Das Metaversum bietet neue Chancen: Ein Megatrend, an dem man 2022 nicht vorbeikommt

Im neuen Jahr werden wir viel mehr über das Metaversum hören. Nicht im Zusammenhang mit dem neuen Namen von Facebook, sondern in Bezug auf den technologischen Nachfolger des Internets und der Mobilfunk- und Cloud-Computing-Ära. Im Metaversum können wir unser reales und unser analoges Leben mit unseren virtuellen Avataren kombinieren. Geräte für virtuelle und erweiterte Realität werden es uns ermöglichen, in einer programmierten und entwickelten Welt per Video zu interagieren. Bisher war dies nur ein Phänomen der Generation Z. Wir erwarten jedoch, dass auch andere Generationen im Jahr 2022 ins Metaversum einsteigen. Technologieplattformen und Hardware-Hersteller werden offensichtlich davon profitieren. Doch andere Unternehmen beginnen ebenfalls bereits, die Chancen zu erkennen, die das Metaversum bietet – zumal einige Enthusiasten der Generation Z jetzt schon virtuelle Produkte als wertvoller ansehen als physische Güter.

Die Online-Spiele-Plattform Roblox ist ein gutes Fallbeispiel aus dem Jahr 2021. Sie hat über 200 Millionen aktive Nutzer pro Monat – ungefähr die Hälfte davon unter 13 Jahren – und bietet Hundertausende virtueller Spiele. Das Gucci Garden Experience, ein virtueller Erlebnispark, der nur für zwei Wochen im Mai geöffnet ist, bietet ein Umfeld, in dem die Nutzer ihre Konsumfreude ausleben und bereits ab USD 1.20 sammelbare, in begrenzter Auflage verfügbare virtuelle Accessoires der Luxusmarke erwerben können.

von Henk Grootveld, Head of Trends Investing bei Lombard Odier Investment Managers

 

ThirdYear Capital: Fortsetzung des Aufschwungs bei hoher Inflation und steigenden Zinsen im Jahr 2022

Aus ökonomischer Sicht war das vergangene Jahr nicht nur von ungewöhnlich hoher Inflation, sondern auch von Divergenzen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften geprägt. Dem Immobilienboom und Inflationsanstieg auf 7 Prozent in den USA standen Insolvenzrisiken beim Immobilienkonzern Evergrande und stabile Inflation bei aktuell 1,5 Prozent in China entgegen. Entsprechend niedrig die Korrelation zwischen wichtigen Finanzmärkten im Vergleich zu den Jahrzehnten vor der Pandemie. Aktienmärkte, die auch über Länder hinweg meist deutlich positiv korreliert sind, verliefen zeitweise sogar gegenläufig. Dem spekulativen Boom in sogenannten „Meme-Stocks“ und unprofitablen Internetfirmen in den USA standen zwischenjährlich Kursverluste von 60 Prozent in chinesischen Technologie-Indizes entgegen. Die Wachstumserwartungen in Volkswirtschaften wie Brasilien, die besonders von chinesischer Nachfrage abhängen, wurden ebenfalls nach unten korrigiert.

Dieses Marktumfeld beinhaltet ein erhebliches Normalisierungspotential und erzeugt in 2022 deswegen Chancen für über Länder und Anlageklassen hinweg diversifizierte Portfolios. Die vermehrt auf Inflationsbekämpfung ausgerichtete Geldpolitik in den USA trifft nämlich auf einen weit höheren Spielraum für politische Unterstützung von Wachstum in Asien, insbesondere in China. Dieser Umstand erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Aufschwung dieses Jahr selbst bei unerwarteten Rückschlägen im Pandemieverlauf fortsetzt. Für die eigene Global-Macro-Strategie gibt es deswegen außerhalb der USA neue Investmentchancen, auch in ausgewählten Entwicklungsländern.

Nowcasting-Indikatoren, die von der Global-Macro-Strategie für kurzfristige Vorhersagen von Wachstum und Inflation genutzt werden, zeigen allerdings weiterhin ein vorhandenes Potenzial für überhöhte Inflationsraten in den westlichen Volkswirtschaften. Die von Zentralbanken erwartete Normalisierung von Inflationsraten im zweiten Halbjahr wäre zu optimistisch, falls bei einer möglichen nachhaltigen Überwindung der Pandemie die aufgestaute Nachfrage eine Dienstleistungsinflation erzeugt. Auch der angebotsbeschränkte Arbeitsmarkt wird die Dienstleistungsinflation über Lohnsteigerungen von um die 5 Prozent auf absehbare Zeit weiter anheizen. In den USA macht der Dienstleistungssektor circa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung und Inflationsberechnung aus. Aktuell sind die hohen Inflationsraten noch von untergewichteter Konsumgüterinflation getrieben.

Für den wahrscheinlichen Fall, dass die Inflation auch im zweiten Halbjahr weit über dem 2-Prozent-Ziel bleibt, hat die Fed bereits Zinserhöhungen angekündigt. Für die Ausrichtung von Investmenportfolios empfiehlt sich deswegen weiterhin keine Übergewichtung von zinssensitiven und besonders spekulativen Märkten.

AGATHON Capital

Die AGATHON CAPITAL GmbH ist ein Spezialist für innovative und nachhaltige Fondsstrategien. Mit einem betreuten Volumen von über 1,8 Mrd. Euro gilt AGATHON seit mehr als 12 Jahren als unabhängiger und verlässlicher Partner für liquide Finanzprodukte im Bereich Spezial- und Publikumsfonds.

Das altgriechische Wort „agathon“ steht für „das Gute, das Nützliche“. Der Name ist zugleich Verpflichtung. Als Bindeglied hilft AGATHON institutionellen und semi-institutionellen Investoren Renditen zu sichern, Risiken zu steuern und mit innovativen Fondslösungen die Kapitalanlage zu diversifizieren. AGATHON bündelt finanzwissenschaftliches Know-how mit leistungsstarken Produkten ihrer Fondspartner und legt so die Grundlage für ein umfassendes Leistungsspektrum mit bestmöglicher Performance für ihre Kunden. Seit 2016 ist AGATHON Fondsinitiator der ART Fonds-Familie. Ziel ist es, spezialisierte Asset Manager zu finden und zu entwickeln, die in jedem Börsenzyklus eine attraktive Rendite generieren können. Im Rahmen des Core-Satellite-Ansatzes erhalten somit professionelle Investoren maßgeschneiderte Satelliten-Lösungen.

Weitere Informationen unter www.agathon-capital.de

Martin Roßner / ThirdYear Capital

Martin Roßner ist seit März 2015 Gründer und Geschäftsführer von ThirdYear Capital. Zuvor sammelte er über 8 Jahre Erfahrung bei der Man Group in verschiedenen Bereichen wie Global-Macro-Research, Risikomanagement und Asset Allokation. Er ist Träger eines Master-Abschlusses in Quantitative Economics der Universität St. Gallen und hat zahlreiche Weiterbildungsexamen wie CFA, CAIA und FRM bestanden.

Die Third Year GmbH ist bankenunabhängiger Anbieter „quantamentaler“ Makro-Strategie und Absoluter Returns mit Sitz in München. Das Team vereint langjährige Global Macro-Research und Investment Erfahrung bei einem führenden alternativen Asset Manager mit akademischer Präzision. Die Firma nutzt Daten und Technologien, um ein tiefes Verständnis der Volkswirtschaft systematisch und in Echtzeit auf liquide Anlageklassen anzuwenden. Das Unternehmen begann im Jahr 2015 mit der Strategie-Entwicklung und der Publikation ökonomischer Analysen. Seit August 2020 wird die Strategie systematisch im ART Global Macro (UCITS) Fonds angewendet und stetig optimiert.

Weitere Informationen unter www.third-year.com 

Keine Renaissance der Atomkraft

Matthias Fawer, Analyst ESG & Impact Assessment bei Vontobel:

Die Pläne der EU-Kommission, Erdgas und Atomenergie im Rahmen der EU-Taxonomie als klimafreundliche Energieträger zu klassifizieren, dürften unserer Ansicht nach die Wahrnehmung von Mainstream-Anlegern, denen es um nachhaltige Anlageprodukte geht, nicht verändern. Atomkraft wird von Anlegern mit Fokus auf Nachhaltigkeit allgemein als Ausschlusskriterium für ihre nachhaltigen Produkte ausgelegt, ebenso wie Kohle, Öl und andere fossile Energieträger, einschließlich Erdgas. In der Regel werden für die Investitionen Schwellenwerte von fünf bis zehn Prozent festgelegt. Bislang haben wir von unseren Kunden noch keinerlei Hinweise erhalten, dass sich diese Positionierung maßgeblich ändern könnte.

Wie auch immer am Ende das Ergebnis für die Taxonomiebestimmungen sein wird: Wir erwarten, dass Vermögensverwalter unter Umständen zwei verschiedene Werte für ihre Taxonomiekonformität melden werden – einen mit und einen ohne Atomkraft und Erdgas. So wäre die Transparenz gegenüber ihren Kunden gewahrt, die dann wiederum die Möglichkeit hätten, zu entscheiden, was aus ihrer Sicht „grüne“ Anlagen sind. Dies ist auch deshalb so wichtig, weil vermieden werden muss, dass das Vertrauen in die Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) insgesamt erschüttert wird.

Der kontroverse Vorstoß zum Jahreswechsel hat aber auch einen positiven Aspekt. Die Debatte über die Gestaltung der schwierigen und heiklen Übergangsphase, bis erneuerbare Energien den gesamten Strombedarf abdecken können, ist damit eröffnet.

Vor diesem Hintergrund werden wir weiter in Stromversorger investieren, die eine verantwortungsvolle Übergangsstrategie aufweisen. Eine solche Strategie beinhaltet unserer Ansicht nach, den Großteil der Investitionen (CAPEX) in neue Kapazitäten für erneuerbare Energien fließen zu lassen und dabei konventionelle Kraftwerke – hauptsächlich Gas und Atomkraft, da Kohlekraft als erste Energieform abgewickelt wird – als notwendige Reserve für einzelne Regionen so lange wie nötig in Betrieb zu belassen.

Wir sind der Auffassung, dass die Diskussion sich mehr auf die Planung einer sinnvollen und sicheren Abwicklungsphase für Atomkraftwerke konzentrieren sollte als auf die Investition in teure und langwierige neue Projekte. Diese werden ohnehin zu spät kommen, um diverse aktuelle Engpässe zu überbrücken. Als einzige Investitionen machen vielleicht einige Gaskraftwerk-Projekte Sinn, die als Notreserve und zur Deckung von Bedarfsspitzen dienen, gegebenenfalls in Kombination mit der Abscheidung, Nutzung oder Speicherung von CO2.

Aus wirtschaftlicher Sicht steht für uns außer Zweifel, dass es nicht zu einer Renaissance der Atomkraft kommen wird. Das Potenzial zur Kostensenkung und Skalierbarkeit von Solar- und Windenergie ist – auch unter Berücksichtigung von Verbesserungen am Batterie- und Energiemanagement – zu solide und die Projektrealisierung geht viel zügiger voran, weshalb kein Bedarf an neuen risikoreichen Atomkraftprojekten besteht.

It is Important to Improve the Impact Measurement

The 17 Sustainable Development Goals (SDGs) outlined by the UN in 2015 provide a blueprint for a just and sustainable world. While actors across a range of professional arenas are rushing to catch up with the SDGs, the term “impact” is being thrown around loosely to give the impression that the desired goals have been reached. It is tempting to assume certain businesses have a positive impact on the SDGs, simply based on intuition. However, some might negatively impact the SDGs or elicit both positive and negative outcomes in the long run. Without proper tools for impact measurement and assessment, we can only get so far!

Agents for Impact (AFI) understands how essential it is to improve the practice of impact measurement through stable and coherent frameworks. To deliver on this promise, we have designed a specialized investment approach to support microfinance institutions (MFIs) that exhibit strong commitment and proven track records of progress toward the SDGs. To evaluate an MFI’s performance, AFI peels back the surface to deploy a strong assortment of cohesive and rigorous assessment tools, including financial analysis and addressing social performance indicators; sustain- ability factors; and environmental, social and governance (ESG) risks. We assess the MFI’s sustainability performance and its alignment to the SDGs using our in-house Sustainability Alignment Rating (AFISAR©) Tool. Through a holistic approach combining ESG indicators in consonance with a range of internationally agreed-upon standards, the AFISAR© Tool helps make impact measurable, quantifiable and transparent.

Leaving No One Behind

The Asian Development Bank estimated this year that close to USD 4.9 trillion must be injected into the economy of the Global South annually to meet the SDGs by 2030. However, investments are running 69 percent short of this target. Therefore, we argue that, based upon the SDG principle of “Leaving No One Behind,” challenges such as unemployment, poverty, gender inequality and climate change can only be addressed adequately through a unified global effort. With AFI’s unique approach to measuring impact and our exceptional research quality, we tackle business and finance problems in a manner that serves people and positively contributes the wellbeing of the planet.

Measuring Impact

Amid the ongoing buzz about impact investment, many investors not only are looking to reduce ESG risks in their investment portfolios but are eager to understand how they can be proactive in creating positive impacts on society and the environment. This paradigm shift has created the potential for significant expansion and changes to reach underserved populations with financial access. Therefore, AFI focuses its operations in Eastern Europe, the Caucasus and Central Asia (EECCA); South Asia; and Southeast Asia (SEA); and it has most recently set foot in Sub-Saharan Africa (SSA). in the geographic direction of capital to where it is required most. For example, MFIs in emerging economies can be significant drivers for promoting inclusive, sustainable development. They do this by giving small loans to microentrepreneurs, providing finance for housing, education, food security, clean energy, etc. With over a billion people in Asia living below the poverty line, microfinance offers tremendous potential to reach underserved populations with financial access. Therefore, AFI focuses its operations in Eastern Europe, the Caucasus and Central Asia (EECCA); South Asia; and Southeast Asia (SEA); and it has most recently set foot in Sub-Saharan Africa (SSA).

AFI’s diverse team, headquartered in Frankfurt, Germany - with Agents in India, Bangladesh, Ukraine, Philippines, Kenya and Indonesia - builds bridges between finance and impact. One of our main goals is to enable a conducive environment for investments to achieve the SDGs. Since its inception, AFI has facilitated investments totaling over USD 200 million to 25 MFIs. The biggest chunk of the portfolio – around USD 100 million - is allocated to the Indian microfinance sector, reaching 6.9 million clients.

AFI recognizes the potential of microfinance to contribute to reducing inequalities, promoting entrepreneurship, and making women more economically resilient, helping them be more optimistic when planning their future and futures of their children. Accordingly, 97 percent of our end-clients are female entrepreneurs from low-income households.

https://www.agentsforimpact.com/

Corona-bedingte Verwerfungen bieten Relative-Value-Chancen in Schwellenländeranleihe-Portfolios

Die durch das Coronavirus ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen sind immer noch spürbar. Sie haben nicht nur die Kluft zwischen Industrie- und Schwellenländern vergrößert, sondern auch die Streuung innerhalb der Schwellenländer verbreitert. Lesen Sie im Folgenden einen Kommentar von Michael Wehrle, Evariste Verchere und Florence Birkett aus dem Investment Solutions-Team von BlueOrchard zu der Frage, weshalb das Umfeld in den kommenden Monaten zahlreiche Relative-Value-Chancen für aktive Portfoliomanager bieten sollte.

