Veränderte Nachfrage und Angebotsengpässe treiben Metalle und Bergbau
Industriemetalle verzeichneten jüngst starke Preissteigerungen, getragen von einem sich ändernden Nachfrageumfeld, begrenzter Angebotsreaktion und einer fragmentierten geopolitischen Lage. Diese Faktoren führen dazu, dass Metalle und Bergbau künftig eine strategischere Rolle in Portfolios einnehmen könnten als in früheren Rohstoffzyklen.
Fundamentaldaten und neue Nachfragetrends
Rohstoffe bieten neben Inflationsschutz durch ihre reale Vermögenscharakteristik auch eine attraktive Diversifikation im Vergleich zu technologiegetriebenen Investitionen. Während traditionell China als Hauptnachfrager von Metallen gilt, ist seit der COVID-19-Pandemie ein neues Nachfrageregime erkennbar, insbesondere durch die Beschleunigung der KI-Nutzung nach der Einführung von ChatGPT.
Die Nachfrage nach grüner Energie durch Solar-, Windkraft und Elektromobilität erhöht die Metallintensität wesentlich. Zudem verstärkt die Unterbrechung der Ölversorgung über die Straße von Hormus den Energieübergang. Weiterhin generieren KI und Rechenzentrumsaufbauten eine zusätzliche strukturelle Nachfrage nach metallintensiver Infrastruktur.
Angebotsengpässe durch Produktionsrückgänge und geopolitische Ereignisse
Die Bergbauproduktion konnte mit dem Nachfragemehr nicht Schritt halten. In Chile, dem größten Kupferproduzenten weltweit, kam es ab Mitte 2025 zu Produktionsrückgängen aufgrund von Störungen. Der Krieg im Nahen Osten zerstörte eine der größten Aluminiumschmelzanlagen. Der Rückgang in Chiles Kupferproduktion 2026 fällt auf eine Zeit mit anziehendem globalen Einkaufsmanagerindex (PMI), was historisch zu starken Preissteigerungen bei Basismetallen führt.
Disziplinierteres Investitionsverhalten und erhöhte Projektkomplexität
Bergbauunternehmen zeigen sich nach dem letzten Rohstoffzyklus vorsichtiger bei Kapitalausgaben, um übermäßige Investitionen zu vermeiden. Dies ist vermutlich auf ESG-Vorgaben und Genehmigungsbeschränkungen zurückzuführen, die neue Projekte erschweren und verzögern. Regulatorische Hürden erhöhen zudem die Komplexität und verzögern das Angebot weiterer Projekte.
Kurzfristig sind keine neuen Bergbauprojekte in Sicht, die die Produktion erhöhen könnten. Daraus folgt eine begrenzte Angebotsreaktion und eine verstärkte positive Einschätzung für die Anlageklasse im Portfolio.
Geopolitische Einflüsse auf den Metallmarkt
Die Handelskriegsdynamik, verstärkt in der zweiten Amtszeit der Trump-Regierung, hat das metallische Umfeld neu geprägt. Importzölle und Unsicherheiten führten dazu, dass US-Importeure Lagerbestände aufgebaut haben, was die Lieferkettensicherheit erhöht und die Importe auf einem hohen Niveau hält.
Die allgemeine Verschlechterung des internationalen Vertrauens scheint eine Vielzahl von Ländern zu veranlassen, strategische Lagerbestände aus Gründen der nationalen Sicherheit zu etablieren. Dies stützt die positive langfristige Sicht auf die Metall- und Bergbauindustrie.
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