Global economic upswing is fertile ground for metals

The global economic environment, in the face of a US tightening cycle, is continuing to improve in both the developed and emerging world, while the earnings season is highlighting that corporates continue to beat expectations and grow earnings. Consequently corporate confidence and economic growth continue to grow which is helping turn around the pessimism that has plagued commodities since February.

Two key issues stand in the way of significant further upside in commodities: how aggressive will the US Federal Reserve be? and to what extent will geopolitical issues upset recent improvements in global growth? These issues have led to gyrations in gold, conflicted by the threat of rising interest rates while seen as a safe haven when geopolitical issues escalate. We expect the FED to remain cautious in policy setting, particularly when inflation looks to have cooled off in the shorter- term. We continue to see growing demand for commodities at a time when there is a continued lack of investment, particularly in the mining industry, we therefore see industrial metals as the most attractive commodities subsector.

  • Polarised agricultural sector: softs rebound, while grains slump. Concerns over a crop destruction are lifting coffee prices, while cocoa prices appear to be forming a base, rebounding from extremely depressed levels. In contrast, rising global grain inventories, resulting from rising production are driving the prices lower.
  • Price momentum to continue with a potential catch-up for tin. While industrial metals rose 7% on average, lead, zinc and tin were the sector laggards. We see a potential for tin prices to catch up as the International Tin Research Institute forecasts a market deficit for the next five years combined with an increase in Chinese imports due to the tax relief provided to the Yunnan Tin Company, the largest tin-producing company in the country.
  • Oil continues to trade in arange. After touching US$53/bbl, oil is once again declining as OPEC appears unable to get its act together. Despite all the tough talk, even its largest member – Saudi Arabia – is no longer complying with the production cap. US$40/bbl is likely to remain a floor as US production will be scaled down if prices fall below this level.
  • The escalation of tension between the US and North Korea boosted safehaven assets. All precious metals posted strong positive returns for the month.

Please find the full Commodity Monthly Monitor from ETF Securities attached on the left.

Kurzfristige EUR-Unternehmensanleihen: kurze Duration als Reaktion auf negative Zinsen

Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik und die solide Verfassung der Unternehmen sprechen für kurzfristige EUR-Unternehmensanleihen als Alternative zu Cash, so Justine Vroman, Investment Managerin im Fixed Income Team von Pictet Asset Management.

Europäische Fixed-Income-Anleger sehen sich mit einem schwierigen Anlageklima konfrontiert. Wie können Anleger Ihrer Meinung nach in diesem Umfeld von kurzfristigen auf EUR lautenden Investment-Grade-Unternehmensanleihen in ihren Portfolios profitieren?

JV: Anleger, die sich bei europäischen Anleihen engagieren, scheinen sich in einer Zwickmühle zu befinden. Einerseits sprechen negative Einlagenzinsen gegen Cash-Positionen, und die Anleger sind gezwungen, intensiver nach Renditechancen zu suchen. Andererseits erscheinen aber auch langfristige Anleihen nicht besonders attraktiv, da die robuste Erholung der europäischen Wirtschaft eine Normalisierung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank forciert, was höhere Langfristzinsen zur Folge haben könnte.

Bevor sich das Negativzinsumfeld herausbildete, konnten Anleger sicher sein, dass Cash-Anlagen zumindest eine positive Rendite einbringen würden. Heute fallen hingegen die Opportunitätskosten von Cash-Anlagen negativ aus, da die Gebühren der Depotbanken einen Teil des Kapitals aufzehren, und 3,2 Billionen EUR sind in negativ rentierenden Wertpapieren angelegt.1

Talfahrt in negatives Terrain
EUR-Tagesgeldzins (EONIA), %

Quelle: Pictet Asset Management, Bloomberg, per 31.07.2017

Diese Renditesuche kommt dem Markt für EUR-Investment-Grade-Unternehmensanleihen zugute, in den seit März 2016 16 Mrd. EUR geflossen sind. Aber das ist noch nicht alles.

Interessanterweise haben sich die Kapitalströme in die Anlageklasse nach den US-Präsidentschaftswahlen beschleunigt, während gleichzeitig verstärkt mit höheren Langfristzinsen gerechnet wurde. Dies bestätigt meine Einschätzung, dass die Flucht aus der Duration als weiterer Treiber für kurzfristige Unternehmensanleihen fungiert.

Kurzfristige Investment-Grade-Unternehmensanleihen sind eine höher rentierende Alternative für flexible Anleger, die aus Cash-Instrumenten umschichten können. Die Rendite der Strategie Pictet-EUR Short Term Corporate Bonds liegt bei 0,25 Prozent bei einer Duration von 1,85 Jahren, während die Cash-Rendite -0,35 Prozent beträgt.2

Stabile langfristige Rendite
EUR-Investment-Grade 1-3J, Gesamtrendite

Quelle: Pictet Asset Management, Bloomberg, BofA Merrill Lynch Benchmark, per 31.7.2017

Unternehmensanleihen sind zwar volatiler und weniger liquide als Cash. Sie eignen sich aber für eine Diversifizierung, da Cash-Einlagen ein konzentriertes Depotbankrisiko aufweisen. Hinzu kommt, dass die Renditekurve üblicherweise am kurzen Ende am steilsten ist, sodass sich dort für jede Durationsverlängerung um ein weiteres Jahr die höchste Wertsteigerung ergibt. 

Auf EUR lautende kurzfristige Investment-Grade-Unternehmensanleihen weisen im Vergleich zu breiteren laufzeitübergreifenden Strategien eine kürzere Duration auf. Somit können Anleger die Risiken im Zusammenhang mit einer restriktiveren Geldpolitik mindern, indem sie die Volatilität und die Sensibilität gegenüber Zinserhöhungen reduzieren. Durch Umschichtungen aus laufzeitübergreifenden Strategien in kurzfristige Anleihen können Anleger derzeit die Duration um 3,4 Jahre verkürzen, wobei sie lediglich auf einen Spread von 21 Basispunkten verzichten.3

 Kurzfristige Unternehmensanleihen sind ein attraktiver Kompromiss für Anleger, die einerseits auf der Suche nach höheren Renditen sind, andererseits aber lange Durationen meiden müssen. 

Wie wird sich die Geldpolitik der EZB Ihrer Meinung nach auf den Markt für kurzfristige Investment-Grade-Unternehmensanleihen auswirken? Und wie schätzen Sie die Verfassung der Unternehmen im für Sie in Frage kommenden Anlageuniversum ein?

JV: Die EZB wird unseres Erachtens bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik einen graduellen Ansatz verfolgen und zunächst den Umfang der Anleihenkäufe verringern, bevor sie die Einlagenzinsen anhebt. Daher rechnen wir vorerst weiter mit negativen Kurzfristzinsen, was für einen anhaltend günstigen Carry spricht. Unser aktiver Ansatz, mit dem wir den richtigen Punkt am kurzen Kurvenende ermitteln, ermöglicht uns dabei eine Wertsteigerung.

Die Kreditspreads werden sich möglicherweise infolge der Drosselung der Wertpapierkäufe durch die EZB etwas weiten. Wir erwarten aber keine drastische Neubewertung, und das kurze Ende dürfte diesbezüglich abgeschirmt sein.

Anleger, die bei kurzfristigen Investment-Grade-Unternehmensanleihen engagiert sind, werden von einer Verbesserung der fundamentalen Verfassung der Unternehmen profitieren. Europäische Investment-Grade-Unternehmen haben infolge der Finanzkrise ihre Schulden reduziert und führen reichlich liquide Mittel in ihren Bilanzen. Höheres Wachstum und niedrigere Finanzierungskosten unterstützen die Bonitätskennzahlen. Unsere Gespräche mit den Unternehmensleitungen vermitteln zudem den Eindruck, dass die freien Mittel weiterhin nur vorsichtig und weniger aggressiv als in früheren Zyklen für Fusionen oder Übernahmen eingesetzt werden.

„Wir rechnen vorerst weiter mit negativen Kurzfristzinsen, was für einen anhaltend günstigen Carry spricht.“

Welchen Ansatz verfolgen Sie im Hinblick auf den Markt für kurzfristige Investment-Grade-Unternehmensanleihen?

JV: Die Strategie Pictet-EUR Short Term Corporate Bonds verfolgt das Ziel eines stabilen Risikoprofils bei gleichzeitiger Verlustbegrenzung. Die Anleger profitieren von unserem konservativen Ansatz, der eine disziplinierte Durationsverwaltung beinhaltet. Wir engagieren uns ausschließlich bei hochliquiden Investment-Grade-Anleihen, wobei der Schwerpunkt auf Laufzeiten zwischen einem und vier Jahren liegt. Papiere mit Laufzeiten zwischen vier und sechs Jahren machen höchstens 10 Prozent des Portfolios aus, und anders als einige Vergleichsprodukte legt der Fonds nicht in länger als sechs Jahre laufende Papiere an. Wir können bis zu 15 Prozent des Fondsvermögens in Anleihen mit Rating BB anlegen und so die Diversifizierung und die Rendite steigern.

Seit der Auflegung des Fonds im November 2013 mussten verschiedene Event-Risiken gemeistert werden – darunter die griechische Schuldenkrise Mitte 2014, die Angst vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft gefolgt von einem starken Verfall der Rohstoffpreise 2015 und Anfang 2016 sowie dem Brexit-Votum. Dank unseres disziplinierten Ansatzes konnte der Fonds allerdings stabile jährliche Erträge von 1,9 Prozent bei einer Volatilität von 0,6 Prozent erzielen.4

Wie ist Ihr Fonds für die kommenden Monate positioniert?

JV: Der Markt für europäische Unternehmensanleihen verzeichnete in den letzten Monaten eine starke Rally, in deren Verlauf sich die Spreads von 124 Basispunkten im Dezember auf 94 Basispunkte verengt haben.5

Da die Bewertungen inzwischen weniger Spielraum nach oben lassen, verfolgen wir einen moderateren Ansatz. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf Carry-Positionen, nehmen Gewinne bei Sektoren und Emittenten mit, die unseres Erachtens nur noch eingeschränktes Potenzial für eine Spread-Verengung bieten, und limitieren das Durationsrisiko angesichts der jüngsten Zinsschwankungen.

Wir reduzieren unsere Positionen außerhalb der Benchmark, indem wir den Anteil vier- bis sechsjähriger Anleihen auf unter 3 Prozent begrenzen und den Anteil von Anleihen mit Rating BB bei etwa 6,5 Prozent und damit unter der Hälfte unseres Limits halten.

Bei der Allokation richten wir den Fokus auf einige Themen, bei denen die langfristige Aussicht auf höhere Zinsen zu den wichtigsten Treibern gehört:

  • Finanzen: Der Sektor gehört zu unseren Favoriten, da die erwartete Kurvenversteilerung günstig für Versicherer und Banken ist. Darüber hinaus ist der Entschuldungsprozess bei italienischen und spanischen Banken ebenfalls ermutigend. Dieser Einschätzung tragen wir Rechnung mit Engagements bei nachrangigen Anleihen europäischer Kernbanken und diversifizierter Versicherer.
  • Sektoren mit Konsumbezug: Höhere Zinsen könnten eine Belastung darstellen. Wir sind auch in Bezug auf Einzelhandelsunternehmen vorsichtig, da der Sektor auf globaler Ebene umwälzenden Kräften ausgesetzt ist, wobei bestimmte Geschäftsmodelle durch das sich ändernde Konsumverhalten mit Risiken konfrontiert sind.
  • Automobile: Im Automobilsektor gehen wir äußerst selektiv vor, insbesondere bei Emittenten mit Bezug zum US-Markt, der sich in einer späten Zyklusphase zu befinden scheint. Wir halten vorrangige Anleihen von Automobil- und Autoteileherstellern sowie von „aufsteigenden Sternen“, d.h. Emittenten, die in den kommenden Monaten Investment-Grade-Status erreichen könnten, und einige hybride Anleihen.

Quelle
1) Quelle: Bloomberg, BofA Merrill Lynch Benchmark, Pictet Asset Management, per 31.7.2017
2) Basierend auf den EONIA-Zinsen. Quelle: Bloomberg, per 31.7.2017
3) Quelle: Bloomberg, BofA Merrill Lynch, per 31.7.2017
4) Annualisierte Renditevor Gebühren, seit Auflegung, annualisierte Volatilität ohne Ausschläge, per 31.7.2017. Quelle: Pictet Asset Management
5) Quelle: Pictet Asset Management, BofA Merrill Lynch Benchmark, per 31.7.2017

Über die Interviewpartnerin
Justine Vroman kam 2010 zu Pictet Asset Management. Sie ist Investment Managerin im Fixed Income Team mit Spezialisierung auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Davor war sie ein Jahr lang als Praktikantin mit Studienabschluss im Fixed Income Team tätig.
Bevor sie zu Pictet kam, absolvierte sie drei 6-monatige Praktika als Analystin, zuerst bei Natixis, dann bei Calyon Credit Agricole Corporate and Investment Banking und schließlich bei Clarified Partners. Justine Vroman hat einen MSc in Finanzen von der französischen Wirtschaftshochschule EDHEC und der Universität Strathclyde. Zudem hat sie ein Diplom als CIIA (Certified International Investment Analyst).

