Milliardenboom der Prediction Markets
Prognosemärkte auf Blockchain-Basis sind längst im Mainstream angekommen. Bereits vor dem US-Luftschlag gegen die iranische Atomanlage im Juni 2025 wurden auf Plattformen wie Polymarket große Wetten platziert. Experten von Black Manta Capital Partners und der Anwaltskanzlei Osborne Clarke Germany erläutern die Komplexität der regulatorischen Lage in Europa.
Marktentwicklung und Volumenzuwachs
Das Segment der Krypto-Prognosemärkte stieg 2026 auf ein monatliches Handelsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich. Polymarket und der US-Konkurrent Kalshi erreichten zusammen etwa 26 Milliarden US-Dollar monatlich, deutlich mehr als im Vorjahr. Das Marktsegment zieht zunehmend institutionelle Anleger an und übertrifft den legalen US-Sportwettenmarkt.
Europas regulatorische Leerstelle
Während die US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) regulierend eingreift, fehlt in Europa eine einheitliche Regellinie. Spanien, die Niederlande und Frankreich reagierten mit Warnungen, Geo-Blocking und Blacklisting. In Deutschland stuft die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) Gesellschaftswetten auf Plattformen wie Polymarket als illegales Glücksspiel ein.
Diese fehlende regulatorische Klarheit erschwert institutionellen Investoren das Engagement, da Rechtssicherheit Voraussetzung für deren Beteiligung ist.
Rechtliche Einordnung: Glücksspiel oder Finanzinstrument?
Die zentrale Frage ist, ob Event-Kontrakte als Finanzinstrumente gemäß MiFID II oder als Glücksspiel zu klassifizieren sind. Kontrakte, die wirtschaftlich relevante Basiswerte wie Inflationsdaten abbilden, könnten als Derivate gelten. Wetten auf politische oder gesellschaftliche Ereignisse werden hingegen eher als Glücksspiel bewertet, was in Deutschland außerhalb des Sports nicht zulässig ist.
Der Fall Fordo als Beispiel
Der iranische Atomanlagen-Angriff illustriert das regulatorische Dilemma: Wäre der Kontrakt ein Finanzinstrument, würden Marktmissbrauchsregeln greifen und Plattformen wären zu Transparenz verpflichtet. Fehlt eine solche Einordnung, entsteht ein Kontrollvakuum und Plattformen entziehen sich der Aufsicht. Die eigenmächtige Löschung von Kontrakten über US-Soldaten durch Polymarket verschärft diese Problematik.
Chancen für Europa durch klare Regulierung
Eine aktive Regulierung bietet die Möglichkeit, mit klaren Leitplanken den regulatorischen Rahmen zu schaffen, der für institutionelle Skalierbarkeit nötig ist. Die Regulierung entscheidet, ob Europa eigene wirtschaftliche Modelle entwickelt oder das Feld US-amerikanischen Plattformen überlässt.
Black Manta Capital Partners
Black Manta Capital Partners ist ein führender Anbieter für Tokenization as a Service und Haftungsdach-Lösungen in der DACH-Region. Das 2018 gegründete Unternehmen verfügt über eine BaFin-Lizenz und ist in allen 27 EU-Staaten reguliert. Neben Standorten in München und Wien existieren Niederlassungen in den USA sowie China.
Osborne Clarke
Osborne Clarke ist eine internationale Kanzlei mit Fokus auf Digital Business, Financial Services und regulatorische Beratung im FinTech-Bereich. Das deutsche Team begleitet insbesondere bei der regulatorischen Einordnung innovativer Finanzinstrumente an der Schnittstelle von Kapitalmarkt-, Aufsichts- und Glücksspielrecht.
DE: Bei der Erstellung dieses Beitrags kann KI unterstützend eingesetzt worden sein. EN: AI may have been used to support the creation of this post.