Die globale Wirtschaft startete ins Jahr 2026 mit einem ungewöhnlich starken Rückenwind: Gleichzeitig wirkten monetäre, fiskalische und privatwirtschaftliche Stimuli, was laut Francois Trahan, Chief Investment Strategist bei BMO Capital Markets, eine inflationäre Erholung zum wahrscheinlichsten Szenario machte. Etwa 89 Prozent des weltweiten BIPs waren Ländern mit geldpolitischer Lockerung ausgesetzt. Anders als in typischen Konjunkturzyklen fehlte jedoch die vorgeschaltete Rezession – und damit die Überkapazitäten, die ein nicht-inflationäres Wachstum ermöglichen würden.
Ölschock trifft auf ungewöhnliche Konstellation
Der jüngste Ölpreisschock hätte historisch betrachtet deutliche Aktienmarktrückgänge auslösen müssen. Dass die Märkte diesmal überraschend resilient reagierten, führt Trahan auf die ungewöhnliche Stimulus-Kulisse zurück. Die meisten historischen Ölschocks traten nach Zinserhöhungszyklen der Fed auf; der einzige vergleichbare Fall mit simultanem Stimulus war der erste Golfkrieg Anfang der 1990er Jahre – und damals explodierten die Märkte nach Kriegsende regelrecht nach oben.
Die USA sind heute zudem ein bedeutender Ölproduzent, was die volkswirtschaftliche Belastung abfedert. Dennoch bleibt die Situation prekär: Öl fungiert als variable Steuer für Verbraucher, und die Inflationsrisiken haben sich durch den Preisschub vorverlagert. Trahan hatte bereits vor dem Ölschock eine inflationäre Erholung prognostiziert – die Ereignisse der letzten Wochen haben diese These eher bestätigt als widerlegt.
Rotation hin zu zyklischen Werten
Bereits im vergangenen Jahr zeichnete sich eine Marktrotation ab: Wachstumsaktien, insbesondere Large-Cap-Tech, verloren an Führungsrolle, während zyklische Sektoren an Dynamik gewannen. Diese Entwicklung spiegelt laut Trahan eine klassische Erholungsphase wider, in der sich verbessernde Wirtschaftsbedingungen proportional stärker auf Branchen auswirken, die eng mit dem Konjunkturzyklus verknüpft sind.
Seine Strategieempfehlung lautet „Quality Cyclicals“ – ein Faktor-Ansatz, der wirtschaftliche Sensitivität mit soliden Fundamentaldaten und angemessenen Bewertungen kombiniert. Diese Positionierung bietet sowohl Partizipation an der Erholung als auch Schutz vor Inflation. Energie, Materialien und Industrietitel dominieren diesen Ansatz; Finanzwerte haben sich schwächer gezeigt. Die Resilienz dieser Strategie selbst während des Ölschocks bestätigt für Trahan die Richtigkeit der Ausrichtung.
AI: Marktphänomen ohne breite wirtschaftliche Wirkung
Ein wesentlicher Kritikpunkt an der inflationären Erholungsthese lautet, dass KI-induzierte Produktivitätssteigerungen ein nicht-inflationäres Wachstum ermöglichen könnten. Trahan widerspricht: Die Produktivität in den USA liegt derzeit unter ihrem langfristigen Durchschnitt, obwohl ChatGPT seit vier Jahren existiert. Die Ursache liegt in der Konzentration der KI-Investitionen auf große Unternehmen, während kleine Firmen – die 75 Prozent der US-Beschäftigung ausmachen – kaum adoptiert haben.
Entscheidend ist zudem die niedrige Beschäftigungsschwelle: Nur etwa 57.000 neue Jobs pro Monat sind nötig, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten. Jede darüber liegende Beschäftigungszunahme führt zu engeren Arbeitsmärkten und letztlich zu Lohninflation. Selbst bei produktivitätssteigernden Effekten der KI bleibt diese strukturelle Inflationsdynamik bestehen.
Implikationen für Investoren
Für die Zeit nach dem Ölschock erwartet Trahan eine verstärkte prozyklische Umgebung. Die Dollars, die für den Wiederaufbau in der Region fließen werden, könnten den Stimulus zusätzlich befeuern. Alte-Wirtschafts-Zykliker und rohstoffaffine Märkte wie Brasilien und Mexiko erscheinen gut positioniert. International diversifizierte Indizes mit höherem Energieanteil – etwa Kanada – könnten gegenüber dem mittlerweile stark wachstumsorientierten S&P 500 an Attraktivität gewinnen.
Die größte Überraschung für 2026 sieht Trahan in einer möglichen Zinserhöhung der Fed statt der erwarteten Zinssenkungen. Die Führungsindekatoren für den Arbeitsmarkt deuten auf eine Verknappung hin, was Lohn- und Kerninflation antreiben würde. Historisch gesehen reagiert die Fed in einer solchen Konstellation mit Zinserhöhungen – ein Szenario, das derzeit kaum im Marktkonsens eingepreist ist.







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