Eyb & Wallwitz Bewertung der US-Arbeitsmarktdaten: Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten

Edition AIEyb & Wallwitz Bewertung der US-Arbeitsmarktdaten: Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten

Analyse der US-Arbeitsmarktdaten im September

Im September entstanden außerhalb der Landwirtschaft nur 29.000 neue Stellen, deutlich weniger als erwartet. Die Zuwächse der beiden Vormonate wurden um insgesamt 60.000 nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 4,2 %, wobei der Lohndruck weiter nachließ. Diese Indikatoren verringern die Dringlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die US-Notenbank FED, ohne dabei auf einen Konjunktureinbruch zu verweisen.

Entwicklung am Arbeitsmarkt

Im Durchschnitt der letzten sechs Monate wurden lediglich 66.000 Stellen pro Monat geschaffen, was im Vergleich zu früheren Jahren eine spürbare Verlangsamung darstellt. Aufgrund geringerer Zuwanderung reicht dieses Wachstum jedoch aus, um die Arbeitslosenquote nahe der Vollbeschäftigung zu halten. Seit März pendelt die Quote zwischen 4,1 % und 4,3 %. Gleichzeitig stieg die Erwerbsquote im September auf 61,8 %, was den Anstieg der Arbeitslosigkeit relativiert, da dies auch auf ein größeres Arbeitsangebot zurückzuführen ist.

Weitere Marktdetails

Die übrigen Indikatoren zeigen einen ruhigen Arbeitsmarkt ohne besonderen Inflationsdruck, jedoch auch ohne Anzeichen eines bevorstehenden Einbruchs. Die Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich nur um 0,1 % und lagen 3,0 % über dem Vorjahr. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit blieb stabil bei 34,4 Stunden. Beschäftigungszuwächse wurden vor allem im Gesundheitswesen, im Baugewerbe und in der Industrie verzeichnet, während der öffentliche Sektor Stellen abbaute.

Auswirkungen auf die Geldpolitik

Für die FED verschiebt sich die Risikobilanz in Richtung eines ruhigeren Arbeitsmarkts. Trotz weiterhin deutlich über dem Ziel liegender Inflation sprechen der nachlassende Lohn- und Beschäftigungsdruck für eine unveränderte Zinspolitik im Oktober. Die Daten entschärfen den geldpolitischen Zielkonflikt, lösen ihn jedoch nicht vollständig.

Implikationen für Anleger

Die Septemberdaten sind aus Anlegersicht positiv und spiegeln das aktuelle Motto wider: „Bad news is good news“. Sie geben insbesondere den globalen Anleihemärkten eine Verschnaufpause, was kurzfristig auch Aktienmärkte entlastet. Diese Dynamik bleibt allerdings nur erhalten, solange sich die Beschäftigungsabkühlung nicht in einen Einbruch von Konsum und Unternehmensgewinnen verwandelt.


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