Geopolitische Risiken und ihre Auswirkungen auf Rohstoffe und Währungen
Angesichts zunehmender Repressionen im Iran, wo das Regime auf landesweite Proteste mit Härte reagiert, verschärfen sich die globalen geopolitischen Spannungen. Der Iran ist inzwischen nach der US-Operation in Venezuela die wichtigste alternative Quelle für schweres Rohöl, insbesondere für Asphalt, der in Infrastrukturprojekten verwendet wird. Die politische Instabilität macht diese Versorgung jedoch fragil. Die Vereinigten Staaten verfolgen derzeit eine Strategie des ausgewogenen Drucks und der vorsichtigen Zurückhaltung.
Zusätzlich zu den Spannungen im Nahen Osten bleiben auch die Konflikte rund um Grönland auf einem hohen Niveau. Der Geopolitical Risk (GPR) Index zeigt seit mehreren Monaten hohe Werte an. Historische Daten belegen, dass die Inflation nahezu linear mit dem GPR steigt – von rund 0,9 % im niedrigsten bis über 5 % im höchsten Quintil. Dies verdeutlicht, wie Konflikte Lieferketten unterbrechen und eine Umstellung von „Just-in-Time“- auf „Just-in-Case“-Produktion mit strukturell höheren Kosten erfordern.
Aktuelle US-Inflation und geldpolitische Aussichten
Trotz der geopolitischen Herausforderungen liegt die US-Inflation gegenwärtig auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren, maßgeblich beeinflusst durch einen Rückgang der Kosten im Wohnsektor (Shelter Inflation). Dies ermöglicht der US-Notenbank Federal Reserve, ihren geldpolitischen Fokus zunehmend auf Wachstumsförderung zu verlagern, insbesondere bei Anzeichen einer Abschwächung der Arbeitsmarktdaten. Die zukünftige Leitung der Fed wird voraussichtlich eine wachstumsorientiertere Politik verfolgen.
Marktentwicklungen bei Edelmetallen und Kryptowährungen
Im Kontext einer möglichen geldpolitischen Wende, die die Abwertung des US-Dollars beschleunigen könnte, oder eines erneuten Inflationsanstiegs aufgrund eskalierender geopolitischer Spannungen gewinnen Sachwerte wie Gold und Silber als krisensichere Wertaufbewahrungsmittel an Bedeutung. Bitcoin wird dabei als digitales Pendant betrachtet, reagiert jedoch sensitiv auf Liquiditätsbedingungen und zeigt derzeit weniger interne Unterstützungsfaktoren. Die massiven geldpolitischen und geopolitischen Unsicherheiten, wie sie sich im iranischen Rial-Kollaps spiegeln, können jedoch kurzfristig die Nachfrage nach Bitcoin als Krisenwährung erhöhen.
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