Investieren in Megatrends: Autonomes Fahren

von Günther Schmitt, Fondsmanager des Raiffeisen-MegaTrends-Aktien.

Das Thema selbstfahrende Autos ist in den Medien derzeit allgegenwärtig. Alle Marktbeobachter sind sich einig, dass selbstfahrende Autos kommen werden. Worüber man sich allerdings nicht so einig ist, ist die Frage, wie lange dies noch dauern wird.

Anhand der Grafik auf Seite 2 (siehe PDF links) lässt sich erkennen , dass es zwar heute schon Autos wie z. B. den Tesla gibt, die bereits vollautonom (Stufe 5) fahren könnten, die Gesetze verbieten dies aber noch großteils und erlauben es nur auf einigen Teststrecken. Stufe 1 (Fahrer-Assistenz) und 2 (partielle Automatisierung) sind mittlerweile bei den meisten Neuwagen schon Standard (z. B. Bremsassistenz oder automatisches Einparken) und Stufe 3 (bedingte Automatisierung, z. B. Spurwechsel auf Autobahnen) wird von einigen Premium-Herstellern bereits angeboten.

Es sind weniger die Technik, die selbstfahrende Autos in naher Zukunft auf unseren Straßen limitiert, sondern die Politik und die Gesetze. Aber auch da ist in vielen Ländern schon einiges in Bewegung gekommen. Einerseits wollen viele Länder die ersten sein, die sich dieser Technologie nicht verschließen. Andererseits sind sinkende Verkehrsopferzahlen aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ein gewichtiges Argument für das autonome Fahren.

Aber wie schnell wir selbstfahrende Autos jetzt tatsächlich auf unseren Straßen sehen werden spielt eigentlich keine große Rolle. Tatsache ist, dass derzeit alle großen Autoproduzenten und alle Zulieferer eifrig daran arbeiten, dieses Thema für sich zu reklamieren. Jeder will der erste sein, der in dem Bereich erfolgreich ist. Und niemand will seinen Eigentümern, z. B. den Aktionären, später einmal eingestehen zu müssen das Thema verschlafen zu haben.

Aber wie ist das Thema aus der Sicht eines Investors zu betrachten? Dazu muss eines klar sein, nämlich dass die Autoindustrie mit fast 100 Millionen produzierter Autos jährlich weltweit gesehen immer noch eine der bedeutendsten Industriezweige ist - viele Millionen Arbeitsplätze hängen davon ab. Allein in Europa arbeiten 12,6 Millionen Personen in der Autoindustrie, das sind 5,7 % aller Beschäftigten. Anhand dieser Zahlen kann man also bereits erkennen, dass dieses Thema speziell auf der Investorenseite niemanden kalt lässt und Interesse an Investitionen besteht. Aber in welchen Bereichen kann und sollte man eigentlich investiert sein? Und in welchen Unternehmen sind wir im Raiffeisen-MegaTrends-Aktien investiert?

Vier Eintrittsmöglichkeiten

Nach Bereichen unterscheiden wir vier Eintrittsmöglichkeiten:

  1. Elektro-Autos
  2. Selbstfahrende Autos
  3. Internet of Cars (IoC)
  4. Car-Sharing

Warum diese vier Bereiche?

Wir glauben, dass selbstfahrende Autos mit Elektromotoren statt mit Verbrennungsmotoren ausgestattet sein werden, weil dies viel praktikabler und billiger sein wird. Erstens, weil die Autoproduzenten bis 2020 ihren Gesamtflotten-CO2-Ausschuss drastisch reduzieren müssen, und das geht am leichtesten mit Elektrofahrzeugen. Zweitens, weil diese Fahrzeuge wiederum zu Beginn wahrscheinlich in den Car Sharing Modellen (z. B. Drive Now oder Car to Go) ausprobiert werden. Da diese Autos dann im Vergleich zu heute ein Vielfaches an Technik beinhalten (z.B. Halbleiter, Kameras, Radar, LiDAR (light detection and ranging, etc.) ist es auch wichtig, den Bereich Internet of Cars als eigenen Bereich hervorzuheben.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir das Thema autonomes Fahren im Fonds sehr genau verfolgen und in diesem Bereich auch einige Investitionen getätigt haben.

Allerdings sind es weniger die Autoproduzenten selbst (Ausnahme Toyota), in die wir investiert sind, sondern mehr die Zulieferbetriebe (z. B. Continental aufgrund seiner vielen Patente im Bereich autonomes Fahren) und hier wieder insbesondere die Technologiefirmen, die z. B. Halbleiter (Infineon, Intel), Kameras oder GPS Module (U-Blox) herstellen. Im Batteriebereich sind wir Aktionär bei Albemarle einem Rohstoffunternehmen, das Lithium abbaut, und beim taiwanesischen Hersteller von Batterien, Simplo Technology.

Nicht zu vergessen sind auch die großen amerikanischen Technologiekonzerne wie Google, Apple oder Amazon, die natürlich auch bei diesem Zukunftsthema etwas vom Kuchen abbekommen möchten. Apple wird als Hersteller der Autosoftware genannt, Google als Anbieter und Verkäufer von beispielsweise Verkehrsdaten und Amazon könnte seine Produkte mit selbstfahrenden Autos ausliefern lassen.