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Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Kreditverbriefungen als aussichtsreiche Anlageklasse

Eugene Philalithis, Manager des Multi-Asset-Fonds Fidelity Zins & Dividende, über Kreditverbriefungen.

Anleiheinvestoren diskutierten derzeit heftig, für welche Anlageklasse die Aussichten auf kurze bis mittlere Sicht besser sind: Kreditverbriefungen oder Hochzinsanleihen, sogenannte High Yields.

Kreditverbriefungen sind erstrangig besichert und haben damit die höhere Sicherheit bei Ausfällen in der Kapitalstruktur des Emittenten. Zudem ist ihre Insolvenzquote, das heißt der prozentualen Betrag, den der Investor bei einem möglichen Ausfall des Emittenten vom Nominalbetrag zurückbekommt, im Vergleich zu High Yields deutlich höher.

Beim Vergleich beider Investmentinstrumente sollte man überprüfen, welchen Zweck sie im Portfolio verfolgten, welche Risikoneigung man habe und wie sich das aktuelle Marktumfeld darstelle. Bei allen drei Punkten gibt Eugene Philalithis, Fondsmanager des 6,3 Milliarden Euro schweren Fidelity Zins & Dividende[1], Kreditverbriefungen derzeit den Vorzug vor Hochzinsanleihen.

Steigende Zinsen erwartet

„Wir stehen am Beginn einer Phase mit steigenden Zinsen. Zudem ist unser vorrangiges Ziel, regelmäßige Erträge zu generieren und hohe Kapitalschwankungen zu vermeiden“, so der Fondsmanager.

Einer der wesentlichen Vorteile dieser Vehikel bestehe darin, dass sie eine flexible Verzinsung bieten. Zinserhöhungen beeinträchtigen ihre Erträge daher nicht unmittelbar. Allmählich steigende Zinsen würden für High-Yield-Anleihen sprechen. Denn die bei Kreditverbriefungen parallel zu den Zinsen langsam steigende flexible Verzinsung gleiche ihren Renditeabschlag zu High-Yield-Anleihen nicht aus. Allerdings spreche das Gebaren der Zentralbanken, lieber heute als morgen die geldpolitischen Zügel zu straffen, eher für einen schnellen als einen allmählichen Zinsanstieg.  

„Unsere derzeitige Präferenz für Kreditverbriefungen hat vor allem mit ihren im Vergleich geringeren Risiken zu tun. Von höheren Renditen – wie bei High Yields häufig der Fall – geht zweifellos ein Risiko für Ertragsanleger aus. Indem wir Kreditverbriefungen den Vorzug vor Hochzinsanleihen aus Europa oder USA geben, können wir einen Teil dieses Risikos im Gesamtportfolio abfedern“, sagt Philalithis.

High-Yield-Anleihen bringen es in diesem Jahr problemlos auf höhere Kapitalerträge. Aber der inzwischen geschrumpfte Renditeaufschlag mindert ihr Aufwärtspotenzial. Sowohl in den USA wie auch in Europa notieren die Hochzinsmärkte mittlerweile über dem durchschnittlichen Emissionspreis ihrer Anleihen.

Über Eugene Philalithis
Eugene Philalithis managt bei Fidelity International Multi-Asset-Portfolios. Vor seinem Wechsel zu Fidelity im Jahr 2007 war er bei Russell Investments für Multi-Manager-Rentenmandate mit einem verwalteten Vermögen von rund 10 Milliarden US-Dollar zuständig. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Fondsmanagement. Am Imperial College in London hat er sein MBA-Studium sowie seinen Bachelor of Engineering absolviert und ist CAIA Chartholder.

How will central bank tightening affect emerging market bonds?

Rajeev de Mello, Head of Asian Fixed Income at Schroders, explains that emerging markets are prepared for tighter monetary policy and highlights the Asian countries offering the most attractive yields. The original article at Schroders.com includes two videos with Rajeev de Mello.

Emerging markets are prepared for central bank tightening

Investors are worried; they’re hearing noises from the US Federal Reserve and the European Central Bank about reducing balance sheets and hiking rates. They are wondering whether that will have an impact on emerging markets and on Asian bonds.

In the past, they’ve been right to worry. Generally, when central banks start tightening, it does affect emerging markets.

However, this time round, we’ve already had that event happen back in 2013, so the markets have got over it already.

The central banks in the West and the Bank of Japan have been careful to talk about a very gradual normalisation of the exit from very low interest rates and a very gradual reduction of their balance sheets.

So, there are no surprises, there’s plenty of communication and we think emerging market investors are well set up. Those that are invested should remain confident that we will not see a big drop off in values - at most, a small correction.

Which Asian countries offer the best yields?

In this very low global environment for volatility, we have to look for yields. Within Asia, we identify countries which have higher yields and very stable macroeconomic fundamentals.

Indonesia is one of the countries which we favour: 7% yields for 10-year bonds; a very stable currency; low deficits including a low trade deficit. These are generally all positives for bond investors.

India is another country we like: 6.5% yields around the 10-year part of the curve; also, low central government deficit; a lot of foreign inflows; stable currency.

China’s bonds also offer potential for investors: 3.5% yields but also the opportunity to have an offset in case there is some risk coming from China. Government bonds are usually the safe haven that investors flock to.


This article has first been published on schroders.com.

Deutsche Autohersteller aus Nachhaltigkeitsuniversum ausgeschlossen

von Walter Hatak, Research Analyst bei der Erste AM.

Gab es geheime Absprachen zwischen VW, Audi, Porsche sowie Daimler und BMW? Wurde versucht den Wettbewerb gezielt außer Kraft zu setzen? Medienrecherchen legen einen Verstoß gegen das Kartellrecht nahe und zeigen einen Zusammenhang zwischen der Dieselabgasaffäre und den in gemeinsamen Arbeitsgruppen gefällten Vereinbarungen.

„Ein schnelles Update (natürlich kostenlos als besonderer Service für den geschätzten Kunden) und damit ist das leidige Abgas-Thema aber bitte wirklich beendet.“ So könnte man das Ergebnis des Diesel-Gipfels in Berlin zusammenfassen, bei dem die Firmenchefs der größten Autobauer vertreten waren, nicht jedoch die Regierungschefin selbst. Die Abwesenheit von Frau Merkel mag daran liegen, dass der Abgasskandal keine Wählerstimmen bringt, egal welche Position eingenommen wird. Zudem kennt man sich ohnehin (Die Cheflobbyisten von BMW, Daimler und VW hatten zuvor in führenden Positionen in der Politik für CDU, CSU oder SPD gearbeitet1).

Absprachen zur Diesel-Abgasreinigung

Auslöser für den Dieselgipfel war der vom Spiegel-Magazin aufgedeckte Kartellverdacht in der deutschen Autoindustrie2. Demnach gab es seit den Neunzigerjahren geheime Absprachen zwischen Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Dabei wurde auch die Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen thematisiert, mit dem Ziel, eine einheitliche Größe der „AdBlue“-Tanks festzulegen – am freien Wettbewerb war man nicht interessiert. („AdBlue“ ist eine vom deutschen Verband der Automobilindustrie geschützte Bezeichnung für ein Harnstoffgemisch, das bei Dieselmotoren in den Abgasstrom eingespritzt wird, um Stickoxide und Ammoniak zu Wasserdampf und Stickstoff umzuwandeln.)  Einerseits wollte man dem Kunden nicht zumuten, bei jedem dritten bis vierten Tankstopp das Harnstoffgemisch selbst auffüllen zu müssen, wodurch der Dieselantrieb vermutlich einiges an Charme verloren hätte. Andererseits sind größere Tanks mit höheren Kosten verbunden und nehmen wichtigem sonstigen Interieur den Platz weg. Somit blieb nur die Option die Einspritzung von „AdBlue“ zu drosseln. Dies führte allerdings zu der folgenden Fragenkette:  Wie können mit einer verringerten Einspritzung die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden? Müssen die Grenzwerte überhaupt jederzeit eingehalten werden? Wäre es nicht eine mögliche Option durch eine spezielle Software die Einspritzung zu steuern, sodass die Grenzwerte nur am Prüfstand eingehalten werden?

Platzen der Harn(-stoff)blase

Damit war der Startschuss für den Einsatz von (Schummel-)Software zur „Optimierung“ der Harnstoffeinspritzung gefallen. Die Blase ist allerdings seit September 2015 mit dem Bekennerschreiben von Volkswagen geplatzt. Der Einsatz dieser Software stellt nicht nur einen Gesetzesverstoß dar, es wurde durch den verstärkten Ausstoß von giftigen Stickoxiden auch wissentlich die Luft verschmutzt und damit die Gesundheit vieler Menschen aufs Spiel gesetzt4. Als Vorreiter und Marktführer trägt die deutsche Automobilindustrie eine besondere Verantwortung. Doch statt freiem Wettbewerb um die Entwicklung des saubersten und effizientesten Autos, hat es den Anschein, dass im Hinterzimmer (unter Duldung der Politik) genau dieser versucht wurde zu unterbinden. Das kostenlose Update der eingesetzten Software verbessert womöglich die Effizienz der Einspritzung, ohne zusätzliche technische Maßnahmen oder einer Erhöhung des „AdBlue“-Nachfüllintervalls ist es allerdings äußerst fraglich, ob diese Lösung ausreichen wird4.

Auswirkung auf das investierbare Nachhaltigkeits-Universum

Sicher ist jedenfalls, dass unser Update der investierbaren Unternehmen nicht ohne Folgen bleibt. Aufgrund der Dieselabgasaffäre waren die vom Kartellverdacht betroffenen Unternehmen Volkswagen, Audi und Porsche für die nachhaltige ERSTE RESPONSIBLE Fondsfamilie ohnehin nicht investierbar (ebenso wie der Zulieferer Robert Bosch GmbH).

Die nun bekannt gewordenen Absprachen, die als Ausgangspunkt des Dieselskandals gesehen werden, in Verbindung mit offensichtlich fehlendem politischen Lösungswillen sowie einer laschen Aufsicht seitens des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA)5 führen zu einem Update bei BMW und Daimler. Diesel Titel sind ab sofort und bis auf weiteres ebenfalls aus dem investierbaren Nachhaltigkeits-Universum ausgeschlossen. 


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Quellen:
1) http://www.politico.eu/article/das-auto-kartell-more-questions-than-answers/
2) http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/volkswagen-audi-porsche-bmw-und-daimler-unter-kartellverdacht-a-1159052.html
3) 57 Prozent (%) der städtischen verkehrsnahen Luftmessstationen registrierten im Jahr 2015 Überschreitungen der Jahresgrenzwerte. (http://www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/stickstoffdioxid-belastung#textpart-2)
4) http://www.sueddeutsche.de/auto/diesel-gipfel-in-berlin-warum-software-updates-das-diesel-problem-nicht-loesen-1.3613983-2
5) WirtschaftsWoche, 04/08/2017, Ausgabe 32: „Die Verwalter der Lüge“, S. 26 ff

Anleger kaufen Gold, da „Feuer und Zorn“ auf die Märkte regnen

Wegen geopolitischer Spannungen verbuchte Gold zum dritten Mal in Folge Zuflüsse. Die Zuflüsse in Long-USD-ETPs erreichten mit 27,4 Mio. USD den höchsten Stand seit 18 Monaten. Aus Rohöl-ETPs flossen zum vierten Mal in Folge Gelder ab, da das neue Marktgleichgewicht in Frage gestellt wird. Die Gruppe der Platinmetalle verzeichnete Abflüsse, da sich Palladium von der fundamentalen Situation abgekoppelt hat, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Im Zuge der geopolitischen Spannungen verbuchte Gold (A0LP78) als sicherer Hafen in der dritten Woche in Folge Zuflüsse. Die jüngsten Feuer-und-Zorn-Drohungen Trumps im schwelenden Konflikt mit der Atommacht Nordkorea hauchten Gold neues Leben ein. Anleger kauften zur Absicherung ihrer Portfolios Gold, sodass dessen Preis um über 2 Prozent stieg. „Angesichts des Anstiegs des VIX, der Eskalation des geopolitischen Risikos und des damit verbundenen Rückgangs der globalen Aktienmärkte ist die Rotation in defensivere Anlagen durchaus gerechtfertigt“, kommentiert Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Die Zuflüsse in Long-USD-ETPs erreichten mit 27,4 Mio. USD den höchsten Stand seit achtzehn Monaten. Die Anleger scheinen sagen zu wollen, dass die Gründe für eine straffere Geldpolitik in den USA stichhaltiger sind als in anderen Industrieländern. In Großbritannien etwa grassiert die Brexit-Angst, während in Japan und der Eurozone der Inflationsdruck fast nicht spürbar ist. Zugleich ist die Positionierung bei USD-Kontrakten so niedrig wie vor drei Jahren im Mai 2014. „Die Zuflüsse in die USD-ETPs verteilten sich im Großen und Ganzen gleichmäßig auf Pfund Sterling, Yen und Renminbi“, ergänzt Hein.

