Technical Assistance – hoher Impact, wenig bekannt

von Lea Mohnen und Stefan Fritz, beide Investmentfonds & Research, GLS Bank.

Es wird viel dieser Tage über Impact gesprochen. Zuletzt stand der Impact von so genannten Blended Finance-Strukturen im Mittelpunkt. Diese strukturierten Fondsvehikel sind in der internationalen Entwicklungsfinanzierung bewährt. Sie wollen Impact dadurch erzielen, dass sie Kapital Unternehmen und Projekten in Ländern des globalen Südens direkt zur Verfügung stellen. Zur Steigerung des Impacts nutzen solche Fonds oder auch weitere Mikrofinanzfonds ein ergänzendes Instrument: Die Technical Assistance. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, was es mit dem Thema auf sich hat und wie der GLS AI-Mikrofinanzfonds dieses Instrument gezielt einsetzt.

Es ist den Fondspartnern des GLS AI – Mikrofinanzfonds ein besonderes Anliegen, die Mikrofinanzinstitute nicht nur finanziell sondern auch durch Weiterbildungsmöglichkeiten zu unterstützen. So können sie Instrumente und Fähigkeiten erwerben, die sie in ihrer täglichen Arbeit in den Mikrofinanzinstituten effektiv umsetzen und die Finanzdienstleistungen für ihre Kund*innen verbessern können. Dazu bieten die Fondspartner Angebote wie Schulungen, Weiterbildungsmaßnahmen und Austauschplattformen an. Die Mitarbeitenden können gemäß ihren individuellen Bedürfnissen aus dem Weiterbildungsangebot des Partnerinstituts auswählen. Das Themenspektrum erstreckt sich von Risikomanagement, Mikro- und KMU-Finanzierung, Mikroversicherung und Zugang zu Finanzdienstleistungen über Klima- und Energiefinanzierung bis hin zu Angeboten zur Digitalisierung. Diese Maßnahmen sind unter dem Begriff Technical Assistance zusammengefasst.

Diese Förderprogramme bieten die Fondspartner seit 2018 an. Mitarbeitende der investierten Institute nehmen dazu an E-Learning-Kursen teil und verfassen im Anschluss Berichte und Essays über ein spezifisches Mikrofinanzthema. Auch die Fondspartner können so durch die Berichte und Essays ihr Wissen zu Themen, die die Institute bewegen, vertiefen. Die Verfasser*innen der Berichte, die aufgrund innovativer Ideen oder guter Analysen besonders überzeugen, werden nach Deutschland eingeladen, um persönlich mit den Fondspartnern die Themen zu diskutieren. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dies im abgelaufenen Geschäftsjahr leider nicht möglich gewesen, wird aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Unterstützung von Projekten der Kreditnehmer*innen und Menschen vor Ort

Darüber hinaus werden seit 2020 auch für Kreditnehmer*innen vor Ort Weiterbildungen angeboten. Diese sollen beispielsweise für soziale und ökologische Auswirkungen bestimmter ökonomischer Aktivitäten sensibilisieren oder die positive Wirkung von Mikrofinanzdienstleistungen auf Endkund*innenebene stärken. Dies betrifft beispielsweise soziale und ökologische Risikofelder wie den Pestizideinsatz in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft.

Dazu fördern die Fondspartner zielgerichtet Projekte mit Kooperationspartnern in den Regionen, in denen der Fonds tätig ist. Bei der Auswahl der Partner wird Wert auf Expertise vor Ort sowie Glaubwürdigkeit und Transparenz gelegt. Die Auswahl der Themenfelder sowie Projektregionen und -partner erfolgt auf Grundlage einer Bedürfnisanalyse mit enger Einbindung der finanzierten Partnerinstitute. Die definierten Positivkriterien des GLS AI — Mikrofinanzfonds stellen den thematischen Rahmen.

