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Auf dem Weg zum Beauty Tech-Powerhouse

OpinionsAuf dem Weg zum Beauty Tech-Powerhouse

Ein Beitrag von Dominikus Wagner – Wagner & Florack AG: Nachdem einige Top-10-Unternehmen des Unternehmerfonds und des Unternehmerfonds flex ihre Quartalsergebnisse berichtet haben, ist Dominikus Wagner, Unternehmensgründer von Wagner & Florack und Fondsmanager, hochzufrieden: “Mittel- bis langfristig treiben die hohen und langfristig beständig wachsenden Margen unserer kapitalleichten “robusten Gewinnmaschinen” mit starken Marken und hoher Preissetzungsmacht den Unternehmenswert. Und dies passiert schneller und bei sehr deutlich geringerem Risiko als bei den vielen kapitalintensiven, margenschwachen und zudem zyklischen Hochschuldenfirmen. Damit sind unsere Firmen weiter bestens auf Kurs”, sagt Wagner.

Als Beispiel stellt Wagner den französischen Konzern L’Oréal in den Fokus, an dem sich die Fondsboutique erstmals im Februar 2018 zu einem Kurs von 174 Euro je Aktie beteiligt hat. Seitdem hat sich die Aktie weit mehr als verdoppelt und notiert im April 2024 bei rund 440 Euro.

Wagner erwartet langfristig weitere Kurssteigerungen: „Als unangefochtener Marktführer auf dem globalen Beauty-Markt schafft es L’Oréal, den Unternehmensgewinn zuverlässig und kontinuierlich stark zu steigern. Die jüngsten Geschäftszahlen zum ersten Quartal 2024 untermauern die Power und Resilienz des Geschäftsmodells erneut auf sehr eindrucksvolle Weise.“ Kein Wettbewerber, weder Estée Lauder, noch die japanischen Unternehmen Shiseido und Kao oder die von der deutschen Unternehmerfamilie Reimann kontrollierte Coty, könnten L’Oréal bei Wachstum und Profitabilität das Wasser reichen.

 

Performance L’Oréal 01.04.2014 bis 31.03.2024 in EUR (logarithmierte Darstellung) | Quelle: Morningstar Direct, Wagner & Florack | Stand der Daten: 31.03.2024

 

Umsatzzahlen Q1 2024: L’Oréal ist eine absolute Ausnahmefirma

In Q1 2024 steigerte L’Oréal den Umsatz mit einem organischen Wachstum von 9,4% auf 11,2 Mrd. Euro. Darin enthalten ist ein positiver Vorzieheffekt in Höhe von 130 Mio. Euro, der sich im Folgequartal wieder umkehren wird. Hintergrund ist die Vereinheitlichung der fragmentierten IT-Systeme in Nordamerika, wovon vor allem der Geschäftsbereich Professional Products, also das Friseurgeschäft mit Marken wie Redken oder Kérastase, betroffen ist. Zukünftig wird der Beauty-Konzern mit Effizienzmaßnahmen wie diesen noch mehr Economies of Scale realisieren können. Dies sei ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor für die langfristige Entwicklung des Unternehmensgewinns und folglich auch des Unternehmenswertes, betont Wagner. Um Lieferprobleme im Zuge der IT-Umstellung zu vermeiden, wurde im ersten Quartal vorproduziert und Umsatz vorgezogen. Doch selbst um diesen positiven Sondereffekt bereinigt wuchs L’Oréal in Q1 organisch mit starken 8,1% im hoch einstelligen Bereich und performte den insgesamt dynamischen Markt damit um Längen aus.

Quelle: Quartalsbericht L’Oréal

 

Stark auch in Schwellenmärkten

Äußerst bemerkenswert laufen laut Wagner die Geschäfte in Europa und den Schwellenmärkten, die mit deutlich zweistelligem Wachstum dazu beitragen, die derzeitige Schwäche in China zu kompensieren. Vor allem im Luxussegment, in dem L’Oréal in China über einen Marktanteil von 34% verfügt, blieb der nach Covid erwartete Rebound bislang aus. Allerdings wächst L’Oréal in China insgesamt mit 6% sechsmal so schnell wie der Markt (rund 1%), so dass die Franzosen ihre Marktanteile weiter ausbauen können.

Das Team von Wagner & Florack ist überzeugt, dass L’Oréals Wachstum regional als auch produktseitig breit abgestützt ist. „Das „multipolare“ Geschäftsmodell von L’Oréal zahlt sich hier voll aus: Während das Luxusgeschäft derzeit noch schwächelt, läuft das Volumengeschäft besser. Darüber hinaus entwickelt sich der Online-Vertriebskanal dynamischer als der Offline-Handel“, sagt Wagner. Auch L’Oréal-CEO Hieronimus sieht in der Geschäftsentwicklung in Q1 den „perfekten Beweis“ für die Stärke und Resilienz des „multipolaren“ Geschäftsmodells. L’Oréal wachse in der Rezession und trotz Herausforderungen wie Inputkosteninflation und Lieferkettenstörungen, erläutert Wagner, der das Geschäftsmodell für „maximal krisenresistent“ und stets höchst profitabel hält, obwohl L’Oréal als „Werbe-Weltmeister“ die gewaltige Summe von mehr als 30% des Umsatzes ins Marketing der Produkte stecke.

Durch KI auf einen noch höheren und profitableren Wachstumspfad

Bei Forschung & Entwicklung ist L’Oréal ebenfalls führend. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Durchdigitalisierung des gesamten Geschäftsmodells durch die Nutzung Künstlicher Intelligenz, sei es im Einkauf, bei Produktentwicklung und -design oder bei Produktion und Marketing. Wagner ist überzeugt: „Mit seinem mehrere Terabytes schweren Schatz an Schönheitsdaten ist L’Oréal auf dem besten Weg, durch den Einsatz von KI als führendes Beauty Tech-Powerhouse auf einen noch höheren und noch profitableren Wachstumspfad zu gelangen.“

Die ausführliche Analyse zu L’Oréal lesen Sie im Blog.

Pro BoutiquenFondsDieser Beitrag erschien zuerst bei Pro BoutiquenFonds