ETF Securities Marktüberblick KW12

Die Spannungen in der Ukraine und die darauffolgenden Sanktionen der USA und mittlerweile auch Europas gegenüber Russland, lagen in der Vorwoche weiterhin im Fokus der Investoren. Bedenken, dass Russland weitere Handelsbeschränkungen auferlegt werden und die Ukraine ihre Exporte beschränkt, führte zu einem starken Preisanstieg bei Weizen, da etwa 16% der globalen Exporte aus dieser Region stammen. Besser als erwartete US-Wirtschaftsdaten und ein positiver Ausblick der US-Fed unterstützten die globalen Aktienmärkte und den US-Dollar, drückten jedoch auf die Preise für Gold und Aktien von Goldminenunternehmen. Dennoch sehen wir im derzeitigen globalen Umfeld und den Spannungen zwischen der Ukraine und Russland, weiter Platz für defensive Anlageklassen.

Rohstoffe

Russland ist der weltweit größte Produzent von Palladium und kommt für 42% des gesamten Angebots auf. Jegliche Handelsbeschränkung würde das ohnehin erwartete Marktdefizit für 2014 weiter vergrößern. Zur selben Zeit gehen die Streiks in Süd-Afrika in die 9. Woche und noch konnte keine branchenweite Lösung gefunden werden. Das Land ist mit 37% des globalen Angebots, weltweit der zweitgrößte Palladium-, und der weltgrößte Platin-Produzent. Auch Weizen steht stark im Einfluss des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, da Russland 10% des globalen Angebots und 16% des globalen Exports stellt. So stieg der Preis für Weizen um 4,4% in der Vorwoche. Durch die Situation in der Ukraine nehmen Investoren verstärkt defensive Anlageklassen in ihre Portfolios und vor allem Long-Gold und Long-Silber ETPs verzeichneten in der Vorwoche Zuflüsse. Milderes Wetter in den USA veranlasste Investoren verstärkt Short-Positionen auf Heizöl einzugehen. So kam es bei ETFS Daily Short Heating Oil (WKN: A0KRJ0) zu Zuflüssen von 9 Mio. USD, neben Abflüssen von Brent ETPs wie ETFS Brent Crude (WKN: A1N49P) von 2,6 Mio. USD. Bernhard Wenger von ETF Securities geht davon aus, „dass sich der WTI/Brent Spread weiter verschmälert, da in den USA die Reisezeit beginnt und die geopolitischen Spannungen in Europa auf den Preis von Brent drücken werden.“ Der Henry Hub Gaspreis handelte im Vormonat in einer weiten Spanne und sank von 6,15 USD/MMBTU auf 4,38 USD/MMBTU. Wir gehen davon aus, dass der Gaspreis durch die saisonal bedingt schwächere Nachfrage, bis Ende Mai auf 3 USD/MMBTU zurückgeht. Schweinebauern in Nord-Amerika leiden zurzeit unter Erkrankungen der Tiere und der Preis von schlachtfertigen Schweinen stieg in der Vorwoche um 3,2% auf ein Rekordhoch. Die Long Futures-Positionen scheinen mittlerweile bereits stark ausgedehnt zu sein was einen starken Preisverfalls nach sich ziehen könnte, sollte es Anzeichen geben, dass der Höhepunkt der Krankheit überwunden ist. Der Preis für Kaffee der Sorte Arabica ist in der Vorwoche aufgrund der verbesserten Wettersituation in Brasilien um 15% gefallen. Aufgrund der besser werdenden Bedingungen und der Möglichkeit, dass das El Nino Wetterphänomen die Ernteerträge erhöht, rechnen wir mit einem weiteren Preisrückgang. Zuflüsse von 5,7 Mio. USD verzeichnete ETFS Cotton (WKN: A0KRJW), aufgrund hoher US-Exportdaten. Der Preis für Baumwolle ist im Vormonat um fast 7% auf ein 7-Monatshoch angestiegen und die USDA reduzierte jüngst ihre Erwartungen für die US-Lagerbestände aufgrund der hohen Exporte.

