US-Kerninflation im September übertrifft Prognosen
Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) für September zeigt einen über den Erwartungen liegenden Anstieg der Kerninflation. Der Kernindex stieg im Monatsvergleich um 0,335 Prozent, während die Konsensprognose bei 0,2 Prozent lag. Von 67 befragten Ökonomen hatten 56 niedrigere Werte prognostiziert.
Detaillierte Preisentwicklung und Inflationsdynamik
Der Anstieg wurde unter anderem durch Preissteigerungen bei Gebrauchtwagen (+0,7%), Freizeitausgaben (+0,5%) und Kern-Dienstleistungen ohne Wohnen (+über 0,4%) getragen. Ein großer Teil des Gesamtanstiegs von 0,6% ist auf den Energiesektor zurückzuführen. Die breite Basis des Kerninflationsanstiegs deutet auf Zweitrundeneffekte hin, was die Bemühungen der Fed zur Inflationsbekämpfung erschwert.
Marktreaktionen und Zinserwartungen
Die Renditen kurzer und langer Staatsanleihen stiegen deutlich: Die zweijährige Anleihe verzeichnete ein Plus von 13 Basispunkten auf 4,92%, die zehnjährige einen Anstieg um 9 Basispunkte auf 5,30%. Die Zinskurve flachte im Stil eines “Bear Flattening” ab, was die Unsicherheit über die Inflationsentwicklung und die weitere Geldpolitik widerspiegelt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Oktober stieg von rund 20 auf nahezu 50 Prozent. Die Märkte rechnen mit mindestens zwei weiteren Zinserhöhungen bis März 2027, eine dritte wird mit über 70% Wahrscheinlichkeit eingepreist. Zinssenkungen in 2027 erscheinen derzeit wenig wahrscheinlich und hängen maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Energiepreise ab.
Einfluss der Federal Reserve und Ausblick
Die Zurückhaltung des Fed-Vorsitzenden Warsh bei der Forward Guidance hat zu kürzeren Zinserwartungen beigetragen. Mit steigenden Wahrscheinlichkeiten für Zinserhöhungen wächst der Druck auf die Fed, kurzfristig zu handeln. Die kommenden Äußerungen Warshs beim Internationalen Währungsfonds werden daher aufmerksam auf Hinweise zu möglichen Schritten im Oktober geprüft.
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