Aus Rohöl-ETPs (A1N49P) flossen zum vierten Mal hintereinander Gelder ab, da die Förderkürzungen der OPEC in Frage gestellt werden. So kam es bei Long-Rohöl-ETPs mit 64,6 Mio. USD in der vierten Woche in Folge zu Abflüssen, nachdem sich die Rohölpreise in der letzten Woche um fast 7 Prozent erholt hatten. Rohöl hat sicherlich seinen Glanz verloren – trotz des erheblichen Rückgangs der Lagerbestände in den USA und der wiederholten Beteuerungen der Internationalen Energiebehörde, dass sich die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte erholen und der globale Rohölmarkt ins Gleichgewicht kommen werde. Da sich aber das saisonbedingte Nachfrageplateau dem Ende zuneigt und das OPEC-Treffen in Abu Dhabi ohne Ergeb­nis bleiben wird, da es Prognosen zufolge nur eine Gelegenheit ist, die wenig vertrags­treuen Mitglieder zu rügen, meinen die Anleger ein kurzfristiges Ölpreishoch zu sehen. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass Rohöl die Spanne von 40-55 USD/Barrel nicht verlassen wird“, so Hein.

Die Gruppe der Platinmetalle (A0N62D) lief gegen den Edelmetalltrend und verzeichnete Abflüsse von insgesamt 12,4 Mio. USD. Die „alternativen“ Edelmetalle werden in der Industrie benötigt und deshalb kaum als sichere Anlagen wahrgenommen. Nach starken Gewinnen, vor allem bei Palladium (A0N62E), nahmen die Anleger erste Gewinne mit. „Nach dem fünfwöchigen 33-prozentigen Anstieg kam es hier zu Abflüssen, da sich Palladium von der fundamentalen Lage abgekoppelt haben dürfte. Auf dem Terminmarkt befindet sich die Positionierung allerdings weiterhin nahe der Mehrjahreshochs“, schließt Hein.

20 Jahre Asienkrise – was haben wir daraus gelernt, was ist heute anders?

von Joep Huntjens, Leiter Asian Fixed Income bei NN Investment Partners.

Asiens stärkere Fundamentaldaten haben der Region geholfen, nach 1997 anderen Turbulenzen zu trotzen. Während der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 litt Asien wie der Rest der Welt unter dem rückläufigen Welthandel, aber dank der zuverlässigen Geldpolitik und der Haushaltsüberschüsse blieb die Region großenteils von den Börsenturbulenzen und der Kreditklemme verschont, die Europa und die USA heimsuchten. Ein anderes Beispiel ist der Absturz der Rohstoffpreise im Jahr 2015. Er führte zu einer Abwertung des malaysischen Ringgit um 19 Prozent, aber die Zentralbank konnte dank ihrer großen Devisenreserven und Maßnahmen gegen spekulative Aktivitäten die Währung stabilisieren und die Volatilität verringern.

Seit der Krise 1997 hat sich viel verändert – und nichts so sehr wie die Bedeutung der chinesischen Wirtschaft. Damals stand China an der Seitenlinie, da sein geschlossenes Finanzsystem das Land von Asiens Turbulenzen abschirmte. Heute ist China der wichtigste Markt Asiens, hat sich zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt entwickelt und trägt rund 40 Prozent zum weltweiten Wachstum bei. Chinas Fähigkeit, während der globalen Finanzkrise 2008 den Kredithahn aufzudrehen, hat dazu beigetragen, den globalen Abschwung abzufedern.

China ist jedoch nicht nur eine Quelle für Wachstum und Stabilität in der Welt geworden. Es ist auch ein Herd für neue Risiken. Anleger weltweit haben vor allem Bedenken, dass der schnell wachsende Schuldenberg des Landes, der Ende 2016 auf 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angestiegen war, Vorbote einer Finanzkrise sein könnte. Die guten Nachrichten sind, dass der Regierung bewusst ist, dass Schuldenmachen zur Ankurbelung des Wachstums langfristig nicht nachhaltig ist. Nach einem besser als erwarteten Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2017 leiteten die Politiker erneut Bestrebungen für einen Schuldenabbau ein. Die Interbankenzinsen sind gestiegen, was dazu beigetragen hat, das Kreditwachstum zu dämpfen. Zugleich sind die Emissionen von lokalen Anleihen zurückgegangen.

China scheint mit dem Schuldenabbau ernst zu machen. Die Wahrscheinlichkeit von kurzfristigen Unterbrechungen dieser Absicht hat sich nach der Ankündigung verringert, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal um 6,9 Prozent gewachsen ist und damit das jährliche Wachstumsziel von 6,5 Prozent übertroffen hat. Zudem rüstet sich Präsident Xi Jinping für Chinas alle fünf Jahre stattfindenden Wechsel an der Führungsspitze, der im vierten Quartal dieses Jahres ansteht. Er dürfte seine Macht konsolidieren, indem er die Top-Positionen mit Verbündeten besetzt. All das bringt China in eine gute Position, um die Dynamik für schmerzhafte, aber notwendige Strukturreformen aufrechtzuerhalten.

Das aktuelle Umfeld mit stetigem Wirtschaftswachstum und Chinas Neuausrichtung mit den Ansätzen, die Schulden abzubauen, kommt asiatischen Unternehmensanleihen sehr zugute. Die Fundamentaldaten der Unternehmen sind Nutznießer eines stabilen Umfelds. Wir gehen daher davon aus, dass die Ausfallrate dieses Jahr niedrig bleiben wird. Zudem sind asiatische Unternehmensanleihen im Vergleich zu denen aus anderen Schwellenländern weniger anfällig für die wechselnden Strömungen der weltweiten Anlegerstimmung, da rund 80 Prozent der asiatischen Anleihen in den Händen lokaler Investoren sind. Sie lassen sich tendenziell weniger von globalen Marktschwankungen beeinflussen.

Zeit für mehr Dynamik

von Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management.

Nach sechs Monaten mit starken Aktienrenditen und angesichts der Bedenken hinsichtlich einer Zyklusverlängerung und hohen Bewertungen, erscheint es verlockend, die Portfoliorisiken in Vorbereitung eines Abschwungs zu mindern.

Zu früh für einen Risikoabbau zum Zyklusende...

Unserer Einschätzung nach ist es jedoch viel zu früh, Risiken bei renditeorientierten Portfolios zu senken. Auf Basis umfassender Konjunktur- und Marktvariablen sind wir überzeugt, dass diese Daten einer Aufschwungphase entsprechen, die noch weitere zwei Jahre andauern könnte. Ein Umschwung in naher Zukunft ist nicht in Sicht.

Die realisierte Dreimonatsvolatilität von US-Aktien etwa hat im April dieses Jahres einen Zyklus-Tiefpunkt erreicht und stagniert seitdem auf annähernd demselben Niveau. In einem typischen Zyklusverlauf weist die Aktienvolatilität vor einer Wende einen längeren Aufwärtstrend auf. Auch bewegen sich die Credit Spreads auf sehr niedrigen Niveaus, obwohl diese kurz vor einem Umschwung steigen würden. Daher glauben wir, dass es noch zu früh ist, jetzt einen Risikoabbau vorzunehmen.

...aber noch nicht zu früh, um Dynamik aufzubauen

Als mittelfristiges Investment bleiben Aktien unsere bevorzugte Anlageklasse. Doch taktisch orientiertere Anleger sollten nach einer starken Aktienrally auch über Investments in Anleihen und Rohstoffe nachdenken. Diese können in Kombination mit einem dynamischeren Ansatz Vorteile bieten. Wir rechnen mittelfristig mit moderat positiven Aktienrenditen. Grund dafür ist, dass das anhaltende wirtschaftliche Wachstum durch Gegenwind aus hohen, absoluten Bewertungsniveaus und steigenden Anleiherenditen neutralisiert wird. Relativ niedrig erwartete Renditen reduzieren die Opportunitätskosten eines zeitweiligen Aktienabbaus im Portfolio und lassen hoffen, dass ein Abschwung einen erneuten Wiederaufbau zu attraktiveren Preisen ermöglicht.

Vor diesem Hintergrund haben wir unser Aktienengagement in Multi-Asset-Portfolios in den Sommermonaten taktisch angepasst. Die momentan hohe Wachstumsdynamik legt die Messlatte hoch und lässt so das Risiko negativer Datenüberraschungen steigen. Darüber hinaus hat sich auch das Risiko eines rapiden Anstiegs der Anleiherendite erhöht. Die Aktienmärkte haben bereits bessere Wachstums- und Gewinnzahlen eingepreist.

Europa und Japan profitieren von erweiterter Expansion

Die Marktstimmung in punkto Trumponomics ist mittlerweile zu stark in die entgegengesetzte Richtung umgeschlagen, was in einer fast vollständigen Auflösung des Trump-Trades resultiert. Bei derart niedrigen Erwartungen gehen wir von einem reformbedingten Aufwärtspotenzial für US-Aktien aus, denn jeder neue Reformschritt könnte eine positive Überraschung bereithalten. Attraktive Chancen sehen wir bei spezifischen Sektoren wie Finanzwerten, die von einer klareren und effektiveren Umsetzung bestehender Regulatorien profitieren können.

Gleichzeitig sehen wir die starken Fundamentaldaten für Schwellenländeraktien weiterhin positiv. Der Wachstumsvorsprung der Schwellenländer gegenüber den Industriestaaten nimmt weiter zu und der Inflationsdruck geht auf ein moderates Niveau zurück, was den Gewinnanstieg stützt. Wir setzen in den Schwellenländern auf Konsumwerte, da sich die makroökonomischen Bedingungen verbessert haben, vor allem in Asien. Nach Jahren einer schlechteren Wertentwicklung gegenüber den Industrieländern werden Titel aus den Schwellenländern zu attraktiven Abschlägen gehandelt.

In Europa sehen wir endlich den lang erwarteten Gewinnanstieg, der auf zyklische Werte zurückzuführen ist. Die Gewinne für das erste Quartal 2017 waren die besten seit drei Jahren und die Konsensschätzungen wurden seit Jahresbeginn erstmals wieder nach oben gestuft. Sinkende politische Risiken in Europa sollten die Geschäftstätigkeit in der Region fördern und Investitionen, Übernahmen und das Gewinnwachstum stützen. Gleichwohl steigen die Bewertungen und Investoren bringen sich zunehmend in Position. Dies deutet darauf hin, dass sich Anleger vermehrt der positiven Entwicklung in Europa bewusstwerden. Dennoch spricht weiterhin Vieles für einen gewinngetriebenen Aufschwung.

Für Japan sind wir aufgrund der weiter fortschreitenden Wirtschafts- und Unternehmensreformen positiv gestimmt. Japanische Unternehmen hinken Unternehmen anderer Industrieländern hinsichtlich der Kapitalrenditen zwar noch hinterher, holen jedoch auf. Die Bewertungen bleiben attraktiv, obwohl sie gestiegen sind. Dies liegt daran, dass japanische Aktien günstiger sind als ihre Pendants aus vielen anderen Industrieländern.

Fazit

Aktien bleiben unsere bevorzugte Anlageklasse. Nach dem Anstieg in diesem Jahr erwarten wir moderat positive Renditen bedingt durch das fortlaufende Wachstum und Gewinne. Wir sehen erhebliches Potenzial in Europa, wo die Gewinne weiterhin 40 Prozent unter ihrem Höchststand von vor der Finanzkrise liegen. Ebenso positiv sind wir für die Schwellenländer gestimmt. Nach Jahren der schlechteren Entwicklung gegenüber den Industrieländern dreht sich der Gewinnzyklus. Unserer Meinung nach haben Aktien jedoch einen Punkt erreicht, an dem ein dynamischerer Ansatz grundsätzlich für eine Wertsteigerung sorgen wird.

Über Goldman Sachs Asset Management
Goldman Sachs Asset Management (GSAM) ist einer der global führenden Vermögensverwalter. GSAM beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter an 31 Standorten weltweit. Das Unternehmen stellt institutionellen und privaten Anlegern Anlage- und Beratungslösungen zur Verfügung, die das gesamte Spektrum an Anlageklassen, Branchen und Regionen umfassen. Unsere Anlagelösungen beinhalten Anleihen, Geldmärkte, börsengehandelte Aktien, Rohstoffe, Hedge-Fonds, Private Equity und Immobilien. Diese Lösungen stehen unseren Kunden im Rahmen unserer unternehmenseigenen Strategien, strategischen Partnerschaften und unseren offenen Architekturprogrammen zur Verfügung. In unseren Anlageteams setzen mehr als 700 Anlagespezialisten ihre Marktkenntnis, ihr Fachwissen im Bereich Risikomanagement und die technologischen Möglichkeiten von Goldman Sachs im Sinne unserer Kunden ein. Wir unterstützen sie dabei, sich in den dynamischen Märkten von heute zu behaupten und ermitteln Anlagechancen für ihre Portfolios, unter Berücksichtigung ihrer langfristigen Anlageziele. Wir stellen unsere globale Kompetenz den weltweit führenden Pensionsfonds, Staatsfonds, Zentralbanken, Versicherungsgesellschaften, Finanzinstituten, Stiftungen, Privatpersonen und Family Offices bereit. Im Auftrag dieser Kunden erbringen wir Anlage- oder Beratungsdienstleistungen. Per 31. Dezember 2016 belief sich das von GSAM verwaltete Vermögen auf 1,178 Billionen US-Dollar.

