Marktlektionen jenseits des Kalenders
Das bekannte Börsensprichwort ‘Sell in May and go away, but remember to come back in September’ suggeriert, dass Anleger ihre Positionen im Mai verkaufen sollten, um geringere Sommerrenditen zu vermeiden, und im September zurückkehren. Langfristige Anlageentscheidungen sollten jedoch nicht allein auf saisonalen Kalendermustern basieren, da dabei wesentliche Treiber der Rendite übersehen werden können.
Die Bedeutung laufender Erträge
Laufende Erträge durch Dividenden und Zinszahlungen tragen häufig erheblich zum Wachstum eines Portfolios bei, auch wenn Kursbewegungen begrenzt sind. Dividenden machten im historischen Durchschnitt etwa ein Drittel der Gesamtrendite des S&P 500 aus. Ein Portfolio mit ertragsstarken Anlagen kann somit Ertragsquellen erschließen, die Schwankungen in volatilen Marktphasen abmildern.
Markterholung erfolgt oft schneller als die Anlegerzuflucht
Nach starken Kursverlusten verkauften viele Anleger zum ungünstigsten Zeitpunkt und verpassten die anschließenden Erholungen. Historisch folgten einige der stärksten Kursanstiege unmittelbar auf Tiefpunkte. Beispielsweise erholten sich die globalen Aktienmärkte nach dem Tiefpunkt im April 2025 rasch und erreichten bis Mai wieder ihre vorherigen Höchststände.
Risiken durch hohe Konzentrationen
Märkte erfahren immer wieder Phasen, in denen einzelne Länder, Sektoren oder Anlagestile dominieren. Die heutige Konzentration auf eine kleine Gruppe großer US-Unternehmen, die sogenannten „Magnificent Seven“, die rund 20 % des globalen Aktienindex ausmachen, verdeutlicht die potenziellen Risiken unerwarteter Entwicklungen in vermeintlich sicheren Segmenten.
Inflation verändert Marktbeziehungen
Phasen hoher Inflation wie in den 1970er Jahren, 2022 und kürzlich haben gezeigt, dass Aktien und Anleihen gleichzeitig unter Druck geraten können. 2022 fielen sowohl der S&P 500 als auch der Bloomberg US Aggregate Bond Index deutlich. In solchen Zeiten kann eine breite Diversifikation, die auch Sachwerte wie Infrastruktur einschließt, sinnvoll sein.
Volatilität selbst bei sicheren Anlagen
Geopolitische Spannungen können selbst vermeintlich sichere Anlagen wie Gold starken Schwankungen unterwerfen. So fiel der Goldpreis Ende März 2026 innerhalb einer Woche um fast 11 %, einer der stärksten kurzfristigen Rückgänge seit Jahrzehnten. Eine defensive Anlagestrategie erfordert eine Mischung verschiedener Absicherungen, nicht nur eine einzelne Lösung.
Schlussfolgerung
Längerfristiger Anlageerfolg entsteht eher durch kontinuierliches Investiertbleiben, angemessene Diversifizierung und die Nutzung laufender Erträge als durch taktisches Timing basierend auf Kalenderweisheiten. Die Märkte lehren, dass Geduld und Anpassung an veränderte Bedingungen entscheidend sind. Anleger sollten daher weniger auf einprägsame Börsensprüche achten und mehr auf grundlegende Marktmechanismen vertrauen.
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