BearingPoint-Studie: Deutsche Banken stabil, aber renditeschwach

AIBearingPoint-Studie: Deutsche Banken stabil, aber renditeschwach

Europas Banken sind so gut kapitalisiert wie seit der Finanzkrise nicht mehr, doch deutsche Institute verdienen weiter weniger als der Durchschnitt. Das zeigt die Bankenstudie 2026 von BearingPoint, die 216 europäische Banken über 13 Jahre auswertet. Für Investoren in Bankaktien, Bankanleihen und Kreditfonds rückt damit die Frage in den Vordergrund, welche Institute ihre Ertragskraft auch ohne Zinsrückenwind halten.

Warum Kapitalstärke allein nicht mehr trägt

Die Kapitalquoten europäischer Banken sind seit 2013 deutlich gestiegen, die Quoten notleidender Kredite gesunken. BearingPoint wertet hohe Kapitalquoten und solide Liquidität deshalb als Hygienefaktoren. Über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden laut Studie künftig Effizienz, Ertragskraft, Datenqualität und der Einsatz von KI.

Deutsche Institute haben ihre Kosten gesenkt, verdienen aber weniger als ihre europäischen Wettbewerber. Ihre Eigenkapitalrendite lag 2025 bei 8,6 Prozent, der europäische Durchschnitt bei 10,4 Prozent. Zugleich ist der Anteil des Zinsergebnisses am Gesamtertrag deutscher Banken seit 2019 gestiegen. Die oft geforderte Diversifikation der Erträge hat damit bisher nicht stattgefunden.

Diese Struktur macht die aktuelle Ertragsstärke anfällig für eine Normalisierung des Zinsumfelds. Sinken Margen oder Kreditnachfrage, gerät die Ertragslage rasch unter Druck. Für Aktieninvestoren sagt die Höhe der aktuellen Gewinne deshalb weniger aus als deren Qualität.

Wo die Risiken im deutschen Markt sitzen

Deutschland ist laut Studie der einzige große europäische Bankenmarkt mit wieder steigenden Problemkrediten. Ihr Bestand nahm zwischen 2019 und 2025 um 87 Prozent zu, allerdings von einem niedrigen Niveau aus. Treiber ist vor allem die Gewerbeimmobilienfinanzierung bei spezialisierten Immobilienfinanzierern. Die übrigen Segmente bleiben weitgehend stabil.

Bemerkenswert ist ein Nebenbefund der Studie. Gerade die jahrelang effizientesten Institute zählen heute zu den Häusern mit den höchsten Risikokonzentrationen. Eine niedrige Cost-Income-Ratio belegt also noch kein widerstandsfähiges Geschäftsmodell. Nach Einschätzung von altii sollten Investoren Kostenkennzahlen deshalb immer zusammen mit dem Engagement in belasteten Immobiliensegmenten lesen.

Worauf Investoren bis 2030 achten

Die Studie skizziert drei Szenarien bis 2030, wie Der Bank Blog zusammenfasst. Im Basisszenario mit 55 Prozent Wahrscheinlichkeit liegt die Eigenkapitalrendite europäischer Banken bei acht bis 10,5 Prozent. Das Positivszenario setzt eine breite Skalierung von KI in den Kernprozessen voraus. Im Negativszenario mit Rezession und geopolitischen Schocks sinkt die Rendite auf drei bis sechs Prozent.

Beim Thema KI warnt BearingPoint davor, den Erfolg an der Zahl der Pilotprojekte zu messen. Entscheidend sei, ob Banken Kreditvergabe, Risikomanagement, Compliance und Kundenservice mit KI neu organisieren. Voraussetzung dafür sind einheitliche und vertrauenswürdige Daten.

Ob deutsche Banken diesen Umbau schaffen, zeigt sich erst bei normalisierten Zinsen. Ein Teil der verbesserten Kostenquoten geht auf höhere Zinserträge zurück und weniger auf produktivere Prozesse. Aufschluss dürften die nächsten Geschäftsberichte geben, vor allem die Entwicklung des Provisionsgeschäfts und der Übergang von KI-Projekten in den Regelbetrieb.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.