Ein neues Paradigma der Informationssuche
Wer sich heute über einen Fondsmanager, eine Investmentstrategie oder einen alternativen Asset Manager informieren möchte, startet seinen Rechercheprozess zunehmend nicht mehr bei Google, sondern bei ChatGPT, Perplexity AI oder dem integrierten KI-Assistenten seiner Wahl. Diese Verhaltensänderung vollzieht sich schneller, als viele Marktteilnehmer ahnen.
Das Konzept der Generative Engine Optimization (GEO) beschreibt die gezielte Optimierung von Inhalten und digitaler Präsenz mit dem Ziel, in den Antworten generativer KI-Systeme zitiert, empfohlen und auffindbar zu sein. Anders als klassisches SEO zielt GEO nicht auf Suchmaschinen-Rankings ab, sondern auf die Quellenauswahl großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs).
Für institutionelle Investoren, Asset-Manager und Kapitalmarktdienstleister in der DACH-Region ist dies aus einem einfachen Grund relevant: Wer in LLM-Antworten nicht vorkommt, existiert für einen wachsenden Teil der informationssuchenden Entscheider schlicht nicht.
Die klassische Suchlandschaft: Googles Dominanz und ihre Grenzen
Um das Ausmaß der Veränderung einzuordnen, lohnt ein Blick auf die aktuelle Suchmaschinenlandschaft. Google verarbeitet täglich rund 16,4 Milliarden Anfragen – das entspricht knapp 190.000 Suchanfragen pro Sekunde und über 5,9 Billionen pro Jahr. Der globale Marktanteil beträgt 89,6 Prozent auf Desktop und Mobile zusammen. Bing folgt mit großem Abstand bei 3,95 Prozent.

Abb. 1: Suchmaschinen-Marktanteile weltweit (Desktop + Mobile), 2025. Googles Dominanz von 89,6 % macht klassisches SEO nach wie vor unverzichtbar – doch das Wachstum findet anderswo statt.
Quellen: StatCounter / Statista 2025.
Diese Zahlen täuschen jedoch über eine entscheidende Dynamik hinweg: Innerhalb der 10 meistgesuchten Begriffe weltweit steht ChatGPT an erster Stelle, mit 768 Millionen monatlichen Suchanfragen allein auf Google. Menschen suchen also über Google nach dem Werkzeug, das Google zunehmend ersetzen soll. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Übergangsphänomen.
Hinzu kommt: Schon heute enden 58–60 % aller Google-Suchanfragen ohne einen einzigen Klick auf eine externe Website. Nutzer erhalten ihre Antwort direkt in der Ergebnisseite via KI-Overview oder Featured Snippet. Im neuen Google AI Mode steigt diese Zero-Click-Rate sogar auf 93 %. Der klassische Weg “Suche → Website → Conversion” erodiert.
Der Aufstieg der LLM-Suche: Zahlen, die beeindrucken
Während Google seine Stellung verteidigt, wachsen die KI-nativen Suchplattformen in einem Tempo, das in der Geschichte des Internets kaum Vorbilder hat.
- 900 Mio. wöchentliche ChatGPT-Nutzer (Feb. 2026) – verdoppelt in 12 Monaten
- 780 Mio. monatliche Suchanfragen bei Perplexity AI (Mai 2025)
- +357 % Wachstum der AI-Referral-Besuche, Juni 2024 → Juni 2025
- 1,2 Mrd. monatliche Nutzer von KI-Suchplattformen weltweit (2025)
Besonders eindrücklich ist die Wachstumskurve von Perplexity AI: 2022 verarbeitete die Plattform rund 3.000 Anfragen täglich. Bis Mai 2025 stieg diese Zahl auf 780 Millionen monatlich – ein Wachstum um den Faktor 8.600 innerhalb von drei Jahren.

Abb. 2: Perplexity AI – Wachstum monatlicher Suchanfragen 2022 bis Mai 2025. Die exponentielle Kurve verdeutlicht, wie schnell sich Nutzungsverhalten in Richtung LLM-gestützter Suche verschiebt.
Quellen: Perplexity AI (offizielle Angaben), SEOProfy 2026, Business of Apps 2026.
Parallel dazu hat sich der AI-Traffic-Anteil am gesamten Internetverkehr von 0,02 % (2024) auf 0,15 % (2025) versiebenfacht. Absolut betrachtet mögen das kleine Zahlen klingen – doch das Wachstumstempo ist das Signal, auf das Strategen in der Finanzbranche achten sollten.
