BCG: Hedgefonds und KI verschieben die Erträge im Investmentbanking

Markets and NewsBCG: Hedgefonds und KI verschieben die Erträge im Investmentbanking

Das weltweite Corporate und Investment Banking steuert 2026 auf Rekorderträge zu. Das Wachstum kommt allerdings von anderen Kunden als früher, zeigt der Corporate and Investment Banking Report 2026 der Boston Consulting Group. Für Asset Manager, Private-Equity-Häuser und Banken verschiebt sich damit, wer Leistungen einkauft und wer sie anbietet.

Hedgefonds und Finanzinvestoren treiben die Erträge

Laut BCG wachsen die Erträge mit Hedgefonds bis 2030 um rund neun Prozent pro Jahr. Mit Finanzinvestoren und ihren Portfoliounternehmen sind es rund acht Prozent, mit klassischen Firmenkunden nur etwa zwei Prozent (Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026). Das Wachstum konzentriert sich damit auf professionelle Kapitalmarktakteure.

Diese Kunden kaufen anders ein. Sie fragen Beratung, Finanzierung, Handel und Transaction Banking gebündelt nach. Viele Banken bepreisen und besetzen diese Produkte aber weiterhin getrennt. Ein gewonnenes Beratungsmandat deckt laut BCG deshalb nur einen Bruchteil des Werts einer Kundenbeziehung ab.

Für Finanzinvestoren stärkt das die Verhandlungsposition, so die Einschätzung von altii. Wer mehrere Produkte zugleich vergibt, kann Konditionen und Finanzierungszusagen gebündelt verhandeln.

Nichtbanken als Konkurrenz und Kunden zugleich

Parallel wächst der Anteil der Nichtbanken. Gemeint sind Finanzinstitute außerhalb des Bankensektors, etwa Private-Credit-Fonds und spezialisierte Liquiditätsanbieter. Im Jahr 2013 hielten sie rund vier Prozent des Ertragspools. Bis 2030 erwartet BCG etwa 23 Prozent.

Private Credit zeigt, wie eng die Rollen verwoben sind. Kreditfonds verdrängen Banken bei Direktkrediten. Gleichzeitig finanzieren Banken diese Fonds und verdienen daran.

Die Finanzierung von Private-Credit-Fonds war laut BCG zuletzt das am schnellsten wachsende Produktfeld im Segment. Aus Sicht von altii wächst damit auch die Abhängigkeit der Fonds von Bankfinanzierung auf Fondsebene. Für Investoren in Private Credit lohnt deshalb der Blick auf die Finanzierungsstruktur der Fonds.

KI verändert die Kostenseite

Den größten Hebel für die Wirtschaftlichkeit sieht BCG in KI. Bis 2030 könnten bis zu 40 Prozent der heutigen Kapazität im Middle- und Backoffice frei werden. Die Berater betonen, dass dies keinen Stellenabbau in gleicher Höhe bedeutet. Ein Großteil der Kapazität dürfte in anspruchsvollere Aufgaben wandern.

Entscheidend wird, ob Banken ihre Abläufe neu aufbauen. KI soll nicht mehr einzelne Arbeitsschritte unterstützen, sondern durchgängige Prozesse tragen. Laut der Zusammenfassung von BCG Expand dürften dadurch mehr Ingenieure und Technologiespezialisten ins Frontoffice rücken. BCG erwartet zudem, dass der Abstand zwischen führenden und schwächeren Instituten bei Kosten und Rendite bis 2030 bestehen bleibt.

Was Entscheider jetzt beobachten sollten

BCG spricht von einem Zeitfenster: Die hohen Erträge finanzieren heute den Umbau, den die Häuser für 2030 brauchen. Wer wartet, findet Talente, Plattformstandards und Kundenbeziehungen womöglich bereits vergeben.

Für Asset Manager und Family Offices lohnt der Blick darauf, welche Banken ihre Betreuung um den Kunden herum organisieren. Nach Einschätzung von altii dürften gerade diese Häuser Finanzierung auch im Abschwung verlässlicher bereitstellen. Offen bleibt, wie schnell kontinentaleuropäische Institute aufholen, denn BCG erwartet dort schwächeres Wachstum und mehr Wettbewerb durch expandierende US-Banken.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.