ETFs focused on Fixed Income for European Institutional Investors

Michael John Lytle, the CEO of Tabula, talks about the next level of the ETF business. He explains the structure of tabula, gives an overview of what to expect from Biden as the winner of the US election, and talks about US inflation and liquidity in the markets.

Themen-ETFs – Zukunftstrend oder Mode?

Themenfonds sind bei Anlegern zurzeit populär – egal ob ETF oder aktiver Fonds. Ein häufig genannter Grund dafür ist, dass Themenfonds nachvollziehbar und klar umgrenzt sind. Doch handelt es sich nicht einfach wieder um eine neue Mode in der Finanzbranche, bei der alle mitmachen? Philipp von Königsmarck, Head of Wholesale bei Legal und General Investment Management (LGIM) für Deutschland und Österreich, erklärt, worauf Finanzberater bei der Auswahl eines Themenfonds achten sollten:

„Themen-ETF ist nicht gleich Themen-ETF. Ein Themenfonds sollte sich dadurch auszeichnen, dass er strukturell langfristige Entwicklungen in Wirtschaft sowie Gesellschaft abbildet. Dabei geht es darum, solche Unternehmen zu identifizieren, die durch ihre innovativen Geschäftsmodelle überholte Modelle ablösen. Wichtig: Der Markt muss sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden, damit der Anleger das Wachstumspotenzial ausschöpfen kann. 

Wer erkennen möchte, ob ein Themen-ETF tatsächlich einen Zukunftstrend abbildet und nicht nur einem Hype folgt, sollte die folgende Faustregel berücksichtigen: Ein Thema entfaltet erst dann eine große Dynamik, wenn mindestens zwei der drei weltweiten Megatrends „Technologie“, „Energie & Ressourcen“ und „Demografie“ aufeinandertreffen. Ein Beispiel: Wenn technologischer Fortschritt auf eine wachsende Anzahl von kranken Menschen trifft, dann entsteht beispielsweise das Investmentthema „disruptive Gesundheitstechnologien“. Oder: Wenn Technologie auf den Trend „Energie & Ressourcen“ stößt, dann ist etwa die Entwicklung von Energiespeicherung ein relevantes Thema.

Branchenstandards – Blick in den Rückspiegel

Aber aufgepasst, das alleine reicht nicht! Denn in vielen Portfolios, die einen solchen Trend abbilden, befinden sich auch Unternehmen, die nur geringe Umsätze in diesem Feld erzielen. Meist handelt es sich dabei um reine Branchenfonds. Viele dieser Branchenfonds verwenden den Global Industry Classification Standard (kurz: GICS) von MSCI oder S&P zur Einordnung der jeweiligen Unternehmen zu einem Thema. Der Haken an der Sache: Der GICS wurden in den letzten 20 Jahren nur zwei Mal (!) verändert – zuletzt 2018.

Ein weiterer Haken: Nutzt ein Fonds die Standard-Klassifikation, setzt er auf die Gewinner von gestern. Denn in den meisten Indizes, die sich an den GICS orientieren, sind die Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet. Das heißt, die Unternehmen, die den höchsten Börsenwert haben, sind am stärksten vertreten. Die möglichen Gewinner von morgen fallen bei einer solchen Methodik durch das Netz. Sie haben die erforderliche Marktkapitalisierung (noch) nicht erreicht. Aber genau hier schlummert ihr Wachstumspotenzial.

Unser Fazit: Eine Kategorisierung, die sich an der Vergangenheit orientiert, ist nicht dafür geeignet, Zukunftsthemen für Kunden zu identifizieren. Im nächsten Kommentar erklären wir, wie Anleger Wachstumspotenziale der Zukunft erschließen können, anstatt auf die Vergangenheit zu setzen.


Wichtige Risikowarnung

Der Wert einer Investition und die daraus erzielten Erträge sind nicht garantiert und können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück.

Klimareporting: So setzt die GLS Bank die TCFD-Empfehlungen um

2015 wurde die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) vom Finanzstabilitätsrat ins Leben gerufen, um Empfehlungen für eine einheitliche und vergleichbare Klimaberichterstattung auszuarbeiten. Die GLS Bank ist Mitglied der TCFD und unterstützt die Initiative. Denn nur, wenn Unternehmen transparent über Klimarisiken berichten, können Kreditinstitute, Versicherungen und Anleger*innen diese Informationen bei Investitionsentscheidungen berücksichtigen und gezielt Kapital in klimafreundliche Unternehmen lenken. Zudem können Unternehmen ihr Geschäftsmodell auf eine Klimaresilienz prüfen und ausrichten. Im Abschlussbericht der TCFD von 2017 werden hierfür elf konkrete Hinweise, zusammengefasst in vier Empfehlungen, aufgeführt:

Wir befinden uns derzeit im Prozess der Umsetzung der TCFD-Empfehlungen und möchten Ihnen unseren Ansatz näher vorstellen: 

1. Governance — Führungsstrukturen für das Klimamanagement

Die Grundsteine der nachhaltigen Ausrichtung der GLS Bank sind mit dem internen Leitbild und der Satzung festgelegt. Operationalisiert wird beides über unsere Anlage- und Finanzierungsgrundsätze, die im täglichen Bankgeschäft den Weg in die richtige Richtung weisen. Sie gelten für uns als „erste Basis“ und Mittel zur Risiko- und Chancenidentifikation, da wir ausschließlich nachhaltige Unternehmen und Projekte unterstützen und finanzieren. Seit ihrer Gründung engagiert sich die GLS Bank mit ihren Kund*innen und Mitgliedern für den Klimaschutz. Im Jahr 2019 haben wir dann damit begonnen, uns dezidiert mit dem Thema Klimarisiken auseinanderzusetzen.

Unser Vorstand ist für risikopolitische Entscheidungen und somit auch für Klimarisiken hauptverantwortlich. Auf der operationalen Ebene haben wir in der Abteilung Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit zwei Stellen eingerichtet, die sich mit Klimarisiken befassen. Eine 50-Prozent-Stelle in der Gesamtbanksteuerung gewährleistet die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die Systeme der Risikosteuerung (Risikoinventur und Risikomanagementsystem). Sie ist eine wichtige Schnittstelle zwischen beiden Fachabteilungen. Eine zweite 50-Prozent-Stelle befasst sich mit der Chancen- und Risikomodellierung durch Klimaszenarien. 