Warum KI-Traffic für die Finanzbranche qualitativ wichtiger ist
Die rein quantitative Betrachtung unterschätzt die strategische Bedeutung von KI-Suche. Der entscheidende Punkt liegt in der Qualität des generierten Traffics.

Abb. 3: KI-Suche vs. klassische Google-Suche: Konversionsraten, Traffic-Wachstum und Zero-Click-Verhalten im Vergleich. Der Konversionsvorsprung der KI-Suche ist für erklärungsbedürftige Finanzprodukte besonders relevant.
Quellen: Exposure Ninja GEO Statistics 2026; Semrush / Exposure Ninja 2025–2026.
Der Grund liegt in der Nutzungsintention: Wer eine KI befragt, formuliert spezifischere, komplexere Fragen: “Welche europäischen Asset-Manager bieten DACH-fokussierte Infrastruktur-Fonds an?” statt “Infrastruktur Fonds”. Der Nutzer ist weiter im Entscheidungsprozess, seine Kaufbereitschaft ist vermutlich höher. Genau dieses Qualitätsprofil ist in der Finanzbranche von besonderer Bedeutung.
Bereits heute planen 38 % der Business-Entscheider Budget spezifisch für die Optimierung ihrer Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen ein. GEO ist also kein akademisches Konzept mehr, sondern Teil konkreter Marketing-Budgets.
Die Kräfteverhältnisse im KI-Suchmarkt
Der Markt für KI-gestützte Suche ist bereits konsolidiert: ChatGPT dominiert mit fast 78 % des AI-Referral-Traffics, gefolgt von Perplexity mit 15 % und Google Gemini mit 6,4 %. Diese drei Plattformen entscheiden derzeit darüber, welche Inhalte, Quellen und Marken in LLM-Antworten erscheinen – und welche nicht.

Abb. 4: Marktanteile der führenden KI-Suchplattformen gemessen am AI-Traffic-Anteil (2025). Im Zentrum: 1,2 Milliarden monatliche Nutzer auf KI-Suchplattformen weltweit.
Quellen: SE Ranking Research Study 2025; Presence AI Year in Review 2026.
Für Asset-Manager und Finanzdienstleister bedeutet das konkret: Optimierungsmaßnahmen müssen primär auf ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews ausgerichtet sein. Diese drei Systeme haben unterschiedliche Quell-Präferenzen, Zitiermuster und Ranking-Logiken – ein einheitlicher Ansatz reicht nicht aus.
Was LLM-Auffindbarkeit bedeutet – und warum sie sich von SEO unterscheidet
Klassisches SEO optimiert für Suchmaschinen-Algorithmen: Backlinks, Keywords, technische Seitenstruktur, Ladezeiten. Das Ziel ist eine hohe Position in einer Trefferliste, aus der der Nutzer dann auswählt.
GEO funktioniert grundsätzlich anders. Große Sprachmodelle generieren eine einzige, synthetisierte Antwort auf eine Frage – kein Ranking, keine Liste, keine Optionsvielfalt. Die Konsequenz ist radikal: Entweder eine Marke, ein Fonds oder ein Asset-Manager wird als relevante Quelle herangezogen, oder er existiert in dieser Antwort nicht.
Wie LLMs ihre Quellen auswählen
LLMs wie GPT-4o, Claude oder die Modelle hinter Perplexity ziehen ihre Informationen aus mehreren Quellen: dem Trainings-Korpus (Webseiten, Publikationen, Fachliteratur bis zum Trainings-Cutoff), Live-Websuche (bei Perplexity und ChatGPT im Search-Modus) sowie Datenpartnerschaften. Die Auswahl folgt keinem öffentlich dokumentierten Algorithmus, aber empirische Analysen zeigen klare Muster:
- Autorität durch Zitation: Inhalte, die von anderen Quellen zitiert werden – Fachmedien, akademische Publikationen, regulatorische Dokumente – genießen höhere LLM-Präsenz.
- Strukturierte, faktenreiche Inhalte: LLMs bevorzugen klare, faktenbasierte Aussagen, die sie direkt in Antworten integrieren können. Marketing-Sprache und vage Formulierungen werden seltener zitiert.
