Iran-Konflikt: Fragiler Waffenstillstand und was er für Investoren bedeutet

Edition AIIran-Konflikt: Fragiler Waffenstillstand und was er für Investoren bedeutet

Nach 40 Tagen bewaffneter Auseinandersetzungen haben die Vereinigten Staaten und Iran einen fragilen Waffenstillstand vereinbart. Die zweiwöchige Feuerpause, die am 8. April verkündet wurde, steht jedoch auf tönernen Füßen. Nach Einschätzung von Alpine Macro sind die Chancen, dass die Waffenruhe hält, etwa ausgeglichen. Die anstehenden Verhandlungen in Islamabad könnten entscheidend sein – oder den Konflikt erneut eskalieren lassen.

Grundsätzlich verschiedene Vorstellungen

Das Kernproblem: Beide Seiten haben völlig unterschiedliche Auffassungen darüber, was vereinbart wurde. Iran besteht darauf, dass die Vereinbarung auf seinem 10-Punkte-Plan basiert, der iranische Kontrolle über die Straße von Hormuz, den Abzug amerikanischer Kampfverbände aus der Region, Reparationszahlungen sowie die Aufhebung aller Sanktionen vorsieht. Für Washington sind diese Forderungen inakzeptabel. Die amerikanische Seite besteht auf der sofortigen und bedingungslosen Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Meerenge.

Verschärft wird die Situation durch die Frage, ob der Waffenstillstand auch auf den Libanon anwendbar ist. Das Weiße Haus hat den Libanon explizit von der Vereinbarung ausgenommen, während Iran darauf besteht, dass Hezbollah-Operationen dort abgedeckt sind. Israel hat den Waffenstillstand zwar unterstützt, aber klargestellt, dass er nicht für die Kämpfe im Libanon gilt. Iran hat daraufhin den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz vorübergehend eingestellt und droht nun, die Gespräche in Islamabad ganz zu boykottieren.

Trump’sches Signalwirrwarr und iranische Fehlkalkulation

Alpine Macro kritisiert die kommunikative Strategie des Weißen Hauses scharf. Durch das ständige Schwanken zwischen existenziellen Drohungen, versöhnlichen Gesten und marktkalmierenden Aussagen signalisiert Trump Schwäche statt Entschlossenheit. Die „Madman-Strategie“ bewirkt das Gegenteil des Beabsichtigten: Teheran interpretiert dies als Schwäche und maximiert seine Forderungen. Politisch kann Trump Irans Maximalforderungen jedoch nicht akzeptieren – Iran überschätzt also seine Verhandlungsposition.

Dennoch hat Iran das Verhandlungsrahmenwerk nicht formell verlassen, trotz der Eskalation im Libanon. Das deutet darauf hin, dass Teheran eine Pause braucht, um sich zu regenerieren. Große Teile der Führungsebene wurden getötet, die militärische, repressive und wirtschaftliche Infrastruktur ist schwer beschädigt. Die Machtübernahme von Mojtaba Khamenei als Oberster Führer ist umstritten, und die Revolutionsgarden haben sich als wahres Machtzentrum etabliert. Je länger der Krieg andauert, desto anfälliger wird das Regime für interne Herausforderungen.

Geopolitische Folgen: Amerikanischer Niedergang?

Ein überlebendes iranisches Regime wäre zweifellos ein strategischer Rückschlag für die Vereinigten Staaten und eine politische Demütigung für Trump. Die Glaubwürdigkeit Amerikas als Verbündeter und als Gegner wäre kurzfristig untergraben. Doch Alpine Macro warnt davor, voreilige Schlüsse über das Ende der amerikanischen Supermacht zu ziehen. Der Vergleich mit der Suezkrise von 1956, die das Ende der britischen und französischen Großmachtstellung markierte, ist nach Ansicht der Analysten oberflächlich. Großbritannien und Frankreich hatten ihre Imperien bereits verloren und waren vom Zweiten Weltkrieg bankrott – auf die USA trifft das nicht zu.

Die NATO wird die Belastungstests überstehen, wenn auch mit erheblichen Spannungen. Die amerikanische Supermachtstellung profitiert tatsächlich von Europa als Verbündetem. Ein formeller Austritt aus dem Bündnis wäre rechtlich kompliziert, aber eine schleichende Desengagement-Strategie durch mangelnde Unterstützung für Bündnisoperationen ist denkbar.

Marktperspektiven: Chancen nach Konfliktende

Für Investoren zeichnet Alpine Macro ein differenziertes Bild. Der Krieg hat begrenzte Schäden an globalem Wachstum und Unternehmensgewinnen verursacht. Sobald der Konflikt endet – sei es durch den aktuellen Waffenstillstand oder nach einer weiteren Kampfphase – erwarten die Analysten positive Impulse für US-Aktien. Die zyklische Rotation, die vor dem 28. Februar begonnen hatte, sollte sich fortsetzen.

International könnten abgewertete Aktienmärkte in Japan, Südkorea, den GCC-Staaten und Europa nach Konfliktlösung stark aufholen. Alpine Macro ist übergewichtet in Industriewerten und sieht Chancen in Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, begünstigt durch globale Aufrüstungstrends. Industriemetalle profitieren von drei Trends gleichzeitig: Aufrüstung, Reindustrialisierung und KI-Infrastruktur. Für Rohöl erwarten die Analysten langfristig sinkende Preise, da GCC-Staaten nach Konfliktende aggressiv verkaufen dürften, um Haushalte zu sanieren und Marktanteile zurückzugewinnen.

Sollte der Waffenstillstand scheitern, könnte Öl kurzfristig auf 120 bis 150 Dollar pro Barrel steigen. Die Analysten halten Ängste vor 200-Dollar-Öl jedoch für übertrieben. Die Welt ist weniger ölabhängig als 1973, und beide Seiten haben starke Anreize, keinen langwierigen Krieg zu führen. Die Empfehlung: Bei Wiederaufnahme der Kämpfe die Schwäche nutzen, um einzusteigen.

Inline image
Inline image
Inline image
Inline image
Inline image
Inline image
Inline image
Inline image
Inline image
Inline image
Inline image

DE: Dieser Beitrag wurde automatisch vom altii-Redaktionssystem generiert. Der Inhalt wurde nicht manuell auf seine Richtigkeit überprüft. Wir sind bestrebt, relevante und aktuelle Informationen bereitzustellen. EN: This article was automatically generated by the altii editorial system. The content has not been manually reviewed for accuracy. We aim to provide relevant and timely information.