Market underpricing UK rate hike risk

Upside potential for the GBP despite the mixed message from the Bank of England (BOE) are keeping volatility elevated. The market is underpricing the chance of rate hikes, shows Martin Arnold, FX & Macro Strategist at ETF Securities. Rising real interest rates will continue to be supportive of the Sterling (GBP) in coming months. Positioning for GBP against the USD has rebounded to historical averages, but remains depressed against the Euro, which is an overcrowded trade.

One year on from the last rate cut, the Bank of England (BOE) has kept rates on hold, with the MPC voting 6-2 in favour of the decision (roughly the same as last month). Although policy remains unchanged, GBP should remain supported by what is expected to be a tighter policy path in 2017/2018. Indeed, Governor Carney has indicated that policy may need to be tightened at a faster rate than the market is currently pricing.

Currency volatility has made a persistent move upward in recent weeks, largely to the detriment of the Pound. A relatively more hawkish policy stance by the UK central bank will support the Pound as Brexit negotiation outcomes remain obscure. As we believe inflation will remain stubbornly high, real interest rate differentials will become an increasingly important indicator for FX markets. Rising real interest rate differentials in the US continue will remain a supportive influence for GBP.

Cautious Bank of England

While a decidedly cautious tone was struck by Governor Carney at the BOE press conference last week, tighter policy is coming: if UK economic growth continues at the rate the BOE has forecast, the market is underpricing the amount of policy tightening that is necessary. The market is only pricing in a 50% chance of a rate hike by end March 2018.

The UK economy remains somewhat mixed after the EU Referendum, with the unemployment rate at pre-crisis levels and evidence that both the manufacturing and services sector are growing in a robust manner. However, negative real wage growth and plummeting consumer confidence remain a constraint for the household sector.

The reason for the additional BOE stimulus (a rate cut and additional asset purchases) a year ago was appropriately forward looking, as Governor Carney quoted; ‘the weaker medium-term outlook for activity...[will lead to] an eventual rise in unemployment’. The UK central bank seems to have become less proactive since then, highlighting that the UK is currently ‘in the teeth’ of the squeeze for households and both consumption growth and business investment will improve further in coming months.

Inflation pressure mounts

Meanwhile, inflation remains elevated in the UK and well above the BOE’s target. The longer this continues, the greater the chance of expectations becoming unanchored, especially if energy price gains are sustained. While inflation hasn’t surprised to the upside in recent months, market implied inflationary expectations remain elevated (well above a year ago), and above other major economies. Inflation is expected to remain above the BOE target for the entire BOE forecast horizon, a period of three years. The BOE’s credibility is on the line, because it appears to be becoming less proactive with policy and reacting to events that have, and may not, occur i.e. a hard Brexit.

Current BOE policy remains extremely accommodative. There may be uncertainties around the Brexit negotiations, but we believe emergency interest rate settings do not seem appropriate. Indeed, Governor Carney notes that there are limits to what monetary policy can do relating to the Brexit situation. We expect that negotiations surrounding Brexit will remain in flux and given there is unlikely to be significant progress made, the worst-case scenario has already been digested by the FX market. In turn, the BOE is likely to unwind their Brexit induced rate cut from last year in H2 2017. The key sentence in the BOE’s Monetary Policy Summary report is ‘The combination of high rates of profitability, especially in the export sector, the low cost of capital and limited spare capacity, supports investment by UK firms over the forecast period, offsetting the effect of continued uncertainties around Brexit’. Surely if the economic uncertainty surrounding Brexit is offset, then the 2016 rate cut and additional stimulus should be unwound...if not in 2017, then when?

Just a day after the meeting, the mixed messages to the market continued: Deputy Governor Broadbent, who voted to keep rates unchanged, commented that ‘there may be some possibility for interest rates to go up a little bit’. This is reminiscent of the previous meeting that was interpreted dovishly by the market, only for the ‘doves’ to signal tighter policy was an issue that needed discussion only days later. Mixed messages are an impediment for economic stability and consumer and business confidence.

Meanwhile, gradually tighter Fed policy is already priced into the USD. Although we expect the broad USD index is in a bottoming process, a move higher will be gradual and predicated on political risks fading, something that will take time given investor focus on the incompetence of the Trump administration. Accordingly, the more hawkish policy that we expect from the BOE will bring forward expectations of a rate hike in the fourth quarter and forcing GBP higher in H2 2017.

How the market is positioned

GBP positioning has rebounded against the USD, in line with the recent more bullish performance and is now at levels consistent with longer-term historical averages.

Against the Euro, GBP looks extremely attractively priced – hovering around record low levels. We feel that the Euro strength is at risk of an unwind as the ECB remains conservative in its policy approach in the face of the elevated Euro. Compared to historical long-term averages, positioning for the Euro highlights a very overcrowded trade.

The bottom line...

The mixed messages from the BOE are confusing investors and keeping GBP volatility elevated. We expect the BOE to unwind its Brexit-induced rate cut of 2016 in the second half of 2017, but not to remove its balance sheet stimulus from the economy. GBP will benefit from tighter policy settings. We believe that GBP will consolidate above the 1.30 level and potentially break to the upside, approaching 1.35.

Rendite Radar: August 2017

Die Zentralbanken zeigen eine Reduktion ihrer sehr expansiven geldpolitischen Haltung an. Die Zuversicht, dass die gesetzten Inflationsziele aufgrund der guten Wachstumsdaten auf mittlere Sicht erreicht werden, ist gestiegen. In den USA wird der Beginn der Rücknahme der expansiven geldpolitischen Haltung („Tapering“) erwartet, die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt im Dezember lag zuletzt bei 40%. Die EZB wird mit der Diskussion über ein mögliches Tapering im Herbst beginnen. Zinsschritte sind derzeit keine in Sicht.

Die Renditen in den Schwellenländern sind weiterhin attraktiv. Vor allem relativ zu Hochzinsanleihen haben Schwellenländeranleihen an Attraktivität gewonnen. Viele Schwellenländer sind in US-Dollar verschuldet, sodass die aktuelle Dollar-Schwäche den Schuldenstand in Lokaler Währung reduziert. Euro-Staatsanleihen, außer in inflationsgesicherter Form, sind nach wie vor uninteressant.

Quelle: ERSTE-SPARINVEST; www.erste-am.at; Daten per 31. Juli 2017; Fondskennzahl: „Rendite“ – siehe Fußnote 1)
1) Anmerkung: Die Fondskennzahl „Rendite“ entspricht der durchschnittlichen Wertpapierrendite der im Fonds gehaltenen Wertpapiere vor Abzug von Kosten aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken; bitte beachten Sie, dass diese Rendite-Kennzahl nicht der Fondsperformance entspricht. Die Performanceübersicht (Wertentwicklung) der angeführten Fonds finden Sie auf Seite drei in der Übersichtstabelle. In der oben angeführten Tabelle sind auch keine ertragsmindernden Kosten wie die Verwaltungsgebühr oder individuelle Konto– und Depotgebühren berücksichtigt.
2) Die Risikoeinteilung von Investmentfonds erfolgt auf Basis des SRRI-Indikators auf einer Skala von 1 bis 7, wobei 7 die höchste Risikostufe repräsentiert. Die Berechnung basiert auf europäischen regulatorischen Vorschriften und ist integraler Bestandteil der wesentlichen Anlegerinformationen
(Key Investor Document). Die Berechnungsmethode finden Sie auf fondsabc.erste-am.com/srri/

Rendite-Entwicklung von US- und EUR-Staatsanleihen und EUR-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr gute Bonität von 07/2012-07/2017 (Europa, USA)

 

Rendite-Entwicklung von europäischen Hochzinsanleihen im Vergleich zu globalen Hochzinsanleihen und Unternehmensanleihen von Schwellenländern (07/2012-07/2017)

Hinweis zu den Grafiken:

Die Renditeentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Anlagesegments oder Investmentfonds zu. In der Grafik sind keine Spesen oder Gebühren berücksichtigt.

 

Kennzahlen-Übersicht (mehr Informationen finden Sie unter http://www.erste-am.at/)

Daten per 31.07.2017.
Die Berechnung der Wertentwicklung und Volatilität (3 Jahre) erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 3,50 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu. 


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Value-Investing funktioniert langfristig – Die Geduldigen und Rationalen werden belohnt

von Goran Vasiljevic, CIO und Mitglied der Geschäftsführung von Lingohr & Partner AM.

Die globalen Aktienmärkte setzten im ersten Halbjahr dieses Jahres ihren Aufwärtstrend fort. Auch die Eurozone befindet sich weiterhin auf dem Erholungspfad, mit steigendem Wachstum in Deutschland, Spanien und Italien. Zudem signalisieren weiter fallende Arbeitslosenzahlen eine Erholung auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Auf der politischen Seite war Macrons Sieg bei der französischen Präsidentschaftswahl das große Ereignis und hat dazu beigetragen, die politische Unsicherheit in der Eurozone zu senken.

In den USA verblasste hingegen die Aktienrally im vergangenen Monat; möglicherweise wegen des sinkenden Vertrauens der Marktteilnehmer in die Fähigkeit des Präsidenten, seine Versprechen in Bezug auf erhöhte Infrastrukturausgaben, Steuersenkungen und Deregulierungen zu halten. Auf Unternehmensseite konnten Schwellenländer, angetrieben durch verbessertes Wachstum und einen schwachen US-Dollar, die Entwicklung in den Industrieländern übertreffen.

All diese Marktereignisse spiegeln sich auch in den Finanzkennzahlen der Aktien wider. Als überzeugter Value-Investor liegt unser Ziel darin, unterbewertete Aktien zu finden und dadurch eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Dies tun wir durch aktives Management, das einem fundamentalen und systematischen Aktienauswahlprozess folgt – sich aber teils gegen die herrschende Marktmeinung stellt. So können wir nicht nur Bewertungsvorteile identifizieren und Fehleinschätzungen ausnutzen, sondern uns auch vor unseren eigenen Emotionen schützen. Doch dies ist nicht möglich, ohne einige Grundregeln zu beachten.

Die Bewertung zum Investitionszeitpunkt ist das ausschlaggebende Kriterium 

Die Renditen an den Aktienmärkten werden langfristig durch die Unternehmensbewertungen getrieben, die sich in starkem Maße auf die Cashflows der Unternehmen stützen. Kurzfristig werden Preise häufig durch Änderungen der Markterwartungen sowie emotionale Unsicherheit von Investoren bestimmt. Es bleibt jedoch ungewiss, ob sich diese Erwartungen auch bestätigen, denn wir alle wissen, dass die Zukunft nicht prognostizierbar ist.

Dennoch kommt es häufig vor, dass Marktprognosen und mögliche Entwicklungen in den Wert eines Unternehmens eingepreist werden. Eine Überrendite wird jedoch nicht auf Basis einer Prognose erzielt. Viel wichtiger ist es, etwas zu wissen, was der Markt noch nicht weiß. Sich auf Prognosen zu verlassen ist riskant, da diese in der Regel eher Meinungen widerspiegeln als einen akkuraten Blick in die Zukunft zu gewährleisten.

Dabei ist auch die Rolle von Nachrichten nicht zu unterschätzen. Damit meinen wir jene Nachrichten, bei denen der Leser nicht mehr angeregt wird, nachzudenken. Es liegt in der Natur des Menschen, und damit auch jedes Investors, Nachrichten zu nutzen um vorherrschende Meinungen zu bestätigen. Hierzu bedienen wir uns Informationen, die potentiell keine Aussagekraft auf Unternehmenswerte haben. Im Ergebnis kann das zu Fehleinschätzungen führen und sich damit gefährlich auf Anlageentscheidungen und den Umgang mit Risiko auswirken. Denn Nachrichten sind nicht das gleiche wie Fakten. Eine gewisse Skepsis wird daher benötigt, um sich von solchen Nachrichten nicht beeinflussen zu lassen.

Aus diesem Grund ist es für uns als Value-Investor deutlich wichtiger, vermeintlich unbeliebte Unternehmen zu attraktiven Bewertungen zu kaufen, als beliebte Unternehmen mit impliziten hohen Erwartungen, zu teuren Preisen zu kaufen.

Rational zum Mittelwert zurück

Eine der wichtigsten Quellen für die Entstehung von Fehlbewertungen und somit ein zentraler Punkt des Value-Investing ist die Rückkehr zum Mittelwert. Dieses zentrale Zykluselement entsteht dadurch, dass sich die Preise von Unternehmen (aber auch Sektoren und Ländern) durch positive oder negative Ereignisse weit vom Mittelwert entfernen können. Langfristig folgt jedoch auf ein stark abweichendes Ereignis immer eines, dessen Erwartungswert sich näher am Mittelwert befindet.