Unsere Klimaziele, die in der Geschäftsstrategie eingebunden sind, werden durch den internen Steuerungskreis mit Maßnahmen hinterlegt und umgesetzt. Die XDC (Siehe Erläuterung unter 4.) als Steuerungsgröße spielt hier insbesondere in der Überwachung der Klimaperformance eine wichtige Rolle. In der Bank ist eine Person für die Zielsetzung und -steuerung zuständig. Das Team Research unterstützt, indem es die Klimakompatibilität von Kapitalmarktemittenten prüft und mit den internen Nachhaltigkeitszielen abstimmt.

Die zur Identifikation und Bemessung von Klimarisiken notwendigen Daten werden im Rahmen der Wirkungstransparenz erhoben, die gleichzeitig zur Kund*innenansprache verwendet wird.

Die GLS Bank verfolgt höchste Transparenzstandards und berichtet über das interne Klimamanagement in einer dreigliedrigen Weise: Aufgrund der strategischen Geschäftsrelevanz der Klimaperformance berichten wir quartalsweise an den Vorstand. Als Genossenschaftsbank berichten wir zudem unseren Eigner*innen, den Mitgliedern, über unsere Ziele und Fortschritte. Über Netzwerkarbeit stellen wir unseren Ansatz vor, sammeln gleichzeitig Eindrücke von anderen Expert*innen und betonen besonders die Bewusstseinsbildung für Klimachancen im Finanzsektor.

2. Strategie — Auswirkungen von Klimachancen und -risiken auf das Geschäftsmodell

Der Schutz der natürlichen Umwelt, Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen und soziale Gerechtigkeit sind Ziele der GLS Bank und als solche im Leitbild und in den Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen fest verankert. Investitionen in klimaschädliche und kontroverse Branchen schließen wir daher kategorisch aus. Um unserem langjährigen Engagement stärkeren Ausdruck zu verleihen, haben wir unsere neu aufgestellte integrierte Geschäftsstrategie, eine Verbindung aus Unternehmens-, Risiko- und Nachhaltigkeitsstrategie, auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens sowie die SDGs ausgerichtet. Die SDGs finden außerdem über ein SDG-Mapping Eingang in unsere Anlage- und Finanzierungsgrundsätze.

Im Prozess der Identifikation, Bewertung und Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken mittels Szenarien orientieren wir uns an den vom NGFS (Network for Greening the Financial System) vorgeschlagenen Basisszenarien. Darauf aufbauend entwickeln wir intern eigene Szenarien, die bewusst die Risiko- und Chancenperspektive einnehmen. Dabei entwickeln wir ein Szenario, das einen sofortigen Klimaschutz mit Erreichung der Pariser Klimaziele annimmt, ein Szenario, das einen verspäteten Klimaschutz mit Erreichung der Pariser Klimaziele annimmt, und ein Szenario, das keinen zusätzlichen Klimaschutz und ein Verfehlen der Klimaziele annimmt. Hiermit werden sowohl physische als auch transitorische Risiken und deren Interdependenzen abgebildet. Zudem entwickeln wir einen Stresstest zur Resilienzüberprüfung unserer Portfolios. Mit der X-Grad-Kompatibilität verwenden wir bereits eine Steuerungs- und Messgröße, die die Abhängigkeit des Geschäftsmodells unserer Kund*innen von CO2 bemisst. Das Klimarisikomanagement wird in der internen Effizienzanalyse mithilfe eines Effizienzdashboards berücksichtigt.

Ziel ist es, bis Ende des Jahres 2020 am Beispiel von Immobilien Klimarisiken zu identifizieren, zu bewerten und offenzulegen und die Erfahrungen für den Übertrag auf andere Branchen, wie die Landwirtschaft, zu verwenden. 

3. Risikomanagement — Identifikation, Bewertung und Management von Klimarisiken und -chancen

In Bezug auf die Risiken, die sich für eine Bank durch den Klimawandel ergeben können, ist zwischen physischen und transitorischen Risiken zu unterscheiden. Wir begrüßen den Ansatz der BaFin, diese Risiken stärker in den Fokus zu nehmen und Banken dazu aufzufordern, diese explizit in das Risikomanagement aufzunehmen und innerhalb der bestehenden Risikokategorien zu berücksichtigen.

Durch unsere strengen sozial-ökologischen Anlage- und Finanzierungsrichtlinien sind sehr CO2-intensive Branchen und damit diejenigen, die am stärksten möglichen transitorischen Risiken ausgesetzt sind, von Investitionen ausgeschlossen. Dadurch ist die Relevanz der transitorischen Risiken das Anlage- und Finanzierungsportfolio der GLS Bank vermindert. Nichtsdestotrotz bleiben mittelbare Transitionsrisiken, zum Beispiel durch die potenzielle Wertminderung von Gebäuden auf Basis möglicher neuer Anforderungen an die Energieeffizienz und den Sanierungsstand, zu berücksichtigen.

Hinsichtlich der physischen Risiken durch extreme Wetterereignisse stellen die Anlage- und Finanzierungsgrundsätze nur bedingt einen risikomindernden Filter dar. Der starke geografische Fokus des Kreditportfolios auf Projekte und Unternehmen in Deutschland kann in Bezug auf die physischen Risiken risikomindernd wirken, diese jedoch nicht ausschließen. Die Exposition bestimmter Geografien in Bezug auf physische Risiken durch den Klimawandel wird daher in nächsten Schritten methodisch hergeleitet und quantifiziert, um ihre Wesentlichkeit für unsere Risikotragfähigkeit zu beurteilen. Dies geschieht beispielsweise mit Heat-Maps und Untersuchungen von Studien und Analysen.

Begleitend zu oben genannter Identifikation von transitorischen und physischen Risiken hat die GLS Bank im Jahr 2019 die Ausrichtung des Anlage- und Finanzierungsportfolios am 1,5 °C-Ziel und damit den Vereinbarungen des Pariser Klimagipfels explizit beschlossen. In Folge werden derzeit verstärkte Maßnahmen zur Umsetzung dieses Ziels im Kerngeschäft getroffen und auf diese Weise mögliche Transitionsrisiken weiter minimiert. Durch die Umsetzung der Empfehlungen der TCFD bis Ende 2021 werden zudem managementbezogene Ansatzpunkte identifiziert und in die Organisationsstruktur und Prozesse übertragen.

