019.
4) Quelle: Bloomberg, Daten per 31. Juli 2019. UK-Aktien, vertreten durch den MSCI United Kingdom Index und andere Aktienrenditen der entwickelten Märkte, vertreten durch die 22 anderen MSCI-Länderindizes, die als "entwickelte Märkte" eingestuft werden.
5) Quelle: Bloomberg, Bloomberg, beschränkt auf Monatsenddaten für MSCI-Index Komponenten.
6) Bezieht sich auf Gewichtung des Sektors Informationstechnologie innerhalb des MSCI United Kingdom Index. Beschränkung auf Monatsenddaten für MSCI-Index Komponenten
7) Quelle: UK-Aktien beziehen sich auf den MSCI United Kingdom Index. Nicht-britische Aktien beziehen sich auf den MSCI World ex-UK Index. Alle Daten werden zum 31. Juli 2019 gemessen, d.h. eine Jahreszahl bezieht sich auf den Zeitraum vom 31. Juli 2018 bis 31. Juli 2019 und eine 10-Jahreszahl auf den Zeitraum vom 31. Juli 2009 bis 31. Juli 2019. Die Daten basieren auf monatlichen Indexrenditen.

Hanf vs. Krypto

Die Kursentwicklung der jeweiligen Indices der Hanf-Branche und von Kryptowährungen zeigen spezielle Gemeinsamkeiten, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Werden die positiven Eigenschaften beider Sektoren nun miteinander verbunden, so bietet diese Kombination eine gute Perspektive für die Zukunft.

Die Hanf-Branche ist ein Kultthema der modernen Finanzindustrie. Vor wenigen Jahren waren die drei Branchen Cannabis als Genussmittel, Cannabis als Medizin sowie Nutzhanf als nachhaltiger Bio-Rohstoff noch keine Pressemeldung wert. Seitdem gab es eine fulminante, teils globale Entwicklung, sodass die Hanfindustrie innerhalb weniger Jahre ein rasantes Wachstum erlebte und gegenwärtig mit ca. 40 Milliarden Euro kapitalisiert ist.

Kryptowährungen sind seit 2008 ein viel diskutiertes Thema der Finanzindustrie, funktional durch die Blockchain Technologie. Unbestritten ist es ein innovatives Thema der FinTech Branche, wäre da nicht der horrende Energieverbrauch. Es gibt mittlerweile über 1000 Kryptowährungen mit einem summierten jährlichen Energieverbrauch und CO2 Ausstoß gleichzusetzen mit einer Million Trans-Atlantik Flügen, oder aber dem jährlichen Energieverbrauch einer Volkswirtschaft wie Irland. In Zeiten der globalen Klimakrise wird somit die fehlende Nachhaltigkeit deutlich.

Die Kursentwicklung der jeweiligen Indices zeigen hingegen spezielle Gemeinsamkeiten. 
Zeitweise ein astronomisches Wachstum gepaart mit einer extremen Volatilität. 
Gegenwärtige Kurseinbrüche der Cannabisindustrie gingen Kurseinbrüche der bekanntesten Kryptowährungen Bitcoin, Litecoin oder Ethereum voraus. Die Branchen verhalten sich häufig alternierend zur etablierten Finanzindustrie und bieten ein vielseitiges zukünftiges Potenzial.

Hanf bietet zudem bereits ein reales Wirtschaftswachstum und einen vielseitigen Umweltschutz. Arbeitsplätze entstehen und Steuern werden generiert, wie in Kanada, Kalifornien oder Colorado bereits ersichtlich ist. Die junge nordamerikanische Cannabis-Industrie wächst, auch wenn die Branche teils durch fehlende Infrastrukturen gebremst wird und letztendlich politisch beeinflusst wird.



Während politische und ökonomische Unruhen die Finanzmärkte verstimmen, gilt Bitcoin als Piraten-Devise und alternativer Hafen. Genau als die USA und China gegenseitig Strafzölle verhängen befindet sich der Bitcoin wieder auf einem Höhenflug.

Ebenso ist die Krypto-Industrie nicht frei von Skandalen, wie etwa als der Chef einer kanadischen Krypto-Börse verstarb, seine Passwort geschützten Zugänge mit ins Grab nahm, und über 115.000 Kunden ca. 150 Millionen Dollar verloren.


Sollte es zukünftig tatsächlich eine Energiewende geben, in der erneuerbare Energien gänzlich etabliert werden, sind Kryptowährungen ein gefragtes Zahlungsmittel ohne negative Konsequenzen für die Umwelt. Potenziell ein Zahlungsmittel der Zukunft.

Aktuell sollte Investoren bewusst sein, dass Bitcoins und Co. außerordentlich energiebedürftige digitale Währungen darstellen, während die Hanfindustrie Biorohstoff, Medizin und ein Genussmittel liefert. Werden die positiven Eigenschaften beider Sektoren nun miteinander verbunden, so bietet diese Kombination eine gute Perspektive für die Zukunft. 


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 11 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Handelskriege schmerzen - Edelmetalle als Oase in der Rohstoff-Wüste

von Nitesh Shah, Director Research und Rohstoff-Experte bei WisdomTree.

Präsident Trumps und Präsident Xis endloses Zaudern bei den Handelsgesprächen tragen zur Angst auf dem Markt bei. Nicht nur die Rohstoffmärkte, auch die großen Aktienmärkte und andere zyklische Anlagen leiden. Das Zaudern der Lenker beider Supermächte erinnert an König Midas legendäre Macht in der griechischen Mythologie. Edelmetalle - insbesondere Gold und Silber - scheinen die Oase in der ausgetrockneten Wüste der Investitionsmöglichkeiten zu sein. In diesem Monat geht es nicht nur um Handelskriege, die Investoren Sorgen bereiten: Geopolitische Bedenken im Nahen Osten, die Wirtschaftskrise in Argentinien, ein womöglich harter Brexit und soziale Unruhen in Hongkong – um nur einige Themen zu nennen. Die Panik beansprucht die Märkte, viele Kommentatoren sprechen von der nächsten globalen Rezession. Eine vorübergehende Umkehrung der US-Anleihezinskurve wurde von vielen als unheilvolles Zeichen für eine möglicherweise bevorstehende US-Rezession angesehen. Negative Bruttoinlandsprodukte in Großbritannien und Deutschland im zweiten Quartal 2019 wirken als Problembeschleuniger. Obwohl wir darauf verweisen, dass es in der Vergangenheit mehr Kurveninversionen als Rezessionen gegeben hat und die Inversion sowieso nur vorübergehend war. Es ist klar, dass sich die Aufmerksamkeit der Anleger und der Zentralbanker nun auf die Vermeidung der nächsten Krise konzentriert.

Die Diskussionen darüber, wie die nächste Krise vermieden werden kann, werden beim Jackson Hole Symposium noch in dieser Woche anschwellen. Auf der in Wyoming stattfindenden Konferenz tauschen Zentralbanker, Wissenschaftler und Ökonomen aus der ganzen Welt ihre Ansichten aus. In einer Phase von Handelskriegen und wetteifernden Währungsabwertungen stellt sich die Frage, ob die Zentralbanken bereit sind, eine globale Antwort zu geben, oder ob es im Ergebnis bei einer "Beggar-the-neighbour“ Politik kommt, die einem einzelnen Land auf Kosten anderer Länder hilft? Die Furcht vor Letzterem wird die Entschlossenheit des Marktes, defensive und schwer zu verwertende Hard Assets zu halten, noch einmal verfestigen. Da wir wissen, dass Handelskonflikte von bestimmten politischen Entscheidungsträgern an sich leicht gelöst werden können, besteht auch die Gefahr, dass es verfrüht sein könnte, wenn die Notenbanken den Markt mit Liquidität überschwemmen, da dies die Vermögenswerte weiter verzerren könnte. In dieser Phase der Unsicherheit greifen die Anleger zu Recht nach Absicherungsinstrumenten.

17 Billionen US-Dollar negativ verzinsliche Anleihen weltweit und die Angst vor einem konjunkturellen Abschwung könnten Investoren dazu veranlassen, nach alternativen Anlagen zu suchen. Rohstoffe sind wahrscheinlich eine Anlaufstelle. Obwohl einige davon im Fadenkreuz des Handelskrieges stehen, werden die Vorteile von Finanzinstrumenten, die durch harte Vermögenswerte gestützt werden, genau analysiert. Das Argument für Zero-Yielding-Assets wie Gold und Silber ist aus historischer Sicht stark, wenn die Alternativen dazu Assets mit negativen Erträgen sind.

Ergebnisse nach Sektoren:

  • Agrarrohstoffe stehen im Mittelpunkt des US-amerikanischen und chinesischen Handelskonflikts. Steigende Handelsspannungen in Verbindung mit besser als erwarteten Ernteprognosen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) haben die Performance der meisten Agrarrohstoffe im vergangenen Monat beeinträchtigt, mit Ausnahme von Sojaöl. Die Short-Positionierung bei den meisten Agrarrohstoffen mit Ausnahme von Sojaöl und Lean-Schweinen ist gestiegen und unterstreicht das Bären-Sentiment.
  • Edelmetalle waren eine Oase in der ausgetrockneten Wüste der Rohstoffe. Die defensiven Eigenschaften von Gold und Silber sind in verunsicherten Finanzmärkten gefragt, wo nicht absehbar ist, wie sich die Finanzmärkte entwickeln werden, wenn Handelskriege andauern und sich die Zentralbanken auf der ganzen Welt auf eine einfache politische Festlegung einstellen.
  • Industriemetalle stehen unter Druck angesichts des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts. Sie sind aufgrund ihres zyklischen Charakters in der Regel Konjunktureinflüssen gegenüber am empfindlichsten. Die erneute Eskalation der Handelskriege, die Stärke des US-Dollars und die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft haben den Industriemetallkomplex belastet.
  • Globale Nachfragebedenken treiben die Energiepreise nach unten. Der Energiekomplex hatte einen negativen Monat, da schwache Wirtschaftsdaten und die Fortsetzung des Handelsstreits zwischen den USA und China Bedenken hinsichtlich einer geringeren Nachfrage über einen längeren Zeitraum aufkommen ließen.

Können wir einen holistischen Marketplace gründen, der als Vehikel für nachhaltige Produkte dient?

Die Interessen verschiedener Gesellschaftsschichten stehen häufig im Konflikt. Mit einem holistischen Marketplace, der sich Profiten zwar nicht verweigert, aber das Ziel hat, zum Vorteil Aller zu sein, wollen wir mit unserem Startup KayKay verschiedene Interessen vereinen, erklärt Martin Kreitl, Initiator von KayKay. Für dieses Konzept suchen wir derzeit mutige Investoren und Interessenten.

Digitale Kaufberatung durch KayKay

Das spezifische Ausgangsproblem, das unser Startup KayKay lösen möchte, hat jeder schon einmal erlebt. Man sucht im Internet ein passendes Produkt für ein Bedürfnis oder einen Konsumwunsch. Je nach Shopping-Charakter eines Menschen kann dies ein zeitaufwendiger und anstrengender Prozess sein. Am Ende bricht man den Such- oder Kaufprozess dann doch wieder ab, weil man sich von der Auswahl erschlagen fühlt und eine wirklich hilfreiche digitale Kaufberatung fehlt. Kein Wunder, denn neuropsychologische Studien belegten jüngst, dass das nahezu endlose Produktregal entscheidungstechnisch höchst ineffizient ist.

Insbesondere die Suche nach nachhaltigen Produkten im E-Commerce empfinden wir derzeit als nur sehr unzufriedenstellend gelöst.

Wir wollen deshalb einen skalierbaren Marketplace für nachhaltige Produkte erschaffen. Als nachhaltig definieren wir alle Produkte, die ein staatliches Umweltzeichen oder etabliertes Vereinszeichen tragen dürfen. Anstatt sich klassischerweise auf der Suche nach dem passenden Produkt durch einen schier endlosen Produktkatalog zu klicken, wird man bei KayKay durch ein mehrschichtiges KI-Beratungssystem zum passenden Produkt geführt, ohne dabei bevormundet zu werden.

Durch drei Features, die dem Nutzer das Auffinden und Aussuchen von Produkten vereinfacht, hebt sich KayKay von anderen Produktkatalogen zusätzlich ab:

  1. Das grundlegendste Feature unseres mehrschichtigen Beratungssystems sind die authentischen Produktkarten. Jede Produktkarte besitzt umfassende Informationen zum Produkt. Über unsere Smartphone-App kann zusätzlich jeder ein Video zu einem Produkt erstellen. So kann ein Handwerker, der sich mit nachhaltigen Wandfarben auskennt, das jeweilige Produkt in einem Video rezensieren; oder eine Beauty-Bloggerin kann mit dem Smartphone ein Produkt aus der Bio-Kosmetik in einem Video vorführen. Ein solches Video lässt es zu, dass ein potentieller Käufer einen schnelleren und authentischeren Eindruck über das jeweilige Produkt gewinnen kann als dies beispielsweise durch reine Fotos oder geschriebene Rezension der Fall wäre.
  2. Das nächste Feature ist das Produkt-Clustering ähnlich einer Google Maps Karte. Durch unseren speziellen Clustering-Algorithmus lässt sich aus einer Produkt-Datenbank eine virtuelle Produktwelt erstellen, bei denen statt Häuser in einer Stadt Produktkarten in mehreren Subclustern zu sehen sind, die zusammen ein großes Sortimentcluster ergeben. Sucht man nun ein Produkt oder mehrere Produkte einer Nische, so wird man zum jeweiligen Produkt oder Subcluster hinein gezoomt und kann sich die Produkte genauer ansehen und vor allem deren Relationen zueinander intuitiv nachvollziehen.
  3. Das dritte Feature ist das Quartettkartenspiel zur Produktauswahl. Dabei können maximal 16 Produkte für ein Quartettkartenspiel ausgewählt werden. Es müssen jedoch nicht zwingend 16 Stück ausgewählt werden. Die restlichen Produkte werden durch unseren DeepLearning-Algorithmus aus den Gemeinsamkeiten der bisher ausgewählten Produkte ergänzt. Dann spielt man ein Produkt gegen ein anderes Produkt und entscheidet sich für das besser Zusagende bis ein Siegerprodukt übrig bleibt. Auf diese Weise lasst sich auf transparente Weise ein Entscheidungsprozess begleiten.

In drei Schritten vom Affiliate über einen Marketplace zur Genossenschaft

Um KayKay am Markt zu etablieren leiten wir in Phase 1 (Pre-Seed) des Geschäftsmodells von unserer Plattform per Affiliate-Links zu den jeweiligen Shops von nachhaltigen Herstellern (z.B. Weleda, Hess Natur) weiter, auf denen ein nachhaltiges Produkt gekauft werden kann und erhalten im Falle eines Kaufs eine Affiliate-Provision. In Phase 2 werden wir zum dann Marketplace. Wir entwickeln eine Schnittstelle, bei der überregionale sowie lokale Hersteller oder Händler von nachhaltigen Produkten sich bei uns anmelden und seine Produkte anbieten kann.

Die eigentliche Vision, die uns jedoch antreibt, ist ein holistisches System nach dem Vorbild des lange verschollenen Buches »Solidarismus: Natürliche wirtschaftliche Erlösung des Menschen« von Rudolf Diesel. Rudolf Diesel schlug bereits 1903, sehr grob zusammengefasst und auf heute übertragen, eine Genossenschaftsbank vor, in die jedes Mitglied beispielsweise 1€ pro Monat, also 12€ pro Jahr, einzahlt. Bei beispielsweise 10 Millionen freiwilligen Mitgliedern kommen so jedes Jahr 120 Millionen Euro in die Kassen. Dieses Geld wird einzig und allein dafür verwendet, denjenigen Menschen, die unternehmerische Ideen umsetzen wollen und dafür einen Kredit bei einer anderen Bank beantragen wollen, die Bürgschaft zu übernehmen. Dieses Geld würde also nur gebraucht werden, wenn eine Bürgschaft tatsächlich in Anspruch genommen werden müsste. Ansonsten könnte es möglicherweise gar am Anleihenmarkt sehr langfristig angelegt werden. Im Gegenzug zur Bürgschaft verpflichtet sich der Kreditnehmer bei Erfolg seiner Unternehmensidee seine Produkte an die Mitglieder der Bank (für eine gewisse Zeit oder eine gewisse Stückzahl) zum Selbstkostenpreis zu verkaufen. Selbstverständlich können hierbei die Produkte auch an Menschen außerhalb der Bank zu einem im Markt konkurrenzfähigen Preis verkauft werden.

In Phase 3 wollen wir deshalb mit einer Bank kooperieren. Zunächst können Menschen, die die digitale Plattform KayKay gut finden und gerne nutzen, für einen Jahresbetrag, beispielsweise 12€ oder auch 50€, Mitglied unserer Genossenschaft werden. Dafür erhalten sie einige Vorteile auf der Plattform und vor allem Zugang zu allen Produkten, die im Selbstkostenpreis-Programm entstehen. Will nun beispielsweise jemand eine kleine fast vollautomatisierte Schuhfabrik mit 3D-Drucker in Deutschland aufbauen und einen Kredit in Höhe von beispielsweise 10 Millionen Euro bei einer Kreditbank beantragen, so würde KayKay die dafür benötigte Bürgschaft übernehmen, sofern gewisse Auswahlkriterien erfüllt sind. Diese Fabrik würde nun beispielsweise Schuhe aus recyceltem Plastik produzieren und im freien Markt für 50€ verkaufen. Mitglieder der Genossenschaft würden diese Schuhe für einen Selbstkostenpreis erhalten, der vielleicht bei 5€ liegen würde.

Auf diese Weise würde sich ein holistisches System kreieren lassen, welches sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig agiert und innovative Ideen fördert.

Wir wollen mit KayKay holistischen Marketplace gründen, der sich Profiten zwar nicht verweigert, aber das Ziel hat, zum Vorteil Aller zu sein.

Für dieses Konzept suchen wir derzeit mutige Investoren und Interessenten.


Über den Autor

Martin Kreitl ist Initiator von KayKay und wird künftig als Geschäftsführer die Vision von KayKay voranbringen. Gleichzeitig übernimmt er das User Experience Design. Er absolvierte ein Diplom als Designer (Visuelle Kommunikation) an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und ein Auslandssemester and der Zürcher Hochschule der Künste im Master »Transdiziplinarität«.
Mail: servus@kaykay.app
Web: martinkreitl.com 

Teammitglieder

Elisabeth Keck wird die Rolle des CFO übernehmen und damit betriebswirtschaftliche und juristische Fragestellungen verantworten. Sie absolvierte zunächst ein Diplom (FH) in Biotechnologie, dann ein Diplom (FH) in Wirtschaftsingenieurwesen und befindet sich nun in den letzten Zügen ihres juristischen Staatsexamens.

Michael Zitzelsberger übernimmt die Rolle des CTO und damit die Erstellung und Weiterentwicklung der Software und Systemarchitektur. Er absolvierte ein Diplom (FH) in Informatik. Er arbeitete als Freiberufler für Kunden wie beispielsweise Audi und Skoda.

Hanf, Nachhaltigkeit und die Weltklimaziele

Der Klimawandel hat Auswirkungen auf sämtliche Weltregionen. Es bedarf neben den globalen Handelswegen und der aktuellen Thematik um Freihandelsabkommen unbedingt regionale, nachhaltige Wertschöpfungsketten, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Aber was kann Hanf in dieser komplexen Sachlage bieten?

Das Eis der Polkappen schmilzt ab, der Meeresspiegel steigt. In einigen Regionen kommt es häufiger zu extremen Wetterereignissen und zunehmenden Niederschlägen, während andernorts verstärkt extreme Hitzewellen und Dürren auftreten. Im Juli wüteten Großfeuer nahe des Nordpols in Russland und Kanada. Gegenwärtig brennt es flächendeckend um den Äquatorraum: Sowohl in der Amazonasregion als auch im Süden des afrikanischen Kontinents. Indonesien verlegt für veranschlagte 30 Milliarden Dollar die Hauptstadt von Jakarta nach Borneo, um den Gefahren des steigenden Meeresspiegels entgegenzuwirken.

Die nötigen globalen Gegenmaßnahmen sind umfassend. Sie beinhalten, unter anderem, die Reduktion von Treibhausgasemissionen, petrochemischen Kunststoffen, und der industriellen Massentierhaltung; den Schutz von Forst bzw. Waldbeständen; und die Nutzung erneuerbare statt fossiler Energie. Um die Versorgung und Sicherheit zukünftiger Generationen jedoch sicherzustellen, bedarf es neben den globalen Handelswegen und der aktuellen Thematik um Freihandelsabkommen unbedingt regionale, nachhaltige Wertschöpfungsketten.

Was kann Hanf in dieser komplexen Sachlage bieten?

  • Hanf ist ein regionaler Bio-Rohstoff mit unzähligen Verwendungszwecken:
    Infrastrukturprojekte, beispielsweise, bleiben bei wachsender Weltbevölkerung unabdingbar. Biobasierte Baustoffe können ein Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zum einen speichern sie CO2, das die Hanf-Pflanzen im Wachstum aufgenommen haben, in Form von Kohlenstoffverbindungen für vergleichsweise lange Zeiträume, zum anderen ist der Energieaufwand zur Herstellung häufig gering. So haben Hanffasern einen Energiebedarf zur Herstellung von ca. 10 MJ/kg, Glasfasern benötigen ca. 55 MJ/kg und Carbonfasern ca. 130 MJ/kg.
  • Hanf hat Potenzial, Waldflächen zu schützen:
    In Brasilien wird u.a. Brandrodung für die Erschließung landwirtschaftlicher Fläche betrieben. Diese Flächen werden zumeist für die Nutztierhaltung als auch für die Produktion von Soja-Protein als Futtermittel verwendet. Hanf bietet ein besser verträgliches Protein als Soja und wächst überregional. Hanf liefert somit ein regionales veganes Protein, welches in der zukünftigen Welternährungsfrage eine Schlüsselrolle spielen kann. Des Weiteren werden noch immer Waldflächen zur Herstellung von Papier und Verpackungsmaterial gerodet, obwohl Hanf um ein Vielfaches schneller wächst und funktionalere Fasern bietet.

Mit der Legalisierung der Nutzhanfindustrie im Dezember 2018 in den USA beginnt nun eine ökologische Trendwende. Einerseits verspricht die Industrialisierung umfassendes Wachstum, andererseits einen möglichen Umweltschutz. In Hanf zu investieren bedeutet in die Zukunft zu investieren.


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 10 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Ein natürliches Heilmittel wird zu einem neuen Milliardenmarkt

Die Wirtschaftsprognosen sind atemberaubend. So stellen verschiedenste Analysten fest, dass der gegenwärtige CBD-Markt bereits Milliardenumsätze generiert und eine Vervielfachung in den nächsten Jahren wahrscheinlich ist, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

CBD steht für Cannabidiol – eines von über hundert pflanzlichen Cannabinoiden aus der Hanf-Pflanze, zu denen auch das allgemein bekanntere Cannabinoid THC (Tetrahydrocannabinol) zählt. Darin befinden sich neben pharmazeutisch vielversprechenden Cannabinoiden auch wirksame Terpene (ätherische Öle).

Die Lebensmittelindustrie ringt gegenwärtig noch mit der Pharmaindustrie um die Lizenzierung dieses biologischen Präparats. So wird auf Politischer Ebene debattiert, bis zu welcher Wirkstoffintensität das Präparat frei verkäuflich vertrieben werden darf und ab wann ein pharmazeutischer Vertrieb nötig ist.

Die WHO (World Health Organization) hat CBD bereits als unbedenklich eingestuft; somit gäbe es kein Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial.

Aber was verspricht sich die Industrie von der Beimischung von CBD in Getränken, Nahrungsmitteln und Arznei? Eine ganze Menge!

Die vielfältigen positiven Eigenschaften des non-psychoaktiven, also nicht berauschenden, Cannabinoids lassen sich hervorragend vermarkten. Große Teile der Weltbevölkerung könnten von dem Wirkungsspektrum profitieren.

 CBD wirkt:

  • Analgetisch - schmerzstillend bzw. lindernd
  • Antiinflammatorisch - Entzündungshemmend
  • Antioxidativ – Radikalfänger von schädlichen freien Radikalen
  • Neuroprotektiv – Schutz von Nervenzellen und Nervenfasern
  • Antikonvulsiv – Anti-Epileptisch, krampflösend
  • Antiemetisch – Brechreiz und Übelkeit lindernd
  • Antiproliferativ – Anti Gewebe-vermehrend
  • Autophagie steigernd –   Abbau und Verwertung von fehlerhaften Zellen
  • Anxiolytisch – Angst- bzw. Anspannungslösend
  • Antipsychotisch – gegen Psychose wirkend
  • Immunsupressiv - immunologische Reaktion unterdrückend
  • Antibakteriell – gegen Bakterien wirkend
  • Knochenstimulierend – Knochen aufbauend
  • Antidiabetisch – gegen Diabetes wirkend
  • Schlaffördernd
  • Haut protektiv
  • und viel mehr

Eine Vielzahl von vielversprechenden Unternehmen forscht an dem Bio-Präparat, um verschiedenste Produkte zu entwickeln und am Markt zu etablieren. Die Produktpalette ist bereits beachtlich und wächst stetig - die ursprüngliche Hanfblüte wird in facettenreiche Formen gewandelt.

Pharmazeutisch lassen sich verschiedenste Szenarien zur Verwendung von CBD etablieren. Auch als Genuss- oder Nahrungsergänzungsmittel erfreut es sich größter und weiterwachsender Beliebtheit.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 9 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Made in Africa – Freihandelsabkommen bietet Chancen für kleine Unternehmen

Abseits des Rampenlichts von weltwirtschaftlich prominenten Themen wie Brexit und Handelskonflikt haben 54 von 55 afrikanischen Ländern ein Freihandelsabkommen ratifiziert. Das Abkommen wird mit dem Inkrafttreten im Jahr 2020 die wirtschaftlichen Spielregeln auf dem Kontinent nachhaltig verändern und einen riesigen einheitlichen Binnenmarkt schaffen. Von diesem werden voraussichtlich sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als auch Investoren profitieren können.

„Das Hauptziel des Abkommens ist es, Handelsbarrieren in Afrika abzubauen, um eine Freihandelszone mit großem Potenzial für Unternehmen zu schaffen“ sagt Yann Groeger, Regional Manager Afrika bei BlueOrchard. „Gerade die aufstrebende Mittelschicht Afrikas und eine wachsende junge Bevölkerung dürften von diesem Abkommen profitieren. Schon heute leben auf dem Kontinent 1,2 Milliarden Menschen; in 80 Jahren werden es laut Bevölkerungsforscher 4 Milliarden sein, verglichen mit schätzungsweise 5 Milliarden Menschen in Asien. Laut der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) wird sich dadurch auch die Produktionsleistung von 500 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf 930 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 nahezu verdoppeln. Das stellt einen gewaltigen neuen Markt dar, auch für Investoren.

Zollabbau als Katalysator für den afrikanischen Binnenhandel

Trotz der vielerorts fehlenden Infrastruktur und oft hohen Kosten für den Transport von Waren, zieht der afrikanische Binnenhandel weiter an. Seit dem Jahr 2010 hat sich der Anteil bereits um 20 Prozent erhöht – mit steigender Tendenz. Das Freihandelsabkommen wird wohl einen rapiden Zollabbau auslösen, von dem vor allem Klein- und Mikrounternehmen profitieren dürften. Dafür müssten jedoch die richtigen Anreize, wie zum Beispiel die Teilnahme an der Governance der Produktion, gesetzt werden. Wie der UNCTAD-Report berichtet, wird das Abschaffen der Zollbarrieren Kleinstunternehmen die Möglichkeit bieten, Teil von regionalen Wertschöpfungsketten zu werden und damit deutlich mehr abzusetzen.

Das klingt zwar noch sehr theoretisch, weist aber bereits Erfolge auf: Am Beispiel von Tee hat sich in Kenia gezeigt, wie auf nationaler Ebene kleine landwirtschaftliche Betriebe in die Wertschöpfungskette eingebunden werden können. Durch das Erhöhen des Anteils in der Verarbeitungs- und Vermarktungsphase erhalten die Landwirte in den Teefabriken mehr Mitspracherecht. Sie stellen etwa 70 Prozent der inländischen Teeproduktion bereit, wovon schätzungsweise rund 500.000 Haushalte leben können. Dies sind erfolgreiche Strukturen, die aufgrund des Freihandelsabkommens auf regionaler Basis weitergedacht werden können, beispielsweise durch das Erweitern auf die umgebenden Länder Kenias wie Uganda, Ruanda oder Tansania. Ähnliche Situationen finden sich in der Kakao-, Baumwoll- oder Getreideproduktion. Dies könnte mittel- bis langfristig für Investoren interessante Anlagemöglichkeiten bieten.

Durch den Beschluss und die Ratifizierung des afrikanischen Freihandelsabkommens ist bereits viel auf den Weg gebracht worden. Allerdings müssen noch einige entscheidende Details des Abkommens ausgearbeitet werden. Ein heikles Thema sind vor allem die Ursprungsregeln, die definieren, welche „Staatsangehörigkeit“ ein Produkt hat. Aber eines dürfte sicher sein: Afrika wächst durch diesen Beschluss zusammen.“


Über BlueOrchard Finance AG

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges,integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 6 Mrd. USD in 80 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS- sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com

Gold könnte bei dauerhaft erhöhten geopolitischen Risiken auf über 1800 US Dollar steigen

von Nitesh Shah, Director – Research, WisdomTree.

Der Goldpreis hat in den vergangenen zwei Monaten um 14 Prozent zugelegt. Der Zuwachs geht mit einem plötzlichen Renditerückgang bei US-Staatsanleihen und einer verstärkten Nachfrage nach sicheren Anlagen einher. Wie wir in unserer Analyse „Goldmarkt als Maß aller Dinge“ausführten, haben die steigenden Spannungen zwischen den USA und China in Form von Handels- und Währungskonflikten auf dem Markt für Nervosität gesorgt, wodurch sich wiederum die Nachfrage nach sicheren Anlagen erhöht hat. Sowohl der Markt als auch die Trump-Regierung scheinen die US-Notenbank (Fed) zum Handeln gezwungen zu haben. Die Zornanfälle auf dem Markt haben die Entscheidungen der Fed klar beeinflusst: Die Zentralbank passte ihren geldpolitischen Kurs an, nachdem die Aktienmärkte zu Beginn dieses Jahres ins Wanken geraten waren. Die unentschlossene Vorgehensweise der Trump-Regierung beim Krisenthema Handel hat ebenso dazu geführt, dass die Fed eine Zinssenkung, quasi als „Versicherung“, durchgeführt hat. Die Fed Fund Futures zeigen, dass die Marktteilnehmer weitere Zinssenkungen im Laufe des Jahres erwarten, und dies wird die Renditen von US-Staatsanleihen voraussichtlich auf einem niedrigen Niveau halten. 

Der Ausblick auf die Wirtschaft, die Zinsen und die Währungskurse hat sich seit der Veröffentlichung unseres Goldausblicks im vergangenen Monat ganz offensichtlich verändert. Im Folgenden bieten wir einen aktualisierten Ausblick für das Edelmetall und fokussieren uns auf ein Szenario, in dem die Unsicherheit im geopolitischen Bereich und auf den Finanzmärkten auf einem erhöhten Niveau verbleibt.

Prognose des Basisszenarios

Unserer neuen Prognose für das Basisszenario zufolge steigt der Goldpreis im zweiten Quartal 2020 auf 1550 US Dollar pro Unze – ein Plus gegenüber einem Wert von 1500 US Dollar Mitte August 2019. Diese Prognose basiert darauf, dass die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen und der US-Dollar-Korb sich auf ihren aktuellen Ständen von 1,65 Prozent bzw. 97 halten. Unseren Erwartungen nach wird die Inflation bei rund 1,8 Prozent liegen. Obwohl ein negativer Preisdruck unseres Erachtens nicht unmittelbar bevorsteht, wäre eine über diesem Stand liegende Inflation nicht mit den Zinssenkungen der Fed vereinbar. Den Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zufolge befindet sich die spekulative Positionierung auf dem Markt für Goldtermingeschäfte mit 346.000 Kontrakten netto long auf einem stark erhöhten Niveau. Dieser Stand liegt nur knapp unter dem Allzeithoch von 348.000 Kontrakten netto-long vom Juli 2016. Die Marktstimmung hat sich bei Gold innerhalb kurzer Zeit sehr schnell geändert. Im November 2018 war die Stimmung bei dem Metall so schwach, dass die spekulative Positionierung netto short ausfiel. Da sich die Positionierung nie lange auf einem so hohen Stand wie dem heutigen gehalten hat, fahren wir die Positionierung in unserem Basisszenario auf bescheidenere 120.000 Kontrakte netto long zurück.

Abbildung 1: Goldpreisprognose

 
Quelle: WisdomTree Model Forecasts, Bloomberg Historical Data, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 13. August 2019. Prognosen sind kein Indikator für die zukünftige Performance und alle Investments beinhalten Risiken und Unsicherheiten.

Was, wenn sich die spekulative Positionierung auf einem hohen Niveau hält?

In unserem Basisszenario sind wir konservativ und senken die spekulative Positionierung auf einen Stand, der sich am langfristigen Durchschnitt orientiert. Doch was, wenn die spekulative Positionierung bis ins zweite Quartal 2020 so hoch bleibt wie heute (also bei 346.000 Kontrakten netto long)? Unser Modell zeigt, dass dies die Goldpreise auf fast 1815 US Dollar pro Unze. treiben würde.

Abbildung 2: Spekulative Positionierung in Goldfutures


Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Stand der Daten: 13. August 2019. Schätzungen sind kein zuverlässiger Indikator für die zukünftige Performance und alle Investments beinhalten Risiken und Unsicherheiten.

Mehrere geopolitische und finanzielle Risiken haben die Positionierung in Gold auf ein erhöhtes Niveau getrieben:

  • Die Handelsgespräche zwischen den USA und China sind zum Stillstand gekommen, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit eines größeren Protektionismus zwischen den beiden wirtschaftlichen Supermächten erhöht.
  • Die Befürchtungen des Markts, dass die Fed bei angespannten Arbeitsmärkten und einer nicht nachgebenden Inflation mit einer Lockerung der Geldpolitik einen Fehler begeht.
  • Die steigende Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits unter dem neuen britischen Premierminister.
  • Zunehmende Kontroversen im Nahen Osten, da der Iran die Anreicherung von Uran über den im Rahmen des Nuklearabkommens erlaubten Mengen fortsetzt. Angriffe auf Frachtschiffe um die Straße von Hormus – die von einem Drittel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls passiert wird – haben die Spannungen in der Region nach der Verhängung von Strafsanktionen gegen Teheran durch die Trump-Regierung zusätzlich verschärft.
  • Die argentinische Wirtschaft und die Aktien-/Anleihenmärkte befinden sich erneut in der Krise, was Ängste über einen größeren Ausverkauf im Bereich Emerging Markets verbreitet.
  • Erneut aufflammende politische Unsicherheit in Italien aufgrund eines Misstrauensantrags gegen den amtierenden Premier.

Politische Unruhen in Hongkong, wo der Widerstand gegen ein Auslieferungsgesetz, nach dem das Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche Straftäter in Festlandchina vollzogen werden könnte, Forderungen nach breiteren demokratischen Reformen ausgelöst hat.

Obwohl viele dieser Probleme theoretisch schnell gelöst werden könnten, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dies in der Praxis nicht der Fall sein wird. Die Handelsgespräche zwischen den USA und China laufen beispielsweise bereits seit mehr als zwei Jahren ohne klare Lösung, da die Erwartungen beider Seiten offenbar viel zu weit voneinander entfernt liegen. Es ist nicht klar, was für eine Annäherung der beiden Seiten sorgen könnte. Auch beim Brexit scheint es sich um ein unlösbares Problem zu handeln – die Einzelheiten des von der vorherigen britischen Premierministerin May verhandelten Abkommens sind für die derzeitige Regierung unter Johnson unannehmbar und die Europäische Union ist nicht willens, die wichtigsten Stolpersteine zu verhandeln. Da der Iran sich offensichtlich in der politischen Isolation befindet, scheinen die Chancen höher, dass das Land sein Säbelrasseln fortsetzen wird, als sich den Forderungen der USA zu beugen.

Falls sich die geopolitische Lage weiter verschlechtert, könnte die spekulative Positionierung sogar noch weiter steigen. Sollte die Positionierung auf 400.000 Kontrakte netto long ansteigen, könnte der Goldpreis unserem Modell zufolge auf 1875 US Dollar/Unze zulegen – nur einen Hauch unter dem Goldpreis-Allzeithoch von 1900 US Dollar/Unze vom 5. September 2011.


Nitesh Shah, Director Research

beim auf ETPs spezialisierten US-Vermögensverwalter WisdomTree.
Nitesh Shah ist Director im Researchteam von WisdomTree. Zuvor war er bei ETF Securities als Commodities Strategist tätig, bevor das Unternehmen im April 2018 von WisdomTree übernommen wurde. Shah ist bereits seit 16 Jahren als Ökonom und Stratege tätig. Seine Erfahrung reicht über ein breites Spektrum an Märkten und Anlageklassen.
Bevor Shah zu ETF Securities kam, arbeitet er als Ökonom für europäische strukturierte Finanzmärkte bei Moody's Investors Service und ist dort Mitglied des globalen Makroökonomie-Teams. Zuvor ist er als Wirtschaftswissenschaftler beim Pension Protection Fund und als Aktienstratege bei Decision Economics tätig. Shah startet seine Karriere bei der HSBC Investment Bank.
Shah absolvierte ein Bachelor-Studium an der renommierten London School of Economics und hält einen Master of Arts in International Economics and Finance der Brandeis University (USA).

Wichtige Informationen

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Negativ-Rückkopplung treibt Safe Haven Assets an

von Aneeka Gupta, Associate Director beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree.

Das Spiel zwischen Trump, China und der US-Notenbank (Fed) führt zu einer negativen Rückkopplungsschleife, die dazu führen dürfte, dass Anlagen wie Gold und Silber im Laufe des Jahres 2019 weiter hoch notieren. Trumps Ankündigung, die Zölle auf die verbleibenden chinesischen Waren im Wert von 300 Mrd. US-Dollar ab dem 1. September 2019 auf 10 Prozent zu erhöhen, hat die Finanzmärkte erschüttert und den Weg für einen signifikanten Marktverkauf geebnet. Die Ankündigung erfolgte zufällig einen Tag nach der Sitzung des Federal Open Market Committee (BOMK) vom 30. bis 31. Juli 2019. Wie erwartet senkte die Fed die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) und beendete das Programm der Quantitativen Straffung. Die eigentliche Überraschung gab es auf der Pressekonferenz nach der Sitzung, auf der der Fed-Vorsitzende Jay Powell kämpferisch auftrat, als er auf die Zinssenkung nur als "zyklische Anpassung der Politik" und "nicht als Beginn einer langen Serie von Zinssenkungen" anspielte und damit die Aussicht auf weitere Zinssenkungen dämpfte. Powell nannte auch die Handelsunsicherheiten als eine der drei Säulen, die zur Entscheidung über die Senkung der Quartalspunkte führten.

Trumps Ankündigung einer Zollerhöhung für chinesische Waren ist höchstwahrscheinlich eine Taktik, die von ihm verwendet wird, um die Fed zu veranlassen, die Zinsen weiter zu senken. Diese zielt darauf ab, den Schlag auf das US-Wirtschaftswachstum abzumildern, während Trump den Einsatz gegen China erhöht. Gleichzeitig ist China entschlossen, die führende Wirtschaftsmacht der Welt zu sein und wird sich von Trump nicht aufhalten lassen. Als Reaktion auf Trumps Zollankündigung hat die chinesische Regierung staatliche Unternehmen angewiesen, die Einfuhr von US-Agrarprodukten einzustellen und hat den chinesischen Yuan abgewertet. China ist sich auch strategisch des übergreifenden Ziels von Trump bewusst - die US-Präsidentschaftswahlen 2020 zu gewinnen, und wird wahrscheinlich eine härtere Handelsposition einnehmen, um Trumps Chancen auf den Sieg zu verringern. Die Realität ist, dass das US-Wirtschaftswachstum bisher stabil erscheint.

Der jüngste Beschäftigungsbericht bestätigt, dass sich die US-Verbraucher weiterhin in einer stabilen Verfassung befinden, sich aber das Wachstum der Arbeitsplatzschaffung verlangsamt. Das Lohnwachstum bleibt gedämpft und der PCE Core Deflator liegt bei 1,6 Prozent im Jahresvergleich (yoy), was die letzte Zinssenkung der USA rechtfertigt. Wir glauben, dass die Fed nur dann wieder zum Handeln gezwungen sein wird, wenn sich die Verschlechterung des Welthandels sich auf die US-Wirtschaft auszuwirken beginnt. Dies scheint wahrscheinlich zu sein, da die US-Regierung und die chinesische Regierung in der Handelspolitik eine harte Haltung einnehmen.

Die Goldpreise notieren auf einem 6-Jahres-Hoch, da sich die Spannungen zwischen den USA und China verschärfen. Die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit im Welthandel belebt den Safe-Haven-Status von Gold und steht weiterhin im Vordergrund der Anleger. Dies zeigt sich an den Netto-Positionierungsdaten für spekulative Futures auf Goldfutures, die nun bei 292.847 Kontrakten liegen - mehr als eine Standardabweichung über ihrem Fünfjahresdurchschnitt, so die Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Zudem beliefen sich die Netto-Notenbankkäufe im ersten Halbjahr 2019 auf 374,1 Tonnen, 57 Prozent mehr als im Vorjahr und den höchsten Stand seit ihrer Aufnahme als Nettokäufer im Jahr 2010 nach Angaben des World Gold Council (WGC).

Diese Rekordkäufe der globalen Zentralbanken unterstreichen die Notwendigkeit, ihre Reserven vom US-Dollar weg zu diversifizieren. Der Kauf von Gold durch die Zentralbank ist in der Regel das klebrigere Geld und darf nicht unterschätzt werden. Gold steht auch in umgekehrter Relation zum US-Dollar, und wir erwarten, dass sich die weitere Schwäche des US-Dollars entfalten wird. Dies ist auf den zusätzlichen Druck von Trump auf die Fed, den reduzierten Renditevorteil des Dollars gegenüber Alternativen außerhalb des US-Dollar und die Ausweitung der Staatsverschuldung zurückzuführen ist, die mit dem Wirtschaftswachstum der USA überproportional wachsen wird. Die historische Verwendung von Silber als Währung, ein Mittel zur Werterhaltung und seine starke Korrelation zum Halten (fast 80 Prozent) in den letzten zehn Jahren sprechen dafür, dass Silber inmitten des volatilen Marktumfelds auf der Erfolgswelle des Goldes mitschwimmen wird.

Sprudelnde Steuereinnahmen, gesellschaftliche Vorzüge und vielversprechende Investitionen

Die globale Prohibition von Cannabis bröckelt, so Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Großteile Nordamerikas und Europas sowie Teile Südamerikas und Asiens nutzen Medical Cannabis. 11 Staaten der USA sowie Kanada haben auch die Genussmittel-Anwendung von Cannabisblüten für Erwachsene legalisiert. 

Allen voran Colorado, der westlich-zentral-amerikanische Bundesstaat hat bereits 2014 Cannabis vollumfänglich legalisiert. Das bedeutet neben der medizinischen Anwendung auch den Erwachsenen Konsum als Genussmittel staatlich reguliert.

Für den Bundesstaat Colorado könnte es nach dieser Entscheidung kaum besser laufen. Seit 2014 wurden Cannabis-Produkte im Wert von ca. 6 Milliarden Dollar verkauft, allein im vergangenen Jahr 2018 wurden 1,5 Milliarden Dollar umgesetzt. Das resultiert in Steuereinnahmen von 266,5 Millionen Dollar, summiert über 1 Milliarde Dollar Steuereinnahmen in den 4 Jahren seit der Legalisierung. Colorado hat 6 Millionen Einwohner – miteinbezogen sind Anreihen-Staaten und Tourismus.

Laut seriösen Statistiken sinkt die Zahl der jugendlichen Konsumenten stetig. Die legale Cannabis-Industrie verkauft das Genussmittel für Erwachsene in Fachgeschäften, sogenannten Dispensaries. Die Zahl der Schwarzmarkt-Dealer, die keinen Jugendschutz einhalten, sinkt. Das Interesse und der Reiz an dem nun legalen Cannabis nehmen scheinbar ab. Es gibt weitergehend weder eine steigende Anzahl von Verkehrsunfällen noch von anderen Ordnungswidrigkeiten oder Verbrechen.