Breitere Streuung spricht für aktives Management

„Die durch das Coronavirus ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen sind immer noch spürbar. Sie haben nicht nur die Kluft zwischen Industrie- und Schwellenländern vergrößert, sondern auch die Streuung innerhalb der Schwellenländer verbreitert“, sagt Michael Wehrle, Head of Investment Solutions bei BlueOrchard. „Unserer Ansicht nach hat die expansive Geldpolitik der vergangenen zwei Jahre die Märkte mit Liquidität überflutet und Unterschiede zwischen Marktsegmenten verringert. Angesichts der hohen Liquidität Bestand für Kreditgeber ein Anreiz, Kreditnehmer aus dem gesamten Qualitätsspektrum zu unterstützen – und damit auch schwächeren Kreditnehmern Finanzierungen zu gewähren. Unserer Ansicht nach hat dieser Prozess die Kluft zwischen den unterschiedlichen Profilen
der Kreditnehmer tendenziell verringert. Eine straffere Geldpolitik (auf Englisch: Tapering) dürfte jedoch den gegenteiligen Effekt haben, da es die im System verfügbare Liquidität wohl verringern wird. Infolgedessen erwarten wir für das kommende Jahr eine breitere Streuung zwischen den Emittenten, die sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen sollte. Das Tempo des Impffortschritts ist in den einzelnen Schwellenländern  unterschiedlich hoch. Klar ist, dass die Erholung der Weltwirtschaft in hohem Maße von der Geschwindigkeit abhängt, mit der Regierungen ihre Bevölkerung impfen können. Darüber hinaus hat das Exportvolumen 2021 Exportländern und insbesondere Rohstoffexporteuren enorme Vorteile gebracht. Kolumbien als rohstoffexportierendes Land hat beispielsweise in einer Zeit Zugang zum US-Dollar erhalten, als diese Währung stark war. Demgegenüber waren Länder mit einer eher dienstleistungsorientierten Wirtschaft, die stark vom Tourismus abhängig sind, im Laufe des vergangenen Jahres eher benachteiligt. Das ist zum einen auf die verhaltene Tourismusaktivität zurückzuführen, die das Wachstum belastete, und zum anderen auf den begrenzten Zugang zu US-Dollars. Problematisch ist weiterhin, dass Schwellenländer mit einer schwächeren wirtschaftlichen Ausgangslage ihre Geld- und Finanzpolitik bereits jetzt straffen, obwohl sich ihre Wirtschaft noch nicht vollständig von dem durch die Corona-Krise verursachten Abschwung erholt hat. Hinzu kommt, dass die politische Agenda vorallem in Lateinamerika auch in den kommenden Monaten für Volatilität und Unsicherheit sorgen dürfte. Wir erwarten daher, dass sich die Streuung innerhalb der Schwellenländer in diesem Jahr verbreitern wird. In einem solchen Umfeld sind wir der Meinung, dass ein selektiver Ansatz und aktives Handeln 2022 entscheidend sein werden, um Mehrerträge gegenüber der breiten Marktrendite (Alpha) zu erzielen.“

Fremdfinanzierte Unternehmen am stärksten durch höhere US-Zinsen gefährdet

Florence Birkett, Portfoliomanagerin bei BlueOrchard, fügt hinzu: „Eine der großen Herausforderungen für Schwellenländermärkte wird 2022 wahrscheinlich der Straffungszyklus der US-Notenbank Fed sein. Für Emittenten, die einen Teil ihrer Schulden in US-Dollar finanzieren, dürften die Refinanzierungskosten steigen. Länder und Unternehmen, deren Schulden nicht auf US-Dollar lauten, dürften ebenfalls leiden. Denn höhere US-Zinsen werden vermutlich auch die Zinssätze in Schwellenländern nach oben treiben.

Der derzeitige Straffungszyklus in den USA unterscheidet sich jedoch drastisch von dem sogenannten Taper Tantrum 2013. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Schwellenländer in diesen Zyklus mit wesentlich solideren Fundamentaldaten gehen als vor fast einem Jahrzehnt. Unternehmen mit hohem Verschuldungsgrad und einer starken Abhängigkeit von Großkrediten dürften zwangsläufig am meisten von höheren Zinssätzen betroffen sein. Wir glauben daher, dass es im kommenden Jahr entscheidend sein wird, sich auf Emittenten mit angemessener Bonität zu konzentrieren.

In Industrieländern hängen die High-Yield-Ratings (Non-Investment Grade Rating) der Emittenten von Hochzinsanleihen in der Regel mit der hohen Verschuldung der Unternehmen zusammen. In Schwellenländern muss dies unserer Meinung nach jedoch nicht unbedingt der Fall sein. Unserer Ansicht nach gibt es viele Gründe, die dazu führen können, dass Unternehmen in Schwellenländern ein High-Yield-Rating erhalten – auch unbeachtet des Kreditprofils des Unternehmens. Sitzt beispielsweise ein Unternehmen mit solidem Kreditprofil in einem Land mit Hochzins-Rating, ist das Rating dieses Unternehmen sehr oft durch das Rating seines Heimatlandes eingeschränkt. Ein Beispiel dafür ist die IHS Holding, ein Betreiber von Sendemasten mit High-Yield-Rating, der in mehreren Schwellenländern tätig ist. Trotz guter Fundamentaldaten wird das Unternehmen durch Nigerias Rating von B- negativ beeinträchtigt und hat nur ein Rating von B+.

Unserer Ansicht nach werden sich 2022 attraktive Chancen in Schwellenländern bieten. Aktive Portfoliomanager werden in ausgewählte Hochzinsanleihen investieren und gleichzeitig ihr Engagement in Emittenten mit hohem Fremdkapitalanteil begrenzen können, die durch den US-Zinsstraffungszyklus besonderen Risiken ausgesetzt sein dürften. Schließlich sind wir der Meinung, dass ein Portfolio aus verschiedenen Anleihen, die idiosynkratische, unkorrelierte Risiken aufweisen, eine bessere Diversifizierung und attraktivere risikobereinigte Renditen bietet als ein Portfolio, das sich stark auf einige wenige Emittenten mit hohem Fremdkapitalanteil konzentriert.“

Festverzinsliche Wertpapiere wieder als Diversifizierungsinstrument eingesetzt

„Während der Corona-Krise bauten viele Zentralbanken weltweit auf eine expansive Geldpolitik, um ihre Volkswirtschaften zu stützen“, sagt Evariste Verchere, Portfoliomanager und Head of Public Debt bei BlueOrchard. „Dadurch sanken die Renditen festverzinslicher Wertpapiere, so wie beabsichtigt. In den vergangenen Jahrzehnten kamen Anleihen in Multi Asset-Portfolios als Instrumente zur Risikostreuung zum Einsatz. Dahinter stand die Überlegung, dass Anleihen und Aktien tendenziell negativ korreliert sind, ihre Kurse sich also in der Regel in entgegengesetzte Richtungen bewegen. 2020 sanken die Renditen für Anleihen jedoch so stark, dass diese ihre Diversifizierungsfunktion nicht mehr erfüllen konnten. Mit anderen Worten: Der Spielraum für weiter fallende Anleiherenditen, um eine Abwärtsbewegung der Aktienkurse auszugleichen, war begrenzt. Im Dezember 2021 sahen wir uns jedoch mit einem drastisch anderen Umfeld konfrontiert. Denn die US-Notenbank begann, ihr Anleihekaufprogramm zu drosseln, und die Märkte preisten für 2022 mehrere Zinserhöhungen ein. Anfänglich dürfte ein Anstieg der Renditen die Anleihekurse belasten. Durationsmanagement wird für den Schutz von Anleiheportfolios besonders wichtig sein. Wir sind jedoch der Ansicht, dass höhere Gesamtzinsen bei festverzinslichen Wertpapieren die Anlageklasse auf lange Sicht wieder als Diversifizierungsinstrument etablieren sollten.

Unserer Ansicht nach wird das Umfeld in den nächsten zwölf Monaten zahlreiche Relative-Value-Chancen für aktive Portfoliomanager bieten. Anleger werden vor allem dazu angehalten sein, noch stärker zwischen den Emittenten zu differenzieren. Die Fähigkeit, in ausgewählte Emittenten zu investieren und die Duration aktiv zu steuern, wird zentral sein, um 2022 solide, risikobereinigte Renditen zu erzielen.“

Über BlueOrchard

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact-Investment-Manager und Mitglied der Schroders Group. Als Pionier unter den Impact-Investoren hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, einen dauerhaften positiven Einfluss auf Gemeinschaften und die Umwelt zu generieren und gleichzeitig attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet das Unternehmen Impact-Investment-Lösungen über alle Anlageklassen hinweg an und verbindet Millionen von Unternehmern in Schwellen- und Grenzmärkten mit Investoren mit dem Ziel, Impact-Investment-Lösungen für alle zugänglich zu machen und den bewussten Umgang mit Kapital zu fördern. Als professioneller Investmentmanager und Experte für innovative Blended-Finance-Mandate verfügt BlueOrchard über eine anspruchsvolle internationale Investorenbasis und ist ein
vertrauensvoller Partner führender globaler Institutionen für Entwicklungsfinanzierung. Bis heute hat BlueOrchard mehr als 8 Milliarden US-Dollar in mehr als 90 Ländern investiert. Über 223 Millionen arme und gefährdete Menschen in Schwellen- und Grenzmärkten erhielten mit Unterstützung von BlueOrchard Zugang zu Finanz- und verwandten Dienstleistungen (Stand Juni 2021). 

www.blueorchard.com

Rückblick auf 2021 – Krypto-Erwartungen für 2022

von Eliézer Ndinga und Adrian Fritz, 21Shares Research.

2021 war ein ereignisreiches Jahr - geprägt durch besondere Kräfte, die entscheidend dazu beitrugen, das Innovations- und Adoptionstempo der Kryptoindustrie zu beschleunigen. Während 2020 insbesondere vom institutionellen und unternehmerischen Engagement und vom Aufstieg von DeFi bestimmt wurde, brachte das beispiellose Interesse an Krypto im abgelaufenen Jahr eine ganz neue Generation von Unternehmern und Investoren hervor. Viele dieser neuen Player haben Bitcoin und Ethereum übersprungen, um die erste Generation von Web-3-Anwendungen zu entwickeln und zu verwenden.

Bei 21Shares freuen wir uns, unseren Jahresrückblick und unsere Erwartungen für das Jahr 2022 vorzustellen. Eine der großen Herausforderungen dieses Berichts besteht darin, ihn in eine fortlaufende Geschichte zu verwandeln, die mit einer Zusammenfassung gleichzeitig in die Zukunft weist. Wenn wir das Jahr 2021 beschreiben müssten, würden wir folgende Merkmalen herausstellen:

  1. Das kontinuierliche institutionelle Engagement: Die institutionelle Akzeptanz, die mit Tesla begann, wurde durch die öffentliche Notierung von Coinbase gesteigert
  2. Das China-Verbot: Chinas Verbot von Kryptoasset-Mining und -Trading
  3. Der DeFi-Bärenmarkt: Die Diskrepanzen zwischen Fundamentaldaten und Preisentwicklungen für Ethereum-basierte DeFi-Anwendungen
  4. Die Web-3-Bewegung: Das Wiederaufleben von NFTs, die Erweiterung ihrer verschiedenen Anwendungsfälle für Musik, Spiele und Filme neben dem Aufstieg des Metaverse
  5. Die Ethereum-Konkurrenten: Die Entwicklungen der Krypto-Infrastruktur mit Ethereum-Konkurrenten im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit
  6. Die Entwicklungen der Krypto-Infrastruktur: Interoperabilitäts- und Skalierbarkeitslösungen, auch als Layer 2s bezeichnet
  7. Die noch weitgehend unbeachteten Anwendungen, die man 2022 im Auge behalten sollte (Erwartungen 2022)

Das sind unsere Erwartungen für 2022 

Makro: Hohes Tempo bei Innovation und Finanzierung

  • Das Verhältnis von Ether zu Bitcoin (ETH:BTC) Marktwertindikator hat 2021 zum ersten Mal seit drei ​​Jahren die 50 Prozent-Marke überschritten. Ethereum nimmt demzufolge inzwischen 50 Prozent der Marktkapitalisierung von Bitcoin ein. Der Aufwärtstrend begann im vergangenen Sommer, der hauptsächlich durch den Anstieg der NFTs(Non-fungible Tokens - nicht veränderbare, digital verschlüsselte Gegenstände) angetrieben wurde. Noch ist es zu früh, um zu sagen, ob Ethereum den Marktwert von Bitcoin in naher Zukunft überholen wird. Allerdings macht das Innovationstempo, mit dem Ethereum aktuelle Probleme wie Marktmanipulation und hohe Transaktionsgebühren löst, deutliche Fortschritte.
  • PoW-Miner (Miner, die den Proof-of-Work als Konsensmechanismus bei der Validierung und Generierung neuer Blöcke einer Blockchain nützen) könnten außerhalb Chinas auf mehr Widerstand stoßen. Bei einigen Politikern zeigen sich wegen des Energieverbrauchs von PoW-Netzwerken wie Bitcoin zunehmend besorgt. Länder könnten versuchen, das Mining einzudämmen, indem sie den Zugang zu Minern sperren oder versuchen, diese Praktiken vollständig zu verbieten. Politiker in Norwegen und Schweden würden Letzteres bevorzugen, obwohl Miner erneuerbare Energien nutzen. Iran und Kasachstan hingegen haben sich für Ersteres entschieden. Nachdem am 14. Oktober drei große Kohlekraftwerke abgeschaltet wurden, beschloss die kasachische Regierung, die Stromversorgung einiger Verbraucher zu beschränken, darunter die kasachischen Krypto-Miner, die 18 Prozent der weltweiten Bitcoin-Hashrate ausmachten.
  • Einer der anderen Gründe, warum wir im Vergleich zu den letzten Zyklen optimistisch in die Zukunft dieser Branche blicken, ist das Innovationstempo und die finanzielle Unterstützung, die Krypto-Unternehmer nicht nur von VC-Firmen erhalten, sondern auch aus dem Crowdsourcing-Netzwerk von Talenten und Ressourcen mit Initiativen wie jene von Braintrust. Ein gutes Indiz für diese neue Ära sind die in dieser Branche getätigten VC-Investitionen, die im Jahresvergleich um mehr als 300 Prozent gestiegen sind.
  • VCs werden sich neu erfinden müssen, um relevant zu bleiben und in diesem Jahrzehnt so viele Unternehmer wie möglich anzuziehen. Sie müssen der Community und den Teams einen nicht monetären Wert bieten, von denen viele - beispielsweise Paradigm - begonnen haben, große Schwachstellen in DeFi zu beheben.

DeFi: Verbesserte Nutzererfahrungen und stärkerer Lobbyismus angesichts zunehmender Regulierung

  • Die Verbreitung benutzerfreundlicher DeFi-Anwendungen wird im Jahr 2022 an Geschwindigkeit gewinnen, da eine neue Welle chinesischer Nutzer von den zentralisierten Börsen ausgeschlossen ist. Die dominantesten DeFi-Anwendungen erwägen Integrationen in Layer 2 wie StarkNet, Aribitrum und Optimism, um die Benutzererfahrung zu verbessern. Nichtsdestotrotz könnte Polygon PoS der größte Nutznießer für das erste Halbjahr 2022 sein. Es sei denn, Layer 2s führen ihre eigenen Token ein und finden relevante Partnerschaften und Marketinginitiativen, um Entwickler nachhaltig zu einer schnellen Migration zur Bootstrap-Nutzung anzuregen. Uniswap und ParaSwap sind bereits auf Polygon gestartet.
  • Viele Krypto- und DeFi-Projekte mit Sitz in den USA könnten sich entweder für kryptofreundlichere Umgebungen entscheiden, um ohne regulatorische Hemmnisse zu wachsen oder US-Kunden daran hindern, mit ihren Interfaces wie beispielsweise bei dYdX zu interagieren.
  • Große Kryptofirmen werden massive Lobbyarbeit leisten, um mehr regulatorische Klarheit zu erlangen. Der Anfang dieses Jahres ins Leben gerufene Crypto Council for Innovation wird die Interessen der Branche bei politischen Entscheidungsträgern wahrnehmen, Forschungsprojekte aufnehmen und als Stimme der aufstrebenden Industrie für die wirtschaftlichen Vorteile digitaler Währungen und verwandter Technologien fungieren. FTX.US wird wohl dank der großen Spenden seines CEO für Joe Bidens Kampagne zu einem der wichtigsten Unternehmen an der Lobbyfront.
  • Binance begrenzte das Leverage-Level auf 20 Mal statt auf plus 100 und stellte den Margin-Handel für verschiedene Fiat-Währungen wie den Euro, den australischen Dollar und das britische Pfund ein. Daher sollten wir davon ausgehen, dass sich der Derivatehandel von krypto-nativen Produkten in DeFi wie Dydx und Perpetual Protocol, Ribbon usw. verlagern wird.
  • Angesichts eines Kommentars des SEC-Vorsitzenden Gary Gensler zur Forderung nach Einhaltung der US-Wertpapiergesetze sowohl für zentrale als auch für dezentrale Kryptodienste ist mit einer zunehmenden behördlichen Kontrolle zu rechnen. Daher könnten in den USA Beschränkungen oder die Streichung von Krypto-Assets in Kraft treten, die als nicht registrierte Wertpapiere gelten.
  • Uniswap, die führende dezentrale Börse innerhalb von DeFi, entfernte solche Security Token von ihrer Schnittstelle (nicht aus dem Protokoll selbst), die sich im Besitz von Uniswap Labs, ihrem in den USA registrierten Unternehmen, befindet. Uniswap beschäftigte aus Compliance-Gründen auch TRM, ein Blockchain-Analyseunternehmen. Andere DeFi-Anwendungen könnten nachziehen.
  • Die Anleger sind im letzten Jahr viel sachkundiger geworden und werden mehr denn je an DeFi und Web-3 teilnehmen. Viele Protokolle wie Aave, MetaMask, Hashflow, Compound usw. haben damit begonnen, institutionelle Optionen zu entwickeln, um diese Investorenkohorte zu bedienen.