Pestizidmanagement in Lateinamerika

Nichts veranschaulicht dies besser als ein Beispiel:

Hintergrund: Einsatz chemischer Düngemittel im globalen Süden weit verbreitet

Die Finanzierung ökologischer Landwirtschaft und die Erhaltung der Artenvielfalt sowie unserer natürlichen Lebensgrundlage spielen für die GLS Bank seit jeher eine zentrale Rolle. In Deutschland und anderen Ländern des Globalen Nordens ist der Trend zur Biolandwirtschaft deutlich spürbar. Angebot und Nachfrage steigen stetig. In Ländern des globalen Südens stellt sich die Situation mitunter anders dar: Es gibt eine Vielzahl an chemischen Düngeprodukten, die eine schnelle Lösung versprechen. Landwirte werden teilweise dazu gedrängt, sie einzusetzen, manchmal ohne eine wirkliche Anleitung, wie sie zu verwenden sind, oder Aufklärung zu den gesundheitlichen oder ökologischen Risiken und alternativen Optionen.

Ziel des Projekts: Landwirt*innen sensibilisieren und alternativer Einsatz

Um eine nachhaltigere Landwirtschaft auch bei Kleinbauern und Kleinbäuerinnen im globalen Süden zu stärken, haben sich die Fondspartner zum Ziel gesetzt, landwirtschaftliche Erzeuger*innen, Kund*innen und Mitarbeitende von Partnerinstituten in Bezug auf die Nutzung von Pestiziden zu sensibilisieren. 

Im Mittelpunkt des Projektes stehen Fragen wie: Welche Risiken bergen die Inhaltsstoffe der verwendeten Pestizide? Wie können Verpackungsabfälle umweltgerecht entsorgt werden? Gibt es Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft und dem Pestizideinsatz? Dazu haben die Fondspartner gemeinsam mit den International Advisory Services (IAS) der Frankfurt School, einem weltweit anerkannten Anbieter für Trainingsmaßnahmen im entwicklungspolitischen Kontext, ein Training mit den Instituten und Kreditnehmer*innen konzipiert.

Projektablauf und Ergebnisse

Insbesondere 4 Partnerinstitute in 2 Ländern signalisierten den Fondspartnern einen Bedarf an Trainingsmaßnahmen zu diesem Thema. Für jedes Partnerinstitut hat IAS eine mehrtägige Schulung organisiert, in der ausgewählte lokale Expert*innen die Teilnehmer*innen zu theoretischen und praktischen Grundlagen schulten. Bei der theoretischen Schulung achtete IAS auch auf eine visuelle Gestaltung der Inhalte, um die Workshops einer breiten Kund*innengruppe zugänglich machen zu können. Im Praxisteil wurde eine Farm oder eine landwirtschaftliche Fläche besucht und die im theoretischen Workshop vorgestellten alternativen Methoden in der Praxis gezeigt. Um einen Multiplikator*inneneffekt erzielen zu können, wurden neben Kleinbauern und Kleinbäuerinnen auch lokale Kreditberater*innnen der MFI geschult. Diese können so das erlernte Wissen künftig auch an neue Kund*innen weitergeben.

Insgesamt nahmen 143 Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und 50 Kreditmanager*innen der Institute an den Schulungen teil. 

Eine Evaluierung der durchgeführten Schulungen durch die MFI zeigt eine sehr positive Resonanz seitens der Endkund*innen sowie der Mitarbeitenden. Gleichzeitig können die Fondspartner gemeinsam mit IAS durch die wertschätzende Rückmeldung der Institute die Maßnahme für eine künftig geplante erneute Umsetzung verbessern und weiterentwickeln.


Dies ist ein redaktionell leicht bearbeiteter Auszug aus dem Investitionsbericht 2020 des GLS AI – Mikrofinanzfonds.

Lea Mohnen ist im Nachhaltigkeitsresearch der GLS Bank tätig. Sie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der sozial-ökologischen Ausrichtung des GLS AI - Mikrofinanzfonds sowie der Einbindung von Klimazielen und Co2-Bilanzierung in das Fondsgeschäft. Zuvor absolvierte sie einen M.Sc. Studiengang Economics an der Universität zu Köln und war studienbegleitend in der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit, unter anderem bei der KfW Entwicklungsbank, tätig.

Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Fondsgeschäft der GLS Bank. In den Jahren 2015 bis 2018 war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete und für das Audit des FNG-Siegels zuständig war.

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds und den B.A.U.M. Fair Future Fonds im Gesamtvolumen von knapp 1 Mrd. Euro. an (Stand 25.03.2021).

Weiterführende Informationen:

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de
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Demografischer Wandel

von Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei der Raiffeisen KAG.

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft sorgt für neue Herausforderungen. Besonders in den Industriestaaten und in China steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung immer weiter an. Dies setzt nicht nur die staatlichen Pensionssysteme unter Druck. Auch die Anforderungen an individuelle Pflege, Pflegeeinrichtungen und speziell für alte Menschen entwickelte oder an deren Bedürfnisse angepasste Produkte und Technologien gewinnen an Bedeutung. Ein anderer Aspekt des demografischen Wandels sind das weiterhin ungebremste Bevölkerungswachstum in den Emerging Markets und die dort zu beobachtenden Veränderungen der Einkaufsgewohnheiten.

Die Demografie als Bevölkerungswissenschaft beschäftigt sich statistisch und theoretisch mit der Entwicklung von Bevölkerungen und deren Strukturen. Oft liegt der Fokus dabei auf der Entwicklung der Alterspyramide einzelner Länder, welche die statistische, altersmäßige Verteilung der Bevölkerung zeigt. Charakteristische Formen der Alterspyramide sind die lineare oder klassische Pyramidenform und die Zwiebelform. Die lineare Alterspyramide basiert auf dem stetigen Abnehmen der Bevölkerungszahl je Altersgruppe mit steigendem Alter. Vielen geborenen Kindern steht eine geringe Lebenserwartung gegenüber. Diese Pyramidenform findet man heute noch in Südamerika und Indien. Um das Jahr 1890 war auch in Deutschland und Österreich diese Struktur vorherrschend. Heute ist für die Industriestaaten die Zwiebelform typisch, sie basiert auf einer niedrigen Geburtenrate und einem allmählichen Überhang älterer Menschen auf Basis einer hohen Lebenserwartung.

Eine durch die Veränderung in Lebenserwartung und Fertilität entstehende, alternde Gesellschaft zeigt durchaus nachhaltige Aspekte, da sie einem ungebremsten Bevölkerungswachstum entgegensteht. Andererseits führt eine alternde Gesellschaft potenziell zur sozialen Problematik der notwendigen Finanzierung des Lebens im Alter und den damit verbundenen höheren Kosten für das Sozialsystem. Durch das in der Mehrzahl der Industrieländer vorherrschende Umlageverfahren in der staatlichen Pensionsversicherung stehen durch demografisch bedingte höhere Sozialaufwendungen hohe Kosten an, die bei anderen zukunftsrelevanten Budgetposten – wie Bildung und Forschung – zu Engpässen führen können. Aus Umweltgesichtspunkten sind die Alterung der Gesellschaft und die geringere Fertilität wegen des weniger dynamischen Wachstums der Weltbevölkerung aus Sicht der begrenzten Ressourcen durchaus positiv zu beurteilen, wenn man von einem gleichbleibenden oder steigenden ökologischen Fußabdruck ausgeht.

