ETF Securities Marktüberblick KW10

Anhaltende Unsicherheit über die Situation in der Ukraine hat letzte Woche defensive Anlagen wie Gold, Aktien von Goldminenbetreibern und den US-Dollar angetrieben. Auch Rohstoffe wie Palladium, Weizen und Nickel, die in Russland produziert werden, verzeichneten aufgrund der möglichen Handelsbeschränkungen Preisanstiege. Während bei sicherheitsorientierten Anlageklassen durch die Krise in der Ukraine Zuflüsse erwartet werden, könnten zyklische Anlageklassen, nach den schwachen chinesischen Exportdaten für Februar, unter Preisdruck bleiben. In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass zyklische Anlageklassen nach dieser leichten Korrektur wieder outperformen werden und Gold die beste Absicherungsmöglichkeit darstellt, sollte dieses Szenario nicht eintreffen. Der Streik der Minenarbeiter in Südafrika geht bereits in die siebente Woche und bringt das Platin- und Palladiumangebot unter Druck.

Rohstoffe

Der Streik in Südafrika hat bereits 320,000 Unzen an Platin aus dem Markt genommen, was 6% der gesamten Jahresproduktion 2013 darstellt. In Folge kam es bei Long-Platin (WKN: A0N62D) und Long-Palladium (WKN: A0N62E) ETPs von ETF Securities mit USD 56 Mio. zu den stärksten Zuflüssen seit Juni letzten Jahres. Sorgen, dass die Lagerbestände der Produzenten bald erschöpft sind und, dass Russland (40% der weltweiten Produktion) Handelsbeschränkungen auferlegt werden, treibt den Platinpreis weiter an. Bernhard Wenger von ETF Securities stellt fest, dass aufgrund der Entwicklungen in der Ukraine und der weiter unsicheren Lage in einigen Schwellenländern Gold-ETPs (WKN: A0N62G) auch in der vierten Woche in Folge Zuflüsse verzeichnet haben. So steckten Investoren erneut 28 Millionen US-Dollar in die Produkte. Insbesondere das geplante Referendum zum Anschluss der Krim an Russland hat die Sorgen vor einer weiteren Zuspitzung der Krise in der Ukraine verstärkt. In diesem Umfeld notiert der Goldpreis aktuell wieder nahezu auf dem Niveau vom vergangenen Oktober. Weitere Zuflüsse gab es bei Long-Nickel ETPs (WKN: A0KRJ4), wobei die Exportbeschränkung in Indonesien, sinkende Lagerbestände in China und die Möglichkeit der Handelsbeschränkungen in Russland den Preis von Nickel antreiben. Russland ist der drittgrößte Minenproduzent von Nickel. Sorgen, dass die Dürre in Brasilien zu Ernteausfällen führen könnte, ließ den Preis für Kaffee der Sorte Arabica auf ein 2-Jahres-Hoch ansteigen. Long-Coffee ETPs (WKN: A0KRJT) verzeichneten Abflüsse von USD 56,6 Mio., hauptsächlich aufgrund von Gewinnmitnahmen.

Aktien

Aktien von Goldminenbetreibern stiegen aufgrund der geopolitischen Spannungen zusammen mit dem Goldpreis weiter an. Letzte Woche gab es unterschiedlichen Entwicklungen auf den globalen Aktienmärkten, da Investoren die Entwicklungen in der Ukraine beobachten. US-Märkte profitierten von besseren Lohndaten, währen sich europäische Investoren eher defensiv verhielten, wobei südeuropäische Börsen den Norden outperformten.

Währungen

Geopolitischen Spannungen, positive Beschäftigungsdaten aus den USA und die defensivere Haltung auf Währungsmärkten können unserer Ansicht nach diese Woche zu einer Stärkung des US-Dollars gegen G10 Währungen führen. Die Stärke des USD/JPY Währungspaars wird nach den finanzpolitischen Entscheidungen der Bank of Japan, weiteren Stimulus einzubringen um das Wirtschaftswachstum zu fördern, zusätzlich Unterstützung erhalten. In der Zwischenzeit hat die Chinesische Zentralbank die Volatilität des Renminbi erhöht, und damit gezeigt, dass Währungsflexibilität einen wichtigen Punkt ihrer Wirtschaftsreform darstellt. Wir rechnen mit einer mittelfristigen Aufwertung des CNY, allerdings bei höherer Volatilität.

