Licht und Schatten der Entwicklung am Markt für Unternehmensanleihen seit der Euro-Einführung 1999

Ein kontinuierlich wachsender Anleihemarkt schafft eine große Auswahl an potentiellen Investments, der stetige Rückgang der Umlaufrenditen schränkt diese Vielfalt bei der Suche nach attraktiven Rendite-Risiko-Verhältnissen jedoch ein. Mit dem KFM-Scoring gelingt es trotz des schwierigen Marktumfeldes attraktive Investments für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS zu finden!

Der Finanzkrise zum Trotz: Seit 1999 kontinuierliches Wachstum des Anleihevolumens.

Ein Blick in die Datenbank der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich offenbart eine eindeutige Entwicklung: Das Volumen der von inländischen Emittenten ausgegebenen Unternehmensanleihen steigt seit 1999 kontinuierlich bis 2014 und verbleibt seither auf einem Stand von über 300 Mrd. Euro pro Jahr.

Abbildung 1: Volumen von Schuldverschreibungen von Nicht-Finanzunternehmen (inländische Emittenten) nach Quartalen. Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Die positive Entwicklung ist nach unserer Ansicht nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen, sondern ist bedingt durch ein Zusammenwirken vieler Veränderungen. Drei Ereignisse markieren aus Autorensicht wichtige Meilensteine und sollen einen kleinen Einblick in die Vielzahl der Einflussfaktoren geben.

Eine gemeinschaftliche Währung, zunehmende Regulierung vor und nach dem Höhepunkt der Finanzkrise und die Schaffung neuer Börsensegmente – Der Wandel seit 1999.

Die Einführung des Euro als Buchgeldwährung ab dem Jahr 1999 und damit die Ablösung der seit 1978 verwendeten Transfereinheit ECU ist eines dieser Ereignisse. Beobachter gehen davon aus, dass die Euro-Einführung insbesondere im Zusammenwirken mit der seit 1993 geltenden Kapitalfreizügigkeit des EU-Binnenmarktes zu einem erhöhten Kapitalangebot und damit einer verbesserten Attraktivität des Kapitalmarktes für inländische Emittenten geführt hat. Die Finanzkrise, welche ab Herbst 2007 in Deutschland durch erste Probleme bei Banken spürbar wurde, kann als ein weiteres Schlüsselereignis betrachtet werden. 

Trotz oder - nach Ansicht einer Vielzahl von Finanzmarktteilnehmern - gerade wegen dieser Krise kam es zu einem weiteren positiven Effekt für die deutschen Anleihenmärkte. Das Zusammenwirken der verschärften Eigenkapital-Richtlinien für Banken nach Basel II ab 2007 und Basel III ab 2013 mit dem durch in die Krise verminderten Eigenkapital vieler deutscher Banken, führte zu einer Reduzierung der maximal möglichen Kreditsumme einer Bank. Dieser Effekt machte den Kapitalmarkt zu einer wichtigen weiteren Finanzierungsquelle für Unternehmen. 

Insbesondere für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS ist ein weiteres Schlüsselereignis zu benennen, die Schaffung neuer Börsensegmente. Im Jahr 2010 hat die Börse Stuttgart mit dem Bondm ein eigenes Segment für Unternehmensanleihen mittelständischer Unternehmen geschaffen. 2011 hat dann auch die größte deutsche Börse in Frankfurt das Qualitätssegment Entry Standard im Freiverkehr für Anleihen geöffnet. Diese Veränderungen führten dazu, dass auch private Anleger Zugang zu Anleihen von mittelständischen Unternehmen erhielten. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS bietet Privatanlegern seit 2013 die Möglichkeit, über den Fonds in diese Titel zu investieren. Dies hat den Vorteil, dass Privatanleger vom speziell für mittelständische Unternehmen konzipierten Analyseverfahren KFM-Scoring profitieren.

Trotz des Anstiegs des Volumens am Anleihemarkt und der Verminderung der Umlaufrendite gibt es ausreichend Anleihen mit überdurchschnittlichen Renditen.

Die Umlaufrendite von Anleihen inländischer Emittenten stellt den Durchschnitt der Renditen auf diese Anleihen an den deutschen Börsenplätzen dar. Im Gegensatz zur Emissionsrendite (KFM-Telegramm vom 20. Juli 2017) ist die Umlaufrendite in Deutschland seit ihrem letzten Hoch im Jahr 2009 kontinuierlich fallend. Der starke Ausbruch im Jahr 2009 auf über 7,0% wird Panikreaktionen im Zuge der Finanzkrise zugeschrieben.

Abbildung 2: Umlaufrendite von Inhaberschuldverschreibungen von Unternehmen (Nicht-MFIs, inländische Emittenten) und EZB-Zins für Hauptrefinanzierungsgeschäfte nach Monaten. Quelle: Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank.

Nach Ansicht von Finanzmarktteilnehmern ist dieser sichtbare Trend ebenfalls einer Vielzahl von Effekten zuzuschreiben. Die Effekte lassen sich im Wesentlichen auf eine Ausweitung des Kapitalangebotes und die krisenbedingte Absenkung des EZB-Leitzinses zusammenfassen. Das vorhandene Kapitalangebot hat insbesondere durch die Ausweitung des privaten inländischen Geldvermögens von 3,2 Bill. Euro im Jahr 1999 auf 5,6 Bill. Euro in 2016, das Anleihekauf-Programm der EZB, die „Kapitalflucht“ von Staaten der Euro-Schuldenkrise und Nicht-Krisenstaaten und die bereits angesprochenen Veränderungen auf europäischer Ebene verändert.

Ein schwieriges Marktumfeld, in dem mit Hilfe des KFM-Scoring Anleihen mit einem attraktiven Rendite-Risiko-Verhältnis identifiziert werden können.

Das Marktumfeld für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS kennzeichnet sich demnach durch ein wachsendes Anleiheuniversum mit konstanten Emissionsrenditen aber fallenden Umlaufrenditen. Mit Hilfe des Analyseverfahrens KFM-Scoring können jedoch kontinuierlich neue Anleihen identifiziert werden, bei denen ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis gewährleistet ist. Dabei profitiert der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS auch davon, dass sich das KFM-Scoring nicht nur mit den bekannten Groß-Emissionen beschäftigt, sondern darüber hinaus auch die Anleihen von aufstrebenden (noch) unbekannten Emittenten in seinem Anleihe-Universum analysiert. Solche Emissionen mit einem Volumen von unter 100 Mio. Euro fallen bei den meisten institutionellen Investoren aufgrund der geringen Größe unter den Radarschirm. Dabei bringen gerade diese Emissionen den Investoren in der Regel eine attraktivere Rendite als die Groß-Emissionen. 

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Wandel-Anleihe der Beno Holding AG, die der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS mit einer Einstiegsrendite von 8,86% p.a. in das Portfolio aufgenommen hatte. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS kann trotz des schwierigen Rendite-Umfeldes sein prospektiertes Renditeziel von 3,0%-Punkten über 5-jähriger Bundesanleihen weiterhin komfortabel erfüllen.

FAZIT

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS profitiert von den Auswirkungen der BASEL III Regeln. Sie führen dazu, dass sich weitere Unternehmen mit Anleihen über den Kapitalmarkt finanzieren müssen. Nach unserer Einschätzung wird damit das Angebot in den kommenden Jahren für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS groß genug bleiben und sogar steigen. Neue Anleihe-Emittenten müssen zur Überwindung der Markteintrittsbarriere einen höheren Kupon anbieten. Anleger des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS profitieren von der Überrendite von sorgfältig ausgewählten Neuemissionen. Unternehmensanleihen mit kleineren Emissionsvolumina (i.d.R. unter 100 Mio. Euro) sind darüber hinaus robuster in der Kursentwicklung als große Unternehmensanleihen (Emissionsvolumen über 250 Mio. Euro) bei möglichen Zinsänderungen.

In der Rubrik FONDS TRANSPARENT berichtet Gerhard Mayer über die erfolgreiche Entwicklung des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS und die Änderungen im Portfolio seit dem letzten KFM-Telegramm.

Dieser Artikel erschien zuerst im KFM-Telegramm.