Sunday 14-Apr-2024
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Das E-Rezept kommt nun richtig…

Markets and NewsDas E-Rezept kommt nun richtig...

Die jüngsten Gesetzespläne der deutschen Ampel-Koalition zur Einführung des elektronischen Arztrezepts freuen den Thurgauer Online-Apotheker DocMorris. Der deutsche Bundestag stimmte vor Kurzem diesen Plänen zu, die das E-Rezept in Deutschland massentauglich machen sollen. Ein Beitrag von Marco Jansen, Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltung GmbH.

Das E-Rezept ist seit einiger Zeit in Deutschland verfügbar, aber erst jetzt wird es ab dem 1. Januar 2024 für Ärzte verpflichtend sein, elektronische Rezepte auszustellen. Dieser Schritt wird voraussichtlich zu einer drastischen Zunahme der E-Rezepte führen und den Markt für DocMorris erheblich beeinflussen.

Für DocMorris ist dies von entscheidender Bedeutung, da das Unternehmen seit dem Verkauf seines Schweizer Geschäfts Anfang des Jahres seinen Fokus vollständig auf den deutschen Markt und das E-Rezept ausgerichtet hat. Die Implementierung des E-Rezepts wird voraussichtlich zu einem massiven Umsatzschub führen und das Unternehmen nach Jahren mit Verlusten endlich profitabel machen.


Bisher gab es zwei Wege, ein E-Rezept einzulösen: Entweder erhielt man einen Papierausdruck mit Datamatrixcode, den die Apotheke einscannen konnte, oder man verwendete eine offizielle E-Rezept-App auf dem Smartphone, die die Rezepte verwaltete. Beide Methoden erforderten eine gewisse Technik und waren für manche Kunden nicht ideal. Dank des neuen Verfahrens wird der Prozess jedoch erheblich vereinfacht. Zur Abholung eines Rezepts benötigt man lediglich seine Gesundheitskarte. Der Arzt kann Rezepte ausstellen, sobald die Karte mindestens einmal im laufenden Quartal im Lesegerät der Praxis verwendet wurde. Die verschriebenen Medikamente können dann in der Apotheke abgeholt werden, indem man die Gesundheitskarte in das Lesegerät steckt, welches das Rezept vom Server anfordert. Dieses neue Verfahren bringt viele Vorteile mit sich. Patienten müssen sich keine sechsstellige PIN mehr merken und können Vertrauenspersonen beauftragen, ihre Medikamente abzuholen. Für ein Folgerezept im selben Quartal müssen sie nicht extra zur Praxis gehen. Dennoch ist es wichtig, im Falle eines Kartenverlusts oder Diebstahls die Krankenkasse umgehend zu informieren, um Missbrauch zu verhindern.


Vorteile und Chancen für Internet-Apotheken wie Doc Morris

Effizienzsteigerung:

Das E-Rezept ermöglicht einen schnelleren und reibungsloseren Prozess von der Verschreibung bis zur Abholung der Medikamente. Dies führt zu einer gesteigerten Effizienz, da der zeitaufwändige physische Austausch von Papierrezepten entfällt.

Erweiterter Kundenstamm:

Die elektronische Abwicklung von Rezepten ermöglicht es Internetapotheken wie DocMorris, ihren Kundenstamm zu erweitern. Patienten, die weit entfernt von einer stationären Apotheke leben oder Mobilitätsprobleme haben, können nun leichter auf ihre Dienste zugreifen.

Kostenersparnis:

Der Wegfall von physischen Papierrezepten kann zu Kosteneinsparungen führen. Der gesamte Prozess wird effizienter, was potenziell zu geringeren Verwaltungskosten für die Lagerung und Verarbeitung von Papierdokumenten führen kann.

Verstärkte Kundenbindung:

Durch die Einführung des E-Rezepts können Internetapotheken wie DocMorris ihre Kundenbindung stärken. Die verbesserte Nutzererfahrung durch einen reibungsloseren Ablauf und die Möglichkeit, Rezepte einfacher einzulösen, dürfte dazu beitragen, Kunden langfristig an das Unternehmen zu binden.

Der Langfristchart ist (noch) wenig überzeugend, aber wer eine Meinung hat…

Quelle: Morningstar

Seit einiger Zeit hoch gewichtet

Die Kapitalmarktexperten der Oberbanscheidt & Cie haben das Thema E-Rezept früh erkannt und daher DocMorris als eine der Top 3 Positionen in beiden Fonds hoch gewichtet. Neben dem Kernportfolio aus reinen Value-Titeln tragen die selektierten Themen-Investments (derzeit aus den Bereichen Verteidigung, Gesundheit, Energie, Emerging Markets und Zinswende) immer wieder beachtlich zur Rendite bei.