Für Deutschland locken, laut einer renommierten Studie von Prof. Dr. Justus Haucap, Steuereinnahmen in Höhe von mindestens 2.66 Milliarden Euro jährlich sowie zehntausende legale, neue Arbeitsplätze. Weitergehend fiel ein beträchtlicher Aufwand für Justiz- und Polizeiapparat nicht mehr an.

Auch bei unseren Nachbarn gibt es volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Zustimmung. Da die bisherige, restriktive Gesetzgebung in Frankreich ihre Wirkung verfehlt habe, plädieren Experten des renommierten Rats für Wirtschaftsanalysen CAE (conseil d’analyse économique) für die Legalisierung von Cannabis. Der Rat ist direkt dem Premierminister Frankreichs unterstellt und soll der Regierung bei politischen Entscheidungen helfen. Das bisherige System von Verboten in Frankreich, das seit 50 Jahren gefördert werde, sei ein Misserfolg, so die Autoren. Trotz einer der strengsten Gesetzgebungen in der EU gehöre Frankreich zu den größten Konsumenten von Cannabis. Das Land könne bei einem jährlichen Konsum von 500 bis 700 Tonnen Cannabis Steuereinnahmen von bis zu 2,8 Milliarden Euro erzielen. Zudem entstünden auch hier die erwähnten positiven Eigenschaften für die Gesellschaft.

Neben der pharmazeutischen Anwendung und der Verarbeitung als Bio-Rohstoff, bringen die möglichen massiven Steuereinnahmen der Genussmittelbranche eine politische Entwicklung in Schwung, die der Legalisierungs-Thematik und der Hanf-Industrie weitergehende Kraft verleiht.

Schätzungen gehen von einem jährlichen globalen Genussmittel-Cannabis-Umsatz von 344 Milliarden Euro aus. Es wäre wünschenswert, diese seit Jahrzehnten ohnehin bestehende Schwarzmarkt-Industrie in eine legale, steuerzahlende Industrie zu wandeln. Wie das funktioniert, zeigen uns bereits Teile Nordamerikas.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 8 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Fed hält die Tür für weitere Zinssenkungen offen

Zum gestrigen FOMC Meeting ein Kommentar von Kevin Flanagan, Senior Fixed Income Strategist bei WisdomTree:

"Endlich hat das Federal Open Market Committee (FOMC) der US Notenbank Fed getan, was weithin erwartet wurde und den Leitzins um einen Viertelpunkt gekürzt. Die Fed gab zudem bekannt, dass sie ihre Bilanzreduzierungen im August, zwei Monate früher als bislang angekündigt, beenden würde. Angesichts der für die Fed typischen Sprachwahl, der „Fed Speak“, den sich ändernden Markterwartungen und der jüngsten Erholung auf dem Arbeitsmarkt war es für die politischen Entscheidungsträger an der Zeit, der Spekulation ein Ende zu setzen. Die nunmehr beschlossene Zinssenkung um 25 Basispunkte passt zwar zum Narrativ der „Zusicherungs-Politik“ der Fed, lässt aber dennoch die Frage offen, was die Zukunft bringen könnte.

Um es auf den Punkt zu bringen: Im Gegensatz zur Juni-Sitzung des FOMC beschränkte sich das Treffen diesmal auf die übliche Grundsatzerklärung und die Pressekonferenz des Vorsitzenden Jerome Powell. Mit anderen Worten: diesmal gab es keine blauen Dotplots (die langfristigen Prognosen für den Leitzins). An der Grundsatzerklärung, die die Fed als ihre offizielle politische Haltung ansieht, wurde gegenüber der Juni-Sitzung wenig verändert. Dazu gehört die Formulierung, man werde „entsprechend handeln", was die Tür für zusätzliche Zugeständnisse in diesem Jahr offen hält. Tatsächlich sind diejenigen, die einen Zinsschritt von 50 Basispunkten erwartet hatten, vom Ergebnis des Juli-Meetings ein wenig enttäuscht. Man hat den Fokus nun auf eine weitere Zinssenkung in der nächsten FOMC-Sitzung vom 17. bis 18. September verlagert.

Denken Sie daran zurück, dass diese Zinssenkung wirklich nicht auf der Grundlinie der Fed-Prognose für die US-Wirtschaft beruhte; es war vielmehr der Versuch der stimmberechtigten Mitglieder, den möglichen negativen Auswirkungen der Handelsunsicherheit und der Verlangsamung des globalen Wachstums entgegenzuwirken. Wäre die Fed nicht zurückgerudert, hätten die Geld- und Anleihemärkte die politischen Entscheidungsträger in die Ecke gedrängt. Trotz der Tatsache, dass die finanziellen Bedingungen in den USA vor diesem Treffen einfacher waren als zu Beginn der Zinserhöhung durch die Fed Ende 2015, gab es Bedenken hinsichtlich einer Verschärfung der Marktbedingungen ohne eine Zinssenkung. Die Fed befindet sich mit dieser Entscheidung also möglicherweise wieder im "datengetriebenen" Modus und es scheint, als ob die Geldpolitik in diesem Jahr immer noch in Richtung einer weiteren Zinssenkung tendiert.

Fazit

Im Vorfeld der FOMC-Sitzung suchten die Fed-Fonds-Futures (Terminkontrakte, die die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Bezug auf das Leitzins-Niveau abbilden) nach einer Zinssenkung von 100 Basispunkten bis Ende 2020. Hier könnte es für den US Treasury Markt (UST) heikel werden. Während wir im Laufe dieses Jahres als Erweiterung der heutigen "Zusicherungs-Police“ noch einen weiteren Rückgang um 25 Basispunkte sehen können, sieht unser Basisszenario keine zusätzliche Zinssenkung um 50 Basispunkte vor. Die Geld- und Anleihemärkte haben also bereits viele gute Nachrichten an der Zinsfront eingepreist, so dass es den Anschein hat, dass die Enttäuschung im UST-Markt gestiegen ist, insbesondere wenn die Fed nur die Hälfte der derzeit erwarteten Zinssenkungen liefert."

WTI versus Dubai - Begrenzte Preisdifferenz vor Inkrafttreten der neuen IMO-Vorschriften

von Nitesh Shah, Director Research und Rohstoffexperte beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree.

Neue Vorschriften in Bezug auf den Schwefelgehalt in Bunker- bzw. Schiffskraftstoffen, die von der Internationalen Maritime Organisation (IMO) erlassen wurden und ab Anfang 2020 gelten, dürften die Nachfrage nach schwefelarmen, leichten Rohölen wie den West Texas Intermediate (WTI) auf Kosten des schwefelreichen und schweren Rohöls erhöhen. Schwefelarme Rohöle erfordern eine weniger aufwändige Raffination, um sie zu Endprodukten zu verarbeiten, die den neuen Regularien entsprechen.

Infolgedessen sehen wir einen begrenzten Preisabschlag bei WTI-Rohöl im Verhältnis zum schwefelreicheren Dubai. Zwischen 2016 und 2018 weitete sich der Abschlag aus, da es bei Schweröl zu Lieferengpässen kam, während leichtere Öle reichlich vorhanden waren. Die Produktion von Schweröl ist im Zuge der angebotssteuernden Politik der OPEC und Kanadas sowie wegen des Produktionseinbruchs in Venezuela zurückgegangen. Unterdessen hat der Anstieg der Schieferöl-Förderung in den USA das Angebot an leichteren Rohölen weltweit erhöht. Da wir uns der Umsetzung der IMO Anfang 20201 nähern, ist es wahrscheinlich, dass die Nachfrage nach leichterem und schwefelarmem Rohöl steigt und damit die Preisdifferenz zwischen WTI und Dubai im Jahr 2019 sinken wird.

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1) Die Internationale Maritime Organisation wird den Schwefelgehalt aller Schiffskraftstoffe ab 2020 auf 0,5 Prozent begrenzen, mit Ausnahme von Kraftstoffen, die in Regionen verbrannt werden, die bereits an niedrigeren Schwefelgrenzwerten liegen.

Investment-Chancen in die moderne Pharmaindustrie

Neben den Anwendungen an Patienten, die sich nebenwirkungsarme Linderung von Volkskrankheiten sowie seltenen, schweren Krankheiten erhoffen dürfen, wird durch absolvieren von klinischen Studien eine Patentierung vollzogen, die Investoren berechtigt aufhorchen lässt, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

So betrachtet man beispielsweiße den Branchen Primus der Cannabinoiden Medizin - GW Pharmaceuticals - aus Großbritannien.

Das von GW patentierte Medikament „Sativex“ wird bereits in mehreren Ländern zur Behandlung von Multiplen Sklerose Spastiken angewandt. Dieses Medikament besteht ca. im Verhältnis 1:1 aus synthetischem THC, das unter dem Prädikat „Dronabinol“ bekannt ist, und natürlichem 
Cannabidiol (CBD).

Gegenwärtig liegt die größte Erwartung auf dem Medikament „Epidiolex“.

2018 gelang es GW das erste pflanzliche Cannabismedikament von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) zuzulassen. Das CBD-Medikament wurde zur Behandlung von zwei seltenen und schweren Formen der Epilepsie zugelassen.

GW meldete für das Medikament im Q4 einen höheren Umsatz als die Analysten erhofften. Bis Anfang des Jahres schien das GW-Vertriebsteam mit rund 70 % aller Epilepsie behandelnden Ärzte Kontakt aufgenommen zu haben. Epidiolex wird bereits für mehr als 80 % der Amerikaner mit einer privaten Krankenversicherung, 90 % der Managed-Medicaid-Verwender sowie 99 % der staatlichen Medicaid-Versicherten Kosten übernommen und angewandt.

Laut Analysten kann allein in den USA das Medikament Epidiolex jährlich einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar erwirtschaften. Nun liegt der Fokus weitergehend auf der europäischen Zulassung von Epidiolex, was GW in diesem Jahr erwartet.

Weitere Zulassungen für die Medikamente Sativex und Epidiolex werden nicht nur für Regionen, sondern auch Krankheitsbilder erwartet. GW arbeitet an verschiedenen Cannabinoid-Präparaten, die etwa gegen Tuberkulosekomplexes (TSC), Autismus-Spektrum-Störungen, Glioblastom (Gehirntumor) sowie Schizophrenie therapieren sollen.

Auch wenn GW nun ein Vorreiter der Cannabinoiden Pharmazie ist, halten sie natürlich kein Monopol auf die Patentierung von Cannabinoiden. Dutzende vielversprechende Unternehmen forschen an Cannabis-Medikation für ein breites Anwendungsspektrum. Betrachtet man nun die Investitionschancen in die Cannabinoide Medizin kann man erwartungsvoll in die Zukunft blicken.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 6 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

PE-Investitionen in Emerging Markets – guter Zeitpunkt für einen Einstieg?

Schwellenländer weisen trotz Handelskonflikten hohe Wachstumsraten auf. Private-Equity-Investitionen in diesen Regionen weisen tiefere Einstiegsbewertungen auf als vergleichbare Investitionen in Industrienationen. Darüber hinaus bieten Schwellenländer gute Möglichkeiten für Investoren mit Fokus auf Umwelt- und Sozialkriterien. Die Herausforderung bleibt, sich auf Anbieter zu konzentrieren, die durch Erfahrung, lokales Know-how und Risiko-Verständnis in den Märkten punkten.

„Im vergangenen Jahr sind die Bewertungen von Private-Equity-Anlagen von einer bereits hohen Basis aus weiter angestiegen, trotz einer leichten Abschwächung im letzten Quartal“, sagt Philipp Müller, Head of Investment Solutions bei BlueOrchard. „Dies ist vor allem auf den zunehmenden Wettbewerb für Transaktionen durch Private-Equity-Manager und strategische Käufer zurückzuführen, die in Zeiten niedriger Zinsen auf der Suche nach Renditen und Wachstum sind.

Selbst während eskalierender Handelskonflikte zeigen Schwellenländer ein starkes Wachstum. Der Binnenkonsum in Emerging Markets hat sich in den letzten Jahren beschleunigt und stellt in Kombination mit demografischen Trends und einem stärkeren Wachstum in unterversorgten Gebieten einen wichtigen Treiber für ökonomischen und sozialen Fortschritt in diesen Regionen dar. Viele in Schwellenländern aktive Private-Equity-Fondsmanager befinden sich in einem frühen Entwicklungsstadium. Oft werden Fonds aufgelegt, die langfristig von dynamischen oder noch in entstehenden Märkten mit hoher Informationsasymmetrie profitieren. Ein wesentlicher Vorteil solcher Fonds in Bezug auf die Bewertungen ist ein geringerer Wettbewerb um Transaktionen.

Private Equity in Emerging Markets kann auch für Investoren interessant sein, die neben der finanziellen auch eine soziale oder ökologische Rendite erwirtschaften wollen. Umwelt- und Sozialaspekte spielen im Rahmen eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels eine größere Rolle. Auf institutionelle Investoren wächst daher der Druck, diese Aspekte stärker zu berücksichtigen. Impact-Investitionen, die Kapital für Unternehmen bereitstellen, die Sozial- oder Umweltnutzen generieren, stellen somit ein interessantes Investitionsziel dar. Dies gilt auch wegen des Fokus auf Kriterien wie Arbeitsbedingungen und gute Unternehmensführung, die nachweislich der Rendite von Anlagen in Schwellenländern zuträglich sind. Inzwischen operieren auch die größeren Fondshäuser nach diesem Muster - was früher das Terrain von spezialisierten Impact Investoren war, lockt nun auch größere Private-Equity-Manager.

Es gibt einige vielversprechende Anzeichen, dass Private-Equity-Investitionen in Emerging Markets sowie Impact-Investitionen interessante Renditen für Investoren liefern könnten, auch bezogen auf die Wachstumsraten einzelner Branchen wie Versicherungen oder Finanzdienstleistungen in Schwellenländern. Die Zielrenditen können sowohl die Performance von Private Equity in traditionellen Märkten, als auch die von börsennotierten Aktien aus Schwellenländern übertreffen. Die Herausforderung bleibt die Entscheidung, wo, wie und mit wem investiert werden soll. Im Hinblick auf Schwellenländer sind Erfahrung, lokales Know-how und ein detailliertes Verständnis der Risiken dieser Märkte von entscheidender Bedeutung.“


Über BlueOrchard Finance AG

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges,integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 6 Mrd. USD in 80 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS- sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com

Risikodiversifikation im Cannabis-Markt

In jeder Branche, erst recht in einer jungen pulsierenden Industrie die ehemals unter Prohibition lag, sollten Investoren sich darüber bewusst sein: es gibt vielversprechende Unternehmen, die sich dominant entwickeln, es gibt Unternehmen die über die hohen Ambitionen stolpern und letztendlich verschiedenste Gründe für das Scheitern eines Unternehmens, das augenscheinlich ein Erfolgsmodell hätte sein sollen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Das Interessante an Investments in die Cannabis-Industrie ist unter anderem die Vielfalt der Industriezweige, die mit Hanf in Verbindung kommen.

Es scheint mit der Kultivierung der Hanf Pflanze in der Agrarindustrie zu beginnen. Aber schon bevor die Pflanze unter freiem Himmel, in Gewächshäusern oder in geschlossenen Plantagen heranwächst, beginnt das industrielle Interesse.

Firmen wie Village Farms, spezialisiert auf Greenhouse-Techniken, profitierten ebenso von der frühindustriellen Entwicklung von Cannabis wie Hanf-Samen Produzenten, sogenannte Seed Banks, die optimale Genetik entwickeln.

Weitergehend bleibt die Distribution von Cannabis eine Herausforderung, die allerdings durch hohe Gewinnspannen lockt. Können Firmen nationale Absatzmärkte erschließen, haben sie einen Fuß in der Tür, die für viele weitere Teilnehmer der Industrie vorerst verschlossen bleibt. Für das nötige Lobbying werden renommierte und qualifizierte Personen akquiriert, wie bei beispielsweise Joschka Fischer, der für das Cannabis-Unternehmen Tilray im Beirat sitzt.

Das Retail Geschäft in Nordamerika ist ebenso beachtungswürdig. So entstehen in den Bundesstaaten der USA, die Cannabis vollumfänglich legalisiert haben, wöchentlich neue Dispensaries, sogenannte Cannabis-Fachgeschäfte. Apotheken ähnelnde Shops beraten über die Wirkspektren der verschiedenen Cannabinoide und erinnern vom Design teils an Applestores. Selbst redend bei diesem Thema bilden sich beachtliche Schlangen vor den Stores, die die kostspieligsten Stadtteile erobern.

In der Pharmazie, somit in der Entwicklung neuer Medikamente durch die Bio-Tech Industrie, bewegt sich gegenwärtig auch einiges. Dutzende Unternehmen forschen an Cannabinoid-haltiger Medikation, es laufen derzeit hunderte klinische Studien zu Präparaten für nahezu alle medizinische Fachbereiche. Zuletzt gelang es GW Pharmaceuticals und Tetra-Bio-Pharma eines ihrer Medikament in Nordamerika durch die FDA zuzulassen.

Im Segment Green Technologies, in der Hanfbranche also die Bio-Rohstoff Weiterverarbeitung, gibt es ebenso beachtliche Entwicklungen. Hempco Cananda ist vergangenes Jahr von Aurora Cannabis akquiriert worden und veranschaulicht bildlich sehr deutlich die vielseitigen Einsatzbereiche von Samen, Blüten, Blättern, Schäben und Fasern - somit der Bio-Masse aus Hanf.

In der Zulieferer Branche gibt es verschiedenste Kreise, die in Berührung kommen. Ernte- und Weiterverarbeitungs- sowie Extraktions-Technik, Nährmittelhersteller und auch die Chemieindustrie, die mit Hanföl teils auch Rohöl ersetzen kann, sowie viele weitere Spezialisten.

Letztendlich kann in der Risikodiversifikation auch das Peoples Business eine tragende Rolle spielen, denn Unternehmen werden natürlich von Ihrem Management Board direkt beeinflusst. Menschen wie Cam Battley von Aurora Cannabis, Peter Miller von Slang, Charlie Bachtell von Cresco Labs, Michael Gorenstein von Cronos Group, Alan Bronchstein von 420 Investors, um nur einige zu nennen, sind tragende Persönlichkeiten in Ihren Kreisen und teils der gesamten Branche.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 5 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Das Anlage-Universum der Hanf-Aktien

Richtet man seinen Blick auf die Cannabis-Industrie, sticht einem ein Aktienuniversum von gegenwärtig annähernd eintausend Unternehmen ins Auge. Die Bandbreite der teilnehmenden Unternehmen reicht bis zum Midcap Sektor. Differenzieren sollte man nicht nur über die verschiedensten Peer Group Bereiche, weitergehende Relevanz bekommen regionale, nationale sowie internationale Lizenzen für die streng regulierten Absatzmärkte allein schon in der Peer Group Cultivation & Distribution. Ganz zu schweigen von der Komplexität der Bio-Tech Forschung für schulmedizinische Zulassungen und der enorm vielseitigen Verwendung der Hanffasern als Bio-Rohstoff und daraus folgenden Patenten. 

Zu erwarten sind weitere Akquisitionen und Joint Ventures der Großen Teilnehmer der Cannabis Industrie, als auch durch anreihende Industrien (Pharma, Lebensmittel, Tabak etc.). Wahrscheinlich ist einer intensiven Konsolidierung von schwächeren Marktteilnehmer in allen Branchen der Cannabis-Industrie entgegenzusehen.

Global betrachtet haben kanadische Unternehmen bislang einen einzigartigen Vorteil: durch klare nationale Regularien für den Binnenmarkt und Export. Die entscheidende Frage: wann regulieren die USA ihre ansässige Cannabis-Industrie auf Bundesebene. Sobald die Akteure vergleichbare Bedingungen in der globalen Distribution auch aus Standorten der US-Bundesstaaten vorfinden, kann es auf dem Handels-Parkett eine interessante Entwicklung geben.

Somit sollten an den Finanzmärkten gegenwärtig kanadische, mittelfristig auch amerikanische Firmen fokussiert werden. In der Cannabis-Pharmazie sowie Cannabis-Bio-Tech Branche gibt es außerhalb der nordamerikanischen Region hingegen einige Unternehmen, auch in Europa, die interessante Entwicklungen nehmen könnten, wie etwa GW Pharmaceuticals oder Sandoz (Novartis Division).

Das Cannabis-Anlage-Universum kann also facettenreiche Industriezweige abdecken, von Verpackungsmaterial spezialisierten Unternehmen, über Tech-Zulieferer aus dem Greenhouse Segment, Agrarunternehmen mit GMP Akkreditierung für die lizenzierte Schulmedizin, globale Distributoren und regionale Retailer mit Dispenseries (Cannabis-Apotheken / Fachhandel), Produkt- und Brandentwickler für Edibles, Beverage, Extrakte und Blüten, CBD-Kosmetik, Cannabis-Veterinärmedizin und vielem mehr.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 4 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Die Player der nordamerikanischen Cannabis Industrie

Gegenwärtig finden sich hunderte Unternehmen, die auf Cannabis spezialisiert sind, an den nordamerikanischen Börsen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Die Großen der mittlerweile globalen Industrie decken viele Facetten der Cannabis-Industrie intern ab.

Allen voran die Kanadier: Aurora, Canopy, Hexo, Organigram und Cronos, die durch teils offensive Akquisitionen nahezu alle Verwendungszwecke der Hanf-Industrie abdecken. Ob klinische Studien für die lizensierte Schulmedizin, Forschung zu nachhaltigen Patenten über Hanffaser-Verbundwerkstoffe für den Leichtbau im Automobil- oder Luftfahrtbereich, sowie Brands mit hohen Marktanteilen im Konsumgütermarkt.

Außerhalb Kanadas erschienen z.B. Green Thumb Industries, Curaleaf Holdings, Cresco Labs und Truelieve Cannabis als Größen der US-Cannabis-Industrie. Weitreichende Lizenzen ermöglichten die Teilnahme an dem jungen US-Markt, weitergehend durch Übernahmeangeboten aus Kanada beflügelt, wuchsen sie zu hoch kapitalisierten, in den USA ansässigen, Cannabis-Spezialisierten Unternehmen heran.

Daneben tummeln sich in Nordamerika einige Peer-Group-Spezialisten: Agrarunternehmen, Distributoren und Retailer, Produkt- und Brandentwickler, Technik Zulieferer, Pharmazie-Biotechnik Firmen und Cannabis-Kapitalanlagegesellschaften - eine komplexe Gemengelage.

Verzweigungen durch Milliardenschwere Investitionen aus der Tabak-, Spirituosen- sowie Brauerei- und Pharmaindustrie sind bereits geschehen. Somit zählen auch Unternehmen wie Altria (Philip Morris), Constellation Brands als größte Anbieter von Alkohol in den Vereinigten Staaten, Anheuser-Busch als größte Brauereigruppe der Welt und der Schweizer Pharmariese Sandoz AG ( Novartis ) zu beteiligten Playern in der globalen Cannabis-Industrie.

Teilnehmer der Industrie haben somit bereits strategische Investoren, andere etablieren sich durch ihre Milliardenkapitalisierung ohne Allianzen. Durch fortlaufende Produktentwicklung sowie Wachstum durch ehemals gesetzeswidrige Absatzmärkte bleibt die Cannabis-Industrie an den Finanzmärkten gegenwärtig anhaltend eine pulsierende, volatile, voraussichtlich wachsende Zukunftsindustrie.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 3 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Nordamerikas Cannabis Industrie - nach der Prohibition folgt das Wachstum

Betrachtet man die fortan legalen Rechtsräume der jungen Hanf-Industrie in Nordamerika, erkennt man schnell die globale Durchschlagskraft und das weitere Wachstumspotenzial dieses Hotspots der ehemals unter Prohibition stehenden Industrie, so Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Neben Kanadas vollumfänglicher Legalisierung im Oktober 2018 haben bis dato sukzessive 33 von ausstehenden 51 Bundesstaaten der USA Medical Cannabis legalisiert, sowie 11 Bundesstaaten auch den vollumfänglichen Erwachsenen-Freizeitkonsum legalisiert. In Mexiko ist Medizinal-Hanf legalisiert und eine vollumfängliche Legalisierung wird auch hier zeitnah erwartet. 

Neben der Pharmazie und der steuerzahlenden Genussmittel-Branche profitiert auch die Nordamerikanische Nutzhanf Industrie gegenwärtig von der brechenden Stigmatisierung.

Erstmals seit den 1930er Jahren wird nun wieder Nutzhanf industriell auf Nordamerikas Agrarflächen angebaut werden. Im Dezember 2018 hat Donald Trump die „Farm Bill“ unterzeichnet und die 80-jährige Prohibition damit offiziell beendet. So erwarten wir zum Ende des Jahres signifikante Rohstoffströme in verschiedenste Industriezweige, wie beispielweise: Automobile, Textil, Papier, Bau, Lebensmittel und Kosmetik.

An den Finanzmärkten liebäugeln erste Investoren seit 2014 mit der schnell wachsenden Industrie; allein 2017 verzeichnete der MJIC (North American Marijuana Index) 86% Wachstum. 2018 sahen wir eine breite Konsolidierung, die den Markt gestärkt in die Zukunft blicken lassen kann. Ob Barclays oder Jeffries, viele Investment- und Analysehäuser gehen von einem starken Wachstum in den nächsten Jahren für die Cannabisindustrie aus.

Nun steckt diese Industrie nicht mehr in den Kinderschuhen, einige Unternehmen sind mit Milliarden kapitalisiert und international professionell strukturiert. Die Absatzmärkte für medizinisches Cannabis wachsen stätig und sind global streng reguliert. Gelingt es Unternehmen allerdings diese Auflagen zu erfüllen, erwartet Sie eine lizensierte, umsatzstarke Markterschließung.

Beflügelt wird die politische und gesellschaftliche Akzeptanz auch von pharmazeutischen Erfolgen, wie etwa durch die US-Zulassung des ersten pflanzlichen Cannabis-Medikaments – Epidiolex von GW Pharmaceuticals - durch die FDA (Food and Drug Administration). Cannabis gilt zukünftig als möglicher Game-Changer in der Opioid-Krise der USA, die gesellschaftlich und gesundheitlich als enormes Risiko gilt.

Die zaghafte Legalisierung der alten Welt lässt die kanadischen Unternehmen zum Export-Weltmeister der Hanf-Industrie aufsteigen. 2001 hat Kanada bereits medical Cannabis legalisiert, Deutschland hingegen erst im Juni 2017. Somit importieren Nationen wie Deutschland, Großbritannien, Südkorea oder Thailand medical Cannabis. Die aufwendige bürokratische Lizensierung für den Anbau von GMP-Medizinalhanf lässt darauf schließen das noch viele weitere Jahre die Welt von Nordamerikas Cannabisindustrie beliefert wird.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 2 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Der erste deutsche Hanf Aktienfonds – das Finanzvehikel für den Bio-Rohstoff Hanf

Seit dem 3. Dezember 2018 ist der erste Branchenfonds für Hanf in Deutschland handelbar. ws-hc Stehr & Co. Hanf Consulting UG lancierte den Fonds mit dem Ziel 100 % der Vermögenswerte in den jungen Wachstumsmarkt zu tätigen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Eine breite Streuung in die vielfältigen Industriezweige zur Risikodiversifikation ist unser Anspruch, daher berücksichtigen wir die gesamte Wertschöpfungskette: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie des Hanfs.

Wer sich intensiver mit Hanf beschäftigt, wird feststellen, dass es sich bei dieser Pflanze um einen sehr wirkungsvollen Bio-Rohstoff handelt. Hanf kommt mit allen relevanten Wirtschaftszweigen in Berührung und wird bereits in mehr als 50.000 Produkten verarbeitet. Zudem nimmt Hanf viel CO2 auf und revitalisiert Agrarflächen. Die Hanf-Industrie ist die am schnellsten wachsende Branche in den USA und ist global weiter auf dem Vormarsch.

Wachstumsprognosen für den US-Amerikanischen Markt

Im Sektor der Pharmazie und des Erwachsenenkonsums gehen seriöse Quellen von einer Verzehnfachung des aktuellen globalen Marktvolumens (ca. 25 Milliarden Dollar) in den nächsten 10 Jahren auf 250 Milliarden Dollar aus. Auch wir Teilen die Meinung der weltweiten Experten, wobei die weiteren Wirtschaftszweige noch gar nicht berücksichtigt sind.

Das Marktwachstum bezieht sich auf die drei Industriezweige der Cannabis Industrie:

  • Medizinalhanf
  • Nutzhanf
  • Freizeitkonsum

und wird durch die sukzessive Legalisierungswelle weiter vorangetrieben.

Weltkarte der bisherigen legalen Absatzmärkte und somit potenzial weiterer Legalisierungen

Neben den medizinischen Anwendungsbereichen sorgen bereits legalisierte Absatzmärkte für reales Wirtschaftswachstum. Blau markierte Nationen wie Kanada, Uruguay und 11 Staaten der USA, haben Cannabis bereits vollumfänglich legalisiert, somit neben der medizinischen Verwendung auch den Freizeitkonsum der erwachsenen Bürger. Grün markierte Nationen wie Deutschland, Großbritannien oder auch vermeintlich restriktivere asiatische Nationen wie Thailand haben medizinisches Cannabis legalisiert.

Nutzhanfindustrie Nordamerika – nachhaltige Agrarwirtschaft und Bio-Rohstoff für vielseitige Industriezweige

Der bisher größte Abnehmer von Nutzhanferzeugnissen ist die Automobilindustrie. Diese verwendet vorrangig die Hanffaser für Dämmungen im Innenraum und diverse Formteile. Durch die hohe Zugfestigkeit und die geringe Dichte bietet sich die Hanffaser zudem optimal für den Leichtbau an, beispielsweise hat Lotus die Karosserie des Eco Elise mit einem Hanffaserverbundstoff hergestellt. So werden biologisch abbaubare und CO2 sparende Teile für Automobil, Luft- und Raumfahrt gefertigt.

Im Dezember 2018 wurde die 80-jährige Prohibition durch die Unterzeichnung von Donald Trumps „Farm Bill“ in den USA offiziell beendet. In diesem Jahr wird der Nutzhanf auf gesamter Bundesebene der USA angebaut werden, zu erwarten ist eine weitreichende Verzweigung in die weiterverarbeitende Industrie.

Massive zukünftige Rohstoffströme lassen sich für die Papier-, Textil-, Chemie-, Automobil-, Pharma-, Bau- und Lebensmittelindustrie prognostizieren. Medical Cannabis wird in der Pharmaindustrie bereits als wirkungsvolle Alternative für die Opioid-Schmerztherapie angesehen.

Im Portfolio des ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) finden sich im Schwerpunkt Unternehmen aus dem nordamerikanischen Gesundheitswesen wieder. Die Hersteller von medizinischem Cannabis sind staatlich reguliert und von Gesundheitsbehörden akkreditiert. Die Anwendungsbereiche von medical Cannabis sind extrem umfangreich und lassen auf breite Absatzmärkte schließen, wie etwa in der Schmerz-, Demenz- und Krebstherapie. Neben Volkskrankheiten sind auch seltene, schwerere Krankheiten im Fokus der Cannabinoiden Medizin. Kulturell, somit geschichtlich wurde Cannabis schon seit Jahrhunderte therapeutisch angewandt. Gegenwärtig wird mit dem fortschreitendem Verständnis der Molekularbiologie die Cannabinoide Medizin in die moderne Schulmedizin eingegliedert.

Spätestens mit der Entdeckung des Endogenen, somit körpereigenen, Cannabinoid Systems und der Verbindung zu den Wirkstoffen, also Phytocannabinoiden der Cannabispflanze, lassen sich klinische Studien für angewandte und patentierte moderne Medizin umsetzen.

ws-hc Investmentprozess

Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die verschiedenen Industriezweige: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an.

„Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ so Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 1 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Keine Angst vor Veränderungen! Warum Anleger gezielt in disruptive Innovationen investieren sollten

von Michael Steiner, Nikko Asset Management, und Catherine Wood, ARK Investment Management.

Niemals zuvor waren Anleger mit solch gravierenden und schnelllebigen Umwälzungen konfrontiert wie heute. Disruptive Innovationen verändern die Art und Weise, wie unsere Welt funktioniert, wie wir mit unserer Umwelt und miteinander interagieren – und das in einem immer höheren Tempo.

Unser Ansatz: „Neues-ersetzt-Altes“

Catherine Wood, CEO und CIO von ARK Investment Management (ARK), spricht von disruptiven Innovationen, wenn neue technologiebasierte Produkte oder Dienstleistungen in den Markt eingeführt werden, die eine Branche oder einen Wirtschaftssektor nachhaltig verändern, weil sie einfacher, fehlerfreier, kundenspezifischer und leichter zugänglich sind und gleichzeitig Kosten senken.

Als strategischer Partner von Nikko Asset Management investiert ARK in Unternehmen, die solch disruptiven Innovationen den Weg bereiten und dadurch langfristig Kostenreduktionen, enormes Wachstum, höhere Produktivität und letztlich größeren Wohlstand versprechen. Mit der „Disruptive Innovation Strategy“ – dem Flaggschiff von ARK – konnte in den vergangenen drei Jahren eine annualisierte Rendite von nahezu 37 % erzielt werden. 

Generell sind disruptive Innovationen natürlich nicht unumstritten. Schließlich drohen sie mit ihren technologiebasierten Neuerungen, die ‚alte Garde‘ – also die etablierten Spieler der Märkte – auf Dauer zu verdrängen.

Es gibt aktuell eine ganze Reihe von Innovationsplattformen, die derartige Disruptionen gleichzeitig vorantreiben. Dazu gehören die Bereiche Automatisierung, Energiespeicherung, DNA-Sequenzierung, Blockchain-Technologie und das Internet der nächsten Generation. Zuletzt beobachteten wir eine derartige Explosion an richtungsweisenden Errungenschaften Ende des 19. Jahrhunderts mit der Entwicklung von Elektrizität, des Telefons und des Verbrennungsmotors. Diese drei Innovationen haben die Geschichte entscheidend verändert – und mit den Innovationen unserer Zeit wird es sich genauso verhalten.

DNA-Sequenzierung verändert die Art und Weise, wie biologische Informationen gesammelt, verarbeitet und angewandt werden. Fortschritte in den Bereichen Robotik, Automatisierung, Energiespeicherung, 3D-Druck und autonome Technologien verbessern die Logistik und Produktivität bei gleichzeitiger Einsparung von Kosten. Mit Hilfe von Cloud Computing, Big Data, maschinellem Lernen und der Blockchain-Technologie werden wir künftig in völlig anderer Weise als bislang Informationen verwalten, Daten analysieren, Waren kaufen und global kommunizieren. Trotz ihres Potenzials können das volle Ausmaß dieser Plattformen und die damit verbundenen Anlagemöglichkeiten von traditionellen Anlegern nicht vollständig erfasst oder gar verkannt werden.

Chancen entschlüsseln und nutzen

Der Schlüssel, um erfolgreich in disruptive Innovationen zu investieren, ist 1.) Chancen zu identifizieren, die dem “Neues-ersetzt-Altes” Paradigma folgen, und 2.) Aktien auszuwählen, die aufgrund der Disruption eine deutlich niedrigere Bewertung bieten. Investoren in diesem Anlageuniversum sind zumeist auf langfristiges Wachstum aus. Sie möchten vom rasanten Wandel profitieren und meiden daher Unternehmen und Branchen, die wahrscheinlich früher oder später durch technologische Fortschritte verdrängt werden.

Wood erklärt: „Benchmarks spiegeln vergangene Erfolge wider. Der Investitionsansatz von ARK hingegen konzentriert sich auf Innovationen, um zukünftiges Wachstum zu erfassen. Wenn konvergente Innovationen adäquat identifiziert werden, können entsprechende Investitionen zu einer beträchtlichen Outperformance führen.“

Nicht alle Anleger fühlen sich von disruptiven Innovationen angesprochen. Sie sollten aber die Entwicklung dieser Plattformen aufmerksam beobachten – und sei es nur, um für inadäquate Bewertungen in ihren Portfolios sensibilisiert zu werden, d. h. für Aktien der ‚alten Garde‘, die anfällig dafür sind, von neuen disruptiven Entwicklungen auf Dauer überflüssig gemacht zu werden.

„Für einen Investor ist es entscheidend zu verstehen, dass solche Innovationen nicht nur neuartige Anlagemöglichkeiten eröffnen, sondern eben auch etablierte Marktteilnehmer zurückdrängen“, sagt Michael Steiner, Business Development Director und Leiter des Frankfurter Büros von Nikko Asset Management.

2018 haben Nikko Asset Management und ARK Investment Management ihren Disruptive Innovation UCITS Fund aufgelegt, und mehrere Aktienklassen sind nun auch für deutsche Anleger zugänglich, wie der Nikko AM ARK Disruptive Innovation Fund Klasse B EUR (LU1861558747) und der Nikko AM ARK Disruptive Innovation Fund Klasse B USD (LU1861558580).


Michael Steiner

Director Business Development
Nikko Asset Management Europe Ltd.
Zweigniederlassung Deutschland
Taunusanlage 1, 60329 Frankfurt am Main, Germany
T: +49 (0) 69 505060- 577
E: michael.steiner@nikkoam.com I emea.nikkoam.com

Über Nikko Asset Management

Mit einem verwalteten Vermögen von 202 Milliarden US-Dollar* ist Nikko Asset Management einer der größten Vermögensverwalter in Asien. Seit mehr als 55 Jahren bietet das Unternehmen ein überzeugendes aktives Fondsmanagement für eine Vielzahl von Aktien-, Renten-, Multi-Asset- und alternativen Strategien. Im passiven Segment deckt Nikko AMs Investmentsparte mehr als 20 Indizes ab und umfasst einige der größten börsennotierten Fonds (ETFs) in Asien.
Das Unternehmen ist seit 1959 in Japan ansässig und beschäftigt in 11 Ländern fast 200** Finanzfachleute mit über 30 Nationalitäten. Weltweit vertreiben mehr als 300 Banken, Makler, Finanzberater und Lebensversicherer die Produkte von Nikko AM.
Die Investmentstrategie des Hauses verbindet seine asiatische DNA konsequent mit einer globalen Perspektive für eine langfristige und nachhaltige Performance. Nikko AM ist stolz auf seinen fortschrittlichen lösungsorientierten Ansatz, der zahlreiche innovative Fonds für seine Kunden hervorgebracht hat.
Weitere Informationen zu Nikko Asset Management und fundierte Investment Insights finden Sie auf der Homepage des Unternehmens.

* Assets under Management inklusive aller verbundenen Unternehmen von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2018.
** Stand 31. Dezember 2018 einschließlich aller Mitarbeiter von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften.

Impact Investing in Afrika: Besonderheiten eines heterogenen Kontinents

Schnelles Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie eine deutlich zunehmende Innovationsstärke im Bereich Technologie bieten zunehmend Investitionsgelegenheiten auf dem afrikanischen Kontinent. Dennoch bedarf die deutlich ausgeprägte Heterogenität des Kontinents eine sorgfältige Analyse sowie eine starke Expertise vor Ort, um adäquate Impact-Investing-Projekte zu identifizieren. Nur dann können sowohl Investoren als auch Kleinunternehmern langfristig davon profitieren und zugleich den wirtschaftlichen Aufschwung unterstützen.

„Afrika dürfte bis zum Jahr 2034 eine größere Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter als China oder Indien stellen“, sagt Yann Groeger, Regional Manager Afrika bei BlueOrchard. „Wir beobachten derzeit an verschiedenen Stellen des afrikanischen Kontinents ein steigendes Wirtschaftswachstum, eine wachsende Mittelschicht sowie eine ausgeprägte Innovationsstärke – insbesondere im Technologiesektor. Zudem stellen sich bestimmte Sektoren vermehrt internationaler auf und auch Abkommen zu zollfreien Im- und Exporten zwischen afrikanischen Staaten sind bereits vielerorts im Gespräch.

Zugleich begegnen Investoren in Afrika weiterhin Herausforderungen. Denn im Gegensatz zu China kann der Kontinent freilich nicht als ein großer Einzelmarkt betrachtet werden. Die insgesamt 54 Länder haben ihre eigenen Gesetze, Kulturen und auch Sprachen. Für Investoren besteht hier somit nicht die Möglichkeit, einen unmittelbaren Universalzugang zu diesen Märkten zu bekommen. Hinzu kommt, dass insbesondere Kleinunternehmer Schwierigkeiten haben, nicht nur eine nachhaltig angelegte Finanzierung zu erhalten, sondern überhaupt einen Zugang zu Finanzierungen. Der klassische Weg zur Bank ist hier oftmals nicht möglich, da die kleinen Unternehmen häufig nicht über die notwendigen Garantien verfügen, die von den Banken bei der Kreditvergabe verlangt werden. Für die Menschen gibt es gibt es zwar immer wieder alternative Hilfen wie Spenden oder Notfallkredite. Hierbei handelt es sich jedoch in der Regel um einmalige Tätigkeiten, die auf lange Sicht keine finanzielle Nachhaltigkeit garantieren. Zwar bleibt ihnen in letzter Konsequenz noch der Weg zu sogenannten Kredithaien, jedoch bewirken hier sehr hohe Zinsen im Zusammenspiel mit teilweise fragwürdigen Rückzahlungsmechanismen mitunter unkalkulierbare Risiken für die Kreditnehmer, die einer langfristig positiven Geschäftsentwicklung eher entgegenwirken, als diese zu unterstützen.

Hier bietet Impact Investing in Mikrofinanz eine Alternative zu den oben genannten Finanzierungswegen, sodass auch Kleinunternehmen in Afrika die Möglichkeit bekommen, sich langfristig und nachhaltig entwickeln zu können. Dabei ist es unseres Erachtens zentral, dass eine enge Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort in den einzelnen Ländern, Regionen und Sektoren besteht. Denn nur durch ständige Präsenz vor Ort ist es möglich, die Märkte genauer zu verstehen und sich somit sowohl mit konkreten Problemen als auch Potenzialen zu befassen. Zudem werden im Impact Investing die Kreditnehmer vorab in Gänze analysiert, indem sie beispielsweise nachweisen müssen, dass ihr Geschäftsmodell Potenzial hat, sich langfristig von selbst zu tragen. Ebenso spielt die Bonität bei der Kreditvergabe eine wichtige Rolle. In der Regel handelt es sich hierbei um Kredite mit Laufzeiten zwischen ein bis zwei Jahren. Die Höhe der Kredite variiert wiederum stark je nach Region, Sektor und auch der Größe des Unternehmens, zwischen 50 US-Dollar bis hin zu 10.000 US-Dollar.

Dadurch hilft Impact Investing dabei, dass sich kleine Unternehmen langfristig halten und entwickeln können. Auch sehen wir hierbei immer öfter, dass diese Unternehmen durch solche Investments beachtlich wachsen können. Besonders in der Landwirtschaft beobachten wir häufig, wie einzelne Unternehmen über die Kreditzyklen hinweg ihre Anbauflächen vergrößern und Arbeit für andere schaffen. Auf lange Sicht kann dadurch ein Anstieg der formellen Arbeitsplätze und eine positive Gesamtentwicklung über den Einzelunternehmer hinaus unterstützt werden.“


Über BlueOrchard Finance AG

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges,integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 6 Mrd. USD in 80 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS- sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com.

Blended Finance: Investitionsalternative in Afrika

Viele der in Afrika lebenden Menschen haben noch immer keinen Zugang zum formalen Bankensektor und damit zu finanziellen Dienstleistungen wie Krediten, Versicherungen oder Zahlungsverkehr. Der Mikrofinanzsektor eröffnet den Menschen einen Zugang und kann zugleich eine Alternative für Investoren in Afrika bieten. Über sogenannte Blended-Finance-Vehikel, die verstärkt finanzielle Mittel für den Mikrofinanzsektor bereitstellen, können Investoren an diesem Markt teilnehmen und zugleich unterstützend zu dessen weiteren Ausbau beitragen.

„In Afrika konzentrieren sich traditionelle Banken bei der Vergabe von Finanzierungen auf große lokale und internationale Unternehmen oder investieren ihre liquiden Mittel in Staatsanleihen“, sagt Yann Groeger, Regional Manager Afrika bei BlueOrchard. „Wir sehen zudem häufig, dass lokale Finanzinstitutionen nicht über die Strukturen und Kapazitäten verfügen, kleinvolumige Kredite zu vergeben. Dies führt dazu, dass je nach Land bis zu 25 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu einem formalen Finanzsystem haben, um Kredite zu erhalten. Davon sind insbesondere Einzelpersonen und Besitzer kleiner und mittelständischer Unternehmen betroffen.