Aktien

An den globalen Aktienmärkten kam es in der Vorwoche aufgrund von guten US-Wirtschaftsdaten und verstärkten Käufen aufgrund niedriger Aktienpreise, zu einem Anstieg. Die gestiegene Industrieproduktion in den USA unterstützte den Russell 2000 Index, der in der Vorwoche um 1,9% anstieg, während die niedrigere Inflation in Europa den LevDAX x2 Index und FTSE MIB Leveraged Index um 6,2% bzw. 4,8% ansteigen ließ. Nach sechs aufeinanderfolgenden Wochen mit Anstiegen, fiel Gold um 3,1% trotz weiterer Spannungen zwischen der Ukraine und Russland und drückte den DAXglobal Gold Miners Index um 7,6% nach unten. Dennoch sind wir der Ansicht, dass die Möglichkeit weiterer Sanktionen auf Russland die Nachfrage nach defensiven Anlageklassen weiter ansteigen lassen wird.

 Währungen

Der überraschend optimistische Ausblick der neuen Fed Vorsitzenden Yellen, sollte den USD kurzfristig unterstützen. Zur selben Zeit verstärkten sowohl die europäische als auch die japanische Zentralbank (ECB bzw. BOJ) ihre Stimulus Rhetorik. Die Möglichkeit negativer Einlagezinssätze  wurde abermals von einem ECB Entscheidungsträger angesprochen und könnte zu weiterem Preisdruck auf den Euro führen. Ein ähnlich schwacher Wirtschaftsausblick und die Gefahr einer Deflation könnten in Japan zu quantitativer geldpolitischer Lockerung durch die BOJ führen. Der BOJ-Präsident deutete an, dass während die Inflation nur bei rund der Hälfte des Ziels von 2% liegt, die Zentralbank alles tun wird, um das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Während die geopolitischen Spannungen um die Krim Risikoaversion und defensive Positionierung von Investoren antreiben könnte, sehen wir jede kurzfristige Stärkung des Yen als Möglichkeit Short-Positionen in Yen gegen USD aufzubauen.

ETF Securities Marktüberblick KW11

Da die Situation in der Ukraine kaum Anzeichen einer Stabilisierung zeigt und die chinesischen Wirtschaftsdaten jüngst unterhalb der Erwartungen verblieben, rutschten die Aktienkurse in der vergangenen Woche ab. Gold- und Silberpreise hingegen kamen ihrem Ruf als Portfolio-Diversifikator und Versicherungswerte nach und stiegen an. ETP- und Futures-Investoren haben ihre Goldpositionen entsprechend wieder erhöht, da Risikoabsicherungseigenschaften von Gold wieder gefragt sind. Auch wenn Bedenken möglicher Abwicklungen von mit Kupfer besicherten Finanzierungsgeschäften in China den Kupferpreis letzte Woche stark gedrückt haben, so könnte die über das Wochenende angekündigte Urbanisierungs-Initiative in China in Höhe von RMB 1bn dazu beitragen, die Stimmung in dieser Woche wieder zu heben. Nachdem EZB-Präsident Draghi sich zu den negativen Auswirkungen eines starken Euro äußerte, haben Deflationsbedenken in der Euro-Zone weiteren Nährboden gefunden.

ROHSTOFFE

Gold wurde während der Ukraine-Krise wieder verstärkt als Risikoabsicherungen nachgefragt. So haben Investoren ihre Long-Positionen in Gold mittels ETPs und Futures ausgebaut, nachdem makroökonomische sowie geopolitische Risiken die Investoren an die Versicherungseigenschaften des Goldes erinnert haben. Darüber hinaus wurden weitere Zuflüsse in Höhe von $38mn im physisch hinterlegten Silber ETC (A0N62F) verbucht, nachdem es vergangene Woche bereits zu Rekordzuflüssen von $132mn kam. „Sind beide Edelmetalle in der Vergangenheit gemeinsam gestiegen, so hat Silber gegenüber Gold nochmals deutlich outperformed; etwas worauf Investoren nach wie vor“, so Bernhard Wenger von ETF Securities.

Unterdessen kam der Kupferpreis in der vergangenen Woche, aufgrund von globalen Makro-Sorgen und Ängsten über die mögliche Freisetzung von Kupfervorräten nach dem Ausfall einer chinesischen Unternehmensanleihe, stark unter Druck. „Aus unserer Sicht sind diese Ängste jedoch unbegründet und sobald diese kurzfristigen Turbulenzen abgeklungen sind, gehen wir davon aus, dass der Kupferpreis aufgrund zugrundeliegender Nachfrage nach dem Metall steigen wird“, so Wenger weiter. Der Preisrückgang von fast 9% vergangene Woche wurde entsprechend von Investoren als Kaufgelegenheit wahrgenommen, sodass es zu $19mio Zuflüssen in den ETCs kam, den höchsten Käufen in den letzten 10 Wochen. „Chinas Kupfernachfrage bleibt in der Tat robust, was von den Januar und Februar Importen belegt wird, die über 40% oberhalb der Vorjahresdaten lagen und ein Rekordniveau erreichten. Die Nachfrage nimmt in der Regel nach dem Ende des ersten Quartals zu, einen Verlauf den wir auch für dieses Jahr erwarten“,so Wenger. Eine weitere Besonderheit wurde vergangene Woche im dem Preis von Magerschweinen verbucht, der aufgrund der Ausbreitung der Schweinekrankheit in den USA und Osteuropa um 6,0% stieg.

AKTIEN

Globale Aktien stürzten aufgrund von Ängsten einer Konjunkturabkühlung China’s, sowie anhaltenden Spannungen in der Ukraine ab; Goldminen hielten diesem Trend jedoch stand. Obwohl die chinesischen Exporte, Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion nur leicht unter den Erwartungen zurück blieben, weisen die derzeitigen Medienberichte auf eine Rückkehr der Ängste einer möglichen drastischen Abkühlung des chinesischen Wachstums hin, was sich bereits im vergangenen Jahr als falsch erwiesen hat. Ein steigendes Kriegsrisiko in der Ukraine, gekoppelt mit den Wachstumsängsten für China, haben zum ersten Mal in diesem Monat in den meisten Aktienindizes zu Verlusten geführt. Die Rallye in Gold half dem DAXglobal Gold Mining Index sich diesem Trend zu wiedersetzen, woraufhin der Index im Verlauf der Woche um 3% anstieg. Ein weiterhin fester Goldpreis sollte Goldminenaktien in den kommenden Wochen unserer Sicht nach unterstützen.

WÄHRUNGEN

Deflationsbedenken in der Euro-Zone nach Draghi Kommentaren; China weitet tägliche Handesspanne im Renminbi aus.

Die Inflationserwartungen in der Eurozone befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 2 Jahren. EZB-Präsident Draghi hat in der vergangenen Woche die deflationären Erwartungen gehoben und vor möglichen schädlichen wirtschaftlichen Auswirkungen eines starken Euro gewarnt. Darüber hinaus bestehen Befürchtungen, dass, wenn der Russland-Ukraine-Konflikt nicht schnell gelöst wird, etwaige Handels- und Finanzsanktionen gegen Russland das Wachstum der Eurozone schwächen werden. Der Schweizer Franken dürfte weiterhin von geopolitischen Risiken profitieren. Die US-Notenbank trifft sich in dieser Woche, angesichts der jüngsten verbesserten wirtschaftlichen Daten erwarten wir, dass sich das Tempo vom Tapering unvermindert fortsetzen wird und damit den USD unterstützt. Unterdessen wurde am Wochenende in China die tägliche Handelsspanne des Renminbi von 1% auf 2% ausgeweitet, um die Flexibilität der Währung voranzutreiben. Während wir von einer längerfristigen Wertsteigerung des CNY ausgehen, so könnte es kurzfristig zu erhöhter Volatilität kommen, da die Politik weiterhin versucht ein Risiko in Chinas Wirtschaft zu injizieren, um die Entwicklung einer rationalen, marktpreisbestimmten Wirtschaft zu beschleunigen.

ETF Securities Marktüberblick KW10

Anhaltende Unsicherheit über die Situation in der Ukraine hat letzte Woche defensive Anlagen wie Gold, Aktien von Goldminenbetreibern und den US-Dollar angetrieben. Auch Rohstoffe wie Palladium, Weizen und Nickel, die in Russland produziert werden, verzeichneten aufgrund der möglichen Handelsbeschränkungen Preisanstiege. Während bei sicherheitsorientierten Anlageklassen durch die Krise in der Ukraine Zuflüsse erwartet werden, könnten zyklische Anlageklassen, nach den schwachen chinesischen Exportdaten für Februar, unter Preisdruck bleiben. In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass zyklische Anlageklassen nach dieser leichten Korrektur wieder outperformen werden und Gold die beste Absicherungsmöglichkeit darstellt, sollte dieses Szenario nicht eintreffen. Der Streik der Minenarbeiter in Südafrika geht bereits in die siebente Woche und bringt das Platin- und Palladiumangebot unter Druck.

