Investieren in Megatrends: Virus trifft auf Mega-Trends

von Günther Schmitt, Fondsmanager des Raiffeisen-MegaTrends-Aktien.

Megatrends verändern die Welt grundlegend und nachhaltig. Sie wirken nicht nur auf einige wenige Bereiche, sondern betreffen alle Ebenen der Gesellschaft und damit auch die der einzelnen Menschen. Um mit der Zukunft Schritt halten zu können, müssen Unternehmen rasch auf diese Entwicklungen eingehen oder diese im Idealfall antizipieren. Unternehmen, die das schaffen, sind für Investoren von großem Interesse, denn sie stehen für Zukunftsfähigkeit und Wachstum. Der Raiffeisen-MegaTrends-Aktien ist ein globaler Aktienfonds, der in solche Unternehmen investiert.

Auch langfristiges Investieren erfordert zuweilen sehr rasches Agieren

Der Raiffeisen-MegaTrends-Aktien setzt bekanntlich auf die großen langfristigen Zukunftstrends, die unser aller Leben nachhaltig verändern werden und versucht, diejenigen Unternehmen herauszufiltern, die davon besonders stark profitieren sollten. Dieser langfristige Investmenthorizont schließt aber natürlich nicht aus, dass das Fondsmanagement nicht auch kurzfristig agieren kann bzw. muss. Im Gegenteil, dies ist ja zuweilen geradezu erforderlich. Beispielsweise, wenn sich Marktpositionen von Unternehmen im schnelllebigen Technologiesektor verändern oder sich neue technologische Entwicklungen abzeichnen. Oder aber, falls so einschneidende und unvorhersehbare Ereignisse auftreten wie die aktuelle Coronavirus-Pandemie.

Auf diese Pandemie und die dadurch ausgelöste Wirtschaftskrise war keiner vorbereitet. Niemand konnte sie kommen sehen, weder Regierungen, noch Unternehmen oder Finanzmärkte. Vor allem die Ausgangs- und Reisebeschränkungen sowie staatlich angeordnete Schließungen von Geschäften und Unternehmen haben binnen kürzester Zeit sowohl unser Privat - als auch Wirtschaftsleben stark verändert. Es wäre absurd, würden Fondsmanager dem nicht Rechnung tragen und die Investments in den Fonds entsprechend anpassen.

Es kommt dem Raiffeisen-MegaTrends-Aktien dabei zugute, dass er mit den drei großen Mega-Trends „demografischer Wandel“, „Klimawandel“ und „technologischer Wandel“ relativ krisenresistent aufgestellt ist. Das kann man bislang auch gut an der Wertentwicklung des Fonds ablesen. Natürlich hat auch er deutlich nachgegeben, aber längst nicht so stark wie der breite Markt. An dieser Stelle muss natürlich angemerkt werden, dass Performanceergebnisse der Vergangenheit keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung des Fonds aussagen.

Viele Mega-Trends sind relativ krisenresistent

Der demografische Wandel beinhaltet viele Investments in Pharma- und Gesundheitsaktien, ein Bereich, der gerade jetzt wichtiger denn je ist. Die Kurse der allermeisten Aktien in diesem Sektor sind viel weniger zurückgegangen und einige haben sogar kräftig zugelegt. Auch der Bereich Klimawandel hält sich in der jetzigen Krise bislang recht stabil. Die Bereitstellung von Erneuerbarer Energie, Wasseraufbereitung oder Kläranlagen müssen auch in der Krise funktionieren und unterliegen kaum Nachfragerückgängen. Der Mega-Trend „technologischer Wandel“ ist, insgesamt gesehen, ebenfalls weniger anfällig in der Krise. So werden zwar jetzt vielleicht weniger Handys verkauft, weil die Shops geschlossen haben, aber die Software für Unternehmen oder Hardware für Telekominfrastruktur wird natürlich weiterhin nachgefragt, teilweise sogar verstärkt. Völlig immun gegen einen länger anhaltenden Abschwung ist aber auch der Technologiesektor natürlich nicht, jedenfalls nicht in allen Bereichen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns und anderer von den Regierungen angeordneter Eindämmungsmaßnahmen sind dramatisch. Generell erwarten die Unternehmen, mit denen wir bislang kommuniziert haben, eher keine rasche, V-förmige Erholung der Wirtschaft, also eine schnelle Rückkehr zur Situation vor Ausbruch der Pandemie. Sie rechnen eher mit einer schrittweisen Verbesserung der Wirtschaft, nachdem die Maßnahmen wieder aufgehoben bzw. gelockert werden.