Die Rückkehr zum Mittel ist auch an den Aktienmärkten zu beobachten. Unterliegen Unternehmen oder Sektoren temporären Über- bzw. Untertreibungen, können ihre impliziten Bewertungen deutlich ins Extrem abweichen. Besonders bei langanhaltenden Kurssteigerungen oder -rückgangen wird stark emotionales Verhalten der Anleger sichtbar. Diese Emotionen, panisches Verhalten oder übertriebene Euphorie schaffen den Nährboden für teils drastische Fehlbewertungen am Markt, welche andere Investoren ausnutzen. Entsprechend ist es wichtig, dass Investoren ihre Emotionen unter Kontrolle halten und bei Bewertungen und Preisen darauf achten, was fundamental begründet und was irrational ist. Um nicht den eigenen Emotionen zum Opfer zu fallen, ist es unabdingbar, selbstkritisch zu sein und seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und zu verstehen.

Mit strenger Disziplin und fundamentaler Betrachtung von Unternehmen und Sektoren ist es uns möglich, zwischen einem vernünftigen Unternehmenswert und einem emotional getriebenen Kurs zu unterscheiden. Doch diese Aufgabe ist nicht trivial, denn die Unsicherheit ist allgegenwärtig: Anlageentscheidungen setzen sich mit der Zukunft auseinander, welche per Definition ungewiss ist. Daher ist es in einer unsicheren Welt für die große Mehrheit der Unternehmen nicht möglich, stets und über längere Zyklen hinweg die hohen Erwartungen in der Zukunft zu erfüllen. Entsprechend ist ein vorsichtiger, fundamental begründeter und konservativer Ansatz, der systematisch umgesetzt wird, die entscheidende Grundlage für Value-Investoren.

Mit Geduld und Überzeugung gegen den Strom schwimmen

Wenn sich der Markt, oder besser gesagt die Anlageergebnisse, nicht in die gewünschte Richtung bewegen, welche Konsequenzen ziehen Investoren, Banken oder Gremien bezüglich der Auswahl der Asset Manager, Anlageklasse oder sogar Wertpapiere? Die oftmals zu beobachtende, mangelnde  Überzeugung hinsichtlich der getroffenen Investitionsentscheidungen sowie der teilweise vorhandenen, systemischen und regulatorischen Beschränkungen in den Institutionen führen zu entsprechenden Fehlbewertungen. Diese nutzen wir als Value-Investoren aus, da sich Fehlbewertungen normalerweise über die Zeit hinweg korrigieren. Um dies zu tun, benötigen wir eine glaubhafte Überzeugung, die uns zuversichtlich stimmt, anders zu denken und auch über Durststrecken hinweg an unseren Entscheidungen festzuhalten.

Geduld ist für jeden Value-Investor entscheidend. Dies gilt nicht nur für Investitionen in einzelne Unternehmen. Value-Investing selbst erfordert viel Geduld – sowohl vom Manager als auch von den Kunden. Es funktioniert nicht zwingend auf wöchentlicher, monatlicher oder auch jährlicher Basis. Die Geduldigen werden langfristig belohnt, wenn auch in irregulären Intervallen.

Sich als sogenannter Contrarian gegen die Herde zu stellen ist in der Theorie einfach, in der Praxis jedoch nicht. Ein Value-Investor tätigt oft Investitionen gegensätzlich zur Marktmehrheit, aber nicht ausschließlich, genau wie er nicht einfach nur günstig kauft. Die Mehrheit der Marktakteure denkt über die jeweiligen Assets meist in ähnlicher Weise. In unsicheren Zeiten mit zunehmenden Angstgefühlen suchen Investoren nach vermeintlich sichereren Investitionsalternativen, wodurch sie implizit Bewertungen beeinflussen. Ein Contrarian sucht abseits der Masse, wo niemand sonst Anlagen für künftige Überrenditen vermutet – dies geht oft mit antizyklischem Handeln einher.

Auf den ersten Blick scheint dies einfach zu sein: günstig kaufen und teuer verkaufen. Es ist jedoch von Natur aus schwierig, sich anders als die Allgemeinheit im Markt zu verhalten. Es ist häufig unpopulär, nicht intuitiv und wenig glamourös. Sich gegen die Mehrheit zu stellen bedeutet, auch häufig in fallende Kurse hineinkaufen zu müssen – was durchaus abschreckend wirken kann. Es führt zu Entscheidungen, die viele andere nicht nachvollziehen können, wie beispielsweise Aktien von unbeliebten Unternehmen zu kaufen. Die sich daraus ergebende Herausforderung besteht nicht nur darin, sich gegen die Allgemeinheit zu stellen, sondern auch, dass die getroffenen Entscheidungen zudem noch die richtigen sein müssen. Jede Anlageentscheidung sollte aus einem rationalen Grund gefällt werden, ansonsten ist das Resultat lediglich durch Zufall und Glück bedingt. Denn ohne Überzeugung werden zwangsläufig irgendwann Entscheidungen gefällt, die im allgemeinen Einklang mit der Masse sind – resultierend in durchschnittlichen Renditen.

Über Lingohr und Partner Asset Management
Der bankenunabhängige Asset Manager Lingohr & Partner Asset Management ist seit 25 Jahren Spezialist für konsequentes Value-Investing. Das 1993 gegründete Unternehmen mit Sitz in Erkrath bei Düsseldorf verwaltet mit seinen rund 40 Mitarbeitern aktuell ein Kundenvermögen von 4 Milliarden Euro. In Form von Publikums- und Spezialfonds sowie Einzelmandaten bietet Lingohr & Partner unterschiedliche weltweite Aktienstrategien für institutionelle Investoren, ausgewählte Vertriebspartner im Privatkundengeschäft sowie vermögende Privatpersonen und Family Offices an. Die Geschäftsführung besteht aus Goran Vasiljevic, Michael Broszeit und Steffen Ulshöfer.
Die Kernkompetenz von Lingohr & Partner liegt in der Identifikation und Auswahl internationaler unterbewerteter Unternehmen mit dem Ziel, stetigen Vermögenszuwachs und eine langfristige Überrendite gegenüber der Benchmark zu erwirtschaften. Der fundamentale, systematische und disziplinierte Aktienauswahlprozess erfolgt frei von subjektiven Empfindungen. Den Kern des Investmentprozesses bildet das selbstentwickelte Bewertungsmodell CHICCO.

The importance of universities to global cities

Tom Walker, Co-Head of Global Real Estate Securities at Schroders, discusses the latest Schroders Global Cities Index and the importance of universities for global cities.

We’ve recently released the latest edition of the Schroders Global Cities Index and we’ve introduced one new factor, which is universities. We think that it is essential that you have world class universities in your city, contributing to the vibrancy and growth of that city’s economy. Please find the video with Tom Walker here.

The latest edition of the ranking sees a number of very strong Asian cities like Shanghai and Hong Kong continue to be in the top 10. Then we’ve got other strong cities over in the West; the coastal cities in the US such as Los Angeles and Boston are really dominating the top spots.

In terms of our outlook, we continue to believe that both these strong eastern and western cities will dominate the Schroders Global Cities Index. This is due to both the size and scale of these cities from the demographic point of view, as well as the wealth being generated in these cities. This is what we think is key for real estate rental growth, which is really the nirvana for real estate investment.


Click here to find out more about the latest update to the Schroders Global Cities Index.

This article has first been published on schroders.com.

Gutes Wachstum

Rund zehn Jahre nach dem Ausbruch der Großen Rezession verzeichnet die Weltwirtschaft ein gutes, breit basiertes Wirtschaftswachstum, eine niedrige Inflation in den entwickelten Volkswirtschaften, fallende Inflation in wichtigen Schwellenländern und sehr unterstützende beziehungsweise vorsichtig agierende und vorhersagbare Geldpolitiken. Gleichzeitig hat das Gewinnwachstum der Unternehmen deutlich zugenommen und sind die Schwankungen (die Volatilitäten) vieler Wertpapierkurse niedrig. Dieses Umfeld ist generell positiv für risikobehaftete Wertpapierklassen.

3,4% im 2. Quartal

Mittlerweile haben genügend Länder die erste Schätzung für die Summe der produzierten Güter und Dienstleistungen im 2. Quartal veröffentlich, sodass eine halbwegs präzise Schätzung abgegeben werden kann. Das Wachstum des realen, also bereinigt um die Preissteigerungen, Bruttoinlandsprodukts betrug im 2. Quartal auf globaler Ebene 3,4% nach 2,9% im 1. Quartal. Dieser Wert ist auf das gesamt Jahr hochgerechnet. Das Wachstum von einem auf das nächste Quartal wird mit der Zahl vier (Quartale im Jahr) multipliziert.

Breit abgestützt

Positiv ist dabei vor allem der breit abgestützte Charakter sowohl hinsichtlich der Sektoren (Einzelhandel, privater Konsum, Unternehmensinvestitionen, Industrieproduktion) als auch der Regionen (entwickelte Volkswirtschaften und Schwellenländer). Das aktuelle Wachstum der Weltwirtschaft liegt damit etwas über dem langfristig zu erwartenden Wachstum (rund 2,7%).

Bemerkenswert ist vor allem, dass sich zwei Risiken nicht materialisiert haben. 1) Das schwache Wachstum der US-Wirtschaft im 1. Quartal war mit 1,2% tatsächlich nur ein Ausreißer. Das BIP ist im 2. Quartal um 2,6% gewachsen. 2) Das Wachstum in China verlief trotz der Abkühlungsmaßnahmen im Schattenbankensystem mit 7% kräftig. Zudem hat die Eurozone mit 2,3% die kräftige Erholung fortgesetzt. Die Eurozone ist ja nicht nur während der Großen Rezession (2008 – 2009) sondern auch im Jahr 2012 am Höhepunkt der Staatsschuldenkrise geschrumpft. Das Aufholpotenzial ist damit größer als in anderen Ländern. Die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank scheint zu wirken.

Leichte Abschwächung

Die Vorlaufindikatoren für das aktuelle Quartal deuten ebenso auf ein gutes Wachstum hin. Allerdings zeichnet sich eine leichte Abkühlung des globalen Wachstums auf 3% ab. Einen zeitnahen (Monat Juli) und umfassenden (viele Länder und mit Dienstleistungen und Fertigung zwei wichtige Sektoren) Überblick liefert der sogenannte Einkaufsmanagerindex. Kernaussagen: 1) gutes Niveau (53,5); 2) leichte Abschwächung zwei Monate in Folge. Den letzten Hinweis für eine schwächere Tendenz haben die Export- und Importdaten in China gezeigt, die im Juli gegenüber Juni geschrumpft sind. Darüber hinaus behindern strukturelle Faktoren ein Anziehen des Wachstums im Trend. Ein Beispiel dafür liefert das niedrige Wachstum des verfügbaren Einkommens in den USA. Bereinigt um die Inflation ist es im 2. Quartal um lediglich 1,2% im Jahresabstand gewachsen.

Niedrige Zinsen

Werden die realen Zinsen, also Zinsen minus Inflation, wegen des guten realen Wachstums ansteigen? Die Hinweise dafür sind schwach. Der sogenannte reale natürliche Zinssatz ist in vielen Teilen der entwickelten Volkswirtschaften deutlich gefallen. Das ist jener Zinssatz der das Sparangebot und die Investitionsnachfrage bei Vollbeschäftigung langfristig ausgleicht. Die letzte Schätzung für die USA beträgt für das 2. Quartal minus 0,22%. Das liegt nur leicht über dem aktuellen realen Leitzinssatz von minus 0,44%. Auch wenn die Schätzung mit hoher Unsicherheit behaftet ist, bleibt die Kernaussage eines sehr niedrigen realen natürlichen Zinssatzes aufrecht. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vor allem fünf stechen dabei hervor: niedriges Produktivitätswachstum, niedrige Investitionstätigkeit, niedriges Einkommenswachstum, niedriges Bevölkerungswachstum und das ansteigende Durchschnittsalter der Bevölkerung. Der letzte Punkt scheint kontraintuitiv zu sein. Denn die Annahme ist, dass Pensionisten entsparen um den Lebensstandard zu halten. Doch kurz vor dem Pensionsantritt scheint besonders viel gespart zu werden.

