Candriam veröffentlicht „Engagement and Proxy Voting Report“

Die Candriam Investors Group veröffentlicht heute seinen „Engagement and Proxy Voting Report 2016“. Der Bericht dokumentiert die aktive Einflussnahme des SRI-Spezialisten Candriam auf Unternehmen („Engagement“) im Sinne nachhaltiger Strategien sowie die Wahrnehmung der Vertretungsstimmrechte auf Hauptversammlungen („Proxy Voting“) im Jahr 2016. Er ist Teil des Informationsangebots des europäische Assetmanagers von New York Life Investment Management (NYLIM). Aktuell verwaltet Candriam 107 Milliarden Euro Vermögen in unterschiedlichen Assetklassen.

Engagement-Bericht 2016: Im Dialog mit Unternehmen

2016 engagierte sich Candriam bei 96 Unternehmen für ökologische, soziale und governancebezogene Strategien (ESG). 2015 waren es noch 64. Gemessen an den Kontakten sind europäische Unternehmen mit 54 Prozent nach wie vor die größte Zielgruppe. An zweiter Stelle stehen, wie im Vorjahr, nordamerikanische Unternehmen (24 Prozent), gefolgt von Firmen aus den Emerging Markets (13 Prozent). Hauptgrund der Kontakte zu Unternehmen war 2016 die Forderung nach besserer ESG-Berichterstattung (62 Prozent). 31 Prozent aller Kontakte gehen auf die Beschaffung von Informationen für Investmententscheidungen zurück.

Isabelle Cabie, Global Head of Responsible Development bei Candriam: „Engagement und Gespräche zwischen Investoren und Unternehmen werden immer wichtiger, weil immer mehr Investoren Nachhaltigkeitskriterien für sinnvoll halten. Wir sind uns sicher, mit einem Engagement bei diesen Unternehmen besonders viel erreichen zu können. Nach unserer Erfahrung sind immer mehr Firmen bereit, auf engagierte Investoren einzugehen. Börsennotierte Unternehmen wissen, dass eine schwache Berichterstattung oder mangelnde Nachhaltigkeit zum Ausschluss aus dem Anlageuniversum von Assetmanagern und ihren Kunden führen kann.“

2016 engagierte sich Candriam bei deutlich mehr Unternehmen für soziale Strategien. Corporate Governance und Umwelt sind die „Klassiker“ unter den Engagement-Themen. Das steigende Interesse an sozialen Fragen scheint eine logische Weiterentwicklung dieser beiden Themen zu sein – auch wegen zweier wichtiger Entwicklungen: Erstens haben größere Probleme in einigen Sektoren das öffentliche Interesse geweckt, und durch neue Vorschriften werden die Unternehmen stärker in die Verantwortung genommen. Zweitens haben viele Unternehmen ihre Berichterstattung zu sozialen Themen verbessert, sodass die Investoren mehr Einblick haben und besser vergleichen können.

Abstimmungsbericht 2016: Teilnahme an doppelt so vielen Hauptversammlungen

2016 hat Candriam seine Teilnahme an Hauptversammlungen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt (557, nach 258 im Jahr 2015) und über 6.993 Anträge abgestimmt (nach 4.072 im Jahr 2015). Grund für diesen Anstieg ist vor allem das größere, internationale und branchenübergreifende Abstimmungsuniversum. In Europa hat Candriam in Großbritannien (20 Prozent), Frankreich (19 Prozent) und Deutschland (14 Prozent) an den meisten Hauptversammlungen teilgenommen. Die wichtigsten Problemthemen betrafen die Ernennung von Aufsichtsräten, Aktienprämien und Vergütungen.

2016 gab es eine Reihe von Diskussionen zu Governance-Themen, unter anderem über Vergütungsfragen und die Fortschritte bei der Geschlechter-Diversität im Top-Management. In Frankreich veranlassten die Renault-Hauptversammlung und ihre Nachwirkungen die Regierung zur Einführung verpflichtender Abstimmungen über die Führungskräftevergütung ab 2017. Noch ist es zu früh, um die praktischen Auswirkungen dieser Entscheidung abzuschätzen. Es scheint aber klar, dass Aufsichtsräte ihre Vergütungen in Zukunft vor und nach den Hauptversammlungen transparenter kommunizieren müssen. Auch in Großbritannien, wo viele Aktionäre rebellierten, stand dieses Thema im Mittelpunkt. Die Vergütungspraxis von BP, Anglo-American, HSBC oder WPP6 sorgte in der Hauptversammlungssaison 2016 für heftige Debatten.

Candriam hat auf Hauptversammlungen im vergangenen Jahr stets im Sinne von mehr Gender-Diversität in Aufsichtsräten abgestimmt. Diversität und ein höherer Frauenanteil sorgen für mehr Vielfalt, mehr Erfahrung und mehr Kompetenz. In Frankreich schreibt das Copé-Zimmermann-Gesetz aus dem Jahr 2011 einen Frauenanteil von mindestens 40 Prozent in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen vor. Dieses Ziel wurde erreicht. Europaweit sieht es allerdings ganz anders aus. Nur 23,3 Prozent der Aufsichtsratmitglieder der größten börsennotierten Unternehmen in der EU sind Frauen.

21 Prozent des von Candriam verwalteten Vermögens werden nachhaltig gemanagt

Candriam managte Ende 2016 rund 21 Prozent seines verwalteten Vermögens nach Nachhaltigkeitskriterien. Seit 2015 verpflichtet sich der europäische Assetmanager dem Montreal Pledge und veröffentlicht den CO2-Fußabdruck seiner SRI-Fonds.

Candriam ist einer der Erstunterzeichner der UN Principles of Responsible Investment (PRI). Darüber hinaus ist das Unternehmen weltweit knapp 40 Gemeinschaftsinitiativen zur Förderung einer vorbildlichen ESG-Praxis beigetreten.

Weitere Einzelheiten zum Engagement von Candriam und dem Abstimmungsverhalten finden Sie im „Engagement and Proxy Voting Report 2016“: