Moderate Gewinnmitnahmen könnten die Widerstandsfähigkeit von Portfolios erhöhen

Edition AIModerate Gewinnmitnahmen könnten die Widerstandsfähigkeit von Portfolios erhöhen

Langfristige Perspektive für Aktien bleibt positiv

Aktien haben sich historisch als attraktive Vermögenswerte erwiesen, die langfristig Realerträge von 6,5 bis 7 Prozent liefern. Diese solide historische Performance gilt trotz zahlreicher Krisen, politischer Veränderungen und Wirtschaftsschwankungen weiterhin als Grundpfeiler der Kapitalanlage.

Dennoch sollten Anleger neben der langfristigen Struktur auch aktuelle Bewertungsniveaus, Marktstimmung und Positionierung beachten. Da kein verlässlicher Zeitpunkt für eine mögliche Trendumkehr vorhergesagt werden kann, sind moderate Gewinnmitnahmen eine pragmatische Maßnahme, um Risiken zu steuern.

Verändertes Risiko-Ertrags-Verhältnis

Derzeit gibt es Hinweise auf eine gewisse Überbewertung in den Aktienmärkten. Fundamentaldaten bleiben solide, wie die Geschäftsentwicklung großer Unternehmen mit umfangreichen Auftragsbeständen zeigt. Indikatoren wie das zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE) signalisieren jedoch ein weniger attraktives Renditeumfeld in den kommenden zehn Jahren.

Erhöhte CAPE-Werte gehen historisch mit geringeren langfristigen Renditen einher, was eine Überprüfung der Aktiengewichtung im Portfolio nahelegt. Eine moderate Reduktion der Aktienexposure nach starken Kursgewinnen entspricht einer risikoangepassten Strategie und nicht kurzfristigem Markt-Timing.

Begrenztes Renditepotenzial bei Unternehmensanleihen

Auch die Kreditspreads von Unternehmensanleihen sind weiterhin historisch eng, was die Entschädigung für Kreditrisiken begrenzt, trotz insgesamt stabiler Fundamentaldaten. Die durchschnittlichen Spreads von US-Investment-Grade-Anleihen liegen derzeit bei etwa 0,9 Prozent.

Daher erscheint eine vorsichtige Verringerung von Engagements in Anleihen mit niedrigerer Bonität zweckmäßig, vor allem um Flexibilität zu erhalten und stärkere makroökonomische Positionen zu vermeiden.

Flexibilität durch hochwertige kurzfristige Anleihen

Anleger sind nicht gezwungen, Gewinne nur in Bargeld zu halten. Kurzfristig festverzinsliche Wertpapiere bieten aktuell attraktive reale Renditen von rund 3,7 Prozent (US-Dollar) und 3,9 Prozent (Pfund Sterling), was über der Inflationsrate liegt.

Die Umschichtung von Teilgewinnen aus Aktien und längerfristigen Anleihen in hochwertige, kurzfristige Anlagen kann eine vorteilhafte Kombination aus Rendite, Liquidität und geringerer Volatilität schaffen. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit erhalten, bei besseren Marktverhältnissen wieder stärker in Aktien zu investieren.

Ausblick und Risiken

Das Marktumfeld könnte im weiteren Jahresverlauf volatiler werden, bedingt durch hohe Bewertungen, geopolitische Unsicherheiten wie den Konflikt im Iran, sowie Unsicherheiten bei Inflation und Zinsentwicklung. Anleger sollten daher ihre Portfolios prüfen und risikoangepasst ausrichten.


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