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Atomkraft ist ESG-konform, Bitcoin soll verboten werden – man kann nur noch mit dem Kopf schütteln

OpinionsAtomkraft ist ESG-konform, Bitcoin soll verboten werden - man kann nur noch mit dem Kopf schütteln

Marktkommentar der DLC Distributed Ledger Consulting GmbH: Aktuell wird in der Brüsseler Politik ein Papier diskutiert, in dem die Grundlage für einen faktischen Bann von Bitcoin in der EU gelegt wird. So werden Kryptowerte zu Anfang des Papiers in „sustainable“ und „unsustainable“ eingestuft – auf Seite 92 des Dokuments steht dann geschrieben, dass die durch denselben Regulierungsvorschlag eingeführten „crypto-asset service provider“ ab dem 1. Januar 2025 keine Kryptowerte mit „environmentally unsustainable consensus mechanisms“ mehr prozessieren/verwahren sollen dürfen. Da davon auszugehen ist, dass der Konsensmechanismus von Bitcoin als „unsustainable“ eingestuft werden wird, käme dies einem faktischen Verbot von Bitcoin in der EU gleich. 

Warum ist diese Entwicklung so ungeheuerlich? Weil es bei Bitcoin um mehr als ein Asset geht. Es geht darum, den Menschen den Zugang zu einer Werteinheit zu verwehren, die – im Gegensatz zu allen Fiatwährungen –  nicht politisch willkürlich manipulierbar ist. Zwar ist es wenig überraschend, dass sich die Staaten die Lizenz zum Gelddrucken nicht kampflos aus der Hand nehmen lassen – und auch die Taktik, den zweifelsohne hohen Stromverbrauch von Bitcoin als Angriffsvektor zu nutzen, war vorhersehbar. Nahezu zeitgleich Atomkraft unter gewissen Prämissen als ESG-konform einzustufen, entbehrt allerdings nicht einer gewissen Skurrilität.

Dr. Sven Hildebrandt, Geschäftsführer der DLC Distributed Ledger Consulting GmbH kommentiert: „Das von den EU-Politikern angeschobene Bitcoin-Verbot besorgt mich insbesondere mit Blick auf die jüngeren Generationen und deren Verhältnis zur Europäischen Union. Denn es sind vor allem die jungen Leistungsträgerinnen und Leistungsträger, die sich nach einer wirklichen Trennung von Geld und Staat sehnen – das zeigen die Statistiken rund um Investments wie Bitcoin und andere Kryptowerte deutlich. Die jungen Menschen vertrauen ihr Geld lieber regelbasiertem und somit berechenbaren Computercode an, als sich auf die Versprechungen der Politik zu verlassen. Eine Ableitung, die ich bei insgesamt knapp 200 Regelverstößen zur Einhaltung der Geldwertstabilität seit Gründung der EU durchaus nachvollziehbar empfinde.“

Es bleibt zu hoffen, dass die Politikerinnen und Politiker, die sich vielleicht aus Unwissenheit mit durchaus ehrenwerten Beweggründen für ein solches Gesetz eingesetzt haben, noch einmal innehalten und reflektieren, welchen immensen Schaden sie mit dieser Entscheidung der Generation ihrer Kinder und Enkelkinder zufügen würden.

Über die DLC Distributed Ledger Consulting

Die Distributed Ledger Consulting GmbH (DLC) bietet semiprofessionellen und professionellen Finanzmarktakteuren vollumfängliche Beratungsdienstleistungen rund um Distributed Ledger Technologien (DLT) wie beispielsweise Blockchains. Neben genereller Beratung zum Thema DLT und deren Integration in bestehende Prozesse widmet sich die DLC allen mit Digital Assets assoziierten Themen im Finanzmarktumfeld. Dies sind beispielsweise die Verwahrung von Digital Assets sowie das Assessment unterschiedlicher Token, Fonds und Digital-Asset-Manager. Mit Kooperationspartnern werden darüber hinaus auch steuerliche und regulatorische Fragestellungen abgedeckt. Die DLC ist in unterschiedlichen Verbänden und Vereinigungen aktiv, namentlich der ISO (International Organization for Standardization), dem DIN (Deutsches Institut für Normung), der INATBA (International Association for Trusted Blockchain Applications), der ITSA (International Token Standardization Association) und weiteren. Darüber hinaus ist die DLC exklusiver Partner von BTC-Echo, der führenden Blockchain-Medienplattform im deutschsprachigen Raum, für das Thema Token-/Smart-Contract-Audits.