Stablecoins: Viel Unterstützung aus der klassischen Finanzwelt, Gegenwind aus Russland und China

  • Regierungsbeamte auf der ganzen Welt haben Bedenken hinsichtlich der USD-gebundenen Stablecoins geäußert, darunter der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell. In diesem Zusammenhang könnten strengere Vorschriften für in den USA ansässige Stablecoin-Emittenten gelten. Entweder könnten diese Regeln eine Bankcharta vorschreiben oder Emittenten verpflichten, Staatsanleihen zu halten.
  • Traditionelle Dienstleister nutzen bereits Technologien aus der Kryptoindustrie. Visa wird es seinem Netzwerk von Verbrauchern, Unternehmen, Banken und Regierungen schließlich ermöglichen, USDC zu verwenden. Dieses Bestreben ist ein Beweis dafür, dass die konventionelle Finanzierung versucht, die Innovation hinter der Krypto-Infrastruktur zu erschließen.
  • Angesichts der Tatsache, dass Stablecoins die Dominanz des US-Dollars auf der ganzen Welt stärken, könnten viele Länder wie Russland und China, die Teile ihres Finanzsystems de-dollarisieren, ihre lokalen Banken daran hindern, Stablecoin-Einlagen anzunehmen, wenn sie versuchen, ihre eigene CBDC aufzubauen. Russland beispielsweise hat den Dollaranteil seiner Devisenreserven von 45 auf 24 Prozent gesenkt.
  • Algorithmische Stablecoins werden eine wichtige Vertikale sein, die man im Auge behalten sollte. UST könnte de facto zum Tauschmittel in DeFi werden, da das Terra-Ökosystem über IBC mit anderen Ketten interagiert. Andere Anleger werden sich wohler fühlen, weiterhin USDC oder USDT zu verwenden, um im Falle eines Hacks von schwarzen Listen mit Wallet-Adressen zu profitieren.

NFTs mit enormem Potential für die Games- und Musikbranche -  Schuh- und Bekleidungsindustrie bereits in den Startlöchern, mehr Wettbewerb der Marktplätze

  • Mit dem besten Rating ausgestattete, sogenannte AAA-krypto-native Spiele werden mehr Zeit brauchen, um sich so zu entwickeln wie erwartet, und könnten möglicherweise Erwartungen verfehlen oder nur mithilfe weiterer Finanzierungsrunden erfüllen.
  • Spiele, die viel Anklang finden werden, werden diejenigen sein, die einfacher und schneller bereitzustellen sind oder wenn es sich um Projekte handelt, die in den letzten Jahren im Stillen aufgebaut wurden.
  • Musik-NFTs gehören aller Voraussicht nach zu den interessantesten Branchen, in denen Künstler die Kontrolle über ihren Werdegang übernehmen. Die Dimension dieser Innovation kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mikel Jollett veranschaulicht das Potential so: „1.000.000 Streams auf Spotify bringen 3.000 US-Dollar ein. Davon gehen 84 Prozent an das Label (wenn der Künstler in einem Major ist, 50 Prozent bei Indies) und satte 480 US-Dollar gehen an den Künstler.“ Mit Musik-NFTs können Fans über lizenzpflichtige NFTs Songs besitzen, Musiker können Songs auf zensurfreien Plattformen wie Audius hochladen oder ihre Videos auf Glass Protocol tokenisieren. Die Fangemeinde kann sogar Künstler durch dezentrale Plattenlabels wie Good Karma DAO unterstützen.
  • Solana dürfte über den FTX NFT-Marktplatz mehr NFT-Künstler und Prominente wie Stephen Curry anziehen.
  • Der NFT-Marktplatz Opensea wird möglicherweise Marktanteile verlieren, da er dem starken Wettbewerb mit Coinbase, FTX Rarible, Zora, SupeRare, Nifty Gateway usw. ausgesetzt ist.
  • Cloud-Speicherlösungen wie Arweave und IPFS haben die Chance, ins Rampenlicht zu treten, wenn die Besorgnis über Ausfälle zentralisierter Webhosting-Dienste wie AWS aufkommen wird.
  • Wie bereits Anfang des Jahres 2021 vorhergesagt, werden viele NFT-Avatare zu Musikbands, Film- und Zeichentrickfiguren wie Crypto Punks, Bored Apes und MetaHero. PUNKS Comic und Universal Music Group sind großartige Beispiele für diesen Trend.
  • Im Jahr 2022 werden mehr Marken, insbesondere Schuhhersteller und Bekleidungsunternehmen, das Metaverse und NFTs nutzen, um Artikel auszustellen und physisch an NFT-Mitglieder zu liefern. Adidas und Nike sind die führenden Marken in dieser Hinsicht.
  • NFT-Projekte und -Promoter werden nicht immun gegen behördliche Aufsicht sein, Das gilt insbesondere für NFTs, die als nicht registrierte Wertpapiere eingestuft werden könnten und für offenen Betrug wie beispielsweise Pyramidensysteme, die auf Social-Media-Kanälen wie TikTok oder Instagram beworben werden.

DAOs – Blockchain-User bilden zentrale autonome Organisationen, vorwiegend bei Finanzierungsfällen

  • Die Anwendungsfälle, die wahrscheinlich an Dynamik gewinnen werden, sind erstens quadratisches Funding mit Gitcoin (GTC), eine neue Form der dezentralen Finanzierung, die zum Ziel hat, Fairness zwischen Kapital und Mensch herzustellen und zweitens Crowdfunding mit Syndicate Protocol, einer Mischung aus dezentralisiertem Investitionsprotokoll und sozialem Netzwerk. Diese Anwendungsfälle werden das Investitionsfeld von Krypto erweitern, Forschungs- und Entwicklungsinitiativen zur Lösung realer Probleme unterstützen und mit der Kryptowährung ImpactMarket (PACT) ein universelles Grundeinkommen für bedürftige Menschen bieten.

Infrastruktur: Terra mit Vorsprung vor Polkadot, global drahtlos mit Helium Network

  • Die beiden Ökosysteme Cosmos und Polkadot sollte man 2022 auf dem Radar haben. Beide Blockchains müssen Projekte und Netzwerke mit der größten Nutzertraktion anziehen, um schnelle Erfolge zu erzielen. Terra kam im Oktober zu Cosmos und könnte daher der Polkadot-Blockchain in Bezug auf die Interoperabilitätsvertikale aus Benutzersicht weiterhin meilenweit voraus sein. Interoperabilitätslösungen werden eine wichtige Komponente zur Verbesserung der Liquiditätsbereitstellung, Zusammensetzbarkeit und Effizienz in DeFi darstellen.
  • Helium Network wird unseren Erwartung nach zu einem wichtigen Bestandteil der Web-3-Infrastruktur mit der Mission, die Welt durch ein allgegenwärtiges, globales drahtloses Netzwerk zu einem vernetzteren Ort zu machen. Die Partnerschaft mit FreedomFi, einem Konnektivitätsunternehmen, das Open-Source-5G-Geräte herstellt, könnte im Jahr 2022 mehr Akzeptanz finden.
  • Layer 2s (L2s) werden kettenunabhängig, Optimism und StarkWare haben dieses Bestreben bereits signalisiert. Die jahrelange Forschung und Entwicklung von L2s wird Nicht-ETH-Blockchains wie Avalanche, Solana, Fantom und NEAR zugutekommen, um als Abwicklungsschichten für das Internet of Value (Web-3) zu skalieren.

Das ausführliche Dokument (Jahresrückblick und Erwartungen 2022) steht HIER zum Download bereit.


Über 21Shares

21Shares hat die weltweit größte Auswahl von börsengehandelten Kryptowährungsprodukten basierend auf ETPs. Im Jahr 2018 leistete das Unternehmen Pionierarbeit bei der Notierung des weltweit ersten Kryptowährungs-Index an der SIX Swiss Exchange. Im November 2021 verwaltet 21Shares knapp drei Milliarden Dollar in 20 Kryptowährungs-ETPs und 80 Notierungen. Darunter das weltweit einzige ETP-Produkt auf Binance sowie mit Tezos und Solana zwei ETPs, bei denen Anleger Staking-Erträge genieren können. Drei Krypto Baskets, HODL, HODLV und HODLX runden die aktuelle ETP-Suite ab. Die Krypto-ETPs sind an acht regulierten europäischen und schweizerischen Handelsplätzen notiert.
Die Vision von 21Shares ist es, allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit zu bieten, um über ein Bankkonto in Kryptowährungen zu investieren.
Weitere Informationen: https://21shares.com/

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen für 2022 weitaus unsicherer als sie Ende 2020 waren

von Ellen Gaske, Lead Economist – G10 Economies, Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income.

Am Ende des Jahres 2021 fällt auf, dass die Weltwirtschaft keinen klaren Kurs hat, da die Bedingungen weitaus unsicherer sind als noch Ende 2020. Zentralbanker der ganzen Welt sind besorgt, dass sie in ihrem Kampf gegen die Inflation hinterherhinken, da die Bank of England in der vergangenen Woche endlich die Zinssätze angehoben hat und sich damit ihren Kollegen in Neuseeland und Norwegen anschließt, die ihre Politik kürzlich gestrafft haben. In der Zwischenzeit hat die US-Notenbank ihre Prognosen deutlich verschärft und rechnet mit drei Zinserhöhungen im Jahr 2022. Letztendlich gehen wir davon aus, dass die Fed den Leitzins nicht so stark anheben kann, wie sie es derzeit prognostiziert, und rechnen damit, dass der Leitzins am Ende unter 2 % liegen wird.

Die Maßnahmen der Zentralbanken bergen jedoch auch Abwärtsrisiken. Der Kurswechsel der politischen Entscheidungsträger wurde durch die jüngsten Inflationsdaten ausgelöst, und die Auswirkungen der höheren Kreditkosten könnten sich erst Monate später auf die Realwirtschaft auswirken, wenn Wachstum und Inflation abschwächen werden. Unser Basisszenario geht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in den USA und in Europa im nächsten Jahr mit 3,6 % bzw. 4,3 % weiterhin über dem Trend liegen wird, während der Verbraucherpreisindex in der Kernrate im nächsten Jahr bei etwa 2,5 % bis 3 % und die PCE-Kernrate bei etwa 2,5 % liegen dürfte. Positiv ist jedoch, dass die EZB die Stimulierung wahrscheinlich länger aufrechterhalten wird als die Federal Reserve, dass das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum in Europa die Kreditgrundlagen und die Ratings verbessern wird und dass die Fusions- und Übernahmetätigkeit in Europa den Markt für Unternehmensanleihen weniger stark beeinflussen wird als in den USA.

Indes verschlechtern sich die wirtschaftlichen Aussichten Chinas weiter, da die Inlandsnachfrage durch strenge COVID-Beschränkungen, eine strikte Dekarbonisierungspolitik und der Zerfall des Immobiliensektors hart getroffen wurde. Während die Exporte in den Jahren 2020 und 2021 eine wichtige Wachstumsquelle darstellten, wirft die nachlassende Wirtschaftsdynamik in den Industrieländern Fragen zur Auslandsnachfrage auf. Das schwache chinesische Wachstum (wir gehen von 8,0 % im Jahr 2021 und 4,5 % im Jahr 2022 aus) könnte weltweit einen gewissen disinflationären Impuls geben, während die USA und andere entwickelte Märkte mit ihrem jeweiligen Inflationsdruck zu kämpfen haben.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Fed-Politik nach dem Abschluss des Tapering Anfang nächsten Jahres wird die Verwaltung ihrer Bilanz sein. Es ist zwar möglich, dass die Fed im Jahr 2022 mit dem Abbau der Bilanz beginnt, indem sie beschließt, einige Fälligkeiten nicht wieder anzulegen, doch erscheint ein Starttermin Anfang 2023 derzeit wahrscheinlicher. Die Notenbanker werden sich 2022 wahrscheinlich darauf konzentrieren, das Tempo der Zinserhöhungen zu kalibrieren, und sie könnten mehr Flexibilität gewinnen, wenn sie bis 2023 mit der quantitativen Straffung warten.

Trotz der makroökonomischen und politischen Ungewissheit glauben wir, dass die implizite und realisierte Volatilität an den Zinsmärkten der Industrieländer im nächsten Jahr geringer ausfallen könnte. Während Inflationssorgen in diesem Jahr für erhebliche Volatilität am Anleihemarkt sorgten, da die Zinssätze über die gesamte Kurve hinweg neu bewertet werden, gehen wir für 2022 von einer deutlich geringeren impliziten und realisierten Volatilität aus. Historische Muster zeigen, dass die implizite Volatilität während der Zinserhöhungszyklen durchweg zurückging, wenn die Forward-Rate-Preise realisiert wurden, und wir glauben, dass dieser Präzedenzfall auch für den kommenden Zyklus gilt. Wir gehen davon aus, dass sich die Verwerfungen bei den Zinssätzen in den Industrieländern in diesem Umfeld geringerer Volatilität verbessern werden, was sich positiv auf identifizierte Relativwertchancen auswirken dürfte.

Wir gehen weiter davon aus, dass die Fusions- und Übernahmetätigkeit im Jahr 2022 konstant bleiben wird, und sind vorsichtig, was das Potenzial für eine große fremdfinanzierte Übernahme eines IG-Unternehmens angeht.

Chinesische Immobilien: vom spezifischen zum systemischen Risiko

von Nivedita Sunil, Portfoliomanagerin bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM).

Der chinesische Immobilienmarkt hat in den letzten Monaten für Schlagzeilen gesorgt. Die Verkäufe auf dem Primärmarkt brachen in den letzten zwei Monaten dramatisch um rund 30 % ein. Ähnlichkeiten mit Lehman Brothers hallen unheilvoll in der Erinnerung der Anleger nach. Aber was ist wirklich los? Haben wir eine Lehman Brothers 2.0 vor uns oder ist die Situation heute anders?

Anfang des Jahres führte die chinesische Regierung ein zusätzliches Regelwerk ein, um den Immobiliensektor besser zu regulieren, und erklärte, dass "Wohnraum zum Leben da ist und nicht zum Spekulieren". Sie war der Ansicht, dass die marginale Nachfrage nach Immobilien in den letzten Jahren eher durch eine spekulative Nachfrage als durch eine echte zugrunde liegende Nachfrage angetrieben worden war. Diese spekulative Nachfrage hat dazu geführt, dass Immobilien für die Mittelschicht in städtischen Gebieten weniger erschwinglich sind. Bauträger wie Evergrande, die von verschiedenen Finanzierungskanälen im In- und Ausland profitieren, sind expandiert und haben sich auf Nebengeschäfte ausgeweitet. Die neuen Richtlinien führten dazu, dass ein großes Immobilienunternehmen in Zahlungsverzug geriet, wodurch die mit seinen Schulden verbundenen Zinssätze in die Höhe schnellten. Mehr als 400 neue Vorschriften wurden veröffentlicht, um den Immobilienmarkt zu säubern, darunter auch Beschränkungen des Zugangs zu Finanzmitteln. Auf dem Höhepunkt im Oktober dauerte es bis zu sechs Monate, bis ein Käufer eine Hypothek bekam, während es zuvor nur einen Monat gedauert hatte. Insgesamt wurde der Zugang zu Finanzmitteln für Bauträger nach unten korrigiert: Ihre verfügbare Liquidität sank plötzlich von 12 Monaten auf nur noch einen Monat, während verschiedene Beschränkungen eingeführt wurden und die Nachwirkungen des Evergrande-Falls im Hintergrund weitergingen. Zunächst betraf dieses Problem tatsächlich nur Evergrande und nicht den Markt als Ganzes. Als die Regierung ihre Regeln immer weiter verschärfte, begannen immer mehr Immobilienunternehmen zu scheitern (Fantasia, Modern Land...). Was zunächst ein spezifisches Risiko war, wurde zu einem systemischen Risiko. Es gibt mittlerweile eine Ausfallrate von 30% auf dem chinesischen Offshore-Immobilienmarkt (High Yield in Dollars). Chinesische Credit Default Swaps (CDS) haben zudem begonnen, das Ausfallrisiko zu berücksichtigen - alles klare Anzeichen dafür, dass das Risiko systemisch geworden ist.

Der chinesische Immobiliensektor ist 60 Billionen US-Dollar wert, umfasst 60% des Vermögens der Haushalte und macht direkt und indirekt bis zu 30% des chinesischen BIP aus. Wenn er zusammenbricht, könnten sich die Auswirkungen auf den gesamten Sektor auswirken und potenziell zu einem Rückgang der Wirtschaftsaktivität führen - wie es 2015 zu beobachten war. Tatsächlich ist der Immobiliensektor ein strategischer Sektor, da sich seine Aktivitäten kaskadenartig auf die Lieferkette auswirken (unbezahlte Bauunternehmer, nicht gebaute Häuser). Wir schätzen, dass ein Rückgang der Bautätigkeit um 10 % einem Verlust von etwa 2 % des BIP entspricht, und auf der Grundlage des derzeitigen Finanzierungsstatus der privaten Bauträger gehen wir davon aus, dass die annualisierte Bautätigkeit um bis zu 30-40 % sinken könnte, wenn diese Spannungen anhalten sollten. Alle Augen sind nun auf die chinesische Regierung gerichtet. Wird man Evergrande retten oder die derzeitigen Beschränkungen lockern?