Starkes Gegensteuern des Fondsmanagements

Die Auswirkungen der Krise auf die einzelnen Bereiche der Wirtschaft sind natürlich sehr unterschiedlich und hängen nicht zuletzt davon ab, wie lange sie noch andauert. Einzelne Branchen sind faktisch völlig lahmgelegt, wie beispielsweise Luftfahrt, Tourismus, Gastronomie. In anderen sind die Bedingungen etwas besser bzw. erträglicher, etwa in der Bauwirtschaft, der Lebensmittelindustrie oder bei Herstellern von Verpackungen. Wir haben bereits zu Beginn der Korrektur an den Aktienmärkten unsere Investments in Unternehmen der Reisebranche (zum Beispiel Booking.com oder Do&Co) sehr konsequent abgebaut und verkauft. Stattdessen hat das Fondsmanagement in defensivere Bereiche investiert, wie etwa Supermarktketten (wie Tesco, Carrefour). Auch den Bereich Luxusgüter haben wir deutlich reduziert. Vor Corona wurden bis zu 40 % aller Umsätze in diesem Sektor von Chinesen auf Reisen getätigt. Diese fallen jetzt erst einmal weg und es ist ungewiss, wann sie sich wieder beleben werden. Auch im Bereich Einzelhandel haben wir uns von einigen Aktien getrennt, so zum Beispiel von Fast Retailing, einer japanischen Modekette unter dem Namen Uniqlo, da ein Großteil dieser Verkaufsläden derzeit geschlossen ist. Stattdessen haben wir recht viele Aktien im Pharmasektor gekauft, vor allem Unternehmen, die versuchen, Medikamente oder Impfstoffe gegen das Coronavirus zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise Gilead Sciences oder Regeneron. Zugekauft wurden aber auch Unternehmen, die online Gesundheitsdienste anbieten, wie beispielsweise Ping An Good Doctor (Chinas größte Online-Gesundheitsplattform) oder Alibaba Health. Die generelle Ausrichtung des Fonds ist mit den zusätzlichen Investments in Pharmaunternehmen und Lebensmitteleinzelhändlern sicherlich defensiver geworden als zuvor, da wir derzeit nicht von einer sehr schnellen, kräftigen V-förmigen wirtschaftlichen Erholung ausgehen. In Branchen wie Tourismus oder Gastronomie werden wir vorerst noch nicht (wieder) investieren. In Banken und Ölunternehmen (die von der Krise ebenfalls besonders hart betroffen sind), waren wir bislang schon nicht investiert, und das wird auch bis auf weiteres so bleiben.

Fazit

Das Coronavirus wird die großen Megatrends nicht dauerhaft stoppen, auch wenn es derzeit die Welt fest in seinem Griff hält. Es gibt daher auch keinen Grund, die Investmentphilosophie des Raiffeisen-MegaTrends-Aktien zu ändern. Vorausschauendes, flexibles Agieren und Reagieren bei einschneidenden Ereignissen gehört zu dieser jedoch fix dazu. Und sollte sich beispielsweise herauskristallisieren, dass einzelne Zukunftstrends doch nachhaltiger und für längere Zeit negativ von der Pandemie betroffen sein werden, dann wird das Fondsmanagement dem selbstverständlich Rechnung tragen.


Ursprünglich war für diesen Megatrends-Newsflash das Thema „Investieren in 5G-Technologien“ vorgesehen. Die Coronavirus-Pandemie und die daraus resultierenden Marktbewegungen stellen jedoch einen so gravierenden und nachhaltigen Einschnitt dar, dass es stattdessen ein Update zur Positionierung des Raiffeisen-MegaTrends-Aktien gibt.