Präsidentschaftswahlen und politische Landschaft in Peru
Am 12. April finden in Peru Präsidentschaftswahlen mit 34 Kandidaten statt, die von linksextremen bis hin zu konservativen, populistischen und traditionellen politischen Spektren reichen. Führend sind Rafael López Aliaga, ein konservativer ehemaliger Bürgermeister von Lima, und der moderate Reformer Mario Vizcarra mit moderaten einstelligen Zustimmungswerten. Keiko Fujimoris Umfragewerte schwanken und die Mehrheit der Wählerschaft bleibt unentschlossen.
Prioritäten im öffentlichen Diskurs: Sicherheit vor Korruptionsbekämpfung
Korruption bleibt eine weitverbreitete Problematik, wurde jedoch im öffentlichen Diskurs von Sicherheits- und Wirtschaftsfragen überholt. Insbesondere in urbanen und peripheren Stadtgebieten haben steigende Kriminalität und daraus resultierende Unruhen die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt. Strafverfolgungslücken wurden sichtbar. Externe Einflussnahmen auf die Wahl gelten als schwächer als in anderen lateinamerikanischen Ländern. Marktfreundliche Parteien können internationale Unterstützung insbesondere bei Investitionen und Sicherheitsfragen erhalten.
Politisches System: Einführung eines Zweikammersystems
Peru plant den Übergang von einem Einkammer- zu einem Zweikammersystem, das aus einer Abgeordnetenkammer und einem Senat besteht. Dieses soll die politische Fragmentierung verringern und die Gewaltenteilung stärken. Von den 60 Senatoren werden die Hälfte in Wahlkreisen und die andere Hälfte landesweit gewählt. Der Senat erhält die Befugnis über Gesetzesverabschiedung und Amtsenthebungsverfahren, um die Machtbalance gegenüber Amtsträgern und Ministerien zu verbessern.
Das neue System zielt darauf ab, durch breitere nationale Unterstützung und stärkere legislative Kontrolle schwache Koalitionsregierungen und informelle Patronage-Netzwerke zu begrenzen. Gleichzeitig kann die Zweikammerstruktur bei politischen Divergenzen zu Blockaden führen.
Wirtschaftliche Lage: Stärken und strukturelle Schwächen
Trotz langjähriger Schwächen weist die Wirtschaft Perus solide Fundamentaldaten auf. Die Beschäftigung ist zu etwa 70 % informell, was Steuererhebung und soziale Absicherung erschwert. Fiskalische und soziale Reformen, insbesondere im Rentensystem, stoßen häufig auf Umsetzungsprobleme.
Peru bewahrt seit fast zwei Jahrzehnten eine konservative Finanz- und Geldpolitik, ungeachtet häufiger Regierungswechsel. Die Staatsverschuldung liegt bei rund 32 % des BIP, deutlich unter dem Niveau wichtiger OECD-Staaten. Das Haushaltsdefizit hat sich seit einem Höchststand 2024 von über 3,5 % des BIP reduziert. Die Zentralbank hält die Inflation innerhalb des Zielbereichs, unterstützt von einer stabilen Währungspolitik, und unterscheidet sich damit von Entwicklungen in den USA und Europa.
Das prognostizierte Wirtschaftswachstum liegt bei moderaten 3 bis 3,5 Prozent, getrieben von Bergbauinvestitionen, Infrastrukturprojekten und Ausfuhrnachfrage. Das Wachstum übertrifft das erwartete Wirtschaftswachstum in Deutschland trotz höherer politischer Unsicherheit. Anhaltend starke Rohstoffpreise stabilisieren die Entwicklung, während private Investitionen sensitiv auf Wahlergebnisse reagieren.
Zusammenfassung
Peru nähert sich den Wahlen mit einer Rekordzahl an Kandidaten und einem Fokus auf Sicherheit, Stabilität und Rechenschaftspflicht. Die Einführung des Zweikammersystems könnte zur Verringerung der politischen Fragmentierung und zur Stärkung der legislativen Kontrolle beitragen. Trotz bestehender struktureller Herausforderungen, wie Informalität und einem schwachen Rentensystem, zeigt die makroökonomische Stabilität Perus ein solides Fundament über wiederkehrenden politischen Krisen.
DE: Dieser Beitrag wurde automatisch vom altii-Redaktionssystem generiert. Der Inhalt wurde nicht manuell auf seine Richtigkeit überprüft. Wir sind bestrebt, relevante und aktuelle Informationen bereitzustellen. EN: This article was automatically generated by the altii editorial system. The content has not been manually reviewed for accuracy. We aim to provide relevant and timely information.