Hier ist der Mikrofinanzsektor behilflich, der genau für diese Zielgruppen alternative Zugänge zu Krediten ermöglicht. Bei der Refinanzierung des Mikrofinanzsektors spielen vermehrt sogenannte Blended-Finance-Fondsstrukturen eine große Rolle. Diese stellen für private Investoren eine interessante Beteiligungsmöglichkeit dar, da öffentliche Geldgeber hierbei häufig ein First Loss Agreement anbieten, wodurch sie das Ausfallrisiko bis zu einer gewissen Höhe übernehmen. Ein Bereich, in dem sich unseres Erachtens durch Mikrofinanzierung und Blended Finance Chancen bieten, ist der afrikanische Bildungssektor – einer der wichtigsten Bereiche für eine nachhaltige Entwicklung des Kontinents. In den meisten afrikanischen Ländern ermöglichen private Schulen, eher als öffentliche, den Zugang zu guter Bildung. So können die Menschen von Impact Investing profitieren: Auf der einen Seite brauchen die Schulen und Universitäten Kredite, um diese aufzubauen oder zu modernisieren. Auf der anderen Seite benötigen vielerorts Einzelpersonen oder Familien Ausbildungskredite, um einen Studienplatz an einer privaten Schule oder Universität zu finanzieren. Es ergibt sich dadurch die Möglichkeit einer Win-Win-Situation: sowohl die Menschen vor Ort, als auch Impact Investoren tragen Vorteile davon.

Eine weitere Besonderheit von Blended-Finance-Fondsstrukturen ist, dass Institutionen neben der Finanzierung auch Experten zur Seite gestellt werden, die ihnen bei der Entwicklung von Finanzprodukten unterstützen. Dies stellt beispielsweise im Bildungssektor sicher, dass die Produkte im Einklang mit den jeweiligen Kreditnehmern wie Universitäten, Gehaltsempfängern oder SMEs sind.

Die Ausfallraten im Mikrofinanzsektor, und besonders bei Krediten für Ausbildung, sind zudem sehr gering. Unserer Erfahrung nach werden 99 Prozent der Kredite zurückbezahlt. Das Risiko kann demnach als moderat eingestuft werden – wenngleich Risiken bei Investments selbstverständlich niemals vollkommen ausgeschlossen werden können.“

Über BlueOrchard Finance AG

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges,integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 6 Mrd. USD in 80 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS- sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com.

Einheitliche Kriterien schaffen Vertrauen bei den Anlegern

Der Markt nachhaltiger Geldanlagen boomt nicht nur in Deutschland, sondern rund um den Globus. Vor allem institutionelle Investoren achten immer mehr darauf, dass ihre Engagements strengen nachhaltigen Kriterien gerecht werden. Mit einem Wachstum von über 16 Prozent allein im vergangenen Jahr erreichte in Deutschland das Volumen nachhaltiger Fonds und Mandate, bei denen ökologische und soziale Kriterien einfließen, einen historischen Höchststand von gut 92 Milliarden Euro. Rechnet man alle Anlageformen – also neben Mandaten und Fonds auch Eigen- und Kundeneinlagen – mit ein, liegt der Wert bei über 170 Milliarden Euro.

Viele Varianten, aber keine einheitlichen Regeln

Es bleibt die Frage: Was ist eigentlich eine „nachhaltige Geldanlage“? Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Es gibt zahlreiche Varianten und Vorstellungen zu diesem Thema, aber bisher keine verbindliche und einheitliche Regelung. Einig ist man sich zumindest darüber, dass es um gesellschaftliche Probleme wie Armut, Menschenrechte, Umweltverschmutzungen und Klimawandel gehen soll. Doch eine konkrete Handlungsanweisung fehlt. Da gibt es etwa die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, die wiederum unterscheiden sich von den Nachhaltigkeitskriterien der Evangelischen Kirche in Deutschland, und die wiederum von den Kriterien von Natur- und Tierschützern, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nun hat die Europäische Union einen Weg eingeschlagen, der hier für mehr Einheitlichkeit sorgen kann. Seit 2018 müssen alle betrieblichen Altersvorsorgeeinrichtungen ihren Umgang mit Nachhaltigkeitsvorgaben transparent machen. In diesem Jahr soll ein sogenannter EU-Aktionsplan zur nachhaltigen Neuausrichtung des Finanzmarktes folgen. Dieser soll ein verbindliches Klassifizierungssystem erarbeiten, das die Anlage- und Unternehmenswelt im Sinne der Nachhaltigkeitsregeln in positiv bzw. negativ einteilt. Darauf basierend sollen dann schließlich Anlageentscheidung getroffen werden.

Wird der EU-Aktionsplan zu einem „Bürokratiemonster“?

Nun befürchten einige Vermögensverwalter wie etwa der weithin geachtete Kölner Fondsmanager Bert Flossbach, dass sich ein solches Klassifizierungssystem, auch ESG-Taxonomie genannt, zu einem wahren „Bürokratiemonster“ entwickeln wird. Wenn man an die Regelungswut der Brüsseler Administration denkt, mag diese Befürchtung durchaus berechtigt sein, vor allem, wenn die Formulierungen der gesetzten Kriterien zu großen interpretatorischen Spielraum lassen. Um dem vorzubeugen, sollen Ratingagenturen die einzelnen Kriterien und Bestimmungen ausarbeiten und konkretisieren. Nun, auch darüber kann man diskutieren, ob dies ein guter Weg ist. Schließlich sind sich auch Ratingagenturen nicht immer darüber einig, wie sie Nachhaltigkeitskriterien im Einzelnen definieren. Vergleiche bei den Nachhaltigkeitskriterien von ISS-oekom research, Sustainalytics, Morningstar oder Scope machen dies deutlich.

Gute Erfahrung mit Nachhaltigkeitsratingagentur

Wir arbeiten bei unserem global investierenden Nachhaltigkeitsaktienfonds PRIMA – Global Challenges (WKN: A0JMLV) seit vielen Jahren mit der Nachhaltigkeitsratingagentur ISS-oekom zusammen. Diese durchleuchtet anhand von mehr als hundert verschiedenen Kriterien je Branche, ob ein Unternehmen in unserem Sinne nachhaltig arbeitet und agiert. So wird zunächst im Rahmen des oekom Corporate Ratings die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards durch die Unternehmen überprüft. Unternehmen aus den Geschäftsfeldern Atomenergie, Biozide, Chlorchemie, grüne Gentechnik, Rüstung sowie Fossile Brennstoffe (Kohle & Öl) werden aufgrund sehr streng definierter Ausschlusskriterien von vornherein aussondiert. Auch Unternehmen, die gegen Umweltauflagen, fundamentale Menschenrechts- und Arbeitsschutznormen oder grundlegende Governance-Prinzipien wie Korruption oder Bilanzfälschung verstoßen, finden keinen Eingang in das Anlageuniversum.

Positivselektion mit hohen Anforderungen an die Unternehmen

In einem abschließenden Selektionsprozess werden diejenigen Unternehmen ausgewählt, die im Rahmen ihres Kerngeschäfts sowohl etwa verantwortungsvolle Führungsstrukturen oder substanzielle und richtungsweisende Beiträge zur Bewältigung der globalen Herausforderungen wie der Bekämpfung von Armut, den Folgen des Klimawandels, der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung nachweisen können. Darüber hinaus legen wir Wert darauf, dass die im PRIMA – Global Challenges enthaltenen Unternehmen sich dieser Verantwortung aktiv stellen und durch ihre Produkt- und Dienstleistungspalette eine nachhaltige Entwicklung fördern.

Sind dies die besten und perfekten Nachhaltigkeitskriterien? Wir hoffen schon, auch wenn uns bewusst ist, dass sich auch darüber vortrefflich streiten lässt. Sehr vortrefflich sogar, denn neben den Anforderungen an Kriterien kommt auch häufig die Frage der Machbarkeit auf – wie vollziehen Ratingagenturen die gesamte Wertschöpfungskette inklusive aller Zulieferer bzw. Subunternehmer nach? Kann hier wirklich bis zur letzten Komponente eine Garantie für nachhaltiges, weil ethisch korrektes Verhalten ausgesprochen werden? Man sollte dem EU-Aktionsplan aber zumindest eine Chance geben. Denn jede Vereinheitlichung in diesem Bereich ist ein Fortschritt – vor allem auch für die Anleger, die damit mehr Vertrauen in nachhaltige Investmentfonds gewinnen können.


Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Thomas Hellener

Thomas Hellener ist Vorstand der VSP Financial Services AG und seit Juni 2013 Geschäftsführer der PRIMA Fonds Service GmbH. Diese ist eine unabhängige Investment-Boutique für innovative und qualitativ hochwertige Investmentfonds. Die PRIMA-Fonds werden von externen Vermögensverwaltern und Fondsmanagern gemanagt, die über eine langjährige Expertise in ihren jeweiligen Schwerpunktbereichen verfügen, wie zum Beispiel Dr. Hendrik Leber, ACATIS Investment KVG mbH (Fondsmanager des PRIMA – Global Challenges, WKN: A0JMLV) oder Frank Fischer, Shareholder Value Management AG (Fondsmanager des PRIMA – Globale Werte, WKN: A0D9KC).

The 500km dispute

Parliament’s vote on 29 January delivered one clear message – Parliament opposes a “no deal” Brexit but it was not ready to delay Brexit. This underscored the combined success of the Brady and the Spelman amendment among the 7 others that were tabled by the speaker John Bercow. The Brady amendment seeks to remove the most controversial part of the Brexit deal with the European Union (EU) – the Irish Backstop. The border that runs for 500km separating the Republic of Ireland and Northern Ireland has been one of the biggest sticking points during the Brexit negotiations. The Spelman amendment clarifies that a majority exists within the House of Commons that favour avoiding a disorderly Brexit. The other two important amendments that were defeated – Cooper (sought an extension of Article 50) and Grieve (sought to gain more time for alternative Brexit options).

The Irish backstop

The new negotiating objectives under the Brady amendment conflict with the red lines laid down by Theresa May. The UK’s current red lines include – (1) leaving the EU’s customs union (2) maintaining an open border between Ireland and Northern Ireland and (3) keeping frictionless trade with the UK’s continental partners. An agreement on the backstop is key because it is a safety net that will apply to the Irish border after Britain leaves the EU. This backstop is designed around British red lines, ensures maintaining cross-border cooperation, supporting the all-island economy and protecting the Good Friday peace agreement. Under May’s current deal Northern Ireland would stay aligned to some rules of the EU single market, if another solution cannot be found by the end of the transition period in December 2020. This would mean goods coming into Northern Ireland would be subject to additional checks to maintain compliance with EU standards. This has remained the main contention of MPs owing to concerns the UK would continue to follow EU rules for an indefinite time without having any mechanism to withdraw unilaterally from it. The backstop has also been opposed by the DUP, a Northern Ireland unionist party, that declined to accept any additional Northern Ireland only checks as it could threaten the integrity of the union. Unless the British red lines were to change in terms of their approach to the Customs Union and the Single market, we are unlikely to see the EU changing their approach to the backstop. 

What’s next?

Theresa May now faces the uphill task of returning to the EU with a 2-week deadline to re-work the best offer that makes the backstop more palatable. It’s unlikely that the EU will play ball and the prospect of gridlock looms large. It looks like we are back where we started. Since the European Commission President Jean-Claude Juncker, deputy chief negotiator Sabine Weyand, and French President Emmanuel Macron have all said the so-called backstop is not up for renegotiation. In a statement issued after the votes, the Irish government said its position on the Brexit deal has not changed and it would continue its preparations for a no-deal scenario. In the interim, the government is also running ‘the Alternative Arrangements Working Group’ (AAWG) which serves the dual purpose of focusing on the backstop and involving Labour MPs through social/ worker right concessions. The group combines both the Leave and Remain MPs to seek an alternative to the backstop on the Irish border. The next meaningful vote should come by February 13, following May’s revised deal with the EU and this is when the Parliamentary majority in opposition to “no-deal” will exert pressure. So far, no major Brexit outcome can be ruled out entirely. While Theresa May has managed to retain control of the agenda in the interim by bringing the hard-Brexiteers on her side, we might find ourselves seeking an extension to Article 50 on February 13, if the EU refuses to budge.

Seizing the opportunity as Brexit uncertainty peaks

The ongoing Brexit saga has impacted both the UK and European economies over the last 2 years. In the case of UK, its economy has suffered tangible losses such as a slowdown in GDP growth and a contraction in house prices. Most business and consumer confidence gauges in the UK have fallen below their long-run averages. Nonetheless, UK confidence data is weak but not worse than its Eurozone counterparts. Euro area growth has also declined to its slowest pace in 4 years. This was largely due to external headwinds such as global trade tensions and a slowdown in Emerging Markets (EM) known to be a key source of demand for European exports. Since the start of 2019, we have seen a turnaround in EMs and trade frictions starting to abate allowing Eurozone equities to stage a modest recovery.

Sluggish growth will likely hinder attempts to normalize monetary policy further. The European political landscape will witness a marked change in 2019 – with German Chancellor Angela Merkel stepping down after 20 years at the helm, parliamentary elections in May, European Central Bank President Mario Draghi’s 8-year tenure ends and UK’s departure from Europe. We believe Europe is deeply under-owned, risks have largely been priced, valuations are compelling, offering some room for further upside. For investors looking to gain a tactical exposure to Europe, investors may turn to a strategy that tilts its exposure to the higher yielding segments of the market such as financials, energy, communication and utilities. UK stocks have corrected sharply over the last year and are trading at valuations last seen during the great financial crisis 2007-2008. While Brexit uncertainty peaks and sentiment remains weak across European equities, we believe taking a high yielding income approach to gain exposure to European equities could be a prudent option to consider. While it is hard to predict the exact outcome in politics, we expect common sense to prevail at the eleventh hour as both economies make every effort to avoid a disorderly Brexit scenario.


WisdomTree Issuer PLC

WisdomTree Issuer PLC is an umbrella investment company with variable capital having segregated liability between its funds organised under the laws of Ireland as a public limited company and authorised by the Central Bank of Ireland (“CBI”). WT Issuer is organised as an Undertaking for Collective Investment in Transferable Securities (“UCITS”) under the laws of Ireland and shall issue a separate class of shares ("Shares”) representing each fund. Investors should read the prospectus of WT Issuer (“WT Prospectus”) before investing and should refer to the section of the WT Prospectus entitled ‘Risk Factors’ for further details of risks associated with an investment in the Shares.

Vier defensiv ausgerichtete Strategien für 2019

von Christopher Gannatti, Head of Research bei WisdomTree Europe.

Weitgehend angeführt von US-Aktien, haben die globalen Märkte seit der weltweiten Finanzkrise von 2008–09 eine ziemlich robuste Phase durchlaufen. Die USA bewegen sich auf die nun fast längste wirtschaftliche Wachstumsperiode seit dem 2. Weltkrieg zu. Dies veranlasst die Investoren zu Beginn des Jahres 2019, sich darüber Gedanken zu machen, was im Fall einer Rezession tatsächlich passieren könnte. Wichtig ist hierbei, dass die Volatilitätskennzahlen gegenüber dem Jahresbeginn 2017 bzw. 2018 auf ein insgesamt erhöhtes Risikoniveau schließen lassen. 

Unter solchen Bedingungen machen sich die Investoren unseres Erachtens Gedanken darüber, wie sie ihre Investmentstrategien defensiver ausrichten könnten. Es könnte aber immer noch gute Gründe für das Halten riskanter Anlagen geben, da es auch zu spätzyklischen Rallys kommen kann. Die Abmilderung des Abwärtsrisikos könnte nun jedoch in den Vordergrund rücken.

Hierbei berufen wir uns auf eine uralte Investmentweisheit: Wenn ein Portfolio mehr als 50 Prozent seines Werts verliert, wie hoch ist dann die erforderliche Rendite, um diesen Verlust wettzumachen? Obwohl viele diese Frage zunächst mit 50 Prozent beantworten, lautet die korrekte Antwort 100 Prozent. Deshalb können Strategien mit dem Potenzial, in schwierigeren Märkten weniger negative Renditen zu erwirtschaften, recht wertvoll sein. 

Wir denken hierbei an vier wichtige Methoden, um das Risiko abzumildern, dass eine bestimmte Strategie bei einem Abschwung starke Verluste erleiden könnte. Leider funktionieren diese nicht immer alle gleich gut und es gibt keine Garantie dafür, dass sie im Fall jedes Marktabschwungs funktionieren, trotzdem sollte man sie im Hinterkopf behalten.

Strategie 1: Historisch niedrige Bewertungen aufspüren

Wenn Investoren auf sehr niedrig bewerteten, teilweise sogar auf historischen Tiefständen stehende Titel stoßen, kann es sich dabei um ein wichtiges Signal handeln, dass ein Großteil des die Schlagzeilen dominierenden Risikos bereits eingepreist wurde. Anders gesagt: Alle Gründe zur Sorge haben bereits einen Abschwung auf dem jeweiligen Markt verursacht. In Abwesenheit weiterer, neuer und überraschender negativer Entwicklungen würde es diesem Markt deshalb schwerfallen, noch weiter nachzugeben. Diese Art von Strategie wird in der Regel mit antizyklischem Investieren (Contrarian-Strategie) in Verbindung gebracht.

Mögliche Märkte für diesen Ansatz: Schwellenmärkte, italienische Aktien – insbesondere aus dem italienischen Finanzsektor – und japanische Aktien.

Strategie 2: Aktien mit hoher Dividendenrendite aufspüren

Ein Aspekt dieser Strategie besteht darin, dass bei Aktien immer ein Dividendenanteil und ein Preisanteil in die Berechnung der Gesamtrendite einfließen. Der Dividendenanteil ist im schlechtesten Fall Null, wenn keine Dividende ausgeschüttet wird, wohingegen der Preisanteil positiv, Null oder negativ sein kann. Bei einer auf Aktien mit hohen Dividenden fokussierten Strategie verschiebt sich die Generierung der Gesamtrendite hin zu Dividenden und weg von den Kursen. Da der Dividendenanteil an der Rendite weniger volatil ist, bietet dies im Rahmen einer Aktienstrategie eine Möglichkeit zur Senkung des Risikos.

Der andere Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, bezieht sich auf die Tatsache, dass Aktien mit höheren Renditen tendenziell in eher defensiv aufgestellten Sektoren, z. B. im Bereich der Versorgungsbetriebe, zu finden sind. Eine Orientierung des Engagements in Richtung dieser Sektoren bietet eine weitere potenzielle Möglichkeit, um das Gesamtrisiko einer Aktienstrategie zu senken. 

Mögliche Märkte für diesen Ansatz: Schwellenmarktaktien, europäische Aktien und US-Aktien.

Strategie 3: Anlagen verkaufen, bei denen Preis und Volatilität positiv korreliert sind

Wenn wir uns von der Geschichte leiten lassen, stellen wir fest, dass Kennzahlen wie der Cboe Volatility Index (VIX) typischerweise steil nach oben gehen, wenn sich die Aktienmärkte in stark negative Phasen begeben. Der VIX erfüllt eine wichtige Signalfunktion, da er die zukunftsbezogenen Erwartungen an die künftige Volatilität des S&P 500 angibt. Ist der VIX erhöht, können die zukunftsbezogenen Erwartungen an die Volatilität ebenfalls höher ausfallen. Die Kurse von bestimmten Anlagen wie Put-Optionen, denen der S&P 500 als Index zugrunde liegt, steigen in der Regel entsprechend eines steigenden VIX an. 

Es gibt eine bekannte Strategie, bei der man Put-Optionen auf den S&P 500 verkaufen und dadurch die Prämien einnehmen kann. Der Einsatz einer Strategie zur Schreibung von Put-Optionen ist natürlich direkt mit dem zugrunde liegenden Index verbunden, auf den die Optionen selbst geschrieben werden. Wenn die Prämien die Tendenz aufweisen, mit einem steigenden VIX ebenfalls zu steigen, ergibt sich daraus das Potenzial zur Abmilderung des Abwärtsrisikos unter schwierigeren Marktbedingungen. 

In den USA erreichten Aktien Anfang Oktober 2018 Rekordhochs und die Bewertungen lagen gegenüber anderen weltweiten Märkten relativ hoch. Rekordkurse und hohe relative Bewertungen geben den Investoren tendenziell mehr Grund, sich um ein Abwärtsrisiko Sorgen zu machen. Diese Sorge ist unseres Erachtens ein kritischer Faktor, um eine Strategie zur Schreibung von Put-Optionen in Betracht zu ziehen.

 Mögliche Märkte für diesen Ansatz: US-Aktien.

Strategie 4: Traditionelle „sichere“ Anlagen

Bei jeder der drei erstgenannten Strategien wird ein Ansatz zur Senkung des Risikos eines bestimmten Engagements verfolgt – entweder direkt gegenüber Aktien oder gegenüber einer Anlage, die stark mit Aktien korreliert ist. Wir stimmen zu, dass das Halten von Aktien bei zunehmender Volatilität zu einem weniger erstrebenswerten Ansatz werden kann, unabhängig davon, ob das Risiko bei diesem Ansatz in irgendeiner Form abgemildert wird oder nicht.

Wenn die Volatilität steigt, weil ein erhöhtes geopolitisches Risiko wahrgenommen wird, könnte Gold eine Überlegung wert sein. Wenn Investoren in der Vergangenheit unerwartete Ereignisse beunruhigten oder sie vom politischen Kurs eines wichtigen Landes überrascht wurden, wurde Gold mit einem im Vergleich zu Aktien differenzierten Renditestrom assoziiert.

Einen anderen Weg könnten bestimmte Währungen wie der US-Dollar oder der japanische Yen aufzeigen. Beide Währungen haben gezeigt, dass sie bei steigender Volatilität ebenfalls im Wert steigen können.

Mögliche Märkte für diesen Ansatz: Gold, US-Dollar, japanischer Yen.


Aufgrund der aktuellen Ereignisse, haben wir uns hier auf einen eher defensiv orientierten Blickwinkel konzentriert. Falls sich Investoren bei ihrer Positionierung für 2019 noch nicht festgelegt haben, könnten diese Ansätze das allgemeine Portfoliorisiko senken. Weitere Informationen finden Sie auf WisdomTree.com.

Politik lahmt, Wirtschaft boomt

Die Politik wird in diesem Jahr das Börsengeschehen maßgeblich bestimmen. Davon geht Burkhard Allgeier, Geschäftsführer der H&A Global Investment Management GmbH (HAGIM) und Chief Investment Officer (CIO) bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG, in seinem Ausblick für 2019 aus. Themen wie die ungeklärten Brexit-Modalitäten, der Handelsstreit zwischen China und den USA oder die Frage nach der Stabilität der Eurozone hätten die Kraft, Kapitalmarktturbulenzen auszulösen. Rückblickend seien das Zusammenwirken dieser Störfaktoren und ihr Effekt auf die Aktienmärkte im vergangenen Jahr unterschätzt worden.

Rezessionsrisiko gering

Ein ausgeprägtes Rezessionsrisiko sieht Allgeier dabei 2019 nicht. Sicherlich zeige die globale Konjunktur im zehnten Jahr des Aufschwungs Ermüdungserscheinungen. Dennoch sei die Binnenkonjunktur in den einzelnen Ländern bei guter Arbeitsmarktlage und akkommodierender Geldpolitik zu robust für einen scharfen globalen Abschwung oder eine Rezession. Damit sei das konjunkturelle Umfeld für Aktien weiterhin günstig, denn echte Aktien-Baissen entstünden in aller Regel nur in ökonomischen Rezessionsphasen. Hinzu komme, dass spätzyklische Phasen oftmals genau jene Zeiträume seien, die mit zu den ertragreichsten für Aktieninvestoren gehörten. „Viele Investoren haben sich in den ‚mageren‘ Ertragsphasen zuvor bereits aus dem Markt verabschiedet – dabei kommt das Beste oft zum Schluss“, so Allgeier.

Günstige Voraussetzungen für höhere Aktiennotierungen

Vor diesem Hintergrund beurteilt der CIO die Aktienmärkte in diesem Jahr als aussichtsreich. Zwar hätten die Unternehmensgewinne ihren zyklischen Höhepunkt erreicht und würden nun flacher steigen. Trotzdem werde das Gewinnwachstum in den USA und Europa wohl bei knapp 10 Prozent liegen. „Dies ist zwar eine deutliche Verlangsamung der Gewinndynamik, aber keine Gewinnrezession“, erläutert Allgeier. Aufgrund der höheren Profitabilität der Unternehmen favorisiert er den US-Aktienmarkt, während der europäische Markt seiner Einschätzung nach eine signifikante Verbesserung im hoch gewichteten Bankensektor brauche. Die Schwellenländer könnten nach Einschätzung des CIO in diesem Jahr vor einem Gewinn-Comeback stehen. Sollte der Handelsstreit gelöst und die Wachstumsdelle in China ausgebügelt werden, seien Aktien aus den Emerging Markets attraktiv.

Das geringere Gewinnwachstum und die genannten Risikofaktoren spiegeln sich Allgeier zufolge bereits in den reduzierten Aktienmarktbewertungen wider. Dies seien günstige Voraussetzungen für höhere Aktienmarktnotierungen. Deshalb setzt die HAGIM für das Jahr 2019 auf eine Korrektur der Kursverluste aus dem vierten Quartal 2018, allerdings bei anhaltender Volatilität.

Anhaltend niedrige Renditen

An den Rentenmärkten ist nach Einschätzung der HAGIM eine Zinswende für AAA-Titel staatlicher Schuldner wie US-Treasuries oder Bundesanleihen nicht in Sicht. US-Treasuries traut der Vermögensverwalter nur wenig Renditeauftriebspotenzial zu, da die Renditen seit 1,5 Jahren stiegen und die Fed sich dem Ende des Zinszyklus nähere. Die niedrigen Renditen von Bundesanleihen spiegelten Knappheitspreise wider, da eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein knapper werdendes Angebot treffe. Allerdings könnten strukturelle Faktoren zu einem späteren Zeitpunkt eine Niveauverschiebung der Renditen nach oben bewirken, etwa wenn die Notenbanken sich komplett aus unkonventionellen Politikinstrumenten zurückziehen oder die Baby-Boomer-Generation in die Phase des Entsparens eintreten würde. Das allerdings wird wohl erst in einigen Jahren zu einem Thema werden.

Corporate Bonds bescheinigt Allgeier aufgrund der gestiegenen Verschuldung im nicht-finanziellen Sektor nur eine geringe Qualität: „Das Risk-Reward-Profil ist im Investment-Grade-Bereich – und hier insbesondere im Euroraum – nicht mehr sonderlich attraktiv.“ Kennzahlen wie die „Interest Coverage Ratio“ könnten sich bei einem schärferen Konjunkturabschwung verschlechtern. Ein besseres Risk-Reward-Profil sieht er hingegen bei High-Yield-Anleihen oder bei Emerging Market Bonds in Landeswährung, dort ist der Spread-Puffer im Zuge der Aktienturbulenzen ansehnlicher geworden.

Im Jahr 2019 bleibt Flexibilität nach Einschätzung von Burkhard Allgeier das Gebot der Stunde in der Asset Allocation. Bei den Aktienquoten empfiehlt der HAGIM-Experte – ausgehend von einer aktuellen leichten Untergewichtung – eine Erhöhung bis hin zu einer deutlichen Übergewichtung. Auf der Rentenseite sieht er die Selektion 2019 als Schlüssel zum Erfolg. Ein Untergewicht bei Credits könnte ein sinnvoller Hedge gegen ein mögliches Übergewicht bei Aktien sein. Risiken drohten von Seiten der Politik. Eine Absicherung, beispielsweise mit Gold, ist nach Einschätzung von Allgeier deshalb sinnvoll – auch, weil bei Gold eine Bodenbildung zu beobachten sei und das Edelmetall auf dem aktuellen Preisniveau eine Versicherung mit günstiger Prämie darstelle.


Die Präsentation zu dem Kapitalmarktausblick 2019 von Hauck & Aufhäuser können Sie hier herunterladen: Download

Über Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers kann auf eine 223 Jahre lange Tradition zurückblicken. Das Haus ist aus der Fusion zweier traditionsreicher Privatbanken hervorgegangen: Georg Hauck & Sohn Bankiers in Frankfurt am Main, gegründet 1796, und Bankhaus H. Aufhäuser, seit 1870 in München am Markt. Die beiden Häuser schlossen sich 1998 zusammen. Der Vorstand der Bank besteht aus dem Vorsitzenden des Vorstands Michael Bentlage sowie dem Mitglied des Vorstands Wolfgang Strobel. Hauck & Aufhäuser versteht sich als traditionsreiches und gleichzeitig modernes Privatbankhaus.
Die Bank mit Standorten in Frankfurt am Main, München, Hamburg, Düsseldorf und Köln konzentriert sich auf die ganzheitliche Beratung und die Verwaltung von Vermögen privater und unternehmerischer Kunden, das Asset Management für institutionelle Investoren, umfassende Fondsdienstleistungen für Financial und Real Assets in Deutschland und Luxemburg sowie die Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern. Darüber hinaus bieten wir Research-, Sales- und Handelsaktivitäten mit einer Spezialisierung auf Small- und Mid-Cap-Unternehmen im deutschsprachigen Raum sowie individuelle Services bei Börseneinführungen und Kapitalerhöhungen an. Im Vordergrund der Geschäftstätigkeit steht die ganzheitliche und persönliche Beratung, auf deren Basis individuelle Lösungen entwickelt werden.

NN Investment Partners erwartet 2019 moderate Aktienerträge von 5 bis 7%

Das Schlussquartal 2018 gehörte zu den schlechtesten Quartalen für die globalen Aktienmärkte in den zurückliegenden 45 Jahren. In der Vergangenheit schnitten Aktien lediglich in Rezessionen oder bei Ölpreisschocks ähnlich schwach ab. Das Wachstum der Unternehmensgewinne weltweit hat in diesem Aktienzyklus sehr wahrscheinlich im Jahr 2018 seinen Höchststand erreicht. Aber steht die Welt inzwischen kurz vor einer Rezession, die negative Auswirkungen auf die Märkte hätte?

NN Investment Partners (NN IP) geht davon aus, dass das Wachstum der Weltwirtschaft solide nahe der Potenzialrate verharrt, sich allerdings im Vergleich zu 2018 abschwächt. Das globale Gewinnwachstum der Unternehmen dürfte sich im Vergleich zur im Jahr 2018 erzielten Rate von 16% verlangsamen, aber positiv bleiben. Wir prognostizieren auf dieser Basis für globale Aktien in diesem Jahr eine Rendite von 5 bis 7%. Das schwächere Gewinnwachstum ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Auswirkungen der US-Steuerreform auf die US-Gewinne abklingen und dass sich die Konjunktur verlangsamt. Außerdem könnten die Gewinne unter Druck geraten, weil die Löhne aufgrund der Engpässe am Arbeitsmarkt steigen.

Bei Aktien ist das Abwärtspotenzial nach dem deutlichen Rückgang der Bewertungen inzwischen begrenzt. Global haben wir zuletzt den stärksten Bewertungsrückgang seit 2011 gesehen, das 12-Monats-Forward-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt bei rund 14. Das verdeutlicht, wie stark die Kurse eingebrochen sind. Die Bandbreite möglicher positiver und negativer Entwicklungen ist allerdings groß.

Patrick Moonen, Principal Strategist Multi Asset bei NN Investment Partners: „Wir erwarten bei Aktien für 2019 moderate positive Erträge, die von einem leichten globalen Gewinnwachstum getragen werden. Die Konvergenz auf Makroebene und die Normalisierung der Geldpolitik sind dabei zwei wichtige Stichworte. Aufgrund dieser Entwicklungen schichten allmählich in Aktienmärkte außerhalb der USA um und präferieren Finanztitel und zyklische Rohstoffwerte. Angesichts der kurzfristigen politischen Unsicherheiten, die von einer protektionistischen Handelspolitik, dem Brexit und der Politik im Euroraum ausgehen, bleiben wir jedoch vorsichtig.

Politische Risiken werden 2019 von zentraler Bedeutung sein. Als größtes Risiko ist der Handelskonflikt zwischen China und den USA anzusehen, der sich inzwischen auf den Ausblick für die Unternehmen und auf das Vertrauen auswirkt. Bis Ende Februar sollen zunächst keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden. Während dieser Pause können die beiden Seiten ihre Verhandlungen fortsetzen. Für das Anlegervertrauen und den Wachstumsausblick wäre es sehr wichtig, dass diese Frage im positiven Sinne gelöst wird.

Gleichzeitig hat die letzte Phase des chaotischen Brexit-Prozesses begonnen. Das von Premierministerin Theresa May ausgehandelte Abkommen wurde vom Parlament mit einer haushohen Mehrheit abgelehnt. Die Regierung hat das nachfolgende Misstrauensvotum zwar überstanden, scheint aber einem Abkommen, das dem Parlament oder den Wählern passt, keinen Schritt näher gekommen zu sein.

Bei diesem Thema sind mehrere mögliche Entwicklungen denkbar, zum Beispiel ein No-deal-Brexit oder ein Widerruf der Austrittserklärung nach Artikel 50 des EU-Vertrags, der den Austritt eines Mitgliedsstaats aus der Europäischen Union regelt. Aber die Uhr tickt. Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, werden Großbritannien und die EU möglicherweise versuchen, einen No-deal-Brexit zu vermeiden und das Austrittsdatum zu verschieben.

Mit Blick auf die Geldpolitik gehen wir davon aus, dass die US-Notenbank weitere Zinserhöhungen für die kommenden fünf bis sechs Monate aussetzt. Insgesamt dürfte sie den Leitzins im Jahresverlauf noch zwei Mal erhöhen, was allerdings von den zugrundeliegenden Daten abhängt. Wir rechnen mit einem leichten Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen und Spreads. Die geringere Differenz zwischen Eigen- und Fremdkapitalkosten und eine höhere Unternehmensverschuldung in der Spätphase des Zyklus könnten das Interesse der Unternehmen an Aktienrückkäufen dämpfen, die 2018 einen großen Teil aller Aktienkäufe ausmachten.“


Über NN Investment Partners

NN Investment Partners (NN IP) ist der Asset Manager der NN Group N.V., einer an der Börse (Euronext Amsterdam) gehandelten Aktiengesellschaft. NN IP hat seinen Hauptsitz in Den Haag, in den Niederlanden und verwaltet insgesamt weltweit 238 Mrd. Euro* (277 Mrd. US-Dollar.*) Assets under Management für institutionelle Kunden und Privatanleger. NN IP beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter und ist in 15 Ländern in Europa, USA, Lateinamerika, Asien und dem Nahen Osten vertreten. NN IP ist Teil der NN Group N.V., einer an der Börse gehandelten Aktiengesellschaft.
*Stand: 30. September 2018

Der Ausstieg Katars aus der OPEC dürfte kaum Auswirkungen haben

Nitesh Shah, Director Research von WisdomTree, über den Rückzug Katars aus der OPEC:

Heute erholen sich die Rohstoff-Märkte mit Aufwärtskorrekturen, nachdem der G20-Gipfel am vergangenen Wochenende zu Ende ging. Die USA mildern ihre Haltung gegenüber China und vereinbaren für den Handel einen 90-tägigen Waffenstillstand ohne höhere Zölle, die eigentlich für 200 Mrd. USD an Einfuhren in die USA gelten sollten. China sagte auch, dass es die Zölle auf US-Autos senken und sich verpflichten werde, eine nicht klar definierte Menge an US-Landwirtschaftsprodukten zu importieren. Russland und Saudi-Arabien haben sich darauf geeinigt, ihre Zusammenarbeit bei der Verwaltung der Ölversorgung bis 2019 fortzusetzen. Dies ist unserer Meinung nach ein Wegbereiter für die OPEC, die sich zusammenschließen wird, um die Fördermengen auf ihrer Sitzung, Ende dieser Woche, zu kürzen. Der Ausstieg Katars aus der OPEC-Gruppe im Januar (am vergangenen Wochenende angekündigt) dürfte wenig Einfluss haben, wenn Saudi-Arabien (größtes OPEC-Mitglied) und Russland (größter OPEC-Partner) auf Förderkürzungen drängen. Die kanadische Provinz Alberta hat ebenfalls angekündigt, die Ölproduktion in einem unorthodoxen Schritt für ein nicht der OPEC assoziiertes Land zu reduzieren, was auch allen negativen Auswirkungen des Ausstiegs Katars entgegenwirken wird.

Das Brent-Öl liegt heute bei fast 4% (@ 10.48am GMT).

Jenseits der US-Zwischenwahlen

von Christopher Gannatti, European Head of Research von WisdomTree.

Die große Überraschung bei einer der teuersten und engagiertesten Zwischenwahlen in der Geschichte der USA bestand darin, dass zum ersten Mal seit dem Brexit und Trumps Wahltriumph von 2016 die Abstimmungsbefragung und der Konsens tatsächlich ein korrektes Bild des Ergebnisses zeichneten. Aber wenn doch der Ausgang bereits weitgehend eingepreist war, warum haben dann die US-Aktienmärkte eine Rally verzeichnet, nachdem das amtliche Wahlergebnis bekannt wurde? Unserer Ansicht nach gibt es dafür drei Gründe.

Die Märkte können wieder aufatmen

  1. Obgleich Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht als Hinweise auf die Zukunft herangezogen werden sollten, ist es dennoch interessant, dass die US-Aktienmärkte in den zwölf Monaten nach jeder US-Zwischenwahl seit 1946 jeweils eine positive Entwicklung verzeichnet haben.
  2. Außerdem hat die Verkündung des amtlichen Wahlergebnisses Unsicherheiten beseitigt, was der Rally des US-Aktienmarktes zusätzlich Auftrieb verlieh. Offenkundig trugen diese beiden Faktoren zu einer Stimmungsaufhellung bei.
  3. Darüber hinaus geht aus den Ergebnisdaten hervor, dass es kein klarer Sieg für die Demokraten war. Während die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus übernahmen, konnten die Republikaner ihre Mehrheit im Senat ausbauen.

Auswirkungen der Pattsituation

Zwei Konsequenzen des Wahlergebnisses:

  1. Aufgrund der Pattsituation ist die Abwicklung der ersten Runde der Steuersenkungen unwahrscheinlich;
  2. Da der Kongress dieses Jahr bereits ein Dodd-Frank-Reformgesetz verabschiedet hat, ist eine Neu-Regulierung der US-Wirtschaft unwahrscheinlich.

Da mit einer zusätzlichen finanzpolitischen Expansion eher nicht zu rechnen ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Steuerreform 2.0. Die Pattsituation in Washington verringert außerdem das Risiko eines rapiden Anstiegs der Arbeitskosten und Anleihenrenditen. Dies dürfte den globalen Märkten 2019 zugutekommen, denn die Fed wird die Zinszügel vermutlich langsamer straffen, da sich die Konjunkturimpulse infolge der letztjährigen Steuersenkungen abschwächen.

Bereinigt man die für das 3. Quartal ausgewiesenen US-Unternehmensgewinne um den Steuereffekt, würden die Erwartungen hinsichtlich des durchschnittlichen Gewinnwachstums in den USA interessanterweise von 26,7% auf 18% zurückgehen. Im Vergleich zum 10%-igen Wachstum im Rest der Welt stünden die USA aber immer noch gut da.

Wir gehen davon aus, dass der Kongress Trumps nächste Schritte genauer kontrollieren wird. Obwohl mit der Einrichtung weiterer Untersuchungsausschüsse zu rechnen ist, wird es Trump wahrscheinlich gelingen, ein Amtsenthebungsverfahren abzuwenden, denn es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die Demokraten die dafür erforderlichen 67 Stimmen aus dem Senat zusammenbekommen. Zwar findet ein Infrastrukturplan sehr wahrscheinlich die Zustimmung beider Parteien, dessen Umsetzung und Finanzierung dürften jedoch Gründe für mehr Meinungsverschiedenheiten innerhalb des gespaltenen Kongresses liefern.

Risiko durch Schuldenobergrenze wird unterschätzt

Die Haushaltsmittel der US-Regierung sind nur bis 7. Dezember 2018 genehmigt. Es ist also möglicherweise mit einem „Government Shutdown“ bis Jahresende zu rechnen. Die von Präsident Trump vorgeschlagene Mauer an der Grenze zu Mexiko und die Untersuchung durch Sonderermittler Robert Mueller dürften den Stillstand noch verlängern. Unserer Ansicht nach wird das Risiko bezüglich der Schuldenobergrenze, die im März 2019 in den Fokus rücken dürfte, von den Märkten unterbewertet. Während September/Oktober 2019 ein kritischer Zeitraum für eine harte Begrenzung sind, werden die Demokraten wahrscheinlich das drohende Erreichen der Schuldenobergrenze als Verhandlungsargument nutzen. Sie werden die Notwendigkeit von Erhöhungen der Körperschaftssteuer und des Höchststeuersatzes für die persönliche Einkommensteuer angehen und den Fokus verstärkt auf grüne Initiativen (erneuerbare Energien und Elektromobilität) im Ausgabenplan für Infrastruktur legen.

Ein polarisierter Kongress könnte die Handelspolitik verlangsamen

Erste Folgen der neuen politischen Landschaft sind bereits jetzt in der Handelspolitik spürbar. Nur sieben Tage, nachdem die Zwischenwahlen entschieden waren, ging aus Kommentaren Bill Pascrell, eines wichtigen Repräsentanten der Demokraten, der für den Vorsitz des Unterausschusses Ways and Means aufgestellt ist, hervor, dass die für Ende November geplante Ratifizierung des kürzlich vereinbarten Freihandelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada („USMCA“) scheinbar auf das nächste Jahr verschoben wird. Die Erwägungen zu USMCA werden den Demokraten Hinweise auf Probleme liefern, die Auswirkungen auf andere Abkommen haben könnten. Das Büro der US-Handelsbeauftragten (USTR) teilte dem Kongress am 16. Oktober mit, dass es beabsichtige, Verhandlungen über Handelsabkommen mit Japan, der Europäischen Union (EU) und Großbritannien aufzunehmen. Die Unsicherheit bezüglich der Handelspolitik der USA stellt nach wie vor die größte Hürde für die Weltwirtschaft dar. Einige der weltgrößten Exporteure wie Japan, Europa und Schwellenländer bekommen allmählich Ausstrahlungseffekte zu spüren. Während wir mit stärkeren Kontrollen seitens der Demokraten in Bezug auf die Handelspolitik rechnen, hat das USTR sich eine schnellere Bearbeitungszeit bei weniger kontroversen Themen zum Ziel gesetzt. Im Falle der EU werden ein erweitertes Kontingent an Rindfleisch von Spitzenqualität und der Verkauf von Sojabohnen aus den USA die Verhandlungen beherrschen, während in Bezug auf Japan der Hauptfokus auf dem Marktzugang des Automobilsektors und der Landwirtschaft liegen wird. Für US-Landwirte war 2018 das schlimmste Wirtschaftsjahr seit Langem, was die Kongressabgeordneten zu einer moderateren Haltung bewegen könnte. Die Handelspolitik in Bezug auf China dürfte auch eine wichtige Rolle für beide Parteien im Wahlkampf 2020 spielen. Daher dürfte die Haltung der Regierung gegenüber China im Fokus stehen.

Multifaktor-Anlagen: Diversifizierung des Exposures jederzeit über alle Faktoren hinweg

von Christopher Gannatti, Head of Research Europe von WisdomTree.

Derzeit werden umfangreiche Research-Bemühungen unternommen, um herauszufinden, wie sich Faktoranlagen am besten nutzen lassen. Vereinfacht ausgedrückt weisen diese bestimmte Aktienmerkmale auf, die mit höheren Erträgen in Verbindung gebracht werden können. Wie wir in unserem vorangegangenen Blog „Die Faktoren, die die Performance beflügeln“ dargelegt haben, gibt es fünf wesentliche Faktoren, auf die sich Akademiker geeinigt haben: Substanz, Qualität, Größe, Momentum und niedrige Volatilität.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein Engagement bei einzelnen Faktoren aufzubauen, beispielsweise mittels börsengehandelter Fonds (Exchange Traded Funds, ETFs). Da das Wissen um die Existenz und die Vorteile dieser Faktoren aber immer weiter zunimmt, stellen Multifaktor-Strategien den nächsten logischen Schritt dar. Unseres Erachtens besteht der Vorteil einer Multifaktor-Strategie in der Tatsache, dass kein einzelner Faktor alle Märkte dauerhaft hinter sich lässt. Da verschiedene Faktoren zu unterschiedlichen Zeiten zum Tragen kommen, könnte ein anhaltendes Multifaktor-Exposure das Risiko mindern, das mit dem Versuch einer Vorhersage des vorherrschenden Faktors verbunden ist, wodurch unter Umständen der Faktor mit der schlechtesten Entwicklung zur schlechtesten Zeit gewählt wird. 

Multifaktor-Diversifizierung kann zur Minderung von Risiken und Fehlentscheidungen beitragen 

Unterschiedliche Faktoren entwickeln sich zu unterschiedlichen Zeiten gut. Wie die Abbildung unten verdeutlicht, konnte keiner der Faktoren in jedem einzelnen Kalenderjahr eine Outperformance verbuchen. Da es aus praktischer Sicht unmöglich ist, durchweg im Vorfeld zu wissen, welcher Faktor sich am besten (oder schlechtesten) entwickeln wird, ist ein Multifaktor-Ansatz unseres Erachtens sinnvoll.

