Es gibt Orte, an denen die Uhr anders tickt. Der Centre Court von Wimbledon ist so ein Ort: Kein Werbebanner stört das Auge, die Spieler tragen Weiß, und seit 1877 wird hier auf Rasen gespielt, als hätte jemand beschlossen, dass manche Dinge schlicht nicht verbessert werden müssen. Vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 findet die 139. Auflage der Championships statt. Wer dort sein will, ohne den eigenen Kalender zwei Tage lang zu opfern, sollte die Anreise so präzise planen wie die Veranstalter ihren Rasen.

Das älteste Tennisturnier der Welt
Die Geschichte beginnt unspektakulär. Der All England Croquet Club, 1868 gegründet, suchte nach einer Antwort auf das nachlassende Interesse am Croquet und entdeckte das damals neue Lawn Tennis. 1877 richtete der Club, inzwischen umbenannt in All England Croquet and Lawn Tennis Club, das erste Rasentennisturnier der Welt aus: 22 Amateure, ein einziger Wettbewerb (das Herreneinzel), rund 200 Zuschauer. Sieger wurde Spencer Gore.
Was als Randveranstaltung eines Croquet-Clubs begann, entwickelte sich zum prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt. 1884 kamen das Dameneinzel und das Herrendoppel hinzu, 1913 Damendoppel und Mixed. 1922 zog der Club an seinen heutigen Standort an der Church Road im Südwesten Londons. 1968 öffnete sich Wimbledon den Profis und festigte damit seinen Status als Maßstab des Sports.
Heute ist Wimbledon das einzige der vier Grand-Slam-Turniere, das noch auf Rasen gespielt wird. Die Traditionen, von der weißen Kleiderordnung bis zu den Erdbeeren mit Sahne, sind kein Marketinginstrument, sondern gewachsene Identität. Genau das macht den Reiz aus: Wimbledon verkauft keine Inszenierung, Wimbledon ist eine.
Die Anreise: vom regionalen Flughafen direkt vor die Tore Londons
Für Unternehmer, Family Offices und Berater stellt sich bei einem Termin wie Wimbledon eine nüchterne Frage: Wie viel Lebenszeit kostet der Weg dorthin? Die Linienverbindung über einen großen Hub bedeutet Anfahrt zum Großflughafen, Sicherheits- und Passkontrollen mit unkalkulierbaren Wartezeiten, kilometerlange Terminalwege und die Abhängigkeit von einem Flugplan, der nicht der eigene ist. Bei einem zweitägigen London-Aufenthalt kann allein die Logistik einen halben Arbeitstag verschlingen.
Die Privatluftfahrt kehrt diese Rechnung um. Der Abflug erfolgt von einem regionalen Verkehrslandeplatz in der Nähe des Wohn- oder Firmensitzes. In Deutschland gibt es davon ein dichtes Netz. Die Anfahrt zum Flugzeug dauert Minuten statt Stunden, die Abfertigung im General Aviation Terminal ist eine Frage von Augenblicken, nicht von Warteschlangen. Die reine Flugzeit von Deutschland nach London liegt je nach Abflugort bei etwa einer bis anderthalb Stunden. Gearbeitet werden kann an Bord ungestört, besprochen werden kann vertraulich.
„Kann ich nur von großen Flughäfen wie Frankfurt oder München starten?“
Nein. Anders als der Linienverkehr ist die Business Aviation nicht auf wenige große Drehkreuze angewiesen. Ein erheblicher Teil der Flüge beginnt an kleineren Regionalflughäfen in der Nähe von Wohnort oder Unternehmen. Der eigentliche Zeitgewinn entsteht dabei weniger in der Luft als am Boden: kürzere Anfahrt, kein Umsteigen, keine Wartezeiten.
„Gibt es überhaupt einen Flughafen in meiner Nähe?“
In aller Regel ja. In Deutschland stehen über 500, europaweit über 4.000 Flugplätze zur Verfügung. Für die meisten Ausgangspunkte liegt ein geeigneter Abflugort näher als der nächste internationale Verkehrsflughafen. Welcher Platz sich eignet, hängt von Strecke, Flugzeug und Infrastruktur ab.

Das Ziel: London Biggin Hill
Im Zielgebiet fällt die Wahl leicht. London Biggin Hill Airport, südöstlich der Stadt in Kent gelegen, ist der einzige Flughafen im Großraum London, der ausschließlich auf Business Aviation ausgerichtet ist. Hier konkurriert kein Privatflug mit dem Slotgefüge des Linienverkehrs, hier ist das ankommende Flugzeug nicht Gast, sondern Priorität. Der Flughafen, einst Militärstandort mit historischer Bedeutung, hat sich konsequent zum Zentrum der Geschäftsluftfahrt entwickelt.
Für Wimbledon ist die Lage nahezu ideal: Das Gelände des All England Club liegt rund eine halbe Autostunde entfernt, Chauffeurservices stehen direkt am Flugzeug bereit. Wer es noch schneller mag, nutzt den Heli-Shuttle des Flughafens: Die Verbindung zum London Heliport in Battersea dauert sechs Minuten und gilt als schnellster Transfer von einem Londoner Flughafen in die Innenstadt. Von Battersea sind es nur wenige Kilometer bis nach SW19.
Auch das Thema Nachhaltigkeit wird in Biggin Hill aktiv adressiert: Der Flughafen bietet seit mehreren Jahren Sustainable Aviation Fuel an, das im Lebenszyklus eine deutliche Emissionsreduktion gegenüber konventionellem Kerosin ermöglicht, und verfolgt eigene Klimaziele.
„Brauche ich für einen Privatflug immer einen Jet?“
Nein. Für viele Strecken sind moderne Kolben- oder Turboprop-Flugzeuge die sinnvollere Wahl. Sie arbeiten effizient, bieten hohen Komfort und können kürzere Pisten nutzen, was die Zahl erreichbarer Zielflughäfen erhöht.
„Ist ein Jet immer schneller?“
Nicht zwingend. Auf kurzen und mittleren Strecken fällt der Geschwindigkeitsvorteil eines Jets kaum ins Gewicht. Die gesamte Reisezeit wird stärker von der Wahl der Flughäfen bestimmt als von der Reisegeschwindigkeit.
Die eigentliche Rechnung
Die Entscheidung für die Privatluftfahrt ist bei einem Anlass wie Wimbledon keine Stilfrage, sondern eine Kapazitätsfrage. Wer am Vormittag in Deutschland eine Besprechung führt, am Nachmittag auf dem Centre Court sitzt und am nächsten Abend wieder zu Hause ist, hat nicht luxuriös gereist. Er hat schlicht effizient gewirtschaftet: mit der einzigen Ressource, die sich nicht vermehren lässt.
Wimbledon zelebriert die Zeit, die man sich nimmt. Die Anreise sollte keine Zeit in Anspruch nehmen, die man nicht geben will.
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