Die GLS Bank hat sich entschlossen, mögliche Auswirkungen von transitorischen und physischen Risiken in einem ersten Schritt am Beispiel von Immobilienfinanzierungen zu untersuchen und aufzubereiten. Dieses Projekt ist im Berichtsjahr 2020 gestartet und wurde mit einer neuen Stelle ausgestattet. Erste Ergebnisse sollen bis Ende 2020 erreicht werden. Diese Ergebnisse dienen als Grundlage, um die Ausweitung auf weitere Finanzierungsbereiche zu untersuchen.

Ebenfalls im Prozess befinden wir uns in der Identifikation zur Bemessung von Klimarisiken im Kreditportfolio sowie zur Integration des Prozesses in das reguläre Risikocontrolling. Hierfür arbeiten wir eng mit den Fachbereichen zusammen.

Eine zusätzliche Leistung ist das Projekt zur Entwicklung von Klimaanpassungskonzepten für unsere Firmenkund*innen, das im Jahr 2020 startet. Hiermit sollen sowohl Risiken gemindert als auch Chancen gehoben werden.

4. Kennzahlen und Ziele — Zieldefinition und Klimaberichterstattung

Kennzahlen und Ziele hat sich die GLS Bank sowohl für die Outside-In- (Wirkung des Klimawandels auf das Unternehmen) als auch für die Inside-Out- (Wirkung des Unternehmens auf das Klima) Perspektive gesetzt. Insbesondere bei der Inside-Out-Perspektive ist die GLS Bank Vorreiterin, da sie nicht nur innerbetriebliche Emissionen, sondern auch die für Banken ausschlaggebenden finanzierten Emissionen misst und steuert. Mithilfe der X-Grad-Kompatibilität hat die GLS Bank bereits in einer Ersterhebung für das Kreditportfolio und den Klimafonds ermittelt, wie sehr sich die Erde bis 2050 erwärmen würde, wenn alle Unternehmen so emissionsintensiv wirtschaften würden wie die des Portfolios. Bereits 2019 erreichten beide Portfolios Baseline-XDCs von deutlich unter 2 °C. Nun folgen auch die Erhebungen der Sektor- und Ziel-XDCs. Zudem wird die Methodik der XDC im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit right. based on science unter Kooperation mit Partnern und der Wissenschaft weiterentwickelt, damit sie noch genauer auf unsere Kund*innen und Unternehmen im Anlageuniversum passt.

Mithilfe der risk exposure werden wir zusätzlich zur XDC erfassen, wie sich physische und transitorische Risiken auf unsere Kund*innen und uns als GLS Bank auswirken. Wir berichten bereits seit Jahren im Rahmen des jährlichen GRI-Berichts über unseren Carbon-Footprint. 2019 lag der Carbon-Footprint inkl. der finanzierten Emissionen bei:

  • Scope 1: 29,2 t CO2e
  • Scope 2: 183,5 t CO2e
  • Scope 3: 979,4 + 125.183 t CO2e (direkte finanzierte Emissionen der Unternehmen im Kreditportfolio)
  • Summe: 126.375,1 t CO2

Für den Bereich Immobilien arbeiten wir derzeit an einer geeigneten Kennzahl, die eine Aussage darüber ermöglicht, ob eine Immobilie mit den Pariser Klimazielen kompatibel ist. Diese Kennzahl wird in Zukunft in die Nachhaltigkeitsgutachten und den Beleihungswert einfließen. 

Ausgewählte Ziele:

  • Erhöhung des Kreditvolumens auf 5,5 Milliarden Euro bis 2022, um sozialökologische Unternehmen und Vorhaben zu unterstützen
  • Ausrichtung des Anlage- und Kreditportfolios an den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens (1,5 °C-Kompatibilität) bis 2020
  • Ausweitung der Abdeckung der XDC-Berechnung auf den GLS Bank Aktienfonds bis 2020
  • Ausweitung der Abdeckung der XDC-Berechnung auf 100 Prozent des Kreditportfolios bis 2020
  • Ausrichtung des Anlage- und Kreditportfolios an den nachhaltigen Entwicklungszielen der UN (SDGs) bis 2020
  • Zuordnung der SDGs zu den Aktivitäten im Anlage- und Kreditportfolio bis 2020 • 1,5 °C-Kompatibilität der betrieblichen Prozesse bis 2020

Wir berichten über zahlreiche Formate, unter anderem in unserer jährlichen Pressekonferenz, Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung, sowie auf zahlreichen Veranstaltungen über unser Engagement und setzen uns für ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein ein. Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht 2019 bündelt unsere Anstrengungen und Erfolge im Bereich Klimaschutz und gibt einen umfangreichen Überblick. Für Expert*innen bieten wir zudem Geschäfts- und Investitionsberichte sowie den ausführlichen GRI-Bericht an. Kund*innen und Interessierte informieren wir regelmäßig im bankeigenen Blog „Das Blog“, in Podcasts, über die Online-Community Futopolis und über unsere Website beispielsweise über die Klimawirkung der GLS Bank und unser Engagement in der Gesellschaft.


Hinweis: Dieser Text ist ein, redaktionell leicht überarbeiteter Auszug aus dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2019 der GLS Bank (Seiten 24-27), der unter folgendem Link verfügbar ist: https://www.gls.de/privatkunden/gls-bank/gls-nachhaltigkeit/

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds und den B.A.U.M. Fair Future Fonds im Gesamtvolumen von rund 750 Mio. Euro an (Stand 26.11.2020).

Weiterführende Informationen:

www.gls-fonds.de/
investmentfonds@gls.de
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„Unsere Fonds bewegen Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit“

Kann eine Fondsgesellschaft zur Verbesserung der Welt beitragen? Walter Hatak, Leiter Sustainable Investments in der Erste Asset Management (Erste AM), antwortet auf diese Frage mit einem klaren „Ja, – allerdings nur mit der Hilfe unserer Kundinnen und Kunden!“ Zum einen fließen immer mehr Kundengelder in klimafreundliche Unternehmen. Zum anderen nutzt die Erste Asset Management als Fondsgesellschaft ihre Stimmrechte in Unternehmen um sie zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen.

