European Monthly ETF Market Review Juli 2015: Hohe Zuflüsse in Europa-Aktien-ETFs halten weiterhin an

Wie gewohnt möchten wir Sie über Zu- und Abflüsse im globalen und europäischen ETF-Markt im abgelaufenen Monat Juli 2015 informieren. Die Daten werden unabhängig von Deutsche Bank Markets Research erhoben und umfassen den gesamten europäischen ETF-Markt mit einem Anlagevolumen von aktuell 442 Milliarden Euro. Das weltweite in ETPs investierte Volumen beträgt 2,9 Billionen US-Dollar. Da Investoren in börsennotierte, laufend handelbare ETFs schnell auf Markttrends reagieren, bieten die Zu- und Abflüsse in ETFs ein genaues Bild der aktuellen Anlagetrends

Starker Monat für die weltweite ETF-Branche bringt neuen Höchststand beim verwalteten Vermögen; europäische ETFs setzen ihren positiven Trend fort; Anleger favorisieren weiter europäische Aktien; europäische Renten-ETFs wieder mit Zuflüssen; Schwellenmärkte und Rohstoff-ETPs dagegen mit Mittelabflüssen. 

European Monthly ETF Market Review; Deutsche Bank Markets Research
Daten zum Stand: 31.07.2015 

Globaler ETP-Markt Zu-/Abflüsse:

  • Das Wachstum der globalen ETP-Industrie hat sich im Juli beschleunigt. Flossen den Produkten im Vormonat 24,3 Milliarden US-Dollar zu, so waren es nun weltweit fast 48 Milliarden US-Dollar. Damit verwaltet die Branche 2,9 Billionen US-Dollar (S. 1, 23).
  • Die größten Zuflüsse verzeichnete der amerikanische ETP-Markt. Ihm flossen im vergangenen Monat per Saldo 23 Milliarden US-Dollar zu, wobei mit 16,6 Milliarden US-Dollar das meiste an Aktien-ETFs ging. Nach der Einigung mit Griechenland waren erneut ETFs auf europäische Aktien gefragt. 3,2 Milliarden US-Dollar entfielen auf am US-Markt gelistete ETFs auf europäische Aktien, womit sich der Mittelzufluss seit Jahresbeginn auf 34,3 Milliarden Dollar summiert. Renten-ETFs verzeichneten im Juli ebenfalls starke Zuflüsse in Höhe von fast sieben Milliarden US-Dollar. Dagegen zogen Investoren aus amerikanischen Rohstoff-ETPs 0,7 Milliarden US-Dollar ab (S. 3, 23).
  • Mit fast 16,6 Milliarden Dollar an Zuflüssen hatten auch die an den asiatischen Märkten gelisteten ETPs einen sehr starken Monat. Aktien-ETFs verzeichneten Zuflüsse von fast 14 Milliarden US-Dollar, wobei Anleger allein in ETFs auf chinesische Aktien 8,1 Milliarden US-Dollar investierten (S. 1, 23).

Europäischer ETF-Markt Zu-/Abflüsse 
Aktien

  • Auch am europäischen ETF-Markt zogen die Zuflüsse im Juli an. Nach Nettozuflüssen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro im Juni investierten Anleger jetzt per Saldo 8,0 Milliarden Euro. Insgesamt verwaltet die europäische ETF-Industrie damit jetzt 442 Milliarden Euro (S. 13, 23).
  • Dabei standen auch hier Aktien-ETFs im Fokus der Investoren. Nach 2,5 Milliarden Euro an Zuflüssen im Vormonat, investierten Anleger dort im Juli per Saldo 6,1 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt lag auch hier bei ETFs auf europäische Aktien. Sie verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn summieren sich dort die Zuflüsse damit auf 17,2 Milliarden Euro (S. 23, 25).
  • Wie schon im Vormonat so favorisierten die Anleger auch im Juli die Aktienmärkte der  entwickelten Volkswirtschaften. Sie verzeichneten insgesamt Zuflüsse in Höhe von fünf Milliarden Euro, während Anleger aus Schwellenländer-ETFs 0,4 Milliarden Euro abzogen. (S. 23)
  • Auf Regionen- und Länderebene entfielen die höchsten Zuflüsse mit fast drei Milliarden Euro auf breite europäische Aktienindizes und eine Milliarde auf US-Aktien. Im Gegensatz zum asiatischen ETF-Markt zogen Anleger aus in Europa gelisteten China-ETFs 200 Millionen Euro ab. (S. 1, 4, 26).
  • Sektor-ETFs flossen im Juli 0,9 Milliarden Euro zu, wobei ETFs auf die Finanzindustrie mit 0,5 Milliarden Euro die höchsten Zuflüsse verbuchten. Wie schon im Vormonat waren zudem ETFs auf Mid- und Small-Caps (280 bzw. 192 Millionen Euro) stark gesucht. Dazu kamen ETFs auf quantitative Strategien (134 Millionen Euro) und Dividenden-ETFs  mit plus 115 Millionen Euro (S. 24).

Renten

  • Bei Anleihe-ETFs kehrte sich der Trend der beiden Vormonate um, als Anleger Geld per Saldo abzogen. Renten-ETFs verzeichneten im Juli Nettozuflüsse in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. (S. 1, 23). 
  • Von diesem wieder erwachten Interesse der Investoren an Anleihe-ETFs profitieren Staats- und Unternehmensanleihen gleichermaßen. Staatsanleihe-ETFs flossen im Juli eine Milliarden Euro zu, ETFs auf Corporate Bonds 974 Millionen Euro. Dagegen kam es in den anderen Anleihesegmenten zu leichten Abflüssen (S. 3, 26).

Rohstoffe

  • Vor allem die Befürchtung einer abnehmenden Rohstoffnachfrage aus China lastete auf den Rohstoffpreisen, weshalb Juli erneut ein schlechter Monat für Rohstoff-ETPs war. Nach Abflüssen in Höhe von 174 Millionen Euro im Vormonat, zogen Investoren im Juli per Saldo 800 Millionen Euro aus Rohstoff-ETPs ab. (Seite 1, 23).
  • Die mit Abstand höchsten Abflüsse verzeichnete Gold, dort zogen Anleger per Saldo insgesamt 718 Millionen Euro ab. Dagegen investierten die Investoren, trotz des ebenfalls abwärts tendierenden Ölpreises, in Öl-ETPs. Diesen flossen im Monat Juli insgesamt 266 Millionen Euro zu (Seite 1, 27). 

Beliebteste Indizes

  • Zu den beliebtesten Aktienindizes der Anleger zählten im Juli Indizes auf den breiten europäischen Markt, wie der EuroStoxx 50, der MSCI Europe und der STOXX 600. Dazu kamen der S&P 500, der MSCI World und MSCI World Financials (S. 28).
  • Im Rentenbereich standen ETFs auf Staats- und Unternehmensanleihen mit kürzeren Restlaufzeiten, vor allem 1 bis 3 Jahre, im Fokus der Investoren (S. 28).
  • Auf der Rohstoffseite verzeichneten neben Öl-ETPs nur noch Palladium und Platin leichte Zuflüsse (S. 27).