In einer alternden Gesellschaft steigt die Anzahl der pflegebedürftigen Personen. Dabei ist die höhere Lebenserwartung nicht zuletzt auch dem allgemeinen medizinischen Fortschritt zu verdanken. Auch aus diesem Grund gehören die Pharma- und die Medizintechnikindustrie zu den wesentlichen Profiteuren der demografischen Veränderungen. Mit der Anzahl der im Alter zu betreuenden Personen steigt die Anzahl der benötigten Pflegeeinrichtungen und der Pflegeheime. Für die Finanzindustrie führt die zunehmende Überlastung der öffentlichen Pensionssysteme zum angenehmen Nebeneffekt, dass privates Vorsorgen oder Vorsorgesparen immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Unterschiedliche Alterspyramiden führen einerseits dazu, dass die Kalkulation von Daten zu Wertschöpfung und Wohlstand, die sich auf die Anzahl der Einwohner beziehen – wie BIP pro Kopf –, verfälscht werden. Dieselbe Verfälschung tritt in geringerem Ausmaß beispielsweise auch beim Vergleich von Deutschland und Frankreich auf, weil die Fertilitätsraten in den beiden Ländern große Unterschiede aufweisen. Eine hohe Anzahl von Kindern und jungen Menschen führt zu tendenziell geringeren Werten etwa bezüglich der Wirtschaftsleistung je Einwohner. Generell unterscheidet man in der Statistik zwischen der Gruppe der „wirtschaftlich abhängigen“ Personen, das sind Menschen bis 15 sowie über 65 Jahre, und den erwerbstätigen Personen. Wirtschaftlich abhängige Personen leisten vor allem in jungen Jahren einen geringen Beitrag zur Wertschöpfung, erwerbstätige Personen tragen über Arbeit und Sparen zur Steigerung der Wirtschaftskraft bei. Was Investments betrifft, können Pensionsvorsorgeeinrichtungen in den Industriestaaten von Geldanlagen in Ländern mit vergleichsweise „gesunden“ demografischen Strukturen profitieren. So könnte neben die durch die demografische Entwicklung ohnehin belasteten staatlichen Vorsorgesysteme eine zweite Säule treten, die über kapitalgedeckte Verfahren in Länder mit attraktiver Demografie – und damit verbunden hohem Potenzial für Wirtschaftswachstum – diversifiziert.

DEMOGRAFISCHE DIVIDENDEN VS. KOSTEN

Länder mit einem wachsenden Anteil an Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung profitieren in wirtschaftlicher Hinsicht davon, dass der produktive Teil der Bevölkerung weniger wirtschaftlich abhängige Personen versorgen muss. Die Menschen können mehr konsumieren, sparen und investieren. Dieser Faktor heißt „demografische Dividende“. Eine negative demografische Dividende wird als „demografische Kosten“ bezeichnet. Vor allem in Europa und noch stärker in Japan werden in den nächsten Jahrzehnten hohe demografische Kosten aufgrund des Rückgangs der Zahl der potenziell verfügbaren Erwerbstätigen erwartet. Demografische Entwicklungen beeinflussen das Wirtschaftswachstum und das Spar verhalten der jeweiligen Länder. In den Industriestaaten könnten die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1946 und 1965 – die sogenannten Babyboomer – zur Finanzierung des Ruhestands einen Teil ihrer Investments in verschiedensten Assetklassen realisieren und über diesen Verkauf mit der Folge eines möglichen Angebotsüberhangs die Finanzmärkte belasten. Die generell längere Lebenserwartung der Weltbevölkerung und der steigende Anteil der Senioren werden zu stark steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen führen. Davon sollten die Branchen Pharma, Biotechnologie und Gesundheit allgemein profitieren.

