Anleger schliessen sich zusammen, um Hersteller kontroverser Waffen aus wichtigen Indizes auszuschliessen

Mehr als 140 Asset Manager, Besitzer von Vermögenswerten, Vermögensverwalter und Vermögensdienstleister aus der ganzen Welt, die Anlegergelder im Wert von USD 6,8 Billionen vertreten, haben gemeinsam Indexanbieter dazu aufgefordert, kontroverse Waffen1 aus den gängigen Indizes zu entfernen.

In einem offenen Brief, der heute auch in der Financial Times, in der Neuen Zürcher Zeitung und in Le Temps veröffentlicht wurde, wendeten sich die Unterzeichner an Vertreter von FTSE Russell, Morningstar, MSCI, S&P Dow Jones Indices und STOXX und riefen die Indexanbieter auf zu handeln.

Anlagen in Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen verstossen schon heute gegen einige nationale Bestimmungen und internationale Konventionen. Die gängigen Indizes berücksichtigen sie aber nach wie vor. Für aktive Anleger, die sie selbst ausschliessen, bedeutet dies einen zusätzlichen Tracking Error im Vergleich zu Standardbenchmarks und zusätzliche Kosten. Passive Anleger haben dagegen meist keine Wahl, denn die überwältigende Mehrheit der Strategien bildet traditionelle Indizes ohne Ausschlüsse nach.

Folglich tragen heute Anleger, die die Benchmarks der grossen Anbieter verwenden, zur Finanzierung von Unternehmen bei, die mit der Herstellung von kontroversen Waffen zu tun haben. Die in der Schweiz gestartete Initiative wird von Swiss Sustainable Finance koordiniert und hat dank ihrer Präsenz auf der PRI Collaboration Platform international an Dynamik gewonnen.

Sabine Döbeli, CEO von Swiss Sustainable Finance, erklärt: „Die Abstimmung der Anlegerportfolios auf etablierte Werte und Standards wird zur neuen Normalität bei Pensionskassen und anderen institutionellen Anlegern. Dass unsere Initiative die Unterstützung einer so grossen Zahl von Organisationen gewinnen konnte, ist ein starkes Signal an die Indexanbieter, und wir halten es für eine logische Folge, diese Forderung in den globalen Indizes widerzuspiegeln.“

Eric Borremans, Leiter ESG bei Pictet Asset Management sagt: „Wir sind überzeugt, dass Finanzmittel für Hersteller kontroverser Waffen in Übereinstimmung mit internationalen Konventionen, bester Anlagepraxis und der öffentlichen Meinung weniger leicht verfügbar sein sollten. Indizes dienen als Grundlage für viele aktive und passive Anlageprodukte; wir sind der Meinung, dass Hersteller kontroverser Waffen standardmässig ausgeschlossen werden sollten.“

Peter Damgaard Jensen, CEO von PKA A/S sagt: „Für uns als verantwortliche Anleger, die wir mehr als 300 000 Rentensparer vertreten, sind kontroverse Waffen inakzeptabel und daher von all unseren Anlagen ausgeschlossen. Viele Anbieter von Indexprodukten teilen diesen Grundsatz nicht, was es anderen Anlegern erschwert sicherzustellen, dass sie nicht zur Finanzierung von Herstellern kontroverser Waffen beitragen. Indem wir uns mit anderen Anlegern von der ganzen Welt zusammenschliessen, können wir hoffentlich diese Botschaft vermitteln und die Indexanbieter ein für alle Mal dazu bringen, kontroverse Waffen aus den gängigen Indizes auszuschliessen.“

Nähere Informationen finden Sie auf der Website von Swiss Sustainable Finance www.sustainablefinance.ch 


1) Solche Waffen – zu denen Streumunition, Antipersonenminen, Atomwaffen, die in Ländern hergestellt werden, die den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet haben, sowie biologische und chemische Waffen zählen – können unterschiedslos und unverhältnismässig viel Leid verursachen. Internationale Konventionen ächten oder beschränken den Einsatz solcher Waffen.