Die aktuelle Marktvolatilität angesichts des Iran-Konflikts und gestiegener Ölpreise stellt nach Einschätzung von Alpine Macro keine nachhaltige Bedrohung für die Kapitalmärkte dar. Vielmehr handelt es sich um eine gesunde Gegenbewegung, die überkauftte Märkte wieder ins Gleichgewicht bringt. Das Research-Haus erwartet in den kommenden drei bis sechs Monaten eine erneute Risk-on-Phase bei benignem makroökonomischem Umfeld.
Geopolitische Risiken als temporäres Phänomen
Der seit dem 28. Februar 2026 andauernde Iran-Krieg hat die Rohstoffmärkte erheblich bewegt. Die Futures-Kurven für Rohöl zeigten in den vergangenen Wochen starke Schwankungen. Dennoch bleibt Alpine Macro bei seiner Einschätzung, dass die geopolitische Risikoprämie mittelfristig schrumpfen wird. Zwei Szenarien werden als wahrscheinlich erachtet: ein unmittelbarer Waffenstillstand oder eine Beendigung der Kampfhandlungen innerhalb weniger Wochen nach einer US-„Eskalation zur Deeskalation”.
Die Strategie, Energie-Positionen als Absicherung beizubehalten, divergiert dabei bewusst von der Baseline-Prognose eines günstigen Makroumfelds. Kurzfristig kann diese Positionierung wertvoll sein, mittelfristig jedoch sollten sich die Kapitalströme wieder risikofreudigeren Anlagen zuwenden. Ein kritischer Faktor ist das Verhalten der Golf-Ölproduzenten: Saudi-Arabien allein verantwortet 34 Prozent der OPEC-Produktion und 11 Prozent der Weltförderung. Das Land hat Anreize, die Produktion zu erhöhen – sowohl zur Finanzierung von Kriegsschäden als auch zur Schwächung iranischer Öleinnahmen.
Stagflationsängste als kurzlebiges Phänomen
Die Stagflations-Sorge, die viele Investoren bewegt, wird von Alpine Macro als temporär eingestuft. Mehrere Indikatoren stützen diese These: Die Wettquoten auf eine Rezession im Jahr 2026 haben mit 37 Prozent ihren Höhepunkt vermutlich bereits überschritten – dies trotz weit verbreiteter Befürchtungen von Ölpreisen von 150 bis 200 Dollar pro Barrel. Die Neuaufträge im ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor blieben im März robust.
Die Inflationserwartungen gelten als verankert. Langfristige Inflations-Breakevens bewegen sich am unteren Ende ihres Mehrjahresbereichs. Ein- und Zweijahres-CPI-Swaps haben ihren Höhepunkt knapp unter den Höchstständen vom April 2025 erreicht, als die Liberation-Day-Zölle verkündet wurden. Zusätzlich liegt das Wachstum der Stundenlöhne auf einem Fünfjahrestief, während Produktivitätssteigerungen die Lohnstückkosten unter die Preissteigerungsrate gedrückt haben – ein seltenes Phänomen des vergangenen Jahrzehnts.
Die Federal Reserve zeigte in den Protokollen der Sitzung vom 17. bis 18. März 2026 zwar Besorgnis über höhere Inflation und niedrigere Beschäftigung. Alpine Macro hält diese Sorgen jedoch für überzogen: Die jüngsten Inflationsüberraschungen spiegeln eher einmalige Preiseffekte wider, die bei verankerten Erwartungen nicht nachhaltig sind.
Implikationen für Asset Allocation
Für die kommenden Quartale erwartet Alpine Macro expandierende Gewinnmultiplikatoren bei Aktien, positive Korrelationen zwischen Aktien- und Anleihenpreisen sowie stabile bis niedrigere Anleiherenditen. Die Equity Risk Premium und die Bond Term Premium könnten weiter steigen, falls die Stagflation anhält. Wahrscheinlicher ist jedoch ein Umfeld, das Parallelen zur späten 1990er Jahre aufweist – mit niedrigeren Anleiherenditen und höheren Aktienbewertungen.
Die empfohlene Barbell-Strategie umfasst sowohl Big-Tech-AI-Werte als auch Old-Economy-Zyklischer. Letztere profitieren von AI-Anwendungen in Sektoren wie Materialien, Finanzen, Konsumgüter und Industrie. Technisch betrachtet hat der Rückzug der Magnificent-Seven gegenüber anderen Marktsegmenten in der Vergangenheit oft einen attraktiven Einstiegspunkt signalisiert – besonders wenn die erwarteten Zinssätze nach unten revidiert werden.
Die Position in SOFR-Kontrakten und überdurchschnittlicher Anleiheduration wurde bereits am 30. März bzw. durch Aufstockung am 3. April etabliert. Energie-Positionen dienen weiterhin als kurzfristige Absicherung, sollten aber mittelfristig an Wert verlieren, wenn sich die geopolitischen Spannungen entschärfen und die Ölpreise potenziell unter die langjährige Marke von 70 Dollar pro Barrel fallen.




















DE: Dieser Beitrag wurde automatisch vom altii-Redaktionssystem generiert. Der Inhalt wurde nicht manuell auf seine Richtigkeit überprüft. Wir sind bestrebt, relevante und aktuelle Informationen bereitzustellen. EN: This article was automatically generated by the altii editorial system. The content has not been manually reviewed for accuracy. We aim to provide relevant and timely information.