Eine neue Art von aktivem Management?

Multifaktor- und aktive Ansätze mittels ETFs gibt es zuhauf, doch sind nicht alle gleich. Bei der Untersuchung dieser Ansätze ist es unseres Erachtens von Bedeutung, die folgenden Fragestellungen zu berücksichtigen:

  • Welche Faktoren kommen zum Einsatz? Obgleich Größe, Substanz, Momentum, Qualität und niedrige Volatilität weithin akzeptierte Faktoren darstellen, bildet nicht jede Multifaktor-Strategie diese Faktoren im selben Maße nach. Die Klärung der Frage, welche Faktoren zum Einsatz kommen, könnte einen wichtigen Schritt in einem Due-Diligence-Prozess darstellen.
  • Wie werden die Faktoren gewichtet? Einige Ansätze legen bestehende Einzelfaktorindizes zugrunde und kombinieren diese. Andere Ansätze führen ein Screening einzelner Aktien über ein Spektrum von Faktoren durch, sodass die Aufnahme in den Index vielmehr von der Vielseitigkeit eines Titels abhängt als von dessen Eignung in Bezug auf einen einzelnen Faktor. Die Neugewichtungshäufigkeit der Indizes ist ebenfalls ein wesentlicher Betrachtungspunkt.
  • Anzahl der Aktien? Einige Strategien gehen äußerst selektiv vor, was eine insgesamt geringere Zahl an Indexkomponenten zur Folge hat. Andere Ansätze tendieren hingegen zu einem breiteren Exposure mit einer höheren Anzahl an Aktien. Die Anzahl der Aktien ist insofern von Belang, als sich die Strategie umso selektiver gestaltet, je niedriger die Zahl der Aktien ausfällt, wodurch auch das Risiko aus einzelnen Aktienpositionen steigt. Gleichzeitig bietet diese Vorgehensweise mehr Differenzierungsmöglichkeiten gegenüber marktkapitalisierungsgewichteten Benchmarks, aus denen sich Tracking-Error-Potenzial ableitet.

Da sich unterschiedliche Faktoren zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich entwickeln, kann ein sorgfältig ausgearbeiteter Multifaktor-Ansatz unseres Erachtens die Portfolioperformance in beinahe jedem Marktumfeld beflügeln. 

Midterm Wahlen und die möglichen Auswirkungen auf die Märkte

von Christopher Gannati, European Head of Research bei WisdomTree.

Wir sind der Meinung, dass es eine sehr knappe Wahl werden wird. Ein demokratisch geführtes Repräsentantenhaus ist bei weitem keine sichere Option, auch wenn es die Konsensmeinung ist. Man muss erkennen, wie gespalten die US-Politik in diesem Stadium ist. Präsident Trump hat darauf hingewiesen, dass er mit China Fortschritte erzielt hat. Ob das wahr ist oder nicht, ist hierbei nicht wichtig. Interessant ist die Botschaft, die dadurch an die Märkte geschickt wird und den Republikanern als Ergebnis zu Gute kommt.

Wenn das Erwartete eintritt - die Demokraten ziehen ins Haus und die Republikaner halten den Senat inne - dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich in den Märkten widerspiegeln wird. Wenn überhaupt, könnten die Märkte etwas steigen und das Preisniveau, das eingeschätzt wird, wäre dann sicher.

Jedoch wenn Republikaner fortfahren, alles zu steuern (Haus u. Senat) dann könnte der Markt erheblich steigen. Sollten die Demokraten gewinnen (Haus u. Senat) dann könnte der Markt eine Menge kurzfristige Flüchtigkeit gegenüberstehen. Die Trump-Agenda wäre damit einer größeren Gefahr ausgesetzt. Dieses Ergebnis wird jedoch nicht erwartet.

Crowdfunding 2.0: Wie professionelle Investoren die Crowd verändern

von Christoph Flügel, Mitglied des Vorstands der Arbireo Capital.

Der Ursprung war eine geniale wie charmante und gewissermaßen basisdemokratische Idee: Private Investoren finden sich auf einer Online-Plattform zusammen, um mit kleinen Beträgen ein überschaubares Projekt zu unterstützen – sei es ein Internet-Start-up, ein kulturelles oder soziales Projekt in der Nachbarschaft oder eine pfiffige Erfindung. Das Crowdfunding war geboren. Im Vordergrund der Geldgeber standen nicht nur finanzielle, sondern oft idealistische Motive.

Von diesen Anfängen hat sich das Crowdfunding beziehungsweise Crowdinvesting ein Stück weit emanzipiert. Zwar gibt es die idealistischen Kleinprojekte von einst immer noch. Doch inzwischen hat sich dieses Instrument auch darüber hinaus etabliert und ist wesentlich vielfältiger und professioneller geworden. Heutzutage buhlt eine breite Auswahl zu finanzierender Objekte diverser Assetklassen und unterschiedlicher Größenordnungen um Investoren, die ihrerseits ebenfalls professioneller werden. Denn das Crowdinvesting gewinnt für institutionelle und semi-institutionelle Investoren an Attraktivität. Doch nicht nur deren Investitionsverhalten wird sich nachhaltig verändern, sondern auch das Gesicht der Crowd.

Beim Crowdinvesting gibt es im Wesentlichen zwei unterschiedliche Finanzierungsvehikel: Nachrangdarlehen und Anleihen. Wenn von Crowdinvesting für Privatanleger die Rede ist, handelt es sich zumeist um Darlehen. Das gilt aufgrund seines Nachranges zwar als etwas riskanter. Dafür sind aber die gezahlten Zinsen in der Regel höher als bei einer Anleihe unter sonst gleichen Bedingungen. Zudem ist der Investmentprozess schlanker und damit kostengünstiger reguliert. So entfällt unter gewissen Umständen die Prospektpflicht.

Diese für kleinere Investitionssummen relativ kostspielige Prospektpflicht ist kein zu unterschätzendes Argument: Das Kleinanlegerschutzgesetz von 2015 hat auch Crowdinvesting grundsätzlich der Prospektpflicht unterworfen. Ausnahmen bilden Nachrangdarlehen mit einem Gesamtvolumen von bis zu 2,5 Millionen Euro und einer Losgröße von maximal 10.000 Euro pro Anleger. Zu Recht wollte der Gesetzgeber das ursprüngliche, idealistische Crowdinvesting nicht abwürgen. Allerdings ist unklar, ob und wie lange die aktuelle Gesetzeslage Bestand hat. Ende 2018 wird das Kleinanlegerschutzgesetz evaluiert. Es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass die Prospektpflicht über kurz oder lang ausgedehnt wird – und das Nachrangdarlehen damit einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Anleihe verliert. Hinzu kommt, dass mit dem neuen Gesetz zur Ausübung von Optionen der EU-Wertpapierprospektverordnung im Sommer 2018 auch Anleiheemissionen mit einem Volumen von bis zu 8 Millionen Euro von der Prospektpflicht befreit sind.

Für institutionelle und semi-institutionelle Investoren spielt das Nachrangdarlehen schon heute eine untergeordnete Rolle: Als Crowdinvestoren bevorzugen sie aus unterschiedlichen Gründen klar die Anleihe. Sie ist hochrangiger und damit besser abgesichert, zudem handelbar und verfügt neben dem Prospekt gegebenenfalls noch über ein Rating. Und da Versicherungen, Versorgungswerke, Stiftungen oder auch Family Offices ohnehin Investitionen mit einem Gesamtvolumen von über 2,5 Millionen beziehungsweise 8 Millionen Euro und Losgrößen von über 10.000 Euro den Vorzug geben, bringt ihnen das Nachrangdarlehen keine nennenswerten Vorteile gegenüber der Anleihe. Je mehr Plattformen und Projektinitiatoren auch institutionelle und semiprofessionelle Investoren als Anlegergruppe identifizieren, desto stärker wird sich deshalb die Anleihe als Crowdinvesting-Vehikel verbreiten – auch ohne weiteren regulatorischen Druck.

Es ist vor allem die Immobilie, die derzeit für das Crowdinvesting an Relevanz gewinnt und die für professionelle Anleger von besonderem Interesse ist. Aktuell gibt es in Deutschland mehrere Internetplattformen, die Immobilien-Investments für die Crowd zugänglich machen, darunter Mezzany, Exporo, iFunded und viele andere. Crowdinvesting ermöglichte erstmals auch Privatanlegern die Investition in Projektfinanzierungen von Immobilienentwicklern, einfach und schon mit geringen Beträgen.

Doch warum sollten diese Aspekte ausschließlich für Privatanleger gelten? Institutionelle Anleger, die in Immobilien investieren wollen – zum Beispiel in Junior-Tranchen von Immobilienfinanzierungen –, schätzen dieselben Vorteile: mehr Transparenz und Vergleichbarkeit, geringere Kosten, keine Medienbrüche. Die Unterlagen liegen transparent und zum jederzeitigen Abruf auf der Crowdinvesting-Plattform bereit, Detailinformationen müssen nicht stückweise durch Nachfrage in Erfahrung gebracht werden. Das eigentliche Investment erfolgt nach einmaliger Anmeldung einfach per Mausklick. Die Projektinitiatoren wiederum können mit geringem Aufwand eine Vielzahl an Investoren ansprechen und gewinnen. Das spart wertvolle Zeit für das Kerngeschäft. Wenn wir über Digitalisierung und Standardisierung und dadurch erzeugte Umbrüche sprechen, dann ist genau solch ein Prozess gemeint. Auf längere Sicht ist das ein Vertriebsweg der Zukunft. Ein Vertriebsweg, der professionellen wie privaten Investoren gleichermaßen offensteht – und seinen idealistischen Anspruch nicht über Bord wirft.


Über Christoph Flügel

Theologe und Jurist, langjährige Erfahrung und Branchenkenntnis im Immobilien- und Finanzsektor, Begleitung von Immobilientransaktionen im Wert von mehr als acht Milliarden Euro, zuvor unter anderem tätig für Union Investment, Lovells sowie Morrison & Foerster.

Über Arbireo Capital

Die Arbireo Capital ist eine unabhängige Investmentgesellschaft, die insbesondere auf dem deutschen Immobilienmarkt aktiv ist. Wir identifizieren attraktive Investmentobjekte, strukturieren, planen, investieren und realisieren und decken damit die gesamte Wertschöpfungskette aus einer Hand ab.

Infrastrukturlücken

von Martins Donins, Analyst der Credit Suisse Asset Management.

Strassen, Brücken, Häfen, Wasser- und Stromleitungen sind die Grundlage für nahezu alle wirtschaftlichen Aktivitäten und damit im wahrsten Sinne des Wortes «kritische» Infrastruktur. Diese Tatsache reicht jedoch für sich genommen noch nicht aus, um Finanzquellen zur Schliessung der in den letzten Jahren entstandenen Lücken bei globalen Infrastrukturausgaben sprudeln zu lassen.

In diesem Thematic Insight untersuchen wir die Hauptgründe, warum die globale Infrastruktur unter Unterinvestitionen leidet, und stellen die Frage, ob eine Differenzierung einzelner Infrastrukturinvestitionen möglicherweise sinnvoller wäre, da einige Bereiche tendenziell mehr Investoren anziehen als andere.

Mut zur Lücke

Regierungsvertreter, Infrastrukturentwickler, Ökonomen, Forscher und Investoren debattieren seit geraumer Zeit über die Infrastrukturlücke. Die Infrastrukturlücke, die weithin als Differenz zwischen prognostizierten Wachstum (mit dem BIP als Messgrösse) und der zu dessen Unterstützung erforderlichen wirtschaftlichen Infrastruktur (Wasser, Strom, Telekommunikation und alle Arten von Verkehr) gilt, wird seit einigen Jahren immer grösser. Seit 2009, als viele Länder begannen, ihre Ausgaben nach der Finanzkrise zurückzufahren, hat sich das Tempo beschleunigt. Konkret haben elf der G20-Volkswirtschaften ihre als Prozentsatz des BIP ausgedrückten Mittelzuweisungen für Infrastruktur seither gekürzt1.

Einem McKinsey-Bericht über die Entwicklung der Infrastrukturlücke zufolge werden weltweit derzeit etwa 2,5 Billionen Dollar pro Jahr oder 2,9% des globalen BIP für Infrastruktur ausgegeben, wobei bis 2030 jährlich 3,3 Billionen Dollar ausgegeben werden müssten, um die Lücke zu schliessen. Die Weltbank und der Global Infrastructure Outlook (eine Initiative der G20) zeichnen beide ein ähnliches Bild und prognostizieren, dass Schwellenländer und Frontier-Märkten noch schneller investieren müssten, um einen besseren Lebensstandard zu erreichen und zu den entwickelten Volkswirtschaften aufzuschliessen.

Aber wie realistisch ist es tatsächlich, dass die Lücke jemals geschlossen wird? Bislang spricht nicht sehr viel dafür. Die öffentlichen Mittel sind in der Regel begrenzt, während die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerungen scheinbar immer weiter zunehmen. Da wäre beispielsweise die Strasseninfrastruktur. Mit Ausnahme einiger Schwellenländer wie China, das die Ausgaben für Strassen massiv erhöht hat, um den wachsenden Bedürfnissen der Mittelschicht gerecht zu werden, sehen sich die Industrieländer aufgrund der steigenden Erschwinglichkeit mit einem stetigen Anstieg der Fahrzeuge auf Strassen konfrontiert. Mehr Fahrzeuge bedeuten mehr Verschleiss der Strasseninfrastruktur, was wiederum mehr Investitionen erfordern würde.

Private Geldgeber sind oft nicht bereit, diese Lücke zu füllen. Obwohl Public Private Partnerships (PPPs) über einen langen Zeitraum an Popularität gewonnen haben2, macht das Risiko/Rendite-Profil bei vielen kleineren Infrastrukturprojekten den Einsatz von privatem Kapital schlicht wenig attraktiv. Darüber hinaus dürften viele private Investoren davor zurückschrecken, sich an Projekten zu beteiligen, die von der Öffentlichkeit naturgemäss kritisch betrachtet werden. Auch stellt sich der Umgang mit öffentlichen Stellen nicht immer reibungslos dar. Es ist daher vielleicht keine Überraschung, dass PPPs nur 5–10 % der Gesamtinvestitionen in Infrastruktur ausmachen.

Obwohl sie eine wichtige Rolle spielen, scheinen privates Kapital und PPPs allein die Lücke bei den Infrastrukturausgaben auf globaler Ebene nicht schliessen zu können. Darüber hinaus drängen populistische Bewegungen in jüngster Zeit sogar darauf, Privatisierungen von Infrastrukturanlagen rückgängig zu machen. Der Vorsitzende der britischen Labour Party, Jeremy Corbyn, schlug vor, wichtige Infrastrukturen wie Energieversorgung (z.B. «National Grid»)3, Eisenbahn sowie den nationalen Postdienst, The Royal Mail4, wieder zu verstaatlichen. Auch in Italien denkt die von Luigi Di Maio angeführte Fünf-Sterne-Bewegung darüber nach, die Privatisierung des Autobahnbetreibers Autostrade5 als Reaktion auf den tragischen Brückeneinsturz in Genua am 14. August 2018 rückgängig zu machen. Es besteht jedoch die Frage der Finanzierung. So hätte ein Bruch des Konzessionsvertrags für die italienischen Mautstrassen für die Regierung 10,8 Milliarden Euro an Nettoverbindlichkeiten zur Folge. In Grossbritannien wäre Corbyn bereit, 250 Milliarden Pfund zur Finanzierung der Verstaatlichungspläne aufzunehmen.

Um die Ausgabenlücke zu schliessen, müssen die finanziellen Interessen mit Fragen der öffentlichen Administration und Politik sowie auf gesellschaftliche Bedürfnisse abgestimmt werden. Es ist davon auszugehen, dass bestimmte Bereiche des Infrastruktursektors dieser Anforderung besser gerecht werden als andere. Im weiteren Verlauf dieses Artikels werden wir drei solche Beispiele untersuchen.

Umstellung auf erneuerbare Energien

Wir glauben, dass sich Energieerzeugung und -übertragung zwangsläufig in Richtung erneuerbarer Ressourcen auf intelligenteren Netzen entwickeln wird, einem Bereich, in dem sich die Interessen des öffentlichen und privaten Sektors angemessen decken dürften. Für die Verbraucher ist Strom ein Grundbedürfnis, und die meisten würden lieber die Kreditkarte überziehen, anstatt die Stromrechnung unbezahlt zu lassen und ohne Licht dazustehen. Auch da die Kosten für die Ausstattung sinken (Solarmodule, Energiespeicher usw.) und Anlagen für erneuerbare Energien effizienter werden, entwickeln sie sich für viele Haushalte zur bevorzugten Option. Und nicht zuletzt erhöhen Energieversorger auf der ganzen Welt dank öffentlicher Mittel für emissionsfreie Stromerzeugung den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix.

Das Leistungsversprechen ist überzeugend. Obwohl die Berechnung von Einsparungen je nach Zinsprognose sowie aufgrund von wirtschaftlichen Wertverlusten in Spitzenzeiten der Überproduktion und ähnlichen Faktoren schwierig werden kann, lässt sich z.B. in Kalifornien die Stromrechnung eines Haushalts durch die Installation von Solarmodulen um 10–40 % reduzieren6. Es überrascht daher nicht, dass erneuerbare Energien laut Bloombergs New Energy Outlook7 72% der bis 2040 geschaffenen neuen Stromerzeugungskapazität ausmachen werden, was weitere Investitionen in Speicheroptionen und intelligente Netze mit sich bringt. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass nicht die gesamte Wertschöpfungskette gleichermassen profitiert. Unternehmen, die Zugang zu erneuerbaren Energien bieten und in Netze investieren, die in der Lage sind, die variablen Lasten der erneuerbaren Energien zu bewältigen, sind bestens auf die Umstellung vorbereitet, während die sinkenden Komponentenkosten (Beispiel: Preise für Photovoltaikmodule) für viele Hersteller von Anlagen für erneuerbare Energien schrumpfende Margen bedeuten.

Das Rückgrat smarter Städte

Im Jahr 2050 dürften etwa 68 % der Weltbevölkerung in Städten8 leben, was für sich genommen schon eine Reihe von Herausforderungen für die Infrastruktur mit sich bringt. Ein Bereich, in dem Nachfrage, kommerzielles Interesse und öffentliche Unterstützung jedoch im Einklang stehen, ist die Infrastruktur für Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen – Funkmasten, Glasfaser, Small Cells und Rechenzentren. Das reine Datenvolumen steigt mit zunehmender Geschwindigkeit und wird sich voraussichtlich bereits bis 2025 vervielfacht haben, bedingt nicht nur durch den Medienkonsum, sondern auch durch das Internet der Dinge (IoT). Damit diese Geräte mit dem Internet verbunden werden können, sind erhebliche Investitionen in die Kommunikationsinfrastruktur erforderlich, um die fortlaufende Übertragung von Datenpaketen zu bewältigen – etwas, wofür die aktuellen Netzwerke nicht ausgelegt sind. Schätzungen gehen davon aus, dass ein einzelnes autonomes Fahrzeug stündlich rund 25 Gigabyte an Daten in die Cloud senden würde9. Man kann sich leicht vorstellen, dass es bei der Einführung von vernetzten Fahrzeugen nicht lange dauern würde, ein Telekommunikationsnetz in London im US-Bundesstaat Arkansas (1044 Einwohner), geschweige denn in der britischen Metropole London (8 Millionen Einwohner) an seine Grenzen zu bringen.

Auch hier wird nicht die gesamte Wertschöpfungskette gleichermassen profitieren. Die Telekommunikationsunternehmen stehen bei der Instandhaltung und Modernisierung ihrer Infrastruktur mit Blick auf eine intensivere Nutzung in städtischen Gebieten unter Kostendruck. Wie bereits bei den Glasfaserkabeln beobachten wir eine zunehmende «Coopetition», da die einzelnen Volkswirtschaften eine gemeinsame und flexiblere Nutzung der Infrastruktur für die Versorgung der Endkunden anstreben. Profitieren von dieser Entwicklung dürften entsprechend Unternehmen mit Modellen zum dynamischen Verkauf ihrer Kapazität (z. B. Glasfaserverbindungen, Rechenzentrumsfläche) und Abdeckung (z. B. Masten, Frequenzen).

Ungebremste Mobilität

Unser letztes Beispiel ist die Verkehrs- oder Mobilitätsinfrastruktur. Es handelt sich hierbei um einen der kapitalintensivsten Bereiche, und laut dem Global Infrastructure Outlook und McKinsey dürfte er auch einer der Bereiche mit der grössten Unterfinanzierung bleiben. Mit dem Anstieg der Billigfluggesellschaften auf der einen Seite und dem wachsenden Wohlstand der bevölkerungsstarken Schwellenländer auf der anderen Seite ist die Nachfrage nach mehr Fluginfrastruktur jedoch hoch. Die International Air Transport Association (IATA) prognostizieren eine Verdoppelung der gewerblichen Passagiere auf 7,8 Milliarden bis 203610.

Ein Grossteil dieses Wachstums wird voraussichtlich aus China stammen. In weniger als zwei Jahrzehnten hat sich die Zahl der Auslandsreisen von Chinesen mehr als verzehnfacht. Wirklich erstaunlich ist jedoch, dass nur 99 Millionen bzw. 7 % der chinesischen Bevölkerung überhaupt einen Pass haben. Darüber hinaus waren bereits im vergangenen Jahr 9 von 50 der weltweit verkehrsreichsten Flughäfen chinesisch und verzeichneten mitunter die höchsten Wachstumsraten im Passagierverkehr11. Daneben hat China damit begonnen, bis 2025 133 neue Flughäfen zu bauen12. Die Entwicklung steht erst am Anfang.

Berücksichtigt man zudem die Massnahmen Chinas zur Förderung privater Investitionen in Flughäfen der allgemeinen Luftfahrt13, ist es sehr wahrscheinlich, dass es genügend Nachfrage und Angebot geben wird, um die USA als grössten Luftverkehrsmarkt im Jahr 2022 zu überholen. Die Flughafenbetreiber dürften gut aufgestellt sein, um von diesem Wachstum zu profitieren, da das naturgemäss monopolistisch geprägte Marktumfeld eine stabile Betriebsmarge bietet, während die Fluggesellschaften mit negativen Auswirkungen konfrontiert sind. McKinsey sieht Fluggesellschaften unter den drei umsatzstärksten Branchen mit 6,1 % CAGR im Zeitraum 2004–2013, während sie bei der Kapitalrendite das Schlusslicht bilden14.

Fazit

Unter dem Strich brauchen wir Infrastruktur, um sowohl die Weltwirtschaft als auch die anstehenden technologischen Entwicklungen in die richtige Richtung zu lenken. Fahrerlose Autos werden ohne leistungsfähige Datennetze und– grundlegender gedacht – gute Fahrbahnoberflächen nicht möglich sein. Ohne Häfen und Eisenbahnen wird die globale Versorgung mit Gütern nicht funktionieren. Dazu kommt die Notwendigkeit, all das mit Energie zu versorgen – vorzugsweise nachhaltig.

Infrastrukturinvestitionen scheinen jedoch auf zwei sehr unterschiedlichen Wegen zu erfolgen. Auf der einen Seite gibt es die topmoderne deutsche „Autobahn“, bestimmt von einem starken Geschäfts- und Verbraucherinteresse. Wesentliche Impulse sind hierbei Datenwachstum, Umweltbewusstsein und neu geschaffener Wohlstand in Schwellenländern. Und dann gibt es die in die Jahre gekommene „Landstrasse“ mit traditionellerer Infrastruktur, die sich auf öffentliche Mittel stützen muss. Hier zögern Investoren angesichts der unklaren Renditenaussicht und der sich ändernden politischen Schwerpunkte staatlicher Entscheidungsträger.


1) Bridging Global Infrastructure Gaps, McKinsey Global Institute, Juni 2016.
2) Public-Private Partnerships and the 2030 Agenda for Sustainable Development: Fit for purpose?, Jomo KS, Anis Chowdhury, Krishnan Sharma, Daniel Platz, UN Department of Economic & Social Affairs, Februar 2016.
3) Corbyn to Sidestep U.K. $172 Billion Nationalization Fight, Rachel Morison, Bloomberg, 14.2.2018.
4) Labour party's plan to nationalise mail, rail and energy firms, The Guardian, 11.5.2017.
5) The $11 Billion Reason Italy May Not Nationalize Autostrade, Luca Casiraghi, Tommaso Ebhardt und Antonio Vanuzzo, Bloomberg 21.8.2018.
6) Anlegerpräsentation Sunrun, August 2018.
7) Bloomberg New Energy Outlook, 2018.
8) 68% of the world population projected to live in urban areas by 2050, Vereinte Nationen, 16.05.2018.
9) Präsentation auf dem Intel Developer Forum, Brian Krzanich, Intel-CEO, August 2016.
10) 2036 Forecast Reveals Air Passengers Will Nearly Double to 7.8 Billion, International Air Transport Association (IATA), 24.10.2017.
11) The unstoppable rise of the Chinese traveler, Oliver Smith, Telegraph, 11.4.2018.
12) Mapping China Infrastructure, China Reality Research, 2018.
13) China picks $16 billion worth of aviation projects for private investment, Reuters, 23.8.2018.
14) Finanzergebnisse von Fluggesellschaften, International Air Transport Association (IATA), 30.3.2017.

Zum Autor

Martins Donins beobachtet das Anlageuniversum für thematische Aktienfonds in den Bereichen Sicherheit, Robotik und Infrastruktur und erforscht die langfristigen Trends, die diese Themen antreiben. Der Schwerpunkt seiner Analyse betrifft den Softwarebereich. Martins Donins hat Abschlüsse in Finanz- und Wirtschaftswissenschaften der Universität St. Gallen (HSG) und der Stockholm School of Economics.

Und was kommt nach der Krise?

von Gabriele Volz, Geschäftsführerin Wealthcap.

Die Frage nach dem „Wann“ und „Wie“ der nächsten Krise ist zum Volkssport der Immobilienbranche avanciert. Die Preisentwicklungen haben viele Kassandras auf die Bühne gehievt, die immer lauter die drohenden Korrekturen und Rückgänge am deutschen Immobilienmarkt prophezeien. Trifft es München, Berlin oder Frankfurt? Oder gar B-Städte wie Hannover und Bremen? Immer wieder liest man, sei es von deutscher, sei es von internationaler Seite, von Preisblasen und auseinander gehenden Scheren zwischen Kauf- und Mietpreisen. Und alle fragen sich gebannt, was wohl dieses Mal der Auslöser sein wird.

Wird der Grund in der überbordenden Verschuldung einer der großen europäischen Volkswirtschaften liegen? Im geopolitischen Zank zwischen den USA, Russland, China und Europa? Wird der Brexit hart, gar zu hart für alle Beteiligten? Kommt die automobile Disruption schneller und damit zu plötzlich für die deutschen Autobauer? Mögliche Ursachen und mögliche Folgen – von einer Seitwärtsbewegung bis zu einer handfesten Krise – gibt es immer.

Ganz ehrlich: Mich langweilen derartige Trockenübungen. Ich meine nicht, dass man der Krisendiskussion einen Mehrwert abgewinnen kann. Viel wichtiger ist für mich die Frage, wie wir heute agieren müssen, um vom nächsten Zyklus zu profitieren. Denn wenn es zu den ersten Preiskorrekturen kommt, werden viele Investoren nicht oder nur ungenügend auf die Entwicklungen danach vorbereitet sein. Der kurzfristigen Schockstarre wird ein aufmunterndes Schulterklopfen folgen – frei nach dem Motto: Hab‘ ich’s doch gesagt. Einen Wachstumsplan für die Zeit danach und vor allem für Wachstumsstädte des nächsten Zyklus haben freilich die wenigsten. 

Klar ist daher, dass wir uns auf die Suche nach jenen Faktoren machen müssen, die vielleicht noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt und im derzeitigen Zyklus, dafür aber in Zukunft wachstumsfördernd sein werden. Welche Städte haben das Potenzial, das in ihnen schlummert, noch nicht erkannt? Welche Regionen investieren heute in Technologien, Studiengänge und Wirtschaftszweige, die morgen nicht länger nach Exotik und Esoterik klingen, sondern Standard sind und überall nachgefragt werden? Wo finden wir eine ausgewogene Zutatenmischung aus Lebensqualität und ökonomischem Erfolgsdrang, die womöglich noch gar nicht zum Zuge gekommen ist, da sie sich erst dank der nächsten Stufen der Digitalisierung wird entfalten können? Sich dazu Gedanken zu machen, ist für mich die wichtigste Aufgabe eines jeden langfristigen Investors im Herbst des Zyklus. Dass sich darin auch der Unterschied zwischen Voyeurismus und Voraussicht zeigt, mag für den einen oder anderen auch ein angenehmer Nebeneffekt sein.


Gabriele Volz

Gabriele Volz ist seit 2009 Geschäftsführerin von Wealthcap, einer 100 %igen Tochtergesellschaft der UniCredit Bank AG. Sie verantwortet das Investment-, Asset- und Portfoliomanagement sowie Vertrieb, Produktmanagement, Marketing, Personal und Kommunikation. 2018 wurde Gabriele Volz im Rahmen des Real Estate Women Summits zur Managerin des Jahres ausgezeichnet. Die Auszeichnung honoriert jedes Jahr außerordentliche Leistungen einer Top-Managerin der Immobilienwirtschaft.

Wealthcap

Als Real Asset und Investment Manager mit rund 10 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen zählt Wealthcap zu den renommierten Experten für Sachwertanlagen in Deutschland. Mit unserer Trendexpertise und über 30 Jahren Erfahrung im Investment- und Asset Management eröffnen wir institutionellen und privaten Anleger den Weg zu hochwertigen Investitionsstrategien. Diese übersetzen wir in zukunftsstarke Immobilien- und Zielfondslösungen für deutsche und internationale Investoren. Pensionskassen und Versorgungswerke, deutsche Unternehmen und auch regionale Banken zählen neben Privatkunden zu unseren Investoren in mehr als 150 Beteiligungskonzepten.Wealtcap ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der UniCredit Bank AG und gehört damit zum starken internationalen Verbund der UniCredit. Weitere Informationen finden Sie unter wealthcap.com

Robotik und Automatisierung: Das Produktivitätsparadox

von Angus Muirhead, CFA, Portfoliomanager, Credit Suisse.

Technologische Fortschritte läuten ein neues Zeitalter ein. Künstliche Intelligenz oder auch «KI», die durch superschnelle Rechner gestützt wird und über drahtlose High-Speed-Internetverbindungen zugänglich ist, wird unsere Arbeits- und Lebensweise grundlegend verändern. In ein paar Jahren würden intelligente Systeme und Roboter körperliche und kognitive Aufgaben effizienter und genauer erledigen als Menschen, autonome Transportsysteme sicher und staufrei arbeiten; die Umweltverschmutzung durch fossile Brennstoffe verringert werden und Krankheiten könnten geheilt oder sogar verhindert werden, bevor sie überhaupt auftreten. Dies sind nur einige Beispiele der grossen Behauptungen und Prognosen, die heute in den Medien allgegenwärtig sind.

Kritischen Beobachtern zufolge haben diese weltverändernden Technologien bislang jedoch keinen realen Nutzen für die Wirtschaft geliefert. Warum haben wir in den Ländern, die moderne Technologien einsetzen, keine konkretere Auswirkung auf das Produktivitätswachstum feststellen können, wenn doch diese Technologien so leistungsstark sind? In diesem Artikel untersuchen wir, inwiefern Preisverfall und alte Gewohnheiten das Kernstück dieses «Produktivitätsparadoxes» bilden.

Was ist Produktivität?

Im Bereich der Wirtschaftswissenschaft ist die Produktivität ein Mass für Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz. Sie ist insbesondere eine Messgrösse für die Wirtschaftsleistung («Output») pro Einheit der eingesetzten Mittel («Input»). Wenn menschliche Arbeitskraft über einen bestimmten Zeitraum als «Input» eingesetzt wird, spricht man von «Arbeitsproduktivität», und bei einem Kapitaleinsatz von «Kapitalproduktivität». Arbeitskraft und Kapital werden bisweilen in Kombination eingesetzt. Die entsprechende Messgrösse wird als «Multifaktorproduktivität» bezeichnet. Der Ökonom Robert Solow beschrieb neben Kapital und Arbeitskraft noch eine Reihe weiterer Inputs, die weniger konkret sind. Diese fallen in das sogenannte «Solow-Residuum».1 Betrachtet man die Produktivität in der Wirtschaft als Ganzes, so wird für gewöhnlich die «Arbeitsproduktivität» untersucht und der Wert des Bruttoinlandprodukts (BIP) als «Output» und die Gesamtzahl der von den Arbeitskräften geleisteten Arbeitsstunden als «Input» verstanden.

Wachsende Produktivität

Eine wachsende Arbeitsproduktivität impliziert, dass die Arbeitskräfte über denselben Zeitraum mehr produziert haben oder dass derselbe Produktionsumfang mit weniger Arbeitskräften, weniger Arbeitsstunden bzw. beidem erzielt werden kann. Durch einen Anstieg der Produktivität können Unternehmen einen «Mehrwert schaffen» und diesen Mehrwert in Form höherer Löhne an ihre Mitarbeitenden oder in Form niedrigerer Preise an ihre Kunden weitergeben. Mehrgewinne können aber auch für Reinvestitionen in das Unternehmen oder als Barreserven verwendet werden.

Ein Produktivitätswachstum kann vielseitig erzielt werden. Die Effizienz der Arbeitskräfte kann zum Beispiel durch Ausbildung und natürlich praktische Übung und Erfahrung verbessert werden. An dieser Stelle spielen auch die Gesundheit und Motivation eine Rolle. Ein Wachstum kann zudem durch Investitionen in Tools und Ausrüstung, wie Robotik und Automatisierungssysteme, sowie durch Ausgaben zur Verbesserung der Struktur und der Organisation der Fabrik selbst erreicht werden. Henry Ford gelang es, sich im Vergleich zu seinen Konkurrenten einen grossen Vorteil zu verschaffen, indem er den gesamten Produktionsprozess neu erdachte. In seiner Autobiografie «My Life and Work» aus dem Jahr 1922 beschreibt er die Zerlegung von Arbeiten in Einzelschritte, um so den effizientesten Weg für die Erledigung einer Arbeit zu entwickeln:

« With one workman doing a complete job he could turn out from thirty-five to forty pieces in a nine-hour day, or about twenty minutes to an assembly. What he did alone was then spread into twenty-nine operations; that cut down the assembly time to thirteen minutes, ten seconds. We then raised the height of the line eight inches – this was in 1914 – and cut the time to seven minutes. Further experimenting with the speed that the work should move at cut the time down to five minutes.»2

Ein kurze Betrachtung der Geschichte des Produktivitätswachstums

Während der ersten industriellen Revolution brachten technologische Innovationen Maschinen hervor, die eine Grossproduktion ermöglichten, und Transportsysteme, mit denen Waren über Land über grosse Strecken hinweg transportiert werden konnten, und dies effizienter denn je zuvor. Dadurch erfuhr die Produktivität, die rund drei Jahrhunderte lang «Winterschlaf» gehalten hatte, zwischen 1820 und 1870 einen starken Aufschwung. Der Ökonom und Nobelpreisträger Edmund Phelps schrieb in «Mass flourishing»3, dass Grossbritannien als erstes Land diesen Wendepunkt erreichte, gefolgt von Amerika, Frankreich und später Deutschland. In Westeuropa stieg die Produktivität (oder in den Worten von Phelps die «Inlandsproduktion pro Kopf») zwischen 1820 und 1870 um 63 % und zwischen 1870 und 1913 um weitere 76 %.

Beinahe das gesamte 20. Jahrhundert hindurch wuchs die Produktivität weiter. Diese Entwicklung war zwischen 1925 und 1950 besonders rasant und hielt auch während der Weltwirtschaftskrise der 1930er an. Ab 1950 setzte sich der Trend bis in die frühen 1970er fort (Abbildung 1), wonach er für ein ganzes Jahr einbrach. Ab diesem Zeitpunkt lag die Wachstumsrate deutlich unter dem Niveau, das in den vorangegangenen 150 Jahren in den Industrieländern vorherrschte. Diese Entwicklungen werden im Buch «The great stagnation» des Ökonomen Bob Gordon aus dem Jahr 2011 thematisiert. In den 1980er-Jahren, als PCs und Textverarbeitungssysteme in Büros und Privathaushalten immer stärker Einzug hielten, verlief das Produktivitätswachstum schleppend. Dies veranlasste Robert Solow zu seinen mittlerweile berühmten Worten, die wir auf der Titelseite zitiert haben.

Auch wenn sich das Wachstum in den späten 1990er-Jahren und frühen 2000er-Jahren etwas erholte, hielt diese Entwicklung nicht lange an. Seit 2010 verzeichnet die US-Wirtschaft - über einen längeren Zeitraum betrachtet - das geringste Produktivitätswachstum. Können wir dieses mangelnde Produktivitätswachstum als kurzfristige Anomalie innerhalb eines langfristigen Trends abtun oder hat sich etwas grundlegend geändert?

Automatisierung zur Steigerung der Produktivität

Robotik, Automatisierung und künstliche Intelligenz spielen in diesem Dilemma eine zentrale Rolle, da die steigende Produktivität der Hauptgrund dafür ist, dass Unternehmen in Robotik investieren. Aufgrund der zunehmenden Erschwinglichkeit und Intelligenz der Robotik- und Automatisierungslösungen wird das Argument für eine Investition in diese Systeme immer überzeugender, insbesondere vor dem Hintergrund einer stärkeren Regulierung und steigender Arbeitskosten. Die in Abbildung 2 enthaltenden Daten der International Federation of Robotics («IFR») zeigen die wachsende Nachfrage nach Robotern. Unter Ausschluss des Jahres 2009, als die Nachfrage infolge der Finanzkrise drastisch sank, erreichte die Wachstumsrate der Lieferungen von Industrierobotern (in Fabriken verwendeten Robotern) etwa das dreifache Niveau im Vergleich zur Hochkonjunktur vor 2009.

Prozessanpassung

Wir könnten es uns einfach machen und das Produktivitätsparadoxon damit erklären, dass wir so viel Zeit damit verbringen, uns an Passwörter zu erinnern, uns gegenseitig Nachrichten zu schicken oder «Selfies» zu machen, dass die Ablenkung den Nutzen der Technologie schnell ausgleicht. Denn tatsächlich sind viele der aktuellen Technologien vielmehr dazu bestimmt, uns zu unterhalten, als uns leistungsfähiger zu machen. Auch wenn darin gewiss ein Funken Wahrheit liegt, dürfte dies wohl kaum der einzige Grund sein. Andernfalls würden Unternehmen schon lange nicht mehr in Technologie investieren.

Eines der überzeugendsten Argumente ist auch gleichzeitig eines der einfachsten. Wenn eine neue Technologie eingeführt wird, dauert es eine gewisse Zeit, bis ihr volles Potenzial erkannt wird und die Prozesse so angepasst werden, dass wir das Beste aus ihr herausholen können. Ab der Erfindung einer Dampfmaschine durch Thomas Newcomen im Jahr 17124, die zur Wasserhebung in Bergwerken verwendet wurde, dauerte es weitere 70 Jahre, bis die Dampfkraft in Verbindung mit innovativer Mechanik für die Erzeugung einer kontinuierlichen Drehbewegung eingesetzt wurde. Für dampfbetriebene Maschinen für die Warenproduktion und Lokomotiven für den Warentransport war diese Erfindung von entscheidender Bedeutung. Mit anderen Worten: Es dauerte 100 Jahre, bis die Technologie zur Erzeugung von Dampfkraft im Rahmen der industriellen Revolution ihre grösste Wirkung auf die Wirtschaft entfaltete.

In der zweiten industriellen Revolution mussten wir erneut feststellen, dass die Nutzung und Wirkung der Elektrizität mehrere Jahrzehnte hinterherhinkten. Während das Verständnis der Elektrizität im frühen 19. Jahrhundert grosse Fortschritte machte, dauerte es bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts, bis Pioniere wie Alexander Graham Bell, Thomas Edison, Nikola Tesla, George Westinghouse und andere wissenschaftliche Neugierde zum entscheidenden Bestandteil der modernen Fertigung machten. Im Jahr 1880 wurden Glühbirnen erhältlich und Edison hatte Elektrizitätswerke in Manhattan und London errichtet.5 Doch 20 Jahre später waren lediglich 5 % der mechanischen Leistungskraft in amerikanischen Fabriken elektrisch6 und die Dampfkraft war weiterhin die vorherrschende Energiequelle. Die schleppende Übernahme ist nachvollziehbar. Die Dampfkraft wurde in den Fabriken von einer massiven Dampfmaschine in Einwellenbauweise erzeugt, die sich entlang der Fabrik, häufig über Kopf, erstreckte, und alle Maschinen, Pressen und Rohre waren mit dieser zentralen Welle über ein komplexes System aus Antriebsscheiben, Riemen und Zahnrädern verbunden. Sie verliefen zum Teil durch Löcher in der Decke, um die oberen Stockwerke mit Energie zu versorgen, oder führten über zusätzliche Wellen in andere Gebäude oder sogar nach draussen. Maschinen, für die ein stärkeres Drehmoment erforderlich war, mussten näher an der zentralen Welle angebracht sein, und jene mit einem geringeren Energiebedarf konnten in grösserer Entfernung positioniert werden.6

Als Fabrikbesitzer erstmals auf Elektrizität umstiegen, ersetzten sie die Dampfmaschine einfach durch eine elektrische und behielten die alte zentrale Antriebsarchitektur und das damit verbundene Netzwerk aus Riemen und Zahnrädern bei. Folglich warf die Investition lediglich geringe Gewinne des eigentlichen Potentials ab. Den wahren Wert der Elektrizität für die Fertigung erkannte man erst in den 1920er-Jahren, als Unternehmen allmählich verstanden, dass kleine Dampfmaschinen hoffnungslos ineffizient waren, kleine elektrische Motoren hingegen gute Leistung erbrachten und Elektrizität bei Bedarf jederzeit in diese Motoren eingespeist werden konnte. Durch die flexible Anordnung der Produktionslinien konnte man nun einen optimierten Arbeitsablauf erzielen und die erforderliche Nähe zur zentralen Welle verlor an Relevanz.

Auch heute noch kann die Übernahme innovativer Technologien Jahrzehnte dauern, bevor wir alte Gewohnheiten und Prozesse überdenken, eines Besseren belehrt werden und schliesslich das volle Potenzial der Innovation erkennen. Ein aktuelles Beispiel ist das Internet. Eine erste Vernetzung erfolgte in den 1960er-Jahren.7 In den 1980ern stellten das US-Militär und akademische Zentren Internetverbindungen her und ab den 1990ern war die Nutzung stärker geschäftlich ausgerichtet. Doch als im Jahr 1998 Endanwender Musik und Filme kauften8 und online liehen9, vereinten wir diese neue Internettechnologie mit alten Prozessen: Über das Internet bestellte Musik und Filme wurden per Post als optische Datenspeicher (DVDs und CDs) zugesandt. Dieses Konzept muss der jungen «Streaming-Medien»-Generation seltsam erscheinen. Erst in jüngerer Zeit hat sich die zugrunde liegende Infrastruktur aus mobilen High-Speed-Internetverbindungen, mehreren Milliarden vernetzten Geräten, Autos und Sensoren, riesigen Rechenzentren zur Speicherung von Anwendungssoftware, künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Daten in einer Weise entwickelt, die es uns ermöglicht, ihr Potenzial auszuschöpfen.

