Sparen für Kinder hat für die Deutschen hohe Bedeutung

Frankfurt, 22. September 2015 - Die Hälfte der Deutschen legt für Kinder Geld auf die hohe Kante. Dies erfolgt bei den meisten Sparern regelmäßig, z.B. mittels eines Sparplans, bei dem in regelmäßigen Raten eine Reserve geschaffen wird. Als Sparziele werden hauptsächlich mittel- bis langfristige Ziele wie Ausbildung und Studium (54 Prozent), Führerschein (38 Prozent) und Auto (27 Prozent) sowie die eigene Wohnung (21 Prozent) genannt. Im Durchschnitt legen die Deutschen 986 Euro pro Jahr für ihre Kinder zurück. Dies sind Ergebnisse des aktuellen Anlegerbarometers von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Kinder sollen Wissen über Geld und Geldanlage haben

Ein hohes Interesse haben die Menschen daran, dass Kinder rund um das Thema Geld und Geldanlagen sehr gut informiert sind. Nahezu alle Befragten (98 Prozent) möchten, dass Kinder beim Schulabschluss wissen sollten, was ein Girokonto ist, wie man es nutzt und was eine Versicherung ist. Welche Zahlungsmöglichkeiten es außer Bargeld noch gibt und was ein Sparbuch ist, sollten Kinder nach Meinung von jeweils 96 Prozent wissen. 92 Prozent finden, dass es wichtig ist, bei Geldanlagen den Zusammenhang von Gewinn und Risiko zu kennen, 88 Prozent welche Dienstleistungen eine Bank anbietet. Die meisten Befragten (84 Prozent) möchten, dass ihre Kinder frühestens ab 18 Jahren über die angesparte Geldsumme verfügen können. Mit Blick auf Rendite und Sicherheit unterscheiden sich für die Hälfte der Sparer die Erwartungen an eine Geldanlage für Kinder nicht wesentlich von der eigene. Jeder Dritte gibt an, dass für ihn beim Nachwuchs das Thema Sicherheit besonders wichtig ist. 15 Prozent wünschen sich mehr Rendite, 14 Prozent mehr Flexibilität. „Der langfristige Horizont bei der Anlage für Kinder zeigt, dass Eltern, Großeltern oder Paten eigentlich viel Zeit haben, um zwischenzeitliche Wertschwankungen akzeptieren zu können. Damit stünde gerade bei der Anlage für Kinder ein viel breiteres Anlageportfolio zur Verfügung, als die meisten heute nutzen. Mit Blick auf die Rendite besteht hier noch viel Luft nach oben“, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Anleger bleiben abwartend

Unabhängig vom Sparziel macht sich bei den Anlegern die Unzufriedenheit mit dem Niedrigzinsumfeld immer deutlicher bemerkbar: Die Anzahl derjenigen, die mit ihrer Geldanlage unzufrieden ist, steigt im Vergleich zum Vorquartal um 3 Prozentpunkte auf 60 Prozent an. Trotzdem wartet beinahe die Hälfte (48 Prozent, Vorquartal: 44 Prozent) weiterhin die Entwicklung der Märkte ab, ohne zu handeln. Immerhin steigt die Zahl der Sparer, die ihre Geldanlage zumindest überdenkt, leicht auf 32 Prozent (30 Prozent). 12 Prozent (9 Prozent) sehen sich veranlasst, die Ersparnisse risikoreicher anzulegen, um höhere Gewinne zu erzielen. „Wir sehen zwar, dass langsam ein leichtes Umdenken beim Sparer einsetzt. Im Großen und Ganzen aber passiert noch viel zu wenig in Richtung einer ausgewogenen Vermögensstruktur. Die meisten Deutschen sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange und warten ab, ohne sich nach vernünftigen Alternativen umzusehen“, betont Gay. Dabei ist den Menschen bewusst, dass sich in nächster Zeit an den Zinsen nicht viel ändern wird: 60 Prozent rechnen in den nächsten sechs Monaten nicht damit, dass sich am Zinsniveau gravierende Veränderungen ergeben. Die Zahl der Optimisten steigt jedoch leicht. Mittlerweile rechnet jeder Fünfte (20 Prozent, Vorquartal: 14 Prozent) im nächsten halben Jahr mit einem leicht steigenden Zinsen. Eher pessimistisch gestimmt sind die Anleger bei ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Hier erwarten nach zwei optimistischen Quartalen 41 Prozent der Befragten eine Verschlechterung der Gesamtsituation in den kommenden sechs Monaten. Dies sind mehr als doppelt so viele als im Vorquartal (19 Prozent). Für ihre eigene finanzielle Situation hingegen gehen 90 Prozent von gleich bleibenden oder besseren Verhältnissen aus.

Fondssparpläne steigen in der Beliebtheit

Für drei Viertel der Befragten (Vorquartal: 77 Prozent) bleiben Immobilien die attraktivste Geldanlage vor Tagesgeld mit 31 Prozent (27 Prozent) und Gold mit 40 Prozent (45 Prozent). An dritter Stelle rangieren Aktien (38 Prozent, Vorquartal gleicher Wert) vor Investmentfonds. Diese legen in der Beliebtheit um 6 Prozentpunkte auf 35 Prozent zu. Dass rentierliches Sparen nicht aus der Mode ist, zeigt ein Blick auf Sparpläne: 59 Prozent (50 Prozent) der Anleger halten einen Sparplan mit monatlichen Sparraten für attraktiv, insbesondere auch deshalb, weil sie bereits mit kleineren Beträgen ein ordentliches Vermögen aufbauen können. Einen Fondssparplan können sich 40 Prozent der Anleger (34 Prozent) als Ergänzung zu anderen Geldanlagen vorstellen. Für 21 Prozent (17 Prozent) der Befragten gehört der Fondssparplan zu einer Basis-Geldanlage.

Rendite und Transparenz machen die Riester-Rente attraktiver

Dies gilt auch für die private Altersvorsorge: Der Anteil der Befragten, die angeben, dass Aktien und Fonds zu einer privaten Altersvorsorge dazugehören, hat in den vergangen Quartalen kontinuierlich zugenommen und liegt aktuell bei 39 Prozent (Vorquartal 35 Prozent). Konkret für das eigene Alter vorgesorgt haben 80 Prozent der Befragten, 49 Prozent davon besitzen einen Riestersparplan. Von den übrigen 20 Prozent plant etwa jeder Siebte (14 Prozent) den Abschluss eines entsprechenden Vertrages in den kommenden sechs Monaten. Dies sind mehr als doppelt so viele wie im Vorquartal (6 Prozent). Von denjenigen, die keinen Riestersparplan besitzen, sind 35 Prozent der Meinung, dass mehr Rendite diese Form der Altersvorsorge attraktiver machen würde. Dabei gebe es bereits gute und aussichtsreiche Produkte, wie Gay berichtet: „Die Renditechancen von Riester-Fondssparplänen sind sehr gut. Dies bestätigt auch die aktuelle Ausgabe von Finanztest. Die Tester betonen, dass für alle, die jung sind und in absehbarer Zeit keine Immobilie bauen oder kaufen wollen, Fondssparpläne in der Altersvorsorge erste Wahl sind“.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das dritte Quartal erhob Forsa die Daten vom 3. bis 12. August 2015. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.