Unserer Meinung nach wäre ein Festhalten am Status quo für China politisch und wirtschaftlich unhaltbar, insbesondere da Präsident Xi im nächsten Jahr seine dritte Amtszeit antritt. Daher erwarten wir für den Sektor eine gewisse Form der politischen Reaktion. Die PBoC erkennt nun die Bedeutung der Situation und hat beschlossen, ihren Reservesatz um 50 Basispunkte zu senken. Diese politische Entscheidung impliziert zwei Punkte: 1) Der Immobilienmarkt stellt nun ein klares systemisches Risiko für die chinesische Wirtschaft dar; 2) die Ansteckungsgefahr wird von den politischen Entscheidungsträgern ernst genommen, indem sie aktive Maßnahmen ergreifen. Der letzte Anstieg der Evergrande-Rendite ging mit einem Rückgang der chinesischen CDS einher. Dies deutet darauf hin, dass die Märkte offenbar wieder Vertrauen in die Absicht der Behörden gewinnen, das Risiko abzufedern, und daher weniger geneigt sind, einem Ansteckungsphänomen Glauben zu schenken. Wir gehen davon aus, dass die Behörden neue politische Maßnahmen einführen werden, die den Stress für Immobilienentwickler verringern dürften, so dass sie Finanzierungen zu angemessenen und nachhaltigen Renditen erhalten können. Da der Druck nachlässt, sind wir der Ansicht, dass Investment-Grade-Schulden aus den hohen und gestressten Renditeniveaus ausbrechen können: eine Chance für Anleger.

Einfach ausgedrückt: Die regulatorische Repression des Immobilienmarkts hat sich zu einem systemischen Risiko entwickelt. Mit dem Eingreifen der PBoC dürfte dieses Risiko nun abgefedert werden, was die Tür zu einer Phase der Stabilisierung öffnet.

Liquidationsschübe lähmen den Terminmarkt von Bitcoin, nicht jedoch sein langfristiges Potenzial

von Eliézer Ndinga, Research Lead, 21Shares.

Die deutlich gestiegenen Liquidationen der letzten Wochen haben die Spekulationsdynamik über den gesamten Kryptomarkt hinweg deutlich reduziert und auf den niedrigsten Stand seit dem Verbot in China im Mai gebracht. Am besten lässt sich die aktuelle Marktlage mit Hilfe eines Indikators abschätzen, der das Open Interest für Perpetual Swap-Contracts für Bitcoin der Marktkapitalisierung gegenüberstellt („OI vs Market Cap“). Der zugehörige Wert hat gerade den niedrigsten Punkt der letzten sechs Monate erreicht, wie in der untenstehenden Grafik zu sehen ist. Mit anderen Worten: Die Handelsaktivitäten werden auf dem Terminmarkt vermutlich stagnieren – zumindest für den Rest des Jahres. An seiner Stelle könnte jedoch der Spotmarkt weiter rege Aktivität verzeichnen.

Eine Veränderung dieser Situation könnte bald eintreten und ihre Ursache einmal mehr in China haben: Sollte die Volksrepublik nach Auftreten des ersten Omikron-Falles1 einen Lockdown verkünden, könnte das Versorgungsengpässe und damit eine der Hauptursachen für die in vielen Staaten grassierenden Lieferkettenprobleme mit sich ziehen. Da Chinas bisherige COVID-19-Politik außerordentlich strikt war, ist das nicht unwahrscheinlich. Ein landesweiter Lockdown könnte schnell zu Preiserhöhungen in Bereichen wie Herstellung und Transport führen. Bei 21Shares werden wir diese Situation und damit verbundene Inflationssteigerungen genau beobachten.

Kurzfristige Folgen für Bitcoin & Co.

Wie auch schon in unserer letzten Research Note wollen wir darauf hinweisen, dass Kryptoassets wie Bitcoin sogenannte Risk-on-Assets sind. Dadurch werden ihre Kurse erwartungsgemäß von negativen Ereignissen auf der Makroebene kurzfristig beeinflusst – die Volatilität steigt und die Korrelation zu den meisten anderen Asset-Klassen nimmt zu. Über einen längeren Zeitraum – wie etwa einer Haltezeit von fünf Jahren – hat der Bitcoin bis jetzt nicht nur unkorrelierte und überdurchschnittliche Renditen verzeichnet, sondern auch einen Sharpe-Quotient erzielt, der über dem von Gold, dem S&P 500 oder der langfristigen US-Staatsanleihe TLT liegt.

Das schnellste Pferd zum Sieg über die Inflation?

Das langfristige Potenzial des Bitcoin, Gold seinen Stellenwert als Wertanlage streitig zu machen und jenes von Smart Contract-Plattformen wie Ethereum, Solana und Avalanche, die Infrastruktur für Transaktionen im User-Owned-Internet (Web3) bereitzustellen, wird schon seit einiger Zeit von wertorientierten Investoren geschätzt. Diese Signale der Akzeptanz von Investoren, die ihr Vermögen bewahren, die Inflation ausgleichen und in Innovation investieren wollen, sind seit etwa März 2020 zu registrieren. Ein Beispiel ist Paul Tudor Jones, der im Mai 2020 verkündete, in Bitcoin als das „schnellste Pferd zum Besiegen der Inflation“ zu investieren.2 Seitdem hat sich eine beachtliche Vielfalt an Investoren dieser Ansicht angeschlossen, darunter Universitätsstiftungen, private Vermögensverwaltungen, Softwareunternehmen und Risikokapitalfirmen.


Quelle: The Case For Bitcoin

Ein weiterer Grund, warum wir die Zukunft auch im Vergleich zu den letzten Kurszyklen optimistisch sehen, ist das Innovationstempo und die finanzielle Unterstützung, die Unternehmer nicht nur von VC-Firmen, sondern auch von einem Crowdsourcing-Netzwerk von Talenten und Ressourcen erhalten. Ein augenscheinliches Beispiel ist die Initiative Braintrust.3 Ein gutes Indiz für diese neue Ära ist der Umfang der Risikokapital-Investitionen in der Blockchain-Branche. Diese sind im Jahresvergleich um mehr als 300 Prozent gestiegen. Trotz der jüngsten Kursentwicklungen haben sich die Grundlagen und das Fundament der Kryptoindustrie nicht geändert. Sie entwickelt sich stetig weiter, um ein besseres Internet zu schaffen als wir es heuten kennen – die Möglichkeiten reichen von Finanzdienstleistungen über eCommerce bis hin zu Medien, Musik und vielem mehr.

Wöchentliche Renditen

Die Renditen der fünf wichtigsten Kryptoassets in der letzten Woche waren wie folgt: BTC (-8.43 Prozent), ETH (-13.00 Prozent), BNB (-11.70 Prozent), SOL (-21.40 Prozent), und ADA  -13.40Prozent).

Über 21Shares

21Shares hat die weltweit größte Auswahl von börsengehandelten Kryptowährungsprodukten basierend auf ETPs. Im Jahr 2018 leistete das Unternehmen Pionierarbeit bei der Notierung des weltweit ersten Kryptowährungs-Index an der SIX Swiss Exchange. Im November 2021 verwaltet 21Shares knapp drei Milliarden Dollar in 20 Kryptowährungs-ETPs und 80 Notierungen. Darunter das weltweit einzige ETP-Produkt auf Binance sowie mit Tezos und Solana zwei ETPs, bei denen Anleger Staking-Erträge genieren können. Drei Krypto Baskets, HODL, HODLV und HODLX runden die aktuelle ETP-Suite ab. Die Krypto-ETPs sind an acht regulierten europäischen und schweizerischen Handelsplätzen notiert.
Weitere Informationen: https://21shares.com/

Trotz hoher Kapitaleinbußen: Bitcoin bleibt langfristiger Wertspeicher, Ethereum mit hohem Innovationstempo

von Eliézer Ndinga, Research Lead, 21Shares.

Der gesamte Kryptomarkt erlebte am vergangenen Freitag, 3. Dezember einen heftigen Ausverkauf, der durch Liquidationen der größten Long-Positionen der letzten drei Monate an noch verschärft wurde. Insgesamt beliefen sich diese Positionen über mehrere Derivat-Verkaufsstellen wie Deribit, BitMEX, Binance und OkEX hinweg auf 2,05 Milliarden US-Dollar. Dies übertraf den Drei-Monats-Rekord der Liquidation von einer Milliarde Long-Positionen am 19. September dieses Jahres.

Die Krypto-Industrie befindet sich in einer K-förmigen Erholung, die sich stark von früheren Korrekturen unterscheidet, bei denen die Markterholung mit der steigenden Dominanz von Bitcoin über die 40- bis 45-Prozent-Marke angeführt wurde. Mit anderen Worten: Die Zwei-Billionen-Dollar-Branche ist jetzt groß genug und beginnt demzufolge, anwendungsspezifische bzw. sektorspezifische Bullen- und Bärenmärkte zu definieren. Zwar hat Bitcoin im vergangenen Jahr eine Performance von 75 Prozent erzielt, dieses Mal war das Kryptoasset mit einem Rückgang von 26 Prozent gegenüber seinem höchsten gehandelten Wert von 69.000 US-Dollar einer der Nachzügler unter den Top 10 nach Marktkapitalisierung. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird Bitcoin mit über 51.000 US-Dollar gehandelt, was einem Anstieg von zwölf Prozent gegenüber seinem niedrigsten 7-Tage-Wert von 45.000 US-Dollar entspricht, der während des anhaltenden Ausverkaufs am vergangenen Wochenende erreicht wurde.

Investoren bleiben Investoren

Bitcoin verkörpert langfristig betrachtet alle Eigenschaften eines aufstrebenden Wertaufbewahrungsmittels. Zu beachten ist jedoch, dass sich die Marktteilnehmer, insbesondere kurzfristig orientierte Investoren, nicht von den Akteuren auf dem Aktienmarkt unterscheiden. Nach Angaben des Blockchain-Analyseunternehmens Glassnode verzeichneten Bitcoin-Anleger am Wochenende mit über 2,18 Milliarden Dollar an realisierten Verlusten die drittgrößte Kapitaleinbuße in der Geschichte. Daher können die kurzfristigen Kursbewegungen von Bitcoin dazu führen, dass sich der Vermögenswert wie ein Risiko-Asset verhält, das von makroökonomischen Ereignissen beeinflusst wird. So wie beispielsweise die Verbreitung und Unsicherheit im Zusammenhang mit der Omicron-Variante oder auch die unerwartete Ablehnung der Bitcoin-Spot-ETF-Anträge seitens der SEC in diesem Jahr.

Das Marktinteresse hat sich auf die Smart-Contract-Vertikale verlagert, während die Token einiger der größten Ethereum-basierten DeFi-Anwendungen wie Sushiswap (minus 74 Prozent), Uniswap (minus 61 Prozent) und Curve (minus 92 Prozent) im Vergleich zu ihrem Allzeithoch im negativen Bereich bleiben.

  • Terra, einer der Konkurrenten von Ethereum, ist zum ersten Mal in der Geschichte in die Top 10 des Kryptomarkts aufgestiegen. Während der Gesamtmarkt unter dem Ausverkauf litt, wurde Luna - das Kryptoasset von Terra - hauptsächlich im Preisfindungsmodus gehandelt und rang mit 13 Milliarden US-Dollar Solana den dritten Platz bei den in DeFi verwalteten Vermögenswerten ab. Terra liegt nun hinter der mit 17,9 Milliarden US-Dollar zweitplatzierten Binance Smart Chain. Ethereum liegt mit einem Marktwert 170 Milliarden US-Dollar klar auf Platz Eins.
  • Das Verhältnis von Ether:Bitcoin (ETH:BTC) als Marktindikator hat zum ersten Mal seit drei Jahren die 50-Prozent-Marke überschritten. Mit anderen Worten: Ethereum nimmt über 50 Prozent der Marktkapitalisierung von Bitcoin ein. Der Aufwärtstrend bei Ether begann im vergangenen Sommer und wurde vor allem durch den Anstieg der NFTs angeheizt.

Es ist noch zu früh, eine Aussage darüber zu treffen, ob Ethereum den Marktwert von Bitcoin in naher Zukunft überflügeln kann. Das Innovationstempo, mit dem Ethereum aktuelle Probleme wie Marktmanipulationen und hohe Transaktionsgebühren löst, macht allerdings erhebliche Fortschritte. In diesem Kontext ist es wichtig festzuhalten, dass sich die meisten Lösungen in einer frühen Phase der Entwicklung und des Lebenszyklus befinden, sich aber mit dem richtigen Ausführungsplan und einem nachhaltigen Engagement der jeweiligen Community durchsetzen werden. Flashbots sind beispielsweise führend bei der Lösung von Marktmanipulationen, während Skalierungsanwendungen auftauchen, die versuchen, Ethereum langfristig auf Millionen von Transaktionen pro Sekunde zu skalieren und die hohen Transaktionskosten dieser Blockchain zu senken. In diesem Sinne startete StarkNet letzte Woche im Mainnet, was auf ein großartiges kommendes Jahr für Ethereum-Skalierbarkeitslösungen hindeutet.

Wöchentliche Renditen

Die Renditen der fünf wichtigsten Kryptowährungen in der letzten Woche waren wie folgt - BTC (minus 11,60 Prozent), ETH (minus 7,61 Prozent), BNB (minus 7,08 Prozent), SOL ( minus 9,76 Prozent) und ADA ( minus 11,30 Prozent).

Nettozuflüsse pro 21Shares ETP

Die Nettozuflüsse unserer ETPs beliefen sich in der vergangenen Woche auf 42,97 Millionen US-Dollar. Nachstehend finden Sie die Aufschlüsselung der Zu- und Abflüsse pro ETP.


Über 21Shares

21Shares hat die weltweit größte Auswahl von börsengehandelten Kryptowährungsprodukten basierend auf ETPs. Im Jahr 2018 leistete das Unternehmen Pionierarbeit bei der Notierung des weltweit ersten Kryptowährungs-Index an der SIX Swiss Exchange. Im November 2021 verwaltet 21Shares knapp drei Milliarden Dollar in 20 Kryptowährungs-ETPs und 80 Notierungen. Darunter das weltweit einzige ETP-Produkt auf Binance sowie mit Tezos und Solana zwei ETPs, bei denen Anleger Staking-Erträge genieren können. Drei Krypto Baskets, HODL, HODLV und HODLX runden die aktuelle ETP-Suite ab. Die Krypto-ETPs sind an acht regulierten europäischen und schweizerischen Handelsplätzen notiert.
Die Vision von 21Shares ist es, allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit zu bieten, um über ein Bankkonto in Kryptowährungen zu investieren.
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Nach dem IPO-Rekordjahr 2021: Die vielversprechendsten Börsendebüts für das kommende Jahr

Das Jahr 2021 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu – und hat in Sachen IPO bereits jetzt alle Rekorde gebrochen. Nie zuvor gingen mehr Unternehmen an die Börse, nie wurden dabei mehr Gelder eingesammelt. Vielversprechende und auch durchaus erfolgreiche Börsengänge, wie die von Elektroautobauer Rivian oder dem Finanztechnologieunternehmen Affirm steigerten den Gesamtwert der diesjährigen US-Börsengänge auf mehr als eine Billion US-Dollar. Welche IPOs und Aktien man im kommenden Jahr 2022 im Auge behalten sollte, weiß die Investmentgesellschaft Freedom Finance.

Ob Robinhood, Coinbase oder Bumble: Im Jahr 2021 hatten so einige Unternehmen ihre vielerwarteten Börsengänge. Nicht alle waren so erfolgreich, wie der erst im November über die Bühne gegangene IPO von Rivian, der mit einer Bewertung von 100 Milliarden Dollar am ersten Handelstag zum größten Börsengang des Jahres wurde. Damit ist Rivian bereits jetzt hinter Tesla der zweitwertvollste US-Automobilhersteller – noch vor renommierten Unternehmen, wie Ford oder General Motors. Der Elektroautobauer hat damit erheblichen Anteil daran, dass der Marktwert der diesjährigen Börsendebütanten bei mehr als einer Billion Dollar liegt. Dmitry Ivanov, Deutschland-Chef bei der Investmentgesellschaft Freedom Finance, betont: „Das Jahr 2021 ist ein wahres Rekordjahr, was IPOs betrifft. Noch nie zuvor gingen so viele Unternehmen an die Börse, wie dieses Jahr und auch das dabei eingesammelte Kapital war noch nie höher.“ Die größte Rendite konnten Anleger bei dem eingangs erwähnten Unternehmen Affirm erzielen, dessen Aktienpreis im Vergleich zum Emissionspreis um knapp 210 Prozent stieg. „Auch Doximity, eine Online-Plattform für Ärzte, oder TaskUs, die Outsourcing-Dienstleistungen für schnell wachsende Technologieunternehmen anbieten, sind im Vergleich zu ihrem Startpreis bereits um 195 bzw. 178 Prozent gestiegen“, zeigt Ivanov weitere gelungene Börsendebüts auf. Auch im Jahr 2022 stehen wieder einige aussichtsreiche Börsengänge an, von denen sich Investoren ähnlich erfolgreiche Rendite versprechen.

