Fiskalpolitik nach den US-Zwischenwahlen
Für das Jahr 2027 wird im Vergleich zu 2026 eine fiskalpolitische Straffung erwartet. Neue fiskalische Impulse zur Konjunkturbelebung sind unwahrscheinlich. Investitionsausgaben, Zölle und Verteidigungsausgaben werden voraussichtlich genauer geprüft. Kurzfristige Steuererhöhungen gelten als unwahrscheinlich, jedoch könnten 2028 Vorbereitungen hierfür durch die Demokraten beginnen. Insgesamt dürfte das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr sinken, was positiv für Anleiheinvestoren wäre.
Entwicklung der Geldpolitik
Die Federal Reserve wird die Zinsen voraussichtlich weiter anheben, allerdings mit Vorsicht und unter Beobachtung der Fiskalpolitik sowie des regulatorischen Umfelds. Fed-Futures preisen aktuell nur noch zwei Zinserhöhungen innerhalb eines Jahres ein. Das Bilanzvolumen der Fed wird voraussichtlich kaum wachsen.
Einfluss auf den Bereich Künstliche Intelligenz
Washington könnte ein Rahmenwerk für Rechenzentren initiieren, um die Kapazitätserweiterung mit Maßnahmen wie dem Wegfall steuerlicher Anreize, Einführung einer Verbrauchsteuer sowie verbindlichen Umweltauflagen zu steuern. Diese Regulierungen und Moratorien würden den Ausbau verlangsamen und verteuern, könnten aber die Bonität einiger Hyperscaler und KI-Anbieter verbessern.
Auswirkungen auf weitere Sektoren
Das Gesundheitswesen wird voraussichtlich eine zentrale Priorität der Demokraten darstellen. Finanzdienstleister müssen mit strengerer Kontrolle von Kreditkarten- und Interchange-Gebühren rechnen. Verbraucher könnten von Zollerleichterungen profitieren, während Wohnungsbauförderung und nachfragebasierte Anreize im Fokus stehen.
Marktreaktionen und Ausblick
Die Märkte reagieren grundsätzlich positiv auf die Wahlergebnisse, mit einer gemäßigten politischen Agenda und einem geordneten Führungswechsel. Die Zinserwartungen haben sich abgeschwächt, was zu einem leichten Anstieg der Anleihekurse und einem Rückgang der Renditen amerikanischer Staatsanleihen um etwa 4 Basispunkte führte. Die zehnjährige US-Staatsanleihe steht jedoch an einer kurzfristigen Widerstandsmarke. Bei Krediten haben sich die CDX-Spreads etwas stärker verengt und folgen damit den Aktienmärkten.
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