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Digital, schlank, solide – drei Trends sprechen für japanische Aktien

OpinionsDigital, schlank, solide – drei Trends sprechen für japanische Aktien

Japans Unternehmen verändern sich. Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass träges „Weiter so“ riskanter ist als die Umsetzung von Veränderungen. Junichi Takayama, Investment Director bei Nikko Asset Management, sieht drei wesentliche Entwicklungen im Hintergrund:

Technologie wird besser genutzt

Bei der Nutzung von Technologie ist Japan im Rückstand. Laut einer Untersuchung der Schweizer Business School IMD belegt das Land mit seiner digitalen Wettbewerbsfähigkeit weltweit Platz 27. Während der Pandemie hat Japan eine Aufholjagd gestartet. Das eröffnet den Unternehmen viel Spielraum. Bei insgesamt sinkenden Investitionsausgaben wird erwartet, dass die IT-Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um 16% steigen. Einzelhändler richten zunehmend E-Commerce-Plattformen ein. In einem Land, in dem weitgehend Bargeld verwendet wird, hat die Kreditkartennutzung während der Pandemie stark zugenommen.

Fast Retailing beispielsweise, der Eigentümer der Bekleidungsmarke Uniqlo, investiert massiv in E-Plattformen, mit dem Ziel, die E-Commerce-Quote mittelfristig auf 30% zu erhöhen. Seven-Eleven Japan hat ein Pilotprogramm gestartet, bei dem Bestellungen über Smartphones innerhalb einer Stunde ausgeliefert werden sollen. Viele Investitionen dieser Art werden über die Dauer der Pandemie hinausgehen.

Umstrukturierungen kommen voran

Selbst wenn die Wirtschaft wieder „normal“ zu funktionieren beginnt, werden japanische Unternehmen ihre Geschäftsmodelle neu bewerten und zu drastischen Maßnahmen wie Entlassungen und Veräußerungen greifen müssen.

Japans Firmen werden oft mit sehr hierarchischem Management assoziiert. Die Pandemie aber bietet Anlass, aus der Not heraus mutige Schritte zu unternehmen. In der ersten Hälfte des Jahres 2020 stiegen die Veräußerungen von Unternehmensteilen im Jahresvergleich um 64% auf ein 10-Jahres-Hoch von 139 Fällen, und es ist davon auszugehen, dass diese Transaktionen weiter zunehmen werden.

Skaleneffekte zur Bewältigung von Umsatzeinbußen werden inmitten dieser Umbrüche sehr wichtig sein. Die jüngste Übernahme des Restaurantkettenbetreibers Ootoya Holdings durch den Wettbewerber Colowide zielte teilweise darauf ab, die erforderliche Größenordnung zu erreichen. Wir gehen davon aus, dass solche Kapitalmaßnahmen für viele Aktiengesellschaften als Katalysator dienen werden. Im Hintergrund nimmt der Druck der Aktionäre auf die Unternehmen zu, nach der von der Regierung eingeleiteten Reform der Grundsätze für die Unternehmensführung aktiv Veränderungen vorzunehmen. Unter Führung des neuen Premierministers Yoshihide Suga dürften diese Reformen Bestand haben.

Solide Bilanzen

Japanische Unternehmen verfügen über solide Bilanzen und im Vergleich zu ihren globalen Konkurrenten über höhere Bargeldbestände. Anders als ihre häufig stark fremdfinanzierten US-Konkurrenten ist die Mehrheit der japanischen Unternehmen praktisch schuldenfrei. Damit sind sie reichlich abgesichert und können in vielen Fällen auf die Neuausgabe von Aktien verzichten.

Das bedeutet auch, dass im Vergleich zur internationalen Konkurrenz weniger japanische Unternehmen ihre Dividenden kürzen. Es wird erwartet, dass die Dividendenausschüttungen in Japan im laufenden Geschäftsjahr im hohen einstelligen Prozentbereich zurückgehen werden, viel weniger als der für den globalen Markt prognostizierte Rückgang von 20%.

Selbst wenn Japan von einer neuen COVID-19-Welle erfasst wird, werden seine kapitalkräftigen Unternehmen widerstandsfähiger und ihre Dividenden weniger betroffen sein. Wenn die Pandemie schließlich abebbt, haben sie das Potenzial, dieses erhebliche Potenzial freizusetzen.

Fazit

Aufgrund der Pandemie konnten Veränderungen, deren Umsetzung sonst ein Jahrzehnt gedauert hätte, in einer viel kürzeren Zeitspanne geschehen. Japanische Unternehmen waren gezwungen, sich voll und ganz der Technologie zu öffnen und ihre Geschäftsmodelle auf Herz und Nieren zu überprüfen. Parallel zur Reform der Unternehmensführung gewinnt die Umstrukturierung der Unternehmen an Dynamik. Und selbst wenn Japan von einer neuen Infektionswelle erfasst wird, sind Japans Unternehmen aufgrund ihrer soliden Bilanzen widerstandsfähig in Zeiten des Abschwungs.


Über Nikko Asset Management

Mit einem verwalteten Vermögen von 235,9 Milliarden US-Dollar* ist Nikko Asset Management (Nikko AM) einer der größten Vermögensverwalter in Asien. Das Unternehmen bietet hochwertiges aktives Fondsmanagement für eine Vielzahl von Aktien-, Renten-, Multi-Asset- und alternativen Strategien. Im passiven Segment deckt Nikko AM mehr als 20 Indizes ab und umfasst einige der größten börsennotierten Fonds (ETFs) in Asien.
Nikko AM ist seit 1959 in Japan ansässig und beschäftigt in 11 Ländern rund 200** Finanzfachleute mit rund 30 Nationalitäten. Weltweit vertreiben mehr als 400 Banken, Broker, Vermögensberater und Lebensversicherer die Produkte von Nikko AM.
Die Investmentstrategie des Hauses verbindet seine asiatische DNA konsequent mit einer globalen Perspektive für eine langfristige und nachhaltige Performance. Nikko AM ist zudem stolz auf seinen fortschrittlichen lösungsorientierten Ansatz, der zu der Auflage zahlreicher innovativer Fonds für seine Kunden geführt hat.
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* Assets under Management zusammengefasst einschließlich aller verbundenen Unternehmen von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften zum 30. Juni 2020.
** Stand 30. Juni 2020 einschließlich aller Mitarbeiter von Nikko Asset Management und seiner