Seit April fliegen Skyteam, Oneworld und die Golf-Carrier in Frankfurt ab Terminal 3, Lufthansa bleibt im Norden. Nach sechs Monaten zeigt sich: Wer die Wege kennt, spart Zeit.

Wer wo abfliegt
Seit dem 9. Juni 2026 sind alle 57 Airlines aus dem alten Terminal 2 in den rund vier Milliarden Euro teuren Neubau umgezogen, darunter Air France, KLM, Delta, British Airways, American Airlines, Iberia und Emirates. Die Lufthansa Group und die Star Alliance bleiben in Terminal 1, Condor folgt im Sommer 2027.
Wer Lufthansa-Zubringer und Partner-Langstrecke kombiniert, wechselt also das Terminal. Ein Blick in die Buchung vor der Abfahrt erspart Umwege.
Anreise: Die Sky Line gibt den Takt vor
Terminal 3 liegt im Süden, die Bahnhöfe bleiben im Norden. Die neue Sky Line verbindet beide Seiten in höchstens acht Minuten, dazu kommen Fußwege und Wartezeit. Auch der US-Reiseblog One Mile at a Time bemängelt lange Wege zu den Gates.
Die fahrerlose Bahn ist auf einer Strecke von 5,6 Kilometern unterwegs, jeder Zug ist in einen Schengen- und einen Non-Schengen-Teil getrennt. Wer aus dem ICE kommt, steigt am Terminal 1 ein, wer aus Terminal 3 weiterreist, plant die Strecke umgekehrt ein. Laut One Mile at a Time haben auch die Laufbänder auf den langen, geraden Piers große Lücken, das Design wirkt eher nüchtern als einprägsam.
Für Umsteiger zwischen Terminal 1 und 3 ist mehr Puffer ratsam als die Standard-Mindestumsteigezeit der Lufthansa von 60 Minuten. Autofahrer erreichen das Terminal direkt über die A5, das neue Parkhaus hat 8.500 Stellplätze.

Check-in und Sicherheitskontrolle: Hier spielt das Terminal seine Stärken aus
Bei den Abläufen setzt Fraport auf Automatisierung. Im Hauptgebäude stehen 112 Check-in-Schalter und Gepäckabgaben, die Gepäckaufgabe läuft vollautomatisch. Die zentrale Sicherheitskontrolle ist mit 19 CT-Scannern ausgestattet, der Technik der neuesten Generation.
Hinter der Kontrolle öffnet sich ein Marktplatz mit zwei Food Courts und einer Bar. Insgesamt gibt es 64 Geschäfte und Gastronomieangebote. Wer früh genug da ist, kann den Weg zum Gate also auch ohne Lounge entspannt angehen.
Lounges: Europa versorgt, Oneworld wartet
Die Skyteam Lounge, die Emirates Lounge und die Priority Lounge liegen im Non-Schengen-Bereich. Erst seit September gibt es mit der Air France Lounge auch für Europaflüge eine Lounge im Terminal.
Die Air France Lounge bietet auf rund 500 Quadratmetern knapp 120 Plätze mit Blick auf das Vorfeld und ist täglich von 05:00 bis 21:30 Uhr geöffnet. Zugang haben Business-Gäste von Air France, KLM und Skyteam sowie Flying Blue Elite Plus. Die Skyteam Lounge auf der Langstreckenseite ist mit 550 Quadratmetern etwas größer und dient sieben Skyteam-Airlines.
Oneworld hat keine eigene Lounge, British-Airways-Gäste nutzen die Priority Lounge. Qatar Airways baut zwei Lounges, ein Eröffnungstermin steht aus.

Fazit
Ein halbes Jahr nach der Eröffnung läuft der Neubau im Alltag, die Kinderkrankheiten liegen vor allem bei Wegen und Lounges. Mehr Passagiere bringt er Frankfurt vorerst nicht: Fraport hat die Prognose für 2026 im Juli auf rund 63,2 Millionen Fluggäste gesenkt, das Niveau des Vorjahres. Als Gründe nennt Fraport Lufthansa-Streiks, den Iran-Krieg und Angebotskürzungen der Airlines.
Für die nächste Reise ab Frankfurt heißt das:
- Terminal vor der Abfahrt prüfen, vor allem bei Tickets mit mehreren Airlines.
- Bei Anreise per Bahn die Sky Line samt Fußwegen einplanen, Terminal 3 liegt nicht am Bahnhof.
- Beim Umstieg zwischen Terminal 1 und 3 großzügigen Puffer einbauen.
- Innerhalb Europas ist die Air France Lounge derzeit die einzige Lounge im Terminal.
- Oneworld-Statusgäste weichen bis zur Eröffnung der Qatar-Lounges auf die Priority Lounge aus.
Bildnachweis: Alle Bilder Fraport AG, Pressemappe Terminal 3
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