Niedrige Inflation

Mindestens ebenso wichtig wie das reale BIP und die realen Zinsen ist zurzeit die Entwicklung der Inflation. In den entwickelten Volkswirtschaften ist sie nach wie vor ungewöhnlich niedrig. So sind die Konsumentenpreise in der Eurozone im Juli 2017 gegenüber Juli 2016 um lediglich 1,3% gewachsen. Das entspricht beinahe dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (1,4%) und befindet sich damit deutlich unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von maximal knapp unter 2%. In den USA betrug die Inflation (Deflator für die persönlichen Konsumausgaben ohne die schwankungsfreudigen Komponenten Energie und Nahrungsmittel) im Juni 1,5%. Das symmetrische Inflationsziel der US-amerikanischen Zentralbank liegt mit 2% deutlich höher. Die meisten Projektionen gehen von einem moderaten Anstieg der Inflation in den kommenden Jahren aus. Denn immer mehr Volkswirtschaften nähern sich der Vollbeschäftigung an. Die Aussichten für höhere Inflation bleiben jedoch insgesamt schwach. Denn der Zusammenhang zwischen der Arbeitslosenrate und der Lohninflation, der von der sogenannten Phillips-Kurve beschrieben wird, hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Die letzte Schätzung für die USA deutet auf einen Anstieg der Inflation auf lediglich 1,8% hin, wenn die Arbeitslosenrate von aktuell 4,4% auf sehr tiefe 3,6% fällt.

Schrumpfende Zentralbankliquidität

Weil das Wirtschaftswachstum gut verläuft werden die Zentralbanken in den USA und der Eurozone die sehr unterstützende Geldpolitik reduzieren. Die Fed wird bald (wahrscheinlich im September) damit beginnen, die auslaufenden Anleihen nicht mehr zu reinvestieren. Dadurch wird langsam aber doch die Zentralbankbilanz (aktuell: rund US Dollar 4000 Milliarden) reduziert werden. Die EZB wird (wahrscheinlich) im Herbst ankündigen, dass das aktuelle Anleiheankaufsprogramm von EUR 80 Milliarden pro Monat im nächsten Jahr in einer vorsichtigen Weise reduziert werden wird. Auch in Japan ist das monatliche Ankaufsvolumen gesunken. Dem Markt wird also in den kommenden Jahren immer weniger Liquidität zugeführt. Solange allerdings die Inflation niedrig bleibt, werden die Zentralbanken mit Leitzinsanhebungen sehr zurückhaltend agieren. USA: Leitzinsanhebung im Dezember wenn die Inflation ansteigt. Eurozone: Aufgabe der Negativzinspolitik frühestens Ende 2018. Japan: Keine Änderung, weil die Inflation null Prozent beträgt.

Schlussfolgerung

Das Umfeld ist günstig für risikobehaftete Wertpapierklassen. Die Kombination von hohen Bewertungen und niedrigen Volatilitäten deutet allerdings auch auf eine erhöhte Verletzlichkeit hin. 1) Das reale Wachstum könnte sich stärker als erwartet abschwächen; 2) Der natürlich reale Zinssatz könnte schlussendlich doch ansteigen; 3) Die Inflation könnte sprunghaft zunehmen; 4) Darauf müssten die Zentralbanken mit stärker als erwarteten Leitzinsanhebungen reagieren. 5) Die Zentralbankliquidität (Summe der Zentralbankbilanzen in den USA, der Eurozone, dem Vereinigten Königreich und Japan) wird im nächsten Jahr schrumpfen. Das kommt zwar nicht unerwartet, es ist jedoch nicht klar, ob  das tatsächlich bereits jetzt in den Marktpreisen reflektiert ist.


Über den Autor
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Auf günstigere Einstiegsmöglichkeiten warten“

Aktien bieten weiterhin Potential. Investoren sollten Aktien in ihrem Portfolio dennoch nur moderat übergewichten. Dieser Ansicht ist Steven Bell, Chefvolkswirt bei BMO Global Asset Management. 

„Die derzeit positive Entwicklung der Unternehmensgewinne stützt die Aktienkurse“, so Bell. Im ersten Quartal dieses Jahres übertrafen die Ergebnisse von 70 Prozent der US-Firmen die Erwartungen der Analysten, bei europäischen Konzernen lag dieser Anteil so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Die Gewinne europäischer Unternehmen stiegen im Schnitt um 28 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal, in den USA waren es im gleichen Zeitraum 15 Prozent. „Bei allen Diskussionen über eine Überhitzung der Aktienmärkte: Aus den Quartalsergebnissen lässt sich das nicht ableiten“, erklärt Bell. „Sollten die Unternehmen ihre Gewinndynamik beibehalten und die Erwartungen weiterhin übertreffen, dann werden die Marktbewertungen nicht länger zu hoch, sondern eher moderat erscheinen.“ Der Volkswirt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Berichtssaison für den S&P 500 im vollen Gange ist und das Ertragswachstum bei 11 Prozent liegen wird. „Das wäre das vierte Quartal in Folge, in dem die Gewinne zulegen würden“, so Bell.

Nachlassendes Wirtschaftswachstum 

Sehr aufmerksam verfolgen Bell und sein Team die politische Situation in den USA, wo Präsident Donald Trump damit zu kämpfen hat, seine Pläne für eine Steuerreform und höhere Infrastrukturausgaben auf den Weg zu bringen. „Das Tempo der Reflation ist erlahmt und entspricht mittlerweile mehr dem einer Ente als einem springenden Tiger“, stellt Bell nüchtern fest. Der US-Dollar hat seit Ende vergangenen Jahres an den Devisenmärkten mehr oder weniger kontinuierlich an Wert verloren, die Aktien der internationalen Großkonzerne überflügeln die der Small- und Mid-Caps und der nach der Wahl im November einsetzende Börsenaufschwung in einzelnen Sektoren wie etwa bei Finanztiteln hat nachgelassen oder ist gänzlich zum Erliegen gekommen. Außerdem sind einige Konjunkturindikatoren wie das US-Verbrauchervertrauen unter die Höchststände gerutscht, die sie nach der Wahl Trumps erreicht hatten. „Hinzu kommt, dass sich das Tempo der chinesischen Volkswirtschaft – einem weiteren Wachstumstreiber für die Weltwirtschaft – verlangsamt hat“, sagt Bell.

„Dennoch haben sich Aktien bislang durch die Bank weg als widerstandsfähig erwiesen“, beobachtet der Ökonom. Und das, obwohl sich die Höhenflüge an den Aktienmärkten bislang noch nicht in Investitionen der Unternehmen oder höhere staatliche Ausgaben niedergeschlagen haben. Er weist zudem darauf hin, dass in manchen Bereichen die Erwartungen mittlerweile so pessimistisch seien, dass dies Raum für positive Überraschungen biete. 

Im Gegensatz zu den USA beginnen sich die politischen Risiken in Europa nach der Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Staatspräsidenten zu zerstreuen. Zumal Angela Merkel in den Umfragen zur anstehenden Bundestagswahl im September deutlich führt und es Anzeichen dafür gibt, dass die deutsch-französische Achse in der Europäischen Union gestärkt daraus hervorgehen werde. „Das ist ein gutes Zeichen für die Integration und die Stärke der europäischen Märkte“, sagt Bell.

Disziplin gefragt: Einstiegszeitpunkt kommt

Unter dem Strich bleiben nach Einschätzung des Experten zwei Faktoren, die zuversichtlich hinsichtlich Risikoanlagen stimmen: die zunehmend dynamische Gewinnentwicklung der Unternehmen und das zwar nur moderate, aber dennoch erkennbar positive Wirtschaftswachstum. „Dies bestärkt uns in unserer grundsätzlich positiven Einschätzung für Aktien“, sagt Bell. Dennoch empfiehlt er, Aktien im Portfolio nur moderat überzugewichten: „Wir denken, dass der Markt die bestehenden politischen Risiken nicht in angemessener Weise berücksichtigt und einpreist. Gleichzeitig beschäftigt uns die Selbstzufriedenheit vieler Marktakteure aufgrund der guten Gewinnentwicklung vieler Unternehmen und der zurückgegangenen Volatilität.“ In den kommenden Wochen und Monaten könnten sich nach Einschätzung des Experten für einen Einstieg bessere Möglichkeiten ergeben: „Derzeit signalisieren nur wenige Indikatoren eine günstige Bewertung. Daher sollten Investoren Dividendentitel weiterhin im Blick behalten, aber auf günstigere Einstiegsmöglichkeiten warten.“

Über BMO Global Asset Management
BMO Global Asset Management ist ein globaler Investmentmanager, der aus seinen vier Investmentzentren in London, Toronto, Chicago und Hong Kong sowie mit mehr als 25 Niederlassungen in 14 Ländern einen herausragenden Service bietet. Das verwaltete Vermögen beläuft sich per 31. Juli 2016 auf mehr als 238 Milliarden US-Dollar.
BMO Global Asset Management verfügt über ein Netzwerk von Boutique-Managern mit Weltformat: BMO Real Estate Partners, LGM Investments, Pyrford International Ltd. und Taplin, Canida & Habacht, LLC.
BMO Global Asset Management ist Unterzeichner der von den Vereinten Nationen unterstützten Initiative Principles for Responsible Investment (UNPRI, Grundsätze für verantwortungsbewusste Investments).
BMO Global Asset Management ist Teil der BMO Financial Group (NYSE: BMO), einer breit diversifizierten Finanzdienstleistungsorganisation, die im Jahre 1817 unter dem Namen Bank of Montreal gegründet wurde. Die BMO Financial Group ist mit einer Bilanzsumme von 719 Milliarden Kanadische Dollar per 30. April 2017 und über 45.000 Mitarbeitern eine der größten Banken Nordamerikas. BMO Wealth Management verwaltet weltweit ein Anlagevermögen von 430 Milliarden Kanadische Dollar per 30. April 2017.

US-Hypothekenmarkt wieder attraktiv für Investoren

Niedriges Volatilitätsprofil und eine solide Rendite – die sogenannten Mortgage-backed Securities (MBS), zu Deutsch hypothekenbesicherte Wertpapiere, haben zuletzt viele andere Wertpapiere hoher und mittlerer Qualität in ihrer Performance übertroffen. Seit der Finanzkrise, während der MBS-Anlagen stark unter Druck geraten waren, hat der Hypothekenmarkt in den USA eine radikale Reform durchlaufen. „Anleger, die eine gut diversifizierte, globale, festverzinsliche Strategie suchen, sollten sich das verbesserte Angebot sehr genau ansehen“, sagt Tom Mansley, Investment Director beim Vermögensverwalter GAM. „Die Gelegenheit ist fast zu gut, um sie sich entgehen zu lassen.“  

Kreditvergabestandards werden streng überwacht

MBS sind Wertpapiere, die durch einen Pool von Hypothekenkrediten unterlegt sind und Anlegern ein Anrecht auf die Cashflows aus diesen Hypothekenkrediten geben. Sie weisen somit eine geringe Korrelation zu Aktien und traditionellen Anleihen vor. „Mittlerweile handelt es sich bei den meisten MBS am Markt um sogenannte ‚Agency-Papiere‘, die von der US-Regierung oder einer ihrer Agenturen, Freddie Mac oder Fannie Mae, abgesichert oder anerkannt sind“, sagt Mansley, der in GAMs Niederlassung in New York arbeitet. „Es gibt aber auch Non-Agency-MBS, also Anleihen von privaten Emittenten wie zum Beispiel Banken, und diese Wertpapiere haben keine staatliche Garantie.“ Deshalb böten sie eine höhere Rendite, seien aber auch mit einem entsprechend höheren Ausfallrisiko verbunden.  

Waren die MBS noch maßgeblich an der Entstehung der Finanzkrise beteiligt, hätten sich die Anforderungen an die Papiere und die dahinterliegenden Kredite stark verbessert. „Die Kreditvergabestandards haben sich dramatisch erhöht und werden streng überwacht“, sagt Mansely. „Komplette Hypothekenfinanzierungen gibt es nicht mehr, die Kreditnehmer müssen eine nicht unbeträchtliche Anzahlung selbst aufbringen.“ Zudem fliest bei den Kreditratingagenturen mittlerweile ein breiteres Spektrum möglicher negativer Szenarien in die Berechnung der Ratings von MBS ein.

Interessante Investmentoption trotz politischer Unsicherheit 

„Aus fundamentaler Sicht sind die US-Wohnimmobilienmärkte wesentlich robuster als vor der Krise“, sagt Mansley. Laut dem Finanzmarktanalyst CoreLogic verzeichneten Ende des vergangenen Jahres 2,6 Prozent der Hypothekenkredite in den USA einen Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen und werden damit als notleidend betrachtet. „Das sind etwa eine Million Kredite. Im Vergleich dazu belief sich die Zahl der notleidenden Hypothekenkredite während des Höhepunkts der Krise im Januar 2010 auf 3,7 Millionen.“ Zudem sei die Zahl der nötigen Zwangsvollstreckungen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zurückgegangen. 

Zwar bestehe ein mögliches Szenario, dass sich unter dem US-Präsidenten Donald Trump der Einfluss der Regierung auf den Hypotheken- und Immobilienmarkt verringern könnte. Allerdings wäre dies ein langsamer Prozess, da die Trump-Regierung zurzeit klar andere Prioritäten hat. Sollte es dieses Jahr doch noch zu Gesetzesänderungen kommen, werden diese wahrscheinlich auf die Wiederbelebung eines größeren und effizienteren Markts für Non-Agency-Hypothekenwerte ausgerichtet sein.

