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LGIM erhöht Einsatz für Nachhaltigkeit und Governance

Press ReleasesLGIM erhöht Einsatz für Nachhaltigkeit und Governance

Legal & General Investment Management (LGIM), einer der weltweit größten Vermögensverwalter, hat seine Stewardship-Bemühungen weiter verstärkt und den Druck auf Unternehmensvorstände weltweit in einer Reihe von Themen wie Klimawandel, Vergütung, Diversität und Governance des Führungsgremiums erhöht.

Aus dem heute veröffentlichten neunten „Active Ownership Report“ von LGIM geht hervor, dass LGIM im Laufe des Jahres 2019 weiterhin weltweit gegen die Wahl von mehr als 4.000 Unternehmensvorständen gestimmt hat. Ziel ist es, damit auf lange Sicht positive Veränderungen in den Unternehmen und Märkten, in die LGIM investiert, zu bewirken.

Sacha Sadan, Direktor Investment Stewardship bei LGIM, kommentiert: „In diesen beispiellosen Zeiten werden wir daran erinnert, wie vernetzt die Welt ist – aber auch daran, dass Nachhaltigkeit, eine gute Unternehmensführung und die faire Behandlung der Mitarbeiter die Bausteine für eine bessere Zukunft sein werden. LGIM wird Unternehmen weiterhin unterstützen und sie dazu anhalten, ihrer Verantwortung gegenüber ihren Stakeholdern gerecht zu werden. Wir werden uns zudem gegenüber den Aufsichtsbehörden für eine Verbesserung der Marktstandards stark machen und uns um Zusammenarbeit bemühen, um Fortschritte bei den Themen zu erzielen, die für unsere Kunden und die Gesellschaft als Ganzes von Bedeutung sind.“

Bekämpfung des Klimawandels durch entschiedenes Stewardship

Der Klimawandel war das Thema, zu dem sich LGIM 2019 am häufigsten beschäftigte. Im Laufe des Jahres unterstützte LGIM – die als „einer der offensten Fondsgesellschaften in der Klimakrise1“ angesehen wird – mehr Aktionärsbeschlüsse zum Klimawandel als jeder andere der weltweit größten Vermögensverwalter2. LGIM war sogar Mitverfasser eines Klimabeschlusses beim Ölkonzern BP. Dieser trug dazu bei, das Unternehmen bei der Verabschiedung branchenführender Emissionsziele zu unterstützen.

Im Juni veröffentlichte LGIM ihre zweite jährliche Rangliste derjenigen Unternehmen, die bei „Climate Impact Pledge“-Engagements Vorreiter sind oder hinterherhinken. Dabei stimmte LGIM gegen elf Unternehmen – darunter Exxon Mobil und die China Construction Bank – und ergriff Maßnahmen als Investor, da diese Unternehmen keine ausreichenden Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels nachgewiesen hatten. Der Bericht zum „Climate Impact Pledge“ hob auch Beispiele für bewährte Praktiken hervor, ebenso wie Beispiele für Stewardship, die einen positiven Wandel vorantreiben. Zwei Unternehmen, die 2018 aus ausgewählten Fonds ausgelistet wurden, hatten dabei genügend Fortschritte gemacht, um 2019 eine Reinvestition zu rechtfertigen.

Der LGIM-Ansatz wird von einer unabhängigen Analyse bestätigt. Bei der Untersuchung großer Asset Manager hinsichtlich ihrer Kompetenz bei verantwortungsbewussten Anlagen erhielt LGIM als einer von nur fünf Vermögensverwaltern weltweit ein A-Rating. Damit wurde LGIM unter den britischen Gesellschaften, den Indexfonds-Anbietern sowie innerhalb der Gruppe der 15 größten Asset Managern weltweit am besten bewertet.3

Als Zeugnis der verstärkten Klimaambitionen innerhalb der Legal & General-Gruppe hat sich LGIM Real Assets außerdem dazu verpflichtet, bis 2050 für alle Immobilienobjekte einen Netto-Null-CO2-Ausstoß zu erreichen4.

Förderung finanzieller Teilhabe

LGIM setzt sich dafür ein, die Vergütungspraktiken für Führungskräfte zu verbessern und die Einkommensungleichheit bei den Unternehmen zu verringern, an denen LGIM Anteile hält. Im vergangenen Jahr lehnte LGIM weltweit 35% der Vergütungspakete ab und stimmte gegen viele Vorsitzende von Vergütungsausschüssen, weil sie es versäumt hatten, auf anhaltende Bedenken einzugehen. LGIM regt Unternehmen auch weiterhin dazu an, einen existenzsichernden Lohn einzuführen.

Im Rahmen verstärkter Richtlinien wird LGIM gegen Unternehmen stimmen, in denen die Pensionen neu ernannter Geschäftsführer nicht an die der Belegschaft angepasst sind, sowie gegen Unternehmen, in denen Geschäftsführer nach ihrem Ausscheiden zwei Jahre lang keine nennenswerten Aktienanteile behalten.

