Verschiebungen im US-Außenhandel
Der Anteil Chinas an den US-Importen ist seit 2017 von 21,6 Prozent auf 9,0 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Im Gegenzug haben andere Länder deutlich zugelegt: Mexiko erreichte 15,7 Prozent, Vietnam 5,7 Prozent, und Taiwan sowie Südkorea zusammen 9,6 Prozent, womit sie China überholt haben.
Wachstum und Neuordnung der Lieferketten
Die gesamten US-Warenimporte wuchsen zwischen 2017 und 2024 nominal durchschnittlich um 5,7 Prozent jährlich, gegenüber 0,8 Prozent in den vier Jahren davor. Der rückläufige China-Anteil steht damit vor allem für eine geografische Neuordnung der Lieferketten und nicht für eine Abnahme des Gesamtvolumens.
Strategisch wichtige Industrien
Mexiko und Vietnam konnten insbesondere in den Bereichen Autozulieferer, Elektronik und Halbleiter Marktanteile gewinnen, wobei Mexiko auch bei der Automobilproduktion zulegte. Taiwan und Südkorea nehmen eine wachsende Rolle in technologie- und chipnahen Lieferketten ein.
Fortbestehende Bedeutung Chinas
Obwohl China in der direkten US-Importstatistik weniger präsent ist, bleibt das Land über vorgelagerte Lieferketten weiterhin ein zentraler Akteur. Produktionsstufen, Vorleistungen und Endmontage verteilen sich neu, sodass die wirtschaftliche Abhängigkeit von China nicht so stark zurückgegangen ist, wie es oberflächliche Zahlen vermuten lassen.
Die US-Handelsstatistik gibt keine Auskunft über die Herkunft von Vorprodukten oder den Ort der Wertschöpfung. Laut Einschätzung der US-Notenbank haben wichtige Lieferländer ihre Importverflechtungen mit China sogar vertieft. Dieses Phänomen wird mit dem Bild eines Trojanischen Pferdes beschrieben: China verschwindet aus der direkten Statistik, bleibt aber über komplexe Lieferketten präsent.
Implikationen für Investoren
Für Investoren bedeutet dies, dass die Globalisierung nicht abnimmt, sondern Lieferketten sich neu strukturieren. Mexiko profitiert von seiner Nähe zum US-Markt, Vietnam von Produktionsverlagerungen, und Taiwan sowie Südkorea von ihrer technologischen Bedeutung. Ein geringerer China-Anteil in der Zollstatistik bedeutet folglich nicht automatisch eine geringere Bedeutung Chinas in den Lieferketten.
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