Technologieunternehmen im Fokus

Glaubt man einem Bericht von Ernst & Young (EY), so stieg die Zahl der Börsengänge im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent, während das Emissionsvolumen gleichzeitig um 11 Prozent zunahm. Am stärksten fiel das Wachstum in Europa aus, wo sich die IPO-Anzahl sogar mehr als verdoppelt hat und das Emissionsvolumen um 83 Prozent anstieg. Dominiert wurden die Börsengänge in den letzten Monaten vor allem von Unternehmen aus dem Technologiesektor: „Seit Jahresbeginn gingen bereits mehr als 400 Technologieunternehmen an die Börse und auch für das kommende Jahr werden einige vielversprechende IPOs aus diesem Bereich erwartet“, so Ivanov. Experten rechnen unter anderem mit einem Börsengang des FinTechs Stripe, einer digitalen Zahlungsplattform, die bereits in mehr als 120 Ländern genutzt wird. „Laut Bloomberg befindet sich Stripe bereits in Gesprächen mit Investmentbanken für einen möglichen Börsengang im Jahr 2022. Dadurch, dass das Unternehmen zuletzt bereits mit 100 Milliarden Dollar bewertet wurde, könnte dieser IPO eines der größten Angebote überhaupt werden.“, erklärt der Börsen-Experte.

Zahlreiche vielversprechende Börsendebütanten

Mit der vollständig mobilen Bankplattform Chime steht ein weiterer Vertreter aus dem FinTech-Bereich vor seinem Wall-Street-Debüt. Der IPO des Unternehmens, das zahlreiche Dienstleistungen traditioneller Banken anbietet, ohne dabei physische Standorte zu führen, wird für März 2022 vermutet und soll zwischen 35 und 45 Milliarden US-Dollar einbringen. Verheißungsvoll ist zudem der erwartete IPO des Startups Databrics, das Software zur schnellen Verarbeitung großer Datenmengen und deren Aufbereitung für Analysen entwickelt hat. „Databrics hat bereits jetzt einen Stamm von über 5000 Kunden und zählt unter anderem Microsoft und Amazon zu seinen Investoren“, beschreibt Ivanov. Nach Angaben der Business Times könnte die Bewertung beim Börsengang zwischen 35 und 50 Milliarden Dollar liegen. Mit Instacart strebt außerdem einer der beliebtesten Lebensmittellieferdienste Nordamerikas an die Börse, der für etwa 85 Prozent der Haushalte in den USA und 80 Prozent in Kanada verfügbar ist. „Instacart hat ein komplexes Logistiksystem aufgebaut, das Vereinbarungen mit mehr als 400 Einzelhändlern umfasst, die wiederum mehr als 30.000 Geschäfte beliefern“, erläutert Ivanov. Zuletzt wurde das Unternehmen bereits mit 39 Milliarden Dollar bewertet, beim Börsengang könnten es sogar bis zu 50 Milliarden werden.

Altbewährt statt überholt

Neben Börsendebütanten können allerdings auch altbewährte Aktien von Unternehmen, die bereits länger an der Börse gelistet sind, gute Rendite bringen. „Die Aktie von Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, stieg 2021 beispielsweise um mehr als 72 Prozent. Und auch die Tesla-Aktie wuchs seit Beginn des Jahres um knappe 56 Prozent“, nennt Ivanov einige Beispiele. Für das kommende Jahr empfiehlt Ivanov die Aktie von Meta Platforms, dem Mutterkonzern von Facebook, im Auge zu behalten. „Das digitale Werbegeschäft von Facebook wächst weiterhin stetig und das Portfolio von Meta bietet langfristig ein enormes Wachstumspotenzial“, so der Experte. Aufgrund des hervorragenden Geschäfts und der hohen Marktkapitalisierung ist zudem die Alibaba-Aktie stets interessant, wenngleich das größte Risiko von den chinesischen Regulierungsbehörden ausgeht. „Die Marktkapitalisierung von Alibaba ist gegenüber seinem Höchststand im vierten Quartal 2020 um mehr als 50 Prozent gesunken, obwohl sich im Unternehmen nichts grundlegend verschlechtert hat“, weiß Ivanov. Durch die Aktivitäten der chinesischen Behörden ergibt sich für Investoren zwar ein erhöhtes Risiko, aktuell aber auch ein verhältnismäßig günstiger Preis. Fallen die regulatorischen Hürden im nächsten Jahr weg, könnte die Alibaba-Aktie durchaus wieder steigen.


Freedom Finance ist eine internationale und international geprüfte Investmentgesellschaft mit mehr als 330.000 Kunden. Freedom Finance ist Teil der amerikanischen Freedom Holding Corp. mit einer Kapitalisierung von über 3,8 Mrd. USD. Sie beschäftigt weltweit über 2.500 Mitarbeiter und hat Niederlassungen in sieben Ländern. Die Freedom Holding Corp. ist als einziger europäischer Broker an der NASDAQ, einer führenden US-Börse, gelistet. Freedom Finance bietet direkten Zugang zum Handel an den größten Börsenplätzen: an amerikanischen, europäischen und asiatischen Märkten.

Geldpolitische Normalisierung und Omikron-Variante dämpfen Wachstums- und Inflationserwartungen

von Martin Roßner, Gründer und Geschäftsführer von ThirdYear Capital.

Seit beinahe zwei Jahren beeinflusst die Pandemie bereits Volkswirtschaften und Finanzmärkte. Während dieser Zeit haben Infektionswellen das Wachstum mehrmals negativ beeinflusst. Vor allem der Dienstleistungssektor leistet – aufgrund der geringen Mobilität – einen weit unterdurchschnittlichen Wachstumsbeitrag. Zusätzlich verhindern aber auch ausbleibende Unternehmensinvestitionen in Covid-sensitiven Sektoren, wie bspw. den gewerblichen Immobilien, einen nachhaltigen zyklischen Fortschritt. Wie die Pandemiewellen das Wachstum negativ beeinflussen, zeigt ein Blick auf die Entwicklung des Ölpreises, der als Indikator für Wachstum und Inflation gilt.

Aus genannten Gründen hängt das Wachstum während der Pandemie damit ungewöhnlich stark von der politischen Unterstützung ab. Das Auftreten der neuen Omikron-Variante könnte insbesondere ein Risiko für Wachstum darstellen, weil die Fed die Geldpolitik vermehrt auf hohe Inflationsraten ausrichtet. Zero-Covid-Politik in Teilen Asiens und neue Mobilitätseinschränkungen in Europa bedeuten, dass die Weltkonjunktur derzeit besonders stark von U.S.-amerikanischem Wachstum abhängt.

Ein Investmentportfolio sollte deswegen auf Wachstumseinbrüche über die Regionen hinweg vorbereitet sein. Die im ART Global Macro Fonds umgesetzte Strategie vermeidet deswegen Investments in besonders spekulativen und wachstumsgetriebenen Märkten. Das Portfolio kombiniert stattdessen Aktienmärkte mit defensiven Staatsanleihen in ausgewählten europäischen und asiatischen Ländern, in denen das Inflationsrisiko begrenzt ist.


Lesen Sie hierzu außerdem das aktuelle Research von ThirdYear Capital: Research 12/2021

In unserem aktuellen „Fonds im Fokus“ finden Sie zusätzlich passend zur Marktphase unsere Fondsempfehlungen mit allen relevanten Kennzahlen auf einen Blick: Fonds im Fokus - Ultimo 11/2021 + Research 12/2021

AGATHON Capital

Die AGATHON CAPITAL GmbH ist ein Spezialist für innovative und nachhaltige Fondsstrategien. Mit einem betreuten Volumen von über 1,8 Mrd. Euro gilt AGATHON seit mehr als 10 Jahren als unabhängiger und verlässlicher Partner für liquide Finanzprodukte im Bereich Spezial- und Publikumsfonds.
Das altgriechische Wort „agathon“ steht für „das Gute, das Nützliche“. Der Name ist zugleich Verpflichtung. Als Bindeglied hilft AGATHON institutionellen und semi-institutionellen Investoren Renditen zu sichern, Risiken zu steuern und mit innovativen Fondslösungen die Kapitalanlage zu diversifizieren. AGATHON bündelt finanzwissenschaftliches Know-how mit leistungsstarken Produkten ihrer Fondspartner und legt so die Grundlage für ein umfassendes Leistungsspektrum mit bestmöglicher Performance für ihre Kunden. Seit 2016 ist AGATHON Fondsinitiator der ART Fonds-Familie. Ziel ist es, spezialisierte Asset Manager zu finden und zu entwickeln, die in jedem Börsenzyklus eine attraktive Rendite generieren können. Im Rahmen des Core-Satellite-Ansatzes erhalten somit professionelle Investoren maßgeschneiderte Satelliten-Lösungen.
Weitere Informationen unter www.agathon-capital.de

Martin Roßner / ThirdYear Capital

Martin Roßner ist seit März 2015 Gründer und Geschäftsführer von ThirdYear Capital. Zuvor sammelte er über 8 Jahre Erfahrung bei der Man Group in verschiedenen Bereichen wie Global-Macro-Research, Risikomanagement und Asset Allokation. Er ist Träger eines Master-Abschlusses in Quantitative Economics der Universität St. Gallen und hat zahlreiche Weiterbildungsexamen wie CFA, CAIA und FRM bestanden.
Die Third Year GmbH ist bankenunabhängiger Anbieter „quantamentaler“ Makro-Strategie und Absoluter Returns mit Sitz in München. Das Team vereint langjährige Global Macro-Research und Investment Erfahrung bei einem führenden alternativen Asset Manager mit akademischer Präzision. Die Firma nutzt Daten und Technologien, um ein tiefes Verständnis der Volkswirtschaft systematisch und in Echtzeit auf liquide Anlageklassen anzuwenden. Das Unternehmen begann im Jahr 2015 mit der Strategie-Entwicklung und der Publikation ökonomischer Analysen. Seit August 2020 wird die Strategie systematisch im ART Global Macro (UCITS) Fonds angewendet und stetig optimiert.
Weitere Informationen unter www.third-year.com

Modernisierung schlägt Neubau - ETF-Studie zu grünen Immobilien

von Marcus Weyerer, ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments.

Pro 10 Mio. EUR Investitionssumme führt der im Bereich grüne Gebäude investierte Anteil zu Emissionseinsparungen in Höhe von 786 Tonnen CO2-Äquivalent, was dem jährlichen Stromverbrauch von 571 europäischen Haushalten entspricht.

2018 entfielen auf den Gebäude- und Bausektor 36 % des Endenergiever­brauchs und 39 % der Energie- und prozessbezogenen Kohlenstoffdioxid-Emissi­onen (CO2-Emissionen), von denen 11 % aus der Herstellung der Baumaterialien und -produkte wie Stahl, Zement und Glas stammten (Quelle: 2019 Global Status Report for Buildings and Construction (windows.net)).

Die Analyse der Mittelverwendung grüner Anleihen-ETF-Portfolios verglich die einzelnen Teilsektoren miteinander. Sowohl der Neubau als auch die Modernisierung bestehender Gebäude haben ihre Berechtigung. Herauszufinden ist hierbei, welcher der beiden Bereiche mehr CO2 im Verhältnis zu einer bestimmten Investitionssumme einspart.

Klarer Gewinner im Hinblick auf den Kohlenstoff-Auswirkungsgrad (Carbon Impact Ratio, CIR) ist die Modernisierung bestehender Gebäude, bei der sich Emissionseinsparungen von 0,36 Tonnen für jede ausgesto­ßene Tonne an CO2 ergaben. Dies muss jedoch im Kontext betrachtet werden: Die Einsparungen ergeben sich daraus, dass ein bereits bestehendes Gebäude moderni­siert wird, um es energieeffizienter zu machen. Dadurch wird deutlich, wie energie-intensiv das Bauwesen tatsächlich ist – denn es sind hohe Mengen an CO2 für relativ geringe Einsparungen erforderlich. Daraus lässt sich folgern, dass Emit­tenten zu Offenlegungen bezüglich der Beschaffung der Materialien, der Gebäu­destandards, der Entsorgung und des Recyclings angehalten werden sollten. Der Großteil der Emissionen kann auf die Materialien zurückgeführt werden. So ist etwa die Herstellung von Zement und Stahl mittels traditioneller Methoden seit jeher äußerst CO2-intensiv. Diese Emissionen fallen zu einem gewissen Grad auch durch eine Modernisierung nicht weg. Gebäude können oftmals energieeffizi­enter gemacht werden, doch gehen damit nach wie vor die induzierten Emissionen aus einer fundamental kohlenstoffintensiven Bauphase einher.

Stahl und Zement muss dringend dekarbonisiert werden

Bei Betrachtung des Baus neuer Gebäude beläuft sich der errechnete durch­schnittliche Kohlenstoff-Auswirkungsrad auf 0,07, was darauf schließen lässt, dass bei Neubauten nicht sehr viel CO2 eingespart wird. Demnach würden sich Emissionsein­sparungen hier entweder aus der Bau- oder aus der Betriebsphase der Gebäude erge­ben, wobei erstere so CO2-intensiv ist, dass etwaige Effizienzgewinne aus der Betriebsphase des Gebäudes – z.B. mittels Smart-Home-Geräten oder einer effizienteren Beheizung – durch die umfangreichen Emissionen in der Lieferkette zunichte gemacht würden. Solange Baumaterialien wie Stahl und Zement nicht dekarbonisiert sind, wer­den im Bauwesen wohl nur moderate CO2-Einsparungen realisiert werden können, was der im Rahmen unserer Erkenntnisse für Investoren ermittelten Notwendigkeit von Transparenz in der Präsentationsphase der Anleihe noch mehr Gewicht verleiht.

Damit Investoren in der Lage sind, die potenziellen Auswirkungen zu beurteilen, soll­ten im Idealfall ausführliche Informationen über Gebäude im Rahmenwerk für grüne Anleihen zur Verfügung gestellt werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, ob der Großteil der Mittel für die Modernisierung oder für neue Gebäude aufgewendet wird, wie hoch der laufende Energiebedarf maximal ausfallen wird, woher die Materialien beschafft werden und wie sich die Abfallbewirtschaftung gestaltet.

Bei Gebäuden basiert der CIR-Ansatz auf den Emissionseinsparungen durch das mit der grünen Anleihe finanzierte Projekt ausgehend vom durchschnitt­lichen Emissionsfaktor für Gebäude im jeweiligen Land. Es gibt einige wich­tige Aspekte in Bezug auf das Klimarisiko, die nicht von allen Emittenten offengelegt werden und sich potenziell stark auf die Emissionen auswirken könnten. Dazu zählen Emissionen aus der Herstellung von Materialien wäh­rend der Bauphase und die Emissionen in Verbindung mit dem Abriss beste­hender Gebäude, wenn diese einem Neubau weichen sollen. Für Infrastruk­turanlagen mit langer Lebenszeit ist es wichtig, in Bezug auf die veränderten Klimaauswirkungen durch starke Niederschläge und Überschwemmungen sowie Hitzestress und Stürme zu planen.

Wie sieht ein wirklich grünes Gebäude – von der Konzeption bis zum Betrieb – aus? Alle grünen Gebäude weisen einen Fokus auf einen „niedrigen Energiebedarf“ auf. Allerdings gibt es nach wie vor keine einheitliche Definition für „grüne“ Immobilien.
Daraus folgt, dass grüne Anleihen, die zur Finanzierung „grüner“ Gebäude begeben werden, eine unterschiedlich starke Senkung des Energiebedarfs vorsehen. Einzelheiten zur Beschaffung, den verwendeten Materialien, den Baupraktiken und den Abrissplänen sollten daher stets offengelegt werden. Strenge, regulatorisch vorgeschriebene und bis auf den Konzeptionspro­zess ausgeweitete Standards stellen sicher, dass bereits frühzeitig nach­haltige Praktiken angewandt werden.

