SoFi legt Krypto-Zahlen offen: viel Umsatz, kaum Ertrag

Digital Investing and CryptoSoFi legt Krypto-Zahlen offen: viel Umsatz, kaum Ertrag

Die US-Digitalbank SoFi weist ihr Krypto-Geschäft in der Ergebnismitteilung zum dritten Quartal 2026 erstmals gesondert aus. Die Zahlen zeigen ein schnell wachsendes Angebot, das kaum zum Ergebnis beiträgt. Für Banken und Vermögensverwalter, die eigene Krypto-Angebote prüfen, ist das ein lehrreicher Fall.

Was die Zahlen zeigen

Zum 30. September 2026 zählte SoFi 503.070 Krypto-Produkte, also seit dem Start eröffnete Krypto-Konten. Das geht aus der Ergebnismitteilung zum dritten Quartal hervor. Im Quartalsbericht zum ersten Quartal waren es knapp 240.000. Die Zahl hat sich binnen sechs Monaten also mehr als verdoppelt.

Auffälliger ist die Erlösseite. SoFi verbucht 161,6 Millionen US-Dollar Krypto-Transaktionserlöse, denen Kosten von 160,0 Millionen gegenüberstehen. Netto bleiben 1,6 Millionen US-Dollar. Laut SoFi bestehen diese Nettoerlöse vor allem aus Gebühren für Kauf- und Verkaufsaufträge der Kunden.

Warum der Bruttowert in die Irre führen kann

Nach unserer Einschätzung bildet der Bruttowert im Wesentlichen den Gegenwert der abgewickelten Krypto-Geschäfte ab. Über die Ertragskraft sagt er deshalb wenig. Maßgeblich ist der Nettoerlös. Er entspricht gut einem Promille des Konzernumsatzes von 1,39 Milliarden US-Dollar.

Wer Krypto-Angebote von Banken vergleicht, sollte deshalb auf die Nettodarstellung achten. Meldungen, die den Bruttowert in den Vordergrund stellen, überzeichnen den wirtschaftlichen Beitrag. Das gilt für jeden Anbieter, der Krypto-Umsätze brutto ausweist.

Krypto als Zugang zu Kunden und Einlagen

SoFi ist erst im vierten Quartal 2025 mit SoFi Crypto in den Kryptohandel zurückgekehrt. Seither hat die Bank ihr Angebot schrittweise erweitert. Am 22. Oktober 2026 startete sie mit SoFi Earn (SOFIE) eine tokenisierte Einlage für Privatkunden. Jeder Token steht für einen US-Dollar Einlage bei SoFi Bank und ist über die US-Einlagensicherung FDIC abgesichert.

Für Krypto-Käufe oder Überweisungen tauschen Kunden SOFIE eins zu eins in den hauseigenen Stablecoin SoFiUSD. Damit verbindet SoFi Zins und Einlagensicherung mit der Übertragbarkeit eines Tokens. Das Geld bleibt so lange in der Bank, bis der Kunde es tatsächlich einsetzt.

Nach unserer Lesart dient Krypto bei SoFi vor allem als Zugang zu Kunden und Einlagen. Der Handel selbst bringt kaum Gewinn. SoFi misst seinen Erfolg an Mitgliedern, Produkten und Erlösen je Produkt. Das Krypto-Angebot erhöht die Zahl der Produkte je Kunde, während Einlagen den Zinsertrag tragen.

Was europäische Anbieter daraus ableiten können

In Europa gilt seit Ende 2024 die Kryptomarktverordnung MiCA mit einheitlichen Regeln für Krypto-Dienstleister. Viele Banken stehen damit vor ähnlichen Entscheidungen wie SoFi. Der Fall zeigt, dass ein reines Handelsangebot bei niedrigen Gebühren kaum Ertrag liefert. Wirtschaftlich interessant wird es nach unserer Einschätzung erst, wenn Krypto-Kunden weitere Produkte nutzen und ihre Einlagen im Haus lassen.

Offen ist, ob SoFi aus der wachsenden Nutzerbasis mehr Ertrag ziehen kann. Zu beobachten ist vor allem, wie viel Geld Kunden in SOFIE halten und wie lange es dort bleibt. Die Zahlen zum vierten Quartal dürften erste Hinweise darauf geben, ob die Rechnung aufgeht.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.