US-Geldpolitik: Märkte überschätzen Straffung
Die Federal Reserve (Fed) signalisiert derzeit uneindeutig. Nach der ersten Sitzung des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh wurden die Markterwartungen von Zinssenkungen auf Zinserhöhungen korrigiert. Aktuell liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung diese Woche bei circa 30 Prozent, zuvor waren es bis zu 40 Prozent.
Zinsentwicklung und Markterwartungen
Marktteilnehmer rechnen binnen zwölf Monaten mit kumulierten Zinserhöhungen von mehr als 50 Basispunkten. Diese Einschätzung basiert auf den als restriktiv interpretierten Aussagen des Fed-Vorsitzenden, obwohl die Kerninflation im Juni schwach ausgefallen war.
Analyse der Geldpolitik durch Mediolanum
Die Experten bei Mediolanum bewerten die seitens der Fed gegebenen Signale vorsichtiger. Warshs Position war weder eindeutig restriktiv noch expansiv, sondern eher zurückhaltend, um den Fortgang laufender Projekte zu ermöglichen.
Dies deutet auf eine weniger restriktive Geldpolitik hin, mit einer wahrscheinlich abwartenden Haltung der Notenbank. Die Leitzinsen werden voraussichtlich unverändert bleiben, begleitet von vereinzelten restriktiven Gegenstimmen im geldpolitischen Ausschuss, beispielsweise von Mitgliedern wie Beth M. Hammack oder Lorie Logan.
Ausblick und Marktreaktionen
Kurzfristige Renditen werden auf diese Einschätzung nur begrenzt reagieren. Für signifikante Marktbewegungen seien neue Impulse erforderlich, insbesondere durch Konjunkturprognosen und den sogenannten Dot-Plot im September sowie mögliche Ergebnisse aus von Warsh initiierten Projekten.
Es wird jedoch nicht erwartet, dass diese Ergebnisse ein eindeutigeres restriktives Signal bewirken, als derzeit vom Markt angenommen. Klärung wird voraussichtlich erst im September eintreten.
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