Mit den Millennium Sustainable Goals 2015 und dem EU-Aktionsplan 2018 zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums wurden die Weichen für ein nachhaltiges Finanzwesen gestellt. Diese beiden Wendepunkte haben die Zügel für nachhaltiges Investieren gestrafft, verbindliche Mindeststandards eingeführt und verdeutlicht, wie Fondsgesellschaften eine Schlüsselrolle spielen.

Indem sie das Geld von Investoren und Anlegern künftig vornehmlich in klimafreundliche Unternehmen und Projekte fließen lassen. In den letzten Jahren hat das Rad, das sich 2015 zu drehen begann, eine beispiellose Geschwindigkeit erreicht. Nachhaltiges Investieren hat sich von einem Trend zu einer Revolution entwickelt. 


Interview mit Walter Hatak, Leiter Sustainable Investments (Gesetzlicher Hinweis hier).

Nachhaltige Anlageprodukte werden bis 2025 konventionelle Fonds übertreffen

Laut dem Forum für Nachhaltige Geldanlagen (FNG) sind Privatinvestitionen in nachhaltige Fonds und Mandate in Österreich im Jahr 2019 um 77% im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Das Gesamtvolumen nachhaltiger Fonds hat sich seit 2017 sogar verdoppelt. Laut dem Beratungsunternehmen PwC wird das Vermögen in nachhaltigen Anlageprodukten in Europa bis 2025 voraussichtlich 7,6 Billionen Euro erreichen und damit die Zahl der konventionellen Fonds übertreffen.

Investoren beeinflussen mit Ihren Investitionsentscheidungen immer stärker die Strategie und Ausrichtung von Firmen. Die Erste Asset Management setzt für die anvertrauten Kundengelder ihre Stimmrechte bei Unternehmen gezielt ein. Dabei hält sie sich an eine nachhaltige Abstimmungsrichtlinie bei Hauptversammlungen, die öffentlich einsehbar ist und für sämtliche ihrer Publikumsfonds gilt.

„Wir haben dieses Jahr in 363 Hauptversammlungen für über 3 Milliarden Euro abgestimmt. Dies macht deutlich, welchen Einfluss Investoren und Anleger auf die Wirtschaft nehmen können. Als Fondsgesellschaft leisten wir seit 2001 Pionierarbeit für nachhaltiges Investieren. Wir befeuern weiterhin eine Dynamik, die mehr Menschen ermutigt in Unternehmen zu investieren, die Klimawandel ernst nehmen und damit die größte Herausforderung der Menschheit lösen wollen“, betont Hatak.

Transformation der Wirtschaft mit Aktionärsanträgen

Nachhaltiges Investieren und Engagement ist der größte Hebel, um die notwendige Transformation der Wirtschaft zu bewältigen. Unter Engagement verstehen wir den direkten Austausch mit Unternehmen im Rahmen von Gesprächen mit dem Management, Conference Calls, Workshops oder offenen Briefen.

Warum ist das alles wichtig? „Die größten Erfolge können dann erzielt werden, wenn Dialoge über mehrere Jahre geführt und Unternehmenskontakte regelmäßig wahrgenommen werden. Gerade in Österreich führen wir seit geraumer Zeit fortlaufende Gespräche um Klima und soziale Themen auf Managementebene zu adressieren. 2019 fanden mehr als 80 Gespräche mit Unternehmen statt, in denen Themen wie CO2, Lobbying oder Kinderarbeit in der Zulieferkette besprochen wurden“, so Hatak.

Die Erste AM unterstützte 2019 wie schon in den Vorjahren Anträge im Klimabereich, die das Ziel haben im Sinne des Pariser Abkommens die globale Erwärmung auf weniger als 2 Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Zudem wurden Soziales oder Anträge aus dem Gesundheitsbereich unterstützt. So forderten z.B. Aktionäre auf der Coca-Cola Hauptversammlung eine Auseinandersetzung des Unternehmens mit den gesellschaftlichen Risiken, die sich durch die Vermarktung von Getränken mit hohem Zuckeranteil ergeben.

Nachhaltige Unternehmen performen in Krisen besser

Unternehmen, die sich nicht nachhaltig und damit zukunftsorientiert aufstellen, können vom Kapitalmarkt mit der Herabsetzung des Ratings, höheren Risikoprämien und schlechteren Kreditkonditionen bestraft werden. Bereits vor dem Coronavirus gewann der Stakeholder-Kapitalismus – die Idee, dass sich Unternehmen nicht nur darauf konzentrieren sollten kurzfristig an Profit zu denken – an Popularität.

Die Pandemie wird diese Entwicklung wahrscheinlich noch beschleunigen. Bereits jetzt zeigen Studien des Branchendienstleisters MSCI, dass nachhaltige Unternehmen besser durch die Krise gekommen sind und zum großen Teil bessere Performance liefern konnten. „Diese globale Pandemie hat Unternehmen die Bedeutung des Umgangs mit ihrem Geschäftsmodel, ihren Mitarbeitern und ihren Werten wirklich deutlich vor Augen geführt“, betont Hatak abschließend.


Lesen Sie den ESGenius Newsletter der Erste AM hier: https://blog.de.erste-am.com/dossier/was-ist-eigentlich-nachhaltiges-investment/

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Megatrends funktionieren“- Ein Jahr ERSTE FUTURE INVEST

Dieser Tage feierte ein Fonds seinen 1. Geburtstag, der die Aufmerksamkeit vieler AnlegerInnen auf sich gezogen hat: der Megatrends-Fonds ERSTE FUTURE INVEST. Die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen. Trotz der Corona Pandemie liegt der Fonds ein Jahr nach dem Fondsstart komfortabel im Plus und lässt maßgebliche Börsenindizes hinter sich. Das erste Jahr war eine richtige Erfolgsgeschichte. Der ERSTE FUTURE INVEST umfasst bereits ein Fondsvermögen von über 200 Millionen Euro. Wer von Beginn an investiert war, darf sich über einen Vermögenszuwachs von 25,24 %* (per 30.10.2020, Quelle OeKB) freuen, siehe Chart.

*Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. Die Wertentwicklung unterstellt eine vollständige Wiederveranlagung der Ausschüttung und berücksichtigt die Verwaltungsgebühr sowie eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 5,00 % und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (z.B. Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Aktives Fondsmanagement macht sich bezahlt. Dieter Kerschbaum, Communications Specialist Österreich der Erste Asset Management, sprach mit Fondsmanager Bernhard Selinger, der für die Auswahl der spannenden und chancenreichen Unternehmen verantwortlich ist.

Was waren die Gründe für die herausragende Performance?

Eine Portion Glück gehört immer dazu beim Investieren, speziell wenn man das Timing richtig trifft. Aber der Erfolg des ERSTE FUTURE INVEST gründet viel tiefer: Es ist der breite Mix an Megatrends, den wir konsequent seit dem Start umsetzen. Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Technologie sowie Umwelt haben auf den Lockdown im März unterschiedlich reagiert.

Gesundheit, als antizyklischer Teil im Portfolio, blieb weitgehend stabil, während Technologie relativ früh auf den Markt reagierte. Sie war im Gegenzug auch bei der anschließenden Erholung vorne mit dabei war – zu einem Zeitpunkt als viele Umwelt-Werte noch unter Druck waren. Der breite Themen-Mix hat stabilisierend auf den Fonds gewirkt.

Wir haben letztendlich ein überdurchschnittliches Ergebnis für unsere AnlegerInnen erzielt, was uns sehr freut. Es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass sich eine breite Streuung auf lange Sicht bezahlt macht.

Wie hat sich COVID-19 auf die unterschiedlichen Trends ausgewirkt? Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer?

Klarerweise standen vor allem die Medizin und die Suche nach einem geeigneten Impfstoff an vorderster Stelle. Was nicht unbedingt bedeutet, dass der Pharma-Bereich der eindeutige Gewinner war. Auch die Produktion von medizinischen Einwegprodukten wie z.B. Masken und Handschuhen wurde enorm hochgefahren. Wie wir alle wissen, war das Beschaffen von Masken anfangs gar nicht so einfach, und Desinfektionsmittel waren stark nachgefragt.

„Profitieren“ von COVID unter Anführungszeichen konnten auch Unternehmen, welche Diagnosegeräte und Equipment für Corona-Tests herstellen. Das US-Unternehmen Abbott Laboratories beispielsweise kommt derzeit mit der Produktion von Antigen-Schnelltests kaum hinterher.

Die Medizin ist vordergründig die Branche mit dem größten Fokus auf COVID, aber auch andere Branchen profitierten, Stichwort Onlinehandel oder Homeoffice.

Ja, zweifelsohne, der Online-Handel ist der große Gewinner der COVID-Krise. Es wurden komplett neue Kundengruppen erschlossen, die davor gar nicht im Internet gekauft haben und es während des Lockdown zum ersten Mal probiert haben. Nutzer-Statistiken zeigen: der Großteil bleibt dabei und bestellt einen Teil der Einkäufe weiterhin online. Und die, die bereits Erfahrung hatten, haben noch mehr per PC oder Handy geordert.

Wir wollen nicht nur über Einkaufen reden. Praktisch über Nacht mussten Millionen Menschen von zuhause arbeiten und ihren Arbeitsalltag komplett umstellen. Moderne Technologien halfen dabei den Stress zu bewältigen bzw. mit dem eigenen Unternehmen und den Kunden Kontakt zu halten. In der Freizeit stieg die Nutzung von Video-Streaming oder Gaming rasant an. Schätzungen zufolge sind Netflix und YouTube zusammen für mittlerweile rund ein Viertel des weltweiten Internet-Traffics verantwortlich. Entsprechend groß ist weltweit die Nachfrage nach Server-Infrastruktur um die Datenmengen bewältigen zu können. Hiervon profitiert beispielsweise GDS Holdings, ein Betreiber von Rechenzentren in China.

Ungeachtet der Corona-Krise hat die grüne Technologie ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Hier ist einfach der politische Wille da etwas weiter zu bringen?

Das kann man wohl so sagen. Es gibt ein Umdenken nicht nur in China sondern auch in Europa – Stichwort Green Deal – und in den USA. Der Fokus liegt hier klar auf dem Ausbau von erneuerbarer Energie aus Wind und Solar. Auch im Mobilitäts-Bereich tut sich einiges: Wasserstoff als Speicher von erneuerbarer Energie kommt vermehrt im öffentlichen Nahverkehr, in Linienbussen, zum Einsatz. Der in Drucktanks gespeicherte Wasserstoff erzeugt mit Hilfe einer Brennstoffzelle elektrische Energie, welche durch einen Elektromotor das Fahrzeug antreibt. Prominente Beispiele für Unternehmen im ERSTE FUTURE INVEST welche frühzeitig auf diese Trends gesetzt haben, sind beispielsweise der Energieversorger Iberdrola oder der Hersteller von Wasserstoff-Drucktanks Hexagon Composites.

Vieler der Anwendungen und Prozesse sind mit dem Begriff Digitalisierung verbunden. Wir sehr sind wir alle bereits „Gläserne Menschen“? Willkommen in der „Orwell‘schen Realität“?

Ganz so wild ist es zum Glück nicht. Aber sich mit neuen Entwicklungen auch mal kritisch auseinanderzusetzen ist durchaus wichtig. Historisch betrachtet hat technologischer Wandel wirtschaftlichen Fortschritt gebracht. Zu Zeiten der industriellen Revolution ermöglichten Dampf-Maschinen erstmals Waren über größere Distanzen auszutauschen. Es entstand der internationale Handel.

Telekommunikation brachte den globalen Austausch von Ideen und legte den Grundstein für aktuelle Entwicklungen. Software-Plattformen erlauben vollkommen ortsunabhängig miteinander zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Der digitale Wandel bietet viele Chancen. Es muss aber nicht zwingend jeder Lebensbereich danach ausgerichtet werden. Vielmehr sehen wir eine Vielzahl von Anwendungsfeldern, beruflich wie privat, wo es Sinn macht, weil Dinge dadurch einfacher und effizienter werden.

