Thursday 1-Dec-2022
6.9 C
Frankfurt am Main

Die Vermögensillusion – Warum wir in Zeiten des Umbruchs Vermögen neu denken müssen

Press ReleasesDie Vermögensillusion – Warum wir in Zeiten des Umbruchs Vermögen neu denken müssen

Wer heute „altes“ Vermögen besitzt, überschätzt womöglich seinen aktuellen Wohlstand und könnte einer Vermögensillusion unterliegen. Die erste Studie der Donner & Reuschel Studienreihe „Standpunkte“, welche in Kooperation mit dem HWWI erstellt wird, widmet sich in fünf Teilen dem Begriff des Vermögens in all seinen Formen und Facetten.

Niedrigzinsen, Handelskonflikte, die fortschreitende Digitalisierung und der Klimawandel bedrohen unseren Wohlstand. Die entscheidenden Fragen sind: Worin besteht das heutige Vermögen, was wird es künftig wert sein und wie wird in Zukunft produktives Vermögen gebildet?

Wie der Strukturwandel den Wert des heutigen Vermögens in Frage stellt

Durch die derzeitigen Umbrüche werden die Grundlagen für Wohlstand neu gelegt. Der aktuelle Strukturwandel – der Übergang vom industriellen in das digitale Zeitalter und gleichzeitig von fossiler in klimaneutrale Produktion – führt zu neuartigen Produktionsverfahren und verändert die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Das heutige Vermögen, sowie das Wissen und die Ausbildung von Menschen sind zumindest teilweise schon bald deutlich weniger wert. Wer also heute „altes“ Vermögen besitzt, überschätzt womöglich seinen aktuellen Wohlstand und könnte einer Vermögensillusion unterliegen. Im Zuge dieses Paradigmenwechsels gilt es daher, Vermögen neu zu denken.

Wie die drei „D’s“ die Quellen von Wohlstand und das Fundament von Vermögen verändern

Die sogenannten drei „D`s“ – Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung – bestimmen wesentliche Trends der Zukunft und stellen Gesellschaft, Politik und Unternehmen vor immense Herausforderungen. Die demografische Alterung führt zu einem veränderten Spar- und Anlageverhalten, bei dem mehr auf Kapitalerhalt abgezielt und mit weniger Risiko angelegt wird. Die Digitalisierung impliziert einen tiefgreifenden technologischen Wandel, der bestehendes Produktivvermögen entwerten und neue Sachanlagen und vor allem Humankapital erfordern wird. Die Umstellung auf klimaneutrale Produktion (Dekarbonisierung) führt dazu, dass „fossile“ Produktionsverfahren an Wert verlieren und saubere Technologien einen Wertzuwachs verzeichnen. Somit treiben die drei „D’s“ den Wertverlust des alten Vermögens und forcieren die Herausforderung der Bildung neuen Vermögens. Nur Unternehmen, die sich dem Wandel direkt stellen und die Zukunft aktiv mitgestalten, werden auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.

Zur Vermögensillusion kommt aufgrund der allgemein hohen Unsicherheit derzeit allerdings eine abwartende Haltung (Attentismus) in Bezug auf die notwendigen Investitionen. Beides wird durch die niedrigen Zinsen unterstützt, denn auch wenig produktive Ressourcenverwendungen können dadurch am Markt verbleiben. Der Prozess des wettbewerbsbedingten Ausscheidens unproduktiver Unternehmen funktioniert in diesem Umfeld nur unzureichend.

Das Vermögen der Zukunft

Um die Vermögensillusion zu umgehen, muss schon heute definiert werden, was künftig Wert haben wird. Das impliziert sowohl unternehmerische Investitionsentscheidungen, als auch Ausbildungsentscheidungen von Menschen. Semantisch betrachtet steckt in „Vermögen“ das Prädikat „zu vermögen“, also in der Lage zu sein, etwas zu tun. So ist Vermögen weit mehr als eine physische und materielle Größe oder eine finanzielle Forderung und umfasst Fähigkeiten, Erfahrungen und Mentalitäten – wie etwa Patente, Kreativität oder Unternehmungsgeist.

Es ist somit auch an der Zeit, über neue Ansätze des Vermögensaufbaus und der Vermögensbeteiligung nachzudenken, um den technologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturwandel zu bewältigen und zu gestalten. Benötigt werden Investitionen in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie öffentliche Güter. Eine Förderung des Aktienbesitzes verbessert dabei die Teilhabe breiter Bevölkerungsschichten am neuen Vermögen.

Der Aufbau neuen Vermögens sollte unter konsequenter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten geschehen, denn das wichtigste Vermögen aller Menschen ist deren natürliche Lebensgrundlage. Der Schutz dieses kollektiven Vermögens, von Umwelt und Ressourcen, muss eine positive Rendite bekommen.

In einer Zeit des Wandels mit technologischen, geopolitischen und gesellschaftlichen Umbrüchen ergeben sich für Volkswirtschaften und verschiedene Interessensgruppen immense Chancen als auch enorme Risiken. Die Donner & Reuschel Studienreihe „Standpunkte“ wird in Kooperation mit dem HWWI erstellt und legt ihren Fokus auf die besonders relevanten – jedoch oft unterrepräsentierten – Aspekte des Wandels. Die erste Studie widmet sich in fünf Teilen dem Begriff des Vermögens in all seinen Formen und Facetten.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studienreihe finden Sie unter www.donner-reuschel.de/verantwortung/ 


Über DONNER & REUSCHEL

Die Hamburger CONRAD HINRICH DONNER Bank wurde 1798 von dem 24-jährigen Kaufmann und Reeder Conrad Hinrich Donner gegründet. Im Jahr 1990 stellte sich mit der SIGNAL IDUNA Gruppe ein starker Partner und Aktionär an die Seite des Bankinstituts. Im Oktober 2010 schlossen sich die Hamburger CONRAD HINRICH DONNER Bank und das Münchner Bankhaus Reuschel & Co. zu DONNER & REUSCHEL zusammen. Das Traditionshaus mit Sitz in Hamburg und München setzt auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer und Immobilienkunden sowie institutionelle und Capital Markets Kunden. Weitere Informationen über das Bankhaus finden Sie unter: www.donner-reuschel.de

Über HWWI

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI gemeinnützige GmbH) ist ein wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut. Es ist unabhängig und den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft verpflichtet. Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag für eine freiheitliche, fortschrittliche und offene Gesellschaft zu leisten ist die Philosophie des Instituts. Weitere Informationen: www.hwwi.org