Anhand dieser Beispiele wird deutlich, inwiefern technologische Innovationen häufig eine gewisse Ausreifungszeit benötigen, bis sie Erfolge zeigen und in vollem Umfang in der Wirtschaft angenommen werden. Darüber hinaus wird erkennbar, dass wir uns nun in der Frühphase einer weiteren Revolution der Produktivität befinden, die auf intelligenten Maschinen und Algorithmen basiert, und womöglich ist die Verlangsamung des Produktivitätswachstums lediglich die Ruhe vor dem Sturm. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Internet könnte sich als wichtigster Produktivitätsmotor erweisen, den die moderne Welt je gesehen hat. Dies hängt natürlich davon ab, wie intelligent die künstliche Intelligenz ist – in anderen Worten: vom IQ der KI. Der Fortschritt der Software und KI lässt sich objektiv nur schwer messen. Doch es gibt Grund zu Optimismus. Eine von Oxford University Press veröffentlichte Befragung von KI-Experten aus dem Jahr 2017 zeigte, dass zwei Drittel der Befragten der Auffassung sind, dass sich der Fortschritt der künstlichen Intelligenz in der zweiten Hälfte ihrer Laufbahn beschleunigt hat. Die Befragung ergab eine geschätzte Wahrscheinlichkeit von 50 %, dass KI bis 2060 alle menschlichen Arbeiten verrichten könnte (laut den Befragten in Asien bereits 2045).10

Günstigere Maschinen produzieren günstigere Elektronik

Seit den 1970er-Jahren sind die Technologiekosten kontinuierlich gesunken – von Grossrechnern über Chips und Sensoren bis hin zu Computern, Mobiltelefonen, Fernsehgeräten und Robotern. Der Zyklus ist selbsterhaltend. Denn kostengünstigere Elektronik findet wahrscheinlich mehr Abnehmer und grössere Produktionsmengen begünstigen häufig Skalen- und Verbundeffekte, wodurch weitere Preissenkungen möglich werden. Niedrigere Kostenkomponenten können dann zur Verringerung der Kosten der im Fertigungsprozess eingesetzten Robotik und Automatisierungssysteme beitragen. In einigen Fällen scheinen die Preise natürlich nicht deutlich gesunken zu sein. Das neueste im September von Apple-CEO Tim Cook angekündigte Smartphone soll das bislang teuerste iPhone sein. Allerdings ist die im neuen Smartphone verwendete Technologie erheblich leistungsstärker und somit ist das Gerät in gewisser Weise auch «wertvoller» als das Vorgängermodell. Also bringt die neue Technologie einen viel grösseren Wert mit sich, ist jedoch nur geringfügig teurer. Im Endeffekt ist diese Entwicklung noch immer deflationär.

Bei der Berechnung der Produktivität wird der «Output» am BIP gemessen und das BIP ergibt sich aus dem Preis und Volumen der in einer Volkswirtschaft erzeugten Waren und Dienstleistungen. Wenn also die Technologiepreise sinken, sind die Wirkung auf den «Output» und damit auf das Produktivitätswachstum negativ. Und da Technologie immer mehr Aspekte unseres Lebens – im Büro, zuhause, im Krankenhaus und in der Fabrik – bestimmt, ist es wahrscheinlich, dass der Technologieeinsatz in der Wirtschaft als Ganzes insgesamt stetig gestiegen ist. Von Moody’s ermittelte Daten zeigen das Ausmass des Technologiewachstums, wenn auch nicht in voller Form, da sie sich lediglich auf den IT-Bereich (Hardware, Software, Dienstleistungen und das Internet) und nicht auf Technologien in den Bereichen Telekommunikation, Medien, Finanzwesen und Konsumgüter oder Einzelhandel beziehen. Eine Studie des Ökonomen Ian Hathaway zeigt, dass der IT-Sektor im Jahr 2015 5,2 % des US-amerikanischen BIP ausmachte und einen massiven Zuwachs von rund 700 % seit 1980 verzeichnet hat.11

Fazit

Wir befinden uns womöglich noch in einer zu frühen Phase der Akzeptanz von Internet, mobilen Netzwerken, Robotik und Automatisierungssystemen, um die tatsächliche Wirkung dieser innovativen Technologien auf das Produktivitätswachstum in der Wirtschaft erkennen zu können. Der für technologische Produkte und Lösungen übliche Preisverfall hat in Verbindung mit der zunehmenden Bedeutung von Technologie in der Wirtschaft womöglich auch dazu beigetragen, dass einige der Produktivitätsgewinne in den letzten zwei oder drei Jahrzehnten verborgen geblieben sind. Wir sind der Ansicht, dass beide Argumente für die Erklärung des «Produktivitätsparadoxes» hilfreich sein können und nebeneinander Bestand haben. Sie schliessen einander sicherlich nicht aus.

Aufgrund des technologischen Fortschritts und der zunehmend intelligenteren und günstigeren Maschinen dürften Robotik und Automatisierungssysteme einen breiteren Einsatz finden, und das nicht nur in Fabriken, sondern auch in Haushalten, Büros, Krankenhäusern sowie in Infrastruktur- und Transportsystemen. Wir sind der Ansicht, dass diese Fortschritte in der Technologie eine neue Ära einläuten und dem Produktivitätswachstum in der Weltwirtschaft enormen Auftrieb verleihen dürften.

Credit Suisse Asset Management hat eine Strategie entwickelt, um Kunden ein «Pure Play»-Engagement in dem überzeugenden langfristigen Wachstumsthema Robotik und Automatisierung zu bieten. Weitere Informationen finden Sie hier.


1) «Growth theory – an exposition», von Robert M. Solow; Oxford University Press, 2. Ausgabe, 13. Januar 2000.
2) «My Life and Work» (1922), Autobiografie von Henry Ford unter Mitwirkung von Samuel Crowther, deutsch: Mein Leben und Werk, übersetzt von Curt und Marguerite Thesing. Paul List Verlag, Leipzig 1923.
3) «Mass flourishing», Edmund Phelps. Veröffentlicht von Princeton University Press, 2013, Seite 43.
4) Die «atmosphärische Maschine» von Newcomen selbst war an Erfindungen früherer Innovatoren wie Jerónimo de Ayanz y Beaumont (Patent für eine dampfbetriebene Wasserpumpe 1606) und Thomas Savery (Patent für eine Dampfpumpe 1698) angelehnt.
5) Das Elektrizitätswerk von Manhattan befand sich in 255–257 Pearl Street und Londons «Edison Electric Light Station» in 57 Holborn Viaduct.
6) «Why didn’t electricity immediately change manufacturing», Tim Harford, Ökonom, für den BBC World Service, August 2017.
7) «How the web was born», James Gillies und Robert Cailliau, Oxford University Press, 2000.
8) «Amazon.com is expanding beyond books», Saul Hansell in The New York Times, August 1998.
9) «Netflix’s history: from DVD rental to streaming success», Beitrag von «BBC Newsbeat», 23. Januar 2018.
10) «When will A.I. exceed human performance?», Befragung von 352 KI-Forschern (80 % aus der Wissenschaft; 20 % aus der Industrie), von Katja Grace und Kollegen am Future of Humanity Institute, Oxford University, 2017.
11) «How big is the Tech Sector», Ian Hathaway, Forschungsleiter am Center for American Entrepreneurship, 31.5.2017.

Politische Risiken und Korrelationsmuster – eine Analyse

von Christoph V. Schon, Axioma (UK) Ltd, anlässlich des 159. Hedgework im Oktober 2018.

2018 ist gekennzeichnet durch eine Wechselfolge von unterschiedlichen Risikoumfeldern, in der sich die Furcht vor Handelskriegen mit Inflationssorgen und politischer Unsicherheit in Europe abwechselt. Mit jedem dieser Regime geht ein eigenes Muster von Marktbewegungen und Multi-Assetklassen-Korrelationen einher. Christoph V. Schon analysiert die wichtigsten Treiber von Portfoliorisiken und untersucht, welche Konsequenzen sich daraus für Anlagestrategien ergeben.

Während die Korrelationsstrukturen im Jahr 2017 noch relativ stabil waren, wurden die Wechsel und Schwankungen 2018 wesentlich höherfrequent. In der sogenannten Trump-Rally bewegten sich die Märkte hauptsächlich in eine Richtung: Aktienkurse stiegen zusammen mit den Zinsen in den Vereinigten Staaten, und mit ihnen der Wert des US-Dollars gegenüber seinen Konkurrenten. Unterbrochen wurde dieses Muster nur gelegentlich durch Säbelgerassel auf der koreanischen Halbinsel, Wahlen in Euro­pa oder Bedenken über zu schwache Konsumentenpreissteigerungen.

Inflationssorgen und Zinssteigerungen: Als die Hausse im Februar ihr jähes Ende fand, waren es erneut Inflationssorgen, die als Grund für den Kurseinbruch ausgemacht wurden; diesmal allerdings in Form von zu starken Preissteigerungen. Da letztere auch zu höheren Zinsen führten, stürzten die Anleihenkurse gemeinsam mit den Aktienmärkten ab. Interessanterweise konnten wir schon im Sommer 2017 ein ähnliches Muster beobachten, jedoch mit dem Unterschied, dass seinerzeit die Preise auf Staatsanleihen stiegen – da die Inflationserwartungen zurückgingen – während sich die Aktien­indizes immer noch im Aufwärtstrend befanden.

Vom Blickwinkel der Risikostreuung ist es allerdings von Nachteil, wenn sich alle Portfoliopositionen in dieselbe Richtung bewegen – auch wenn Multi-Assetklassen-Inves­toren im Fall zu niedriger Inflation von den Kursgewinnen bei beiden Anlageformen profitieren konnten. Das umgekehrte Szenario im Februar traf jedoch alle Anleger gleichermaßen. Dies war besonders fatal für US-Investoren, da durch den steigenden Dollar ausländische Wertpapiere zusätzlich an Wert verloren. Die Erwartung höherer Konsumentenpreise steigerte die Antizipation aggressiverer Zinsanhebungen durch die US-Zentralbank, was im Gegenzug die Attraktivität der Währung erhöhte.

Die Effekte waren weniger gravierend für europäische Investoren mit US-Anlagen, da hier die Wertverluste durch die Dollaraufwertung teilweise abgefedert wurden. Dadurch ergaben sich Diversifikationsmöglichkeiten durch den Kauf von Fremdwährungspapieren. Als im Mai die Inflationssorgen erneut aufflammten, waren die Auswirkungen weniger signifikant. Zwar kam es zu erheblichen Renditeschwankungen bei Staatsanleihen, jedoch war der Trend an den europäischen Börsen immer noch leicht ansteigend, sodass die Anleger dort nicht so hart getroffen wurden wie ihre nordamerikanischen Kollegen.

Handelskrieg und geopolitisches Risiko: Das nahezu gegensätzliche Bild ergab sich, als sich das Augenmerk der Finanzmärkte auf den Handelskonflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten richtete. In einem solchen Umfeld kommt es zu einer Flucht in Qualitätstitel; das heißt, Investoren verkaufen riskante Aktien und schichten ihr Geld in sichere Staatsanleihen um, was wiederum zu guten Diversifikationsmöglichkeiten führt. Allerdings bedeutete die damit einhergehende Dollar­Abwertung auch, dass US-Titel für europäische Anleger an Wert verloren. In diesem Fall war es also besser, in der eigenen Währung zu verbleiben und zum Beispiel EU-Staatsanleihen zu halten.

Ein solches Szenario konnten wir im April beobachten, als die Trump-Administration die erste Runde von Einfuhrzöllen auf mehrere Milliarden von chinesischen Gütern bekanntgab. Dieses Zeitfenster eignete sich besonders gut als Kalibrierungsperiode für Stresstests zur Auswirkung eines eskalierenden Handelskriegs. Unsere Analyse zeigte, dass vor allem am deutschen Aktienmarkt mit einem großen Einbruch zu rechnen ist, da die lokale Wirtschaft sehr stark von der Automobil- und der Technologie­branche abhängt. Beide Industrien wären überproportional von solch einem Szenario betroffen. Defensivere Sektoren, wie Energieversorger, Basiskonsumgüter und Immobilien, zeigten hingegen wesentlich geringere Verluste.

Politisches Risiko in Europa: Italienische Papiere – sowohl Aktien als auch Renten – erwiesen sich aufgrund der großen Unsicherheit als besonders empfindlich gegenüber Marktschwankungen. Dies bestätigte ein weiterer Stresstest, in dem wir erhöhtes politisches Risiko in Europa simulierten. Den Anlass dafür bildete ein potenzielles Auseinanderbrechen der Bundesregierung – sowohl während der über fünfmonatigen Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl als auch während des Seehofer-Ultimatums vor dem EU-Gipfel Ende Juni.

Aufbauend auf der Erfahrung des britischen EU-Referendums und der dortigen Neuwahlen im Juni 2017 legten wir der Analyse eine 15-prozentige Euro-Abwertung über einen Dreimonatshorizont zugrunde. Die Bewegungen der verbleibenden Preisfaktoren schätzten wir aufgrund von Korrelationen während des französischen Präsidentschaftswahlkampfs im 2. Quartal 2017 und den drei Monaten rund um die Brexit-Abstimmung. Je nachdem welche Kalibrierungsperiode wir benutzten, ergaben sich Aktienmarktverluste zwischen -10 Prozent und -3 Prozent (Frankreich-Wahl) bzw. -29 Prozent und -17 Prozent (Brexit), wobei erneut fiskalisch schwächere Länder wie Italien und Spanien höhere Verluste hinnehmen mussten als zum Beispiel die Schweiz – sowohl bei Aktien- als auch bei Rentenpapieren. Bundesanleihen hingegen profitierten von einer Flucht in Qualitätstitel, und auch der Yen konnte seinen Status als sicherer Hafen behaupten.

In dieser Art von Szenario ergeben sich Diversifikationsmöglichkeiten sowohl durch den Kauf von hochqualitativen Staatsanleihen als auch die Streuung über sichere Fremdwährungen. Das britische Pfund sollte jedoch mit Vorsicht behandelt werden, da der Wechselkurs dort momentan sehr stark vom Stand und der Entwicklung der Brexit-Verhandlungen abhängt. Der Ölpreis wird derzeit auch vermehrt von idiosynkratischen Faktoren (OPEC, Iran-Sanktionen, etc.) getrieben und zeigt nicht mehr die stark positive Korrelation mit dem Aktienmarkt wie im ersten Quartal dieses Jahres.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass risikoarme Staatsanleihen in Zeiten der politischen Unsicherheit einen hohen Diversifikationsnutzen haben. Werden die Märkte allerdings von Inflationssorgen getrieben, müssen Anleihen aufgrund der gestiegenen Nominalzinsen genauso Verluste hinnehmen wie die Aktienmärkte. In einem solchen Fall hängt es davon ab, auf welches Land oder welche Region sich das Augenmerk richtet. Wenn Inflationserwartungen anziehen, steigt auch die Antizipation von Zinserhöhungen seitens der zuständigen Zentralbank. Dies wiederum steigert die Attraktivität der Währung.

Liegt der Fokus also wie im Moment auf Preissteigerungen in den USA, dann ist davon auszugehen, dass der Dollar tendenziell aufwerten wird, wenn Inflations- und Zinserwartungen steigen. Die Anlageentscheidung muss dann mit einbeziehen, ob eventuelle Kurzverluste in US-Papieren von Wechselkursveränderungen ausgeglichen oder sogar überkompensiert werden. Letzteres dürfte vor allem bei Anleihen und Geldmarktinstrumenten der Fall sein.

Christoph V. Schon, CFA, CIPM,

ist seit Mai 2016 als Executive Director für das Applied Research in EMEA bei Axioma in London verantwortlich. Er verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich der Portfoliorisiko- und Performanceanalyse bei verschiedenen Systemanbietern (POINT, UBS Delta) und war davor für 6 Jahre als Rentenanalyst bei der Dresdner Bank tätig. Er besitzt ein Diplom in Wirtschaftsingenieurwesen (ET) von der TU Darmstadt.

Axioma

ist ein weltweit führender Anbieter von innovativen Risiko­management- und Portfoliomanagement­lösungen für Finanzinstitute. Mit Schwerpunkten auf Innovation, Einsatz moderner Technologien und herausragendem Service bietet Axioma seinen Kunden leistungsfähigere Systeme mit mehr Flexibilität für maßgeschneiderte Lösungen. Mit Hauptsitz in New York und Niederlassungen in Europa und Asien hat Axioma eine globale Reichweite und bietet gleichzeitig lokale Unterstützung.

ESG Responsible Investments and Sustainable Finance, from Niche to Mainstream?

ESG / SRI Investments is gaining momentum during the last years. The ESG / SRI market grows at a stable pace the last years - in terms of assets under management, number of ESG relevant funds, number of Asset Owners and Asset Managers that integrate ESG factors into their investment strategies as well as the number of UN PRI Members. Moreover the mainstream global and European market leaders of the global investment industry started gradually to commit to ESG products, since they see the growing market trend in this relative new investment segment. 

ESG vs Mainstream Investing

Why should investors integrate ESG Metrics into their investment strategy and why could an ESG investment approach offer a potentially better Return on Investment (ROI)?

  • ESG market in terms of assets under management, new funds, new market players is growing during the last years and there is an ongoing positive trend
  • ESG funds perform generally well and, in some cases, outperform in comparison to mainstream funds
  • The policy at EU level (Sustainable Finance Legislative Package) but also at the national level (initiatives in France, Netherlands, Luxemburg, Germany etc.) support Sustainable Finance and ESG Investments as a topic, encouraging a sustainable way of investing. The national Financial Supervisory Authorities in various EU member states started already survey investors, insurance firms and asset managers on ESG investing.
  • ESG metrics provide the possibility to identify gaps in corporate governance, potential regulatory (also litigation), reputation, environmental, social, operational, market, sectoral and other risks, as well as vulnerabilities in companies that financial KPIs do not show
  • ESG criteria provide the chance to evaluate and analyse the non-financial KPIs and how sophisticated the company’s strategy is
  • ESG is more suitable for mid-term and long-term strategy

After the positive signal of the Paris Agreement on Climate Change by a vast majority of states and despite the negative signals on the topic by the Trump Administration, the policy side, especially in the EU, is willing to support and boost the topic of sustainable finance and responsible investments by proposing new regulation. The EU can be proud that it is ahead of the USA regarding the topic and far ahead of Asia. But how will the new EU Sustainable Finance Initiative, and the relevant proposed legislative sustainable finance package proposed by the European Commission, impact the investment industry? Is the new proposed EU regulatory framework enough to boost the ESG investment market or do we need more than that? 

In May 2018 the Commission presented a package of measures as a follow-up to its action plan on financing sustainable growth. The package includes three proposals aimed at:

  • A unified EU classification system (taxonomy) of ESG relevant investors, asset managers and funds establishing an EU-wide classification system of sustainable economic activities and setting the basis for the establishment of common standards. 
  • Investors and asset managers’ duties and disclosures. The proposed regulation will introduce consistency and clarity on how institutional investors integrate environmental, social and governance (ESG) factors in their risk processes, how their investments relate to ESG factors and targets, and explain how they comply with these. 
  • Introducing carbon footprint for investors and asset managers creating a new category of benchmarks which will help investors compare the carbon footprint of their investments.
  • Inform and advise better clients (esp. individuals) about ESG factors regarding investment process and decision. The aim is to amend Delegated Acts under the Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II) and the Insurance Distribution Directive.

The European Parliament and Council will review the proposals before the final texts are agreed upon, which is expected in early 2019. Member states then have two-years to implement the proposed legislation.

The Gap in ESG

In this growing market, ESG is not yet regulated and there are no commonly recognized international standards about which funds and products can be considered as 'ESG relevant', which asset management firms can be considered 'ESG asset managers', and which persons at the asset management firms can be considered to have the expertise to be called 'ESG portfolio and fund managers'. It is thus relatively easy at the moment to name a fund ESG. Therefore, at the moment, there is a gap and a risk in the ESG industry, that should be mitigated and solved as soon as possible.

The membership of an investor or asset manager at the United Nations Principles for Responsible Investment Initiative (UN PRI) is the minimum but cannot be considered anymore as enough condition an Investor or Asset Manager to be called ESG relevant. There is a need for regulation and adoption of common international standards. The proposed EU legal framework on sustainable finance is contributing to that direction but it will take time, it will be valid only in EU, and it does not solve the problem of necessary standardisation of the industry. It must also be discussed and clarified which of the existing and applied ESG investment strategies (exclusion, inclusion, best in class, norms-based screening, ESG integration, sustainability-themed investing, corporate engagement/shareholder activism, impact investing) are accepted and recognised as equally ESG relevant. Not all are equally complex, not all apply the same criteria and processes, and not all lead to the same results. For example, a fund that integrates only the governance factor in its investment strategy or just excludes (exclusion investment strategy) a few sectors (e.g. defence, gaming industries) from its investment universe is not at the same level as a fund that strictly integrates all three ESG factors in its investment strategy. At the moment, though, both are considered equally ESG funds.

The policy initiatives at EU level (recent proposed packaged on sustainable finance) or national level in various EU member states support Sustainable Finance & ESG Investments. The good performance of quite a few ESG funds the last years, as well as the economic changes and trends in the real economy in various sectors regarding the three elements of ESG (Environment, Social, Governance) confirm positive signals and provide good cases, which could potentially contribute to a shift to a more ESG Investment Philosophy:
The transition to the use of more clean energy and less fossil fuels, the gradual growth of sharing mobility and electric mobility (electric cards, electric bikes), the adoption of the concept of smart cities by more and more cities, the digitalization of the state, the cities and the corporate world, the shareholders positive activism is adopted more and more, and also the gradual understanding by the corporations, investors and banks that a transparent and well-functioning corporate governance scheme is important for the minimization of the risks, performance and growth. The same is valid for the gender diversity allowing the company to be a good workplace for its employees and all its stakeholders. The firm is considered part of the society and should think not only of the shareholder value but of the stakeholder value.

The ESG Investment market is still a niche with a positive trend to become potentially and gradually a more mainstream segment - under the conditions of appropriate regulation and adoption of well-defined common international standards on which funds can be considered as ESG relevant, in order to avoid the potential risk of a new ESG this time market “bubble”.


References:

by Yannis Salavopoulos, Managing Director, Global Sustain GmbH, Group Head. Int. Affairs, ESG/SRI Market Intelligence Experts, Guest Lecturer, SRH Berlin Int. Management University.

Global Sustain Group / Global Sustain GmbH is organising for 3rdconsecutive year in cooperation with Forum for Responsible Investment (FNG – the leading Association for ESG Investments in Germany, Austria, Switzerland & Lichtenstein), Investment Bank Berlin (IBB) and International Bankers Forum (IBF) the 3rd ESG Responsible Investments, Green Finance & Brands Forum 2018 in Berlin on 26.9.2018 with the motto this year “ESG, from Niche to Mainstream?”.

Blockchainprojekte stützen Nachfrage nach Kryptoassets

In der öffentlichen Wahrnehmung zeigt sich gerade eine bemerkenswerte Diskrepanz: Die meisten Blockchain-Projekte in Branchen wie Logistik, Energie, Mobilität und Finanzen werden positiv beurteilt. Blockchain ist eine Schlüsseltechnologie, die Unternehmen helfen kann, bestehende Prozesse zu optimieren oder ganz neue Geschäftsmodelle zu entwickeln – diese Erkenntnis hat sich im öffentlichen Diskurs mittlerweile durchgesetzt. Die Coins oder Tokens, die auf der Blockchain-Technologie basieren, werden dagegen deutlich kritischer gesehen und mitunter als reine Spekulationsobjekte bezeichnet. Diese Gegenüberstellung ist unserer Ansicht irreführend, denn sie verkennt den Zusammenhang zwischen Blockchain und kryptographisch abgesicherten Tokens.

Zur Erläuterung: Basis jeder Blockchain ist zunächst eine Datenbank, von der zahlreiche Kopien auf verschiedenen Speicherorten, also dezentral, gespeichert sind. Wenn in solch einem dezentralen System Werte abgebildet werden sollen – und genau darum geht es in einer Blockchain – dann stellt sich die Frage, wer für die Richtigkeit dieser Werte einsteht. Ihre wahre Kraft entfalten Blockchains erst dann, wenn dies tatsächlich dezentral geschieht – nicht durch eine Partei, sondern durch in die Funktionsweise des Netzwerkes integrierte Mechanismen. Und genau hier kommen die Tokens ins Spiel: Diese dienen unter anderem dazu, die Betreiber des Netzwerks, die dessen Sicherheit gewährleisten, zu entlohnen. Etwas verkürzt könnte man sagen: Erst durch die Tokens wird eine Blockchain wirklich nützlich. 

Bei der Ausgestaltung der Tokens gibt es die unterschiedlichsten Varianten. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Handelbarkeit. Als echte digitale Assets können diese ge- und verkauft werden; wer also eine bestimmte Blockchain-Anwendung nutzen möchte, kauft sich im Regelfall die entsprechenden Tokens – da diese den Zugang zu den Diensten der Blockchain gewähren. Und genau das passiert bereits: Viele etablierte Konzerne erwerben Tokens. Nicht als Spekulationsobjekt, sondern um den Zugang zu den Diensten der jeweiligen Blockchain zu erhalten. Teilweise werden die Tokens bereits eingesetzt, oder deren Einsatz ist geplant. 

Für Investoren ist das eine wichtige Information: Die Verwendung der Tokens wird die Nachfrage nach einzelnen Coins oder Tokens erhöhen, nach den Gesetzen des Marktes wirkt sich eine Steigerung der Nachfrage positiv auf den Kursverlauf aus. Und auch wenn die Preise der Kryptoassets noch starken spekulativen Schwankungen unterliegen, ist es wichtig, die fundamentale Entwicklung im Blick zu behalten.

Im Folgenden skizzieren wir drei aktuelle Anwendungen:

  • Im Juli 2018 haben Volkswagen und Bosch bekanntgegeben, an einer Lösung auf Basis von IOTA zu arbeiten. Hier geht es darum, Transaktionen zu steuern und zu dokumentieren, die von autonom fahrenden Autos und anderen beteiligten Partnern ausgelöst werden könnten: zum Beispiel die Bezahlung für die Aufladung der Batterien, die Parkplatzgebühr, die Miete für das Fahrzeug. IOTA basiert zwar auf einem anderen technischen Prinzip als die bekannten Kryptoassets wie Bitcoin; die dahinterliegende Funktionsweise ist aber gleich. (IOTA Marktkapitalisierung:1,6 Mrd USD) 
    Fazit Postera: IOTA ist ein interessantes Kryptoasset, nicht nur wegen der technischen Besonderheiten, sondern insbesondere wegen des klaren Nutzungs-Szenarios: Im Vordergrund stehen Anwendungen im „Internet of Things“ – daher das Interesse großer Konzerne.
  • XRP ist ein Coin der Firma Ripple Corp., der für etablierte Finanzkonzerne entwickelt wurde. Mehr als 100 Finanzinstitute weltweit sind an XRP-Projekten beteiligt, deren Hauptziel länderübergreifende Transaktionen in Echtzeit sind. Somit greift Ripple und die XRP-Technologie den Markt von Swift an. Nach Angaben von Marjan Delatinne, Global Head of Banking bei Ripple, erzielt Ripple einen Effizienzgewinn von mehr als 70 Prozent bei Banken im Vergleich zu herkömmlichen internationalen Überweisungen. Aus Deutschland ist die DZ Bank mit der Tochter Reisebank beteiligt. Andere Banken sind Santander oder Standard Chartered (XRP  Marktkapitalisierung: 10,9 Mrd USD
    Fazit Postera: XRP ist einer der Coins mit der längsten Historie für Anwendungen bei großen (Finanz-)Konzernen. Bei der Analyse ist zwar Vorsicht geboten, da nur ein kleiner Teil der Banken, die mit Ripple zusammenarbeiten, tatsächlich den XRP-Coin nutzt. Trotzdem kann XRP eine gute Ergänzung in Kryptoasset-Portfolien sein. 
  • Der Technologiekonzern IBM arbeitet an einem Projekt basierend auf der Stellar-Blockchain. Das Fintech-Unternehmen Veridium erstellt umweltbezogene Coins, um den Handel mit Emissionszertifikaten mithilfe der Blockchain-Technologie zu erleichtern. Veridium stellt die Strukturen, Stellar fungiert als digitale Datenbank für die Transaktionen, und IBM wird die Grundlagen der Handelsaktivitäten, des Kaufens, des Verkaufs und des Verwaltens der Token übernehmen. Durch die Integration des gesamten Prozesses der Kohlenstoffbilanzierung und -verrechnung in ein digitales Token, das auf einem öffentlichen, genehmigten Blockchain-Netzwerk läuft, können die Umweltauswirkungen gemessen, Eigentumsrechte übertragen und die zugrundeliegende CO2-Kompensation effizienter gestaltet werden. (Stellar   Marktkapitalisierung: 3,7 Mrd USD)
    Fazit Postera: In der Medienberichterstattung geht Stellar gegenüber Größen wie Ripple oder IOTA oft etwas unter, möglicherweise zu Unrecht, denn es besitzt eine Historie spannender Anwendungsfälle und Industriepartnerschaften.

Erfolgreiche Anwendungen als wichtiger Teil der Analyse

Nach Überzeugung von Postera Capital ist die Analyse dieser oder ähnlicher Anwendungsfälle ein wesentlicher Bestandteil, um die Attraktivität eines Assets für ein Investment beurteilen zu können. Denn eine auf realwirtschaftlichen Prozessen steigende Nachfrage wird langfristig zu einer positiven Kursentwicklung führen. Die unterschiedliche Nutzung von Coins und Tokens in verschiedenen Anwendungen ist auch ein Grund, weshalb nicht von der Entwicklung „des“ Kryptoasset-Marktes gesprochen werden kann. Die Wertentwicklungen einzelner Kryptoassets unterliegen sehr unterschiedlichen Faktoren. Daher lässt sich durch aktives Management die Volatilität in einem Kryptoassets-Portfolio deutlich senken. Durch eine intelligente Zusammenstellung von Portfolios können Investoren diesen Effekt für sich nutzen. 

Über Postera Capital

Die Postera Capital GmbH ist eine Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, die auf die Analyse von Investmentmöglichkeiten auf Basis der Blockchain-Technologie spezialisiert ist. Dazu gehören insbesondere Kryptoassets. Der Fokus liegt auf der gesamtheitlichen Analyse und Bewertung sowie der Entwicklung von Anlagestrategien. Postera Capital stellt Partnern das entsprechende Know-How zur Verfügung und eröffnet diesen damit einen einfachen Zugang in diese Assetklasse. Dabei liegt der Fokus darauf, diese Investments professionellen Investoren mit entsprechenden Ansprüchen an Qualität, Liquidität und regulatorische Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Das Postera-Team verfügt über langjährige Erfahrung in den für die Analyse und Bewertung von Kryptoassets und Blockchain-Projekten relevanten Bereichen. Darüber hinaus arbeitet Postera mit einem Netzwerk von Spezialisten in den Bereichen Kryptoassets, Regulierung und Asset Management zusammen. 

Über Postera Fund - Crypto I

Postera Fund - Crypto I ist der erste nach den Vorgaben der europäischen AIFM-Richtlinie regulierte Fonds, der in ein aktiv gemanagtes Portfolio an Kryptoassets investiert. Er ermöglicht es Investoren, in Blockchain als eine bahnbrechende Zukunftstechnologie und die darauf aufbauenden Geschäftsmodelle zu investieren. Kryptoassets stellen eine neue Assetklasse dar, die für professionelle Investoren aufgrund ihres Risiko-Rendite-Profils und ihrer Liquidität sehr attraktiv sein kann. Da Kryptoassets mit anderen Assetklassen niedrig korrelieren, eignen sie sich zudem ideal als Beimischung. 

Filtern oder Engagieren – ESG und Impact Investing

Investitionen in nachhaltige Anlagen können die Portfolio-Diversifikation unterstützen und gleichzeitig dazu beitragen, soziale, ökonomische und ökologische Ziele zu realisieren. Klar definierte Standards helfen Anlegern, gezielt Investmententscheidungen zu treffen und schaffen zudem die zunehmend von Anlegern geforderte Transparenz.

„Anleger, die sich für nachhaltige Anlagestrategien interessieren, sehen sich mit einem dynamischen Angebot und einer Vielzahl von Begriffen konfrontiert.“, sagt Philipp Müller, Head of Investment Solutions bei BlueOrchard.

„Der anhaltende Vermögensfluss zu nachhaltigen Anlagen treibt die Verbreitung neuer Produkte und den Wettbewerb voran. Auch die verstärkte Aufmerksamkeit der Politik und die Entwicklung von Industriestandards haben unseres Erachtens die Branche beflügelt. Gemäß jüngsten Schätzungen sind nachhaltige Vermögenswerte in der Schweiz auf mehr als CHF 390 Milliarden angewachsen.1 Als Haupttreiber für diesen Zufluss sehen wir vordergründig die Nachfrage von Investoren – insbesondere der Vermögenstransfer an eine Generation, deren Anlageziele über den rein finanziellen Ertrag hinausgehen.

Um dieser Zielgruppe gerecht zu werden, wurde dem Prädikat „nachhaltig“ bislang viel zugemutet, oftmals wurden unseres Erachtens bewusst Begriffe vermischt. Hinter den zehn größten Beteiligungen klingender Fondsnamen wie „Emerging Markets ESG Leaders“ zu „Sustainable Impact Equities“ und „Zero Carbon“ fanden sich oftmals Titel wie Apple, Tencent, Procter & Gamble sowie Lukoil.

Derzeit sehen wir aber, dass die Branche dieser Verwässerung und Grünfärberei gezielt entgegenwirkt; und zwar im eigenen Interesse: Denn Transparenz, klare Begriffe und allgemein anerkannte Standards werden von Anlegern begrüßt und können Investitionsbarrieren reduzieren. Mittlerweile liegen hierzu klare Richtlinien vor, und die vormals geäußerte Kritik, dass es im Bereich der nachhaltigen Anlagen keine Standards gibt, ist unserer Meinung nach inzwischen hinfällig.

Zusätzlich ist für Anleger die Unterscheidung zwischen ESG und Impact Investing relevant: ESG-Integration bezieht sich auf die Einbeziehung von „ESG“ (kurz für „Environmental, Social and Governance“)-Faktoren in die Investmentanalyse traditioneller Anlagen, meist durch das Filtern unerwünschter Titel. Impact Investing zielt darauf ab, mit aktivem Engagement eine positive Veränderung zu erwirken. Dies durch Investitionen in Projekte und Unternehmen, die zusätzlich zur finanziellen Rendite positive soziale oder ökologische Wirkung erzielen können.

ESG-Anlagen und Impact Investments sind beide Teil des nachhaltigen Anlageuniversums und werden oft ähnlich vermarktet, funktionieren aber gänzlich unterschiedlich:

  • Die Abkürzung ESG steht für „Environmental, Social and Governance“ und bezieht sich auf das Einbeziehen der drei zentralen Faktoren Umwelt-, Sozial- und Governance (gute Unternehmensführung) in die Investmentanalyse traditioneller Anlagen. Weit verbreitet ist der Ausschlussansatz (negativer Filter) nach dem Branchen, Geschäftstätigkeiten oder Produkten aus einem Anlageportfolio aufgrund bestimmter Werte und Prinzipien ausgeschlossen werden (z.B. Ausschluss von Glücksspiel, Waffen, Tabak). Ebenfalls findet der „Best-in-Class“ Ansatz eine breite Anwendung, bei dem Unternehmen mit besseren ESG-Profilen im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche bevorzugt ausgewählt werden.
  • Impact Investing umfasst Investitionen in Firmen, Organisationen, Projekte und Fonds, welche die Absicht verfolgen, neben einer finanziellen Rendite auch eine positive soziale und ökologische Wirkung zu erzielen. Beispiele sind die Finanzierung von Unternehmen und nachhaltiger Landwirtschaft, Bildungsinstituten, Wasserversorgung und Kliniken oder der Produktion erneuerbarer Energien. Mit Investitionen in diese Projekte wird das Unternehmertum angekurbelt, es werden Arbeitsplätze geschaffen und die lokale Wirtschaft gefördert. Das Engagement reicht oft weit über eine rein finanzielle Unterstützung hinaus und wird zusätzlich mit technischer Beratung unterstützt. Die Inhalte sind unterschiedlich, die Anlagen werden jedoch immer unter der Prämisse getätigt, dass nichtfinanzielle Ziele im Einklang mit Marktrenditen sind. Damit unterscheidet sich Impact Investing von Zuwendungen oder der Entwicklungshilfe.

Als Zielvereinbarung für nachhaltiges Anlegen haben sich die im Jahr 2016 definierten 17 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals, SDGs) etabliert. Das Erreichen der SDGs wird wahrscheinlich zwischen 5 und 7 Billionen US-Dollar erfordern, wobei die Investitionslücke in Schwellen- und Grenzländern geschätzte 2.5 Billionen US-Dollar jährlich beträgt.2 Das Potenzial diese Finanzierungslücke zu schließen ist enorm, insbesondere bei Impact Investments in Schwellenländern, wobei zu marktgängigen Renditen in einer zielgerichteten und mit den SDG konformen Form investiert wird. Die jeweiligen Investments korrelieren wenig oder negativ mit konventionellen Anlageklassen und unterstützen damit die Diversifikation von Portfolios. Somit erstaunt wenig, dass sich Impact Investing in den letzten zehn Jahren von einem neuartigen Anlagekonzept zu einem umfangreichen und dynamischen Anlageuniversum gewandelt hat. Laut dem durch die UN unterstützten Verband PRI wurden im Jahr 2016 weltweit 1.3 Billionen US-Dollar für Impact-Investitionen bereitgestellt.3

Die steigende Nachfrage nach Impact Investments hat neue Geschäftsmöglichkeiten für Vermögensverwalter und Dienstleister eröffnet. Dies kann dazu verleiten, eine weitreichende Interpretation der SDGs in Marketingmaterialien für bestehende Produkte zu übernehmen. Diesen Versuchen, bestehende Produkte als Impact Investments und SDG-Anlagen zu kennzeichnen, wirken Standards wie etwa die Market Map des UN PRI entgegen. Die Market Map wurde aus einer Vielzahl von Studien und Benchmarks erstellt und bietet eine gemeinsame Definition thematischer Investitionen (z.B. Wasser, saubere Energie, Bildung) sowie grundlegende Kriterien, die helfen, Anlagen im Einklang mit der gegebenen SDG-Definition zu identifizieren. Ebenfalls stellen Organisationen wie die Social Performance Taskforce (SPTF) standardisierte Richtlinien und Leistungskennzahlen zur Messung der gewünschten sozialen, ökologischen und finanziellen Wirkung zur Verfügung.

Mit der Market Map und weiteren Standards bestehen somit klare Richtlinien für die Auswahl der Investments, die wirklich zu den SDGs beitragen und als Impact Investments bezeichnet werden können. Investitionsbarrieren für Impact Investments sind weitgehend ausgeräumt und das vielseitige Anlageuniversum umfasst liquide Fonds in den Bereichen Mikrofinanz, Sustainable Bonds und Green Bonds, die vermehrt auch für Privatanleger zugänglich sind. Dazu kommen Anlagen, die meist von institutionellen Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen bevorzugt werden, beispielsweise langfristige Investitionen in erneuerbare Infrastrukturanlagen und Private Equity-Anlagen mit klaren Vorgaben zur positiven sozialen oder ökologischen Wirkung.

Der Anlageerfolg ist aus unserer Sicht jedoch von einer Reihe lokaler Einflussfaktoren sowie regulatorischen und politischen Gegebenheiten und Veränderungen abhängig. Dies kann insbesondere bei Investitionen in Schwellen- und Entwicklungsländern eine Herausforderung darstellen. Anleger sollten sich daher auf erfahrene Partner mit lokaler Präsenz verlassen.“


1) Swiss Sustainable Investment Market Study 2018, 2018. [http://www.sustainablefinance.ch/en/swiss- sustainable-investment-market-study-2018-_content---1--3037--15964.html]
2) OECD (2016), Development Co-operation Report 2016.
3) Investors and the Sustainable Development Goals, 2017. [https://www.unpri.org/sdgs/investors-and-the- sustainable-development-goals/304.article]

„Genuine Global Macro“



Global-Macro-Strategien als aktive Anlagestrategie in den wichtigsten liquiden Assetklassen zählen zu den Kernbausteinen in vielen institutionellen Portfolios. Dr. Andreas Sauer von ansa capital management ist überzeugt, dass eine „echte“ Global-Macro-Strategie bei der systematischen Analyse makroökonomischer Entwicklungen ansetzen muss. 

Global-Macro-Strategien gehören zu den ältesten Hedgefondsstrategien, vielleicht sogar zu den ältesten aktiven Investmentstrategien überhaupt. Der Indexanbieter HFR definiert Manager in diesem Segment als „Investment Managers which trade a broad range of strategies in which the investment process is predicated on movements in underlying economic variables and the impact these have on equity, fixed income, hard currency and commodity markets.”

CHARAKTERISTISCHE MERKMALE für Global-Macro-Strategien sind üblicherweise:

  • Dimension: Long/Short Multi-Asset Strategien in den großen liquiden Asset-Klassen
  • Geographie: Globaler Scope
  • Prozess: Top-Down, d.h. aktive Entscheidungen auf der Ebene der Asset-Klassen, keine Einzeltitelselektion
  • Risikomanagement: aktives Risikomanagement mit dem Ziel, asymmetrische Performanceprofile zu erzeugen 

Dabei existiert eine großes Bandbreite unterschiedlicher Investmentprozesse: diskretionär vs. systematisch, fundamental vs. technisch, trend following vs. relative value. Sie alle eint die fundamentale Überzeugung, dass die (erwartete) Performance von Assetklassen bzw. deren Risikoprämien im Zeitablauf von den ökonomischen Bedingungen und Erwartungen abhängt. Sie eint auch das Ziel, durch aktives Management in Verbindung mit einem überlegenen Risikomanagement attraktive Risiko-Return-Profile zu erzeugen. Im Grunde genommen ist es die Urform des aktiven Portfoliomanagements auf Assetklassenebene frei von einer Benchmark. 

EINE „ECHTE“ GLOBAL-MACRO-STRATEGIE muss bei der Analyse makroökonomischer Entwicklungen ansetzen. Ausgangspunkt des Investmentprozesses im Hause ansa sind umfangreiche Research-Ergebnisse, wonach es einen erfassbaren Wirkungszusammenhang zwischen ökonomischen Wirklichkeiten und Kapitalmärkten gibt. Einfach gesagt: Aktien steigen nicht in einer Rezession und Zinsen fallen nicht bei hoher Inflation!

Die heutige ökonomische Situation und die Erwartung der Anleger darüber bestimmen maßgelblich die Entwicklung an den Kapitalmärkten. Dabei sind vor allem zwei Dimensionen entscheidend: Die realwirtschaftliche und die monetäre (inflationsrelevante) Entwicklung. Wir glauben nicht, dass ökonomische Entwicklungen mit hinreichender Präzision prognostiziert werden können. Dagegen zeigt sich, dass die Reaktion der Märkte auf ökonomische Entwicklungen sehr gut und persistent prognostizierbar ist. Unsere Strategie zielt daher darauf ab, die aktuelle ökonomische Situation in den beiden genannten Dimensionen mit maximaler Präzision und Aktualität zu messen und unsere Global-Macro-Strategie in den wichtigsten liquiden Assetklassen jederzeit daran anzupassen.

Grundlage sind eigens entwickelte, tagesaktuelle Macro-Indizes für die großen Wirtschaftsregionen. Zu deren Berechnung aggregieren wir veröffentlichte realwirtschaftliche und monetäre Makrodaten zunächst zu Sub-Indizes, die dann wiederum zu zwei Haupt-Indizes zusammengefasst werden. Sie erlauben uns, die realwirtschaftliche und monetäre Situation und deren Veränderung jederzeit genau zu messen und daraus die richtige Allokation abzuleiten. Dies nennen wir „Macro- Sensitive-Investing“. 

REGIMEBASIERTER ANSATZ: Makroökonomische Bedingungen ändern sich außerhalb von Krisensituation wie z.B. 2008 nicht schlagartig – sondern langsam und graduell. Schon immer spricht man von und denkt in Konjunkturphasen und geldpolitischen Regimen. Wir nutzen diese Erkenntnis, um aus unseren Macro-Indizes ökonomische Regime abzuleiten.

Auf der realwirtschaftlichen Seite unterscheiden wir vier Regime, die wir zur einfachen Visualisierung mit einer Jahreszeitensymbolik benennen. Dabei charakterisieren wir „Sommer“ als eine Phase positiver und sich weiter verbessernder realwirtschaftlicher Situationen. „Winter“ entsprechend als eine Phase negativer und sich weiter verschlechternder Situationen. „Herbst“ und „Frühling“ bezeichnen Übergangsphasen.

Beispielhaft zeigt nachfolgende Graphik die Entwicklung unseres globalen real- wirtschaftlichen Index seit Ende 2015. Fast wie im Lehrbuch ist zu erkennen, wie sich die schlechte globale Konjunkturlage Ende 2015 über das Jahr 2016 in die „hochsommerliche“ Konjunkturlage 2017 hineinentwickelte. Deutlich ist auch die Abschwächung seit dem 2. Quartal 2018 zu sehen und typisch auch die graduelle Änderung der Indizes, die auf einen autokorrelierten Nachrichtenfluss bei Macro-Daten hinweist und den oben beschriebenen Regimegedanken stützt.

GRUNDLAGE DER PORTFOLIOSTEUERUNG ist die Analyse des Performance- und Risikoverhaltens von Assetklassen in ökonomischen Regimen. Dabei zeigt sich, dass Assetklassen über alle Regionen hinweg ein sehr persistentes Verhalten aufweisen. Beispielweise erzielte der S&P 500 seit 1979 im „Sommer“-Regime eine annualisierte Performance von +7%, während er im „Winter“ mit durchschnittlich -6% deutlich verlor; der MSCI Emerging Market Index gewann seit 2000 in „Sommer“-Monaten +26% und verlor in „Winter“-Monaten -5%.

