Value-Aktien am Scheideweg: Starke Rallye trifft auf fragiles Fundament

Edition AIValue-Aktien am Scheideweg: Starke Rallye trifft auf fragiles Fundament

Die jüngste Outperformance von Value-Aktien gegenüber Wachstumswerten könnte sich als vorübergehendes Phänomen erweisenist. Nach Analyse von Alpine Macro beruht die Stärke des Value-Stils auf einer Konstellation geopolitischer und makroökonomischer Faktoren, die zunehmend an Tragkraft verliert. Das Research-Haus rät Investoren, bei Growth-Aktien zu bleiben und Value eher taktisch zu nutzen.

Perfect Storm begünstigt Value-Leadership

Value-Aktien erleben ihre stärkste Phase der relativen Stärke seit Jahren. Der Stil profitierte zunächst von einer Rotation aus Technologieaktien, erhielt dann jedoch zusätzlichen Auftrieb durch geopolitische Spannungen und die damit verbundenen kompositorischen Vorteile. Energie- und Industriegüterpreise stiegen, die Zinskurve steilte sich auf – ideale Bedingungen für die traditionell kapitalintensiven Sektoren, die den Value-Index dominieren.

Die Analyse zeigt jedoch, dass diese Bedingungen zunehmend fragil werden. Value tendiert nur in drei spezifischen Regimen zur Outperformance: während Rohstoffbooms, in frühen Kreditexpansionen und bei Platzen von Technologieblasen. Diese Konstellationen sind historisch selten und kurzlebig. Seit 1981 hat Large Cap Value in lediglich 30 Prozent aller Drei-Jahres-Perioden den Growth-Sektor geschlagen.

Bewertung hat sich ins Gegenteil verkehrt

Der Discount, der Value traditionell gegenüber Growth zusprach, ist mittlerweile vollständig aufgezehrt. Alpine Macro weist darauf hin, dass Value nun auf fast allen relativen und absoluten Kennzahlen teuer bewertet ist. Das Verhältnis von Kurs zu Gewinn und Kurs zu Umsatz bewegt sich am oberen Ende des historischen Bereichs. Gleichzeitig haben Growth-Aktien durch die jüngsten Korrekturen an Risiko eingebüßt – der mediane Drawdown vom 52-Wochen-Hoch ist bei Growth größer als bei Value.

Ein interessantes Signal sendet zudem das interne Fair-Value-Modell: Unter Einbeziehung von Gold als Variable, das eine inverse Beziehung zu Value aufweist, erscheint der Stil überkauft. Gold verzeichnete seit April 2024 einen historischen Anstieg von 131 Prozent, was auf stagflationäre Ängste hindeutet, die Value belasten könnten.

Fundamentale Verbesserung mit Fragezeichen

Die Gewinnerwartungen für Value haben sich tatsächlich verbessert. Seit Oktober stiegen die erwarteten Gewinne um 11 Prozent, die Umsatzerwartungen um 5 Prozent. Der Haken: Diese Verbesserung konzentriert sich fast ausschließlich auf Energie und Rohstoffe – Sektoren, die direkt von kriegsbedingten Lieferengpässen profitieren. Andere zyklische Komponenten wie Finanzwerte oder Industrieaktien partizipieren kaum. Das macht die Fortsetzung der Outperformance abhängig von einer Fortsetzung der geopolitischen Spannungen ohne Schädigung der breiteren Wirtschaft.

Growth leidet unter einem anderen Problem: Die Bewertungs-Multiples haben sich seit Oktober um 22 Prozent komprimiert, während sie bei Value nur um 5 Prozent sanken. Der Treiber ist die Sorge um Künstliche Intelligenz und deren Kapitalaufwand. Alpine Macro sieht diese Sorge als übertrieben an und erwartet eine Rückkehr der Investoren zu Mega-Tech-Werten, gegeben die positiven Wachstumsdifferenziale, solide Sichtbarkeit und höhere Profitabilität zu günstigeren Preisen.

Implikationen für die Asset Allocation

Das Fazit des Research-Hauses ist eindeutig: Value bleibt ein Stil zum taktischen Nutzen, nicht zum dauerhaften Halten. Die langfristige Underperformance gegenüber Growth, die teure Bewertung und die Abhängigkeit von spezifischen Makrobedingungen sprechen gegen eine strategische Übergewichtung. Innerhalb des Value-Universums empfehlen die Analysten jedoch einen Fokus auf Profitabilität, Dividendenwachstum und Gewinnrevisionen – Faktoren, die in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltigen Alpha generiert haben.

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