Abschluss des Handelsabkommens zwischen EU und Indien
Am 27. Januar haben die Europäische Union und Indien die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen formell abgeschlossen. Das Abkommen verbindet zwei der größten Volkswirtschaften mit fast zwei Milliarden Menschen. Nach der juristischen Prüfung soll das Abkommen binnen fünf bis sechs Monaten unterzeichnet werden und voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft treten.
Strategische Bedeutung und Markteinfluss
Das Abkommen zielt darauf ab, Lieferketten von China weg zu diversifizieren, Absicherung gegen US-Zölle zu bieten und vertrauenswürdige Partner mit demokratischen Regierungsmodellen zu stärken. Bereits jetzt ist die EU der zweitgrößte Handelspartner Indiens mit einem bilateralen Handelsvolumen von über 186 Milliarden Euro.
Für EU-Unternehmen wird der Zugang zu einem Wachstumsmarkt erleichtert, indem auf über 96 % der EU-Exporte nach Indien Zölle gesenkt oder abgeschafft werden. Positive Effekte werden insbesondere in den Bereichen Automobilbau, Basiskonsumgüter und Industrie erwartet. Indien profitiert vor allem in den Bereichen Textilien, Schmuck, Pharma und Verteidigung.
Beispiel Automobilindustrie
EU-Automobilhersteller erhalten verbesserten Zugang zu einem Markt, der lange von einheimischen und japanischen Marken dominiert wurde. Der Anteil der EU am indischen Automobilmarkt liegt derzeit bei nur 4 %.
Etablierung von Mittelmächten in der internationalen Wirtschaftsordnung
Das Abkommen unterstützt die strategische Autonomie Indiens und Europas in einem von Wettbewerb zwischen Großmächten geprägten Umfeld. Beide Seiten streben an, ihre wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Beziehungen zu diversifizieren, um Risiken durch Abhängigkeiten zu reduzieren.
Europa gewinnt einen wichtigen asiatischen Partner und stärkt seine Lieferketten im Bereich sauberer Technologien. Indien verringert die Abhängigkeit von US-Zöllen und den stark auf China fokussierten Produktionsnetzwerken.
Das Handelsabkommen verdeutlicht das zunehmende Gewicht regionaler „Mittelmächte“ und deren Rolle in einem fragmentierten globalen System, das von diversifizierten Partnerschaften geprägt ist.
Auswirkungen auf Markt und Investitionen
Das Abkommen beeinflusst die europäische Wirtschaft nicht unmittelbar in Bezug auf das Wachstum, verbessert jedoch die Stabilität und Qualität der Handelsbeziehungen. Für Anleger bedeutet dies eine Diversifizierung der Risiken und eine stärkere Resilienz von Unternehmensanleihen und Währungen.
Europäische Unternehmen profitieren von einem stabileren Zugang zu indischen Verbrauchern mit einem anderen Nachfrageprofil als in China und einem langfristigen Investitionshorizont, der vor allem durch demografische Entwicklungen geprägt ist.
Die stärkere Nutzung des Euro in Asien wird sich erst mittelfristig entwickeln, fungiert jedoch als stabilisierende Kraft.
Fazit
Das Handelsabkommen zwischen der EU und Indien stellt einen bedeutenden Schritt zur Erhöhung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit dar, ohne den konjunkturellen Zyklus in Europa zu verändern. Die Vereinbarung fördert die Diversifizierung der Märkte und stärkt den globalen Einfluss Europas in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft.
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