ETF Securities Marktüberblick

Die politischen Unruhen zwischen der Ukraine und Russland haben die Preise defensiver Anlagen wie Gold, Silber, Japanischer Yen und Schweizer Franken steigen lassen. Bei Silber-ETPs kam es zu den zweithöchsten Zuflüssen seit Beginn der Aufzeichnungen; auch das Interesse für Gold als sicherer Hafen während geopolitischer Spannungen bleibt weiterhin hoch. Bei Öl- und Agrarprodukten könnte es zu Preisanstiegen kommen, sollte die Situation in der Ukraine zu Angebotsengpässen führen. Die andauernde Dürre in Brasilien führte zu Preisanstiegen bei Agrarrohstoffen, wobei wir davon ausgehen, dass es teils zu einer Überreaktion gekommen ist und sich die Preise nach unten hin anpassen müssen – dies vor allem bei Arabica Kaffee.

ROHSTOFFE

Die Dürre in Brasilien treibt weiterhin die Preise für Agrarrohstoffe an. Der Preis von Zucker stieg in der letzten Woche um 8,2%, der von Kaffee 5,8% und der von Sojabohnen 3,1%. Die Anstiege bei Zucker und Sojabohnen seit Jahresbeginn sind mit 6% moderat, wo der Preisanstieg von Kaffee 62% YTD beträgt. Dies ist vor allem auf die Konzentration der Produktion auf Brasilien zurückzuführen (45% der Gesamternte, bei Zucker und Sojabohnen nur 25% bzw. 31%). Wir glauben, dass der Preis für Kaffee zu stark angestiegen ist und zurückgehen wird. Für die zweite Jahreshälfte wird ein El Niño Wetter erwartet, das Frostschäden in Brasilien und Kolumbien reduzieren und die Erntebedingungen verbessern sollte. Erdgas-Futures fielen im Vergleich zur Vorwoche aufgrund gesunkener Nachfrageerwartungen um 25%. Daraufhin kam es verstärkt zur Reduzierung von Short Erdgas-ETPs, auch wenn der Mai Kontrakt lediglich um 4,2% zurückgegangen ist. Starke Nachfrage nach Gold und Silber, als sichere Häfen in Zeiten geopolitischer Spannungen. Zuflüsse von USD 139 Mio. verzeichneten Long-Silber ETPs und USD 54 Mio. Long-Gold ETPs von ETF Securities. Leichter Preisanstieg von 2,4% bei Platin im Laufe der letzten Woche. Man geht davon aus, dass die Produzenten noch Lagerbestände für etwa 6-8 Wochen zur Verfügung haben, jedoch der Preis stark reagieren kann, sollte der Streik in Südafrika weiter anhalten.

AKTIEN

Die Entscheidung der japanischen Regierung zu einer Kehrtwende in der Atompolitik unterstützte die Kernkraftindustrie. Zuvor hatte die Regierung nach dem Vorfall in Fukushima angekündigt, alle Kernreaktoren vom Netz zu nehmen. Über die letzte Woche stieg der WNA Nuclear Energy Index um 3% und ist nun bereits um 8,2% seit Anfang Februar gestiegen. Die globalen Aktienmärkte bewegten sich in der letzten Woche seitwärts, während Marktteilnehmer auf die Veröffentlichung der Fertigungsdaten aus Europa und den USA, sowie der politischen Entwicklung in der Ukraine warteten. Die Situation in Ost-Europa kann über die kommenden Wochen zu einer erhöhten Volatilität der Finanzmärkte führen.

