Liquid Alternatives-Studie: Erhebliche Unterschiede bei der Diversifikationswirkung

Sind Liquid Alternatives eine leistungsfähige Beimischung und ein effektiver Ersatz für Staatsanleihen zur Diversifikation von Aktienportfolios? Die auf KI-Strategien spezialisierte Investmentboutique Tungsten TRYCON kommt in ihrer aktuellen Kompaktstudie „Liquid Alternatives - Diversifikationswirkung auf unterschiedliche Ausgangsportfolios“ zu ernüchternden Zahlen: Danach weisen Liquid Alternatives als Gruppe (Querschnitt liquider alternativer Investmentkonzepte) im achtjährigen Betrachtungszeitraum bis November 2021 einen hohen Gleichlauf von rund 0,9 gegenüber dem STOXX Europe 600 und von 0,84 gegenüber dem MSCI World auf.

Liquid Alternatives als Ersatz für Staatsanleihen

Das Thema ist für viele Anleger, die ihre Aktienquote angesichts der Nullzinspolitik der Notenbanken signifikant ausgereizt haben, von dringlicher Bedeutung. „Institutionelle Investoren und Vermögensverwalter suchen vor dem Hintergrund von Stagflationsgefahren nach Bausteinen, um Anleihen zu kompensieren. Zwei Drittel der europäischen Staatsanleihen - die traditionell das wichtigste Gegengewicht zu Aktien bilden - rentieren negativ“, erläutert Michael Günther, Portfoliomanager von Tungsten TRYCON. Die Studienergebnisse legen nahe, dass Liquid Alternatives als Gruppe das Rendite-Risikoprofil globaler Aktienportfolios über den Untersuchungszeitraum nicht verbessern konnten. Zur Berechnung wurden passiven Aktienportfolios auf den STOXX Europe 600 und den MSCI World jeweils 25 Prozent Liquid Alternative-Strategien im Modell beigemischt.

Diversifikation messen

Günther, der mit der KI-Strategie des Tungsten TRYCON-Fonds (LU0451958309) nachweislich eine Korrelation von nahezu null gegenüber Aktien und Renten liefert, sieht die Studienresultate kritisch: „Viele bislang auf steigende Aktienmärkte positionierte Long Only-Investoren richten sich im veränderten Wirtschaftsumfeld derzeit neu aus oder planen Umschichtungen. Eine wesentliche Erwartung beim Einsatz von Liquid Alternatives ist, dass sie Portfolios robuster machen und die Risikotragfähigkeit erhöhen“.

Liquid Alternatives verfolgen primär zwei Einsatzzwecke: Diversifikation und andersartige Ertragsquellen zur Ergänzung von Aktienrenditen sowie in vielen Fällen eine Schutzfunktion zur Absicherung von Verlusten in schwachen Marktphasen.

Während Liquid Alternatives in der Gesamtheit in der TRYCON-Studie nicht überzeugen konnten, finden sich in den Einzelsegmenten - Equity Hedge, Event Driven, Relative Value Arbitrage und Macro - selektive Manager und Strategien, die ihre Vorteile für das Gesamtportfolio ausspielen und beispielsweise vom jüngsten Renditeanstieg bei Staatsanleihen infolge anziehender Inflation profitieren konnten. Dies unterstreiche die zentrale Bedeutung eines fundierten Selektionsprozesses im Vorfeld einer Allokation in Liquid Alternatives, so Günther.

Liquide alternative Anlagen hatten im ersten Halbjahr 2021 einige Zuflüsse erfahren. Der konkrete Diversifikationsnutzen vieler Beimischungsstrategien wird aus Sicht von Tungsten TRYCON jedoch zu selten tatsächlich gemessen: „Die Anbieter werden die Effekte auf das Gesamtportfolio noch überzeugender quantifizieren und nachhalten müssen“, so Günther. Wichtigste Größe zur Messung der Diversifikation ist aus Sicht von Tungsten TRYCON der Einfluss auf das Sharpe Ratio. Für die Schutzfunktion ist hingegen die Linksschiefe (sogenannte Skewness) - also das Reduzieren „negativer Überraschungen“ - ein aussagekräftiger Parameter. Liquid Alternatives, die über längere Zeiträume und unterschiedliche Börsenzyklen hinweg beide Portfoliokennzahlen verbessern, erzielen für Investoren den größten Mehrwert. „Wenn Anleger auf der Suche nach Diversifikation in eine alternative Anlage investieren, deren Ertrag am Ende des Tages stark vom Verlauf der Aktienmärkte abhängig ist, dann hat diese Allokation in Drawdown-Phasen ein hohes Enttäuschungspotenzial.“ Ein zentrales Kriterium zur Selektion von Liquid Alternatives sollte neben der erzielbaren Rendite daher sein, wie unabhängig vom allgemeinen Marktverlauf diese Rendite zustande kommt.


Details zur TRYCON KI-Strategie

Der TRYCON-Fonds (LU0451958309) wertet täglich Millionen von Datenpunkten mittels KI aus und investiert ohne regionale oder branchenseitige Beschränkungen in rund 60 globale Märkte. Der Fonds kann in steigende als auch fallende Aktien- und Anleihemärkte sowie Währungen investieren und sowohl von Markttrends als auch von deren Umkehr profitieren. In den vergangenen acht Jahren hat Tungsten TRYCON circa 40.000 Börsentransaktionen mit dem KI-System getätigt und zahlreiche Branchenauszeichnungen unter anderem für die risikoadjustierte Rendite erhalten. Zu den Investoren zählen institutionelle Anleger, darunter Dachfonds, Corporate- und Pensionsinvestoren, Privatbanken, Vermögensverwalter und Family Offices. *** Über Tungsten TRYCON Die in Frankfurt am Main ansässige Tungsten Capital Management GmbH ist eine BaFin-regulierte, unabhängige Asset Management Gesellschaft mit einem verwalteten Vermögen von über 500 Millionen Euro. Mit dem Tungsten TRYCON AI Global Markets bietet die Gesellschaft einen Fonds, der Anlegern Zugang zu neuen Datenanalyse-Technologien und Künstlicher Intelligenz (KI) bietet. Der Fonds wurde mehrfach mit internationalen Awards ausgezeichnet. Die beiden Portfoliomanager Pablo Hess und Michael Günther forschen seit dem Jahr 2000 am Themenfeld „Künstliche Intelligenz“ sowie an deren Anwendung auf die Finanzmärkte.