Rohstoffe

Der Streik in Südafrika hat bereits 320,000 Unzen an Platin aus dem Markt genommen, was 6% der gesamten Jahresproduktion 2013 darstellt. In Folge kam es bei Long-Platin (WKN: A0N62D) und Long-Palladium (WKN: A0N62E) ETPs von ETF Securities mit USD 56 Mio. zu den stärksten Zuflüssen seit Juni letzten Jahres. Sorgen, dass die Lagerbestände der Produzenten bald erschöpft sind und, dass Russland (40% der weltweiten Produktion) Handelsbeschränkungen auferlegt werden, treibt den Platinpreis weiter an. Bernhard Wenger von ETF Securities stellt fest, dass aufgrund der Entwicklungen in der Ukraine und der weiter unsicheren Lage in einigen Schwellenländern Gold-ETPs (WKN: A0N62G) auch in der vierten Woche in Folge Zuflüsse verzeichnet haben. So steckten Investoren erneut 28 Millionen US-Dollar in die Produkte. Insbesondere das geplante Referendum zum Anschluss der Krim an Russland hat die Sorgen vor einer weiteren Zuspitzung der Krise in der Ukraine verstärkt. In diesem Umfeld notiert der Goldpreis aktuell wieder nahezu auf dem Niveau vom vergangenen Oktober. Weitere Zuflüsse gab es bei Long-Nickel ETPs (WKN: A0KRJ4), wobei die Exportbeschränkung in Indonesien, sinkende Lagerbestände in China und die Möglichkeit der Handelsbeschränkungen in Russland den Preis von Nickel antreiben. Russland ist der drittgrößte Minenproduzent von Nickel. Sorgen, dass die Dürre in Brasilien zu Ernteausfällen führen könnte, ließ den Preis für Kaffee der Sorte Arabica auf ein 2-Jahres-Hoch ansteigen. Long-Coffee ETPs (WKN: A0KRJT) verzeichneten Abflüsse von USD 56,6 Mio., hauptsächlich aufgrund von Gewinnmitnahmen.

Aktien

Aktien von Goldminenbetreibern stiegen aufgrund der geopolitischen Spannungen zusammen mit dem Goldpreis weiter an. Letzte Woche gab es unterschiedlichen Entwicklungen auf den globalen Aktienmärkten, da Investoren die Entwicklungen in der Ukraine beobachten. US-Märkte profitierten von besseren Lohndaten, währen sich europäische Investoren eher defensiv verhielten, wobei südeuropäische Börsen den Norden outperformten.

Währungen

Geopolitischen Spannungen, positive Beschäftigungsdaten aus den USA und die defensivere Haltung auf Währungsmärkten können unserer Ansicht nach diese Woche zu einer Stärkung des US-Dollars gegen G10 Währungen führen. Die Stärke des USD/JPY Währungspaars wird nach den finanzpolitischen Entscheidungen der Bank of Japan, weiteren Stimulus einzubringen um das Wirtschaftswachstum zu fördern, zusätzlich Unterstützung erhalten. In der Zwischenzeit hat die Chinesische Zentralbank die Volatilität des Renminbi erhöht, und damit gezeigt, dass Währungsflexibilität einen wichtigen Punkt ihrer Wirtschaftsreform darstellt. Wir rechnen mit einer mittelfristigen Aufwertung des CNY, allerdings bei höherer Volatilität.

ETF Securities Marktüberblick

Anstieg der Rohstoff- und Aktienmärkte letzte Woche, nach Beruhigung der Situation in Wachstumsmärkten. Trotz aktuell schwacher US-Wirtschaftsdaten, rechnen wir mit einem Abschwächen des Winters und einer Erholung des Wirtschaftswachstums in den USA über die kommenden Monate. Gold-ETPs werden von Investoren verstärkt als Hedge gegen potentielle Risiken eingesetzt; ebenfalls verstärkte taktische Positionierung in Agrarprodukte. Gewinnmitnahmen durch Verkäufe von Kaffee-, Erdgas- und WTI Öl ETPs nach starken Preisanstiegen in der Vorwoche. Short-Positionen in Erdgas- und Kaffee-ETPs werden langsam ausgebaut.

