Software: Sind KI-Disruptionsrisiken übertrieben oder berechtigt?
Künstliche Intelligenz ist das aktuell bestimmende Thema im Technologiesektor. Anfangs sahen Investoren durch neue KI-Anwendungen ein großes Wachstumspotenzial. Inzwischen rücken jedoch die Risiken für etablierte Softwarelösungen stärker ins Blickfeld. Es wird diskutiert, ob KI-Agenten von Unternehmen wie OpenAI bestehende Software vollständig ersetzen könnten, was viele Investoren dazu veranlasst, den Softwaresektor vorsichtig zu beurteilen.
Marktsentiment und Investorenstrategien
Einige Investoren, darunter ein bedeutender Risikokapitalgeber, investieren verstärkt in KI-Infrastruktur wie Rechenzentren, Halbleiter und Robotik, während sie den Softwaresektor meiden. Viele Softwareaktien notieren aktuell zweistellig im Minus und erscheinen günstig bewertet.
Obwohl die Fortschritte in der KI rasant sind, könnten Marktreaktionen überzogen sein. Geschäftsprozesse in großen Unternehmen sind komplex und nicht einfach durch KI-Agenten ersetzbar. Eine umfassende KI-Lösung, die breite Geschäftsprozesse abbildet, wurde bisher nicht präsentiert. Stattdessen etabliert sich KI eher als Betriebssystem-Plattform, auf dem bestehende Softwarelösungen aufbauen. Dies führte bei der letzten Präsentation von OpenAI bereits zu Kursanstiegen bei Softwareaktien.
Exklusiver Datenzugang als Schutzfaktor
Langfristig kann ein Teil heutiger Software durch KI ersetzt werden. Investoren sollten deshalb Anbieter bevorzugen, deren Software schwer ersetzbar ist, insbesondere durch exklusiven Zugang zu firmeneigenen Daten. Ein Beispiel sind Unternehmensressourcenplanungssysteme (ERP), die Kundendaten verwalten und nur schwer von anderen Systemen ersetzt werden können.
Bei einem führenden deutschen ERP-Anbieter sind die Daten geschützt in firmeneigenen Datenbanken. KI wird hier als Chance gesehen, um durch KI-Tools effizient Routinetätigkeiten in Rechnungswesen und Personalabteilungen zu automatisieren. Die Cloudmigration dieses Anbieters schreitet voran, allerdings gab es in 2026 aufgrund geopolitischer Unsicherheiten temporäre Eintrübungen im Kundenwachstum. Eine mögliche Erholung durch Cloudmigration, stabile Währungskurse und KI-Umsatzpotenziale bei kleinen und mittleren Unternehmen könnte zu zweistelligem Umsatz- und Gewinnwachstum bis Ende des Jahrzehnts führen.
US-Anbieter und Hyperscaler im Wettbewerb
Ein führender US-amerikanischer Anbieter von Unternehmensdatenbanken baut parallel KI-Rechenzentren auf und erzielt bereits Großaufträge, unter anderem einen 300-Milliarden-Dollar-Vertrag mit OpenAI ab 2027. Der Auftragsbestand übertrifft dabei etablierte Cloud-Hyperscaler wie AWS, Azure und Google Cloud. Es wird mit einer Vervierfachung des Umsatzes bis 2025 auf 225 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 21 US-Dollar je Aktie bis 2030 gerechnet.
Die hohen Ausgaben für den Ausbau der KI-Infrastruktur und die Finanzierung durch Schulden sorgen jedoch für Unsicherheit bei Investoren. Der Anbieter strebt eine Bruttomarge von 30 bis 40 Prozent im KI-Cloudgeschäft und nur profitable Aufträge an. Wird dies erreicht, könnten Marktbefürchtungen als unbegründet gelten.
Geschützte komplexe Softwarelösungen
Software im Bereich Produktlebenszyklus-Management (PLM) gilt ebenfalls als eher widerstandsfähig gegenüber Disruption. Trotz allgemein schwacher Kursentwicklung musste der Marktführer seinen Ausblick für 2025 reduzieren, vor allem aufgrund schwacher Geschäftsentwicklung im Life-Science-Segment und starkem Kundenanteil aus der Automobilbranche. Eine Stabilisierung 2026 könnte Erholungspotenziale eröffnen, da die Bewertung derzeit unter dem Langfristdurchschnitt liegt.
Risiken bei Bild- und Videobearbeitung
Der führende Anbieter von Bildbearbeitungssoftware ist gegenwärtig am stärksten durch neue KI-Text-to-Video-Modelle gefährdet. Diese Modelle bieten potenziellen Wettbewerb, da Bild- und Videobearbeitung sich besonders gut für KI-Anwendungen eignen. Dennoch verwenden viele professionelle Kunden weiterhin etablierte Lösungen, die ein breiteres Funktionsspektrum abdecken. Die Aktie ist aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 bewertet, was auf ein erhöhtes Risiko hindeutet.
Kundenmanagementsysteme und KI
Der führende Anbieter von Kundenmanagementsystemen (CRM) verfügt ebenfalls über eigene KI-Tools, hat jedoch mit der Monetarisierung der KI-Einnahmen unter den Erwartungen gelegen. Wiederkehrende Einnahmen aus KI liegen mit 1,4 Milliarden US-Dollar über dem Branchendurchschnitt. Der Anbieter erweitert seine Kompetenzen durch den Zukauf eines Cloud-Datenmanagement-Unternehmens und plant organisches Umsatzwachstum von durchschnittlich zehn Prozent bis 2030. Außerdem wurde ein großes Aktienrückkaufprogramm gestartet.
Fazit
Das KI-Disruptionsrisiko im Softwaresektor ist schwer einzuschätzen. Der Markt könnte Risiken überbewerten, da umfassender Ersatz klassischer Software durch KI-Agenten fraglich ist. Anbieter mit geschützten und komplexen Softwarelösungen wie ERP und PLM sind tendenziell weniger gefährdet. Erhöhte Risiken bestehen hingegen bei Bild- und Videobearbeitung sowie Kundenmanagementsystemen, wo jedoch bei Abschwächung der eingepreisten Risiken Bewertungsaufholpotenzial besteht.
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