Die aktive Portfoliosteuerung richtet sich zunächst in zwei Dimensionen danach aus: Das aktuelle ökonomische Gesamtregime bestimmt die Zielvolatilität sowie die Risikoverteilung auf Assetklassen-Ebene. Abstrahiert man von Details folgt dieser Schritt einer intuitiven und eleganten Logik: Bei sonst gleichen Umständen akzeptieren wir in einem guten ökonomischen Regime ein höheres Gesamtrisiko und eine höhere Allokation in Aktien als in einem vergleichsweise schlechten Makro-Umfeld.

In einer Long/Short-Variante der Strategie werden entsprechend Long- und Short- Positionen aus dem Regime abgeleitet. Die Volatilitätssteuerung wird auch auf der zweiten Ebene angewendet. Der Gesamtrisikobeitrag einer Assetklasse wird nach dem regionalen Makroregime in Verbindung mit einem Value-, Momentum- und Carry-Signal auf die Regionen aufgeteilt. Im Ergebnis erreichen wir eine sehr aktive Volatilitätssteuerung, die sich deutlich von risikoparitätischen Ansätzen unterscheidet.

WICHTIG IST UNS, dass das aktuelle Strategierisiko eine aktiv gesteuerte Größe ist, die nicht „zufällig“ mit Allokationsentscheidungen oder Veränderungen in der Marktvolatilität schwankt. Die finalen Portfoliogewichte ergeben sich schließlich aus einer Portfoliooptimierung, deren Inputgröße ein Vektor mit Zielrisikobeiträgen für jedes Asset ist.

Aus unserer Sicht liegen die Vorteile eines regimebasierten Macro-Ansatzes auf der Hand: Die Strategie wird robust, ist weniger anfällig für modellbezogene Schätzfehler und erlaubt jederzeit, die aktuelle Positionierung transparent nachzuvollziehen.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf hedgework.de als Beitrag zur Präsentation von Dr. Sauer auf dem 158. Hedgework im September 2018.

Dr. Andreas Sauer

führt seit 2014 erfolgreich seine eigene Investmentboutique ansa capital management. Seine Global-Macro-Strategie richtet er mit wissenschaftlicher Methodik aktiv an ökonomischen Wirklichkeiten aus. Er nennt dies „Macro Sensitive Investing“.
Zuvor war er Gründungspartner, CEO und CIO der heutigen Quoniam Asset Management.

ansa capital management

ist eine eigentümergeführte, eigeninvestierte und unabhängige Investmentboutique. Das Handeln gründet auf einem festen Fundament: Mehr als zwei Jahrzehnte Wissen und Erfahrung in der Anwendung quantitativer Methoden sowie dem Aufbau und Management einer der erfolgreichsten globalen Investmentboutiquen in Deutschland.
Antrieb des Managements ist die Überzeugung, dass sich die Performance von Assetklassen auf Dauer den ökonomischen Wirklichkeiten nicht entziehen kann. Deshalb wird die Wirkungskette von der Makroökonomie zu den Kapitalmärkten für einzelne globale Wirtschaftsregionen erforscht und die aktuelle monetäre und realwirtschaftliche Situation erfasst, woraus Anlageentscheidungen abgeleitet werden. Damit ist das „Macro Sensitive Investing“ auf ein einziges Ziel gerichtet: In jedem makroökonomischen Umfeld eine positive Performance zu erzielen.

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Dr. Andreas Sauer
Tel.: +49 6251 85693-0 
E-Mail: info@ansa.de
Internet: www.ansa.de

Dürre treibt den Weizenpreis hoch

von Aneeka Gupta, Associate Director - Equity & Commodities Strategist bei WisdomTree.

Weizen war in diesem Jahr mit einem Plus von 32,8 % bis zum 9. August 2018 das bislang erfolgreichste Rohstoffprodukt. Der Aufwärtstrend wurde durch ungünstige Witterungsbedingungen in bedeutenden Weizenanbaugebieten unterstützt. In den USA, Europa und Australien herrschen in den letzten Monaten immer trockenere und wärmere Bedingungen für die Weizenernte. Nach der Einstufung als Absatzmarkt mit ausreichendem Angebot haben sich die Aussichten für die Weizenmärkte in diesem Jahr dramatisch gewandelt. Die weltweite Weizenproduktion wird voraussichtlich zum ersten Mal seit sechs Jahren zurückgehen. Was im Jahr 2018 als Sorge um die US-Winterweizenproduktion begann, entwickelte sich aufgrund der außergewöhnlich warmen Witterung zu einer tieferen Sorge um die Produktion aus der EU, Russland und Australien. In den jüngsten Monatsprognosen des US-Landwirtschaftsministeriums vom 10. August 2018 wurden die weltweiten Weizenlieferungen in diesem Monat um 7,1 Mio. Tonnen reduziert, was vor allem auf die geringere EU-Produktion zurückzuführen ist. 

Source: USDA, Bloomberg, WisdomTree

Die anhaltende Dürre in Deutschland hat die Deutsche Landwirtschaftsgenossenschaft DRV veranlasst, ihre Prognose für die deutsche Getreideernte auf 36,3 Mio. Tonnen nach unten zu korrigieren und damit den niedrigsten Stand seit 1994 zu erreichen. Laut DRV soll die Ernte um 20 % unter dem Vorjahreswert und damit um fast 25 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Binnennachfrage zum ersten Mal seit langem nicht mehr gedeckt wird. Auf der anderen Seite wird die russische Weizenproduktion laut US-Wirtschaftsministerium voraussichtlich um 1 Mio. Tonnen steigen, da die Bedingungen für Frühjahrsweizen weiterhin günstig sind. Es wird erwartet, dass Russland das zweite Jahr in Folge der weltweit führende Weizenexporteur bleibt. Das US-Außenministerium geht davon aus, dass der Welthandel 2018/19 vor allem aufgrund der geringeren EU-Ausfuhren, die um 4,5 Mio. Tonnen zurückgegangen sind und damit den niedrigsten Stand seit sechs Jahren erreichen, niedriger ausfallen wird.  

Die Aussichten für 2018/19 von US-Weizen von der USDA für diesen Monat sind dagegen auf niedrigere Lieferungen, einen höheren Verbrauch und geringere Lagerbestände beschränkt. Aufgrund der Reduzierung der Winterweizen- und Hartweizenproduktion, wie im Augustbericht der NASS angegeben, wird die Weizenproduktion in den USA voraussichtlich um 4 Mio. Bushel auf 1,87 Mrd. abnehmen. Der prognostizierte Nahrungsmittelverbrauch wurde um 5 Mio. Bushel auf 970 Mio. erhöht, der höchste Wert seit Beginn der Berichtsperiode. Australien hat den wärmsten Winter seit mehr als 100 Jahren erlebt, ganz zu schweigen vom trockensten. Der östliche Teil Australiens leidet unter anhaltenden Dürren, die den Getreideanbau beeinträchtigt haben. Die Erwartungen für die nächste Weizenernte sind düster, mit Prognosen von bis zu 13 Mio. Tonnen, die weit unter der enttäuschenden letzten Ernte von 21,2 Mio. Tonnen liegen. Dies dürfte die globale Produktion in der Saison 2018/19, die bereits von USDA herabgestuft wurde, weiter dämpfen. 

Kanada ist eine Ausnahme unter den Ländern, die eine geringere Weizenproduktion voraussagen, da es für 2018/19 einen zunehmend engeren globalen Weizenmarkt erwartet. Hinzu kommt, dass das USDA einen Anstieg der kanadischen Weizenproduktion um 7% auf 31,15 Mio. Tonnen prognostiziert. Außerdem wird aufgrund der anhaltenden diplomatischen Konflikte zwischen Kanada und Saudi-Arabien in der Frage der Menschenrechte ein wichtiger Verbraucher wahrscheinlich nicht in den Genuss kanadischer Weizenausfuhren kommen. Dies wurde bestätigt, nachdem die saudische Getreideorganisation (SAGO) den Exporteuren mitgeteilt hatte, dass Saudi-Arabien Kanada bei der Ausschreibung von Weizen- und Gerstenlieferungen nicht mehr berücksichtigen wird. Dies könnte anderen Anbietern wie den USA, der EU und Russland in Form einer höheren Nachfrage aus Saudi-Arabien zugutekommen und damit ihre Preise erhöhen. Im vergangenen Jahr waren Litauen, Lettland und Deutschland die drei wichtigsten Weizen exportierenden Länder in Saudi-Arabien. 

Market share of global exporting suppliers to Saudi Arabia 

 Source: Global Trade Atlas, Foreign Agricultural Service, WisdomTree, data available as of close 09 August 2018

Nicht die Glaskugel, sondern der Algorithmus entscheidet

von Fabian Dori, Egon Rütsche PhD, und Urs Schubiger, Quantitative Strategists bei Aquila Systematic Trading Group.

Attraktive und in praktisch jedem Marktumfeld stabile Renditen, gepaart mit niedriger Volatilität, geringen Korrelationen mit anderen Anlageklassen und einer kontrollierten Gefahr von Rücksetzern: quantitative Multi-Asset-Strategien stellen höchste Ansprüche an ihre Performance. Das Marktumfeld zu Beginn des Jahres 2018 stellt eine Art Lackmustest für diese Modelle dar. Entscheidend ist dabei allerdings nicht die Momentaufnahme, sondern die Langfristbetrachtung. Das wird auch diese Marktphase wieder unter Beweis stellen.

An den Anleihemärkten herrschte zuvor über Monate hinweg ein Klima aus stabilen Zinsen auf niedrigem Niveau, während gleichzeitig an den Aktienmärkten die Kurse über Monate hinweg nahezu stetig stiegen. Entsprechend waren die Volatilitäten an den Kapitalmärkten konstant niedrig. Angesichts der inzwischen erreichten relativ hohen Preise für nahezu alle Assetklassen sind spiegelbildlich die Renditen aus Zinsen, Dividenden oder Mieten sehr niedrig. Positive Renditen zu erzielen ist in einem solchen Umfeld zwar keine Kunst – wohl aber eine Outperformance gegenüber dem Markt zu generieren.

Dieses stabile, das Jahr 2017 prägende Umfeld hat sich mit Beginn des Jahres 2018, vor allem seit Anfang Februar, verändert. Die Zinsen an den Bond-Märkten sind zwar noch immer auf niedrigem Niveau, aber merklich angestiegen. An den Aktienmärkten hat es eine deutliche Korrektur gegeben, beim S&P 500 kurzzeitig um mehr als zehn Prozent. Gleichzeitig ist auch die Volatilität an den Aktienmärkten zurückgekehrt. 

In einem solchen, von höherer Unsicherheit geprägten Marktumfeld können die Modelle quantitativer Multi-Asset-Strategien ihre Eignung unter Beweis stellen. Dabei kann nicht die Erwartung sein, dass kurzfristige Kurseinbrüche (oder Kurssteigerungen bei Short-Exposures) vollständig vermieden werden. Im Gegenteil ist es sogar notwendig, Kursveränderungen kurzzeitig mitzugehen. Quantitative Strategien arbeiten nicht mit der Glaskugel, sondern mit mathematisch hergeleiteten Trendfolge-Modellen. Entscheidend ist, dass der Algorithmus rechtzeitig und zuverlässig erkennt, ob die Signale und Indikatoren nur eine kurzfristige Korrektur in der jeweiligen Asset-Klasse implizieren oder auf eine nachhaltige Trendwende hindeuten. Entsprechend findet dann die Anpassung der Kapitalallokation statt. Dabei sind die Modelle adaptiv, das heißt, sie lernen kontinuierlich dazu und passen die Portfolioallokation stetig dem veränderten Marktumfeld an. Die Reaktion auf diese Momentum-Signale kann in der Regel aber nur mit einer leichten Zeitverzögerung erfolgen (siehe Abbildung 1). 

Abbildung 1: Mit leichter Verzögerung reagiert die quantitative Strategie auf die Trendwende und passt die Asset Allocation an.

Um die täglich neu berechneten Signale zeitnah und kostengünstig umsetzen zu können, bieten sich Futures als geeignetes Anlageinstrument an: Der Handel mit Futures ist hochliquide, sehr schnell und mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden. Zudem lassen sich mit Futures sehr viele unterschiedliche Asset-Klassen abbilden, seien es Aktienindizes, Anleihemärkte, Rohstoffe oder Währungen.

Entscheidend bei quantitativen Multi-Asset-Strategien ist die langfristige Betrachtung. Drawdowns können nicht vollständig vermieden, aber ihre Amplitude deutlich minimiert werden (siehe Abbildung 2). Der Momentum-Ansatz ist in unruhigeren Marktphasen der entscheidende Renditetreiber einer solchen Strategie. Eine Carry-Komponente und ein dynamischen Risikoausgleich können aber dazu beitragen, eine in langfristiger Betrachtung und über verschiedene Marktphasen hinweg deutliche Outperformance gegenüber konventionellen Portfolios und gleichzeitig einen positiven Diversifikationseffekt zu generieren. Die Ausschläge in den ersten Wochen des Jahres 2018 werden da keine Ausnahme machen. 

Abbildung 2: Drawdowns von Aktien (MSCI, grau), Anleihen (Barclays GlobalAgg, orange) und Managed Futures (Top Tier CTA Strategien, blau)


Urs Schubiger

Urs Schubiger leitet seit Anfang 2017 den Ausbau und die Entwicklung der Systematic Trading Group, die für die quantitativen Strategien der Financial Assets bei Aquila Capital zuständig ist. Zusammen mit seinem Team verantwortet er die bestehenden Multi Asset-Strategien und die Implementierung neuer systematischer Ansätze. Urs Schubiger verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen Recherche, Entwicklung und Umsetzung von quantitativen Investmentstrategien und verantwortete damit weitreichende Initiativen zur erfolgreichen Geschäftsentwicklung. Vor der Gründung von pprime Capital war er bei der Schweizer Tochtergesellschaft des amerikanischen Hedge Funds Achievement AM, zuvor war er in Führungspositionen bei Vescore, 1741 Asset Management, Wegelin & Co. Private Bankers, sowie UBS O’Connor tätig. Nach seinem Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der Universität Basel schloss Urs Schubiger sein Studium in Mathematik an der ETH Zürich mit dem Master ab.

Die anfängliche glanzlose Reaktion von Gold auf die Türkei dürfte ein Ablenkungsmanöver sein

by Nitesh Shah, Director Research at WisdomTree.

Die Türkei befindet sich in einer Wirtschaftskrise. Die Lira ist auf ein Allzeittief von 34% gefallen. Auch der Euro fiel in der vergangenen Woche um 2%, da einige der größten Banken der Eurozone Kreditgeber für die Türkei sind, wie die Abteilung für Finanzaufsicht der Europäischen Zentralbank hervorhebt. Gold wird traditionell als sichere Anlage angesehen, die in Zeiten der Angst der Anleger oft nachgefragt wird. Allerdings sind die Goldpreise in der vergangenen Woche um 0,4% gesunken.

Warum hat Gold also nicht stärker reagiert?

Nun, Gold reagiert nicht immer so schnell in Zeiten von Spannungen. Während der argentinischen Krise hat der Wirtschaftsminister am 1. Dezember 2001 die Bankkonten eingefroren (ein deutliches Signal, die Vorzeichen waren erkennbar) und am 23. Dezember 2001 ist die Regierung mit ihren Staatsschulden in Verzug geraten. Im Monat Dezember 2001 stieg Gold nur um 1%. Im ersten Halbjahr 2002 stieg Gold jedoch um 15%, da die Auswirkungen der argentinischen Krise (und der Dotcom-Blase) eine klare geopolitische Aufwertung des Goldes einführten. Das deutet darauf hin, dass es auch im Krisenfall nicht zu spät ist, eine Absicherung aufzubauen. 

Türkische Zentralbank war größter Goldaufbewahrer im Jahr 2017

Die relativ geringe Reaktion von Gold auf die heutigen Probleme der Türkei könnte auch auf einige der besonderen Merkmale der Türkei zurückzuführen sein.

Die türkische Zentralbank ist ein großer Käufer von Gold. Wenn die Lira in dieser Krise gehalten wird, könnte sie Gold verkaufen und Investoren könnten dieses Angebot als preisverdächtig empfinden. Die türkische Zentralbank kaufte im Jahr 2017 85,9 Tonnen Gold, der zweitgrößte Goldeinkauf aller Zentralbanken neben der russischen Zentralbank (223,5 Tonnen) im Jahr 2017. 

In der Türkei gibt es ein etwas ungewöhnliches System, bei dem Geschäftsbanken Gold verwenden können, um den Reservenbedarf bei der Zentralbank zu decken. Im Jahr 2017 flossen der türkischen Zentralbank 187,7 Tonnen Gold von Geschäftsbanken (in Reserve) zu. Kombiniert man diese beiden Quellen der Ströme zur Zentralbank, so waren die Goldzuflüsse in die Türkei die höchsten aller Zentralbanken.

Wie lange hält die Trägheit des Goldes an?

Ein Teil der Antwort wird sich natürlich darauf beziehen, ob der in der Türkei herrschende Stress vorübergehend ist oder ob er eskalieren wird. Wir können hier keine sinnvolle Präzision anbieten.

Wenn jedoch die Gefahr, dass türkisches Gold verkauft wird, seinen Preis belastet, was könnte diese Bedrohung aufhalten? Die türkische Zentralbank könnte andere Währungen verkaufen, bevor sie Gold anrührt. Das könnte eine tragfähige Strategie für die Zentralbank sein, d.h. Währungen anderer Länder zu benachteiligen und nicht "staatenloses" Gold. 

Die Geschäftsbanken scheinen in den letzten Monaten ihre Goldreserven bei der Zentralbank reduziert zu haben. Die türkische Zentralbank hat zwischen April und Juni 2018 einen Abfluss von 27,5 Tonnen aus dieser Quelle verzeichnet, wodurch die meisten der 30,7 Tonnen Zuflüsse von Januar bis März 2018 wieder zunichte gemacht wurden. Wenn Geschäftsbanken und ihre Kunden im Panikzustand des Landes mehr Gold abheben, wird Gold eindeutig seine traditionelle Rolle spielen. Was für den Goldpreis positiv wäre.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Regierung drakonische Maßnahmen ergreift, um zu verhindern, dass sich die Haushalte mit ihrem Gold absichern. Das ist nicht ohne Grund. 1933 unterzeichnete die Roosevelt-Administration in den USA eine Anordnung des Präsidenten, die "das Horten von Goldmünzen, Goldbarren und Goldzertifikaten innerhalb der kontinentalen Vereinigten Staaten verbietet". Das Goldverbot dauerte bis 1974. Solche Aktionen würden das Gold sicherlich zu einem begehrten Gut an anderer Stelle machen. Die Rhetorik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht bereits in diese Richtung. Am Freitag sagte er: "Wenn jemand Dollar, Euro oder Gold unter dem Kopfkissen hat, sollte er das bei der Bank umtauschen." Die Beschlagnahme von Vermögenswerten ist kein undenkbarer Schritt für einen Führer mit größenwahnsinnigen Tendenzen.

Fazit

Gold reagiert nicht immer schnell auf Stressereignisse. Türkisch-spezifische Themen könnten den Preis vorübergehend stärker belasten als Währungskrisen in Ländern, in denen die Zentralbank wenig Gold hält. Der heutige niedrige Preis könnte Anlegern einen attraktiven Einstiegspunkt bieten.

Börsenumfeld ideal für regelbasierte Trendfolge-Strategien

Anleger müssen derzeit fürchten, dass die erzielten Gewinne der vergangenen Jahre im schlimmsten Fall wieder ausradiert werden. Einerseits nehmen die Handelskonflikte weltweit zu, der Protektionismus ist auf dem Vormarsch und vielen Schwellenländern droht aufgrund des erstarkenden Dollars eine Währungskrise. Andererseits könnte das Ende der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken zu Schocks an den Märkten führen und eine Rezession auslösen. Der kurzfristige Einbruch der Aktienmärkte Anfang Februar und der sprunghafte Anstieg der italienischen Staatsanleihen im Mai haben bereits ein beunruhigendes Schlaglicht auf die niedrige Marktliquidität geworfen. Ähnliche Szenarien haben in der Vergangenheit zu Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten von 50 Prozent oder mehr geführt.

Allerdings wäre es zum jetzigen Zeitpunkt nicht ratsam, aus den Märkten auszusteigen. Zwar ist klar, dass die nächste Rezession kommen wird – aber noch hält das globale Wachstum an, auch wenn es sich in einigen Regionen verlangsamt hat. Die Fundamentaldaten sprechen dafür, dass sich die Wirtschaft in einer späten Phase des Konjunkturzyklus befindet, der aber noch nicht in die Rezession geschwenkt ist. „Der Wert unseres Makro-Indikators ist aktuell positiv. Das starke Wachstum der Industrieproduktion (+3,8 Prozent) und der Einzelhandelsumsätze (+6,6 Prozent) die Mitte Juli veröffentlicht wurden, lassen eine Rezession in unmittelbarer Zukunft sehr unwahrscheinlich erscheinen“, sagt Arne Sand, Fondsmanager und Geschäftsführer bei smart-invest.

Jedoch ist die aktuelle Situation risikoreich, da vermehrt auch neue Gefahrensignale auftreten: Eine inverse Zinskurve, wie sie sich momentan in den USA abzeichnet, war oft der Vorbote einer Rezession. In diesem Fall sind die kurzfristigen Geldmarkt-Zinsen höher als die Renditen langfristiger Anleihen. Arne Sand weist darauf hin, dass zudem viele Indikatoren auf einem sehr hohen Niveau liegen: „Die US-Wirtschaft ist mit einem Purchasing Managers Index von über 60, einer geringen und weiter zurückgehenden Arbeitslosigkeit und einem Unternehmensgewinnwachstum von 20 Prozent aktuell sehr stark. Es ist aber auch klar, dass sich diese enorm guten Zahlen nicht ewig fortsetzen werden. Sobald der Arbeitsmarktindikator ins Wackeln gerät, kann sich dieses Bild rasch ändern. Darauf sollten Anleger sich jetzt vorbereiten.“

Es ist eine Zwickmühle: Einerseits die Befürchtung, in der Endphase eines Konjunkturzyklus zu früh auszusteigen und weitere Kursgewinne zu verpassen, auf der anderen Seite die Gefahr, ungesichert von einem möglichen Abschwung erwischt zu werden und bereits erzielte Gewinne wieder zu verlieren. Einen Ausweg bieten nach Überzeugung von smart-invest Trendfolgestrategien. Denn bei dieser regelbasierten Anlagestrategie kann der Aktienanteil flexibel zwischen 0 und 100 Prozent gesteuert werden und auch die Auswahl der Zielinvestments erfolgt systematisch. Das Ziel ist, an mittel- bis langfristigen Aufwärtstrends in einzelnen Märkten, Regionen oder Sektoren zu partizipieren. Mittel- bis langfristige Abwärtstrends hingegen werden durch regelbasierte Absicherungen vermieden. „Solange die Stimmung noch gut ist, kann mit der Beimischung von Trendfolge-Strategien die Absicherung im Portfolio erhöht werden, ohne die Chancen auf weitere Kursgewinne vollständig zu vergeben.“ Denn Anleger, die nicht vorausschauend reagieren, haben in einem ungesicherten Portfolio häufig zu spät reagiert: „Wenn es zu einem starken Kursrückgang gekommen, bleibt man häufig in der Hoffnung auf eine schnelle Erholung investiert und muss dann hilflos zusehen, wie das Vermögen weiter schmilzt, bis der Geduldsfaden reißt und am Tiefpunkt der Kurse verkauft wird. So geschehen 1998, 2002 und 2008“ erklärt Arne Sand.

Als einer der erfolgreichsten und traditionsreichsten Fonds am Markt kann der smart-invest HELIOS AR eine Historie von 15 Jahren vorweisen. Über einen kompletten Marktzyklus hinweg seit Mitte 2003 konnte der HELIOS AR eine Rendite von 5,7 Prozent p.a. erzielen. Damit liegt er gleichauf mit dem Weltaktienindex (MSCI World) in EUR. Der maximale Rückschlag betrug in dieser Periode aber nur 18,3 Prozent statt 55,0 Prozent und die Volatilität nur 6,3 Prozent, während der MSCI World 15,1 Prozent hinnehmen musste. Ein Mischindex mit etwa vergleichbarem Risiko hat sogar deutlich schlechter abgeschnitten.

Vor allem in der volatilen Seitwärtsphase der letzten drei Monate konnte der HELIOS AR gegenüber anderen Trendfolgefonds eine klare Outperformance erzielen. Seitdem smart-invest den Makro-Indikator im Juni 2016 eingeführt hat, besitzt der Fonds zudem das in der Peergroup beste Rendite-/Risikoverhältnis.

Über smart-invest

Die auf systematische Absolute-Return-Strategien spezialisierte smart-invest GmbH mit Sitz in Stuttgart wurde im Oktober 2007 aus der bereits seit 1994 bestehenden unabhängigen Vermögensverwaltung Sand und Schott heraus als institutioneller Asset Manager gegründet. smart-invest ist Fondsmanager bzw. Anlageberater der zum Teil mehrfach ausgezeichneten smart-invest Fonds. Darüber hinaus werden Anlageberatungsmandate für Fonds als auch institutionelle Kunden wahrgenommen. Der Schwerpunkt der Anlagestrategien liegt auf der Erzielung absolut positiver Erträge in jedem Jahr. Realisiert werden soll dieses Ziel in erster Linie durch die Vermeidung von Abwärtsrisiken bei einer Partizipation an den entsprechenden Märkten in Aufschwungsphasen.

Die Abflachung der Zinskurse legt eine Atempause ein

von Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management.

Das rasche Abflachen der US-Zinskurve wird wohl vorerst innehalten. Zuletzt schrumpfte das Gefälle zwischen den Renditen für zwei- und zehnjährige Treasuries bis auf 24 Basispunkte.

Das deutliche Abflachen begann, als die US-Notenbank Fed mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik begann. Für das Kalenderjahr 2018 wird inzwischen mit vier Zinserhöhungen gerechnet, womit die Obergrenze des Leitzinses bis zum Jahresende bei 2,5 Prozent liegen würde. Da der sogenannte Dot Plot, der die anonymisierten Zinserwartungen der Fed-Mitglieder umfasst, für 2019 weitere vier Zinserhöhungen signalisiert, ist es durchaus möglich, dass die Zinskurve in den nächsten zwölf Monaten invertiert. Der Abstand zwischen den zweijährigen Renditen und dem Leitzins liegt gegenwärtig bei 66 Basispunkten und lag auch seit geraumer Zeit bei mindestens 50 Basispunkten – denn die Märkte erkannten, dass die US-Notenbank ihre Prognosen tatsächlich umsetzte. Sollte die Steilheit dieses kurzen Endes der Kurve anhalten, wäre bis zum Jahresende bei einem Leitzins von 2,5 Prozent eine invertierte Kurve mit zweijährigen Renditen von über 3 Prozent und zehnjährigen Renditen von weiterhin unter 3 Prozent möglich.

Es ist wohl etwas verfrüht, um von einer invertierten Kurve zu sprechen, solange wir uns mitten in einer sehr beeindruckenden Gewinnsaison befinden. Das vierteljährliche Bruttoinlandprodukt der USA wird wohl seinen Höchststand dieses Zyklus erreichen. Warum kam es also zu dieser Verflachung der Kurve?

Im Grunde sind dafür zwei Kräfte verantwortlich. Das vordere Ende ist mit jeder Zinserhöhung kontinuierlich gestiegen, während sich das lange Ende erholte. Dabei gaben die zehnjährigen Renditen von ihrem Höchststand von 3,12 Prozent im Mai auf 2,80 bis 2,90 Prozent nach und verharrten im letzten Monat auf diesem Niveau. Diese beiden entgegengesetzten Kräfte waren für das massive Abflachen der Kurve verantwortlich.

In den letzten Tagen haben sich die zehnjährigen Renditen jedoch von diesem Niveau gelöst und sind wieder auf knapp unter 3 Prozent gestiegen; auch der Abstand zwischen der Zwei-Jahres- und Zehn-Jahres-Kurve liegt wieder bei 30 Basispunkten.

Das lange Ende war in den letzten drei Monaten einem kontinuierlichen Strom schlechter Nachrichten von den Märkten ausgesetzt, wodurch langfristige Treasuries wieder in Mode kamen. Eine explosive Mischung aus Sorgen über einen Handelskrieg, Schwierigkeiten der Schwellenländer (Türkei, Argentinien und Brasilien) und politischer Unsicherheit in Europa hat die Märkte erschreckt. Die US-Notenbank bleibt jedoch entschlossen und sieht über all diese Entwicklungen hinweg. Damit signalisiert sie eine robuste anhaltende Erholung, eine Verbesserung auf den Arbeitsmärkten und einen allmählichen, aber keinesfalls besorgniserregenden Anstieg der Inflation. Kurz gesagt: Die US-Notenbank sieht keine Probleme, die Märkte hingegen schon. Die perfekte Kombination für ein Verflachen der Zwei- und Zehn-Jahres-Kurve.

Der Strom schlechter Nachrichten versiegt jedoch inzwischen. Stattdessen treten positive Fundamentaldaten auf Unternehmensebene in den Vordergrund, und gute Nachrichten auf Makroebene werden sicherlich mit dem erwarteten Höchststand des US-Bruttoinlandprodukts folgen. Zudem scheinen bereits negative Neuigkeiten aus den Schwellenländern eingepreist zu sein.

Aus diesem Grund rechnen wir damit, dass längerfristige Zinsen im Sommer Spielraum nach oben haben und das Abflachen der Zinskurve, zumindest vorerst, eine Atempause einlegt. Natürlich könnte es immer zu „neuen Neuigkeiten“ kommen – die Anlegerstimmung dürfte jetzt aber von den Fundamentaldaten bestimmt werden.

Vontobel Asset Management

Vontobel Asset Management ist ein aktiver Vermögensverwalter mit globaler Reichweite und einem Multi-Boutique-Ansatz. Jede unserer Boutiquen zeichnet sich durch spezialisierte Anlagestrategien, eine starke Performancekultur und ein robustes Risikomanagement aus. Wir erbringen über-zeugende Lösungen für institutionelle und private Kunden. Unser Bekenntnis zu aktiver Vermögensverwaltung ermöglicht es uns, auf Grund eigener Überzeugungen zu investieren. Dadurch generieren unsere hochspezialisierten Teams Mehrwert für unsere Kunden. Mit 400 Mitarbeitenden weltweit, davon 160 Anlagespezialisten, agieren wir an insgesamt 13 Standorten in der Schweiz, Europa und den USA. Wir entwickeln Strategien und Lösungen in den Anlage-klassen Aktien, Anleihen, Multi Asset und alternative Anlagen. Das Ziel, hervorragende und wiederholbare Performance-Ergebnisse zu erreichen, ist seit 1988 für unseren Ansatz zentral. Eine starke und stabile Aktionärsstruktur garantiert unsere unternehmerische Unabhängigkeit und schützt unsere langfristige Denkweise, von der wir uns bei der Entscheidungsfindung leiten lassen.

Der Brexit bleibt ein starkes Hindernis für weitere Zinserhöhungen durch die BoE

von Aneeka Gupta, Associate Director - Equity & Commodities Strategist bei WisdomTree.

Wie allgemein erwartet, erhöhte die Bank of England (BOE) den Leitzins auf 0,75%, den höchsten Stand seit 2009, um den Inflationsdruck einzudämmen.

In einer Zeit höchster Unsicherheit, in der Brexit Risiken drohen, scheint es für die BOE ironisch, ihre Konjunkturprognosen für das nächste Jahr anzuheben.

Die globalen Wachstumsprognosen wurden gesenkt, aber die BOE geht weiterhin davon aus, dass das Wachstum in Großbritannien in den nächsten Jahren über der Potenzialrate von 1,5% liegen wird, während das Wachstum in diesem Jahr bei 1,4% liegt. Die wichtigste Prognoseänderung war die Aufwärtsprognose für die Verbraucherpreisinflation, die für 2019 und 2020 von 2,10 % bzw. 2,03 % auf 2,25 % bzw. 2,10 % gestiegen ist, was den Rückgang des handelsgewichteten britischen Pfunds seit Mai widerspiegelt. Der schwache Preisauftrieb im Juni wurde als eine "weitgehend sprunghafte" Entwicklung abgetan. Deutlich wurde der teuflische Detailreichtum, als Carney auf die neutrale Rate anspielte, die so obskur sei, wie Brexit prominent ist.

Weniger als acht Monate vor den entscheidenden Brexit-Verhandlungen sah die heutige Entscheidung wie die letzte Gelegenheit der BOE aus, die Zinsen zu erhöhen. Es wurde deutlich, dass der Brexit eine starke Barriere bildet, da die Prognosen des geldpolitischen Ausschusses von einem relativ reibungslosen Übergang zu einer Reihe von Schlussfolgerungen führen. Ich glaube, die Risiken für dieses Ergebnis sind beträchtlich. Die Reaktionen des Marktes nach der Pressekonferenz lassen darauf schließen, dass die Anleger der Fähigkeit der BOE, die Zinsen weiter anzuheben, skeptisch gegenüberstehen. 

Die überraschend geeinte Front der BOE-Politiker, die heute einstimmig (9:0) für eine Zinserhöhung stimmten, lieferte einen ersten Falken-Katalysator für das Britische Pfund. Während der Pressekonferenz hat der Gouverneur der BOE, Mark Carney, jedoch einen eher friedfertigen Ton angeschlagen. Er sah das Britische Pfund und die damit verbundenen Renditen für short GBP-Futures die meisten seiner Gewinne abgeben.

BoJ officially commits to de-couple from the Fed

von Jesper Koll, Japan Senior Adviser bei WisdomTree.

The Bank of Japan de-facto eased policy at today's board meeting. They introduced "forward guidance" on top of their long-standing policy of QQE - quantitative and qualitative ease. Essentially this means that the board have now spelled out their commitment to allow a de-synchronization between US rates rising and Japanese rates staying anchored around zero. They also commit to a timeline - rates will stay anchored around zero at the very least until the effects of the consumption tax hike in October next year have fully played out. This suggests early-2020 as the earliest target date for actual rate hikes in Japan.

For markets, this creates a welcome new tension and opportunity: the BoJ is encouraging long-term investors to build-up global carry trade positions, i.e. funding in zero-rate Yen and investing in higher-yielding US fixed income. At the same time, shorter-term speculators are poised to test, from time to time, the BoJ's resolve. The new result, in our view, should be rising liquidity in both JGB and global markets, as well as a structural depreciation of the Yen against the dollar.

Operationally, the BoJ committed to maintaining its short-term policy rate targeting minus 10bp, and for the 10-year JGB yield it confirms the same target rate as before, "around zero". In fact, a footnote in the board text spells out that "in case of rapid increases in the yield, the Bank will purchase JGBs rapidly and appropriately." They also re-confirmed that added JGB purchases will come to around Y80trillion per year.

Meanwhile, the Boj's equity ETF buying program was also re-confirmed at an annual pace of Y6trillion, although the composition was changed away from the price-weighted NIKKEI225 towards the market cap weighted TOPIX. The change in portfolio composition is a modest positive for Japanese financials and due to their relatively higher weighting in the market cap-weighted TOPIX.

Interestingly, the policy board has revised down its central tendency forecasts for both GDP growth and CPI inflation: board members now expect GDP growth to basically half from 1.5% in FY2018 to 0.8% in FY2019 and FY2020, while CPI inflation is forecast to stay below 2% in both FY2019 and FY2020.

Portfolios mit Kryptoassets

Die Beimischung von Kryptoassets wie Bitcoin, Ethererum oder Ripple hat nach Überzeugung von Postera Capital einen positiven Diversifikationseffekt auf Portfolios. Die Korrelation von Kryptoassets mit traditionellen Anlageklassen ist nach wie vor sehr gering, dieser Zusammenhang hat sich auch mit zunehmender Bedeutung des Kryptoasset-Marktes nicht geändert. Dies wurde in den vergangenen Monaten von unabhängig voneinander publizierten Studien aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Singapur bestätigt. In den wissenschaftlichen Analysen wurde jeweils der Effekt einer Beimischung von Kryptoassets in ein Portfolio untersucht. In Bezug auf den Untersuchungszeitraum, die Methodik und die betrachteten Kryptoassets unterscheiden sich die Studien. In allen Fällen wurde jedoch bestätigt, dass sich ein positiver Diversifikationseffekt einstellt.

Eine Analyse der Hamburg School of Business Administration1 kam zum Beispiel zu dem Ergebnis, dass bereits die Beimischung von einem Prozent an Kryptoassets die risikoadjustierte Wertentwicklung des Portfolios deutlich und dauerhaft verbessert. Zu einem ähnlichen Resultat kommt die Studie der britischen Cranfield University2. Forscher der Johns Hopkins University3 in den USA konstatieren, dass eine Beimischung von Bitcoin einzigartige Diversifikationsvorteile für traditionelle institutionelle Investoren biete. Sie empfehlen eine Beimischung im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Wissenschaftler der Singapore University of Social Sciences4 haben zudem in ihrer Untersuchung festgestellt, dass Krytoassets aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften als eigene Anlageklasse angesehen werden und für institutionelle Investoren geeignet sein können.

Verschiedene Kryptoassets und aktives Management verstärken den Effekt

Nach Überzeugung von Postera Capital können die positiven Effekte durch die Beimischung eines aktiv verwalteten Portfolios verschiedener Kryptoassets noch verstärkt werden. Denn auch die Wertentwicklungen einzelner Kryptoassets unterliegen unterschiedlichen Faktoren, so dass sich durch aktives Management die Volatilität in einem Kryptoassets-Portfolio nochmals senken lässt. Durch die bewusste Auswahl einzelner Coins und eine intelligente Zusammenstellung von Portfolios können Investoren diesen Effekt für sich nutzen.

Über Postera Capital

Die Postera Capital GmbH ist eine Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, die auf die Analyse von Investmentmöglichkeiten auf Basis der Blockchain-Technologie spezialisiert ist. Dazu gehören insbesondere Kryptoassets. Der Fokus liegt auf der gesamtheitlichen Analyse und Bewertung sowie der Entwicklung von Anlagestrategien. Postera Capital stellt Partnern das entsprechende Know-How zur Verfügung und eröffnet diesen damit einen einfachen Zugang in diese Assetklasse. Dabei liegt der Fokus darauf, diese Investments professionellen Investoren mit entsprechenden Ansprüchen an Qualität, Liquidität und regulatorische Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Das Postera-Team verfügt über langjährige Erfahrung in den für die Analyse und Bewertung von Kryptoassets und Blockchain-Projekten relevanten Bereichen. Darüber hinaus arbeitet Postera mit einem Netzwerk von Spezialisten in den Bereichen Kryptoassets, Regulierung und Asset Management zusammen. 

Über Postera Fund - Crypto I

Postera Fund - Crypto I ist der erste nach den Vorgaben der europäischen AIFM-Richtlinie regulierte Fonds, der in ein aktiv gemanagtes Portfolio an Kryptoassets investiert. Er ermöglicht es Investoren, in Blockchain als eine bahnbrechende Zukunftstechnologie und die darauf aufbauenden Geschäftsmodelle zu investieren. Kryptoassets stellen eine neue Assetklasse dar, die für professionelle Investoren aufgrund ihres Risiko-Rendite-Profils und ihrer Liquidität sehr attraktiv sein kann. Da Kryptoassets mit anderen Assetklassen niedrig korrelieren, eignen sie sich zudem ideal als Beimischung. 


1) Sinan Krückeberg, Peter Scholz, Hamburg School of Business Administration,
“Cryptocurrencies as an Asset Class?”, April 2018
2) Andrea Moro, Cranfield University (UK), “Bitcoin and Portfolio Diversification”, Nov. 2017
3) Jim Liew, Ph.D., John Hopkins University - Carey Business School (Baltimore, USA), Levar Hewlett, Maryland State Retirement and Pension System, “The case for Bitcoin for institutional investors: Bubble Investing of fundamentally sound?”, Dec. 2017
4) David Lee Kuo Chen, Li Guo, Yu Wang, Singapore University of Social Sciences, “Cryptocurrency: A New Investment Opportunity?”, Dec. 2017

Mikrofinanz als Alternative in einem diversifizierten Portfolio

von David Keel, Global Head of Business Development bei BlueOrchard.

Mikrofinanz hat sich in den letzten Jahren als eigenständige Anlagekategorie etabliert. Die Kombination aus unkorrelierten Renditen und sozialem Nutzen spricht sowohl Impact-Investoren als auch traditionelle Anleger an – wobei letztere Mikrofinanzanlagen zunehmend als Diversifikationselement ihren Portfolios beimischen.

„Obwohl der globale Mikrofinanzmarkt weiterhin von Entwicklungsbanken und internationalen Organisationen dominiert wird, nimmt der Anteil von privatem Kapital in dieser Anlagekategorie stetig zu“, beschreibt David Keel, Global Head of Business Development bei BlueOrchard, die derzeitige Marktsituation. „Institutionelle Investoren wie Banken, Pensionsfonds oder Versicherungen gehören derzeit zu der am schnellsten wachsenden Investorengruppe im Mikrofinanzbereich. Dies ist einerseits auf institutionelle Anleger, die neu in den Markt einsteigen, sowie auf solche, die ihre Investitionen weiter ausbauen, zurückzuführen.

Interessante Diversifikationseigenschaften

Es sind insbesondere drei Merkmale, die institutionelle Investoren ansprechen: interessante Diversifikationseigenschaften, attraktive risiko-adjustierte Renditen sowie ein messbarer sozialer Impact. In effizienten und liquiden Finanzmärkten erfolgen Preisanpassungen unmittelbar und global. Dies führt zu einer zunehmend hohen Korrelation zwischen vielen Risk-Assets, die gerade in Krisensituationen Richtung 1 tendieren. Es kommt also nicht überraschend, dass Investoren nach alternativen, unkorrelierten Renditequellen suchen. Mikrofinanzanlagen entwickeln sich weitestgehend unabhängig von traditionellen Anlageklassen wie globalen Aktien und Bonds. So blieben über die letzten 20 Jahre breitdiversifizierte Mikrofinanzstrategien von negativen Auswirkungen globaler Marktverwerfungen, wie Tech-Krise, globale Finanzkrise oder Euro-Krise – weitestgehend verschont.

Positiver Impact

Neben diesen Diversifikationseigenschaften hat die Anlagekategorie in der Vergangenheit zudem mit einer tiefen Volatilität, sehr geringen Ausfallraten von durchschnittlich weniger als 1 Prozent sowie stabilen Nettorenditen von über 4 Prozent im US-Dollar pro Jahr überzeugt. Die kurzen Kreditlaufzeiten schützen zudem vor Zinsänderungsrisiken. Hinzu kommt ein positiver Impact – und dies spricht insbesondere Anleger an, die nicht nur finanzielle Renditen erzielen möchten, sondern zur Bekämpfung von Armut und Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ein Beitrag leisten wollen.

Risikoaffinität von Mikrofinanzinvestitionen

Wie alle Anlagen, die eine Prämie über dem Geldmarkt erzielen, sind selbstverständlich auch Mikrofinanzinvestitionen nicht risikofrei. Entscheidend für den Anlageerfolg ist nicht nur die Berücksichtigung finanzieller Risiken, wie etwa Kredit- und Liquiditätsrisiken, sondern auch die richtige Einschätzung politischer und regulatorischer Risiken in den jeweiligen Entwicklungs- und Schwellenländern. Gerade letztere sind in diesen Märkten von großer Bedeutung. Für Mikrofinanzanlangen empfehlen sich daher spezialisierte Anlagefonds von Gesellschaften, die über eine entsprechende Marktexpertise, langjähriges Know-how in dieser Assetklasse sowie gegebenenfalls auch über Niederlassungen in den entsprechenden Märkten verfügen.“

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges, integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungsbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 5 Mrd. USD in 80 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS- sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com 

Handelskriege: günstig für die Metallpreise?

von Nitesh Shah, Director Research bei WisdomTree.

Die USA scheinen einen Handelskrieg gegen den Rest der Welt führen zu wollen. Obgleich einige Länder Gegenmaßnahmen ergreifen, gehen wir davon aus, dass die meisten Länder keinen protektionistischen Tendenzen nachgeben werden. Zwar könnte der Welthandel beeinträchtigt werden, die Folgewirkungen für das Weltwirtschaftswachstum dürften jedoch gering ausfallen. Daher ist nicht mit einem Rückgang der globalen Gesamtnachfrage nach Rohstoffen infolge der protektionistischen Politik seitens der USA zu rechnen. Vielmehr dürfte es zu starken Störungen der Lieferketten sowie zu einem Anstieg der Rohstoffpreise infolge der zunehmenden Angebotsengpässe an den Zielmärkten kommen.