Best Practice

Bei der Modernisierung alter Gebäude und dem Bau neuer grüner Gebäude fallen erhebliche Emissionen an. In den Rahmenwerken für grüne Anleihen müssen so viele Informationen wie möglich darüber offengelegt werden, wie die Mittel eingesetzt werden. Zudem müssen grüne Gebäudestandards ausgewiesen werden, denn deren Umsetzung ist wesentlich in Bezug auf Belange wie Abfallentsor­gung und Materialbeschaffung.

Spitzenreiter: Berlin Hyp

Berlin Hyp demonstriert in ihrem Rahmenwerk für grüne Anleihen ein herausragendes Maß an Transparenz. Das Unter­nehmen bietet Anreize für Kre­dite für grüne Gebäude, indem es einen Abschlag von 10 Basis­punkten gewährt. Damit soll das eigene strategische Ziel, bis 2020 etwa 20 % des Kreditportfolios auf grüne Vermögenswerte umzustellen, gefördert werden. Dieses Ziel wurde erreicht. Dies stellt einen lobenswerten „Zusatznut­zen“ dar. Außerdem legt das Unternehmen in seinem Rah­menwerk die maximalen Emissi­onen pro Quadratmeter für neun verschiedene Gebäudekategorien genau fest. Zudem ist die Nen­nung spezifischer Anforderungen für externe Nachhaltigkeitszerti­fizierungen wie LEED oder BREEAM eine nützliche Infor­mation für Investoren.

Muss das Assetmanagement durch Corona neu erfunden werden?

von Katrin Neuhaus, VLR Germany GmbH – exklusiver Assetmanager der EPH European Property Holdings.

Corona hat unsere Welt komplett durcheinandergewirbelt. Die Pandemie ist ein nicht vorhersehbares Jahrhundertereignis und hat auch die Immobilienbranche nicht verschont – auch wenn die verschiedenen Assetklassen nicht alle gleichermaßen betroffen waren und weiterhin sind. Aber heißt das, dass alles Bisherige außer Kraft gesetzt wurde und man sich als Immobilieninvestor und Assetmanager auf solche exogenen Schocks überhaupt nicht vorbereiten kann? Die Antwort ist vielschichtig.

Sicherlich stellt Corona die ganze Immobilienbranche vor neue Herausforderungen und ist eine Art Brandbeschleuniger für alle, die eh schon mit strukturellen Problemen zu kämpfen hatten. Die Pandemie ist aber auch ein Beschleuniger von Trends, die sich zuvor bereits angebahnt hatten und auch künftig Bestand haben werden. Schon seit Längerem steigt die Bedeutung eines aktiven Assetmanagement von Immobilien. Corona hat diese Entwicklung noch einmal kräftig angeschoben und gezeigt, wie wichtig ein funktionierendes und vor allem aktives Assetmanagement ist – aufgrund der Digitalisierung und der veränderten Ansprüche der Mieter. Wer bereits vor Corona eine aktive Kommunikationskultur mit seinen Mietern gepflegt hat, ist klar im Vorteil. Aber auch die Fundamentaldaten einer Immobilie und die Lage haben sich als entscheidende Stabilitätsfaktoren bewährt. Hochwertige und moderne Objekte in erstklassigen Standorten bieten generell eine starke Substanz – auch für die langfristige Vermietbarkeit von Flächen. Das wurde durch Corona noch vehementer ins Bewusstsein von Immobilieninvestoren und Assetmanagern gerückt.

Aber was genau können Assetmanager aus der Corona-Krise lernen?

Ganz klar sind Assetmanager durch die Corona-Krise deutlich stärker gefordert. Diese müssen noch näher an den Mietern dran sein, um die veränderten Bedürfnisse und Anforderungen zu erkennen und frühzeitig zu reagieren. Schließlich hat sich die Art und Weise des Lebens und Arbeitens immens verändert. Vielmehr müssen die Flächen generell den Nerv der Zeit treffen und bereits einige Entwicklungen vorwegnehmen. Das erfordert natürlich, flexibler zu werden und am Puls des Markts zu bleiben. Natürlich sinkt das Leerstandsrisiko generell mit attraktiven Flächen mit Drittverwendungsmöglichkeit in guter Lage. Dreh- und Angelpunkt ist indes die laufende Kommunikation mit den Mietern, um ein Gespür für veränderte Trends zu bekommen und schnell effiziente Lösungen zu finden. Dabei gibt es einen weiteren wichtigen Aspekt: den regelmäßigen persönlichen Kontakt. Es reicht schon lange nicht mehr, Mietrechnungen und einmal im Jahr die Nebenkostenabrechnung zu schicken – essenziell ist eine gute und persönliche Gesprächsbasis. Das steigert die Zufriedenheit der Mieter. Und je zufriedener der Mieter in der Fläche ist, desto schneller findet man gemeinsame Lösungen. Das wirkt sich auch langfristig positiv auf den Vermietungsstand aus. Die zunehmende Digitalisierung sollte zwar ebenfalls berücksichtigt werden, dies kann aber nur als zusätzliche Unterstützung dienen und den persönlichen Austausch nicht ersetzen.

Entscheidender denn je ist, sich mit den Geschäftsmodellen der Mieter auszukennen und sich damit zu beschäftigen, wie volatil diese sind oder wie etabliert das Unternehmen am Markt ist. Die Bonität der Mieter spielt ebenso eine Rolle und ob diese über finanzielle Reserven verfügen. Das ist insbesondere bei Neuvermietungen wichtig, aber man sollte bei Bestandsmietern gleichermaßen up to date bleiben. Aber auch die Reporting-Anforderungen sind generell gestiegen, um die viel dynamischere Entwicklung im Objekt an die Investoren zu berichten. Es geht auch darum, kontinuierlich an wichtige Daten zu gelangen, diese zu analysieren und Handlungsoptionen abzuleiten. Dabei ist viel Engagement gefragt.

Fazit: Corona bietet Herausforderungen und große Potenziale für Assetmanager

Corona hat uns gezeigt, wie wichtig ein aktives Assetmanagement und solide Strukturen in der Kommunikation mit den Mietern sind. Deutlich wurde aber auch, dass eine höhere Flexibilität im Assetmanagement gefordert ist, um frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren. Dies leistet einen großen Beitrag, um die Immobilien zukunftsfähig aufzustellen und für etwaige neue exogene Krisen gerüstet zu sein. Damit steigt die Verantwortung für das Assetmanagement. Dessen Potenzial ist erheblich, um auch in Krisenzeiten für stabile Mieteinnahmen sowie für den Werterhalt des Immobilienportfolios zu sorgen und schließlich zum Erfolg des Immobilieninvestments beizutragen.


EPH European Property Holdings Ltd. (EPH) ist eine an der SIX Swiss Stock Exchange kotierte Investmentgesellschaft, die ein umfangreiches Immobilienportfolio im Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden Euro hält. Im Rahmen der geografischen Diversifikation und der strategischen Absicht, Werte und Cashflows zu stabilisieren, investiert die Gesellschaft derzeit ausschließlich in Zentraleuropa. Die EPH wird von der Valartis Group AG und ihren Tochtergesellschaften verwaltet. Die VLR Germany GmbH, mit Sitz in Frankfurt am Main, ist der exklusive Asset Manager der EPH.

Kryptoassets in der Abwärtsrallye – oder doch nicht?

von Eliézer Ndinga, Research Lead, 21Shares.

Als Folge der Verbreitung der neuen Covid-19-Variante brach der gesamte Aktienmarkt im Laufe der letzten Woche deutlich ein1 und nahm den Kryptomarkt dabei gleich mit. Die durch Panik ausgelöste Rallye löste einen deutlichen Verkaufsdruck auf dem US-Aktienmarkt und der Erdölindustrie aus – als Folge sank der S&P 500 Futures am 26. November um zwei Prozent2, der Dow Jones Industrial Average um 2,5 Prozent und Öl um mehr als 10 Prozent.3 Im Vergleich dazu erlebte der Kryptomarkt seine in diesem Jahr leichteste Kurskorrektur, der Bitcoin verlor dabei nur rund 20 Prozent im Vergleich zu seinem kürzlich erreichten Allzeithoch (siehe untenstehende Grafik).

Nichtsdestotrotz erwies sich die vorhersehbare Panik als Überreaktion, als der US-Aktienmarkt danach wieder um ein Prozent anstieg und damit fast die Hälfte des Abverkaufs von Freitag wieder ausgleichen konnte. Nicht zuletzt dadurch, dass der US-Präsident mit seiner Erklärung, die Omikron-Variante sei kein Grund zur Besorgnis und dass vorerst keine weiteren Lockdowns geplant wäre, viele Nerven beruhigte.4 Erwähnenswert ist auch, dass der Präsident der Fed, Jereme Powell, vor dem Kongress zum CARES-Gesetz aussagte, und dort die Auswirkungen der Omikron-Variante auf die US-Wirtschaft und die Folgen für die restriktive Geldpolitik erörterte, die kürzlich zur Eindämmung der steigenden Inflation beschlossen wurde. Laut seiner Aussage erschwert die neue Mutation den Plan zur Inflationsbekämpfung5, da die Staatsausgaben in die Höhe getrieben werden, falls sich die vorhandenen Impfstoffe nicht als wirksam erweisen und wieder Lockdowns eingeführt werden. Dabei handelt es sich um eine Vorstellung, die sich trotz ihrer Düsternis einmal mehr als Katalysator für risikofreudige Branchen wie die Kryptowirtschaft erweisen könnte.

Dafür sprechen auch die On-Chain-Daten von Bitcoin. Sie zeigen, dass die aktuellen Marktturbulenzen eher als eine mit dem COVID-Crash im März 2020 vergleichbare Kaufgelegenheit betrachtet wurden, statt als Anlass zur Sorge: Anleger, die 100 bis 10.000 Coins halten, haben in den letzten sieben Tagen weiterhin BTC im Wert von rund 3,5 Mrd. USD erworben, was auf eine baldige Fortsetzung des Aufwärtstrends des Marktes hindeutet.6 Eine weitere aufschlussreiche Entwicklung war die Anzahl an Bitcoin, die von langfristigen Besitzern (LTH) zu kurzfristigen Besitzern wechselte. Dies ist ein Trend, der in der Regel den Beginn eines Bullenmarktes anzeigt, da LTH zumeist bei niedrigerem Kurs kaufen und bei höheren Kursen verkaufen, während kurzfristige Besitzer zum Gegenteiligen neigen.7 Das Diagramm der Nettopositionsveränderung der Langzeithalter verzeichnet aktuell zum ersten Mal seit Oktober 2020 eine negative Kurve, was eine potenziell starke impulsive Bewegung symbolisiert, die Bitcoin in seine letzte ausgedehnte Rallye des Kurszyklus führen könnte.8

Doch das Bemerkenswerteste an der Kursbewegung von Bitcoin war sein Verhalten in der Nähe der 50.000 Dollar-Marke zum Ende der Woche. Wie unten zu sehen ist (siehe Wert „Trading Volume Profile“), haben Investoren größere volumengesteuerte Limit-Orders um den 50.000 Dollar-Bereich platziert. Die Beobachtung wird durch die Bewegung von Bitcoin über diesem Akkumulationsbereich bestätigt. Diese Entwicklung lässt sich dadurch erklären, dass Anleger dazu neigen, BTC zu einem höheren Preis zu kaufen, denn dies bestätigt ihnen, dass der Bullenmarkt immer noch intakt ist, anstatt manchmal Risiken einzugehen und niedriger zu kaufen. Zuletzt verrät ein Blick auf den SOPR-Indikator („Spent Output Profit Ratio“), dass die Inhaber noch nicht bereit sind, ihren Vermögenswert mit Verlust zu verkaufen, da das Verhältnis über das Wochenende an der Marke von Eins abprallte.9

Obwohl dem Bitcoin darüber hinaus noch positive Nachrichten zuteilwurden – der zweitgrößte Mining-Pool Foundry ließ verlautbaren, zu fast 70 Prozent mit nicht-fossilen Energien zu schürfen10 – war es Ethereum, das mit seinen Kooperationsprojekten im Rampenlicht stand. Adidas ging zur Nutzung des ETH-basierten und in Kürze startenden NFT-Service eine Kooperation mit Coinbase ein11, und Unternehmen wie Budweiser signalisierten ihre Begeisterung für NFT, indem sie ihren Twitter-Namen zu beer.eth änderten.12 Im Zuge dieser zunehmenden Adoption erreichten dezentrale Börsen allein im vergangenen Monat ein gesamtes Marktvolumen von 100 Milliarden Dollar13. Dazu kommen bereits vier Millionen Menschen, die DeFi-Anwendungen auf Basis von Ethereum nutzen.14 Und damit nicht genug: Die gesamte Marktkapitalisierung des Ethereum-Netzwerkes stieg auf ein Voluen von 500 Milliarden Dollar. Das zweitgrößte Kryptoasset liegt somit bei rund 50 Prozent der Marktkapitalisierung von Bitcoin, womit das Szenario des „Flippening“ – eine Situation, in der Bitcoin seine Führungssituation auf dem Kryptomarkt abgibt – näher rückt.

Wöchentliche Renditen

Die Renditen der fünf wichtigsten Kryptoassets in der letzten Woche waren wie folgt: — BTC (+ 0,48 Prozent), ETH (+ 2,3 Prozent), BNB (+ 6,62 Prozent), XRP (-6,8 Prozent), and ADA (-8,14 Prozent).


1] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2021-11-26/five-things-you-need-to-know-to-start-your-day?cmpid=BBD112621_MKT&utm_medium=email&utm_source=newsletter&utm_term=211126&utm_campaign=market#
2) https://twitter.com/splitcapital/status/1464150495736389634?s=27
3) https://www.reuters.com/markets/stocks/live-markets-chip-stocks-bounce-back-investors-await-omicron-details-2021-11-29/
4) https://www.theguardian.com/us-news/2021/nov/29/biden-omicron-covid-coronavirus-vaccines-boosters
5) https://www.federalreserve.gov/newsevents/testimony/powell20211130a.htm
6) https://twitter.com/santimentfeed/status/1463686112275156993?s=20
7) https://today.in-24.com/News/651305.html
8) https://beincrypto.com/on-chain-analysis-long-term-holders-start-selling-bitcoin-ready-for-surge/
9) https://studio.glassnode.com/metrics?%253Bm=indicators.Sopr&%3B%253BmAvg=7&%3B%253Bs=1423829821&%3B%253Bu=1581509821&%3B%253Bzoom=1825&%3Ba=BTC&%3Bm=indicators.Sopr&a=BTC&m=indicators.Sopr&s=1590969600&u=1603609199&zoom
10) https://twitter.com/sinocrypto/status/1461760742429011975?s=21
11) https://decrypt.co/87087/adidas-goes-full-metaverse-with-coinbase-partnership-and-the-sandbox-real-estate
12) https://twitter.com/BrantlyMillegan/status/1465336361351880711?s=20
13) https://www.theblockcrypto.com/linked/125633/decentralized-exchanges-near-100-billion-in-monthly-volume-for-november
14) https://finance.yahoo.com/news/ethereum-defi-users-reach-highs-101512808.html#:~:text=Data%20from%20Dune%20Analytics%20reveals,in%20regard%20to%20other%20metrics

Über 21Shares

21Shares hat die weltweit größte Auswahl von börsengehandelten Kryptowährungsprodukten basierend auf ETPs. Im Jahr 2018 leistete das Unternehmen Pionierarbeit bei der Notierung des weltweit ersten Kryptowährungs-Index an der SIX Swiss Exchange. Im November 2021 verwaltet 21Shares knapp drei Milliarden Dollar in 20 Kryptowährungs-ETPs und 80 Notierungen. Darunter das weltweit einzige ETP-Produkt auf Binance sowie mit Tezos und Solana zwei ETPs, bei denen Anleger Staking-Erträge genieren können. Drei Krypto Baskets, HODL, HODLV und HODLX runden die aktuelle ETP-Suite ab. Die Krypto-ETPs sind an acht regulierten europäischen und schweizerischen Handelsplätzen notiert.
Die Vision von 21Shares ist es, allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit zu bieten, um über ein Bankkonto in Kryptowährungen zu investieren.
Weitere Informationen: https://21shares.com/

USA vor Europa 2022

von Peter Spijkman, leitender Anlagestratege bei Aegon Asset Management.

Die Dynamik mag sich in den letzten Monaten abgeschwächt haben, aber die Aktienmärkte weisen im bisherigen Jahresverlauf immer noch hohe Renditen auf. Sie wurden durch eine weltweit unterstützende Geld- und Fiskalpolitik nach oben getrieben, aber die hohen Bewertungen beunruhigen die Anleger.