Der ERSTE FUTURE INVEST ist ein Fonds, der wie schon aus seinem Namen hervorgeht, auf Themen der Zukunft setzt. Was könnte die nächsten 20 Jahre spannend machen und was davon ist mit diesem Fonds schon jetzt investierbar?

Die Achillesferse der digitalen Wirtschaft ist die flächendeckende Verfügbarkeit von stabilem und schnellem Internet. Rund 46% der Weltbevölkerung fehlt ein derartiger Zugang und hemmt folglich die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern Afrikas und Südostasiens.

Weil herkömmliche Telekom-Infrastruktur (Glasfaser, Mobilfunkmasten) sehr teuer ist, planen aktuell zahlreiche Unternehmen, Internet über eine Vielzahl von miteinander verbundenen Satelliten in selbst die entlegensten Regionen der Welt zu bringen. Die Satelliten kommunizieren untereinander mittels Laser, während sie sich in einer erdnahen Umlaufbahn mit rund 7 Kilometern pro Sekunde fortbewegen. Eine technische Meisterleistung einer Handvoll hoch spezialisierter Unternehmen – für den ERSTE FUTURE INVEST die Gelegenheit bei einem vielversprechenden Trend frühzeitig mit dabei zu sein.

Fazit: Der ERSTE FUTURE INVEST hat im ersten Jahr seines Bestehens das gehalten, was sich viele Anlegerinnen und Anleger von ihm versprochen haben: Eine langfristige Ausrichtung, ein breiter Mix an Themen und die Gewissheit, dass viele bahnbrechende Entwicklungen noch bevorstehen. Unter dem Aspekt der Risiko-Streuung sowie einem langfristigen Anlagehorizont kann sich eine Partizipation an den Megatrends bezahlt machen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Offene Immobilienfonds in Corona-Zeiten: Krisenfest dank neuer Regeln

von Robert Guzialowski, Leiter Real Assets Deutschland bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG.

Durch die Neuregulierung in Folge der Finanzkrise sind offene Immobilienfonds heute wesentlich weniger anfällig für externe Schocks. Somit haben sich Mindesthalte- und Kündigungsfristen in der Corona-Krise bewährt.

Weitere regulatorische Maßnahmen leisten ebenfalls Abhilfe bei der Erhaltung der Stabilität von offenen Immobilienfonds.

Vor mehr als zehn Jahren sind viele offene Immobilienfonds in der Finanzkrise in Schieflage geraten und mussten einen erheblichen Vertrauensverlust hinnehmen. Überraschenderweise waren beispielsweise offene Immobilienfonds im Kern von der Finanzkrise gar nicht betroffen. Im Gegenteil: Bis zur Finanzkrise erzielten offene Immobilienfonds eine durchschnittliche Rendite von 5,1 Prozent p.a.. Mietverträge mit längeren Laufzeiten waren zudem der Garant, dass die anstehende globale Rezession die Renditen kurz- bis mittelfristig nicht deutlich schmälern würde.

Aus Unsicherheit oder auch, um sich Liquidität zu verschaffen, zogen jedoch vor allem institutionelle Investoren von heute auf morgen Millionenbeträge ab. Die auf Fondsseite vorhandenen Liquiditätsreserven konnten die gesteigerten Rückgabeforderungen oftmals nicht decken. Das hatte zur Folge, dass die Rücknahme der Anteile ausgesetzt werden und Immobilien gewissermaßen im Schnellverfahren verkauft werden mussten, um Rückgabewünsche von Anteilsbesitzern zeitnah erfüllen zu können. Da ein Verkauf illiquider Vermögenswerte wie Immobilien allerdings oft über Jahre hinweg vorbereitet werden muss, ließen sich vielfach nicht die gewünschten Erlöse erzielen. Konnte ein offener Immobilienfonds daraufhin auch nach Aussetzung der Anteilsrücknahme nicht genügend liquide Mittel zur Auszahlung der Anleger auftreiben, so musste der Immobilienfonds geschlossen werden. Damit offenbarte sich ein entscheidender Konstruktionsfehler der Vehikel.

Der Regulator hat mit der Einführung des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) im Jahr 2013 – streng genommen bereits kurz zuvor durch das Inkrafttreten des Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetzes (AnsFuG) – diesen entscheidenden Konstruktionsfehler bei offenen Immobilienfonds behoben. Nunmehr gilt für offene Immobilienfonds eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren und eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten. Eine Flucht aus offenen Immobilienfonds, wie sie während der Finanzkrise zu beobachten war, ist faktisch nicht mehr möglich. Tatsächlich waren dann auch keine Mittelabflüsse in größerem Ausmaß zu verzeichnen (Stand Ende Mai 2020), sodass die Liquidität für offene Immobilienfonds weiterhin gesichert ist. Die Aussetzung von Anteilsrücknahmen gilt nun nicht nur theoretisch, sondern auch tatsächlich als „ultima ratio“, womit dem nicht volatilen Charakter der Immobilien Rechnung getragen wird.

Eine weitere regulatorische Folge der Finanzkrise ist die unabhängige quartalsweise Bewertung der Immobilien durch externe Bewerter. Mit der vierteljährlichen Bewertung soll mehr Transparenz geschaffen werden, denn die enormen Rückgabewünsche in der Finanzkrise waren nämlich unter anderem auf die Sorge vieler Anleger zurückzuführen, dass die Immobilien der Fonds nicht den Verkehrswert innehatten, der in den Fondsbüchern ausgewiesen war. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die quartalsweise Bewertung Immobilienfonds volatiler und damit für Krisen entgegen der gesetzgeberischen Intention anfälliger macht. So könnten sich bereits kurzfristige Mietausfälle während der Corona-Krise – vielfach befördert durch das Ende März verabschiedete Notgesetz, das Mietern den Kündigungsschutz auch bei Mietaussetzungen garantiert – negativ in der Immobilienbewertung niederschlagen. Entsprechend müsste sodann der Anteilspreis der offenen Immobilienfonds kurzfristig nach unten korrigiert werden. Fraglich erscheint, ob ein derartiges Prozedere dem Charakter von Immobilieninvestments gerecht wird. Als illiquide Vermögensgegenstände dienen sie zuvörderst der langfristig orientierten Kapitalanlage. Bewertungsansatz und -rhythmus sollten diese grundlegenden Eigenschaften einer Immobilie als Kapitalanlage nicht übermäßig konterkarieren und keine kurzfristigen Schwankungen der Verkehrswerte vorspiegeln, die auf bloßen Momentaufnahmen beruhen.