Sacha Sadan dazu: „Je länger Führungskräfte weiterhin an dem Unternehmen beteiligt sind, desto geringer ist das Risiko kurzfristiger Managemententscheidungen. Um dies zu erreichen und gleichzeitig auf eine bessere Angleichung an die Stakeholder-Gruppen hinzuwirken, haben wir unsere Grundsätze, nach denen wir Aktienbeteiligungen eingehen, aktualisiert.“

Streben nach guter Unternehmensführung und Vielfalt

LGIM ermutigt Unternehmen, robuste Governance-Strukturen einzuführen, da diese ein Eckpfeiler langfristiger Wertschöpfung sind. 2019 lehnte LGIM weltweit 15 % der Vorschläge im Zusammenhang mit Vorständen ab, darunter:

  • 776 Fälle, in denen Vorstände zu viele Funktionen gleichzeitig ausübten („overboarding“),
  • 530 Vorstände japanischer Unternehmen und 365 Beschlüsse bei europäischen Unternehmen aufgrund von Bedenken bezüglich ihrer Unabhängigkeit,
  • 199 Resolutionen bei nordamerikanischen Unternehmen wegen zu langer Vertragszeit mit Rechnungsprüfern.

Im Januar kündigte LGIM an, gegen alle Unternehmen zu stimmen, in denen der CEO auch den Aufsichtsratsvorsitz innehat. LGIM setzt sich seit langem für die Trennung der Rollen ein. Im vergangenen Jahr unterstützte LGIM 51 Aktionärsanträge in den USA, in denen eine Trennung der Funktionen gefordert wurde. Außerdem wurden 40 Stimmen gegen Vorstandsmitglieder abgegeben, bei denen die Entscheidung des Aufsichtsrates, die Funktionen zusammenzulegen, ohne die vorherige Zustimmung der Aktionäre erfolgte.

LGIM befürwortet zudem seit langem die Bedeutung unterschiedlicher Standpunkte und Fähigkeiten für den Unternehmenserfolg. 2019 hat LGIM diesen Schwerpunkt mit globaler Perspektive weiter ausgebaut und zielt auf Unternehmen mit geringer Gender Diversity ab.

  • Bei 51 US-amerikanischen und 19 japanischen Unternehmen waren nach dem Engagement von LGIM Verbesserungen bei der Diversität zu verzeichnen
  • LGIM stimmte aufgrund mangelnder Diversität gegen 76 Vorstände in Großbritannien, 41 Unternehmen in Schwellenländern und 56 Vorstände im asiatisch-pazifischen Raum.

Sacha Sadan erläutert: „Vor allem bei schwierigen Bedingungen können vielfältig zusammengesetzte Vorstände und Aufsichtsräte Unternehmen besser vorantreiben und weiter entwickeln. Wir brauchen Vorstandsmitglieder, die in der Lage sind, sich auf die wichtigen Aufgaben ihrer Rolle zu konzentrieren. Dazu gehört, dass sie nicht in zu vielen Aufsichtsräten sitzen, und dass die richtigen Kontrollmechanismen greifen. Besonders wichtig ist es dabei, sich als Aufsichtsratsvorsitzender und CEO in einer Person nicht selbst zu regulieren.“

Noch mehr Integration von ESG-Aspekten in der Geldanlage

Die Stewardship-Bemühungen von LGIM gehen Hand in Hand mit der zunehmenden Bedeutung der ESG-Kriterien im gesamten Anlageprozess. Im Laufe des letzten Jahres hat LGIM ein umfassendes Rahmenwerk für verantwortungsbewusstes Investieren geschaffen, das sowohl börsennotierte als auch private Vermögenswerte umfasst. LGIM hat ihr eigenes ESG-Scoring weiterentwickelt und 14 neue Fonds mit ESG-bezogenen Zielen aufgelegt, während sie gleichzeitig weitere Maßnahmen gegen Unternehmen mit schlechtem ESG-Scoring ergriff. So wandte sich LGIM mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen an die Vorstandsvorsitzenden von 98 Unternehmen mit schlechten Sozial- und Governance-Bewertungen – zum Beispiel aufgrund ungerechter Behandlung von Mitarbeitern und Zulieferern oder mangelnder Transparenz.

Vorantreiben der Branche durch politische Arbeit

LGIM arbeitet auch eng mit politischen Entscheidungsträgern zusammen: 2019 engagierte sie sich in rund 30 Initiativen mit Aufsichtsbehörden weltweit teil, arbeitete aber auch mit anderen Investoren zusammen und nahm – wo geeignet – öffentliche Positionen ein. Von der Verbesserung der Rechnungsprüfungsqualität und des Stewardship in Großbritannien über die Stärkung der Anlegerrechte in Japan und den USA bis hin zum Eintreten für eine nachhaltige Finanzwirtschaft in der EU und der Aktualisierung des Corporate-Governance-Kodex in Deutschland – LGIM verstärkt weiterhin die politische Arbeit im Rahmen ihres laufenden Einsatzes zur Förderung eines nachhaltigen Finanzsystems.


Um den neunten Active Ownership-Report von LGIM vollständig zu lesen, klicken Sie bitte www.lgim.com/ownership

1) Quelle: The Guardian
2) Quelle: ShareAction
3) Quelle: ShareAction – Point of No Returns (2020)
4) Weitere Informationen über den Klima-Ansatz der Legal & General Gruppe erhalten Sie im TCFD-Bericht: https://www.legalandgeneralgroup.com/media/17720/lg_tcfd_100320-finalpdf-with-link-2-pdf-with-link.pdf