Der Grund dafür ist leicht zu erkennen: Aus historischer Sicht und in Bezug auf die meisten Kennzahlen erscheinen die Aktien teuer. Die Zinssätze sind niedrig, ebenso wie die Renditenaufschläge für viele festverzinsliche Anlageklassen. Die Differenz zwischen der Gewinnrendite und dem Zinssatz für Staatsanleihen gibt Aufschluss darüber, wie die Anleger für das Eingehen von Aktienrisiken entschädigt werden, und diese Kennzahl befindet sich auf einem historisch niedrigen Niveau.

Während die Bewertungen insgesamt hoch erscheinen, ist das tatsächliche Bild jedoch differenzierter, da die Bewertungen in bestimmten Regionen und für bestimmte Sektoren sehr hoch sind. Insbesondere US-Aktien sind derzeit relativ teuer, vor allem im Vergleich zum Vereinigten Königreich und zu Europa. Dieser Bewertungsunterschied erklärt sich größtenteils durch die sektorale Zusammensetzung der Märkte und die dominierenden Branchen. In den USA ist der hoch bewertete Technologiesektor stärker vertreten, während in Europa die niedriger bewerteten Sektoren (vor allem Finanzwerte, Energie, Grundstoffe und Versorger) stärker gewichtet sind.

Unterstützendes Ertragswachstum

Die hohe Bewertung des Technologiesektors ist nicht irrational, sondern wird durch das starke Wachstum des Sektors in einer Zeit gestützt, in der niedrige Zinssätze Wachstum besonders wertvoll machen. Die Unternehmensgewinne im Technologiesektor sind fast doppelt so schnell gewachsen wie die des breiteren Indexes. Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass sich dieses Wachstum fortsetzen kann: Der Trend zur verstärkten Nutzung und Übernahme von Technologie wurde durch die Pandemie noch beschleunigt. Dies trägt dazu bei, die höhere Bewertung des Sektors zu rechtfertigen.

Generell werden die höheren Bewertungen von Aktien durch das erwartete Gewinnwachstum gestützt. Im Jahr 2020 kam es aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 auf die Weltwirtschaft zu einem starken Rückgang der ausgewiesenen Gewinne. Im Laufe des Jahres 2021 wurde deutlich, dass sich die Volkswirtschaften weltweit schnell erholen und die Unternehmensgewinne dem folgen werden. Für 2021 erwarten wir ein Gewinnwachstum von etwa 30 % im Vergleich zu 2019.

Sicherlich gibt es eine Reihe von Risiken für Aktien. Eine Erhöhung der Unternehmenssteuern würde beispielsweise den jüngsten Trend umkehren, dass Länder miteinander konkurrieren, um den Unternehmen niedrigere Steuersätze anzubieten, um die Schaffung von Arbeitsplätzen sowohl in den Unternehmen selbst als auch innerhalb der Lieferkette zu fördern. Die Regierungen können sich diese Großzügigkeit nicht mehr leisten. Die 20 größten Volkswirtschaften der Welt haben einen Plan für eine globale Reform unterzeichnet, der einen Mindeststeuersatz für multinationale Unternehmen vorsieht und die Möglichkeiten der multinationalen Unternehmen einschränkt, ihre Gewinne in steuerfreundliche Länder zu verlagern. Dies könnte den Unternehmensgewinnen einen Dämpfer versetzen, vor allem in Bereichen, auf die die Politik abzielt, wie z. B. im Technologiebereich.

Was bedeutet dies in der Praxis?

Für die entwickelten Märkte erwarten wir in den kommenden Jahren eine Rendite von knapp 6 % jährlich in US-Dollar. Die Dividendenrendite dürfte aufgrund der höheren Bewertungen niedriger ausfallen als in den letzten Jahren. Wir rechnen mit einer Dividendenrendite von etwa 1,6 %. Eine wichtige Komponente der langfristigen Aktienrendite ist das Gewinnwachstum. Für die kommenden Jahre gehen wir von einem weiteren Anstieg der Unternehmensgewinne aus, so dass das Dividendenwachstum wahrscheinlich über der Inflation liegen wird. Das sollte ein reales Dividendenwachstum von etwa 3 % bedeuten.
Da sich die Gewinne erholen, gehen wir davon aus, dass die Aktienmultiplikatoren leicht sinken werden. Gleichzeitig sollten die Aktienbewertungen über dem historischen Durchschnitt liegen, da die niedrigen Renditen auf festverzinsliche Anlagen die Bewertungen hoch halten werden.

Innerhalb der entwickelten Märkte sind wir trotz höherer Bewertungen positiver für die USA als für Europa gestimmt. Wir ziehen es vor, uns auf strukturelle Veränderungen wie Digitalisierung und Automatisierung zu stützen. Auch Technologieunternehmen dürften langfristig schneller wachsen als die traditionelleren Sektoren. Small Caps könnten sich ebenfalls als fruchtbarer Bereich erweisen, da sie im Vergleich zu Large Caps ein höheres Gewinnwachstum pro Aktie aufweisen. Es gibt echte Chancen, auch wenn die Gesamtbewertungen hoch erscheinen.


Den umfassenden Ausblick von Aegon Asset Management finden Sie hier: https://www.aegonam.com/en/aegon-insights/NewsArticles/long-term-outlook-2021/

Über Aegon Asset Management

Aegon Asset Management besteht aus aktiven globalen Investoren. Unsere 380 Anlageexperten verwalten und betreuen ein Vermögen von 391,1 Mrd. € / 463,8 Mrd. USD / 336,1 Mrd. £ (Stand: 30. Juni 2021) für einen weltweiten Kundenstamm bestehend aus Pensionsplänen, öffentlichen Fonds, Versicherungsgesellschaften, Banken, Vermögensverwaltern, Family Offices und Stiftungen.
Wir organisieren unsere Anlagekapazitäten rund um vier zielgerichtete Anlageplattformen, auf denen wir über umfangreiche Expertise in den einzelnen Anlageklassen verfügen: Fixed Income, Real Assets, Equities und Multi-Asset & Solutions. Jede Plattform umfasst engagierte Teams, die global organisiert sind und sich für die Maximierung ihrer Spezialgebiete einsetzen. Diese Plattformen werden von Teams unterstützt, die sich dem verantwortungsvollen Investieren und dem Multi-Management widmen.
Indem wir unsere Investmentteams global organisieren, arbeiten wir daran, unser Fachwissen und unsere Research-Ressourcen über regionale Grenzen hinweg nutzbar zu machen. Wir sind davon überzeugt, dass dies unser Performance-Potenzial steigert und zu besseren Anlageergebnissen für unsere Kunden beiträgt.
Über alle Plattformen hinweg teilen wir den Glauben an ein fundamentales, Research-getriebenes aktives Management, das durch ein effektives Risikomanagement und ein Bekenntnis zu verantwortungsvollem Investment untermauert wird. Unsere Investmentplattformen haben die Flexibilität, ihre Ressourcen und Prozesse so zu organisieren, dass sie am besten zu ihrem jeweiligen Schwerpunkt passen.
Wir sind ein globales Unternehmen: Unsere 1.200 Mitarbeiter sind in ganz Europa, Amerika und Asien tätig. Wir investieren global und betreuen unsere Kunden lokal.

Von Cloud-Computing bis zu Glasfasernetzen: Digitale Infrastruktur ist ein agiles Wachstumsinvestment

von Michael Gollits, Vorstand der Heydt & Co. AG und Portfolioadvisor des OVID Infrastructure HY Income Fonds.

Die Industrie 4.0 will mit intelligenten Fabriken, der Integration des Internet of Things (IoT) und der Nutzung künstlicher Intelligenz den Schritt zu einer Ressourcen-schonenderen, wirtschaftlich effizienteren und individuelleren Fertigung vollziehen. Oft wird übersehen, dass dieser Schritt nur mit einer modernen digitalen Infrastruktur möglich ist. Das bietet eine Chance für Investoren, sich rechtzeitig zu positionieren.

Zur Hannovermesse 2011 wurde erstmal Industrie 4.0 als Bezeichnung für eine umfassende Digitalisierung von Produktionsprozessen in die breite Öffentlichkeit getragen. Was als deutsches Projekt begann, hat unter anderen Namen international großen Anklang gefunden, zuletzt im chinesischen „Made in China 2025“. Digitale Produktionsprozesse können nur mit einer ebenso digitalen Infrastruktur funktionieren. Infrastruktur wird dadurch radikal zu einem technikgetriebenen Wachstumsmarkt transformiert. Schon früher hat eine Veränderung der Industrie direkt die Infrastruktur beeinflusst.

Mit der Massenproduktion von Waren wuchs zunächst die lokale Verkehrs- und Energieinfrastruktur. Mit der Globalisierung von Lieferketten musste auch die Verkehrsinfrastruktur global vernetzt werden. Bereits in der aktuellen Industrie 3.0 mit ihren automatisierten Produktionsschritten und Robotik-Einsatz spielt digitale Infrastruktur eine erhebliche Rolle. Die Industrie 4.0 stellt noch einmal höhere Anforderungen an die digitale Infrastruktur.

„Cloud-Computing benötigt trotz seines Namens viel Platz für Millionen Server“

Doch was ist nun digitale Infrastruktur? Das einfachste Beispiel liefert die Amazon-Tochter AWS (Amazon Web Services), die Rechenzentrumsleistungen vermietet. Obwohl die Cloud-Computing Sparte nur 12% zum Umsatz beiträgt, steuert sie aufgrund der Margenstärke 50% zum operativen Ergebnis von Amazon bei. Die Rechenzentren sind immer noch die Cash-Cows, mit denen Amazon seine Expansion im Online-Handel subventioniert. Natürlich gibt es auch reine Cloud-Anbieter ohne Zugehörigkeit zu einem Konzern. Denn die „Cloud“ befindet sich keinesfalls in den Wolken, sondern benötigt viel Platz, um die Millionen von Server unterzubringen, die das Cloud-Computing ermöglichen.

Börsennotierte Immobiliengesellschaften bedienen diese Nachfrage mit hochspezialisierten Gebäuden. Der Marktführer unter diesen Datacenter-REITs, Equinix, bedient auf fünf Kontinenten die Bedürfnisse von rund 50% der Fortune-500-Unternehmen. Darunter auch die großen Cloud-Computing-Anbieter wie Google, Amazon oder Microsoft. Ganz anders stellt sich ein Investment in den chinesischen Anbieter GDS-Holdings dar. Das Unternehmen konzentriert sich nur auf den chinesischen Markt und betreibt neben der Vermietung von Stellplätzen für Rechner auch eigene Cloud-Computing-Dienstleistungen an. IT-Dienstleister wie Cloudflare oder Akamai partizipieren am Cloud Wachstum, da sie die Auslieferung digitaler Inhalte beschleunigen und gleichzeitig Firmennetze vor Angriffen aus dem Internet abschirmen.

„Infrastruktur wird zu einem agilen Wachstumsinvestment“

An diesen Beispielen sieht man, wie das Bild der klassischen Infrastruktur in Form physisch-fassbarer Objekte mit High-Tech verschmilzt. Der enorme Energiebedarf solcher Einrichtungen führt zu strategischen Entscheidungen über deren Lage. Neben der Anbindung an Daten- und Energienetzen und der Verfügbarkeit von Arbeitskräften spielen klimatische Bedingung eine Rolle, die Kühlkosten reduzieren. Eine weiterer Aspekt der digitalen Infrastruktur sind Investitionen in den Ausbau von Kommunikationsnetzen, seien es die dichter gesetzten Sendeanlagen für das 5G-Mobilfunknetz oder Glasfasernetze. Aber genauso wichtig sind Dienstleistungen, die die Effizienz erhöhen. Datenerhebung und Datenanalyse optimieren künftig traditionelle Infrastruktur. Im laufenden Betrieb übertragene Daten zur Nutzung von Verkehrsinfrastruktur erlaubt eine Optimierung von Wartungsintervallen und damit die Verlängerung der Lebensdauer. Die Europäischen Union sieht in ihrem Weißbuch „Künstliche Intelligenz“ erhebliches Potenzial für die KI im Transportwesen. Autonomes Fahren kann Transportkosten senken und Transportleistungen effizienter und zielgerichteter zur Verfügung zu stellen. Wer entlang der gesamten Wertschöpfungskette denkt, findet noch mehr Investitionsmöglichkeiten. Beispiele sind technische Ausrüstung für Datentransfer, smarte Energie- und Verkehrsnetze oder auch Software für die Entwicklung neuer, Ressourcen-sparender Bauten. Gerade hier bietet das Investieren über börsennotierte Unternehmen einen Vorteil gegenüber den bei Infrastruktur beliebten Private-Equity-Investments. Investoren können schnell auf solche Trendveränderungen durch technische Disruption mit einer Umschichtung reagieren. Infrastruktur wird so ein agiles Wachstumsinvestment.


Michael Gollits ist Vorstand von der Heydt & Co. AG und Portfolioadvisor des OVID Infrastructure HY Income Fonds. Der Fonds strebt die Erzielung einer attraktiven laufenden Ausschüttung bei möglichst gleichzeitiger Wertstabilität an. Michael Gollits startete seine Karriere bei F&C Management Ltd, in London. 1996 wechselte er zu einer deutschen Privatbank und war dort zuletzt als Bereichsleiter Wertpapiergeschäft verantwortlich für Kapitalmarktresearch, individuelles Vermögensmanagement und verantwortlicher Portfoliomanager einer Fondsfamilie. Von 2005 bis 2013 gestaltete er u.a. den Aufbau einer Privatbank in München und war als Geschäftsführer einer Hamburger Vermögensverwaltung für Kundenportfolios und gemischte Fonds mit Fokus auf Zukunftsthemen zuständig.

Zu kurz gedacht: Warum das Bitcoin-Mining-Verbot ein Fehler wäre

von Eliézer Ndinga, Research Lead, 21Shares.

Der Gesamtmarkt der Kryptoassets hat im Laufe der letzten Woche rund zehn Prozent abgegeben. Daher hat auch die Performance von Bitcoin gelitten, das wertvollste Kryptoasset sank im gleichen Zeitraum um 15 Prozent im Wert. Diese Entwicklung wurde vor allem mit der Möglichkeit eines EU-weiten Verbots von Bitcoin-Mining in Zusammenhang gebracht, das von einigen Politikern in Norwegen und Schweden aufgebracht wurde. Sollten andere EU-Staaten eine ähnliche Position signalisieren, könnte das einen kurzfristigen Abwärtsdruck auf das Asset zur Folge haben. Aktuell gibt der Indikator für die Kostenbasis kurzfristiger Investoren (“Short-Term Holder Cost Basis'') für Bitcoin einen Wert von 53.000 Dollar an (siehe untenstehende Grafik). Daher könnte ein Kurs, der sich in Richtung dieses Wertes bewegt, für neue Anleger ein Indikator für einen Bärenmarkt darstellen, die den Großteil des Verkaufsdrucks ausmachen. Darauf sind wir bereits in unserer letzten Research Note eingegangen.1

Um noch einmal auf die politischen Entwicklungen in Norwegen und Schweden einzugehen: Führende Verantwortliche schwedischer Finanz- und Umweltschutzbehörden sprachen sich für ein EU-weites Verbot von Proof of Work-Mining aus. Als Begründung wurde die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien durch Bitcoin-Miner angegeben. Bjørn Arild Gram, Norwegens Kommunal- und Distriktminister, vertrat einen ähnlichen Standpunkt.2

Derzeit ist dieses Verbot rein spekulativ und damit natürlich noch keine gesetzliche Regelung. Damit dies geschieht, muss das Verbot erst von der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union - dem dritten der sieben Organe der Europäischen Union (EU) – und auch dem Europäischen Parlament, das seine Zustimmung zur Verabschiedung von Gesetzen geben muss - erlassen werden.

Selbst wenn Bitcoin zu 100 Prozent mit sauberer Energie geschürft würde, wie es in Norwegen und Schweden der Fall ist: Es geht in dieser Debatte schlussendlich darum, ob Bitcoin existieren darf und überhaupt irgendeine Art von Energie verbrauchen darf. Die Existenzberechtigung einer Anlageklasse in Frage zu stellen, ist eine fruchtlose Debatte, wenn widersprüchliche ideologische Vorstellungen statt objektiver und datengestützter Forschung genutzt werden, um politische Entscheidungen zu treffen. Es gibt Beweise dafür, dass Bitcoin bereits jetzt in verschiedenen Ländern für unterschiedliche Zwecke von großem Nutzen war. So diente Bitcoin beispielsweise in Ländern wie Venezuela und Libanon als zensurresistentes Sparkonto und Zahlungsnetzwerk oder als Ergänzung bzw. für einige risikofreudige Anleger im Rahmen einer Portfoliooptimierung als Ersatz für Gold.

Darüber hinaus verbraucht Bitcoin weniger Energie als die Goldförderung und -produktion, die Kupferproduktion und der gesamte Finanzsektor. Der Abbau dieser Rohstoffe ist zudem auch mit anderen Problemen verbunden, insbesondere in Schwellenländern. Dazu gehören Zwangsarbeit3 und die negativen Auswirkungen von Landabbau und -aneignung – all dies findet beim computergesteuerten Bitcoin-Mining nicht statt.

Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass Bitcoin ohne den Mining-Mechanismus nicht existieren kann, auch wenn fast 90 Prozent des zirkulierenden Bitcoin-Volumens bereits geschöpft wurde. Das Mining ist die Lebensader von Bitcoin und ist notwendig für dessen Funktion als zensurresistente Zahlungsinfrastruktur. Bitcoin-Mining erfüllt folgende Funktionen:

  1. Die Überprüfung von Transaktionen
  2. Die Verrechnung von Transaktionen
  3. Die Sicherung des Netzwerkes mit Rechenleistung, die elektrischen Strom benutzt
  4. Die Bezahlung von Minern und Schürfung neuer Coins als Belohnung für ihre Arbeit. Dies dient auch der Verteilung von BTC auf dem freien Markt, da die Miner ihre Betriebskosten decken müssen, indem sie sie nach 100 Blöcken oder 16 Stunden Arbeitszeit gegen lokale Währungen verkaufen. 

Bei 21Shares beobachten wir die Entwicklung dieser Situation genau. Nach Angaben von Euronews Next hat die EU-Kommission verlautbaren lassen, dass sie die Branche ermutigt, Anwendungen von energieintensiven Proof-of-Work-Blockchains (PoW)auf weniger anspruchsvolle Protokolle wie Proof-of-Stake (PoS) und hybride Konsensmodelle „umzustellen“. Es ist unwahrscheinlich, dass Bitcoin in absehbarer Zeit zu einem PoS-Sicherheitsmechanismus wechseln wird – im Gegensatz zu Ethereum und der Privacy-Coin Zcash. Wie bereits zu Beginn des Jahres erwähnt, haben die Umweltbedenken gegenüber PoW zu einer Entwicklung hin zu umweltfreundlichen Kryptonetzwerken, die auf PoS setzen, geführt – darunter Avalanche und Solana. Diese Entwicklung könnte sich fortsetzen – trotz anderer Risiken, die mit diesen jungen Netzwerken verbunden sind.

Wöchentliche Renditen

Die Renditen der fünf wichtigsten Kryptoassets in der letzten Woche waren wie folgt: BTC (-6,5 Prozent), ETH (-3,2 Prozent), BNB (-5,3 Prozent), XRP (-5,2 Prozent) und ADA (-5,6 Prozent).

Sonstige News: Binance Smart Chain stößt vor Upgrade auf Kritik von der Community

Was ist passiert?

Nutzer der Binance Smart Chain (BSC), einer DeFi-Blockchain, die mit Ethereum konkurriert, haben Störungen erlebt, die hauptsächlich auf die Verkürzung der Blockzeit auf drei Sekunden zurückzuführen sind, im Gegensatz zur durchschnittlichen Blockzeit von 13 Sekunden bei Ethereum. Vor einigen Tagen erreichte die Nutzerbindung von BSC mit 14,7 Millionen Transaktionen ein Allzeithoch4. Nutzer beschuldigen nun Binance, die eigene Community für mehr Profit über den Tisch zu ziehen. Die wütende BSC-Community machte ihrem Frust auf Github Luft, ein Nutzer nannte die Blockchain gar eine „verlorene Sache“.5 Entwickler beschweren sich über die fehlende Überprüfung des Codes, die fehlende Reaktion auf Fehlerberichte, insbesondere bei nicht synchronisierten Knoten, und die fehlenden Betatests, die die Blockchain ins Chaos stürzen.

Wie Binance selbst beschreibt, ist BSC eine Dual-Chain-Architektur, die 2020 in Betrieb ging und die es ihren Nutzern ermöglichen soll, ihre dezentralen Apps und digitalen Vermögenswerte auf der einen Blockchain zu erstellen und die Vorteile des schnellen Handels auf der anderen zu nutzen.

Warum spielt es eine Rolle?

Die Unzufriedenheit mit dem Upgrade könnte sich vor allem auf die Binance-eigene Kryptowährung Binance Coin (Ticker: BNB) negativ auswirken. BNC liegt aktuell bei einem Marktwert von 599,61 Dollar (7,21 Prozent). Die entstandene Frustration könnte manche Entwickler dazu bringen, ihre Apps statt auf BNB auf Ethereum oder anderen Ökosystemen wie Avalanche oder Solana zu entwickeln.

Noch dazu kommt diese Entwicklung zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, da die Regulierungsbehörden in Großbritannien und kürzlich auch in Japan und Singapur gegen die Binance-Börse vorgehen. BSC ist somit in eine verzwickte Situation geraten: Regulierungsbehörden und sogar eigene Entwickler stellen sich gegen das Kryptoprojekt, und nur ein größeres Update könnte Abhilfe schaffen.

Das für den 30. November geplante sogenannte Bruno-Upgrade oder BEP-95 v1.1.5 wird sich auf die Validatoren oder Full-Node-Betreiber auswirken6. Nach der Aktivierung sollte die Blockchain in der Lage sein, eine Reihe von neuen Funktionen zu verarbeiten und bestehende Fehler zu beseitigen.

Über 21Shares

21Shares hat die weltweit größte Auswahl von börsengehandelten Kryptowährungsprodukten basierend auf ETPs. Im Jahr 2018 leistete das Unternehmen Pionierarbeit bei der Notierung des weltweit ersten Kryptowährungs-Index an der SIX Swiss Exchange. Im November 2021 verwaltet 21Shares knapp drei Milliarden Dollar in 20 Kryptowährungs-ETPs und 80 Notierungen. Darunter das weltweit einzige ETP-Produkt auf Binance sowie mit Tezos und Solana zwei ETPs, bei denen Anleger Staking-Erträge genieren können. Drei Krypto Baskets, HODL, HODLV und HODLX runden die aktuelle ETP-Suite ab. Die Krypto-ETPs sind an acht regulierten europäischen und schweizerischen Handelsplätzen notiert.
Die Vision von 21Shares ist es, allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit zu bieten, um über ein Bankkonto in Kryptowährungen zu investieren.
Weitere Informationen: https://21shares.com/

Wie werden sich digitale Assets in naher Zukunft entwickeln?

von Benjamin Dean, Director, Digital Assets bei WisdomTree.

In etwas mehr als einem Jahrzehnt haben sich digitale Assets aus dem Nichts zu einem lebendigen, vielfältigen und schnell wachsenden Ökosystem entwickelt. Durch einige Maßnahmen, wie die Marktkapitalisierung, hat das Ökosystem kürzlich ein Allzeithoch von über drei Billionen US-Dollar erreicht1. Dies beinhaltet nicht den Wert der Unternehmen, auf denen aufgebaut wurde, oder die Nutzung digitaler Asset-Netzwerke. Als Beispiel: Coinbase wird derzeit auf über 70 Milliarden US-Dollar2 und FTX auf 25 Milliarden US-Dollar3 geschätzt. Darüber hinaus wickeln einige dieser dezentralen Zahlungsnetze täglich Transaktionen im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar ab4 – eine Zahl, die keine Transaktionen innerhalb von Closed-Loop-Diensten wie Cash App oder Blockchain.com beinhaltet.

Mit diesem Wachstum und diesen Meilensteinen, die nicht mehr nur rein hypothetisch sind, stellen sich zwei Fragen: Wie könnte dieser Bereich in Zukunft wachsen – und welche Chancen könnten sich daraus ergeben? Bei der Überlegung von Antworten auf diese Fragen ist es hilfreich, sein Denken in Bezug auf aufkommende Anwendungsfälle sowie technische Veränderungen zu strukturieren.

Zahlungen sind der ursprüngliche Anwendungsfall – die „Killer-App“ – für digitale Asset-Netzwerke und dieser Anwendungsfall wird nicht verschwinden. Die wichtigste Entwicklung für diesen Anwendungsfall ist die Integration von Digital Asset Networks – und deren Bezahlfunktionalität – in bestehende Internetplattformen und in alltägliche mobile Zahlungsanwendungen. Zum Beispiel hat Jack Dorseys Twitter damit begonnen, Benutzerprofilen Bitcoin Lightning-Wallets zuzuweisen, was Personen ermöglicht, sich im Austausch für Inhalte günstig, schnell und nahtlos gegenseitig „Trinkgelder“ zu geben5. Immer mehr Open Source Bitcoin Lightning Wallets erscheinen in mobilen App Stores mit besser gestalteten Benutzeroberflächen (zum Beispiel Muun6, Pine7, BlueWallet8). Dies ist mit neuartigen Möglichkeiten des Erwerbs von Bitcoin verbunden, wie beispielsweise dem Gutscheinprodukt „Mobile Recharge“ von Azte.co9. Western Union wird sein Geschäftsmodell wieder einmal ändern müssen.

Gleichzeitig finden Entwickler immer neue Wege, die dezentrale Anwendungsfunktionalität von Netzwerken wie Ethereum, Solana oder Avalanche voll auszuschöpfen. Der Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) wird die Vertreter im traditionellen Finanzwesen (TradFi) später nachts wach halten, während Börsen (zum Beispiel Uniswap10), Kreditvergabe (zum Beispiel Aave11) und Yield-Farming-Dienste (zum Beispiel yearn12) neue Nutzer gewinnen.

Nicht fungible Token (NFTs), einfacher als digitale Sammlerstücke bezeichnet, waren im Jahr 2021 einer der wichtigsten Teile des Ökosystems für digitale Assets. Sie haben neue Nutzer, insbesondere aus der Unterhaltungs- und Kunstbranche, herangebracht und eine enorme Aktivität über Plattformen wie OpenSea vorangetrieben13. Die ersten Iterationen von Geschäftsmodellen in diesem Bereich werden sich wahrscheinlich in naher Zukunft entwickeln. Wenn man technisch versierte Entwickler mit Kreativen aus Kunst, Musik und Gaming zusammenbringt, ergibt sich eine vielseitige Kombination.

Gaming ist ein weiterer Bereich, in dem die Smart Contract-Funktionalität vorangetrieben wird. Gaming generiert bereits seit Jahren mehr Umsatz als Hollywood14. Kürzlich haben 500 Millionen Menschen das Finale eines eSports-Turniers verfolgt15. Digital Asset Networks stellen die Infrastruktur zur Unterstützung von In-Game-Token und Ökonomien bereit, die vielen dieser virtuellen Welten zugrunde liegen (zum Beispiel Axie Infinity16). Während die Grenzen zwischen Meatspace und Cyberspace weiter verschwimmen17, werden Veränderungen in der Art sichtbar, wie Menschen finanziell in dem interagieren, was derzeit als Metaverse bezeichnet wird.

Dies alles ist vor dem Hintergrund ständiger technischer Verbesserungen und Weiterentwicklungen zu betrachten. Das Bitcoin-Netzwerk wurde diesen Monat einem großen Upgrade unterzogen – Taproot genannt – das darauf abzielt, die Privatsphäre und Sicherheit des Netzwerks zu erhöhen18. Irgendwann wird das Ethereum-Netzwerk den lang erwarteten Übergang zu einem Proof-of-Stake-Konsensmechanismus19 vollziehen, der eine neue Renditequelle für diejenigen schaffen wird, die Ether „einstecken“, um einen Validierungsknoten zu betreiben. Eine größere Interoperabilität20 zwischen digitalen Asset-Netzwerken ist zu erwarten, wenn versucht wird, das Beste aus einer Kombination spezialisierter Funktionalitäten zu machen, die in verschiedenen Netzwerken angeboten werden.

Über die Zukunft des Ökosystems für digitale Assets nachzudenken ist aufgrund der Unvorhersehbarkeit von Open-Source-Entwicklergemeinschaften in Verbindung mit dem iterativen Trial-and-Error-Prozess, der den unternehmerischen Motor kennzeichnet, schwierig. Dies gilt jedoch nicht nur für digitale Assets – es ist eine wesentliche Dynamik, die neue Technologien während ihrer Entwicklung, Kommerzialisierung und Verbreitung erfahren. Im letzten Jahrzehnt gab es verschiedene Höhen und Tiefen im Digital Asset Ecosystem – die alle dazu führten, wo sich der Bereich heute befindet – und dies wird sich fortsetzen, wenn neue technische Funktionalitäten entwickelt werden und man auf neue Probleme stößt, für die die Funktionalität von Digital Asset Networks neuartige Lösungen bieten.“


1) https://www.coingecko.com/en/global_charts
2) https://www.cnbc.com/2021/11/12/backblaze-ipo-takes-opposite-approach-to-rivian-going-public-small.html
3) https://www.finextra.com/pressarticle/89905/ftx-hits-25bn-valuation-on-420m-funding-round
4) https://www.coingecko.com/en/coins/high_volume
5) https://blog.twitter.com/en_us/topics/product/2021/bringing-tips-to-everyone
6) https://muun.com/
7) https://pine.pm/
8) https://bluewallet.io/
9) https://azte.co/
10) https://uniswap.org/
11) https://aave.com/
12) https://yearn.finance/
13) https://opensea.io/
14) https://www.marketwatch.com/story/videogames-are-a-bigger-industry-than-sports-and-movies-combined-thanks-to-the-pandemic-11608654990
15) https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-11-08/tencent-gets-respite-from-crackdown-with-league-of-legends-hits
16) https://axieinfinity.com/
17) https://www.wisdomtree.com/blog/2021-11-11/welcome-to-the-metaverse
18) https://www.theblockcrypto.com/linked/124276/bitcoin-taproot-activated
19) https://ethereum.org/en/eth2/
20) https://www.wisdomtree.eu/en-gb/blog/2021-11-10/digital-asset-networks-are-like-train-lines

ETF abgelehnt – Anleger bleiben BTC treu

von Eliézer Ndinga, Research Lead, 21Shares.

Die allgemeine Krypto-Marktstimmung lässt sich momentan als eher verhalten bezeichnen, was nicht zuletzt an der Ablehnung eines Antrags auf einen Bitcoin-Spot-ETF in den USA liegt. Die Nachricht hat vor allem kurzfristige Anleger zur Gewinnmitnahme bewegt, wie ein Blick auf die Bitcoin-Blockchain zeigt: In den letzten sieben Tagen fiel Bitcoin um acht Prozent. Etwa 90 Prozent des entstehenden Verkaufsdrucks kam (mit Stand 15. November) von kurzfristigen Investoren, also jenen, die innerhalb der letzten 12 Monate Bitcoin erworben hatten. Doch damit nicht genug: Bei 21Shares haben wir diesen Verkaufstrend auch unter der Gruppe der wertorientierten Anleger, die vor drei bis fünf Jahren gekauft hatten, identifiziert. Diese Gruppe macht jedoch nur rund vier Prozent des beobachteten Verkaufsdrucks aus – ein klarer Beleg dafür, dass langfristige Investoren nach wie vor auf Bitcoin und dessen Grundwerte und Innovationen vertrauen – und in weiterer Folge auf den restlichen Kryptomarkt.

Bei 21Shares sehen wir den Krypto-Markt am Beginn einer exponentiellen Wachstumskurve, die man mit dem Wachstum des Software as a Service (SaaS)-Marktes zu Beginn des Dotcom-Booms vergleichen könnte und die auch von zwischenzeitlichen, unerwarteten Einbrüchen – den „Black Swan“-Events – mit darauffolgender Abwärtsvolatilität nicht beendet werden wird. Obwohl noch weniger als zwei Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu Kryptowährungen haben, wird Krypto das kollektive Denken über Geld, Finanzdienstleistungen und der breiten Palette an täglich genutzten Internetdiensten neu definieren.

Bitcoin entwickelt sich als Basis-Layer stetig weiter, wie gerade mit seinem unbestreitbar bedeutendsten Upgrade seit 2017 namens “Taproot”. Taproot bietet neben einer verbesserten Privatsphäre auch Transaktions- und Automatisierungseffizienz, von der sowohl die Bitcoin-Blockchain als auch das Lightning Network profitieren. Nachfolgend finden Sie die Grundbausteine ​​von Taproot (Englisch).


Über 21Shares

21Shares verfügt über die weltweit größte Palette an börsengehandelten Kryptowährungsprodukten (ETPs). Mit der Notierung des ersten Kryptowährungsindices an der SIX Swiss Exchange im Jahr 2018 leistete 21Shares Pionierarbeit und erweitert sein Produktportfolio seitdem konsequent mit innovativer Forschung und zukunftsweisenden Ansätzen. 21Shares möchte allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit für den Kauf, Verkauf und Leerverkauf von Kryptowährungen über bestehende Bank- und Maklerkonten bieten. Onyx, die Emissionsplattform von 21Shares wird sowohl von 21Shares als auch von Drittpartnern für die Emission und das operative Geschäft mit Kryptowährungs-ETPs weltweit genutzt.
Weitere Informationen: https://21shares.com/