Bislang haben sich derartige Befürchtungen allerdings nicht bewahrheitet, wie während der Corona-Krise erstellte Bewertungen belegen. Nur temporäre Ertragsstörungen entfalten zunächst keinen wesentlichen Einfluss auf die Parameter zur Ermittlung des Verkehrswertes. Vielmehr gilt weiterhin der Grundsatz, diesen auf Basis eines durchschnittlichen Preises vieler Marktteilnehmer und Objekte zu einem bestimmten Zeitpunkt zu bestimmen, ohne kurzfristige individuelle Entwicklungen, wie einzelne Mietausfälle oder -stundungen, über Gebühr zu berücksichtigen. Insofern entfaltete das Notgesetz keine größeren Auswirkungen auf die Bewertung von Immobilien. Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass sich der Investor im Falle kurzfristiger Mietausfälle, die nicht in den Fondswert einfließen, im Zweifel nicht auf den aktuellen Fondswert verlassen kann. Durch die oben geschilderte Bewertungspraxis entsteht bei nur kurzfristigen Mietausfällen somit ein Spannungsverhältnis zwischen der Stabilität der Immobilienfonds auf der einen Seite und dem Vertrauen des Marktes auf die Richtigkeit des aktuellen Fondswertes auf der anderen Seite. Gerade letzteres stellt erhöhte Anforderungen an die Manager der AIF, um die Risiken zu messen sowie Maßnahmen zu treffen und diese dann an die Investoren zu kommunizieren.

Sollten Dauer und Ausmaß der Mietausfälle höher ausfallen und mittel- bis langfristiger Natur sein – etwa in Folge neuerlicher Verschärfungen der Corona-Regeln oder anhaltender Unsicherheit über den Fortgang der Krise – dürfte dies größere Auswirkungen auf die Bewertung von Immobilien mit sich bringen. Mittel- bis langfristige Mietausfälle, insbesondere aber auch dauerhafte Reduzierungen der Mieten, schlagen sich unweigerlich im Ertragswert von Immobilien nieder, was sich zwangsläufig auch auf die Bewertungen und damit auf den Anteilspreis offener Immobilienfonds auswirkt.

Gerade bei Gewerbeimmobilien, vor allem im Einzelhandels- und Hotelsegment, kam es bereits vermehrt zu Verhandlungen über die Stundung oder Reduzierung der Miete. Auch in diesem Fall spielen regulatorische Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. So sind die Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) bei Verhandlungen über Mietreduzierungen im Sinne eines „ordentlichen Geschäftsmanns“ verpflichtet, die Interessen der Anleger bestmöglich zu vertreten, sprich den Schaden so gering wie möglich zu halten. Hier ist auf Seiten der KVGen eine sorgfältige Abwägung gefordert: Inwieweit sind vorübergehende Mietausfälle, -stundungen oder gar dauerhafte Reduzierungen auch nach Auslaufen der gesetzlichen Sonderregeln zu akzeptieren, um Mietern untragbare finanzielle Belastungen zu ersparen und damit den langfristigen Investmenterfolg sicherzustellen? Zwar steht den KVGen hier in aller Regel ein großzügiger Verhandlungsspielraum zu, allerdings sind alle Entscheidungen sorgfältig zu begründen und zu dokumentieren. Im Zweifelsfall hat in diesem regulatorischen Spannungsverhältnis zudem auch die finanzierende Bank ein Wort mitzureden, wenn es entsprechende Vertragsklauseln gibt.

In welchem Ausmaß es hier zu Anpassungen kommen wird, hängt im Wesentlichen vom Fortgang der Corona-Krise ab. Ein neuerlicher Lockdown träfe etliche Mieter mit Sicherheit hart. Bislang aber bleibt positiv festzuhalten, dass die Pandemie, anders als zu Zeiten der Finanzkrise, dank der in großen Teilen umsichtigen Regulierung keine Panikverkäufe zur Folge hatte und offene Immobilienfonds wieder die Stabilität bieten, für die sie bei Anlegern vor der Finanzkrise lange Zeit standen.

Klar ist dabei, dass auch eine starke Regulierung nicht gänzlich vor den Folgen einer Krise schützen kann. Sie kann aber für Rahmenbedingungen sorgen, die einen angemessenen Schutz vor Überreaktionen der Investoren bieten. Wird sie, wie aktuell, von einem sensiblen Handeln der Aufsichtsbehörde – kurzfristig hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht das aus massiven Aktienverlusten resultierende Überschreiten der vorgegebenen Immobilienquote von 25 Prozent auf Seiten vieler institutioneller Investoren nicht moniert – flankiert, so leistet sie einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Immobilienfonds ihrem Anspruch als langfristig orientierte und krisenfeste Anlagelösungen neuerlich gerecht werden.


Der Text stammt von FondsTrends – Die Zukunft des Fondsgeschäftes, veröffentlicht am 27. Oktober 2020.

Robert Guzialowski

Robert Guzialowski ist Leiter Real Assets Deutschland bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG. Er verantwortet neben Vertrieb und Kundenmanagement der AIF-Verwahrstelle die Begleitung der KVGen von der Aufnahme der Geschäftsbeziehung über das Onboarding bis hin zu den Fondstransaktionen. Robert Guzialowski ist Rechtsanwalt und veröffentlicht regelmäßig zu aufsichtsrechtlichen Entwicklungen.

GLS Bank Klimafonds wird 3 Jahre alt: Auch die ökonomische Bilanz stimmt

Als die GLS Bank im August 2017 den GLS Bank Klimafonds aufgelegt hat, wollte sie ihr Bekenntnis zum Klimaschutz unterstreichen. Nach drei Jahren ziehen Stefan Fritz und Tobias Baumann, beide GLS Bank, Bilanz, wie sich der Fonds ökonomisch entwickelt hat.

