Iran-Konflikt: Aktienmärkte ignorieren stagflationäre Risiken

Edition AIIran-Konflikt: Aktienmärkte ignorieren stagflationäre Risiken

Die Aktienmärkte haben die Risiken eines bewaffneten Konflikts mit Iran zwar erkannt, preisen diese jedoch noch nicht angemessen ein. Zu diesem Schluss kommt Alpine Macro in seiner aktuellen Strategiepublikation. Die Analysten warnen davor, dass die aktuelle Risikoprämie die Wahrscheinlichkeit negativer Szenarien nicht ausreichend kompensiert – insbesondere im Hinblick auf mögliche Lieferunterbrechungen und die damit verbundenen stagflationären Effekte.

Unklare Konfliktdauer erhöht das Stagflationsrisiko

Das makroökonomische Umfeld hatte sich zu Beginn des Jahres deutlich aufgehellt. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe verzeichnete im Februar seinen stärksten Anstieg seit anderthalb Jahren, und auch Fracht- und Transportdaten deuteten auf eine zyklische Erholung der bislang schwachen Wirtschaftsbereiche hin. Diese positive Grundtendenz wird nun durch die geopolitische Entwicklung vollständig in Frage gestellt.

Alpine Macro unterscheidet zwei Szenarien: Eine schnelle Beendigung der militärischen Auseinandersetzung hätte demnach nur transitorische Auswirkungen auf die Märkte. Das Basisszenario des Hauses geht jedoch von einem längeren oder sich intensivierenden Konflikt aus. Dies würde das stagflationäre Risiko massiv erhöhen – eine Kombination aus steigenden Energiepreisen, unterbrochenen Lieferketten und nachlassender Nachfrage, die sowohl die Unternehmensgewinne als auch die Risikobereitschaft der Investoren belasten würde.

Historische Vergleiche mit dem Irak-Kuwait-Krieg 1990 und dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 zeigen ein ähnliches Muster: In den ersten zwei bis drei Wochen nach Eskalationsbeginn erreichte die Marktunsicherheit ihren Höhepunkt, bevor sich die Lage stabilisierte. Ob sich dieses Muster wiederholt, hängt maßgeblich von der Dauer und Intensität der aktuellen Operationen ab.

Sell-Side-Schätzungen als Frühindikator

Die Analystenschätzungen haben sich bislang kaum verändert. Dies ist typisch für Situationen mit hoher Unsicherheit: Sell-Side-Analysten orientieren sich in der Regel an den Guidance-Angaben der Unternehmen und modellieren inkrementelle Veränderungen, statt makroökonomische Schocks zu antizipieren. Alpine Macro weist jedoch darauf hin, dass sich dies in den kommenden Wochen ändern könnte – insbesondere im Rahmen der Q1- und Q2-Berichtssaisons.

Das Researchhaus identifiziert die aktuelle Phase als Zeitraum maximalen Risikos. Die Kombination aus möglicher militärischer Eskalation und dem quartalsmäßigen Aktualisierungszyklus der Analystenmodelle könnte zu deutlichen Revisionen führen. Eine Aufwärtsrevision der Schätzungen würde Entlastung signalisieren; eine Abwärtsrevision hingegen könnte die Aktienmärkte erheblich belasten.

Sektorspezifische Positionierung empfohlen

Alpine Macro empfiehlt eine defensive Grundhaltung mit selektiver Sektorgewichtung. Die Analysten favorisieren eine Barbell-Strategie, die Mega-Tech-Werte mit Old-Economy-Titeln aus den Sektoren Energie und Industrielle Infrastruktur kombiniert. Consumer-Exposure sollte dagegen reduziert werden.

Der Energiesektor erfährt eine Neubewertung. Nach mehreren Quartanten mit Underweight-Positionierung hebt Alpine Macro die Attraktivität der Branche hervor. Selbst bei Berücksichtigung möglicher Produktionsbeeinträchtigungen im Nahen Osten könnten höhere Rohstoffpreise den operativen Cashflow der US-Ölmajors um 30 bis 50 Prozent steigern. Der Sektor fungiert zudem als Kriegs-Absicherung und profitiert von strukturellen Angebotslücken – etwa durch den Ausfall der LNG-Exportkapazitäten in Katar.

Mega-Tech-Unternehmen bleiben unabhängig vom Konfliktverlauf attraktiv. Ihre Umsatzquellen sind weniger zyklisch, sie verfügen über verschiedene Hebel zur Margensicherung, und die KI-Infrastruktur bleibt ein langfristiger Wachstumstreiber. Auch Halbleiter- und Ausrüstungsanbieter werden trotz Bedenken wegen möglicher Helium-Lieferengpässe als Kauf bei Schwäche empfohlen.

Deutlich vorsichtiger beurteilen die Analysten den Konsumgütersektor. Basiskonsumgüter werden als „defensiver Betrug“ bezeichnet: Die Unternehmen verfügen über kaum Preissetzungsmacht bei gleichzeitig steigenden Inputkosten für Verpackung, Transport und Rohstoffe. Der diskretionäre Konsum leidet unter dem „Energiesteuer“-Effekt, der das verfügbare Einkommen der Haushalte reduziert.

Fazit: Abwarten und Daten beobachten

Für taktische Investoren empfiehlt Alpine Macro eine Reduzierung der absoluten Aktienquote, da die Märkte das Spektrum möglicher Kriegsszenarien nicht angemessen bewerten. Strategische Allokatoren können jedoch ihre langfristig positive Grundhaltung beibehalten. Entscheidend wird sein, ob sich die Lieferengpässe – insbesondere an der Straße von Hormuz – entschärfen oder ob die Märkte einen schärferen Rückzug als angemessene Risikokompensation einpreisen müssen. Bis dahin gilt: Defensive Growth-Positionierung mit Fokus auf sichtbares Wachstum, geringer Verschuldung und Kriegs-Hedges.

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