Der Markt für Offshore-Renminbi-Anleihen boomt

Der boomende Markt für Offshore-Renminbi-Bonds eröffnet Chancen für Unternehmen und Investoren. Dieser Ansicht ist Peter Eerdmans, Co-Head of Emerging Market Fixed Income bei Investec Asset Management. „Anleihen in Renminbi haben sich für Unternehmen und Investoren zu einer echten Alternative zu in US-Dollar denominierten Bonds entwickelt“, erklärt der Anleihen-Experte. Die Papiere notieren in chinesischer Währung, werden jedoch außerhalb des chinesischen Festlandes, etwa in Hong Kong, begeben. In diesem Segment habe das Volumen ausstehender Bonds im Februar 2014 rund 105 Mrd. US-Dollar erreicht, allein 2013 seien Anleihen in Höhe von 60 Mrd. US-Dollar emittiert worden. Der HSBC Offshore RMB Bond Index umfasse mittlerweile über 100 Unternehmen quer über alle wichtigen Sektoren, darunter Banken, Immobiliengesellschaften, Konsumartikel und Versorger. „Die Bonds zeichneten sich gegenüber US-Unternehmensanleihen durch eine attraktive Verzinsung bei niedriger Duration aus, und bieten damit das Potenzial für sehr gute risikoadjustierte Renditen“, urteilt Eerdmans.

Niedrige Duration und attraktive Verzinsung

Insgesamt seien die Laufzeiten der Bonds relativ kurz: So machten Anleihen aus dem Bankensektor mit einer Laufzeit von maximal zwei Jahren mehr als die Hälfte aller ausstehenden Emissionen aus, die meisten Unternehmensanleihen hätten eine Laufzeit von höchstens fünf Jahren. Deshalb habe die Duration im Mai 2014 im HSBC Offshore RMB Bond Index bei 2,6 Jahren gelegen, während sie bei US Investment Grade Bonds im JPM US Liquid Index im Schnitt 7,1 Jahre betragen hätte. Auch die die Kupons seien mit 4,2 Prozent im Vergleich zu 3,7 Prozent attraktiver gewesen. „Zudem könnten chinesische Offshore-Bonds mittelfristig von einer moderaten Aufwertung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar profitieren“, schätzt Eerdmans.

Nebeneinander von Renminbi- und Dollar-Bonds

Ob sich ein Unternehmen bei einer konkreten Emission für Renminbi oder US-Dollar entscheidet, hängt laut Eerdmans von vielen individuellen Faktoren ab, darunter Kosten, Größe der Emission, Laufzeit oder Diversifikation der Investorenbasis. „Auch für Investoren bieten beide Märkte unterschiedliche Chancen, teilweise sogar bei Bonds derselben Emittentin“, so der Fixed-Income-Experte. Anleger müssten zum Beispiel die Kosten der Absicherung des Währungsrisikos, die jeweiligen Bedingungen zum Emissionszeitpunkt und die Liquidität am Markt beachten. Nicht immer seien Renminbi-Anleihen für Investoren die bessere Wahl: „Gerade im eher spekulativen Bereich liegen die Kupons bei der Renminbi-Variante oft unter denen der Dollar-Anleihe, da die heimische Investorenbasis mit dem Namen besser vertraut ist“, erklärt er. Das Nebeneinander von Renminbi- und Dollar-Bonds und die Möglichkeit, zwischen beiden Segmenten zu wechseln, sei deshalb eine Chance, die Investoren aktiv ausnutzen könnten.

Bonds profitieren von der steigenden Bedeutung des Renminbi

Der erste Offshore-Renminbi-Bond wurde 2007 von der China Development Bank begeben, doch erst die Liberalisierung der Währung hätten dem Markt den entscheidenden Wachstumsschub verschafft, so Eerdmans. Seit Mitte 2010 nehme die Liquidität des Renminbi zu, besonders in Hong Kong, wo bereits ein Achtel aller Einlagen in chinesischer Währung notierten, aber auch in anderen asiatischen Märkten wie Singapur und Taiwan. Investoren auf der Suche nach höher verzinsten Alternativen zu ihren Cash-Einlagen hätten dann auch das Emissionsvolumen auf Unternehmensseite befeuert. „Das Liquiditätswachstum ist strukturell und dürfte sich fortsetzen“, schließt Peter Eerdmans. Wichtigste Liquiditätsquelle sei der Trend, grenzüberschreitende Handelsgeschäfte in der chinesischen Währung zu begleichen: So habe sich das Handelsvolumen zwischen 2010 und 2013 auf über 4,5 Bio. Renminbi mehr als verneunfacht. Doch auch der private Umtausch, vor allem in Hong Kong und Taiwan sowie bilaterale Währungsswaps zwischen der People’s Bank of China (PBOC) und ausländischen Zentralbanken trügen ihren Teil zu der Entwicklung bei.

