Tokenisierte Aktien: 26 US-Konzerne sperren sich gegen OKX und ICE

Digital Investing and CryptoTokenisierte Aktien: 26 US-Konzerne sperren sich gegen OKX und ICE

Intel, Oracle, IBM und IonQ wollen ihre Aktien nicht auf der geplanten Handelsplattform für tokenisierte Aktien von OKX und ICE sehen. Damit haben laut der jüngsten öffentlichen Bekanntmachung der Plattform vom 26. Oktober 26 Emittenten widersprochen. Der Fall ist der erste Praxistest dafür, wie viel Mitsprache Unternehmen im neuen US-Rahmen für tokenisierte Aktien tatsächlich haben.

Was die SEC den Emittenten erlaubt

Die US-Börsenaufsicht SEC hat am 17. September eine auf fünf Jahre befristete Innovationsausnahme erlassen. Sie erlaubt neue Handelsplätze, die Tokenized Securities Venues (TSV). Dort werden tokenisierte US-Aktien über automatisierte Liquiditätspools auf einer Blockchain gehandelt. Tokenisiert ein Dritter ohne Beteiligung des Emittenten, muss die Plattform das Unternehmen vorher schriftlich informieren.

Der Emittent hat dann 30 Kalendertage Zeit für einen Widerspruch. Ein fristgerechter Widerspruch sperrt den Token nur auf der Plattform, die die Mitteilung verschickt hat. Eine pauschale Abmeldung für alle Plattformen sieht die Ausnahme nicht vor, wie Nasdaq in seinen Erläuterungen für Emittenten betont. Wer seine Aktie überall heraushalten will, muss jede Mitteilung einzeln beantworten.

Warum sich der Widerstand formiert

OKXICE gehört je zur Hälfte ICE, der Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, und der US-Holding von OKX. In seiner ersten Bekanntmachung vom 4. Oktober kündigte das Gemeinschaftsunternehmen 63 Titel an. Gehandelt werden soll rund um die Uhr in Uniswap-Pools auf der Blockchain XLayer, jeweils gegen die Stablecoins USDC, USDG oder USDT. Die Zahl der Widersprüche stieg von neun in der Bekanntmachung vom 15. Oktober auf 26 elf Tage später.

Unter den Widersprechenden sind Microsoft, Alphabet, Broadcom, Goldman Sachs und Wells Fargo. Gründe nennen die Bekanntmachungen nicht. Einen Anhaltspunkt liefert Nasdaq, das als börsennotiertes Unternehmen selbst widersprechen will. Die Börse kritisiert, dass TSVs keine besten Kurse anzeigen und Geschäfte erst bis zu zehn Minuten später veröffentlichen müssen.

Was das für institutionelle Investoren bedeutet

Die Bekanntmachung von OKXICE benennt selbst Risiken, die über die Plattform hinausweisen. Die Preise bilden sich allein aus dem Verhältnis der Bestände im Pool und können vom Börsenkurs abweichen, vor allem außerhalb der Handelszeiten. Liquiditätsgeber müssen nicht registriert sein und dürfen ihr Kapital jederzeit abziehen. Ob Token in einer selbst verwahrten Wallet bei der Insolvenz des Brokers geschützt sind, nennt OKXICE ungewiss.

Für Asset Manager stellt sich damit die Frage der bestmöglichen Ausführung. Laut OKXICE ist ungeklärt, wie Meldepflichten und Best Execution registrierter Broker-Dealer auf einer TSV greifen. Hinzu kommen Volumengrenzen: Bei großen Werten darf eine TSV höchstens 0,25 Prozent des durchschnittlichen Tagesvolumens des Vormonats handeln.

Worauf es in den nächsten Wochen ankommt

Einen Starttermin nennt OKXICE bislang nicht. Entscheidend ist, welche Titel nach Ablauf der Fristen übrig bleiben und ob weitere große Technologiewerte widersprechen. Die SEC hat zudem um Stellungnahmen gebeten und kann die Bedingungen der Ausnahme jederzeit anpassen.

Nach unserer Einschätzung verschiebt der Fall die Debatte von der Technik zur Zustimmung. Tokenisierte Aktien dürften sich im großen Stil erst durchsetzen, wenn Emittenten die Abbildung ihrer Papiere mittragen, statt sie Dritten zu überlassen.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.