Iran-Krieg und Ölschock: US-Treasuries bieten Schutz bei erhöhten Marktrisiken

Edition AIIran-Krieg und Ölschock: US-Treasuries bieten Schutz bei erhöhten Marktrisiken

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten halten die globalen Finanzmärkte in Atem. Alpine Macro warnt in seiner aktuellen Strategiepublikation vor weiterhin erhöhten Downsiderisiken für weltweite Aktienmärkte und empfiehlt Anlegern, Duration in US-Staatsanleihen aufzubauen. Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Europa und Asien unter einem anhaltenden Ölpreisschock deutlich stärker leiden werden als die Vereinigten Staaten.

Unberechenbare US-Politik erhöht Volatilität

Die militärischen Auseinandersetzungen im Iran und die damit verbundene Unsicherheit über die strategischen Ziele der US-Regierung sorgen für erhebliche Marktvolatilität. Präsident Trump schwankt zwischen eskalierenden und deeskalierenden Positionen, was für Investoren keine verlässliche Kalkulationsbasis bietet. Die negative Korrelation zwischen Ölpreisen und Aktienmärkten bleibt eng, und ohne Anzeichen einer klaren Konfliktlösung ist eine nachhaltige Bodenbildung an den Börsen unwahrscheinlich.

Paradoxerweise ist die US-Wirtschaft vom Krieg und dem daraus resultierenden Energieschock am wenigsten betroffen. Während Aktien und Anleihen gleichermaßen unter Druck geraten sind, betrachtet Alpine Macro langlaufende US-Treasuries als Kaufgelegenheit. Die aktuellen Rendisten kompensieren langfristig das eingepreiste Inflationsrisiko mehr als ausreichend.

Statistisch schwache Verbindung zwischen Öl und Inflation

Das Researchhaus hinterfragt die von vielen Marktteilnehmern angenommene enge Verbindung zwischen steigenden Ölpreisen und tatsächlicher Inflation. Eine Analyse der Daten seit 1998 zeigt, dass die Korrelation zwischen WTI-Preisen und der Kern-PCE-Inflation – der bevorzugten Messgröße der Fed – statistisch instabil ist und einen R-Squared von lediglich 0,13 aufweist. Selbst in Phasen positiver Korrelation bleibt die Sensitivität der Inflation gegenüber Ölpreisen äußerst gering.

Entscheidend ist zudem nicht das absolute Preisniveau, sondern die Geschwindigkeit der Veränderung. Als Beispiel führt Alpine Macro die erste Hälfte der 2010er Jahre an, als Ölpreise von 90 bis 100 Dollar pro Barrel die Kerninflation unter das Zwei-Prozent-Ziel drückten. Der aktuelle Inflationsanstieg ist weniger auf Energiepreise zurückzuführen als auf eine robuste aggregierte Nachfrage in den USA.

Europa und Asien tragen die Hauptlast

Die ökonomischen Auswirkungen des Ölpreisschocks verteilen sich asymmetrisch. Europa ist aufgrund seiner höheren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der größeren Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes deutlich stärker exponiert. Mit der faktischen Schließung der Straße von Hormuz erlebt Teileuropas eine Energiekrise ähnlich jener nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Regressionsanalysen deuten darauf hin, dass ein anhaltender Ölpreisanstieg die europäische Inflation um etwa 50 Basispunkte treiben könnte.

Der STOXX Europe 600 hat seit Kriegsausbruch sowohl in lokaler Währung als auch im Dollarvergleich deutlich schlechter performt als der S&P 500. Alpine Macro erwartet, dass der Euro gegenüber dem Dollar für den Rest des Jahres auf der Schwächeseite tendieren wird. Ähnliches gilt für China: Obwohl die USA und China ähnliche Mengen an Rohöl verbrauchen, ist Chinas BIP etwa 20 Prozent kleiner, was eine höhere Ölabhängigkeit bedeutet. Oxford Economics schätzt, dass steigende Energiepreise Chinas BIP-Wachstum im Jahr 2027 um 0,3 Prozentpunkte drücken werden.

Fed-Positionierung und strategische Implikationen

Die Federal Reserve steht vor der Herausforderung, beide Ziele ihres Dual Mandats – Preisstabilität und Vollbeschäftigung – im Blick zu behalten. Jerome Powell beschrieb die relative Gewichtung kürzlich als „Verhältnis”, das sich über die Zeit verschiebt. Die kurzfristigen Inflationserwartungen haben seit Kriegsbeginn massiv angezogen, wobei der Terminmarkt nun Zinserhöhungen einpreist, nachdem zu Jahresbeginn noch zwei Zinssenkungen erwartet wurden.

Alpine Macro hält diese Neubewertung für übertrieben. Das Basisszenario sieht die Fed auf Pause, mit möglichen Zinssenkungen später in 2026 oder 2027, getrieben durch steigende Arbeitsproduktivität, nachgebende Kerninflation und schwächeren Lohnanstieg. Das Researchhaus positioniert sich mit Käufen von SOFR-Futures mit Laufzeit Dezember 2026 und empfiehlt Long-Duration-Positionen in zehnjährigen Treasuries.

Die langfristigen geopolitischen Folgen könnten nachhaltiger sein als die unmittelbaren Marktauswirkungen. Die Interventionen in Iran und Venezuela signalisieren eine Abkehr von multilateralen Rahmen hin zu einem „Recht des Stärkeren”. Globale Rüstungsausgaben erreichen bereits heute in realen Dollar gemessen Rekordstände seit Ende des Kalten Krieges. Die strategische Rivalität zwischen den USA und China wird sich langfristig intensivieren, was zu dauerhaften „Totlasten” in der Weltwirtschaft führt – mit Auswirkungen auf Zinsen, Inflation, Unternehmensgewinne und Aktienbewertungen, die sich quantitativ nur schwer fassen lassen.

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