„Kosten- und Zeitersparnis sprechen für digitale Anlegermessen“

Am 15. Oktober war Premiere der FONDSTIQUE – der ersten virtuellen Fondsmesse, die von HANSAINVEST organisiert wurde. Aufgrund des guten Erfolgs werde die Messe im neuen Jahr fortgesetzt, wie Organisator Andreas Hausladen im Gespräch mit HEDGEWORK betont. Interessierte können noch alle Vorträge anhören.

HEDGEWORK: Herr Hausladen, Sie haben mit der FONDSTIQUE die erste virtuelle Fondsmesse organisiert. Können Sie einen ersten Erfahrungsbericht geben?

Andreas Hausladen: Auch mehr als eine Woche nach der Veranstaltung können wir sagen, dass es ein tolles Event war. Die Rückmeldungen waren insgesamt erfreulich positiv, zu verbessern gibt es natürlich immer noch ein paar „Kinderkrankheiten“. Aber alles, worüber wir uns und unsere Aussteller sich im Vorfeld Gedanken gemacht haben, können wir positiv bewerten. Die Technik hat einwandfrei funktioniert, die Vorträge waren nahezu alle sehr gut besucht und mit der Teilnehmerzahl waren wir auch zufrieden. Für die zweite Auflage gilt es natürlich, einige Details zu verbessern. Beispielweise wurde die Chat-Funktion noch nicht den umfangreichen Möglichkeiten entsprechend genutzt. Da braucht es sicher für alle noch etwas mehr Gewöhnung und Erfahrung für diese neue Art zu kommunizieren. Positiv angenommen wurde dagegen die Networking-Area. Hier wollen wir schauen, wie wir diese noch weiter ausbauen und prominenter einbinden können.

HEDGEWORK: Was waren aus Ihrer Sicht die Highlights der FONDSTIQUE?

Hausladen: Natürlich können wir hier das Keynote-Interview mit Kai Diekmann oder die Podiumsdiskussion mit Leonhard Fischer, Marc Friedrich und Robert Halver nennen. Das eigentliche Highlight aber war die Gesamtveranstaltung an sich! Das Programm war stimmig und qualitativ sehr überzeugend, die Vorträge sind super angekommen und wir hatten eine mehr als zufriedenstellende Teilnehmeranzahl.

HEDGEWORK: Wie viele Besucher haben sich insgesamt zugeschaltet?

Hausladen: Über den Messetag verteilt hatten wir insgesamt 1200 Teilnehmer. Das war im Vorfeld der Veranstaltung auch unsere Black Box, da es wenig bis keine Erfahrungswerte gibt. Spannend im Übrigen, dass sich mehr als ein Drittel der Teilnehmer erst in den drei Tagen vor und am Veranstaltungstag selbst angemeldet haben. Dies zeigt einmal mehr den Unterschied zwischen Digital- und Präsenzveranstaltung.

HEDGEWORK: Wie viele Referate und wie viele Aussteller konnten Sie für die FONDSTIQUE aufbieten?

Hausladen: Wir hatten insgesamt 36 Aussteller – sowohl etablierte Top-Anbieter als auch unentdeckten Fondsperlen unabhängiger Asset-Manager, insgesamt ein „Best of“ aus der Welt der Fondsboutiquen. Das machte den Besuch für viele so interessant und lohnenswert. Außerdem haben sich die Service-Provider wie beispielsweise Verwahrstellen und Haftungsdächer präsentiert. Damit war es ein interessanter Mix aus Informationen für institutionelle Investoren und Privatanleger sowie Networking für die Branche. Dies spiegelte sich auch im vielfältigen Programm mit insgesamt über 50 Referenten wider, die eine spannende Mischung aus Digitalisierung, Kapitalmarkt und Fondslösungen präsentiert haben.

HEDGEWORK: Gibt es eine Möglichkeit, verpasste Präsentationen nachträglich anzuschauen?

Hausladen: Alle Vorträge können sich die Teilnehmer über vier Wochen noch in aller Ruhe im Archiv ansehen. Und wer die FONDSTIQUE verpasst hat, kann sich jetzt noch registrieren und auf die Vorträge zugreifen. Wir verzeichnen bis heute ein überraschend hohes Interesse an der Archivfunktion, die noch bis Mitte November freigeschaltet ist. Viele wollen sich Versäumtes anschauen, aber es finden sich auch zahlreiche Neubesucher ein.

HEDGEWORK: Planen Sie, die FONDSTIQUE im nächsten Jahr zu wiederholen?

Hausladen: In jedem Fall wird es im kommenden Jahr wieder eine FONDSTIQUE geben. Wir sind bereits in die Planung eingestiegen und werden wieder ein tolles digitales Event auf die Beine stellen.

HEDGEWORK: Und wenn 2021 wieder Fondsmessen mit physischer Präsenz möglich sein werden … 

Hausladen: … wird es die FONDSTIQUE als digitale Anlegermesse der Fondsboutiquen weiterhin geben. Ich glaube, die offenkundigen Vorteile wie Kosten- und Zeitersparnis sowie die hohe Effizienz bezüglich der konzentrierten Informationsvermittlung sind für Besucher wie Aussteller einfach dermaßen überzeugend und sprechen für sich. Auch unabhängig von Corona werden die digitalen Networking-Komponenten immer mehr in den Alltagsgebrauch übergehen. Gerade Content-orientierte Besucher fühlen sich durch diese Messeform und den besonderen Mix extrem angezogen.

HEDGEWORK: Könnte eine hybride Fondsmesse – mit physischer und virtueller Präsenz – das Konzept der Zukunft sein?

Hausladen: Auch das wird es, wie wir jetzt schon sehen, in Zukunft definitiv verstärkt geben, die Gewichte werden sich aber aufgrund der genannten Vorteile eindeutig in Richtung der digitalen Komponenten verschieben. Es wird aber nach Corona immer noch eine Berechtigung für die zahlreichen guten physischen Veranstaltungsformate mit oder ohne virtueller Präsenz geben. Daher werden wir wie auch unsere Fondspartner hier weiterhin präsent sein und diese Formate nach wie vor unterstützen.


Hier geht’s zu den Vorträgen auf der FONDSTIQUE: https://fondstique.de/archiv