Institutionelle Investoren halten an Nachhaltigkeit fest
85 Prozent der Großanleger berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien in ihren Investmententscheidungen. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sind überzeugt, dass nachhaltige Anlagen langfristig ökonomisch von Vorteil sind. Die zunehmende Polarisierung beim Thema Nachhaltigkeit hat laut 88 Prozent der Investoren keine Auswirkungen auf ihre Anlagestrategie.
Nachhaltigkeit im Investmentprozess etabliert
Nachhaltige Kapitalanlagen machen im Durchschnitt 65 Prozent der Portfolios aus, konventionelle Anlagen 35 Prozent. 64 Prozent der Befragten erwarten ein stabiles Marktvolumen nachhaltiger Anlagen in den kommenden zwölf Monaten, während nur noch 27 Prozent mit Wachstum rechnen (Vorjahr: 38 Prozent). Die Motivation, nachhaltig zu investieren, fußt hauptsächlich auf den Unternehmenswerten (84 Prozent) und dem Verantwortungsbewusstsein (81 Prozent). 87 Prozent können sich nicht vorstellen, aus nachhaltigen Anlagen auszusteigen.
Rendite bleibt Priorität
Trotz Nachhaltigkeitsaspekten hat für 62 Prozent der Investoren die Rendite Priorität gegenüber der Nachhaltigkeitswirkung (38 Prozent). Bezüglich Rendite und Risiko sehen 66 Prozent kaum Unterschiede zwischen nachhaltigen und konventionellen Anlagen. Nachhaltige Strategien gewinnen für 40 Prozent der Befragten an Bedeutung im Risikomanagement.
Künstliche Intelligenz beeinflusst Nachhaltigkeit
87 Prozent der Investoren sind überzeugt, dass Künstliche Intelligenz Auswirkungen auf Nachhaltigkeit haben wird. Die Meinungen zum Einfluss sind geteilt: 56 Prozent erwarten einen positiven Effekt, während 44 Prozent Bedenken hinsichtlich erhöhtem Ressourcenverbrauch und Klimawandel äußern.
Forderung nach praktikablerer ESG-Regulierung
92 Prozent der Befragten wünschen sich eine praxisnähere Regulierung nachhaltiger Kapitalanlagen. 60 Prozent verfügen über gute bis sehr gute Kenntnisse zu nachhaltigen Investments. Das verfügbare Produktangebot wird mehrheitlich als hilfreich eingestuft (51 Prozent).
Skepsis bei Erreichbarkeit der Pariser Klimaziele
91 Prozent der Investoren zweifeln an der Erreichbarkeit der 2015 in Paris vereinbarten Klimaziele. Die Skepsis hat sich seit 2016 um 20 Prozentpunkte erhöht. Insgesamt betrachten Investoren Nachhaltigkeit zunehmend als integralen Bestandteil ihres Investmentprozesses und Risikomanagements.
Methodik und Teilnehmer
Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von 130 institutionellen Investoren in Deutschland zwischen Januar und März 2026. Das verwaltete Vermögen beträgt etwa 1,7 Billionen Euro. Die Teilnehmer setzen sich zusammen aus Großunternehmen (23 Prozent), Kreditinstituten (23 Prozent), Stiftungen und Kirchen (16 Prozent), Versicherungen (15 Prozent), Kapitalverwaltungsgesellschaften (15 Prozent) sowie Altersversorgern und Pensionskassen (7 Prozent).
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