„Kosten- und Zeitersparnis sprechen für digitale Anlegermessen“

Am 15. Oktober war Premiere der FONDSTIQUE – der ersten virtuellen Fondsmesse, die von HANSAINVEST organisiert wurde. Aufgrund des guten Erfolgs werde die Messe im neuen Jahr fortgesetzt, wie Organisator Andreas Hausladen im Gespräch mit HEDGEWORK betont. Interessierte können noch alle Vorträge anhören.

HEDGEWORK: Herr Hausladen, Sie haben mit der FONDSTIQUE die erste virtuelle Fondsmesse organisiert. Können Sie einen ersten Erfahrungsbericht geben?

Andreas Hausladen: Auch mehr als eine Woche nach der Veranstaltung können wir sagen, dass es ein tolles Event war. Die Rückmeldungen waren insgesamt erfreulich positiv, zu verbessern gibt es natürlich immer noch ein paar „Kinderkrankheiten“. Aber alles, worüber wir uns und unsere Aussteller sich im Vorfeld Gedanken gemacht haben, können wir positiv bewerten. Die Technik hat einwandfrei funktioniert, die Vorträge waren nahezu alle sehr gut besucht und mit der Teilnehmerzahl waren wir auch zufrieden. Für die zweite Auflage gilt es natürlich, einige Details zu verbessern. Beispielweise wurde die Chat-Funktion noch nicht den umfangreichen Möglichkeiten entsprechend genutzt. Da braucht es sicher für alle noch etwas mehr Gewöhnung und Erfahrung für diese neue Art zu kommunizieren. Positiv angenommen wurde dagegen die Networking-Area. Hier wollen wir schauen, wie wir diese noch weiter ausbauen und prominenter einbinden können.

HEDGEWORK: Was waren aus Ihrer Sicht die Highlights der FONDSTIQUE?

Hausladen: Natürlich können wir hier das Keynote-Interview mit Kai Diekmann oder die Podiumsdiskussion mit Leonhard Fischer, Marc Friedrich und Robert Halver nennen. Das eigentliche Highlight aber war die Gesamtveranstaltung an sich! Das Programm war stimmig und qualitativ sehr überzeugend, die Vorträge sind super angekommen und wir hatten eine mehr als zufriedenstellende Teilnehmeranzahl.

HEDGEWORK: Wie viele Besucher haben sich insgesamt zugeschaltet?

Hausladen: Über den Messetag verteilt hatten wir insgesamt 1200 Teilnehmer. Das war im Vorfeld der Veranstaltung auch unsere Black Box, da es wenig bis keine Erfahrungswerte gibt. Spannend im Übrigen, dass sich mehr als ein Drittel der Teilnehmer erst in den drei Tagen vor und am Veranstaltungstag selbst angemeldet haben. Dies zeigt einmal mehr den Unterschied zwischen Digital- und Präsenzveranstaltung.

HEDGEWORK: Wie viele Referate und wie viele Aussteller konnten Sie für die FONDSTIQUE aufbieten?

Hausladen: Wir hatten insgesamt 36 Aussteller – sowohl etablierte Top-Anbieter als auch unentdeckten Fondsperlen unabhängiger Asset-Manager, insgesamt ein „Best of“ aus der Welt der Fondsboutiquen. Das machte den Besuch für viele so interessant und lohnenswert. Außerdem haben sich die Service-Provider wie beispielsweise Verwahrstellen und Haftungsdächer präsentiert. Damit war es ein interessanter Mix aus Informationen für institutionelle Investoren und Privatanleger sowie Networking für die Branche. Dies spiegelte sich auch im vielfältigen Programm mit insgesamt über 50 Referenten wider, die eine spannende Mischung aus Digitalisierung, Kapitalmarkt und Fondslösungen präsentiert haben.

HEDGEWORK: Gibt es eine Möglichkeit, verpasste Präsentationen nachträglich anzuschauen?

Hausladen: Alle Vorträge können sich die Teilnehmer über vier Wochen noch in aller Ruhe im Archiv ansehen. Und wer die FONDSTIQUE verpasst hat, kann sich jetzt noch registrieren und auf die Vorträge zugreifen. Wir verzeichnen bis heute ein überraschend hohes Interesse an der Archivfunktion, die noch bis Mitte November freigeschaltet ist. Viele wollen sich Versäumtes anschauen, aber es finden sich auch zahlreiche Neubesucher ein.

HEDGEWORK: Planen Sie, die FONDSTIQUE im nächsten Jahr zu wiederholen?

Hausladen: In jedem Fall wird es im kommenden Jahr wieder eine FONDSTIQUE geben. Wir sind bereits in die Planung eingestiegen und werden wieder ein tolles digitales Event auf die Beine stellen.

HEDGEWORK: Und wenn 2021 wieder Fondsmessen mit physischer Präsenz möglich sein werden … 

Hausladen: … wird es die FONDSTIQUE als digitale Anlegermesse der Fondsboutiquen weiterhin geben. Ich glaube, die offenkundigen Vorteile wie Kosten- und Zeitersparnis sowie die hohe Effizienz bezüglich der konzentrierten Informationsvermittlung sind für Besucher wie Aussteller einfach dermaßen überzeugend und sprechen für sich. Auch unabhängig von Corona werden die digitalen Networking-Komponenten immer mehr in den Alltagsgebrauch übergehen. Gerade Content-orientierte Besucher fühlen sich durch diese Messeform und den besonderen Mix extrem angezogen.

HEDGEWORK: Könnte eine hybride Fondsmesse – mit physischer und virtueller Präsenz – das Konzept der Zukunft sein?

Hausladen: Auch das wird es, wie wir jetzt schon sehen, in Zukunft definitiv verstärkt geben, die Gewichte werden sich aber aufgrund der genannten Vorteile eindeutig in Richtung der digitalen Komponenten verschieben. Es wird aber nach Corona immer noch eine Berechtigung für die zahlreichen guten physischen Veranstaltungsformate mit oder ohne virtueller Präsenz geben. Daher werden wir wie auch unsere Fondspartner hier weiterhin präsent sein und diese Formate nach wie vor unterstützen.


Hier geht’s zu den Vorträgen auf der FONDSTIQUE: https://fondstique.de/archiv