Rohstoffe

Der Goldpreis ist dieses Jahr bereits über 9% gestiegen, da Investoren sich für Enttäuschungen bezüglich Wirtschaftswachstums positionieren, und Gold als Absicherungsinstrument einsetzen. Rekordwerte von Goldkonsum im Jahr 2013 von 3,864 to, wegen niedriger Preise (World Gold Council, 2014). Nach Importbeschränkungen und -quoten in Indien, nun China weltweit größter Goldverbraucher. Zuflüsse über die Vorwoche von USD 38 Mio. bei Long-Gold ETPs von ETF Securities. Vermehrt Zuflüsse bei Platin-ETPs, aufgrund des bereits über 23 Tage dauernden Streiks der Minenarbeiter in Südafrika. Lagerbestände sollten nur noch für wenige Wochen reichen und Preise könnten stark reagieren, sollte es zu keiner Veränderung kommen.

Heiß/trockenes Wetter und niedrige Produktionserwartungen in Brasilien führten zu Anstieg des Kaffeepreises um 20% und Tilgung von USD 28 Mio. bei Long-Kaffee ETPs. Dennoch, Preise könnten stark auf eine Besserung des Wetters reagieren und Investoren gehen bereits Short-Positionen ein. Zuflüsse bei ETFS Daily Short Coffee von USD 3,8 Mio.

Investoren verstärken Short-Erdgas Positionen da US-Henry-Hub Erdgas Preis auf 5-Jahres-Hoch, aufgrund von Erwartungen, dass niedrige Temperaturen abklingen. Abflüsse von USD 9 Mio. bei Long- und Zuflüsse von USD 6,4 Mio. bei Short-Erdgas Positionen.

Aktien

Italienische und britische Aktienmärkte reagierten positiv auf verbesserte wirtschaftliche und politische Situation, durch besser als erwartete Inflationsdaten aus Großbritannien und als Antwort auf die Nominierung einer neuen Regierung in Italien. Der DAXglobal Gold Miners Index stieg um 2,2% an, aufgrund verbesserter Fundamentaldaten und Kostenbasis (Kostenreduktion um 15% in Q3 2013, verglichen mit Vorquartal). Wir glauben, dass sich bei Aktien auf Goldminenbetreiber der derzeitige Abschlag zum NAV nicht halten wird und erwarten, dass diese Aktien wieder über dem Buchwert gehandelt werden.

Währungen

Sowohl Preise als auch Korrelationen von Rohstoffwährungen stiegen letzte Woche an, vor allem aufgrund einer Beruhigung der Lage in den Emerging Markets, nachdem in den letzten Monaten Rohstoffwährungen einem schwierigen Umfeld ausgesetzt waren und traditionell hohe Korrelationen mit den Rohstoffen gefallen sind. Die Turbulenzen in den Wachstumsmärkten haben Rohstoffwährungen mehr geschadet als den Rohstoffen selbst.

GAM: Aktienbezogene Hedge Fund-Strategien profitieren weiter von der lockeren Geldpolitik

Die Fortdauer der Rally an den Aktienmärkten bleibt auch Anfang Dezember ein herausragendes Thema.
Doch für viele Hedge Funds spielen andere Trades ebenfalls eine bedeutende Rolle, weiß Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM.

„Den Managern von Hedge Funds gefallen US-amerikanische und ausgewählte europäische Aktien auf Long- sowie Long/Short-Basis. Dafür haben die US-Notenbank Fed mit ihrer unverändert expansiven Haltung und die EZB mit der überraschenden Leitzinssenkung Anfang November die Voraussetzung geschaffen. An anderen sehr selektiven Trades wird jedoch festgehalten, wie etwa am Thema Reflation in Japan (via Short-Positionen im Yen und in japanischen Staatsanleihen sowie Long-Positionen in japanischen Aktien). Die anhaltenden Sorgen um das Wachstum in den Schwellenländern werden zum Teil durch Short-Positionen im australischen Dollar und in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern ausgedrückt. Wir rechnen damit, dass einige Fonds zum Jahresende hin und im neuen Jahr eine gute Performance zeigen werden, sofern die Aktienmärkte in den USA und Europa dafür weiter eine günstige Konstellation bieten – zum Beispiel, indem sie solide Fundamentaldaten honorieren und schwächere negativ quittieren. Andere Faktoren, die eine positive Wirkung haben könnten: Belebung der Fusionen und Übernahmen im kommenden Jahr (wie schon früher in diesem Jahr), Fortdauer einer glaubwürdigen Reflation in Japan, Abschwächung des Wachstums in den Schwellenländern.“