- Aktualität und Konsistenz: Perplexity und ChatGPT im Search-Modus bevorzugen aktuelle Inhalte mit konsistenten Metadaten (Autor, Datum, Organisation). Veraltete Seiten oder fehlende Strukturdaten reduzieren die Zitierwahrscheinlichkeit.
- Semantische Eindeutigkeit: Organisationen und Personen, die mit klaren Entitätsdaten verknüpft sind (Wikipedia-Einträge, strukturierte Daten auf der Website, konsistente Nennung in Fachmedien), werden von LLMs zuverlässiger erkannt und zitiert.
- E-E-A-T-Signale: Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness – dieselben Qualitätssignale, die Google für Human-First-Content bewertet, fließen als Trainingsdaten in LLMs ein und beeinflussen deren Quellenauswahl.
Konkrete GEO-Maßnahmen für Asset-Manager und Finanzdienstleister
Die Übertragung allgemeiner GEO-Prinzipien auf die regulierte Finanzwelt erfordert eine angepasste Vorgehensweise. Nachfolgend die wichtigsten Hebel.
Thought-Leadership-Content mit Zitierpotenzial
LLMs zitieren Inhalte, die Fragen vollständig und faktendicht beantworten. Marktkommentare, Quartals-Ausblicke, Whitepaper und Regulatorik-Analysen, die konkrete Zahlen, Einschätzungen und Named Entities (Personen, Fonds, Regulierungsrahmen) enthalten, haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten zu erscheinen, als generische Marketingtexte.
Strukturierte Daten und semantische Klarheit
Schema-Markup für Organisationen, Personen und Finanzprodukte hilft LLMs, Entitäten klar zu identifizieren. Asset-Manager sollten sicherstellen, dass ihre Website maschinenlesbare Metadaten enthält, die Fondsnamen, Strategien und verantwortliche Personen eindeutig referenzieren.
Präsenz in Fachpublikationen und Daten-Ökosystemen
Zitierungen in anerkannten Fachmedien (Finanzpresse, Regulierungs-Datenbanken, BaFin-Bekanntmachungen, Bloomberg-Datenfeeds), verbessern die LLM-Sichtbarkeit direkt, da diese Quellen zum Trainings-Korpus und zu Live-Suchanfragen der KI-Systeme gehören. Für die DACH-Region sind Plattformen wie altii als Quelle für Fondsdarstellungen deshalb strategisch bedeutsam.
FAQ und konversationelle Inhaltsformate
Nutzer stellen LLMs Fragen in natürlicher Sprache. Inhalte, die exakt diese Fragen antizipieren und beantworten, “Wie unterscheidet sich ein Open-End-Infrastrukturfonds von einem ELTIF?”, werden bevorzugt zitiert. Strukturierte FAQ-Abschnitte auf Produktseiten sind ein einfaches und wirkungsvolles GEO-Instrument.
Monitoring der LLM-Sichtbarkeit
Anders als bei SEO gibt es kein standardisiertes Ranking-Tracking für LLM-Sichtbarkeit. Erste spezialisierte Tools ermöglichen es, systematisch zu testen, ob und wie ein Unternehmen oder ein Produkt in KI-Antworten erscheint. Dieser Bereich entwickelt sich schnell – 25,7 % der Marketer planen bereits, Content spezifisch für KI-Zitationen zu entwickeln.
Einordnung: GEO ersetzt SEO nicht – es ergänzt es
Quellen und Datengrundlage
- StatCounter / Statista (2025): Search Engine Market Share Worldwide, Desktop + Mobile
- AllOutSEO (2026): 67+ Google Search Statistics – alloutseo.com
- DemandSage (2026): How Many Google Searches Per Day – demandsage.com
- SEOProfy (2026): 60 Perplexity AI Statistics – seoprofy.com
- Business of Apps (2026): Perplexity Revenue and Usage Statistics – businessofapps.com
- SE Ranking Research Study (2025): AI Traffic in 2025 – seranking.com
- Exposure Ninja (2026): AI Search Statistics for 2026: CMO Cheatsheet – exposureninja.com
- Presence AI (2026): 2025 AI Search Year in Review – presenceai.app
- SEMrush Blog (2025): 29 Eye-Opening Google Search Statistics – semrush.com
* DE: Diese Inhalte wurden automatisiert ergänzt und können KI-generiert sein. EN: This content was automatically generated and may have been created using AI. *