Containerschifffahrt: Spielraum für Fehler wird kleiner

Edition AIContainerschifffahrt: Spielraum für Fehler wird kleiner

Marktentwicklung der Containerschifffahrt

Während und nach der Pandemie stiegen die Frachtraten 2021 und 2022 deutlich an, bedingt durch Lieferkettenstörungen und geopolitische Einflüsse. Im Jahr 2024 führten Angriffe im Roten Meer zu Umwegen und einer Verringerung der effektiven Kapazität auf den wichtigen Handelsrouten zwischen Asien und Europa. Die Frachtraten stiegen erneut, stehen aber inzwischen unter Druck, da eine Wiederöffnung erwartet wird.

Aktuelle Marktlage und Prognosen

Die Spotfrachtraten auf den Ost-West-Routen erreichten mittlerweile das Niveau vor der Krise im Roten Meer, wodurch der Störungsaufschlag entfiel und die Preissetzungsmacht wieder zugunsten der Verlader verschoben wurde. Prognosen gehen nicht von einer Erholung der Frachtraten bis 2027 aus, der Markt bleibt längerfristig unter Druck mit kurzfristigen Schwankungen, beispielsweise durch Kapazitätsanpassungen.

Überkapazitäten und Nachfrageentwicklung

In den Rekordjahren wurden viele neue Containerschiffe bestellt, sodass das Auftragsbuch etwa ein Drittel der bestehenden Flotte ausmacht. Gleichzeitig wurde weniger verschrottet, da ältere Schiffe aufgrund längerer Routen und Ineffizienzen weiterhin rentabel betrieben werden. Das weltweite Containervolumen wächst nur moderat, mit leicht stärkeren Zuwächsen im innerasiatischen und südlichen Süd-Süd-Handel. Dies führt zu anhaltendem Druck auf Auslastung und Frachtraten bis mindestens 2027.

Rentabilitäts- und Kostenentwicklung

Die Gesamtrentabilität sank 2025 deutlich, da Frachtraten schneller fielen als die Kosten. Anders als bei typischen Abschwüngen werden die Margen nicht durch Kostensenkungen gestützt, da verschärfte Umweltvorschriften, insbesondere durch die Ausweitung des EU-Emissionshandelssystems im Jahr 2026, zusätzliche Belastungen verursachen.

Finanzielle Lage der Reedereien

Effiziente Betreiber wie Maersk oder Hapag-Lloyd weisen Gesamtkosten von rund 1.100 US-Dollar pro TEU auf, wobei die aktuellen Spotfrachtraten nur knapp darüber liegen. Viele große Containerschifffahrtsunternehmen starteten gut kapitalisiert in den Abschwung und konnten während der Pandemie Schulden abbauen sowie Liquiditätspuffer schaffen. Dennoch erwarten Ratingagenturen eine Verschlechterung der Finanzkennzahlen durch Gewinnrückgänge und anhaltend hohe Investitionsausgaben.

Ausblick und Strategien

Unterschiede in Geschäftsmodellen und Finanzstrategien werden zunehmend sichtbar. Diversifizierte Großkonzerne verfügen über mehr Stabilität und Flexibilität bei Kapazitätssteuerung und Kostenmanagement. Hoch verschuldete Transportunternehmen mit hohem Auftragsbestand und starker Abhängigkeit von Spotmärkten sind stärker gefährdet, insbesondere wenn Frachtraten weiter fallen oder Kosten steigen. Bilanzdisziplin gewinnt daher an Bedeutung.

Der Sektor steht vor einer Phase der Anpassung, nicht einer Krise. Die finanzielle Robustheit der Marktteilnehmer ist eine Quelle der Widerstandsfähigkeit, jedoch schrumpft der Spielraum für Fehler. Für Anleger empfiehlt sich ein selektiver Ansatz mit Fokus auf Kreditqualität, Kapitaldisziplin und der Fähigkeit, eine längere Überangebotsphase zu bewältigen.


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