USA verhängen bilaterale Zölle

Im März 2018 kündigte die US-Regierung Zölle auf chinesische Importe im Wert von 50 Mrd. USD an und führte kurz darauf unter dem Vorwand von Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit weltweite Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren ein. Die USA haben eine nationale Sicherheitsuntersuchung zu Pkw- und Lkw-Importen eingeleitet, die ähnliche Zölle im Automobilbereich zur Folge haben könnte. An den Rohstoffmärkten gaben die Preise daraufhin zunächst reflexartig nach. Nach einer genaueren Betrachtung legten die Preise angesichts der zu erwartenden Störung der Lieferketten aber wieder zu.

Abbildung 1: Basismetallpreise seit Jahresbeginn (Index = 100 zum 01.01.2018)

Legende: 1) US-Zölle auf Solaranlagen und Waschmaschinen; 2) Ankündigung von Aluminium- und Stahlzöllen; 3) Vorübergehende Aussetzung der Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Kanada, Mexiko und der EU; 4) Ankündigung chinesischer Zölle auf US-Waren, einschließlich Schwein; 5) USA veröffentlichen Liste mit chinesischen Waren, auf die Zölle erhoben werden; 6) China kündigt Zölle für weitere US-Güter an, einschließlich Sojabohnen; 7) China storniert alle Aufträge für Sojabohnen; 8) USA leiten Untersuchung zu Automobilimporten ein; 9) Vorübergehende Aussetzung der Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Kanada, Mexiko und der EU wird aufgehoben; 10) Kanada gibt eine Liste von Vergeltungszöllen gegen die USA heraus; 11) Die EU gibt eine Liste von Vergeltungszöllen gegen die USA heraus; 12) USA veröffentlichen eine Liste von chinesischen Waren, die ab dem 6. Juli verzollt werden
Hinweis: Die obige Liste ist nicht vollständig und dient nur zur Veranschaulichung der wesentlichen zollbezogenen Ankündigungen.
Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Stand: 27. Juni 2018, Schlusskurse. Sie können nicht direkt in einen Index investieren. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.

Nachdem die Zölle auf chinesische Waren im Juni bestätigt wurden (es dauerte einige Zeit, zu bestimmen, welche Güter betroffen sind), fielen die Preise erneut. Unseres Erachtens bilden die Rohstoffpreise ihre Entwicklung aus dem März nach. Die Preise werden dabei eher von der Stimmung als den Fundamentaldaten bestimmt. Im Gegensatz zu vergleichsweise überschaubaren Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, zeichnen sich bei den Lieferketten deutlich größere Störungen ab. Wie auch im April ist demnächst mit einer potenziellen Erholung der Preise zu rechnen.

Wirtschaftliche Folgen

Wir bedienten uns zu Illustrationszwecken einiger von Bloomberg formulierter Szenarien. Darin wird anstelle der Beschreibung spezifischer bilateraler Micro-Zölle davon ausgegangen, dass die USA Zölle in Höhe von 10 Prozent auf alle Importe aus allen Ländern erheben und dass die anderen Ländern im Gegenzug Vergeltungszölle einführen. Während der globale Handel im Vergleich zu einem Basisszenario (ohne Zölle) in diesem Beispiel bis 2021 insgesamt um über 7 Prozent nachgeben würde, beliefe sich der kumulative Rückgang des weltweiten BIP in diesem Zeitraum auf weniger als 1 Prozent. Zur Klarstellung sei erwähnt, dass die bislang angekündigten Maßnahmen bislang keinen umfassenden Zöllen von 10 Prozent entsprechen und deren Folgen beinahe vernachlässigbar sind.

Abbildung 2: Simulation bilateraler Zölle: Schäden am weltweiten BIP und Handel

Quelle: Bloomberg Economics, WisdomTree, Stand: 20. Juni 2018, Schlusskurse. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Performance, und alle Investitionen unterliegen Risiken und Unsicherheiten. 

Selbst die Auswirkungen auf das chinesische BIP, welches das Ziel eines Großteils der US-Politik darstellt, dürften selbst unter Annahme eines höheren Zollsatzes von 45 Prozent bis 2021 insgesamt weniger als 1 Prozent betragen.

Abbildung 3: Simulation des chinesischen BIP relativ zum Basisszenario mit Zöllen in Höhe von 10 Prozent und 45 Prozent

Quelle: Bloomberg Economics, WisdomTree, Stand: 20. Juni 2018, Schlusskurse.Prognosen sind kein Indikator für die künftige Performance, und alle Investitionen unterliegen Risiken und Unsicherheiten. 

Lieferketten

Da sich die Schäden an der globalen Wirtschaftsleistung in Grenzen halten dürften, empfiehlt sich ein Blick auf die Lieferketten. Die USA sind in hohem Maße von Importen zahlreicher Basismetalle abhängig. Verarbeitende Unternehmen in den USA werden entweder höhere Preise für Einfuhren bezahlen oder inländische Zulieferer für diese Metalle finden müssen. Aluminium stellt hierfür ein gutes Beispiel dar: Zwar deuten die Gesamtzahlen darauf hin, dass die USA nur 37 Prozent ihrer Produktionskapazitäten bei Aluminium nutzen (und somit theoretisch die Produktion steigern könnten). Das Land besitzt jedoch keine Bauxit-Minen (der Hauptbestandteil in der Aluminiumherstellung) und muss beinahe den gesamten Bedarf importieren. Für Länder, die Gegenmaßnahmen planen, ist dieser Schwachpunkt klar ersichtlich.

Zwar können wir im Rahmen dieses Blogs nicht alle Lieferketten abdecken. Wir gehen aber davon aus, dass es bei zahlreichen gehandelten Rohstoffen zu Angebotsstörungen kommen wird. Daher rechnen wir bei den meisten Metallen mit Preisanstiegen.

Abbildung 4: Abhängigkeit der USA von Importen

Quelle: USGS 2018 Mineral Commodity Summaries, Stand: 25.Juni 2018, Schlusskurse. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.

Agrarrohstoffe

Während wir bei Metallen von einer positiven Preisentwicklung ausgehen, schätzen wir den Ausblick für zahlreiche Agrarrohstoffe pessimistisch ein (zumindest jene, die an US-Börsen gehandelt werden). Eine Möglichkeit für Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA sind Zölle auf Agrarexporte. Dies hätte höhere Kosten oder eine Angebotsverknappung in Importländern wie China oder Mexiko zur Folge, könnte sich aber negativ auf die Preise in den USA auswirken, wo die meisten der liquiden internationalen Terminkontrakte bestehen. Es lassen sich bereits Preisunterschiede zwischen dem Chicago Board of Trade (CBOT) und der Dalian Commodity Exchange erkennen.

Abbildung 5: Preise für Sojabohnen in den USA und China scheinen sich angesichts der Androhung chinesischer Vergeltungsmaßnahmen zu entkoppeln

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Stand: 26. Juni 2018, Schlusskurse. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen. 

Zusammenfassung

Unseres Erachtens dürfte sich der anbahnende Handelskrieg positiv auf die Preise der international gehandelten Terminkontrakte für Metalle auswirken, da die Störungen der Lieferketten die negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum überwiegen. Angesichts der Tatsache, dass die USA ein wesentlicher Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse sind und die großen, internationalen und liquiden Terminkontrakte in den USA gehandelt werden, dürften sich etwaige Vergeltungsmaßnahmen im Zuge des Handelskrieges negativ auf die Preise im Landwirtschaftssektor auswirken.

Warum Optionsverkäufe als Strategie 2018 Sinn machen

von Christopher Gannatti, Head of Research Europe bei WisdomTree.

2017 war in zweierlei Hinsicht ein besonders Jahr. Erstens war es für den S&P 500 das neunte positive Jahr in Folge (ein Boom, den es seit den 1950er-Jahren nur zweimal gab) und zweitens kam es während dieses Booms bei Aktien zu einer außergewöhnlich niedrigen Volatilität. Der Cboe Global Markets Volatility Index (VIX), ein Maß für die Erwartungen des Marktes hinsichtlich zukünftiger Volatilität, hielt sich 2017 größtenteils unter 10. Das ist weniger als die Hälfte seines langfristigen Durchschnitts von 20. Im Fußball wäre das, wie wenn Bayern München 2017 alle seine Spiele gewonnen hätte und nach der Halbzeit schon alles entschieden gewesen wäre. Bayern München ist zwar ein großartiges Team, aber das hat es, soweit ich zurückdenken kann, nie gegeben!1

Im krassen Gegensatz dazu kam es im 1. Quartal 2018 zu zahlreichen nervenzerreißenden Momenten. An mehreren Tagen stieg der VIX steil an. Am interessantesten war der 5. Februar, als er an nur einem Tag um 20 Punkte nach oben schoss – ein Ereignis mit einer historischen Wahrscheinlichkeit von 0,002 %. Ebenso wie die Verlängerung zeigen kann, welcher Spieler durchschnittlich ist und welcher mit dem Druck umgehen kann, können angespannte Tage an den Märkten herkömmliche Strategien von solchen trennen, die für Ihr Portfolio den Ball ins Tor befördern könnten.2

Der WisdomTree Cboe S&P 500 PutWrite Strategy Fund (PUTW) bildet den PUT-Index der Cboe nach Gebühren und Auslagen nach. Dieser zugrunde liegende Index hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er mit Stressphasen umgehen und sich für Investoren, die das Risiko in ihrem Portfolio senken möchten, als potenzieller Trumpf erweisen kann. Sehen wir uns die Performance der letzten volatilen Saison im 1. Quartal 2018 an.

Q1 2018: In abwärts tendierenden Märkten war jeder Schuss ein Treffer

Im 1. Quartal 2018 verzeichnete der S&P 500 von insgesamt 62 Handelstagen 28 negative Handelstage. Die relative Performance an diesen negativen Tagen ist für jede Strategie zur Volatilitätsreduzierung ein echter Test. Dazu haben wir eine Tabelle erstellt, in der wir die Performance des PUT-Index der des S&P 500 Index an diesen Tagen gegenüberstellen.

Die wichtigsten Kernpunkte: 

  • PUT schnitt an jedem einzelnen negativen Tag besser ab als der S&P 500.
  • Außerdem bot der PUT-Index an jedem dieser Tage einen Schutz vor Kursverlusten, der rund 33 Basispunkten entsprach.3

Sehen wir genauer hin

Gehen wir bei unserem Vergleich noch einen Schritt weiter und sehen wir uns an, wie sich die Strategie seit Verkauf der ersten Optionen des Jahres entwickelt hat. Wir erinnern uns: Der Cboe S&P 500 PutWrite Index zieht Prämien ein, indem Put-Optionen (europäischer Stil) mit monatlicher Laufzeit auf den S&P 500 am Geld verkauft werden. Monatliche Optionen laufen typischerweise am dritten Freitag des Monats ab, weshalb der Index am 19. Januar (dritter Freitag im Januar 2018) auf eine neue Position gerollt wurde. Mitte Januar bewegten sich die Märkte auf ein neues Hoch zu und die Volatilität war noch niedrig. Die Strategie, die typischerweise von einer hohen Volatilität profitiert (durch das Einziehen höherer Prämien), konnte sich immer noch nicht voll entfalten, als es im Zuge des Rollovers zu ihrem ersten Optionsverkauf im Jahr 2018 kam. Die Beweislage unten zeigt die drei Boom-Bust-Phasen des Marktes im 1. Quartal 2018.

  • Phase 1 (Mitte Januar bis Mitte Februar): Am 19. Januar wurde für den Cboe S&P 500 PutWrite Index die erste Option des Jahres gerollt.
  • Phase 2 (Mitte Februar bis Mitte März): Am 16. Februar wurde für den Cboe S&P 500 PutWrite Index die zweite Option des Jahres gerollt.
  • Phase 3 (Mitte März bis Ende des 1. Quartals 2018): Am 16. März wurde für den Cboe S&P 500 PutWrite Index die dritte Option des Jahres gerollt.4

Abbildung 2 – Performance des PUT-Index gegenüber dem S&P 500 Index während der Marktkorrekur zu Beginn des Jahres

Quellen: Bloomberg, Cboe. Abgedeckter Zeitraum vom 19. Januar 2018 bis zum 31. März 2018. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.Die historische Performance ist kein Anhaltspunkt für die künftige Performance und jedes Investment kann im Wert sinken.

In beiden Fällen wird Folgendes klar:

  • In Phase 1 hinkte der Cboe S&P 500 PutWrite Index dem S&P 500 hinterher, da die Märkte neue Hochs erreichten. Der wahre Vorteil zeigte sich jedoch genau dann, als gegen Ende Januar auf den Märkten eine Korrektur einsetzte.
  • In Phase 2 erzielte der Cboe S&P 500 PutWrite Index durch den Rollover auf die zweite Option des Jahres eine höhere Prämie, als der VIX steil anstieg (durch einen Spike am 5. Februar). Dies verhalf ihm dazu, seine Gesamtrendite gegenüber dem S&P 500 auszubauen. Deshalb lieferten die beiden Strategien eine respektable Outperformance, obwohl der S&P 500 seitwärts tendierte. 
  • In Phase 3, als der Cboe S&P 500 PutWrite Index schließlich seine dritte Option des Jahres verkaufte, sorgte die weiterhin höhere Volatilität für die fortgesetzte Einnahme höherer Prämien – also eine dauerhafte Grundlage für eine Outperformance.5

Fazit

Wie Warren Buffett einst erkannte: „Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt schwimmt.“ Ebenso zeigt sich die Qualität von Strategien zur Risikobegrenzung nicht an Tagen, an denen auf den Märkten Gewinne gemacht werden, sondern an solchen, wenn sie am Boden liegen. 


1) Quellen: Bloomberg, Cboe.
2) Quellen: Bloomberg, Cboe.
3) Quellen: Bloomberg, Cboe. Abgedeckter Zeitraum vom 19. Januar 2018 bis zum 31. März 2018.
4) Quellen: Bloomberg, Cboe. Abgedeckter Zeitraum vom 19. Januar 2018 bis zum 31. März 2018.
5) Quellen: Bloomberg, Cboe. Abgedeckter Zeitraum vom 19. Januar 2018 bis zum 31. März 2018.

Ausblick für Silber: Ein Silberstreif am Horizont?

von Nitesh Shah, Director Research bei WisdomTree.

Wir haben unser Silbermodell aktualisiert und unsere neuen Prognosen für den Goldkurs darin aufgenommen. Ebenso wie Gold, besitzt Silber das Potenzial im Verlauf des nächsten Jahres zu stagnieren. Es gibt jedoch mehrere Gründe, warum Silber von dem modellbasierten Entwicklungsverlauf abweichen könnte, so zum Beispiel seine zunehmende Verarbeitung in Fahrzeugen und ein erhöhter Bedarf im Bereich Fotovoltaik. Außerdem könnten Angebotsstörungen den Kursen Auftrieb geben.

Modell

In unserem Artikel Gold and silver: similar, but different (Gold und Silber: ähnlich, aber anders) argumentierten wir, dass die Kursentwicklung von Silber zu 80 % mit Gold korreliert ist. Im Rahmen unserer Modellierung ist Gold deshalb der Faktor, der den Silberkurs am stärksten beeinflusst. Jedoch halten wir folgende Variablen ebenso für wichtige Einflussfaktoren:

  • Erhöhung der Produktionstätigkeit – Silber findet zu mehr als 50 % in der Industrie Anwendungen (im Gegensatz zu Gold, bei dem dieser Anteil weniger als 10 % beträgt). Stellvertretend für die industrielle Nachfrage verwenden wir den Global Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI).
  • Erhöhung der Silberbestände – steigende Bestände signalisieren eine höhere Verfügbarkeit des Metalls und wirken sich deshalb negativ auf die Kurse aus. Stellvertretend verwenden wir die Bestände von Terminbörsen.
  • Erhöhung der Investitionen im Bergbau (Capex) – je mehr Minen investieren, desto höher wird das potenzielle Angebot in Zukunft ausfallen. Deshalb rechnen wir für diese Variable eine 18-monatige Verzögerung ein. Angesichts der Tatsache, dass das meiste Silber ein Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle ist, beziehen wir den Investitionsaufwand (Capex) der wichtigsten 100 Bergbaugesellschaften mit ein (nicht nur auf Silber spezialisierte Bergbauunternehmen).

Einblicke, die unsere Sichtweise prägen

Wir erwarten, dass Global Manufacturing PMIs sinken werden, da sie Anfang des Jahres einen Höhepunkt erreicht zu haben scheinen. Die Silberbestände sind in den letzten paar Jahren stark angestiegen. Unseren Erwartungen nach wird dieses Wachstum im Verlauf des kommenden Jahres stagnieren. Zu guter Letzt zeigt sich in den letzten Monaten eine Belebung beim Investitionsaufwand im Bergbau. Obwohl wir in unserem Modell eine 18-monatige Verzögerung einrechnen (als der Investitionsaufwand noch sank), schritt diese Abnahme jedoch deutlich langsamer voran als noch vor einigen Jahren. Wenn wir diese Ansichten sowie die Wertentwicklung von Gold, die wir bereits kommentiert haben, in unser Modell einbeziehen, ist es wahrscheinlich, dass die Silberkurse Ende Juni 2019 einen Stand von 16,8 USD/Unze erreichen werden.

Abbildung 1: Silberpreisprognose

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom Dienstag, 5. Juni 2018. Die Prognosen sind kein Indikator für die zukünftige Performance und alle Investments beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Würden wir entweder das Bären- oder Bullenszenario für Gold in unser Simulationsmodell aufnehmen, würde Silber parallel zu diesen Szenarien im Wert steigen oder fallen.

Nicht im Modell enthaltene strukturelle Einschnitte

Wir glauben, dass es mehrere strukturelle Veränderungen gibt, die nicht vom Modell abgebildet werden können, jedoch für einen Kursanstieg sorgen könnten. Unten finden Sie einige Beispiele.

Elektrifizierung in der Automobilindustrie

Das erwartete Wachstum bei Elektrofahrzeugen könnte dazu führen, dass die Nachfrage nach Silber steigt, ähnlich wie bei Nickel (siehe Nickel - electrification may boost demand). Silber wird sowohl in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor als auch in Elektrofahrzeugen verwendet. Die Automobilindustrie verbrauchte 2017 rund 50 Millionen Unzen Silber (Quelle: World Silver Survey 2018). Das ist ein höherer Silberverbrauch als in der Fotoindustrie (44 Mio. Unzen) und entspricht fast der Menge an Silber, die für Silberwaren verbraucht wurde (58 Mio. Unzen) (Quelle: World Silver Survey 2018). Das Silber, das für die Fahrzeugelektronik verwendet wird, macht mehr als ein Fünftel des gesamten Silbers aus, das in der Elektronik benötigt wird (243 Mio. Unzen) (Quelle: World Silver Survey 2018). Da Silber hauptsächlich für elektrische Verbindungen verwendet wird, ist es wahrscheinlich, dass sich seine Nutzung durch die Elektrifizierung von Fahrzeugen wahrscheinlich erhöhen wird, da in Elektrofahrzeugen und autonomen Fahrzeugen mehr Schaltkreise notwendig sind, in denen Silber verarbeitet wird, als in herkömmlichen Autos.

Abbildung 2: Nachfrageprognosen für Silber in der Automobilindustrie 

Quelle: GFMS Thomson Reuters, Silver Institute, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 6. Juni. Die Prognosen sind kein Indikator für die zukünftige Performance und alle Investments beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Solarenergie

Die Verarbeitung von Silber in der Fotovoltaik (Sonnenkollektoren) stellt die größte Wachstumsquelle für die Nachfrage nach Silber unter allen industriellen Anwendungen dar. Die wachsende Besorgnis um die Umweltauswirkungen des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen sowie die Bestrebungen einer Dekarbonisierung nach dem Pariser Abkommen über den Klimawandel Ende 2015 sind Katalysatoren für alternative Energiequellen. Obwohl viele Regierungen die Subventionen für Solarstromtechnologie in den letzten zehn Jahren gesenkt haben, sorgen sinkende Kosten dafür, dass sie sich besser selbst tragen können, und die Zahl der Solarinstallationen steigt. Vor ein paar Jahren ging die Verarbeitung von Silber in Fotovoltaikanlagen zurück, da die Hersteller versuchten, mithilfe technischer Lösungen eine geringere Menge des Metalls zu verwenden, um Kosten zu sparen. Es scheint jedoch, als hätten diese Bemühungen die Grenzen des technisch Möglichen erreicht, und die Verarbeitung von Silber wird parallel mit den Installationen steigen. Es ist zugegebenermaßen riskant, dass das Wachstum bei Solarinstallationen zu einem Anstieg der Silbernachfrage führen wird – beispielsweise haben die USA Strafzölle auf den Import chinesischer Sonnenkollektoren verhängt, was ihren Einsatz drücken könnte. Da die Nachfrage jedoch so hoch ist, sind wir der Ansicht, dass US-Unternehmen sich erneut an der Herstellung von Sonnenkollektoren beteiligen werden. 

Abbildung 3: Silbernachfrage im Bereich Fotovoltaik

Quelle: BP, GFMS Thomson Reuters, Silver Institute, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 6. Juni. Die historische Performance ist kein Anhaltspunkt für die künftige Performance und jedes Investment kann im Wert sinken.

Angebotsstörungen durch Handelskriege

Mexiko ist der weltweit größte Silberlieferant und für fast die Hälfte aller US-Silberimporte verantwortlich. Das Land trägt die Hauptlast des protektionistischen Drucks, der durch die USA ausgeübt wird. Seit Juni 2018 erheben die USA Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Mexiko, Kanada und der EU. Silber ist nicht dabei, es besteht jedoch das Risiko, dass, sollte ein Handelskrieg ausbrechen, auch Silber ins Visier geraten könnte. Mexiko verhängt Zölle auf US-Stahl und landwirtschaftliche Produkte und die EU denkt über die Umsetzung von „Ausgleichsmaßnahmen“ nach. Diese Ereignisse zeigen, dass sich der Handelskrieg zu verschärfen scheint. Eine Störung der globalen Silber-Supply-Chain hat das Potenzial, seinen Kurs auf ähnliche Weise nach oben zu treiben, wie wir dies bereits bei den Stahl- und Aluminiumkursen beobachten konnten.

Fazit

Auf der Grundlage unserer Sichtweise, dass globale PMIs wahrscheinlich ihre Höhepunkte erreicht haben, Investitionen (Capex) im Bergbau nicht mehr rückläufig sind und die Bestände von Börsen nach den Zuwächsen der letzten Jahre möglicherweise nicht sinken werden, hat Silber das Potenzial, parallel mit Gold zu stagnieren. Einige strukturelle Schocks könnten Silber jedoch dazu veranlassen, aus seiner modellbasierten Wertentwicklung auszubrechen. Eine steigende Nachfrage nach Silber von Seiten der Autoindustrie, da die Zahl der elektronischen Verbindungen in Fahrzeugen steigt, könnte die Kurse nach oben drücken. Da die Kosten für Sonnenkollektoren gesunken sind, ist ihre Verwendung gestiegen, und es ist unwahrscheinlich, dass der Silberanteil weiter gesenkt werden kann. Verstärkte Bestrebungen zur Reduzierung von Umweltbelastungen könnten dazu führen, dass die Fotovoltaik vermehrt genutzt wird. Obwohl wir einen Anstieg der Investitionen im Bergbau erwarten, können Angebotsstörungen dadurch nicht ausgeschlossen werden, nicht zuletzt aufgrund eines aufkommenden Handelskriegs.


Dieses Material wird von WisdomTree und seinen verbundenen Unternehmen erstellt. Es ist nicht dazu bestimmt, als Prognose-, Research- oder Anlageberatung herangezogen zu werden, und stellt weder eine Empfehlung, ein Angebot noch eine Aufforderung zum Erwerb oder Verkauf von Wertpapieren bzw. zur Übernahme einer Anlagestrategie dar. Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen gelten zum Erstellungsdatum und können sich entsprechend nachfolgender Bedingungen ändern. Die in diesem Material enthaltenen Informationen und Meinungen werden aus proprietären und nicht proprietären Quellen abgeleitet. Deshalb wird weder durch WisdomTree noch durch verbundene Unternehmen oder deren Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter oder Vertreter für die Richtigkeit oder Zuverlässigkeit des Materials keine Gewähr sowie keinerlei Haftung für Fehler oder Auslassungen übernommen (einschließlich der Haftung gegenüber Personen aufgrund von Fahrlässigkeit). Das Vertrauen auf die in diesem Material enthaltenen Informationen erfolgt nach alleinigem Ermessen des Lesers. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Das Jahr nach 2017 – Rückblick und Ausblick für Insurance-Linked Strategies

2017 war ein Jahr der Extreme für die (Rück-)Versicherungs- und ILS-Branche: Die Industrie wurde mit rekordhohen Versicherungsschäden – hauptsächlich aufgrund schwerer Naturkatastrophen – konfrontiert. Rückblickend auf 2017 lässt Ognjen Kuzman, Credit Suisse, die Ereignisse noch einmal Revue passieren, zeigt wie der Markt auf diese Schock­ereignisse reagiert hat und gibt einen Überblick über aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Markt.

Die Anlageklasse ILS

ILS investiert in Versicherungskatastrophenrisiken, welche typischerweise Versicherer und Rückversicherer in den Kapitalmarkt transferieren, um ihr Konzentrationsrisiko zu limitieren. Der ILS-Anleger erhält eine Prämie für die Übernahme des Risikos, kann jedoch Verluste auf sein Kapital erleiden, falls eine im Risikotransfer definierte Katas­trophe eintritt. Der Nominalwert der Transaktion wird üblicherweise über ein Treuhandkonto (Trust Account) in Geldmarktinstrumente mit variablem Zins investiert. 

Die vertraglich gedeckten Katastrophenereignisse sind typischerweise Stürme/Hurrikane, Erdbeben und andere Naturkatastrophen oder vom Menschen verursachte Ereignisse in Regionen mit hoher Dichte an versicherten Sachwerten. Solche Ereignisse sind üblicherweise gekennzeichnet durch eine tiefe Eintrittsfrequenz, jedoch einen hohen Schweregrad. Das bedeutet, diese Katastrophen treten selten bis sehr selten ein, sind jedoch schwerwiegend oder sehr schwerwiegend und teuer für die Versicherungsindustrie, wenn sie tatsächlich eintreten.

Das Hauptrisiko, welches der ILS-Anleger trägt, ist das Risiko eines Drawdowns (Verlustrisiko) aufgrund von schweren Katastrophen oder einer Häufung von mehreren Katastrophen in der gleichen Risikoperiode. ILS-Manager können versuchen, das Risiko eines Drawdowns zu reduzieren, indem sie das ILS-Portfolio über verschiedene Risiken, Risikoregionen oder sogenannte Triggerpegel, also Verlustschwellen, inves­tieren. 

Das US-Hurrikanrisiko ist die dominierende Risikoklasse in der weltweiten Katastrophenrückversicherung und in ILS, weil hohe Versicherungswerte an der Ost- und Golfküste der USA gegenüber potenziell sehr starken und zerstörerischen Hurrikanen exponiert sind. Von den sieben teuersten Katastrophen in der Versicherungsindus­trie seit 2000 war nur ein Ereignis kein US-Hurrikan. Es handelte sich dabei um das Tohoku-Erdbeben in Japan im Jahr 2011 (Quelle: Swiss Re, Credit Suisse). 

Der diversifizierte ILS-Investmentansatz zielt darauf ab, das Verlustrisiko deutlich zu reduzieren, indem ein beträchtlicher Anteil des ILS-Portfolios in Nicht-US-Hurrikan-Risiken investiert wird, wie beispielsweise das Wind- oder Erdbebenrisiko in Japan oder das Windrisiko in Europa. Weitere Diversifikation kann erreicht werden, indem man sowohl in Risiken mit hohem Schweregrad als auch in Frequenzrisiken investiert.

2017: Beispiellose Frequenz schwerer Hurrikane

Im August und September 2017 gab es eine beispiellose Frequenz schwerer Hurrikane, die auf das US-Festland und auf US-Inseln trafen. Hurrikan Harvey am 25. August als Hurrikan der Kategorie 4 auf die Küste von Texas. Zwei Wochen später verwüstete Irma als Hurrikan der Kategorie 5 einige Karibikinseln und traf später als Sturm der Kategorie 4 auch auf Florida. Am 20. September traf Hurrikan Maria der Kategorie 5 auf Puerto Rico und auf die US Virgin Islands (beides US-Territorien). 

Gemäß Swiss Re betrugen die gesamten Versicherungsschäden aus Naturkatastrophen im Jahr 2017 insgesamt138 Milliarden US-Dollar, wovon 92 Milliarden auf die drei genannten Hurrikane zurückzuführen sind. Damit war 2017 das bislang teuerste Jahr für die Versicherungsindustrie, noch vor 2005 und 2011. Es sei hierbei zu erwähnen, dass es zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen kommen kann, bis die finalen Versicherungsschäden aus solchen Ereignissen feststehen.

Seit 1900 gab es kein einziges Jahr mit drei Hurrikanen der Kategorie 4 oder 5, die auf das US-Festland trafen. In den letzten 116 Jahren mit Datenaufzeichnungen gab es nur 22 Stürme, die als Kategorie 4 oder 5 auf US-Festland oder Puerto Rico trafen – und dann gab es mit Harvey, Irma und Maria gleich drei solcher Stürme in 2017.

Prämienentwicklung in 2018

Im Unterschied zum Finanzmarkt können Rückversicherungsrisiken nur in sehr begrenztem Ausmaß auf täglicher Basis gehandelt werden. Der größte Teil der Risiken wird an sogenannten Erneuerungsdaten gehandelt und folgt einem jährlichen Zyklus. Das wichtigste Erneuerungsdatum ist der 1. Januar, an welchem rund 60 Prozent der globalen Rückversicherungsverträge erneuert werden. Darüber hinaus sind der 1. April (Japan), der 1. Juni (US-Wind und Florida) sowie der 1. Juli (Australien) wichtige Erneuerungsdaten.

Die Hoffnungen der Marktteilnehmer lagen infolge der schweren Industrieverluste in 2017 auf einem kräftigen Prämienanstieg am 1. Januar. Diese haben sich jedoch nur zum Teil bestätigt. Während Cat-Bond-Neuemissionen aufgrund relativ geringer Verluste in 2017 nur moderate Prämienanstiege verzeichneten, fielen die Prämienanstiege in anderen Marktsegmenten wie beispielsweise im Retrozessionsmarkt (Rückversicherung auf Rückversicherung) höher aus, wenn auch unter den allgemeinen Erwartungen. Insgesamt zeigt sich, dass der Markt heute effizienter und entwickelter ist, als dies noch in den 1990er-Jahren der Fall war. Während Hurrikan Andrew in 1992 zu einer teils exorbitanten Prämienveränderung auf globaler Ebene und über praktisch alle Marktsegmente führte, ist diese nach 2017 nur in gewissen Marktsegmenten spürbar, was die Wichtigkeit eines breiten Marktzugangs für ILS-Manager verdeutlicht. 

Wie bereits ausgeführt, stammt der Großteil der letztjährigen Verluste aus US-Wind-Ereignissen. Deshalb wird die diesjährige Juni-Erneuerungsrunde mit besonderer Spannung erwartet. Vor allem bei Kontrakten, die von Verlusten betroffen waren, errechnen sich die Marktteilnehmer attraktive Prämienanstiege. Die Erfahrung mit großen Katastrophenereignissen in der Vergangenheit zeigt, dass es oft über ein Jahr dauert, bis das volle Ausmaß der Schäden bekannt ist. Deshalb sind wir der Meinung, dass sich auch am 1. Januar 2019 weitere Effekte der Ereignisse aus 2017 in den Prämien widerspiegeln werden.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.hedgework.de.

Ognjen Kuzman

stieß im Jahr 2015 als Product Specialist für Insurance-Linked Strategies zum Credit Suisse ILS-Team. Vor seiner Tätigkeit bei der Credit Suisse arbeitete er als Multi-Asset-Portfolio-Manager bei der Notenstein Privatbank sowie bei Wegelin & Co. Privatbankiers. Ognjen Kuzman hat einen Master in Finance der Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich.

Credit Suisse

Die 1856 gegründete Credit Suisse besitzt heute eine globale Reichweite mit Geschäftsaktivitäten in über 50 Ländern und 48.200 Mitarbeitenden aus über 150 verschiedenen Nationen und hält eine Position als einer der globalen Marktführer im Private Banking und in der Vermögensverwaltung mit ausgeprägten Kompetenzen im Investment Banking inne.
Das Credit Suisse Insurance-Linked Strategies-Team verfügt über eine der längsten Leistungsausweise im Bereich Insurance-Linked Strategies (ILS). Seit dem Start im Jahr 2003 hat es sich zu einem der weltweit führenden ILS-Manager entwickelt.

Kontakt:
Credit Suisse Deutschland AG
Rudi Aberle
Tel.: +49 (0)69 7538 1034
E-Mail: rudi.aberle@credit-suisse.com
Internet: www.credit-suisse.com/de

Mut zu offensiven Investments

von Oliver Soini, CEO, Soini Asset Immobilien.

Das Wort „offensiv“ hatte lange keinen guten Ruf, entsprechende Immobilieninvestments wurden gedanklich mit der Finanzkrise verbunden. Core-Objekte in den Innenstädten galten hingegen als wetterfest. Mittlerweile ändert sich das zumindest teilweise.

Die stetig steigenden Ankaufsfaktoren lassen schließlich kaum Problemszenarien zu. Wenn ein Mieter insolvent geht oder wenn unvorhergesehene Reparaturmaßnahmen notwendig sind, wird die laufende Rendite schnell unter das Inflationsniveau gedrückt. Zwar ist damit kein Wertverfall verbunden, aber eben auch keine Performance. Einige Projektentwicklungen können hingegen selbst in der aktuell angespannten Marktphase Renditen von mehr als zehn Prozent erzielen. Dafür ist ein Vertrauensvorschuss der Investoren nötig. Aber wie rechtfertigt sich dieser?

Der erste wichtige Faktor für einen unkonventionell agierenden Immobilienentwickler ist eine gefüllte Projektpipeline. Sie ermöglicht es, zu priorisieren. Wer hingegen mehr Kapitalkapazität als Möglichkeiten hat, sieht sich irgendwann mit dem Druck konfrontiert, nehmen zu müssen, was kommt. Legt der Entwickler zweitens einen Fonds mit mehreren ausgewählten Objekten auf, kann er Verzögerungen bei einem der Projekte durch die Performance der anderen austarieren. Ein wichtiger Sicherheitsaspekt gegen einen Totalausfall. Drittens ist eine gesunde Portion Diversifikation über die Nutzungsarten hinweg wichtig. Ein Entwickler sollte sich nicht auf einen einzelnen Objekttyp oder selektierte Assetklassen begrenzen, da ihm sonst womöglich die aussichtsreichsten Projekte entgehen könnten. Die eigene Expertise sollte dafür in Form von Kooperationen erweitert werden.

Bei einem vielversprechenden Grundstück und einem tragfähigen Konzept sollte ein Entwickler seine Chance ergreifen. Aber wo sind diese Chancen heute zu finden? Beispiel Logistik: Die Studie der Logix-Initiative aus dem vergangenen Jahr zeigt den Bedarf von nicht weniger als 200 Verteilzentren in der Nähe deutscher Städte auf. Während sich die entsprechenden Objekte in der Bundesrepublik immer mehr zu Investors Liebling mausern, haben bisher wenige den Blick nach Österreich und an das angrenzende Osteuropa gerichtet, wo der Online-Handel ebenso wie in Deutschland ein Umsatzhoch nach dem anderen erreicht. Oder anders gesagt: Die stetig steigenden Paketvolumina sind quasi ein Garant dafür, dass sich auch für eine spekulative Entwicklung der richtige Nutzer findet.

Zugegeben, offensive Immobilienanlagen sind nicht für alle Investoren geeignet. Vielmehr sind es Investitionen, bei denen die sprichwörtliche Trüffelnote mehr zählt als der computerbasierte Algorithmus, der alles genau vorrechnet. Das gilt für die Ankaufsprüfung genau wie für die zu erwartende Performance.


Über den Autor
Der Salzburger Unternehmer Oliver Soini wurde 1969 in Baden-Württemberg geboren und absolvierte in Innsbruck das Studium der Betriebs- und Volkswirtschaft. Mit dem Ziel, Kapitalmarktprodukte und Immobilienbeteiligungen zu verbinden, entschied er sich im Jahr 2002 zur Selbständigkeit und gründete sein erstes Investmenthaus, das sich später als die Unternehmensgruppe SOINI ASSET IMMOBILIEN ausschließlich an eigenen Immobilienentwicklungen beteiligte. Dieser Strategie ist Oliver Soini bis in das heutige Gemeinschaftsunternehmen treu geblieben.

Mieten statt Kaufen – der liquide US-Markt für Multifamily-Immobilien

von Thomas Gütle, Managing Partner, US Treuhand.

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt war in den letzten Jahren bei vielen institutionellen und semi-institutionellen Investoren en vogue. Die Renditen gingen dabei jedoch auf Talfahrt. Kürzlich wurde in München bei einem Deal angeblich der Faktor 60 bezahlt – ein solches Investment wird vermutlich nur in der Kategorie „Liebhaberobjekt“ getätigt. Es besteht zwar kein Zweifel, dass Wohnimmobilien zu einem ausgewogenen Portfolio gehören. Wohninvestoren sollten aber auch einmal über die deutschen Grenzen und sogar den Atlantik hinausblicken, auf einen der professionellsten und größten Wohnimmobilienmärkte der Welt. Dieser ist noch liquider als der dortige Bürosektor. Das hohe Maß an Liquidität wird besonders im direkten Vergleich deutlich: Das Transaktionsvolumen für den gesamten deutschen Wohnungsmarkt lag 2017 bei rund 13,7 Milliarden Euro1, während es in den USA 139,3 Milliarden US-Dollar(rund 113 Milliarden Euro) allein im Multifamily-Segment betrug. 

Die USA als vielversprechende Investmentregion werden von deutschen professionellen Investoren und Fondsmanagern jedoch nach wie vor meist nicht oder nicht in angemessenem Umfang berücksichtigt. Zu den US-Investments der deutschen Investoren liegt zwar kein detailliertes Zahlenmaterial vor, es gibt jedoch eine Reihe von Indizien, dass eine deutliche Unterallokation gegeben ist. Vor dem Hintergrund der Marktgröße, Marktliquidität, Transparenz, Rechtssicherheit und Renditechancen wäre nämlich eine USA-Quote von etwa 25 bis 30 Prozent definitiv zu rechtfertigen. Eine solche Quote dürfte – abgesehen von der Bayrischen Versorgungskammer – kaum ein institutioneller Investor vorweisen können. Eine aktuelle Studie über institutionelle Immobilienfonds der unabhängigen Ratingagentur Scope unterstreicht dies. Sie ergab, dass nur knapp sieben Prozent aller untersuchten Fonds US-Immobilien als Strategieschwerpunkt verfolgen.3

Interessant sind auch Unterschiede zwischen deutschen und US-Anlegern bei der sektoralen Allokation. So liegt die Wohnimmobilienquote der US-Investoren laut verschiedenen Statistiken (PREA, NCREIF) zwischen 21 und 25 Prozent, was sicherlich mit der Marktbedeutung dieses Segments in den USA zu tun hat. Laut Entzian Report entfallen in Deutschland nur circa 8,5 Prozent der Investments auf Wohnungen.4

Multi-Family ist nicht gleich Multifamily

Der Begriff Multifamily kann im Deutschen missverstanden werden. Es handelt sich bei Multifamily nicht um einen Manager, der das Vermögen verschiedener Familien anlegt. Er bezeichnet vielmehr Apartment-Anlagen, die mindestens zwei Wohneinheiten beinhalten, welche entweder horizontal oder vertikal aneinandergrenzen und sich eine bestimmte Infrastruktur wie z.B. Heizung und Lüftung teilen.

Aufteilung des-Mietwohnungsmarktes nach Immobilientypen

Quelle: US-Treuhand, sowie die oben genannten

Weitere Unterscheidungskriterien innerhalb des Sektors sind High Rise, Gebäude, die aus mindestens zehn Stockwerken bestehen, Mid Rise, mit fünf bis neun Stockwerken, und Garden Style, also Apartments mit angrenzenden Grün- oder Freizeitflächen. Eine Besonderheit in den USA ist, dass die Standardlaufzeit eines Mietvertrages in der Regel nur ein Jahr beträgt, was natürlich Risiken für den Investor mit sich bringt. Umgekehrt sind dann aber auch etwa bei inflationären Entwicklungen in der Regel kurzfristige Mietanpassungen möglich. Für Investoren ist es deshalb besonders wichtig, dass die Apartments langfristig attraktiv sind, um sowohl vorhandene Mieter an die Immobilie zu binden als auch bei Leerständen neue anzuziehen, so dass ein stabiler Cashflow generiert werden kann. Die Amenities (Einrichtungen und Annehmlichkeiten wie Clubhouse, Fitnesscenter, Barbecue-Bereich, Pool sowie Einkaufsmöglichkeiten oder Schulen) innerhalb der Gebäude oder in unmittelbarer Umgebung nehmen an Bedeutung zu.  

Die Relevanz der Amenities steigt

Die jeweilige Ausstattung der Apartments unterscheidet sich je nach Immobilientyp (Garden Style, Mid Rise oder High Rise) sowie nach der Mietpreishöhe. Bei Garden-Style-Gebäuden gehört ein Pool oder ein offener Kamin häufig zu den Amenities, während die Qualität des Aufzugs ein wichtiges Kriterium für High-Rise-Immobilien ist. Mieter bei Multifamily-Objekten in der mittleren Preiskategorie legen vor allem auf eine einwandfreie technische Ausstattung wie Klimaanlage und Spülmaschine Wert, die Wünsche bei Premiumimmobilien fallen dagegen exklusiver aus. Hier gehören der Concierge-Service, der begehbare Kleiderschrank oder ein eigenes Clubhouse zu den wichtigen Annehmlichkeiten.5

Mobilitätsoptionen wie Fahrradabstellmöglichkeiten, Car-Sharing-Dienste und Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind für alle Preisklassen zunehmend wichtig. Mit Blick auf die Zukunft sollten sich die Anbieter von Mietwohnungen und Projektentwickler verstärkt auf mögliche Arbeitsplätze in der Multifamily-Anlage, technologische Verbesserungen vor allem im Bereich der Sicherheitssysteme sowie auf Annehmlichkeiten in den Bereichen Community, Wellness und Outdoor konzentrieren.6

Die Dynamik des Multifamily-Sektors

Die Dynamik des Multifamily-Sektors in den Vereinigten Staaten beruht vor allem auf zwei Entwicklungen: dem Anstieg der Zahl der Haushalte sowie dem Rückgang der Wohneigentumsquote. Ersteres wird von der Bevölkerungszunahme – in den USA kommen jährlich circa zwei Millionen neue Einwohner dazu, umgerechnet wächst die Bevölkerung etwa alle 14 Sekunden um eine Person7– sowie dem aktuellen Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt getrieben. Im vierten Quartal 2017 betrug das Wirtschaftswachstum 2,9 Prozent verglichen mit dem Vorquartal.Für die kommenden drei Jahre rechnet die Federal Reserve Board und die FOMC mit einem Wachstum von jeweils 2,0 bis 2,7 Prozent9, in anderen von CoStar geführten Analysen ist von einem durchschnittlichen Wachstum um 2,2 Prozent die Rede. Durch das Beschäftigungswachstum steigt auch die Anzahl der Menschen, die sich eine eigene Wohnung leisten können. Doch trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs entfernen sich die Amerikaner zunehmend vom klassischen Wohneigentumsmodell und wenden sich mehr und mehr der Wohnflexibilität zu. Insbesondere Berufseinsteiger wollen sich frei bewegen können, um attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Dafür wird Wohneigentum als weniger geeignet angesehen. Und da für den Kauf eines neuen Eigenheims rund 20 bis 25 Prozent Eigenkapital benötigt werden10, hat diese Bevölkerungsgruppe meist ohnehin noch nicht die Mittel, eine Immobilie zu erwerben. Hinzu kommt die Verschuldung vieler Universitätsabgänger. Die Höhe der Studentendarlehen ist in den letzten Jahren signifikant gestiegen; sie beträgt inzwischen USD 1,4 Billionen und bremst damit auch die Eigentumsbildung. Da die Wohnungs- und Häuserpreise sowie Zinssätze voraussichtlich weiter steigen, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich dieser Trend kurzfristig ändert. 