„Die Assetklasse zeigt derzeit belegbare Vorzüge was Rendite, Kapitalerhalt und Diversifikation angeht“, sagt Mansley. „Unserer Meinung nach gibt es hier wirklich interessante Investmentgelegenheiten, die man nicht verpassen möchte.“

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und ‑produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Anleger schichten von Silber in Gold um

Anleger schichten wieder von Silber zurück in Gold um, ETPs für Schwellenmarktanleihen verbuchen die höchsten Zuflüsse seit Januar und Anleger verkaufen Rohöl-ETPs, da sich der Preis dem oberen Ende der Handelsspanne nähert, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Gold-ETPs (A0LP78) verzeichnen die höchsten Zuflüsse seit Mai 2017, während es bei Silber-ETPs (A0N62F) zu den höchsten Abflüssen seit Juli 2016 kam. Während Gold seine Gewinne vergangene Woche behaupten konnte, beliefen sich die Zuflüsse seitens der Anleger auf 64,7 Mio. USD. Da der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA leicht hinter den Erwartungen zurückblieb und die durch die Regierung Trump ausgelöste politische Volatilität infolge der Entlassung des Kommunikationsdirektors anhielt, schwächte sich der US-Dollar ab, was den Goldpreis stützte. Bleiben weitere Schocks aus, dürfte der Goldpreis unseres Erachtens bis Jahresende auf den aktuellen Niveaus verharren. Sollte es aber unerwartet zu Schockereignissen kommen, könnte der Goldpreis noch weiter steigen. Anleger nutzen dieses „Absicherungsmerkmal“ des Edelmetalls als Portfolioschutz. Bei Long-Silber-ETPs kam es hingegen zu Abflüssen in Höhe von 58,3 Mio. USD, da der Preis relativ zur Vorwoche nachgab. „Da die Wirtschaft weiter wächst, gehen wir davon aus, dass Silber Gold bis Jahresende übertreffen wird, wodurch sich die Zuflüsse in Silber fortsetzen könnten“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Zuflüsse in EM-Staatsanleihen-ETPs erreichen den höchsten Wert seit Januar 2017. EM-Staatsanleihen verbuchen mit 18,6 Mio. USD die dritte Woche in Folge Zuflüsse, was darauf hindeutet, dass sich die Anlegerstimmung im Hinblick auf die Schwellenmärkte zunehmend aufhellt. „Die Zugewinne bei lokalen Staatsanleihen von rund 11 Prozent in diesem Jahr stützen die jüngst bessere Stimmung“, so Hein.

Bei Rohöl-ETPs (A1N49P) kam es die dritte Woche in Folge zu Abflüssen, die sich bei den Long-Positionen (75 Mio. USD) auf den höchsten Wert seit Mai 2017 beliefen. Nach dem Anstieg der Ölpreise in der Vorwoche nahmen die Anleger weiter Gewinne mit. Ende der Woche hatte Rohöl der Sorte WTI alle Gewinne aus der Vorwoche wieder abgegeben. Die Anleger positionieren sich weiter für eine Preisspanne von 40-55 USD/Barrel. Sollte der Ölpreis in Richtung des unteren Endes der Spanne tendieren, dürften sich die Zuflüsse fortsetzen. „Die jüngste Preisschwäche ist auf die mangelhafte Einhaltung der Förderquoten seitens der OPEC-Mitglieder zurückzuführen. Kuwait und Russland haben heute und morgen den Vorsitz bei einem Treffen in Abu Dhabi zwischen mehreren OPEC- und Nicht-OPEC-Mitgliedern inne, die sich an den Produktionskürzungen beteiligen. Im Mittelpunkt stehen dabei Länder wie der Irak, Gabun, Ecuador und die VAE, die am stärksten gegen die Förderbeschränkungen des Kartells verstoßen“, führt Hein aus.

Die Anleger sind in Bezug auf USD/EUR zwiegespalten. Letzte Woche stiegen die Zuflüsse in Short-USD-/Long-EUR-ETPs nach fünf Wochen mit Abflüssen auf 6,2 Mio. USD. Dagegen hielten die Zuflüsse in Short-EUR-/Long-USD-ETPs mit 6,3 Mio. USD die siebte Woche in Folge an.  Insgesamt beliefen sich die Zuflüsse in USD-ETPs somit auf 14,6 Mio. USD. Trotz der jüngsten USD-Schwäche und EUR-Stärke hat der breitere Währungsmarkt die Zurückhaltung der EZB unseres Erachtens fehlinterpretiert und ist die Erwartung eines aggressiven Tapering in den kommenden Monaten unangebracht. „Wir sind der Ansicht, dass die jüngste EUR-Stärke nachlassen wird, wohingegen die geldpolitische Straffung in den USA den US-Dollar beflügeln dürfte. Der Arbeitsmarkbericht vom Freitag, der deutlich stärker ausfiel als erwartet, dürfte den US-Dollar in der kommenden Woche stützen und die zu Beginn der letzten Woche zu beobachtende Schwäche umkehren“, meint Hein.

Aktienmärkte: Auf die europäische Karte setzen

Die Europäische Wirtschaft hat in den letzten Monaten an Fahrt aufgenommen. Jüngste Prognosen zeigen, dass sich das Wachstum heuer deutlich beschleunigen wird. Selbst in den „Problemländern“ wie z. B. Italien, Spanien und Portugal zieht die Wirtschaft an. Möglicherweise ein guter Zeitpunkt, um in Aktien europäischer Unternehmen zu investieren. Wir sprachen mit Markus Jandrisevits, seit 2001 Fondsmanager des mit 4 Morningstar-Sternen ausgezeichneten europäischen Aktien-Dachfonds, über Anlagechancen an den europäischen Börsen. 

Wie erklärt sich der Aufschwung in Europa?

Jandrisevits: In den letzten Jahren war die wirtschaftliche Erholung vor allem von den USA und den Schwellenländern getragen. Jetzt sehen wir steigende Wachstumsraten in Europa selbst, die Binnennachfrage zieht an. Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für die Eurozone kürzlich auf 1,9% (2017) und 1,7% (2018) angehoben. Der Aufwärtstrend könnte also stärker und nachhaltiger ausfallen, als wir noch zu Jahresbeginn gedacht hatten. Europa ist nicht gleich Europa. Viele europäische Unternehmen sind global aufgestellt und profitieren vom Aufschwung der Schwellenländer, vor allem jener in Asien.

Wie bewerten Sie die Attraktivität europäischer Unternehmen? Ist der Brexit eine Gefahr?

Jandrisevits: Das übergeordnete Bild an den Finanzmärkten bestimmt natürlich auch das Geschehen an den europäischen Börsen. Das heißt, die niedrigen Zinsen führen dazu, dass europäische Aktien für Investoren attraktiv sind. Ein Ende der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank – Stichwort Anleihen-Ankaufprogramm – ist noch nicht abzusehen. Und selbst wenn es einmal soweit ist, muss dies nicht zwingend zu einer Abkehr vom Aktienmarkt führen. Der Austritt Großbritanniens aus dem gemeinsamen Wirtschaftsraum („Brexit“) führt zu einem Aufschwung in Kontinentaleuropa.

Was spricht für europäische Aktien? Welche Aktien bevorzugen sie und aus welchen Gründen?

Jandrisevits: In dem nun doch schon seit dem Jahr 2009 anhaltenden Aktienzyklus sehen wir für europäische Aktien noch Aufholpotenzial zu US- und Schwellenländeraktien. Die Gewinnsituation der Unternehmen rechtfertigt die Kursanstiege an den Börsen und bietet Raum für weitere Kurszuwächse. Wir sehen uns aber genau an, was wir kaufen. In solchen Phasen kann sich aktives Management lohnen. Im BEST OF EUROPE bevorzugen wir derzeit Aktien bzw. Fonds mit Schwerpunkt auf Industrieunternehmen, den IT- und zyklischen Konsumgütersektor. Darunter fallen zB die großen Auto-Hersteller oder auch Markenartikler. Was die Unternehmensgröße betrifft, sehen wir gute Investmentopportunitäten bei kleinen und mittelgroßkapitalisierten Unternehmen. Im Gegensatz zu US-Unternehmen haben europäische „Kleine“ viel mehr internationale Verflechtungen, die die Ertragssituation positiv beeinflussen.

Wie erfolgt die Allokation im ESPA BEST OF EUROPE?

Jandrisevits: Der ESPA BEST OF EUROPE ist ein Dachfonds und investiert in europäische Aktienfonds. Dadurch streut der Fonds das Risiko sehr breit. Als Großanleger können wir die Fonds kostengünstig kaufen und verkaufen, wovon auch unsere Anleger profitieren.

Quelle: Erste Asset Management
Quelle: Erste Asset Management
Quelle: Erste Asset Management
Quelle: Erste Asset Management

Welche Arten von Subfonds kommen in Frage?

Jandrisevits: Je nach Börsenzyklus oder Markteinschätzung setzen wir auf unterschiedliche Strategien. In späten Zyklen holen kleinere Unternehmen auf, da gilt es dann in sogenannte Small-Caps zu investieren. Small-Caps hinken in Aufwärtsphasen den großen Titeln hinterher und holen erst später in der Kursentwicklung auf.

Wir investieren einerseits mit Hilfe von sogenannten ETF’s (Exchange Traded Funds) in Strategien, die nur einen bestimmten Index nachbilden. Daneben halten wir auch Anteile an aktiv gemanagten Aktienfonds renommierter Fondshäuser. Hier kennt der Fondsmanager jeden einzelnen Titel in- und auswendig und befindet sich in direktem Austausch mit dem Management des jeweiligen Unternehmens.

Worauf achten Sie besonders bei der Auswahl der Fonds und der Fondsmanager?

Jandrisevits: Für uns ist wichtig, dass das Fondsmanagement einen konsistenten Ansatz verfolgt, der verständlich ist und auch konsequent durchgezogen wird. Idealerweise lernen wir das Fondsmanagement persönlich kennen. Wir verwenden bei der Auswahl eigene Kennzahlen, mit denen wir den Erfolg der jeweiligen Strategie messen.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Zeit ist reif für deutsche Wachstumswerte

von Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund.

„Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland ist gut. So notierte beispielsweise der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli auf einem Höchststand. Doch Anleger sollten sich nicht täuschen lassen. Einige Unternehmen könnten Rückschläge erleiden. Schon die laufende Berichtssaison zeigt beispielsweise bei vielen Chemie-, Industrie- und Bankenwerten, dass die Erwartungen zu hoch sind und die Kurse dieser Unternehmen zu weit gelaufen sind. Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt die Autoindustrie, die sowohl zyklisch als auch strukturell und aufgrund der Wechselkurse unter Druck steht“, so Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund.

Seit 2009 kennen die Börsen nur noch eine Richtung: nach oben. Doch die Börse ist keine Einbahnstraße. Die Zeichen einer Übertreibung mehren sich. Ein Indiz dafür: Zykliker und Unternehmen mit niedriger Qualität führten den Markt über die letzten zwölf Monate an. Und wenn Anleger nicht mehr auf die Güte von Unternehmen achten, die sie kaufen, ist das ein Zeichen für Euphorie.

Einige Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die Stimmung wechseln dürfte: So fiel der Citigroup-Economic-Surprise-Index, der bisher überraschend positive Wirtschaftsdaten zeigte, in den vergangenen Monaten deutlich. Einkaufmanagerindizes, die schon früh eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik registrieren, scheinen ihren Höhepunkt erreicht zu haben und drehen nach unten. So hat zum Beispiel der ISM-Einkaufsmanagerindex für die USA nachgegeben. Auch die höhere Notierung des Euro sorgt für Gegenwind bei Exportwerten.

„In diesem Umfeld wird es immer schwieriger, die bisherigen hohen Erwartungen der Märkte zu erfüllen. Aus meiner Sicht ist die Gefahr weiterer Enttäuschungen groß. Das gilt vor allem für zyklische Unternehmen und Werte von niedriger Qualität. Ihre Kurse preisen einen starken wirtschaftlichen Aufschwung ein“, so von Engelbrechten. Anleger sollten jetzt konsequent auf Qualität und solide Wachstumswerte setzen. Darunter fallen Unternehmen, die sich durch ein hohes kontinuierliches Wachstum auszeichnen, das auch in einem schwierigen Umfeld hält, und deren Geschäftsmodell relativ unabhängig von Konjunkturzyklen ist. Oftmals zeichnen sich solche Unternehmen auch durch eine nachhaltig hohe Gesamtkapitalrendite und höhere Wachstumsraten als der Gesamtmarkt aus.

Von Analysten wenig beachtete Mid-Caps bieten nach wie vor viele attraktive Titel

Was die Anleger betrifft, so hat das Small- und Mid-Cap-Segment seit Jahresbeginn Rückenwind. Da die Unternehmen überwiegend im Inland agieren, bietet dieses Universum zahlreiche Anlagechancen in Europa, so Charles Anniss, Portfoliomanager für Small- und Mid-Cap-Portfolios bei Union Bancaire Privée.

