Hintergrund zur Zinspolitik und Inflation
Die Zentralbanken der Industrieländer haben bereits zwei bis drei Zinserhöhungen eingepreist. In den USA sind Zinserwartungen zuletzt gestiegen, obwohl die Wirtschaft weiterhin überhitzt und die Inflation seit 61 Monaten über 2 % liegt. Der neue Fed-Vorsitzende steht vor der Herausforderung, eine Inflationsrate von 5 bis 6 % langfristig zu steuern.
Auswirkungen auf den Rentenmarkt
Ein erneuter Zinserhöhungszyklus wird wahrscheinlicher. Historisch entwickeln sich Erträge im Rentenmarkt in solchen Phasen oft schwach. Im Vergleich zu 2022 dürfte der Markt aber weniger anfällig für starke Kursverluste sein, da die Leitzinsanhebungen diesmal voraussichtlich moderater ausfallen und die Renditen auf einem gesünderen Niveau liegen.
Unterschiede zu 2022
- Markt erwartet Zinserhöhungen von etwa 75 Basispunkten, 2022 waren es 400–500 Basispunkte
- Rendite 10-jähriger US-Anleihen liegt aktuell bei rund 4,5 %, im Vergleich zu 1,5 % Anfang 2022
Dies schafft ein größeres Renditepolster, um Durationsverluste zu mildern.
Perspektiven und Empfehlungen
Die Wahrscheinlichkeit einer verfestigten Inflation steigt. Die Anleihemärkte dürften höhere Leitzinsen einpreisen, was Investoren dazu zwingt, das mögliche Zinsniveau vor einer Wachstumsbremsung zu bewerten. Da der Inflationsschock angebotsseitig ist, werden höhere Zinsen das Wachstum in Industrieländern dämpfen, gleichzeitig aber Chancen bei steigenden Renditen für Staatsanleihen eröffnen.
Eine vorzeitige Verlängerung der Duration wird als meist nicht ratsam eingestuft; stattdessen wird empfohlen, auf die tatsächlichen Zinserhöhungen der Zentralbanken zu warten.
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