„Physische KI“ und Verteidigung – die neuen Trümpfe Japans

Markets and News„Physische KI“ und Verteidigung – die neuen Trümpfe Japans

Ein Beitrag von Naomi Fink (Chief Global Strategist) und Junichi Takayama (Investment Director) von Amova Asset Management, die neue Wachstumsfelder in Japan kommentieren:
Japans Regierung baut bei ihrer Wachstumsstrategie auf 17 strategische Sektoren, darunter KI, Halbleiter, Schiffbau und Verteidigung. In vielen dieser Bereiche baut man auf vorhandene Stärken. Insbesondere sind in Japan viele Unternehmen ansässig, die eine entscheidende, teils nahezu oligopolistische Rolle in der globalen KI-Lieferkette spielen.

Junichi Takayama

„Physische KI“ – neuer Sektor für Japans Dominanz?

Japan ist seit langem führend in der Industrierobotik und Automatisierung. Beide Bereiche sorgen selten für Schlagzeilen, sind aber wesentliche Bestandteile vieler globaler Lieferketten, darunter der modernen Halbleiterfertigung und -verpackung. Diese Position verschafft Japan die Kontrolle über kritische Teile des industriellen KI-Ökosystems, bei begrenztem Wettbewerb und starker globaler Nachfrage. „Physische KI“ sorgt nicht für denselben Hype wie andere Bereiche der künstlichen Intelligenz, kann aber eine bedeutende Rolle bei der Steigerung der Produktivität spielen – weit über Japan hinaus.

Sektor im Fokus: Verteidigung

Die wachsenden geopolitischen Spannungen machen den Verteidigungssektor zur Wachstumsbranche. Seit 2023 hat die Regierung das Verteidigungsbudget auf 2 % des BIP verdoppelt und dürfte diesen Anteil weiter anheben. Darüber hinaus ist die japanische Verteidigungsindustrie gut positioniert, um nicht nur den wachsenden heimischen Markt zu beliefern, sondern auch die Ausfuhr an wichtige Verbündete zu steigern. So gewann Mitsubishi Heavy Industries im August letzten Jahres eine hart umkämpfte Ausschreibung der australischen Regierung zur Lieferung seiner modernisierten Fregatten – der größte Verteidigungsexportvertrag des Landes seit über zehn Jahren.

Wachstumspotenzial sehen wir daneben für Verteidigungstechnologien, die auch für zivile Zwecke genutzt werden können. In der Vergangenheit hat die Industriepolitik in Ländern wie Japan, den USA und in ganz Europa oft Innovationen hervorgebracht, die später zu Produktivitätssteigerungen in der Gesamtwirtschaft führten.

Bilder © Amova Asset Management