Finanzanalysten schenken den Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung häufig noch immer wenig Beachtung, sondern konzentrieren sich lieber auf großkapitalisierte Unternehmen. Titel mit einer Marktkapitalisierung von mehr als EUR 10 Mrd. erhalten nicht selten um die zwanzig, häufig sogar mehr als dreißig Empfehlungen von Analysten. In einem solchen Umfeld ist es schwierig, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die noch nicht vom Markt aufgegriffen wurden. Aktien mit einer Börsenkapitalisierung von weniger als EUR 1 Mrd. hingegen werden im Normalfall von höchstens fünf Analysten überhaupt beachtet. Dementsprechend existieren einige unentdeckte Juwelen, die von den Anlegern bislang ignoriert werden, da sich Informationen in diesem Anlageuniversum weitaus langsamer verbreiten als im Universum mit hoher Marktkapitalisierung. Da der Markt somit noch immer relativ ineffizient ist, ergeben sich erhebliche Bewertungsdifferenzen und dementsprechend zahlreiche Anlagechancen.

Rückkehr zu einer streng quantitativen Methode

Der europäische Small- und Mid-Cap-Markt bietet darüber hinaus viel Diversität im Hinblick auf Länder. Um besonders attraktive Titel ausfindig zu machen ist es zudem sinnvoll, ein quantitatives Screening-Tool zu nutzen, das dieses aus tausenden Unternehmen bestehende Universum effizient abdecken kann. Das Screening-Verfahren muss in der Lage sein, Titel mit guten Wachstumsaussichten, hohen Renditechancen, soliden Bilanzen und genügend Liquidität zu erkennen, sodass die Anleger von Preisanomalien profitieren können.

Industrie- und Technologietitel liefern solide Resultate

2016 schnitten die großen europäischen Titel geringfügig (um ca. 2%) besser ab als jene von Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung, aber seit Anfang 2017 verzeichnen die sogenannten „SMids“ eine bessere Wertentwicklung als Titel mit hoher Börsenkapitalisierung (+10,48% zum 30. Juni beim MSCI Europe Small Cap gegenüber +6,68% beim MSCI Europe). Auch die Gewinne sind im vergangenen Jahr stärker gestiegen als bei hochkapitalisierten Unternehmen. Die europäischen Volkswirtschaften profitieren von günstigeren Bedingungen (die Einkaufsmanagerindizes entwickeln sich positiv) und werden vom Rückgang politischer Risiken beflügelt (z. B. durch die Wahl von Emmanuel Macron in Frankreich). Mid-Cap-Unternehmen sind überwiegend an den Inlandsmärkten der Eurozone aktiv und hauptsächlich in zyklischen Branchen vertreten, sei es Industrie oder Technologie. Mid-Caps sind besonders oft in Nischenmärkten präsent, werden also weniger stark von potenziellen Risiken der Weltwirtschaft beeinträchtigt. Diesem Faktor wird am Markt häufig nicht die gebührende Beachtung geschenkt.

Kurz gesagt: Die makro- und mikroökonomischen Bedingungen im SMid-Cap-Universum bleiben günstig. Trotz des jüngsten Anstiegs sind die Bewertungsniveaus weiterhin überaus attraktiv. Anlegern bieten sich noch immer zahlreiche Chancen, insbesondere bei französischen, spanischen und irischen Titeln, sofern es gelingt, dieses reichhaltige, von den spezialisierten Analysten häufig zu wenig beachtete Anlageuniversum effizient zu filtern. 

Mit Kursschwankungen umgehen lernen

Wertpapiere werden an Finanzmärkten gehandelt. Die Preise werden durch Angebot und Nachfrage gebildet. Dabei gilt, wie bei jedem Markt: Käufer möchten so günstig kaufen wie möglich – auf der Gegenseite möchten die Verkäufer einen möglichst hohen Preis erzielen. Dort, wo sich Angebot und Nachfrage treffen, ergibt sich ein Marktgleichgewicht. Es entsteht ein Kurs.

Jeden Tag treffen Käufer und Verkäufer aufeinander. Manchmal ist das Angebot an Wertpapieren höher als das zu veranlagende Kapital. An anderen Tagen ist es genau umgekehrt. Der Kurs für ein bestimmtes Wertpapier ist daher einmal höher und ein anderes Mal niedriger, er unterliegt also Schwankungen.

Wann kaufen? Wann verkaufen?

Der Kurs von heute ist ein rein zufälliges Ergebnis. Das gleiche gilt auch für den Kurs von morgen. Wann ist der Kurs also niedrig genug um zu kaufen bzw. hoch genug um zu verkaufen?

Das weiß im Vorhinein niemand. Doch ab dem Zeitpunkt, zu dem man gekauft hat, soll der Kurs nach Möglichkeit steigen, sagen die Käufer. Jene, die verkauft haben, hoffen auf das Gegenteil. Leider kann das erworbene Wertpapier mit dem Prinzip der Hoffnung nichts anfangen. Und oft ist es dann auch so, dass genau ab dem Zeitpunkt des Kaufs der Kurs nur mehr eine Richtung kennt, jene nach unten.

Doch zurück zur Kursschwankung. Die Kursschwankung kann nach oben oder nach unten erfolgen. Ob dies vom einzelnen als „gut“ oder „schlecht“ empfunden wird, ist in der Finanztheorie nicht relevant. Hier wird der Begriff „Risiko“ durch die Höhe der Kursschwankung und nicht durch die Richtung der Schwankung definiert.

Höhere oder niedrigere Kursschwankungen, was ist besser?

Werfen wir einen Blick auf einen beispielhaften Chart. Wir vergleichen zwei Anlagen mit unterschiedlichen Kursschwankungen.

 

Grafik: Exemplarische Darstellung zweier Anlagen mit unterschiedlichen Kursschwankungen
Quelle: Erste Asset Management

Die Veranlagungsmöglichkeit „A“ (rot, gestrichelt) mit hohen Kursschwankungen wurde der Veranlagungsmöglichkeit „B“ (grün) mit moderaten Kursschwankungen gegenübergestellt.

Für Anlegerinnen und Anleger stellt sich die Frage: „Welche der beiden Alternativen ist besser?“

Viele Anlegerinnen definieren besser mit:

  • Höherer Ertrag oder
  • Niedrigere Schwankungen

Doch sehen das alle Investoren gleich? Beginnen wir damit, was wir objektiv über den dargestellten Kursverlauf aussagen können.

  • Die Veranlagung „A“ weist deutlich höhere Kursschwankungen auf als die Veranlagung „B“.
  • Unter der Annahme, dass alle zu Beginn des abgebildeten Zeitraums gekauft und am Ende verkauft haben, hat sich der gleiche Ertrag für Investoren ergeben.
  • Wenn man die Anlage „A“ ganz unten gekauft hätte, dann wäre der Ertrag für Investoren sehr viel höher gewesen als bei Anlage „B“.
  • Wenn man die Anlage „A“ beim Höchstkurs gekauft hätte, dann hätte man einen deutlichen Verlust erlitten.

Es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Veranlagungen, die nicht unmittelbar vergleichbar sind. Der wesentliche Unterschied liegt in der Höhe der Kursschwankungen.

Ob die Kursschwankung für den einzelnen Anleger bzw. die einzelne Anlegerin einen Vorteil oder Nachteil darstellt, kann nur individuell beurteilt werden. Viele Anlegerinnen möchten Kursschwankungen vermeiden und fühlen sich in weniger risikoreichen Investments wohler. Doch andererseits bedeuten höhere Kursschwankungen auch höhere Chancen!

Wie kann man mit Kursschwankungen umgehen?

Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Bei manchen fallen diese höher, bei anderen niedriger aus. Aus Sicht der Anlegerinnen und Anleger gibt es unterschiedliche Strategien wie mit diesen Schwankungen umgegangen wird:

  1. Die „Risiko-vermeiden“-Strategie: Aus Angst vor Kursverlusten (Schwankung nach unten) werden Risiken erst gar nicht eingegangen. Das Kapital bleibt auf dem Sparbuch oder in anderen sehr konservativen Instrumenten.
  2. Die „Vogel-Strauß“-Strategie: Bei Gefahr (Kursrückgängen) wird der Kopf in den Sand gesteckt. Bei entsprechend werthaltigen Investments und langfristigem Anlagehorizont eine verständliche Handlungsalternative.
  3. Die „Ich-habs-ja-gewusst“-Strategie. Bei Kursrückgängen erkennt man, dass man zu Höchstkursen eingestiegen ist. Häufig in Kombination mit der „Nie-wieder“-Strategie oder mit der „Warum-immer-ich“-Strategie. Oft wird sofort mit Verlust verkauft, in den meisten Fällen kommen risikoreiche Anlagen für die Zukunft nicht mehr in Frage.

Allen oben genannten Strategien haben eines gemeinsam: Anlegerinnen und Anleger waren sich vorweg der Kursschwankungen nicht bewusst oder hatten keinen Plan, wie sie damit umgehen sollten. Und eventuelle rationale Handlungen wurden in den Hintergrund gestellt.

Wir möchten daher noch einige Strategien vorstellen, die auf rationalen Entscheidungen beruhen.

  1. Die „Timing“-Strategie. Hierbei werden interessante Veranlagungen identifiziert und bewusst auf niedrige Kurse gewartet. Das bedeutet aber auch, dass nach starken Kursrückgängen auch der Mut da sein muss, um zu kaufen.
  2. Der „Einstieg-in-Tranchen“. Bei dieser Strategie wird das geplante Investment in z.B. 12 Teilbeträgen (= Monaten) investiert.
  3. Der „Wertpapier-Anlageplan“. Viele Banken bieten eine automatisierte Möglichkeit ausgewählte Fonds monatlich mittels kleiner Beträge (zumeist schon ab EUR 50,-) zu erwerben. Aufgrund des langsamen Kapitalaufbaus ist diese Strategie schon per Definition als langfristig zu sehen.

Gefühle kontrollieren, geht das?

Eines sollte immer bedacht werden: Menschen veranlagen ihr hart erarbeitetes Kapital Für die meisten ist dies eine emotionale Angelegenheit. Das Ergebnis wird nicht im Vorhinein feststehen und kann auch nicht von den Anlegerinnen und Anlegern beeinflusst werden. Selbst wenn man meint bei der Veranlagung rational gehandelt zu haben, gewinnen bei größeren Kursrückgängen die Emotionen die Überhand. Es besteht die Gefahr, dass man übereilt Entscheidungen trifft. Jede noch so gut geplante Strategie funktioniert nicht mehr.

In der Vergangenheit hat sich zur Kontrolle der Emotionen folgendes bewährt:

Nehmen Sie bei der Entscheidung über eine Veranlagung ein Blatt Papier zur Hand. Notieren Sie den Grund, warum Sie gerade diese Investition ausgewählt haben. Und definieren Sie eine Einstiegs- und Ausstiegs-Strategie dafür. Wenn es im Laufe der Zeit zu Kursschwankungen (v.a. nach unten) kommt, dann nehmen Sie VOR(!) einer Entscheidung das Papier zur Hand und überprüfen Sie, ob die niedergeschriebenen Aspekte noch Gültigkeit haben. So finden Anlegerinnen und Anleger eventuell von emotionalen zu rationalen Anlageentscheidungen zurück.

Fazit

Investments unterliegen – je nach Art der Veranlagung – mehr oder weniger hohen Kursschwankungen. Der Umgang mit diesen Schwankungen – vor allem jenen nach unten – stellt für viele Anlegerinnen und Anleger ein Problem dar. Es gibt Strategien, um die zumeist hoch-emotionalen Entscheidungen bei der Kapitalveranlagung auf eine rationale Basis zu stellen. 

Es sollte nur Kapital veranlagt werden, das längerfristig nicht benötigt wird. Denn auch Anlagen, die fundamental in Ordnung sind, können durch die Kursbewegungen an den Finanzmärkten an Wert verlieren. Doch bei einem längerfristigen Anlagehorizont besteht zumindest die Chance, dass diese Wertverluste dann auch wieder aufgeholt werden.


Über den Autor
Johann Griener ist seit 01.01.2001 in der Erste Asset Management GmbH im Bereich „Sales Retail“ tätig. In dieser Funktion betreut er v.a. die Sparkassen in Österreich mit aktuellem Schwerpunkt auf Oberösterreich. Der Aufgabenbereich umfasst die Servicierung, Schulung, Aus- und Weiterbildung der Sparkassen Mitarbeiter, die im Wertpapier-Bereich tätig sind. Dies bedeutet Erstellung und Abhalten von Präsentationen in den lokalen Instituten und in der Erste Asset Management mit dem Zweck den Absatz von Fonds der ERSTE-SPARINVEST, Ringturm und Erste Immobilien KAG zu fördern. Weiters unterstützt er die Sparkassen (österreichweit) bei der Eigenveranlagung (Nostro Geschäft). Zusätzlich werden von ihm auch zahlreiche Publikationen für den internen und externen Gebrauch entwickelt. Das „1x1 der Investmentfonds“, das von ihm erstellt wurde, liegt in allen Filialen der Erste Bank und der Sparkassen als Basislektüre und Einführung in die Funktionsweise von Investmentfonds für Kunden auf.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.