ETF Securities Marktüberblick KW10

Anhaltende Unsicherheit über die Situation in der Ukraine hat letzte Woche defensive Anlagen wie Gold, Aktien von Goldminenbetreibern und den US-Dollar angetrieben. Auch Rohstoffe wie Palladium, Weizen und Nickel, die in Russland produziert werden, verzeichneten aufgrund der möglichen Handelsbeschränkungen Preisanstiege. Während bei sicherheitsorientierten Anlageklassen durch die Krise in der Ukraine Zuflüsse erwartet werden, könnten zyklische Anlageklassen, nach den schwachen chinesischen Exportdaten für Februar, unter Preisdruck bleiben. In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass zyklische Anlageklassen nach dieser leichten Korrektur wieder outperformen werden und Gold die beste Absicherungsmöglichkeit darstellt, sollte dieses Szenario nicht eintreffen. Der Streik der Minenarbeiter in Südafrika geht bereits in die siebente Woche und bringt das Platin- und Palladiumangebot unter Druck.

Rohstoffe

Der Streik in Südafrika hat bereits 320,000 Unzen an Platin aus dem Markt genommen, was 6% der gesamten Jahresproduktion 2013 darstellt. In Folge kam es bei Long-Platin (WKN: A0N62D) und Long-Palladium (WKN: A0N62E) ETPs von ETF Securities mit USD 56 Mio. zu den stärksten Zuflüssen seit Juni letzten Jahres. Sorgen, dass die Lagerbestände der Produzenten bald erschöpft sind und, dass Russland (40% der weltweiten Produktion) Handelsbeschränkungen auferlegt werden, treibt den Platinpreis weiter an. Bernhard Wenger von ETF Securities stellt fest, dass aufgrund der Entwicklungen in der Ukraine und der weiter unsicheren Lage in einigen Schwellenländern Gold-ETPs (WKN: A0N62G) auch in der vierten Woche in Folge Zuflüsse verzeichnet haben. So steckten Investoren erneut 28 Millionen US-Dollar in die Produkte. Insbesondere das geplante Referendum zum Anschluss der Krim an Russland hat die Sorgen vor einer weiteren Zuspitzung der Krise in der Ukraine verstärkt. In diesem Umfeld notiert der Goldpreis aktuell wieder nahezu auf dem Niveau vom vergangenen Oktober. Weitere Zuflüsse gab es bei Long-Nickel ETPs (WKN: A0KRJ4), wobei die Exportbeschränkung in Indonesien, sinkende Lagerbestände in China und die Möglichkeit der Handelsbeschränkungen in Russland den Preis von Nickel antreiben. Russland ist der drittgrößte Minenproduzent von Nickel. Sorgen, dass die Dürre in Brasilien zu Ernteausfällen führen könnte, ließ den Preis für Kaffee der Sorte Arabica auf ein 2-Jahres-Hoch ansteigen. Long-Coffee ETPs (WKN: A0KRJT) verzeichneten Abflüsse von USD 56,6 Mio., hauptsächlich aufgrund von Gewinnmitnahmen.

Aktien

Aktien von Goldminenbetreibern stiegen aufgrund der geopolitischen Spannungen zusammen mit dem Goldpreis weiter an. Letzte Woche gab es unterschiedlichen Entwicklungen auf den globalen Aktienmärkten, da Investoren die Entwicklungen in der Ukraine beobachten. US-Märkte profitierten von besseren Lohndaten, währen sich europäische Investoren eher defensiv verhielten, wobei südeuropäische Börsen den Norden outperformten.

Währungen

Geopolitischen Spannungen, positive Beschäftigungsdaten aus den USA und die defensivere Haltung auf Währungsmärkten können unserer Ansicht nach diese Woche zu einer Stärkung des US-Dollars gegen G10 Währungen führen. Die Stärke des USD/JPY Währungspaars wird nach den finanzpolitischen Entscheidungen der Bank of Japan, weiteren Stimulus einzubringen um das Wirtschaftswachstum zu fördern, zusätzlich Unterstützung erhalten. In der Zwischenzeit hat die Chinesische Zentralbank die Volatilität des Renminbi erhöht, und damit gezeigt, dass Währungsflexibilität einen wichtigen Punkt ihrer Wirtschaftsreform darstellt. Wir rechnen mit einer mittelfristigen Aufwertung des CNY, allerdings bei höherer Volatilität.