AUSWIRKUNGEN AUF DEN CO2-FUSSABDRUCK

Die Demografie beschäftigt sich aber nicht nur mit der Entwicklung der Alterspyramide. Auch Faktoren wie Geschlecht, Sprachen, Wohnsituation und soziale Merkmale wie Beruf, Familienstand oder Einkommen sind Teil demografischer Analysen. Der laufend beobachtbare demografische Wandel ist auch durch Zuwanderung und Abwanderung geprägt. Interessant ist auch der ökologische Fußabdruck für verschiedene Lebensabschnitte. Emilio Zagheni, Demograf am Max-Planck-Institut in Rostock, hat diesbezüglich Untersuchungen für die USA angestellt. Die Grundaussage der Studie, die für alle entwickelten Volkswirtschaften der Welt Aussagekraft haben sollte, ist, dass die CO2-Emissionen pro Kopf in einem Alter von zehn bis sechzig Jahren kontinuierlich ansteigen und dann abnehmen. Dahinter steht das Phänomen, dass das durchschnittliche Einkommen mit dem Alter tendenziell zunimmt. Ältere Menschen leben in größeren Häusern und fahren weniger energieeffiziente Autos. Auch nehmen die konsumierten Flugkilometer mit dem Alter zu, es wird generell mehr Energie verbraucht. In der Seniorität nimmt der ökologische Fußabdruck dann wieder ab. Die Ausgaben pro Kopf werden zwar insgesamt nicht geringer, sie fließen aber stärker in den Bereich Gesundheit als in energieintensiven Konsum wie den Kauf von Kleidung oder die Reisetätigkeit.

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass das weltweite Bevölkerungswachstum vorerst weiter anhalten wird, eine Trendwende ist, nach einer im Medizin-Fachblatt „The Lancet“ veröffentlichten Studie einer Gruppe von Wissenschaftlern rund um Professor Stein Emil Vollset, erst für das Jahr 2064 zu erwarten. Für die Zeit danach rechnen die Forscher mit einer rückläufigen Geburtenrate. Bis dahin führt der sich aus dem Bevölkerungswachstum ergebende Nachfrageanstieg unter anderem zu potenziell wachsenden Absatzmärkten für Konsumgüter und zu einem erhöhten Materialeinsatz, was eine gesteigerte Nachfrage nach Rohstoffen mit sich bringt. Ein anderer Trend, der zum Teil demografisch und zum Teil durch das hohe Wirtschaftswachstum bedingt ist, betrifft das Wachstum der Mittelschichten der Gesellschaften vor allem in den Emerging Markets. Auch in diesem Fall sollte sich der prognostizierte Nachfrageanstieg in einem Absatzplus für die Hersteller von langlebigen Wirtschaftsgütern niederschlagen.

DER DEMOGRAFISCHE WANDEL IM KONTEXT DER DREI NACHHALTIGKEITSDIMENSIONEN „ESG“:

E (Environment)

Aus dem für die nächsten Dekaden prognostizierten Bevölkerungswachstum ergeben sich vor allem Mengenaspekte aus einem steigenden Absatz von Produkten und Dienstleistungen, sind doch diese aus ökologischer Sicht vor allem mit problematischen quantitativen Konsequenzen verbunden. Neben der rein quantitativen Analyse könnte ein weiter wachsender durchschnittlicher ökologischer Fußabdruck der Bevölkerung das Problem weiter verschärfen. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt was die Ressourcen betrifft sind die Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie, die eine zunehmende Anzahl von Menschen ernähren müssen.

S (Social)

Die Veränderung der Demografie hin zu einer immer älter werdenden Gesellschaft führt zu neuen Herausforderungen in der Finanzierung des Sozialstaates. Höhere Aufwendungen für Sozialkosten könnten bei gleichbleibenden Finanzierungsstrukturen zu potenziell niedrigeren Leistungen führen.

G (Governance)

Aus Governance-Sicht ist die Frage zu erörtern, wer letztendlich die Kosten der Alterung der Gesellschaft zu tragen hat. Dabei sind privat und öffentlich finanzierte Modelle ebenso zu diskutieren wie die Zukunftsfähigkeit einer Finanzierung des Sozialstaates aus den laufenden staatlichen Budgets.

Fazit

Für Raiffeisen Capital Management ist die demografische Entwicklung ein wesentliches Zukunftsthema. Der Sektor Gesundheit und insbesondere Medizintechnik ist in den Investments von Raiffeisen strukturell übergewichtet.


Die vollständige Ausgabe 31 von Raiffeisen Capital Management's Nachhaltig Investieren mit Grafiken finden Sie hier als PDF.