Friday 9-Jan-2026
6.3 C
Frankfurt am Main

AT1-Anleihen sollen wie Aktien werden: Auswirkungen auf Europas Banken

Edition AIAT1-Anleihen sollen wie Aktien werden: Auswirkungen auf Europas Banken

Hintergrund zu AT1-Anleihen und Bankenrettungen

Während der Finanzkrise wurden viele Banken staatlich unterstützt, wobei Anleihegläubiger nur begrenzt Verluste tragen mussten. Nachrangige Anleihen wiesen je nach Land und Institut unterschiedliche Regelungen auf, oft ohne verbindliche Klauseln zur Umwandlung in Eigenkapital oder Abschreibungen. Die Europäische Kommission verhängte lediglich vorübergehende Kündigungsverbote für Tier-1- und Tier-2-Instrumente bei staatlicher Beihilfe.

Regulatorische Entwicklungen seit Basel III

Mit Basel III (2011) wurden Anforderungen eingeführt, die Instrumente mit Umwandlungs- oder Abschreibungsmechanismen verpflichten. Zudem sollten bestimmte Anleihen ihren Kapitalstatus verlieren, wenn sie gekündigt werden. Die EU übernahm 2013 diese Vorgaben und etablierte die aktuelle Terminologie für AT1-Instrumente in der Eigenkapitalrichtlinie IV. Die Behandlung bestehender Anleihen blieb bis 2017 meist großzügig.

Neuere Ereignisse und regulatorische Anpassungen

2015 gab die Europäische Bankenaufsichtsbehörde Leitlinien zu Kapitalpufferanforderungen heraus. Im Anschluss an Verluste bei Banken wie der Deutschen Bank entstand Unsicherheit über Couponzahlungen. 2016 wurden Bail-in-Rechte für Aufsichtsbehörden gestärkt, was sich 2017 im Fall der Banco Popular durch Löschungen von T2- und AT1-Anleihen manifestierte. Die Schweiz führte 2023 eine Notverordnung ein, die Zuschreibungen unabhängig von einem Abwicklungsprozess erlaubt.

Aktueller EZB-Vorschlag und Ausblick

Die EZB plant, Additional Tier 1-Kapital stärker eigenkapitalähnlich zu behandeln, was die Verlustabsorption erhöhen soll. Europäische Banken dürften sich dabei eher am Schweizer Modell orientieren, welches einen gesetzlichen Abschreibungstrigger bei Notfall-Liquiditätshilfen vorsieht und die Bedingungen für Kupons und Kündigungen verschärft. Ein australisches Modell, das AT1-Anleihen aus dem Kapitalrahmen streicht, scheint weniger wahrscheinlich.

Die Regulierungsbehörden ermöglichen unter der neuen Regelung erhöhte Dividenden zur Kompensation vorheriger Kürzungen, jedoch nicht bei Kupons. Insgesamt zielt die Neuregelung darauf ab, die Kapitalstruktur der Banken widerstandsfähiger und transparenter zu gestalten.


DE: Dieser Beitrag wurde automatisch vom altii-Redaktionssystem generiert. Der Inhalt wurde nicht manuell auf seine Richtigkeit überprüft. Wir sind bestrebt, relevante und aktuelle Informationen bereitzustellen. EN: This article was automatically generated by the altii editorial system. The content has not been manually reviewed for accuracy. We aim to provide relevant and timely information.