Der Trend zu Multifamily-Apartments und zur Miete wird weiter verstärkt durch die Tatsache, dass mehr als 23 Millionen junge Amerikaner11 noch zu Hause oder im College leben, die mit großer Wahrscheinlichkeit ihre erste Wohnung mieten wollen, wenn sie ausziehen. Auch der Trend alleine zu wohnen steigt: Der Anteil der Single-Haushalte wuchs in den vergangenen Jahren konstant12 und liegt aktuell bei 28 Prozent.13 In den Städten ist diese Quote teilweise noch deutlich höher – so lag sie 2016 in Atlanta, Georgia, bei 48,6 Prozent.14 Begünstigt wird dies durch den Trend, dass jüngere Amerikaner dazu neigen, später zu heiraten und Familien zu gründen als ihre Eltern und Großeltern. Auch Senioren sehen die Vorteile des Mietens von Apartments und entscheiden sich im höheren Alter für Multifamily-Angebote.

Der Mietmarkt und die Multifamily-Immobilien können von US-Steuerreform profitieren

Trotz leichtem Anstieg der Eigentumsquote wird von einer anhaltend guten Nachfrage nach Apartments zur Miete ausgegangen. Durch die Reduzierung von Steuervorteilen für Eigenheimbesitzer könnten, insbesondere in Regionen mit hohen Grundsteuern und Immobilienpreisen, der Mietmarkt und somit auch Multifamily-Immobilien profitieren.15

Zudem ist für ausländische Investoren in US-Immobilien die Reduzierung des Körperschaftssteuersatzes von Vorteil. Auf Dividenden aus Veräußerungsgewinnen zahlen Investoren bei entsprechender Strukturierung des Investments künftig nur noch den niedrigeren Satz von 21 Prozent. Vor der Reform waren sie einem Steuersatz von 35 Prozent unterworfen.16

Defensiv investieren

Über einen Zeitraum von 20 Jahren weist der Bereich Multifamily im Sektorenvergleich die höchsten Renditen und das höchste Sharpe-Ratio aus. In den vergangenen fünf Jahren erzielte keine andere Nutzungsart so starke Wertzuwächse wie der Multifamily-Sektor, der durchschnittlich 13 Prozent Wertsteigerung pro Jahr ausweisen konnte.17

Rendite und Sharpe Ratio nach Nutzungsart

Eine solche Anlage ist aufgrund der geringen Volatilität und der hohen durchschnittlichen Belegungsquote von etwa 94 Prozent18 vor allem eines: defensiv. Der Sektor zeigt sich stabil. So erholte er sich nach Immobilienkrisen zügig, da Familien gekaufte Immobilien gegen Mietverträge tauschten. Von allen Immobiliensektoren ist der Wohnungsmarkt derjenige, der am wenigsten von disruptiven Technologien betroffen ist. Anders ergeht es beispielsweise dem Einzelhandels-Sektor, der durch den E-Commerce stark im Umbruch ist. 

Zudem wird eine breite Diversifikation durch eine große Anzahl der Investoren ermöglicht. Und letztendlich werden die Menschen immer Apartments brauchen – Wohnen ist schließlich ein Grundbedürfnis des Menschen. 

Auch die Ankaufsrenditen sind attraktiv: CoStar prognostiziert für 2018 bei Multifamily-Objekten in den 54 US-Metropolen Cap Rates zwischen 5,1 und 6,3 Prozent.

Die Kriterien des magischen Investmentdreiecks – Sicherheit, Liquidität und Rendite – werden von diesem Sektor besonders gut erfüllt. In der Retrospektive hat sich der Wohnsektor langfristig stabiler und nachhaltiger entwickelt als Gewerbeimmobilien. 

Investmentfokus ist entscheidend

Oft heißt es, der hohe Fertigstellungsgrad im Multifamily-Sektor stelle ein Problem dar. Tatsächlich wird der Höhepunkt der Fertigstellungen im Jahr 2018 erreicht. Doch bei genauerer Betrachtung ergibt sich ein differenziertes Bild. Der Fokus der Fertigstellungen liegt eindeutig auf Class-A-Immobilien in Downtown, also im Hochpreissegment. Hier sind die Leerstandsquoten auch bereits deutlich höher als bei der Class B. Spannend ist daher vor allem die „Mitte des Marktes“. Hier sehen wir weiterhin gute Chancen in ausgewählten Städten, mit Anfangsrenditen von 5,5 Prozent bis 6,5 Prozent.19

Immobilien-Portfolios derzeit „unterallokiert“

Rund 25 Prozent ihres Immobilien-Portfolios haben US-amerikanische Institutionelle im Multifamily-Sektor allokiert. Dies entspricht auch dem Anteil von Multifamily im wichtigsten Index, dem NCREIF Property Index (NPI).20 Dennoch kommentieren einige US-Researcher dies als „Unterallokation“ vor dem Hintergrund der Bedeutung und Dynamik dieses Marktes. 

Fazit: Potenziale besser ausschöpfen

Deutsche institutionelle Investoren schenken dem weltweit größten Immobilienmarkt, der USA, noch vergleichsweise wenig Beachtung. Zu Unrecht. Angesichts der massiven Investitionen in Aktien und Anleihen in der größten Volkswirtschaft der Welt scheint es wenig gerechtfertigt, diesen hochliquiden und attraktiven Markt außer Acht zu lassen.

Besonders gilt das für den Multifamily-Bereich, der die höchste Liquidität der amerikanischen Immobiliensektoren aufweist. Dank des wirtschaftlichen und demografischen Wachstums zeigt er weiterhin einen Aufwärtstrend. Für interessierte deutsche institutionelle Investoren ist jedoch wichtig, mit einem erfahrenen Manager im Markt zu agieren.


Quellen:
1) Savills – Wohninvestmentmarkt Q4 2017
2) http://www.us.jll.com/united-states/en-us/research/investor/trends/multifamily
3) Scope Analysis, Institutionelle Immobilienfonds. 09.04.2018
4) Scope Analysis: Institutionelles Immobilienmanagement, Anlegerverhalten im Wandel. S. 13., 16.04.2018
5) Ebd.
6) http://www.nreionline.com/multifamily/how-amenities-multifamily-properties-offer-are-evolving-technology
7) https://www.census.gov/popclock/vgl. Werte vom 22.04.2017 und 22.04.2018
8) https://www.bea.gov/newsreleases/glance.htm
9) https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/files/fomcprojtabl20180321.pdf
10) US-Treuhand: US Multifamily Fund (UMF), Folie 43
11) Ebd. Folie 44 Siehe auch: https://www.citylab.com/equity/2016/02/the-rise-of-renting-in-the-us/462948/
12) https://www.statista.com/statistics/242022/number-of-single-person-households-in-the-us/
13) http://www.ipsnews.net/2017/02/the-rise-of-one-person-households/
14) https://www.statista.com/statistics/242304/top-10-us-cities-by-percentage-of-one-person-households/
15) UST-Newsletter 02/2018, S.10f
16) Ebd.
17) CoStar Commercial Repeat Sale Indices
18) https://www.reuters.com/article/us-property-usa-apartment/u-s-apartment-vacancy-rate-up-slightly-in-fourth-quarter-reis-idUSKBN1EM0B4
19) CoStar, Cap Rates by PType, vgl. auch: Newsletter, Austin-Texas
20) https://www.ncreif.org/data-products/property/

Über den Thomas Gütle

Thomas Gütle ist seit dem 1. November 2016 geschäftsführender Gesellschafter der US Treuhand Verwaltungsgesellschaft für US Immobilienfonds mbH und ist für den Geschäftsbereich institutionelle sowie semi-institutionelle Investoren verantwortlich. Zuvor war er von 2006 bis 2016 Geschäftsführer und Director of Institutional Business sowie Deutschland-Chef bei Savills Investment Management (vormals Cordea Savills) in München. Hier war er für den Aufbau der Aktivitäten in Deutschland verantwortlich. Darüber hinaus war er Mitglied im Executive Committee der Savills LLP, London. Neben strategischen nahm er Aufgaben in den Bereichen Business Development, Marketing/Vertrieb und Presse wahr. Zudem entwickelte Thomas Gütle neue, speziell auf deutschsprachige Investoren zugeschnittene Produkte, warb Eigenkapital ein und war als Key Account Manager aktiv.

Über US Treuhand

Die US Treuhand ist ausschließlich auf den US-Immobilienmarkt spezialisiert und entwickelt Produkte sowie Lösungen für private und institutionelle Kunden. Rund 7.700 private Anleger haben sich an den Publikumsfonds der US Treuhand beteiligt und gemeinsam mit amerikanischen Partnern und Darlehensgebern ein Investitionsvolumen von 4,6 Milliarden US-Dollar realisiert. Insgesamt hat die US Treuhand 20 Fonds mit einen Eigenkapital von 1,9 Milliarden US-Dollar initiiert. Die Objektauswahl, die Verhandlungen, die Konzeption und die gesamte Abwicklung in den USA werden von dem verbundenen Unternehmen Estein & Associates USA, Ltd. mit Sitz in Orlando, Florida übernommen.

US-Sanktionen stellen russische Unternehmen vor Zahlungsunfähigkeit

Die westlichen Länder, allen voran die USA, gehen auf verschiedenen Wegen gegen Russland vor: Diplomatisch durch die orchestrierte Ausweisung bemerkenswert vieler Diplomaten, militärisch durch die Angriffe in Syrien und wirtschaftlich durch Sanktionen. „Die neu verhängten Sanktionen haben eine andere Qualität als die Maßnahmen der Vergangenheit“, sagt Uday Patnaik, Head of Emerging Market Debt bei Legal & General Investment Management. „Die Sanktionen sind deutlich härter als zuvor, was zur Folge hat, dass einige betroffene Unternehmen vor der technischen Zahlungsunfähigkeit stehen.“ Der Rubel habe bereits massiv an Wert verloren und weitere Sanktionen könnten folgen. 

Die US-Regierung habe den Ton klar verschärft. „Nach den Sanktionen bislang war es immer noch möglich, Aktien oder Anleihen sanktionierter Unternehmen zu kaufen und zu halten, so lange sie vor dem Erlass der Sanktionen emittiert wurden“, erklärt Patnaik. „Die neuen Sanktionen gehen weiter: Alle US-Investoren müssen ihr Geld abziehen. Bis zum 7. Mai müssen sie alle Anleihen, Aktien und sonstigen Titel der betroffenen Firmen verkauft haben.“ Ende des vergangenen Jahres waren rund 230 Milliarden US-Dollar ausländischer Investoren in Russland angelegt. Die Sanktionen richten sich gegen sieben russische Oligarchen, die eng mit dem Kreml verbunden sind, zwölf Unternehmen, die sie kontrollieren oder besitzen, sowie 17 hochrangige Regierungsbeamte. 

Credit Spreads verengen sich überraschend

Zudem, so Patnaik, hätten die USA betont, dass auch Banken außerhalb der USA mit negativen Konsequenzen rechnen müssten, sollten sie weiterhin geschäftliche Beziehungen mit den benannten Unternehmern pflegen. „Bislang konnten sich viele Unternehmer den Sanktionen gegen sie recht leicht entziehen, in dem sie ihre Anteile beispielsweise an ihre Kinder verkauften. Darauf hat die US-Regierung ebenfalls reagiert.“ So richten sich die Sanktionen unter anderem gegen Igor Rotenberg, dessen Vater Arkady Rotenberg ihm 79 Prozent seiner Firma Gazprom Bureniye verkauft hatte, nachdem er selbst 2014 das Ziel von Sanktionen geworden war. Auch der Unternehmer Oleg Deripaska ist von den US-Maßnahmen betroffen. Ihm gehören unter anderem der zweitgrößte Aluminiumhersteller der Welt Rusal sowie der Mischkonzern Basic Element. Beide Unternehmen, ebenso wie weitere Firmen in Deripaskas Besitz wurden ebenfalls sanktioniert. Abzuwarten sei nun, wie die Reaktion Russlands aussehen und wie wirkmächtig diese ausfallen werde. 

„Die Auswirkungen auf die Emerging Markets insgesamt sind allerdings bislang erstaunlich verhalten“, sagt Patnaik. „Wir sehen zwar bedeutende Outflows aus russischen Assets und hatten entsprechende mit einer Vergrößerung der Credit Spreads in der ganzen Anlageklasse gerechnet. Tatsächlich sind die Spreads der Schwellenländer-Anleihen aber sogar enger geworden, was bemerkenswert ist.“ Das spreche für die allgemein verhältnismäßig stabile Lage der Schwellenmärkte. „Ein großer Teil des Geldes, das aus Russland abgeflossen ist, wurde in andere Emerging Markets reinvestiert, insbesondere in südamerikanische Länder.“ Dies zeige die Entwicklung, die die Schwellenländer in den vergangenen Jahren vollzogen hätten. „Die gleiche Situation wie jetzt in Russland hätte noch vor zehn Jahren die Emerging Markets insgesamt in eine schwere Krise gestürzt. Seitdem haben sich aber die Märkte selbst und auch die Investorenbasis deutlich weiterentwickelt.“

ÜBER LEGAL & GENERAL INVESTMENT MANAGEMENT
Legal & General Investment Management (LGIM) ist der Investmentmanager der Legal & General Group, die an der Londoner Börse im britischen Aktienindex FTSE 100 notiert ist. LGIM ist einer der größten institutionellen Vermögensverwalter in Europa und ein globaler Investor, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1836 zurückreichen. Derzeit verwaltet das Unternehmen ein Vermögen von rund 1.106 Milliarden Euro*.
Der Fokus von LGIM liegt auf LDI/Solutions, Active Credit/Global Fixed Income, passiven Anlagestrategien und Real Assets.
* Stand: 31.Dezember 2017. Beinhaltet Derivatpositionen und betreute Vermögen. Darin enthalten sind Gelder, die von LGIMA, einem SEC-registrierten Investmentmanager, verwaltet werden.

Immobilienkreditfonds: Die rentablere Alternative zum Eigenkapital

von Lahcen Knapp, CEO/Verwaltungsrat, Empira AG.

Nach den jahrelangen Preissteigerungen am Immobilienmarkt nehmen Investoren nun verstärkt die Fremdkapitalseite in den Blick. Sie weist für Immobilien-Investitionen in der Regel inzwischen ein besseres Rendite-Risiko-Profil auf als Eigenkapital-Investments. Gerade jenen Investoren, denen es in der anhaltenden Niedrigzinsphase immer schwerer fällt, ihre Kapitalanlageziele und Garantiezusagen zu erreichen, haben das zunehmend erkannt. Eine eigenständige Darlehensvergabe ist aber komplex und nicht jedem institutionellen Kapitalanleger möglich. Die Beteiligung an der Finanzierung eines einzelnen Objekts birgt Klumpenrisiken. Zudem stellt der Zugang zu geeigneten Finanzierungsobjekten einen Engpass dar.

Ein mögliches Anlagevehikel sind daher Immobilienkreditfonds. In den USA und in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Irland oder Luxemburg ist dieses Anlagevehikel schon lange geläufig. Europaweit beträgt das Volumen nach Angaben von Creditreform mehr als 47 Milliarden Euro (2016), Tendenz stark steigend. In Deutschland haben BaFin und Gesetzgeber erst 2015 beziehungsweise 2016 geschlossenen Spezial-Fonds (AIF) ausdrücklich gestattet, Darlehen nicht nur am Sekundärmarkt aufzukaufen, sondern unter bestimmten Bedingungen und unter der Aufsicht der BaFin selbständig und ohne Begleitung einer Partnerbank zu begeben. Alternativ zur deutschen stehen auch nach wie vor geeignete Fondsstrukturen aus dem EU-Ausland zur Verfügung, beispielsweise aus Luxemburg.

Einige Argumente sprechen aus Investorensicht für Darlehensfonds: Die Cashflows sind dank fester Zinsen relativ gut planbar und es gibt praktisch keine Bewertungsschwankungen. Die gebündelte Fondsstruktur ermöglicht ein stärker diversifiziertes Portfolio als die direkte Beteiligung an einer konkreten Finanzierung. Hinzu kommen für viele Investoren regulatorische Vorteile. Größere Versicherungen beispielsweise, die nach Solvency II reguliert werden, müssen Investitionen in Kreditfonds mit wesentlich weniger Eigenkapital unterlegen als Direktinvestments oder herkömmliche Immobilienfonds: Je nach Laufzeiten und Beleihungsgrenzen liegt die Solvency-Hinterlegung nur bei drei bis fünf Prozent – gegenüber bis zu 60 Prozent bei manchen klassischen Wohnimmobilienfonds.

Das entscheidende Argument für Kreditfonds ist allerdings das Renditepotenzial. Das wiederum hängt von mehreren Faktoren wie Rang, Laufzeiten oder Risikoklassen der Objekte ab, an erster Stelle aber von den Beleihungsausläufen (Loan-to-Value, LTV). Im Seniorbereich bis 60 Prozent LTV ist gerade in Deutschland der Wettbewerb durch Immobilienbanken sehr stark. Entsprechend niedrig sind die erzielbaren Zinsen. Kreditfonds spielen ihre Vorteile oberhalb dieser 60-Prozent-Marke aus. Hier halten sich die Banken nicht zuletzt angesichts strengerer Eigenkapitalvorschriften (Basel III) deutlich zurück.

Kreditfonds konzentrieren sich daher eher auf den Mezzanine-Bereich, also die Bandbreite zwischen 60 und 80 Prozent LTV. Nicht selten entsteht deshalb eine Arbeitsteilung zwischen Banken und Fonds: Die Bank übernimmt die Seniortranche bis 60 Prozent, der Fonds deckt den LTV-Bereich oberhalb dessen ab. Für die Fonds sind so bei Nachrangfinanzierungen auch kurzfristig zweistellige Zinssätze bis zu 15 Prozent zu erzielen – und für die Fondsinvestoren dahinter entsprechend hohe Renditen. Nachgefragt werden solche Finanzierungen oftmals für kurzfristige Anschub- oder Überbrückungsfinanzierungen von Value-Add-Objekten oder Projektentwicklungen. Dann spielen Kreditfonds auch ihren Geschwindigkeitsvorteil bei der Darlehenszusage gegenüber Bankfinanzierungen aus.

Je höher der LTV, desto höher ist rein rechnerisch auch das Ausfallrisiko. Von einer riskanten Anlage, gar von einer neuen Kreditblase kann dennoch keine Rede sein. Bei Finanzierungen mit einem LTV von 70 Prozent beispielsweise müsste der Wert der Immobilie erst um 30 Prozent sinken, bis tatsächlich ein nominaler Wertverlust für den Kreditgeber eintritt. In jedem Fall steht zunächst der Puffer aus Eigenkapital in der Haftung. Zudem handelt es sich in der Regel um kurzfristige Überbrückungskredite mit gut kalkulierbarem Risiko. Durch die Fondsstruktur besteht außerdem ein Diversifikationsvorteil.

Risikoaverseren Kreditfonds-Investoren stehen auch Whole-Loan-Strategien zur Verfügung, die die gesamte LTV-Bandbreite aus Senior und Mezzanine abdecken und zum Teil erstrangig besichert sind. Hier betragen die Zinsen zwar im Durchschnitt nur noch etwa sechs Prozent, die Fondsrendite (IRR) liegt dann bei etwa vier Prozent. Für konservativ bilanzierende institutionelle Investoren liegt aber selbst das noch immer oberhalb jener „magischen 3,5 Prozent“, die beispielsweise Lebensversicherungen zur Refinanzierung ihrer Garantiezusagen erwirtschaften müssen – bei einem deutlich geringeren Risiko als bei Eigenkapital-Investments.

Aus Investorensicht stellt oftmals der Zugang zu geeigneten Finanzierungsobjekten einen Engpass dar. Kreditnehmer, die oberhalb der Banken-Tranchen beispielsweise kurzfristig einen Überbrückungskredit benötigen, wenden sich üblicherweise direkt an ihnen bereits vertraute Fremdkapitalgeber. Zudem gehört das Kreditgeschäft zu den am strengsten reglementierten Geschäftsfeldern überhaupt. Für Fremdkapital-Investoren ist es daher unausweichlich, mit einem Fondspartner zusammenzuarbeiten, der zum einen über die nötige Kompetenz und zum anderen über den notwendigen Marktzugang verfügt.

Über Empira
Als Investment-Manager für institutionelle Immobilieninvestments im deutschsprachigen Europa hat sich Empira auf die Entwicklung innovativer und renditestarker Investmentlösungen spezialisiert. Unsere Immobilien- und Kapitalmarktexperten bilden dabei den gesamten Wertschöpfungsprozess aus einer Hand ab: von der Identifizierung erstklassiger Investmentobjekte sämtlicher Nutzungsklassen über den reibungslosen Akquisitionsprozess bis hin zu einem eingespielten Asset-Management. Dabei arbeiten wir als alleiniger Ansprechpartner vertrauensvoll mit unseren Investoren zusammen und setzen auf nachhaltige Anlagelösungen, die ihre Bedürfnisse bestmöglich erfüllen. Integrität und Ergebnisorientierung zählen zu unseren wichtigsten Grundsätzen.

Der richtige Wiedereinstieg in den Markt

von Thomas Meyer, Vorstand, WERTGRUND Immobilien AG.

Das Entwicklungstempo bei den Spitzenrenditen für Bestandsimmobilien in den Top-7-Städten hat sich verlangsamt. Das zeigt auch eine aktuelle Wohnungsmarktstudie von CBRE. Demnach liegen die Bruttorenditen derzeit im Schnitt bei rund 3,5 Prozent1. Bei voll entwickelten Immobilien fällt der Wert teilweise noch niedriger aus. Setzt sich dieser Trend fort, steuern Bestandsimmobilien auf ein Preisplateau zu. In Leipzig beispielsweise hat die Preisdynamik bereits stark nachgelassen. Ein weiterer Überhitzungskandidat ist die Stuttgarter Innenstadt mit ihrer Kessellage. Dort ist kaum noch Platz für Neuentwicklungen. Dennoch bleibt der überwiegende Teil der A- und B-Städte auch künftig krisenresistent, weil er eine robustere Struktur hat als die C-Standorte. Für ein Immobilienunternehmen, das vor allem Core-Objekte im Bestand hat, ist es ein guter Zeitpunkt, jetzt zu verkaufen. Schließlich kann es nicht mehr darauf hoffen, dass die Wertentwicklungen in den nächsten Jahren so positiv ausfallen wie bisher. Stattdessen bietet es sich an, die aktuelle Marktlage für Strategieänderungen zu nutzen und attraktive Verkaufspreise zu erzielen.

Value-Added-Ansatz gegen den Renditerückgang

Auffällig ist: Das rege Interesse, zu kaufen, bleibt bei den Investoren bestehen. Denn der Anlagenotstand ist aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank unverändert hoch. Es stellt sich also die Frage, wie sich das durch die Verkäufe eingenommene Geld in den Wohnimmobilienmarkt wieder profitabel investieren lässt.

Für interessierte Unternehmen bieten sich gleich mehrere Strategien an: Sie können in eine entwicklungsfähige Immobilie mit Value-Added-Ansatz gehen. Hier erhalten sie die Möglichkeit, den Cashflow zu erhöhen und Werte zu generieren. Infrage kommen beispielsweise sanierungsbedürftige Wohntürme mit Leerstand. Sie lassen sich modernisieren, der Leerstand wird beseitigt, die Miete optimiert. Idealerweise wird die Wohnanlage um einen gewerblichen Mieter – beispielsweise einen Nahversorger – ergänzt, um die gesamte Mikrolage aufzuwerten. Bei solchen Objekten ist ein anfänglich hoher Ankaufsfaktor zweitrangig, da die Rendite im Nachhinein dank der steigenden Mieteinnahmen erhöht wird.

Development to hold – Objekte im Bestand halten

Eine weitere Möglichkeit der Reinvestition besteht darin, eigene Projektentwicklungen zu betreiben. Und zwar auch solche von der grünen Wiese aus. Dort bietet sich beispielsweise der Bau von Mehrfamilienhäusern in Ballungsräumen deutscher Großstädte an. Erklärtes Ziel bei dieser Strategie kann es sein, das Projekt nach der erfolgreichen Entwicklung nicht sofort wieder zu verkaufen, sondern als Mietobjekt im eigenen Bestand zu halten. Für den Investor ergibt sich so die Chance, früh in der Wertschöpfungskette einzusteigen und die Finanzierungskosten sowie Belastung durch Grunderwerbssteuer und Maklergebühren zu optimieren. Dies erhöht die erzielbare Rendite und ermöglicht einen Einstieg in dieses Segment trotz gestiegener Grundstückspreise.

Geförderter Wohnungsbau als Alternative

Für eine besonders defensive Investmentstrategie kann bei den Entwicklungen zudem anteilig stärker auf den geförderten Wohnungsbau gesetzt werden. Aufgrund der deutlich unter Markniveau liegenden Mieten „garantiert“ diese Anlageklasse sichere Mieteinnahmen. Mittels KfW-Förderungen erhalten Investoren attraktive Finanzierungskonditionen. Nach Ablauf von Mietpreisbindung2 und notwendigen Sanierungsmaßnahmen erfolgt dann eine spürbare Renditesteigerung. Schließlich kommen für kleinere, geförderte Wohneinheiten besonders auch Studenten infrage, die über wenig Einkommen verfügen. Die dortige Nachfrage nach Wohnraum kann nicht allein durch die öffentliche Hand und teure Mikroapartments abgedeckt werden. Aufgrund der regelmäßig wiederkehrenden Wohnungssuche in Universitätsstädten lohnen sich solche Wohneinheiten.

Alle drei Strategien bergen höhere Risiken als reine Bestandshaltung von Core-Objekten. Investoren tun sich leichter, in den genannten Fällen das Geschäft Immobilienspezialisten mit einem breit diversifizierten Portfolio zu überlassen. Falls es beim einzelnen Projekt gegebenenfalls einmal nicht nach Plan läuft, kann dies durch die Performance anderer Projekte ausgeglichen werden. Auch in der angespannten Marktsituation rate ich dazu, neu in den Wohnimmobilienmarkt zu investieren. Die Möglichkeiten der Wertschöpfung sind vielfältig. Mit der richtigen Strategie führt sie zu einem deutlichen Plus bei der Rendite.


Quellen:
1) CBRE Wohninvestmentmarkt Erstes Halbjahr 2017
2) vgl. § 16 WoBindG, § 50 WoFG und in Berlin § 11 a WoG Bln

Thomas Meyer
Herr Meyer ist Mitgründer und seit 2006 Vorstandsvorsitzender der WERTGRUND Immobilien AG. Herr Meyer verantwortet im Vorstand die Bereiche Immobilienankauf, Finanzierung, Fondsmanagement und Co-Investments.

WERTGRUND Immobilien AG
Die WERTGRUND Immobilien AG ist ein Investment- und Managementunternehmen für Bestandswohnimmobilien in Deutschland. Ihren institutionellen und privaten Kunden bietet die WERTGRUND Immobilien AG die gesamte Dienstleistungspalette im Bereich Wohnimmobilien an – von Investments über Transaktionsbegleitung bis hin zu Asset Management, Verwaltung, Vermietung und Vermietungssteuerung sowie Mieterprivatisierung. Seit 2005 ist die WERTGRUND Immobilien AG als Co-Investor mit namhaften internationalen Investoren für den Aufbau und das Management bundesweiter Wohnungsportfolios in Deutschland zuständig. Im April 2010 hat WERTGRUND gemeinsam mit der Pramerica Property Investment GmbH als Kapitalverwaltungsgesellschaft den offenen Wohnimmobilien Publikums-AIF WERTGRUND WohnSelect D aufgelegt. Im Jahr 2013 hat WERTGRUND in Kooperation mit der HANSAINVEST den auf institutionelle Anleger zielenden Spezial-AIF WERTGRUND Spezialinvest Wohnen D aufgelegt und im August 2014 den WERTGRUND Wohnen D, Ende 2016 folgten die Auflage der Spezialfonds WERTGRUND Wohnen D2 sowie ImmobilienInvestNord. WERTGRUND ist bei allen Fonds für das gesamte Immobilien- und Asset Management zuständig. WERTGRUND ist seit 1992 am Markt und hat seitdem ein Immobilienvolumen von über 3 Mrd. Euro bearbeitet. Als Asset Manager betreute WERTGRUND bisher mehr als 70.000 Wohneinheiten. Im Rahmen des Qualitätsmanagements bietet die WERTGRUND Immobilien AG nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifizierte Prozesse. www.wertgrund.de 

Betriebskosten von Gewerbeimmobilien – ein vernachlässigtes Thema mit Potenzial

von Dr. Konrad Jerusalem, Geschäftsführer der Argentus GmbH.

Die Höhe der Betriebskosten ist ein zunehmender Wettbewerbsfaktor bei der Vermarktung von Gewerbeimmobilien – sie beeinflusst die Vermietbarkeit und die Wertentwicklung. Allerdings kommt das Thema im Tagesgeschäft von Property- und Facility-Managern häufig zu kurz. Ein Fehler, denn mit der richtigen Strategie und geringem Aufwand können bis zu 25 Prozent der Kosten im laufenden Betrieb eingespart werden. Das Ergebnis sind zufriedene Mieter, eine attraktivere Immobilie und mittelfristig ein reduzierter Verwaltungsaufwand.

Die Betriebskosten in Deutschlands Büros bewegen sich auf einem hohen Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Branchenreport „OSCAR“ des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle (JLL). Der Durchschnittswert aller Nebenkosten ist 2016 auf 4,00 Euro pro Quadratmeter und Monat angestiegen – 2011 waren es noch 3,59 Euro pro Quadratmeter1. Die größten Einzelpositionen sind bekanntlich die Kosten für Wartung, öffentliche Abgaben und Heizung. In den kommenden Jahren ist von einem weiteren Anstieg der Kosten auszugehen. Dabei machen jetzt schon die Energie- und Betriebskosten in Summe rund 20 Prozent der durchschnittlichen Gesamtmieten an den sieben größten deutschen Bürostandorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart aus.

In den rund 325.000 Büro- und Verwaltungsgebäuden in Deutschland existieren vielfach große Einsparpotenziale bei den Betriebskosten. Eigentümer, Property- und Facility-Manager sollten sie vor allem aus drei Gründen genauer in den Blick nehmen:

Erstens wissen Eigentümer und Mieter den Wert einer kostenoptimierten Bewirtschaftung der Immobilie gleichermaßen zu schätzen. Schon mit gering-investiven Maßnahmen, beispielsweise bei der optimalen Einstellung von Heizungs- oder Lüftungsanlagen, lassen sich in vielen Fällen bis zu 25 Prozent der Verbrauchskosten einsparen. Die Reduzierung der umlegbaren Kosten – zum  Beispiel für Energie, Müllentsorgung oder Wartungsdienstleistungen – trägt zur Mieterzufriedenheit bei und erhöht auch langfristig die Vermietungschancen in einem durch starken Wettbewerb gekennzeichneten Markt. Und schließlich eröffnen reduzierte Nebenkosten mittelfristig neue Spielräume zur Erhöhung der Kaltmiete.

Zweitens sind Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte für immer mehr Nutzer von Büroimmobilien Teil ihrer Unternehmenskultur. Zu diesem Ergebnis kommt auch die im Mai 2017 veröffentlichte Studie „Büroimmobilien“ der Deutschen Energie-Agentur (dena), die Investoren und Mieter zu den Themen Energieeffizienz, Nutzungsdauer und Sanierungszyklen befragte.

Drittens reduziert sich durch die kostenoptimierte und effiziente Immobilie langfristig der Verwaltungsaufwand. Wenn Energieverträge gebündelt, FM-Leistungen klar definiert und Prozesse effizient aufgestellt sind, haben Objektbetreuer mehr Zeit, sich um die Wertentwicklung der Immobilie zu kümmern. Und nicht zuletzt empfehlen sich Property- und Facility-Manager durch den kostenoptimierten und nachhaltigen Betrieb einer Immobilie als besonders professionelle Dienstleister. 

Hürden bei der Betriebskostenoptimierung

Es gibt also gute Argumente, um sich bei der Immobilienverwaltung um kostenoptimierte und nachhaltige Bewirtschaftung des Bestandes zu bemühen. Doch warum bleiben die Potenziale vielfach ungenutzt? Im täglichen Geschäft fehlen häufig Zeit, Personal und Erfahrung. Laut einer aktuellen Studie von Drees & Sommer bemängeln 74 Prozent der befragten Auftraggeber und Auftragnehmer von Immobiliendienstleistungen, dass ihnen qualifizierte Mitarbeiter im technischen Bereich fehlen.

Erschwerend kommt hinzu, dass über den Lebenszyklus einer Immobilie hinweg immer wieder unterschiedliche Akteure involviert sind – von der Planung bis zum Bau, von der Erstnutzung bis zum Weiterverkauf oder zur Umnutzung einer Immobilie. Ingenieure planen die technische Gebäudeausrüstung (TGA), wechselnde Facility Manager übernehmen das technische und infrastrukturelle Gebäudemanagement und Jahre später werden Produktionsflächen zu kleinteiligen Flächen für Startups umgebaut. In der Praxis führt dies häufig dazu, dass wichtige Dokumente und Wissen über den sachgemäßen technischen Betrieb einer Immobilie, beispielsweise im Hinblick auf Aufzüge, Heizungs- oder Lüftungsanlagen, verloren gehen.

Neuausrichtung des Energieeinkaufs als Quick Win

Um Einsparpotenziale zu nutzen und das Immobilienmanagement nachhaltig zu optimieren, sollten Immobilienverwalter das Betriebskostenmanagement als ein strategisches und ganzheitliches Thema betrachten. Dabei sollten zunächst alle Betriebskostenarten von der Energieversorgung bis zu den Wartungsverträgen in den Blick genommen werden – ganz gleich ob sie verbrauchsabhängig oder verbrauchsunabhängig sind.

Da die Energiekosten durchschnittlich 60 Prozent der gesamten Betriebskosten ausmachen, lässt sich durch die Neustrukturierung des Energieeinkaufs ein Quick Win für den Auftraggeber und dessen Mieter erzielen. Einsparungen von bis zu 50 Prozent der beeinflussbaren Kosten können kurzfristig durch Ermittlung der Ist-Kosten für Allgemeinstrom, Erdgas und Fernwärme und den Einsparpotenzialen nach Ausschreibung (Strom und Gas) bzw. Nachverhandlung (Fernwärme) erreicht werden. Nebenergebnis einer Ausschreibung sind dabei portfolioweit gebündelte Energielieferverträge mit Konditionen, welche die Verwaltung der Objekte deutlich erleichtern, beispielsweise durch Sonderkündigungsrechte bei Verkauf, erweiterte Mengenflexibilitäten und Objektkontierung auf den Abrechnungen.

Wirtschaftliche Optimierung technischer Anlagen 

Ein weiterer Schritt zur Reduzierung der Energiekosten ist die Identifizierung auffällig hoher Verbräuche innerhalb eines Portfolios oder in einem Objekt. Auch hier gibt es Konstellationen wie etwa die mangelnde Abstimmung zwischen Kältetechnik und Heizungsanlage, bei denen sich mit geringen zeitlichen wie investiven Mitteln eine spürbare Senkung der Energiekosten erzielen lässt. Im Mittelpunkt steht dabei, Handlungsoptionen zu identifizieren, welche sich finanziell rechnen und zugleich die jeweilige Eigenart der Immobilie und das spezifische Vermieter-Mieter-Verhältnis berücksichtigen. Ein Single Tenant Objekt, das zu einem Multi Tenant Objekt weiterentwickelt wurde und für das eine Untermessung des Allgemeinstromverbrauchs zu umlegbaren Kosten eingerichtet werden muss, ist ein anderes Thema als ein Büroobjekt mit einem Nebenkosten-Cap, bei welchem der Mieter veraltete technische Anlagen rund um die Uhr laufen lässt. Gemeinsam ist beiden Fällen, dass es für eine erfolgreiche Lösung nicht nur auf technischen Sachverstand, sondern auch auf ein gutes Zusammenwirken mit allen Projektbeteiligten ankommt.

Ganzheitliches Betriebskostenmanagement als Ziel 

Die Beispiele zeigen, dass es vielfältige Ansatzpunkte gibt, um die Betriebskosten von Gewerbeimmobilien deutlich zu senken. Ein strategisches Betriebskostenmanagement zu implementieren, das alle Kostenarten in den Blick nimmt, erfordert fachliche Expertise sowie personelle Ressourcen. Angesichts der ohnehin großen Aufgabenfülle im Tagesgeschäft müssen Eigentümer, Property- und Facilitymanager entscheiden, ob sie diese Aufgabe selbst erbringen können oder einen externen Spezialisten hinzuziehen.


Dr. Konrad Jerusalem
Dr. Konrad Jerusalem ist geschäftsführender Gesellschafter der Argentus Energie GmbH. Er verfügt über langjährige Beratungs- und Führungserfahrung im internationalen Investment Banking und in der Energiewirtschaft. In 2011 gründete Herr Jerusalem die Argentus Energie mit dem Ziel, das Energiemanagement von großen Immobilienportfolios zu übernehmen. Herr Jerusalem hat zwei juristische Staatsexamen der Ludwig-Maximilians-Universität in München bzw. des Freistaats Bayern. Promoviert wurde Herr Jerusalem an der juristischen Fakultät der Universität in Potsdam.

Über Argentus GmbH
Die Argentus GmbH unterstützt als Dienstleister Immobilienunternehmen ganzheitlich bei der optimalen Bewirtschaftung ihrer Immobilienportfolios, und zwar sowohl auf der kaufmännischen als auch auf der technischen Seite. Die wesentlichen Ziele sind dabei, die Betriebskosten insgesamt zu senken, den Anlagenbetrieb zu optimieren und die Gebäudeinfrastruktur zu verschlanken. Mit Büros in Düsseldorf und Frankfurt am Main betreut Argentus 19.000 Liegenschaften für Eigentümer, Asset Manager und Property Manager. www.argentus-re.com 

1) JLL Pressemitteilung „Büro-Nebenkosten stagnieren auf hohem Niveau“ vom 11. Oktober 2017,
http://www.jll.de/germany/de-de/presse/2195/jll-oscar-2017-buero-nebenkosten-stagnieren-auf-hohem-niveau

Wer aussteigen will, sollte aussteigen

von John Amram, Geschäftsführer, HPBA GmbH.

Die Businesspläne der einzelnen Akteure auf den deutschen Immobilienmärkten unterscheiden sich teilweise erheblich voneinander. Dementsprechend schwer können allgemeingültige Aussagen über eine ideale Vorgehensweise in puncto Investmentansatz getroffen werden. Umso wichtiger ist es, die Ausgangssituation des eigenen Businessplans und den Status quo seiner Assets analytisch zu betrachten.

Wer für die kommenden Jahre einen Exit plant, für den könnte es besser sein, diesen vorzuziehen. Die Zeichen des Wandels werden deutlicher, denn die Immobilienmärkte haben in einigen Lagen und bei einigen Nutzungsarten ein Preisplateau erreicht. Bestes Beispiel: Highstreet-Retail-Immobilien in den 1a-Lagen deutscher Metropolen.

Preisentwicklung hat kaum noch Luft nach oben

Gewerbeobjekte im Bereich Prime-Retail erzielen derzeit Faktoren zwischen 30 und 45. Selbst Faktor 50 wird hin und wieder gefordert. Für Verkäufer ist das eine gute Grundlage – und in vielen Fällen eine ideale Gelegenheit, da der überwiegende Teil der Objekte gut entwickelt ist. Beispielsweise gibt es auf der Düsseldorfer Königsallee oder dem Berliner Kurfürstendamm kaum noch Value-Add-Objekte in Prime-Lage, bei denen wertsteigernde Maßnahmen und damit eine Erhöhung der laufenden Rendite möglich sind. 

Die hohen Kaufpreise werden wahrscheinlich nicht weiter steigen. Im Gegenteil: JLL zufolge zeichnen sich erste Mietrückgänge ab. Wurden 2016 in den B1a-Citylagen Berlins durchschnittliche Spitzenmieten von 350 Euro pro Quadratmeter erzielt, liegt der aktuelle Wert bei 330 Euro pro Quadratmeter.

Hinzu kommt, dass sich der Markt für Einzelhandelsimmobilien in einem Strukturwandel befindet. Etablierte Händler verlagern ihr Geschäft ins Internet, neue Player suchen hingegen Showrooms mit Omnichannel-Konzept, um ihre Produkte zu präsentieren. Diese Bewegungen müssen sich zwar nicht negativ auf die Flächennachfrage auswirken, können aber für Mieterwechsel und potenziellen Leerstand sorgen. Werden anschließend die Mietverträge auf niedrigerem Niveau neu ausgehandelt, sinkt der Verkehrswert der Immobilie.

Zinswende würde auf die Preise drücken

Zahlreiche Experten, unter anderem die Analysten der Rating-Agentur Scope, sind davon überzeugt, dass die deutschen Immobilienmärkte für externe Schocks anfällig sind. Bei diesem Begriff denken viele zunächst an einen Krieg oder eine internationale Wirtschaftskrise – und nicht an eine Erhöhung der Leitzinsen. Doch genau diese Zinswende ist ein realistisches Szenario für die nächsten Jahre.

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im April 2017 das monatliche Volumen für Anleihekäufe von 80 auf 60 Milliarden Euro zurückgefahren hat, wird es ab 2018 auf 30 Milliarden Euro gesenkt. Diese Änderung ist bis September 2018 in Kraft, was danach folgt, ist unklar. Wenn das Anleihekaufprogramm zurückgefahren wird, dürften die Kapitalmarktzinsen steigen. Gleichzeitig ist denkbar, dass die EZB ihre Leitzinsen erhöht. Zudem wird 2019 Mario Draghi als EZB-Präsident abgelöst.

Es ist also äußerst fraglich, ob die aktuelle Niedrigzinspolitik fortgeführt wird. Fest steht nur: Sobald ein Kurswechsel verkündet wird, setzt Bewegung auf den Märkten ein. Auch wenn ein realistisches Zinsniveau von 1,75 oder 2,5 Prozent noch immer historisch niedrig wäre, würde das bedeuten, dass festverzinsliche Staatsanleihen als Anlageziel wieder konkurrenzfähig werden. Wenn sich die Renditen dieser risikolosen Anlageform denjenigen von Prime-Retail-Immobilien annähern oder sie sogar übersteigen, würde endgültig eine Trendwende an den Märkten einsetzen.

Ein Exit sollte wohlüberlegt sein

Das Ende des günstigen Gelds würde bei der Immobilienfinanzierung entscheidend zu Buche schlagen und dafür sorgen, dass sich die Hürden für ein Investment vergrößern. Einerseits nimmt der Anteil derjenigen ab, die in Immobilien investieren wollen, und andererseits die Anzahl derer, die investieren können. Eigentümer sollten ihr Investment genau prüfen. Insbesondere dann, wenn der Businessplan schon weitgehend erfüllt ist.

Der psychologische Aspekt darf natürlich ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Sobald ein deutlicher Preisrückgang eingesetzt hat, beginnen potenzielle Käufer zu zögern, um eine günstigere Gelegenheit abzuwarten. Spätestens dann ist der Zeitpunkt für einen optimalen Verkauf endgültig vorbei. Im Vergleich dazu sind die Nachteile eines etwas zu frühen Verkaufs äußerst gering. Ich glaube deshalb: Wer einen Ausstieg plant, sollte wahrscheinlich jetzt die Gunst der Stunde nutzen.


Über den Autor
John Amram gründete HPBA im Jahr 2009. Heute hat das Unternehmen fast ausschließlich langjährige Stammkunden und das Neugeschäft beruht überwiegend auf Empfehlungen. Ethische Werte haben für John Amram eine zentrale Rolle bei der Beratung von Kunden: „Authentizität ist grundlegend für eine gute Zusammenarbeit. Wir wollen ein langfristiges Vertrauensverhältnis zu unseren Kunden entwickeln. Dabei beschönigen wir keine Lagen und Zahlen. Wir arbeiten immer darauf hin, optimale Ergebnisse zu präsentieren. Ich begegne meinen Kunden oder einer fremden Person mit derselben Offenheit wie meiner Familie oder mir selbst.“ John Amram lebte und arbeitete zuvor 18 Jahre in London.

Über HPBA
HPBA ist Deutschlands führender Off-Market-Spezialist für Immobilientransaktionen. In den vergangenen Jahren haben wir Transaktionen in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro begleitet, davon eine Milliarde im Jahr 2017. Wir finden für Sie stets den „Best Buyer“, also den optimalen Käufer für Ihre Objekte. Ob einzelne Immobilien oder bundesweite Portfoliotransaktionen, Joint-Venture-Deals und Mergers & Acquisitions – wir begleiten für Sie den gesamten Transaktionsprozess. Dabei verstehen wir uns als vertrauensvoller Partner unserer Kunden, um stets die beste Verkaufsstrategie und den optimalen Käufer zu finden. Weitere Informationen finden Sie unter: https://hpba.eu