Nach Lawlers Auffassung zählten die Aktienmärkte im November erneut – wie schon den größten Teil des Jahres – zu den Hauptnutznießern der expansiven Geldpolitik. Das günstige Umfeld verhalf den Equity Hedge- und Event Driven-Fonds weiter zur Outperformance gegenüber den anderen Hedge Fund-Strategien, was an den HFRX Strategy-Indizes deutlich abzulesen war. Der HFRX Equity Hedge Index stieg um 1,0%, und der HFRX Event Driven Index verbesserte sich um 0,6%. Auch die Indizes für Relative Value und Macro/CTA beendeten den Monat mit positiven Ergebnissen. Seit Jahresbeginn verbuchen der Equity Hedge- und der Event Driven-Index somit ein Plus von 9,8% beziehungsweise 13,5%.

Der Dezember, normalerweise ein eher ruhiger Monat, hat damit begonnen, dass die Fonds ihr Risiko leicht reduziert haben, berichtet Lawler. „Wie wir sehen konnten, wurde Anfang des Monats das Brutto- ebenso wie das Nettoengagement verringert – in dieser Zeit sinken in der Regel die Handelsvolumina. Ein Teil der Fondsmanager geht davon aus, dass sich an den Aktienmärkten im Dezember nicht viel tun wird. Unterdessen haben einige Fonds ihre Währungspositionen unverändert gelassen, um gewappnet zu sein, falls beispielsweise der Yen oder der australische Dollar aus den momentanen Schwankungsspannen ausbrechen sollten.“

MFS Globaler Aktienausblick: Sicht auf weltweiten Aufschwung nicht vernebeln lassen

von Sanjay Natarajan, MFS Institutional Equity Portfolio Manager
Die Schlagzeilen zum Haushaltsstreit in den USA, den Wahlen in Deutschland oder der geplanten Umsatzsteuererhöhung in Japan können Anleger leicht verunsichern und den Blick auf das Wesentliche verstellen: den weltweiten Konjunkturaufschwung. Er geht von den USA aus, wo sich Wohnimmobilien- und Arbeitsmarkt erholen. Aber auch in Europa zeichnet sich eine Stabilisierung ab und in Japan ist ein Turnaround im Gange. Selbst die Emerging Markets verzeichnen leichte Verbesserungen bei der Leistungsbilanz, was den Währungen guttut. In diesem Umfeld halten wir Aktien trotz ihrer im laufenden Jahr schon sehr guten Performance immer noch für attraktiv.

Kritiker halten dem entgegen, dass das Wachstum der Weltwirtschaft auf tönernen Füßen stehe. Daher seien häufigere Transaktionen angesagt, um Anlagechancen zu nutzen und Irrtümer zu korrigieren. Tatsächlich schalten die Märkte schneller als früher von Risikobereitschaft auf Risikoaversion um. Dennoch entwickeln sich Realwirtschaft und Finanzmärkte in letzter Zeit durchweg positiv. Außerdem schätzen wir das Aktienmarktumfeld noch immer positiv ein und gehen von einer weiterhin expansiven Geldpolitik aus – insbesondere nach den jüngsten politischen Turbulenzen in den USA.

Angesichts des Konjunkturaufschwungs könnten zyklische Sektoren wie Technologie, Medien, Automobile und Finanzen weiter das Feld anführen. Anders als im ersten Quartal 2013 wurde der Marktanstieg von Juni bis September vor allem von Zyklikern, marktsensitiven Titeln und Substanzwerten getragen. Die relative Stärke dieser Marktsegmente dürfte anhalten, zumal Zykliker und Finanztitel meist am stärksten von steigenden Anleiherenditen profitieren.

