Aviva Investors tokenisiert seinen größten Fonds auf dem XRP Ledger

Digital Investing and CryptoAviva Investors tokenisiert seinen größten Fonds auf dem XRP Ledger

Aviva Investors hat am 26. Oktober 2026 eine tokenisierte Anteilsklasse seines Sterling Liquidity Fund auf dem XRP Ledger gestartet. Mit rund 22 Milliarden Pfund ist das der größte Fonds des Hauses (Stand: 26.10.2026). Der Schritt zeigt, wie etablierte Asset Manager Tokenisierung einführen: als zusätzlichen Zugang zu bestehenden Fonds, ohne deren Struktur anzutasten.

Was Aviva konkret gestartet hat

Laut der gemeinsamen Mitteilung von Aviva Investors und Ripple entsteht kein neuer Fonds, sondern eine weitere Anteilsklasse. Der Fonds ist ein UCITS-Geldmarktfonds mit Sitz in Irland. Er investiert in kurzlaufende Schuldtitel hoher Bonität in Pfund Sterling und bietet tägliche Liquidität. Anlageziel, Risikoprofil und regulatorischer Schutz entsprechen den konventionellen Anteilsklassen.

Aviva hat selbst 50 Millionen Pfund in die neue Klasse investiert. Zusammen mit der Dollar-Klasse, die im Juli startete, liegen damit über 86 Millionen Pfund in den tokenisierten Klassen (Stand: 26.10.2026). Gemessen am Fondsvolumen ist das wenig, und das Startkapital der Sterling-Klasse stammt aus dem eigenen Konzern. CEO Mark Versey wertet den Schritt dennoch als Beleg für den Anspruch, in diesem Feld eine führende Rolle zu spielen.

Das Digital-Twin-Modell und seine Grenzen

Aviva nutzt ein sogenanntes Digital-Twin-Modell. Die Bestände werden zusätzlich auf dem XRP Ledger abgebildet, die Fondsstruktur außerhalb der Blockchain bleibt unverändert. Das Fondsvermögen verwahrt weiterhin BNY als Depotbank. Komainu verwahrt die digitalen Token, Licuido stellt die Tokenisierungsplattform.

Der Vorteil liegt in der regulatorischen Anschlussfähigkeit. Die tokenisierte Dollar-Klasse hatte die irische Zentralbank im Juli genehmigt, wie Aviva in seiner Mitteilung vom 29. Juli 2026 berichtete. Der Nutzen bleibt dagegen begrenzt, wie der Fachdienst Ledger Insights zur Dollar-Klasse berichtet. Laut Prospekt ist jeder Token an einen klassischen Anteil gebunden und nach dem Bericht nicht übertragbar.

Dass Aviva mit Geldmarktfonds beginnt, ist nach unserer Einschätzung folgerichtig. Das Produkt ist standardisiert, kurzlaufend und streng reguliert. Fehler in einer neuen Infrastruktur hätten hier geringere Folgen als bei illiquiden Anlagen. Zugleich sammelt der Anbieter Erfahrung mit Verwahrung, Abgleich und Investorenprüfung auf der Blockchain.

Worauf institutionelle Investoren jetzt achten

Als wichtigster Anwendungsfall tokenisierter Geldmarktfonds gilt laut Ledger Insights der Einsatz als Sicherheit, weil sich Token rund um die Uhr übertragen lassen. Ohne Übertragbarkeit bleibt davon wenig: Der Token liegt im Wallet, Zeichnung und Rückgabe laufen über die bekannten Wege. Ripple-Manager Nigel Khakoo verweist auf Märkte, die sich zu ständiger Verfügbarkeit und Abwicklung in Echtzeit bewegen. Für die Aviva-Klassen ist dieser Schritt nach unserer Einschätzung bisher nicht belegt.

Ob die Sterling-Klasse übertragbar ist, lässt die Mitteilung offen. Gebühren, Mindestanlage und Handelszeiten nennt sie ebenfalls nicht. Für Investoren im DACH-Raum lohnt sich der Blick darauf, ob Aviva diese Bedingungen offenlegt und ob externe Anleger nennenswert Kapital zeichnen. Erst dann zeigt sich, ob aus der digitalen Zugangsschicht ein eigener Markt wird.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.