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Vorsorgekompass 2026: Gesetzliche Rente sichert oft nicht den Lebensstandard im Ruhestand

Edition AIVorsorgekompass 2026: Gesetzliche Rente sichert oft nicht den Lebensstandard im Ruhestand

Vorsorgekompass 2026 analysiert Finanzierung des Lebensstandards im Ruhestand

Der Vorsorgekompass 2026 des Center für Intergenerative Finanzwissenschaft an der WHU Vallendar untersucht erstmals detailliert, wie Haushalte in Deutschland ihren Lebensstandard im Ruhestand finanzieren. Die Studie verdeutlicht, wie sich Ausgabenprofile im Alter verändern und in welchen Lebensphasen zusätzliche Vorsorge besonders relevant ist – insbesondere, wenn nicht nur die Existenz, sondern auch der gewohnte Lebensstandard erhalten bleiben soll.

Gesetzliche Rente deckt durchschnittlich 60 Prozent der Ausgaben

Ergebnisse der Studie im Auftrag von Union Investment zeigen, dass die gesetzlichen Versorgungssysteme weiterhin das zentrale Rückgrat der Alterssicherung bilden. Allerdings decken sie aktuell im Durchschnitt nur rund 60 Prozent der monatlichen Ausgaben eines Rentnerhaushalts. Für viele Ruheständler führt dies dazu, dass private Vorsorge, betriebliche Altersversorgung oder Vermögensentnahmen notwendig sind, um den Lebensstandard zu halten.

Ausgaben- und Einnahmenstruktur im Ruhestand

Ruheständler geben durchschnittlich 3.148 Euro pro Monat aus. Fast die Hälfte entfällt auf Wohnkosten, daneben sind Lebensmittel, Mobilität und Alltagskosten wichtige Ausgabenbereiche. Die laufenden Einnahmen aus gesetzlichen und weiteren Einkommensquellen liegen im Schnitt bei 2.988 Euro. Die Lücke von etwa 160 Euro wird gegenwärtig durch Vermögensentnahmen ausgeglichen, eine Strategie, die langfristig angesichts sinkender Leistungen und steigender Kosten problematisch sein könnte.

Variierende Finanzierungslücken und Lebensstile

Haushalte ohne ergänzende Vorsorge müssen monatlich mit Finanzierungslücken von mehr als 1.000 Euro rechnen, wobei die gesetzliche Rente oft nur Wohnkosten deckt. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben variiert mit Alter und Lebensstil:

  • 60- bis 69-Jährige geben durchschnittlich 2.900 Euro aus, verfügen aber nur über 2.600 Euro laufende Einnahmen und gleichen die Differenz von circa 300 Euro überwiegend durch Vermögensentnahmen aus.
  • 70- bis 79-Jährige haben Ausgaben von etwa 3.300 Euro und Einnahmen von 3.200 Euro. Über die Hälfte besitzt Wohneigentum, das einen wesentlichen Einkommensbestandteil neben der gesetzlichen Rente bildet.
  • Ab 80 Jahren liegen Ausgaben bei rund 3.200 Euro und regelmäßige Einnahmen bei etwa 3.100 Euro.

Die höhere gesetzliche Versorgung bei den älteren Gruppen zeigt sich in durchschnittlichen Renten von etwa 1.600 Euro bei 60- bis 69-Jährigen (61 % der Einnahmen) und knapp 2.400 Euro bei den über 70-Jährigen (74–77 % der Einnahmen).

Lebensstil beeinflusst Ausgaben deutlich

Ausgabenprofile werden stark vom individuellen Lebensstil geprägt. Reisefreudige oder kulturell aktive Senioren im Alter von 70 bis 79 Jahren geben monatlich 1.000 bis 1.500 Euro mehr aus als häuslich orientierte Personen. Der Vorsorgekompass macht deutlich, dass zusätzliche Vorsorge kein Luxus, sondern essenziell für finanzielle Sicherheit im Alter ist.

Mehrere Säulen der Alterssicherung sind notwendig

Die gesetzliche Rente allein reicht nicht aus, um den Lebensstandard im Ruhestand zu sichern. Ein Zusammenspiel von gesetzlichen Leistungen, privater Vorsorge und betrieblicher Altersversorgung ist erforderlich. Wer frühzeitig vorsorgt, kann einem Absinken des Lebensstandards entgegenwirken.

Politische Herausforderungen und private Vorsorge

Angesichts des demografischen Wandels und finanzieller Belastungen auf umlagefinanzierte Systeme wird vor unrealistischen Leistungsausweitungen gewarnt. Eine transparente Kommunikation über die Grenzen des Systems ist notwendig ebenso wie eine stärkere Förderung kosteneffizienter und renditestarker privater sowie betrieblicher Altersvorsorge. Die jüngste Reform wird als bedeutender Fortschritt für die private Altersvorsorge seit 2002 bewertet. Deutschland benötigt eine starke und zukunftsfähige Altersvorsorge, um den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu begegnen.


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