Kurse in Europa werden anziehen, Risikoprämien weiter zurückgehen

Wir bewerten die USA und Europa langfristig unverändert positiv. Korrekturen betrachten wir daher als Kaufgelegenheiten. In den USA sind die Fundamentaldaten nach wie vor solide; insbesondere zyklische Unternehmen haben im dritten Quartal die Gewinnerwartungen übertroffen. Höhere Investitionen im Laufe der Zeit könnten die Gewinne beflügeln. Eine Aktienmarktkorrektur infolge eines weiteren Haushaltsstreits Anfang nächsten Jahres böte in Sektoren wie Finanzwesen und Konsumgebrauchsgüter Kaufgelegenheiten.

Für 2013 erwarten die Marktteilnehmer zwar einen weiteren Gewinnrückgang in Europa, aber die Einkaufsmanagerindizes sind auf dem höchsten Stand seit Mitte 2011. Das bestärkt uns in der Hoffnung, dass die Gewinne demnächst wieder steigen und die Aktienkurse daraufhin anziehen. Zwar ist die Aktienrisikoprämie nach fast dreimonatigen Mittelzuflüssen in Aktien gefallen, doch dürfte sie unserer Einschätzung nach in nächster Zeit noch weiter zurückgehen.

In Europa bevorzugen wir nach wie vor Finanztitel und zyklische Sektoren wie Banken, Automobile und Medien. Zu beachten ist auch, dass Unternehmen mit hohem Emerging- Market-Engagement bereits teurer geworden sind, während die binnenorientierten Sektoren immer noch recht moderat bewertet erscheinen.

In Japan warten wir weitere Fortschritte bei den Strukturreformen ab, bevor wir unsere langfristige Haltung ändern. Die Äußerungen von Premierminister Abe zu den Schwierigkeiten der Arbeitsmarktreform zeigen, mit welchen Herausforderungen dieser entschlossene Politiker konfrontiert ist. Die überraschend gute Entwicklung des japanischen Marktes im laufenden Jahr hat Auslandskapital in Höhe von netto fast 100 Milliarden US-Dollar angezogen. Trotzdem mahnen wir kurzfristig weiter zur Vorsicht. Längerfristig wird ein erfolgreicher Abschluss der Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Energiereform dem Markt zweifellos sehr zugutekommen.

Gesamtwachstum in den Schwellenländern ohne Substanz

In den Emerging Markets ist die Zeit für umfangreiche Käufe noch nicht gekommen. Viele Broker bewerten diese Region aus taktischer Sicht allerdings positiv, seit das Tapering verschoben wurde. Sie stützen sich auf die wieder niedrigeren US-Renditen, den zuletzt schwächelnden US-Dollar und die verbesserten Überraschungsindikatoren für die Emerging Markets. Wir jedoch sind nach wie vor der Meinung, dass viele Emerging Markets ihr Wachstum auf billigen US-Krediten aufgebaut und keinen Strukturwandel vollzogen haben.

Potenzielle Emerging-Market-Anleger sollten derzeit weniger auf den Markt als Ganzes setzen als auf einzelne Unternehmen. Über die Hälfte des MSCI EM Index entfällt auf Finanz-, Energie- und Grundstoffunternehmen, die sich aufgrund ihrer relativ hohen Verschuldung bei geringem Wachstum und steigenden Renditen schwer tun dürften. Irgendwann werden sich in den Emerging Markets sicherlich Kaufgelegenheiten bieten. Zuerst aber müssen die Bewertungen weiter fallen – vor allem im Konsumbereich.

Anlegertipp: Mehr mit Unternehmen als mit Politik beschäftigen

Insgesamt bevorzugen wir weiter Qualitätswerte und verstärken nach und nach unser Engagement in zyklischen Titeln, die vom Aufschwung profitieren können. Kurzfristig sorgt das Risiko einer weiteren politischen Hängepartie noch für Unsicherheit. In solchen Phasen sind Anleger mit soliden Unternehmen, die einen echten Wettbewerbsvorteil haben und sich am Shareholder Value orientieren, am besten beraten. Wir sind generell der Ansicht, dass sich Anleger mehr mit den Unternehmen als mit der Politik beschäftigen sollten.