WÄHRUNGEN

Der USD stieg letzte Woche gegen den Renminbi an, nachdem die chinesische Zentralbank den Wechselkurs auf den höchsten Wert seit Oktober 2013 festgelegt hatte. Es scheint, als versuche man die Währungsflexibilität als Schlüssel des Reformprozesses hervorzuheben. Ausschlaggebend wäre eine Änderung Preissetzungspolitik des Nationalen Volkskongress (National Peoples Congress, NPC).

ETF Securities Marktüberblick

Anstieg der Rohstoff- und Aktienmärkte letzte Woche, nach Beruhigung der Situation in Wachstumsmärkten. Trotz aktuell schwacher US-Wirtschaftsdaten, rechnen wir mit einem Abschwächen des Winters und einer Erholung des Wirtschaftswachstums in den USA über die kommenden Monate. Gold-ETPs werden von Investoren verstärkt als Hedge gegen potentielle Risiken eingesetzt; ebenfalls verstärkte taktische Positionierung in Agrarprodukte. Gewinnmitnahmen durch Verkäufe von Kaffee-, Erdgas- und WTI Öl ETPs nach starken Preisanstiegen in der Vorwoche. Short-Positionen in Erdgas- und Kaffee-ETPs werden langsam ausgebaut.

Rohstoffe

Der Goldpreis ist dieses Jahr bereits über 9% gestiegen, da Investoren sich für Enttäuschungen bezüglich Wirtschaftswachstums positionieren, und Gold als Absicherungsinstrument einsetzen. Rekordwerte von Goldkonsum im Jahr 2013 von 3,864 to, wegen niedriger Preise (World Gold Council, 2014). Nach Importbeschränkungen und -quoten in Indien, nun China weltweit größter Goldverbraucher. Zuflüsse über die Vorwoche von USD 38 Mio. bei Long-Gold ETPs von ETF Securities. Vermehrt Zuflüsse bei Platin-ETPs, aufgrund des bereits über 23 Tage dauernden Streiks der Minenarbeiter in Südafrika. Lagerbestände sollten nur noch für wenige Wochen reichen und Preise könnten stark reagieren, sollte es zu keiner Veränderung kommen.

Heiß/trockenes Wetter und niedrige Produktionserwartungen in Brasilien führten zu Anstieg des Kaffeepreises um 20% und Tilgung von USD 28 Mio. bei Long-Kaffee ETPs. Dennoch, Preise könnten stark auf eine Besserung des Wetters reagieren und Investoren gehen bereits Short-Positionen ein. Zuflüsse bei ETFS Daily Short Coffee von USD 3,8 Mio.

Investoren verstärken Short-Erdgas Positionen da US-Henry-Hub Erdgas Preis auf 5-Jahres-Hoch, aufgrund von Erwartungen, dass niedrige Temperaturen abklingen. Abflüsse von USD 9 Mio. bei Long- und Zuflüsse von USD 6,4 Mio. bei Short-Erdgas Positionen.

Aktien

Italienische und britische Aktienmärkte reagierten positiv auf verbesserte wirtschaftliche und politische Situation, durch besser als erwartete Inflationsdaten aus Großbritannien und als Antwort auf die Nominierung einer neuen Regierung in Italien. Der DAXglobal Gold Miners Index stieg um 2,2% an, aufgrund verbesserter Fundamentaldaten und Kostenbasis (Kostenreduktion um 15% in Q3 2013, verglichen mit Vorquartal). Wir glauben, dass sich bei Aktien auf Goldminenbetreiber der derzeitige Abschlag zum NAV nicht halten wird und erwarten, dass diese Aktien wieder über dem Buchwert gehandelt werden.

Währungen

Sowohl Preise als auch Korrelationen von Rohstoffwährungen stiegen letzte Woche an, vor allem aufgrund einer Beruhigung der Lage in den Emerging Markets, nachdem in den letzten Monaten Rohstoffwährungen einem schwierigen Umfeld ausgesetzt waren und traditionell hohe Korrelationen mit den Rohstoffen gefallen sind. Die Turbulenzen in den Wachstumsmärkten haben Rohstoffwährungen mehr geschadet als den Rohstoffen selbst.