Verpflichtungen zum Abzug aus fossilen Energieträgern auf 2,6 Billionen US-Dollar gestiegen

NEW YORK, 23. September 2015 – Laut einer gestern von der Divest Invest Bewegung veröffentlichten neuen Analyse hat die Tendenz, Investitionen in fossile Energieträger abzustoßen und in erneuerbare Energien sowie klimafreundliche Lösungen zu investieren, explosionsartig zugenommen, innerhalb nur eines Jahres um das 50-Fache auf 2,6 Billionen US-Dollar.

Dem Bericht von Arabella Advisors zufolge haben sich über 400 Institutionen und 2.000 Privatpersonen verpflichtet, sich von fossilen Brennstoffen loszusagen. Dazu zählen Regierungen und Anleger aus 43 Ländern und zahlreichen Sektoren, darunter Pensionsfonds, Gesundheits- und Bildungsorganisationen, gemeinnützige Organisationen, Glaubensgemeinschaften, Unterhaltungskonzerne, Klima-Institutionen und Kommunen.

Erwähnenswerte Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit sind unter anderem die Pensionskasse des öffentlichen Dienstes Kalifornien, die norwegische Pensionskasse, der kanadische Ärzteverband, der Weltkirchenrat, die University of California mit mehreren Standorten, Leonardo DiCaprio und die Leonardo DiCaprio Foundation.

„Der Klimawandel hat massive Auswirkungen auf den Zustand unseres Planeten und aller seiner Bewohner und wir müssen auf eine Wirtschaft mit sauberen Energien umstellen, die keine fossilen Energieträger mehr braucht, denn sie sind die Hauptursache dieses globalen Problems“, so der Schauspieler und Umweltaktivist Leonardo DiCaprio, der sein Engagement heute verkündete. „Ich habe mich mit der zunehmenden Bewegung, aus fossilen Energieträgern auszusteigen und in klimafreundliche Lösungen zu investieren, beschäftigt und dazu entschlossen, mich persönlich und auch in Form der Leonardo DiCaprio Foundation dafür einzusetzen. Jetzt ist es an der Zeit, auszusteigen und zu investieren, damit die Politiker dieser Welt wissen, dass wir – als Privatpersonen und Institutionen – tatkräftig gegen den Klimawandel angehen und von ihnen erwarten, dass sie im Dezember bei der UN-Klimakonferenz in Paris das Ihrige dazu beitragen.“

Aktuelle Finanzanalysen von HSBC, Citigroup, Mercer, der Bank of England und der Internationalen Energieagentur zeigen, dass Portfolios mit Vermögenswerten, die von fossilen Energieträgern abhängen, ein erhebliches bezifferbares Risiko aufweisen.

„Aus dem Arabella-Bericht geht hervor, dass inzwischen immer mehr Anleger ihr CO2-Risiko senken und ihre Portfolios mit dem Ziel diversifizieren, den Aufstieg von Zukunftsbranchen auszunutzen, die nachhaltig und umweltfreundlich wachsen“, so Thomas Van Dyck, Geschäftsführer und Finanzberater der SRI Wealth Management Group. „Das unterstreicht, was ich als Finanzberater tagtäglich sehe – dass die Nachfrage nach Produkten ohne fossile Energieträger steigt.“

„In großem Maßstab in saubere, effiziente Energien zu investieren, bietet eine der eindeutigsten Chancen, Entscheidungen im Sinne des Fortschritts der Menschheit zu treffen, die wir nicht bedauern werden“, sagte Christiana Figueres, Generalsekretärin der UNFCCC heute in einem Video-Statement bei einer Pressekonferenz in New York, auf der der Bericht von Arabella Advisors vorgestellt wurde. Die Klimachefin der Vereinten Nationen tritt dafür ein, die Investitionsflüsse von fossilen Brennstoffen in klimafreundliche Lösungen umzulenken und so die benötigten Investitionen in saubere Energien in Höhe von einer Billion US-Dollar zu erzielen – und um im Vorfeld der internationalen Klimakonferenz, die im Dezember in Paris stattfinden wird, für Dynamik zu sorgen.

„Besonders wichtig ist diese Verschiebung der Investitionsflüsse für unterversorgte Kommunen und für Menschen, die in Armut leben und unverhältnismäßig stark von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind“, so Reverend Lennox Yearwood, Jr., der Vorstandsvorsitzende von Hip Hop Caucus. „Der Klimawandel trifft die Armen zuerst und am schlimmsten. Das ist eine Frage der ethnischen und ökonomischen Gerechtigkeit, die wir mit Lösungen wie der Divest-Invest-Bewegung anpacken müssen, damit die betroffenen Gruppen handlungsfähig werden, und damit Disparitäten im Gesundheitsbereich ausgeglichen und der Übergang zu einer Wirtschaftsweise forciert wird, die auf umweltfreundlichen Energien basiert.“

„Diese Zahlen sagen uns vor allem eines, nämlich dass die Ausstiegsbewegung massiv an Fahrt gewinnt“, erklärte May Boeve, Geschäftsführerin von 350.org. „Seit ihren Anfängen in einigen US-amerikanischen Colleges fand sie weltweit Anklang bei Menschen, die sich für den Klimawandel interessieren, und brachte einige der größten und einflussreichsten Institutionen der Welt dazu, ihre Gelder aus der Klimazerstörung abzuziehen. Das lässt mich für die Zukunft hoffen und ist ein klares Signal an die Politiker aus aller Welt, die nach Paris reisen: Es wird Zeit, dass sie es uns nachtun und dass unsere Regierungen ebenfalls aus Unternehmen aussteigen, die mit fossilen Energieträgern zu tun haben.“

„Papst Franziskus sagte im Juni in seiner Enzyklika, die Erde sei ein Geschenk Gottes und wir seien dafür verantwortlich, sie zu bewahren“, so Rev. Fletcher Harper, Geschäftsführer von GreenFaith. „Das Tempo, in dem Glaubensgemeinschaften in aller Welt aus fossilen Energieträgern aussteigen, und das wachsende Engagement, in saubere Energien zu investieren – insbesondere bei den Armen dieser Welt –, belegen, dass die geistlichen und moralischen Führer weltweit die Dringlichkeit der Klimakrise begriffen haben und bereit sind zu handeln.“

Die Teilnehmer der Bewegung steigen in unterschiedlicher Form aus. Manche haben alle Unternehmen, die etwas mit fossilen Energieträgern zu tun haben, verkauft, die großen und die kleinen. Andere fangen mit Kohle und/oder Ölschiefer an. Der Bericht von Arabella Advisors enthält genaue Angaben zu den bisherigen Engagements.

Weitere Informationen sowie den ausführlichen Arabella Advisors Report finden Sie unter http://www.divestinvest.org