US-Arbeitsmarkt zeigt reduzierte Dynamik
Im Juni wurden in den USA 57.000 neue Stellen geschaffen, was deutlich unter den Erwartungen sowie den nach unten revidierten Zahlen der Vormonate April und Mai liegt. Dieser Wert entspricht dem gedrosselten Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate, sodass von einem Einbruch keine Rede sein kann, jedoch ist der Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt spürbar abgeflaut.
Branchen uneinheitlich entwickelt
Der Dienstleistungssektor, insbesondere der Gesundheitsbereich, verzeichnet weiterhin Beschäftigungszuwächse. Demgegenüber sank die Beschäftigung in der Freizeitwirtschaft unerwartet spürbar. Industrie, Bau, Handel, Transport, Finanzsektor und öffentlicher Dienst zeigten kaum Veränderungen.
Arbeitslosen- und Erwerbsquote
Die Arbeitslosenquote ging von 4,3% auf 4,2% zurück, was jedoch vor allem auf einen Rückgang der Erwerbsquote um 0,3 Prozentpunkte auf 61,5% zurückzuführen ist. Die Lohndynamik blieb mit 0,3% zum Vormonat und 3,5% im Jahresvergleich stabil, jedoch ohne Beschleunigung. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit stagnierte bei 34,3 Stunden. Dies deutet auf einen Arbeitsmarkt hin, der nicht abrupt schwächelt, aber weniger zusätzliches Lohneinkommen als Konsumquelle generiert.
Konsum und Kapitalmärkte
Die Juni-Daten sprechen gegen eine unmittelbar bevorstehende Konjunkturabschwächung. Die US-Wirtschaft befindet sich weiterhin in einem inflationären Wachstumsregime. Der Konsum der US-Haushalte hängt zunehmend weniger von Arbeitseinkommen ab, sondern stärker von der Entwicklung von Immobilien- und Finanzvermögen.
Aktienmärkte werden zunehmend als eine Art zweite Gehaltsquelle betrachtet. Damit nimmt die Bedeutung der Arbeitsmarktdaten für den Konsum ab, während die Konjunktur anfälliger für Stimmungswechsel an den Kapitalmärkten wird. Für Anleger ergeben sich daraus wichtige Überlegungen in ihren Investitionsentscheidungen.
Über Eyb & Wallwitz
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