US-Spot-ETFs auf Bitcoin, Ethereum und Solana verlieren im Oktober netto Kapital. Zugleich bauen Banken und Asset Manager ihr Kryptoangebot aus. Für Produktverantwortliche stellt sich damit die Frage, welche Nachfrage sie mit ihren Produkten eigentlich bedienen.
Wo das Kapital abfließt
Am deutlichsten trifft es Ethereum. US-Spot-Ether-ETFs verloren bis zum 20. Oktober netto rund 1,08 Milliarden US-Dollar. Nach Daten von SoSoValue ist das der größte Monatsabfluss seit November 2025. Die Zuflüsse aus dem September sind damit vollständig aufgezehrt.
Bei Bitcoin schwanken die Ströme stärker. Am 22. Oktober verzeichneten die Fonds den größten Tagesabfluss des Monats. Danach lag der Oktobersaldo laut dem ETF-Tracker von Decrypt wieder bei etwa minus 176 Millionen US-Dollar. Wenige Tage zuvor hatten drei starke Handelstage das Monatsminus noch ausgeglichen.
Solana-ETFs verzeichneten in der Woche vom 5. bis 9. Oktober erstmals seit 14 Wochen Nettoabflüsse, wie The Block meldete. Gemessen an den Zuflüssen seit dem Start der Fonds ist der Betrag klein. Er zeigt aber, dass auch die jüngere Produktklasse der Marktstimmung folgt.
Warum Flüsse allein kein Urteil erlauben
Die Daten der Anbieter weichen teils deutlich voneinander ab, weil Emittenten ihre Zahlen zeitversetzt melden. Einzelne Tagesflüsse taugen deshalb kaum als Signal. Aussagekräftiger ist, ob Abflüsse über Wochen anhalten und welche Produkte sie tragen.
Bei Ethereum konzentrieren sich die Rücknahmen auf wenige große Fonds, vor allem auf BlackRocks ETHA. Die Salden zeigen allerdings keine Motive. Gewinnmitnahmen, Umschichtungen oder aufgelöste Arbitragepositionen sind ebenso denkbar wie ein echter Rückzug aus der Anlageklasse. Das ist eine Einschätzung, die Daten belegen keine dieser Erklärungen.
Für Häuser in der DACH-Region sind die US-Ströme vor allem ein Stimmungsindikator. Sie bewegen keine Bestände in europäischen Produkten. Sie prägen aber die Fragen, mit denen Kunden und Berater in Gespräche gehen.
Was Banken und Asset Manager daraus ableiten
Auf der Produktseite läuft die Entwicklung gegen den Trend der Flüsse. BlackRock hat am 19. Oktober bei der SEC einen Bitcoin-ETF mit Verlustpuffer angemeldet. Er soll Kursgewinne des Bitcoin-ETF IBIT bis zu einer Obergrenze weitergeben und Verluste teilweise abfedern. Am selben Tag haben die ersten Sparkassen den Kryptohandel über die DekaBank freigeschaltet, weitere Häuser folgen schrittweise.
Beide Schritte setzen auf Kontrolle statt auf reine Kursbeteiligung. Die Deka bündelt nach eigenen Angaben Handel, Verwahrung und Kundensupport und hält die Private Keys selbst. BlackRock begrenzt im neuen Fonds das Verlustrisiko und nimmt dafür eine Obergrenze beim Gewinn in Kauf.
Für Produktverantwortliche ergibt sich daraus eine Unterscheidung. Die Nachfrage nach reiner Spot-Exposure verläuft zyklisch. Der Bedarf an Zugang, Verwahrung und strukturierten Varianten wächst dagegen weitgehend unabhängig davon. Nach unserer Einschätzung gewinnen Produkte an Gewicht, die Schwankungen begrenzen oder in bestehende Vertriebswege eingebettet sind.
Kurzfristig dürften Makrotermine die Ströme stärker prägen als neue Produkte. Die US-Notenbank entscheidet am 28. Oktober über den Leitzins, am 3. November folgen die Kongresswahlen. Offen bleibt, ob die Ether-Abflüsse im November auslaufen oder sich zu einem Muster verfestigen. Emittenten müssten das dann in ihrer Produktplanung berücksichtigen.
* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.