Impact Investing in Afrika: Besonderheiten eines heterogenen Kontinents

Schnelles Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie eine deutlich zunehmende Innovationsstärke im Bereich Technologie bieten zunehmend Investitionsgelegenheiten auf dem afrikanischen Kontinent. Dennoch bedarf die deutlich ausgeprägte Heterogenität des Kontinents eine sorgfältige Analyse sowie eine starke Expertise vor Ort, um adäquate Impact-Investing-Projekte zu identifizieren. Nur dann können sowohl Investoren als auch Kleinunternehmern langfristig davon profitieren und zugleich den wirtschaftlichen Aufschwung unterstützen.

„Afrika dürfte bis zum Jahr 2034 eine größere Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter als China oder Indien stellen“, sagt Yann Groeger, Regional Manager Afrika bei BlueOrchard. „Wir beobachten derzeit an verschiedenen Stellen des afrikanischen Kontinents ein steigendes Wirtschaftswachstum, eine wachsende Mittelschicht sowie eine ausgeprägte Innovationsstärke – insbesondere im Technologiesektor. Zudem stellen sich bestimmte Sektoren vermehrt internationaler auf und auch Abkommen zu zollfreien Im- und Exporten zwischen afrikanischen Staaten sind bereits vielerorts im Gespräch.

Zugleich begegnen Investoren in Afrika weiterhin Herausforderungen. Denn im Gegensatz zu China kann der Kontinent freilich nicht als ein großer Einzelmarkt betrachtet werden. Die insgesamt 54 Länder haben ihre eigenen Gesetze, Kulturen und auch Sprachen. Für Investoren besteht hier somit nicht die Möglichkeit, einen unmittelbaren Universalzugang zu diesen Märkten zu bekommen. Hinzu kommt, dass insbesondere Kleinunternehmer Schwierigkeiten haben, nicht nur eine nachhaltig angelegte Finanzierung zu erhalten, sondern überhaupt einen Zugang zu Finanzierungen. Der klassische Weg zur Bank ist hier oftmals nicht möglich, da die kleinen Unternehmen häufig nicht über die notwendigen Garantien verfügen, die von den Banken bei der Kreditvergabe verlangt werden. Für die Menschen gibt es gibt es zwar immer wieder alternative Hilfen wie Spenden oder Notfallkredite. Hierbei handelt es sich jedoch in der Regel um einmalige Tätigkeiten, die auf lange Sicht keine finanzielle Nachhaltigkeit garantieren. Zwar bleibt ihnen in letzter Konsequenz noch der Weg zu sogenannten Kredithaien, jedoch bewirken hier sehr hohe Zinsen im Zusammenspiel mit teilweise fragwürdigen Rückzahlungsmechanismen mitunter unkalkulierbare Risiken für die Kreditnehmer, die einer langfristig positiven Geschäftsentwicklung eher entgegenwirken, als diese zu unterstützen.

Hier bietet Impact Investing in Mikrofinanz eine Alternative zu den oben genannten Finanzierungswegen, sodass auch Kleinunternehmen in Afrika die Möglichkeit bekommen, sich langfristig und nachhaltig entwickeln zu können. Dabei ist es unseres Erachtens zentral, dass eine enge Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort in den einzelnen Ländern, Regionen und Sektoren besteht. Denn nur durch ständige Präsenz vor Ort ist es möglich, die Märkte genauer zu verstehen und sich somit sowohl mit konkreten Problemen als auch Potenzialen zu befassen. Zudem werden im Impact Investing die Kreditnehmer vorab in Gänze analysiert, indem sie beispielsweise nachweisen müssen, dass ihr Geschäftsmodell Potenzial hat, sich langfristig von selbst zu tragen. Ebenso spielt die Bonität bei der Kreditvergabe eine wichtige Rolle. In der Regel handelt es sich hierbei um Kredite mit Laufzeiten zwischen ein bis zwei Jahren. Die Höhe der Kredite variiert wiederum stark je nach Region, Sektor und auch der Größe des Unternehmens, zwischen 50 US-Dollar bis hin zu 10.000 US-Dollar.

Dadurch hilft Impact Investing dabei, dass sich kleine Unternehmen langfristig halten und entwickeln können. Auch sehen wir hierbei immer öfter, dass diese Unternehmen durch solche Investments beachtlich wachsen können. Besonders in der Landwirtschaft beobachten wir häufig, wie einzelne Unternehmen über die Kreditzyklen hinweg ihre Anbauflächen vergrößern und Arbeit für andere schaffen. Auf lange Sicht kann dadurch ein Anstieg der formellen Arbeitsplätze und eine positive Gesamtentwicklung über den Einzelunternehmer hinaus unterstützt werden.“


Über BlueOrchard Finance AG

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges,integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 6 Mrd. USD in 80 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS- sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com.